Sieben Jahre
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Description
Ein atemberaubender Roman über Krieg und Liebe, Macht und Verrat
1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht – bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen. Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht ausgerechnet der rechtelose schwarze Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft …
Book Information
Author Description
Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und erhielt diverse Literaturpreise und Stipendien. Sie ist u. a. Mitglied im Deutschen PEN, Präsidentin der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft L. A. und wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.Tanja Kinkel ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen.
Posts
Spannende Familienbeziehungen, starke Figuren und viele interessante Einblicke in den Siebenjährigen Krieg.
Auf Sieben Jahre war ich schon lange gespannt, weil ich es vor über einem Jahr in der Verlagsvorschau entdeckt hatte. Nun habe ich es endlich gelesen. Ich kenne viele Bücher von Tanja Kinkel und mag ihren Schreibstil sehr. Auch dieser Roman hat mich überzeugt und gehört für mich zu ihren besten Werken. Das Buchcover gefällt mir sehr, besonders die gelbe Farbe und der farbige Buchschnitt. Normalerweise achte ich darauf nicht so sehr, aber hier passt es wunderbar. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen, stellenweise aber etwas anspruchsvoll. Einige Sätze musste ich zweimal lesen, was mich jedoch nicht gestört hat. Der Roman erzählt von Friedrich dem Großen und seinen Geschwistern. Man begleitet die königliche Familie durch politische Entscheidungen, Kriegszeiten und persönliche Herausforderungen. Der Siebenjährige Krieg prägt das Leben aller und sorgt für viele starke Momente im Buch. Sehr spannend fand ich die unterschiedlichen Beziehungen innerhalb der Familie – mal liebevoll, mal angespannt, aber immer nachvollziehbar. Besonders gelungen ist die Darstellung von Friedrich und seinem Bruder Heinrich. Die Autorin beschreibt ihre Beziehung psychologisch feinfühlig, mit all ihren inneren Konflikten und Spannungen. Dadurch wirken die Figuren erstaunlich menschlich und greifbar. Gleichzeitig vermittelt der Roman viel Wissen über die damalige Zeit, über Friedrich den Großen und über die politischen Auseinandersetzungen, etwa mit Maria Theresia. Auch die Figur Hannibal hat die Geschichte abwechslungsreicher und interessanter gemacht Der Roman ist insgesamt ruhig erzählt, ohne dabei langweilig zu werden. Die Szenen rund um den Krieg bringen Dynamik und Abwechslung. Für mich ist Sieben Jahre eine sehr gelungene Mischung aus Geschichte, Familienleben und persönlichen Schicksalen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen und viel daraus mitgenommen.

In diesem mehr als 800 Seiten starken historischem Roman geht es nicht nur um den siebenjährigen Krieg,sondern auch um die Beziehung des preußischen König Friedrich ll zu seinen Geschwistern,vor allem zu seinem Bruder Heinrich,der sein schärfster Kritiker war. Anfangs fiel es mir schwer in die Geschichte einzusteigen,auch wegen des etwas ungewohnten Schreibstils. Zum Schluss lief es dann flüssiger. Ich fand es interessant, über die Geschehnisse und politischen Allianzen dieser Epoche zu lesen.
„Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies: Niemand wird mich retten, wenn ich es nicht selbst tue“
1756 wird Friedrich II. von Maria Theresia in den Krieg gezwungen. Sein Bruder Wilhelm, der Prinz von Preußen, und sein jüngster Bruder Heinrich, von dem ihn 14 Jahre trennen, stehen ihm dabei zur Seite. Anstatt des von Friedrich II. erhofften schnellen Sieges, beginnt so der siebenjährige Vier-Fronten-Krieg. Zusätzlich gibt es auch innerhalb der Hohenzollern Familie Spannungen. In diesem Roman - meinem ersten Highlight in diesem Jahr - wird historisch belegte Realität so gekonnt mit Fiktion verwebt, dass es unmöglich ist die Grenze zu erkennen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: die Homosexualität von Friedrich II. und Heinrich von Preußen ist eine der belegbaren, aber gern verschwiegenen Tatsachen. Die Charaktere werden in all ihren Facetten dargestellt. Daher ist mir bei Friedrich II. mehr als einmal beim Lesen das Wort „Mistkerl“ rausgerutscht. Obwohl es vordergründig um die Zeit des Siebenjährigen Krieges 1756-1763 geht, werden auch 3 prägende Ereignisse aus der Jugend des Königs bzw. der Kindheit der Geschwister geschildert. Auch wenn der Text anspruchsvoll ist und die Erzählweise unaufgeregt, konnte ich mich der Intensität der Geschehnisse und Episoden nicht entziehen. An 1-2 Stellen sind bei mir sogar Tränen geflossen, weil mir die Schicksale mancher Personen und manche Begebenheiten nahe gingen. Mich hat dieser kleine Ausschnitt der Geschichte so in seinen Bann gezogen, dass ich mich mit den Hohenzollern dieser Zeit noch weiter beschäftigen möchte. Schätzungen sprechen heutzutage übrigens von bis zu 180.000 preußischen Gefallenen und insgesamt sollen die Opferzahlen bei 850.000-1,2 Millionen Menschen liegen. Unvorstellbar für mich.

Am Anfang hatte ich trotz abgedrucktem Stammbaum vorne im Buch Schwierigkeiten, die Personen/ihre Beziehungen untereinander auseinander zu halten, mit der Zeit kann man aber gut in die umfangreiche Familiengeschichte eintauchen. Ich wusste bisher wenig über den Siebenjährigen Krieg, da war das Buch ein guter Einstieg.
Scharfsinnig, provokant und historisch lebendig – Preußen einmal anders erzählt
„Vergiss nicht, dass du die Hunde zu siezen hast.“ **** Mein Eindruck **** Diese Geschichte spielt mitten im 18. Jahrhundert und erweckt die preußische Königsfamilie auf eindrucksvolle Weise zum Leben. Zwischen historisch belegten Ereignissen, machtpolitischen Spielen und feinen Intrigen kommen die eigentlichen Helden ebenso wenig zu kurz wie eine versteckte, erstaunlich aktuelle Gesellschaftskritik, die sich in einem pointierten, humorvollen Zynismus zeigt. Im Zentrum stehen sieben prägende Jahre, in denen deutlich wird, wie brüchig Frieden sein kann, wie schnell Bündnisse kippen und welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf das familiäre Gefüge haben. Erzählt wird dabei bewusst nicht entlang der bekannten Pfade klassischer Geschichtsbücher. Stattdessen tauchen wir in die Perspektiven mehrerer Geschwister ein und nicht ausschließlich in die des. Gerade dadurch entsteht eine stark emotionale Komponente, die historische Figuren greifbar und menschlich macht. Besonders Heinrich, der kleine Bruder, nimmt eine Sonderrolle ein. Er scheint sich über moralische Grenzen hinwegzusetzen und eröffnet damit eine ebenso irritierende wie faszinierende Sichtweise, die lange nachhallt. Die Darstellung des Lebens der Hohenzollern ist süffisant, provokant und durchgehend unterhaltsam. Die sieben Jahre, die hier im Fokus stehen, wiegen schwer, historisch ebenso wie erzählerisch. Das Buch ist alles andere als leichte Kost, doch wer die Werke von Tanja Kinkel kennt, weiß, wie lebendig und mitreißend selbst 848 Seiten sein können, ohne je langatmig oder ermüdend zu wirken. Die enorme Rechercheleistung ist auf jeder Seite spürbar und verleiht der Geschichte Tiefe und Glaubwürdigkeit. **** Empfehlung? **** Historisch Interessierte sollten sich diese außergewöhnliche und mutige Ausarbeitung der preußischen Geschichte nicht entgehen lassen. Das Buch fordert, provoziert und unterhält zugleich und ist damit eine intensive Lektüre, die lange im Gedächtnis bleibt. Ein Werk, das seinesgleichen sucht.
Historisch absolut überzeugend, unterhaltsam, dennoch muss man sich dafür Zeit nehmen Mir hat der Roman sehr gefallen und ich habe ihn gerne gelesen. Jedoch musste ich mir dafür Zeit nehmen, abends einfach mal ein Kapitel oder zwei, dafür war der Roman inhaltlich zu umfangreich und das fand ich ein wenig schade. Es bedurfte auch erst einmal etwas um in die Geschichte rein zu kommen, denn es geht um die gesamte Familie Friedrich des Großen. Gelungen fand ich das Personenregister, wobei ein Rückblättern im E-Book etwas anstrengend ist, so dass ich erst nach und nach mit dem Weiterlesen besser die Personen gedanklich zusortieren konnte und dieses dann doch recht gut ging. Es beginnt in den Kindertagen Friedrichs und seiner Geschwister. Der Leser lernt hier die Eltern und alle Geschwister kennen. Es wird dabei sehr akribisch aus dem Leben der Geschwister Friedrich, Heinrich, Amalie und Wilhelm erzählt, aber auch später von deren ungeliebten Ehefrauen, sogar die Königin von Ungarn kommt zu Wort. Das Leben der Geschwister entfaltet sich und der Leser bekommt durch die verschiedenen Erzählperspektiven genauen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der jeweils erzählenden Person und auch über deren sexuelle Orientierung. Nach und nach hatte ich das Gefühl jede der Personen immer besser zu kennen und war schon gespannt, wie es mit ihr weiter geht. Es war oft förmlich die Zerrissenheit von Friedrich und Heinrich zu spüren, warum sie so reagierten, wie sie es dann taten. Mit Interesse habe ich auch die Handlungsweisen und Strategien während der Kriege verfolgt und die mich auch so manches Mal schaudern ließen ob der getroffenen Entscheidungen. Das wurde schon sehr bildhaft dargestellt. Hervorheben möchte ich aber auch Hannibal, der Diener aus Afrika. Er war für mich eine wichtige Figur, die, wenn sie erzählte, frischen Wind in die Geschichte brachte und bei der es mir besonders leicht fiel, ihm zu folgen und ich mich immer freute, wenn er gerade erzählte. Insgesamt ein großartiger historischer Roman mit akribischer Recherche, bei dem ich viel für mich aus genau dieser Zeit nochmals mitgenommen habe. Ich empfehle ihn gerne für einen Urlaub oder auch für ein Lesen, wenn man die Zeit hat auch richtig am Buch dran zu bleiben und natürlich besonders auch historisch interessierten Lesern, die mehr über die Familie Friedrichs des Großen und den 7jährigen Krieg wissen möchten. Dazu ist er hervorragend geeignet.
Sturm über Preußen
Schlachtengetümmel, Intrigen, Machtspiele – wer bei Tanja Kinkel auf leichte Kost hofft, ist hier auf dem völlig falschen Schlachtfeld. Sieben Jahre ist ein echter Brocken, aber einer, der sich lohnt. Schon die ersten Seiten katapultieren dich mitten hinein ins 18. Jahrhundert, wo Friedrich II. von Preußen denkt, er hätte alles im Griff – bis Maria Theresia ihm zeigt, wie dünn der Grat zwischen Triumph und Untergang sein kann. Was Kinkel hier auffährt, ist großes historisches Kopfkino. Keine seelenlose Geschichtsstunde, sondern ein richtiges Epos voller Emotionen, Widersprüche und überraschend moderner Fragen. Besonders cool: Nicht der König allein steht im Rampenlicht, sondern seine Geschwister, die alle ihr eigenes Drama durchleben. Und dann ist da noch der schwarze Page Hannibal, der zeigt, dass Mut und Menschlichkeit keine Standesgrenzen kennen. Manchmal geht’s allerdings ein bisschen zäh zu. Die politischen Passagen sind brillant recherchiert, aber gelegentlich auch schwer verdaulich – so, als würde man ein Glas Rotwein zu schnell nachschenken. Man genießt, aber irgendwann schwankt der Kopf leicht. Trotzdem: Sprachlich elegant, atmosphärisch dicht, und inhaltlich so wuchtig, dass man nach den letzten Seiten erstmal tief durchatmet. Am Ende bleibt ein Roman, der fordert, aber auch belohnt. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das dich mitnimmt – mitten hinein in den Siebenjährigen Krieg, mitten in die Köpfe der Mächtigen und mitten in die Frage: Was ist Loyalität wert, wenn Blut und Krone auf dem Spiel stehen? Mein Fazit: Beeindruckend, schlau, emotional – aber auch ein bisschen anstrengend. Trotzdem: vier Sterne und ein respektvolles Salut an Frau Kinkel!

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Ein atemberaubender Roman über Krieg und Liebe, Macht und Verrat
1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht – bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen. Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht ausgerechnet der rechtelose schwarze Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft …
Book Information
Author Description
Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und erhielt diverse Literaturpreise und Stipendien. Sie ist u. a. Mitglied im Deutschen PEN, Präsidentin der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft L. A. und wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.Tanja Kinkel ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen.
Posts
Spannende Familienbeziehungen, starke Figuren und viele interessante Einblicke in den Siebenjährigen Krieg.
Auf Sieben Jahre war ich schon lange gespannt, weil ich es vor über einem Jahr in der Verlagsvorschau entdeckt hatte. Nun habe ich es endlich gelesen. Ich kenne viele Bücher von Tanja Kinkel und mag ihren Schreibstil sehr. Auch dieser Roman hat mich überzeugt und gehört für mich zu ihren besten Werken. Das Buchcover gefällt mir sehr, besonders die gelbe Farbe und der farbige Buchschnitt. Normalerweise achte ich darauf nicht so sehr, aber hier passt es wunderbar. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen, stellenweise aber etwas anspruchsvoll. Einige Sätze musste ich zweimal lesen, was mich jedoch nicht gestört hat. Der Roman erzählt von Friedrich dem Großen und seinen Geschwistern. Man begleitet die königliche Familie durch politische Entscheidungen, Kriegszeiten und persönliche Herausforderungen. Der Siebenjährige Krieg prägt das Leben aller und sorgt für viele starke Momente im Buch. Sehr spannend fand ich die unterschiedlichen Beziehungen innerhalb der Familie – mal liebevoll, mal angespannt, aber immer nachvollziehbar. Besonders gelungen ist die Darstellung von Friedrich und seinem Bruder Heinrich. Die Autorin beschreibt ihre Beziehung psychologisch feinfühlig, mit all ihren inneren Konflikten und Spannungen. Dadurch wirken die Figuren erstaunlich menschlich und greifbar. Gleichzeitig vermittelt der Roman viel Wissen über die damalige Zeit, über Friedrich den Großen und über die politischen Auseinandersetzungen, etwa mit Maria Theresia. Auch die Figur Hannibal hat die Geschichte abwechslungsreicher und interessanter gemacht Der Roman ist insgesamt ruhig erzählt, ohne dabei langweilig zu werden. Die Szenen rund um den Krieg bringen Dynamik und Abwechslung. Für mich ist Sieben Jahre eine sehr gelungene Mischung aus Geschichte, Familienleben und persönlichen Schicksalen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen und viel daraus mitgenommen.

In diesem mehr als 800 Seiten starken historischem Roman geht es nicht nur um den siebenjährigen Krieg,sondern auch um die Beziehung des preußischen König Friedrich ll zu seinen Geschwistern,vor allem zu seinem Bruder Heinrich,der sein schärfster Kritiker war. Anfangs fiel es mir schwer in die Geschichte einzusteigen,auch wegen des etwas ungewohnten Schreibstils. Zum Schluss lief es dann flüssiger. Ich fand es interessant, über die Geschehnisse und politischen Allianzen dieser Epoche zu lesen.
„Wenn ich etwas gelernt habe, dann dies: Niemand wird mich retten, wenn ich es nicht selbst tue“
1756 wird Friedrich II. von Maria Theresia in den Krieg gezwungen. Sein Bruder Wilhelm, der Prinz von Preußen, und sein jüngster Bruder Heinrich, von dem ihn 14 Jahre trennen, stehen ihm dabei zur Seite. Anstatt des von Friedrich II. erhofften schnellen Sieges, beginnt so der siebenjährige Vier-Fronten-Krieg. Zusätzlich gibt es auch innerhalb der Hohenzollern Familie Spannungen. In diesem Roman - meinem ersten Highlight in diesem Jahr - wird historisch belegte Realität so gekonnt mit Fiktion verwebt, dass es unmöglich ist die Grenze zu erkennen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: die Homosexualität von Friedrich II. und Heinrich von Preußen ist eine der belegbaren, aber gern verschwiegenen Tatsachen. Die Charaktere werden in all ihren Facetten dargestellt. Daher ist mir bei Friedrich II. mehr als einmal beim Lesen das Wort „Mistkerl“ rausgerutscht. Obwohl es vordergründig um die Zeit des Siebenjährigen Krieges 1756-1763 geht, werden auch 3 prägende Ereignisse aus der Jugend des Königs bzw. der Kindheit der Geschwister geschildert. Auch wenn der Text anspruchsvoll ist und die Erzählweise unaufgeregt, konnte ich mich der Intensität der Geschehnisse und Episoden nicht entziehen. An 1-2 Stellen sind bei mir sogar Tränen geflossen, weil mir die Schicksale mancher Personen und manche Begebenheiten nahe gingen. Mich hat dieser kleine Ausschnitt der Geschichte so in seinen Bann gezogen, dass ich mich mit den Hohenzollern dieser Zeit noch weiter beschäftigen möchte. Schätzungen sprechen heutzutage übrigens von bis zu 180.000 preußischen Gefallenen und insgesamt sollen die Opferzahlen bei 850.000-1,2 Millionen Menschen liegen. Unvorstellbar für mich.

Am Anfang hatte ich trotz abgedrucktem Stammbaum vorne im Buch Schwierigkeiten, die Personen/ihre Beziehungen untereinander auseinander zu halten, mit der Zeit kann man aber gut in die umfangreiche Familiengeschichte eintauchen. Ich wusste bisher wenig über den Siebenjährigen Krieg, da war das Buch ein guter Einstieg.
Scharfsinnig, provokant und historisch lebendig – Preußen einmal anders erzählt
„Vergiss nicht, dass du die Hunde zu siezen hast.“ **** Mein Eindruck **** Diese Geschichte spielt mitten im 18. Jahrhundert und erweckt die preußische Königsfamilie auf eindrucksvolle Weise zum Leben. Zwischen historisch belegten Ereignissen, machtpolitischen Spielen und feinen Intrigen kommen die eigentlichen Helden ebenso wenig zu kurz wie eine versteckte, erstaunlich aktuelle Gesellschaftskritik, die sich in einem pointierten, humorvollen Zynismus zeigt. Im Zentrum stehen sieben prägende Jahre, in denen deutlich wird, wie brüchig Frieden sein kann, wie schnell Bündnisse kippen und welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf das familiäre Gefüge haben. Erzählt wird dabei bewusst nicht entlang der bekannten Pfade klassischer Geschichtsbücher. Stattdessen tauchen wir in die Perspektiven mehrerer Geschwister ein und nicht ausschließlich in die des. Gerade dadurch entsteht eine stark emotionale Komponente, die historische Figuren greifbar und menschlich macht. Besonders Heinrich, der kleine Bruder, nimmt eine Sonderrolle ein. Er scheint sich über moralische Grenzen hinwegzusetzen und eröffnet damit eine ebenso irritierende wie faszinierende Sichtweise, die lange nachhallt. Die Darstellung des Lebens der Hohenzollern ist süffisant, provokant und durchgehend unterhaltsam. Die sieben Jahre, die hier im Fokus stehen, wiegen schwer, historisch ebenso wie erzählerisch. Das Buch ist alles andere als leichte Kost, doch wer die Werke von Tanja Kinkel kennt, weiß, wie lebendig und mitreißend selbst 848 Seiten sein können, ohne je langatmig oder ermüdend zu wirken. Die enorme Rechercheleistung ist auf jeder Seite spürbar und verleiht der Geschichte Tiefe und Glaubwürdigkeit. **** Empfehlung? **** Historisch Interessierte sollten sich diese außergewöhnliche und mutige Ausarbeitung der preußischen Geschichte nicht entgehen lassen. Das Buch fordert, provoziert und unterhält zugleich und ist damit eine intensive Lektüre, die lange im Gedächtnis bleibt. Ein Werk, das seinesgleichen sucht.
Historisch absolut überzeugend, unterhaltsam, dennoch muss man sich dafür Zeit nehmen Mir hat der Roman sehr gefallen und ich habe ihn gerne gelesen. Jedoch musste ich mir dafür Zeit nehmen, abends einfach mal ein Kapitel oder zwei, dafür war der Roman inhaltlich zu umfangreich und das fand ich ein wenig schade. Es bedurfte auch erst einmal etwas um in die Geschichte rein zu kommen, denn es geht um die gesamte Familie Friedrich des Großen. Gelungen fand ich das Personenregister, wobei ein Rückblättern im E-Book etwas anstrengend ist, so dass ich erst nach und nach mit dem Weiterlesen besser die Personen gedanklich zusortieren konnte und dieses dann doch recht gut ging. Es beginnt in den Kindertagen Friedrichs und seiner Geschwister. Der Leser lernt hier die Eltern und alle Geschwister kennen. Es wird dabei sehr akribisch aus dem Leben der Geschwister Friedrich, Heinrich, Amalie und Wilhelm erzählt, aber auch später von deren ungeliebten Ehefrauen, sogar die Königin von Ungarn kommt zu Wort. Das Leben der Geschwister entfaltet sich und der Leser bekommt durch die verschiedenen Erzählperspektiven genauen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der jeweils erzählenden Person und auch über deren sexuelle Orientierung. Nach und nach hatte ich das Gefühl jede der Personen immer besser zu kennen und war schon gespannt, wie es mit ihr weiter geht. Es war oft förmlich die Zerrissenheit von Friedrich und Heinrich zu spüren, warum sie so reagierten, wie sie es dann taten. Mit Interesse habe ich auch die Handlungsweisen und Strategien während der Kriege verfolgt und die mich auch so manches Mal schaudern ließen ob der getroffenen Entscheidungen. Das wurde schon sehr bildhaft dargestellt. Hervorheben möchte ich aber auch Hannibal, der Diener aus Afrika. Er war für mich eine wichtige Figur, die, wenn sie erzählte, frischen Wind in die Geschichte brachte und bei der es mir besonders leicht fiel, ihm zu folgen und ich mich immer freute, wenn er gerade erzählte. Insgesamt ein großartiger historischer Roman mit akribischer Recherche, bei dem ich viel für mich aus genau dieser Zeit nochmals mitgenommen habe. Ich empfehle ihn gerne für einen Urlaub oder auch für ein Lesen, wenn man die Zeit hat auch richtig am Buch dran zu bleiben und natürlich besonders auch historisch interessierten Lesern, die mehr über die Familie Friedrichs des Großen und den 7jährigen Krieg wissen möchten. Dazu ist er hervorragend geeignet.
Sturm über Preußen
Schlachtengetümmel, Intrigen, Machtspiele – wer bei Tanja Kinkel auf leichte Kost hofft, ist hier auf dem völlig falschen Schlachtfeld. Sieben Jahre ist ein echter Brocken, aber einer, der sich lohnt. Schon die ersten Seiten katapultieren dich mitten hinein ins 18. Jahrhundert, wo Friedrich II. von Preußen denkt, er hätte alles im Griff – bis Maria Theresia ihm zeigt, wie dünn der Grat zwischen Triumph und Untergang sein kann. Was Kinkel hier auffährt, ist großes historisches Kopfkino. Keine seelenlose Geschichtsstunde, sondern ein richtiges Epos voller Emotionen, Widersprüche und überraschend moderner Fragen. Besonders cool: Nicht der König allein steht im Rampenlicht, sondern seine Geschwister, die alle ihr eigenes Drama durchleben. Und dann ist da noch der schwarze Page Hannibal, der zeigt, dass Mut und Menschlichkeit keine Standesgrenzen kennen. Manchmal geht’s allerdings ein bisschen zäh zu. Die politischen Passagen sind brillant recherchiert, aber gelegentlich auch schwer verdaulich – so, als würde man ein Glas Rotwein zu schnell nachschenken. Man genießt, aber irgendwann schwankt der Kopf leicht. Trotzdem: Sprachlich elegant, atmosphärisch dicht, und inhaltlich so wuchtig, dass man nach den letzten Seiten erstmal tief durchatmet. Am Ende bleibt ein Roman, der fordert, aber auch belohnt. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das dich mitnimmt – mitten hinein in den Siebenjährigen Krieg, mitten in die Köpfe der Mächtigen und mitten in die Frage: Was ist Loyalität wert, wenn Blut und Krone auf dem Spiel stehen? Mein Fazit: Beeindruckend, schlau, emotional – aber auch ein bisschen anstrengend. Trotzdem: vier Sterne und ein respektvolles Salut an Frau Kinkel!












