Shuggie Bain

Shuggie Bain

Hardback
4.3425
ThatcherFantasievollArbeitslosigkeitMutter

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Description

Für seinen Roman „Shuggie Bain“ wurde Douglas Stuart mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet. „Das beste Debüt, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.“ (Karl Ove Knausgård) „Dieses Buch werdet ihr nicht mehr vergessen.“ (Stefanie de Velasco) Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, mit einem Vater, der virile Potenz über alles stellt. Shuggies Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Haltung mit makellosem Make-up, strahlend weißen Kunstzähnen und glamouröser Kleidung zeigt - und doch Trost immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe und unerschütterlicher Liebe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
496
Price
26.80 €

Author Description

Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitete. Für seinen ersten Roman "Shuggie Bain", der in 40 Ländern erschien und zum Weltbestseller wurde, erhielt er den Booker Prize 2020. Zuletzt erschien von ihm "Young Mungo" (2023).

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
97%
26%
27%
3%
72%
23%
90%
93%
17%
70%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
68%
50%
84%
49%

Pace

Fast50%
Slow0%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (100%)

Posts

92
All
5

Das ist sicher ein Buch, das man nicht vergisst. Man liest die tragische Geschichte einer Familie, in der es stetig bergab geht und deren Leidtragenden vor allem die Kinder sind. Sie müssen schnell selbständig werden, da die Mutter dem Alkohol verfällt und der Vater gewalttätig ist und irgendwann keine Rolle mehr spielt. Sie leben in unvorstellbarer Armut und ihr Leben ist für mich kaum zu ertragen gewesen. Man leidet mit ihnen und einige Male war ich kurz davor, das Buch abzubrechen,da es kaum auszuhalten ist. Ich weiß darum nicht, ob ich eine Leseempfehlung dafür geben möchte.

4

„Wenn Musik lief, war sie weniger einsam. Shuggie stellte sich aufs Bett und legte ihr die Arme auf die Schultern. So schunkelten sie eine Weile. Sie küsste seine Nase. Er küsste ihre Nase. Beim nächsten Song sah Shuggie seiner Mutter zu, wie sie mit der Bierdose durchs Zimmer tanzte.“

„Shuggie Bain“ ist niederschmetternd, offensichtlich sehr schonungslos beobachtet und literarisch trotz der vielen eher hässlichen Themen wunderschön und eindrucksvoll. Wahrscheinlich ist es vor allem auch im Original sehr lohnenswert, mich hat aber die Übersetzung schon komplett überzeugt. Leider habe ich eine Weile gebraucht, um in das Buch hineinzufinden und war lange Zeit nur sehr frustriert von dem Verhalten und den Entscheidungen der Figuren, was natürlich ein essenzieller Teil der Geschichte und der geschilderten Lebensrealität ist, dann hat mich das Buch aber umso mehr berührt und mit einer unbeschreiblichen Wucht getroffen. Sogar ein Schmunzeln haben mir Shuggie, Agnes und der Tratsch zwischen den Frauen im Viertel hin und wieder, trotz all der Abgründe und Tristesse, entlockt. Danke, Shuggie! 🩶

„Wenn Musik lief, war sie weniger einsam. Shuggie stellte sich aufs Bett und legte ihr die Arme auf die Schultern. So schunkelten sie eine Weile. Sie küsste seine Nase. Er küsste ihre Nase. Beim nächsten Song sah Shuggie seiner Mutter zu, wie sie mit der Bierdose durchs Zimmer tanzte.“
5

Von einem Kind, das versucht seine Mutter vor sich selbst zu beschützen

Agnes Bain ist starke Alkoholikerin. Sie führt ein verbittertes Leben in Glasgow der 80er Jahre, welches ihr nichts als Armut und Schmerz durch die Männerwelt gebracht hat. Es scheint so, als könne ihr einzig und allein der Alkohol Trost spenden und so säuft sie sich Tag für Tag bis zur Besinnungslosigkeit. Von ihrer restlichen Familie verlassen, kämpft am Ende nur noch ihr kleiner Sohn Shug darum sie gesund und glücklich zu machen. Ein Kampf gegen Windmühlen... Wenn man bedenkt, dass der Autor eine ähnliche Kindheit erlebt hat, berührt einen diese Geschichte besonders. Die Traurigkeit in diesem Buch ist so extrem, man möchte sowohl den Jungen, als auch die Mutter immer wieder in den Arm nehmen und vor der grausamen Welt beschützen. Es zeigt aber auch auf rührende Weise wie stark die Liebe eines Kindes zu seiner Mutter sein kann und wieviel es bereit ist zu ertragen. Douglas Stuarts Schreibstil zeichnet ein unglaublich klares Bild. Trotz der tragischen Vorkommnisse hat man an keinem Punkt das Gefühl, dass er zu dick aufträgt. Er trifft einfach die richtigen Worte. So unglaublich schön und schmerzhaft. Ich freue mich schon auf seinen neuen Roman, der noch dieses Jahr erscheinen soll.

5

Sehr traurig. Sehr gut. Und sehr lange nachwirkend.

Dieses Buch hat fast wehgetan. Still. Konstant. Ohne große Gesten. Zu lesen, wie der kleine Shuggie immer wieder versucht, seine Mutter aus der Alkoholsucht zu retten, war zutiefst berührend. Diese unerschütterliche Loyalität. Dieses kindliche Verantwortungsgefühl. Dieses „Ich schaffe das für uns“, obwohl er selbst noch gerettet werden müsste. Man möchte ihn in den Arm nehmen. Und weiß beim Lesen die ganze Zeit: Es wird nicht reichen. Die Sprache ist klar, präzise, ohne Pathos. Gerade deshalb trifft es so hart. Kein Mitleidskitsch, keine Überdramatisierung. Nur ein Junge, der zu früh erwachsen sein muss.

Sehr traurig. Sehr gut. Und sehr lange nachwirkend.
4.5

Tragisch…. Einfach nur tragisch….

Und sehr nah am Leben, nicht nur in Glasgow der 80er Jahre. Leider für zu viele Kinder immer noch blanke Realität. Shuggie Bain (die kleine Maus❤️) ist eine sehr bewegende Story über das Aufwachsen unter widrigsten Bedingungen. Die Beziehung zwischen Shuggie und seiner Mutter geht einem wirklich unter die Haut und bleibt einem im Kopf. Der Schreibstil ist wirklich gut und fängt die drückende Stimmung super ein und auch der Sprachgebrauch ist super umgesetzt. Hier und da gibt es auch ein paar verzeihbare Längen. Insgesamt aber eine intensive und lohnenswerte Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.

5

Ui, was für ein wilder emotionaler Ritt ins neue (Bücher)Jahr! Dieses Buch hat mir als Leser viel abverlangt und lässt mich dennoch irgendwie zufrieden zurück.

5

Ein kleiner Held, der dieses Buch zu etwas ganz Großartigem macht! 🌟🌟🌟🌟🌟

Shuggie Bain ist ein sehr emotionaler (und autobiografischer) Roman, der viel Kraft abverlangt, aber auch ganz viel Liebe und Hoffnung zurückgibt. Douglas Stuart schreibt in seinem Debutroman so wunderbar bildhaft und fast schon poetisch über eine Mutter-Sohn-Beziehung, so dass ich jede Szene schmerzhaft nachempfinden und trotzdem immer noch das Gute in dem ganzen Elend erkennen konnte. Ich habe mit dem kleinen Shuggie gelitten und geweint, und war schockiert von den Lebensbedingungen dieser Familie, die in den Arbeitervierteln im Glasgow der 80er Jahre hauptsächlich von Armut, Gewalt und Alkohol geprägt waren. Ich habe aber auch mit Shuggie gelacht und gehofft und bewunderte ihn für seine Mission, vor allem seine alkoholkranke Mutter, aber auch sich selbst vor diesem Elend zu beschützen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, wieviel Not ein Mensch ertragen kann und war gleichzeitig zutiefst berührt über den Zusammenhalt und die Liebe zwischen Shuggie, seiner Mutter und den Geschwistern. Dieses Buch geht definitiv unter die Haut und hat nicht umsonst den Booker Prize 2020 gewonnen! Absolute Leseempfehlung!💙

Ein kleiner Held, der dieses Buch zu etwas ganz Großartigem macht!
🌟🌟🌟🌟🌟
5

Shuggie hat mein Herz gestohlen

Und seine Geschichte hat es mir gebrochen. Man lernt nicht nur die Armut der 80er in Glasgow kennen, sondern vor allem auch die Trostlosigkeit, die Scham und die verzweifelte Hoffnung eines Kindes, dessen Mutter mit ihrer Alkoholsucht nicht nur die Geschwister vertrieben hat, sondern auch kaum fähig ist, Liebe zu geben und den Sohn zu ernähren. Wie er trotzdem verzweifelt versucht, für sie dazu sein, ihr zu helfen und sie zu lieben, ist einfach herzzerreißend. Dass er dabei auch noch mit seiner eigenen Sexualität und dem ausgestoßen werden, leben muss, macht es kaum besser. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass ein soziales Drama so zärtlich und emotional erzählt, so tiefe Einblicke gewährt und einen nicht mehr los lässt.

4.5

So tragisch, aber so schön geschrieben.

Dieses Buch ist so tragisch, deprimierend und voller Schmerz. Es hat mich innerlich zerrissen, vor allem, weil es autobiografisch ist und so nah am Leben ist, auch immernoch zu dieser heutigen Zeit. Es ist aber dennoch so zart irgendwie. Ich kann es gar nicht beschreiben. Mich hat das Buch gepackt. Absolute Leseempfehlung. Aber Achtung, das Buch behandelt sensible Themen (TW: Gewalt, Alkoholmissbrauch, Suizid, sexuelle Gewalt, Homophobie,..)

5

Schmerzhaft, deprimierend, in seiner Schonungslosigkeit so treffsicher und unfassbar gut. Absolute Empfehlung

5

Uff… 🥺💔

Das Buch ist keine leichte Kost und behandelt viele schwere Themen. Erschreckend, was ein kleiner Junge alles aushalten muss. Umso begeisterter war ich von seiner Stärke, seine alkoholkranke Mutter stets zu unterstützen. Shaggie Bain ist hart im Nehmen, leider hat er auch keine Wahl, denn er kennt es nicht anders als dauernd Verantwortung für seine Mutter zu übernehmen. Ich fand Shaggie als Figur toll. Er hatte lange Selbstzweifel und zum Ende hin entwickelt er eine Selbstakzeptanz, über die ich mich sehr für ihn gefreut habe! Die Geschichte ist authentisch geschrieben: voller Rückschläge, Enttäuschungen und Hoffnung. Es gibt kein Happy End, aber zumindest Hoffnung für ein besseres Leben für Shaggie. TW: häusliche Gewalt, Alkoholsucht, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Homophobie, Suizid

5

Was für ein toller erster Roman von Douglas Stuart. Ich habe lange Zeit nicht gewusst, wie ich dieses Buch bewerten würde, ob ich es überhaupt würde bewerten können, weil es so ein schweres, Herz-brechendes Buch ist. Der teilweise harte und schonungslose Erzählstil des Autors war gleichzeitig so grandios gut. Und Shuggie Bain und sein Bruder Leek sind Romamfiguren, die für immer einen Platz in meinem Herzen haben werden. Große Buchliebe, auch wenn mich das Buch am meine Grenzen gebracht hat.

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war – endlich – das erste Highlight des Lesejahrs 2025 für mich. Eine Geschichte, die zwar inhaltlich oft kaum zu ertragen war, die aber sicherlich noch lange nachhallen wird. Ich hatte während des Lesens die komplette Zeit ein beklemmendes Gefühl, wie wenn sich eine Hand um mein Herz legt und es zu zerquetschen droht. Ich bin wirklich ein Fan von rosa-roten Plüsch-Happy-Ends, aber hier habe ich den ein oder anderen Hoffnungsschimmer doch bitte nötig gehabt, den es zwar durchaus ab und an gab, dann aber direkt wieder zerstört wurde. Der Autor hat es anhand von Shuggie, seiner Mutter Agnes aber auch anhand von Shuggies Geschwistern Catherine und Leak perfekt verstanden zu zeigen, wie schwer es ist aus so einem Sumpf aus Armut und Alkohol und Gewalt herauszukommen. Letztlich kann man das wohl nur schaffen, wenn man es auch wirklich will und alles dafür tut, auch wenn man dabei auch unsympathisch und egoistisch handeln muss. Dabei fand ich es vor allem gut, dass wir die Geschichte nicht nur aus Shuggies und Agnes Sicht erzählt bekommen haben, sondern auch Figuren zu Wort gekommen sind, die eher in der zweiten Reihe zu finden waren. Vor allem Shuggies älterer Bruder Leak hat sich hat sich zu meinem heimlichen Helden gemausert. Aber auch Agnes, die sich ihren Verstand wirklich weggesoffen hat, hatte so tolle Momente, wo ich sie gefeiert habe und wo sie gezeigt hat, was eigentlich in ihr steckt. Douglas Stuart hat dieses schwere Thema auch sprachlich richtig gut umgesetzt. Er verwendet von Anfang an eine direkte und ungeschönte, derbe Sprache, auch wenn es meiner Meinung nach in der deutschen Übersetzung nicht zwingend der berlinerisch angehauchte Slang gebraucht hätte. „Shuggie Bain“ ist ein tolles, aber auch heftiges Buch, dass mich zerstört hat und das für immer mit Whitney Houstons Song „The greatest love of all“ verbunden sein wird. Selten habe ich ein Buch und ein Lied als so grandios gut zueinander passend empfunden.

5

Sehr emotionale Geschichte, was der kleine Shuggie alles durchgemacht hat und trotzdem immer zu seiner Mutter gehalten hat.

4

Auf jeden Fall keine leichte Kost. Ich habe es sehr gern gelesen, zu sehen, wie Shuggie groß wird, ist richtig spannend. Gleichzeitig ist es so traurig zu sehen, wie viel Hoffnung er in seine Mutter steckt, und es brach mir jedes Mal das Herz, wenn er von seiner Mutter enttäuscht wird. Man spürt die Liebe zu seiner Mutter wahrhaftig und fühlt mit. Man bekommt einen Einblick in das Leben einer armen Familie, die vom Vater verlassen wird und die Mutter in eine Alkoholsucht rutscht. Wie es ist, ein Kind einer Alkoholsüchtigen zu sein, wie schön es ist, wenn sie es mal schafft, nüchtern zu sein, und wie herzzerreißend es ist, wenn sie es wieder nicht geschafft hat. Zu sehen, dass die Mutter lieber Alkohol kauft statt Essen, macht einem wütend, und mir tun die Kinder leid. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass es eine Krankheit ist und auch im gewissen Maße die Mutter nichts dafür kann. Trotzdem hätte alles besser sein können, wenn sie sich Hilfe geholt hätte und sich nicht immer mit schlechten Menschen umgeben hätte. Aber all in all hat mir das Buch sehr gefallen, es war sehr bedrückend zu lesen, aber ich denke, man versteht nach diesem Buch besser, wie es ist, mit dieser Krankheit zu leben. Ich kann das Buch sehr empfehlen, aber nur, wenn man stabil ist, und bitte unbedingt Triggerwarnungen lesen. Es kommen sehr, sehr viele potenziell triggernde Inhalte vor.

5

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter? ************ „Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020. Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Pr*stitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. S*x & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät. Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen? „Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.

Post image
4.5

Starker Tobak

Man begleitet den kleinen Shuggie durch seine Kindheit mit einer alkoholabhängigen Mutter in einem sozialen Brennpunkt. Man leidet mit ihm Hunger, man ist mit ihm verzweifelt, man schöpft mit ihm - vergeblich - Hoffnungen. Man lernt mit ihm, dass Verantwortlichkeit ihre Grenzen hat und man manchmal leider nichts mehr tun kann, als selbst auch loszulassen, um nicht selbst zugrunde zu gehen. Die erste Hälfte des Buches fand ich ganz okay, die zweite hat mich dafür Seite um Seite mehr in ihren Bann gezogen. Douglas Stuart bringt diese harten Emotionen mit extremer Leichtigkeit rüber. Er hat dieses wirklich harte Thema sehr gelungen dargestellt.

3.5

Shuggie Bain erzählt die harte und sehr realistische Geschichte eines Jungen, der im Glasgow der 1980er Jahre mit einer alkoholkranken Mutter aufwächst. Trotz kleiner Längen überzeugt das Buch durch seine schöne bildliche Sprache und ein sehr emotionales Ende.

Das Buch Shuggie Bain von Douglas Stuart erzählt die Geschichte eines Jungen, der in den 1980er Jahren im Arbeitermilieu von Glasgow aufwächst. Im Mittelpunkt steht seine schwierige, aber sehr enge Beziehung zu seiner alkoholkranken Mutter Agnes. Das Buch zeigt schonungslos Armut, soziale Ausgrenzung und familiäre Abhängigkeiten. Es ist eine harte, realitätsnahe Geschichte über Liebe, Verlust und das Erwachsenwerden unter schwierigen Bedingungen. Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich es stellenweise etwas zu langgezogen fand. Insgesamt hat es mir aber sehr gut gefallen. Die bildliche Sprache war besonders schön, ich konnte mir viele Szenen sehr gut vorstellen. Die Geschichte wirkt sehr realistisch und teilweise auch hart, gerade deshalb geht sie unter die Haut. Gegen Ende wurde das Buch sehr emotional und hat mich stark berührt.

2

Buch 3/100 Beste Bücher des 21. Jhd. NYT Readers Choice

Ein schonungsloser Blick auf Armut, Alkoholismus und familiäre Abhängigkeit im Glasgow der 1980er.

Buch 3/100
Beste Bücher des 21. Jhd. NYT Readers Choice
4

Sehr emotional

Zwischenzeitlich musste ich das Lesen des Buchs pausieren, da es wirklich emotional ist. Hab mir schwer getan reinzukommen, gegen Ende wurde es jedoch immer besser und ich war dann schnell fertig!

5

Sehr traurig aber lässt sich für die harte Thematik doch erstaunlich schnell lesen.

Dieses Buch zeigt einfach mal wieder das Kinder sich oft an allem die Schuld geben, wenn Erwachsene falsch handeln. Der Junge kann garnichts dafür das seine Mutter diese Erkrankung hat und doch glaubt er bis zum Schluss wenn er nur besser wäre oder sich ändert würde die Mutter vielleicht wieder gesund. Dieses Buch ist sehr gut geschrieben und man will immer weiter lesen weil man es einfach nicht glauben kann wie viel scheiße passiert. Ich hatte nur anfangs meine Probleme damit wie die Figuren in diesem Buch reden. Nachher habe ich aber gemerkt das es gut ist um sich das Umfeld besser vorstellen zu können.

4.5

Nach "Young Mungo" hatte ich hohe Erwartungen, und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Der Autor zeigt eindringlich, wie viel Leid ein Kind ertragen kann, während Shuggie versucht, seinen Platz in einer Welt zu finden, die ihn ständig im Stich lässt. Ein tief berührendes Werk über den Kampf eines Jungen, der meint, nicht in die Welt zu passen. Sehr empfehlenswert.

5

Sehr gutes, aber verdammt trauriges Buch. Die Thematik der Alkoholsucht einer Mutter aus den Augen der Kinder zu sehen ist sehr hart.

4

Ein Junge, der seine Mutter retten wollte

Glasgow in den 1980er Jahren: Arbeitslosigkeit, graue Siedlungen, Perspektivlosigkeit. In dieser rauen Welt wächst Shuggie auf, ein sensibler Junge, der nichts sehnlicher will, als seine Mutter zu retten. Im Mittelpunkt steht Agnes, schön, stolz und immer bemüht, Haltung zu bewahren. Sie legt großen Wert auf ihr Äußeres, möchte sich ihre Würde nicht nehmen lassen, selbst wenn um sie herum alles zerbricht. Doch Agnes ist schwer alkoholkrank. Zunächst scheitert ihre Beziehung zu Shuggies Vater Shug, einem Taxifahrer. Mit seinem Weggang verliert sie nicht nur ihren Partner, sondern auch den letzten Halt. Der folgende Umzug verschärft die soziale Isolation und ihre Abhängigkeit. Erst danach beginnt Agnes, die Aufmerksamkeit anderer Männer gezielt für sich zu nutzen. Ihre Ausstrahlung wird zu einer Art Überlebensstrategie: ein wenig Geld für die Familie, kleine Zuwendungen – und schließlich auch Mittel, um ihre Sucht weiter zu finanzieren. Was als Versuch beginnt, über die Runden zu kommen, wird Teil des zerstörerischen Kreislaufs. Der Autor beschreibt diesen Sumpf aus Armut und Alkoholismus eindringlich. Die Monotonie der Tage, die Routinen, das Warten auf den nächsten Drink, die Bekanntschaften unter Gleichgesinnten, all das wirkt erschreckend authentisch. Man spürt förmlich die Schwere eines Lebens, das sich nur noch um die nächste Flasche dreht. Und Shuggie steht mittendrin. Seine Liebe zu seiner Mutter ist bedingungslos. Er putzt, sorgt sich, kontrolliert heimlich Flaschenstände und hofft auf nüchterne Tage. Seine Mission ist klar: Er will sie retten. Doch er bleibt immer öfter allein zurück. Seine älteren Geschwister kehren ihrer Mutter mit Erreichen der Volljährigkeit den Rücken, aus Selbstschutz, aus Erschöpfung. Für Shuggie bedeutet das, die Verantwortung weiterzutragen. Auch er selbst hat es nicht leicht. Seine fantasievolle, weiche, empfindsame Art fällt auf in der harten Arbeiterwelt Glasgows. Er passt nicht in das raue Umfeld, wirkt anders, verletzlich. Seine Sensibilität und Homosexualität machen ihn angreifbar und gleichzeitig machen sie ihn zu einer so berührenden Figur. Als Agnes es schließlich schafft, ein Jahr lang abstinent zu bleiben, ist die Hoffnung greifbar. Gemeinsam feiern sie dieses eine trockene Jahr, ein seltener Moment von Licht in all der Dunkelheit. Doch ein neuer Mann tritt in Agnes’ Leben und bringt erneut Unruhe und Enttäuschung. Die Jahre vergehen, und immer deutlicher wird: Agnes kann nicht die Mutter sein, die Shuggie so verzweifelt braucht und er kann sie auch nicht retten. Die Hörbuchfassung lebt in besonderer Weise von Mark Waschkes Interpretation. Er trifft den Glasgower Ton bemerkenswert gut und verleiht jeder Figur Tiefe. Besonders Shuggies Stimme ist voller Emotion, Ratlosigkeit und kindlicher, unerschütterlicher Liebe. Waschke liest nicht nur, er fühlt. Dadurch wird das Hörerlebnis intensiv und nachhaltig. Fazit "Shuggie Bain" ist ein schonungsloser Roman über Armut, Sucht und soziale Ausweglosigkeit, aber vor allem über Loyalität und die tragische Liebe eines Kindes zu seiner Mutter. Es ist keine leichte Kost, sondern ein Buch, das man aushält und das lange nachhallt. Gleichzeitig muss ich sagen, dass es mir nicht immer leichtfiel, konzentriert bei der Geschichte zu bleiben. Vielleicht lag es an der schweren, bedrückenden Thematik, die emotional sehr mitnimmt. Vielleicht aber auch an der Länge des Hörbuchs von über 15 Stunden, die gerade aufgrund der gleichförmigen, trostlosen Lebensumstände einiges an Durchhaltevermögen verlangt. Trotzdem bleibt es ein intensives, eindringliches Hörerlebnis – getragen von einer herausragenden Lesung, das noch lange nachwirkt.

Ein Junge, der seine Mutter retten wollte
5

Shuggie hat mein Herz erobert 🥀

Dieses Buch hat mich richtig gepackt. Ich habe mit Shuggie mitgefühlt und mitgelitten. Douglas Stuart bringt die trostlose Stimmung der 80er in UK so eindrücklich auf den Punkt, dass man völlig eintaucht. Traurig, ehrlich, aber auch voller Herz. Große Empfehlung!

4

Aua das tat weh, ein schmerzhafter Roman, der einen nicht kalt lässt. Trotzdem konnte ich mit den Protagonist:innen nicht so mitfühlen, wie gewünscht und war etwas angestrengt vom Schreibstil.

4

Für mich mein erstes Buch von dem Autor, ich fand den Schreibstil wirklich schön, die Geschichte ist einfach herzzerreißend und unglaublich traurig. Shuggie tut einem einfach nur Leid, die Beziehung zwischen Agnes (seiner Mutter) und ihm ist pur und ehrlich, und trotzdem reicht es nicht. Mit dem Setting im Glasgow der 80er Jahre konnte ich persönlich nicht besonders viel anfangen, ist für viele aber bestimmt interessant. Ein gutes Buch, das zurecht auf der NYT Top 100 Liste steht.

5

Grandios gut und elendig traurig. So hart, roh und abstoßend… und gleichzeitig von einer zärtlichen Schönheit… wie eine einzelne Blume in einer kilometerlangen Betonlandschaft. Reißt einem das Herz raus und wohnt gleichzeitig darin.

Ich hab‘s endlich auch gelesen, das Buch, das einem das Herz aus der Brust reißen soll. Und was soll ich sagen: das macht es! Glasgow in den 80er Jahren. Armut und Tristesse bestimmen den Alltag vieler Familien. Die Erwachsenen suchen Arbeit und warten auf die nächste Zahlung des Sozialamts, die Kinder schlagen sich irgendwie durchs Leben und hoffen, dem Elend irgendwann entkommen zu können. Platz für Träume bleibt da nicht. Shuggie wächst in einer Familie auf, deren Vater die Mutter schlecht behandelt und schließlich geht, die Geschwister (beide um einige Jahre älter) dem Haus entfliehen und einer Mutter, die um jeden Preis die Haltung bewahren will, aber immer tiefer in die Alkoholsucht versinkt. Shuggie, der immer zu hören bekommt, dass er anders ist, nicht wie die anderen Kinder, zu weich, zu zart, zu feminin, kümmert sich um seine Mutter. Er rettet sie ein ums andere Mal und es verlangt ihm alles ab… Oh Shuggie,… du hast mir viel abverlangt. Kaum auszuhalten ist es, von deinem Schicksal zu lesen und nichts tun zu können. Wir du das, was dir alles an Schrecklichen widerfährt, als Normalität hinnimmst und einfach weiter machst. Wie du hoffst, bangst und den harten Alltag meisterst. Wie sehr du alle um die herum liebst, dein gutes Herz, deine Fürsorge für deine Mutter. Ich habe mein Herz an dich verloren, Shuggie. Du hättest etwas besseres verdient und hast doch das Beste aus deiner Situation gemacht. Den Nachfolgeroman „Young Mungo“ habe ich vor „Shuggie Bain“ gelesen und ja, sie sind vergleichbar (auch wenn Shuggie und Mungo in unterschiedlichen Lebensphasen stecken), weshalb ein ordentlicher Abstand zwischen den Lektüren gut tut. Aber beide werden mein Herz nie mehr verlassen. Und sie lassen mich beide meine Kinder in den Arm nehmen und sie akzeptieren, wie sie sind (ja war auch vorher schon so, aber die Bücher Erden). Es gibt keine Content-Note, die hier nicht erwähnt werden muss. Ich liste sie daher nicht einzeln auf. Fazit: Grandios gut und elendig traurig. So hart, roh und abstoßend… und gleichzeitig von einer zärtlichen Schönheit… wie eine einzelne Blume in einer kilometerlangen Betonlandschaft.

3

Ein gutes Jahr, ein hartes Leben

Shuggie und seine Mutter Agnes haben ein sehr enges, jedoch auch hochfragiles Verhältnis. Gedemütigt vom Mann, der sie verlassen hat und enttäuscht über die eigene Existenz, ertränkt Agnes ihren Kummer im Alkohol und vergisst, was ihr sonst das Liebste ist - Shuggie. Wir erleben also, wie ein eigentlich aufgeweckter und schlauer Junge in Glasgows Abgründe gezogen wird und dabei immer mal wieder Halt in seiner Mutter oder seinem großen Bruder findet. Vor allem aber ist es die Geschichte einer traurigen aber wahrscheinlich erschreckend realistischen Kindheit in diesem Milieu. Wie auch bei Young Mungo hat Douglas Stuart auch hier den wahrhaftigen Ekel, die Trauer und die leisen Hoffnungen einer gebeutelten Familie authentisch eingefallen, sodass ich nicht anders konnte, als mich selbst in diesen prekären Verhältnissen als Anwesende wahrzunehmen. Besonders positiv in den Bann gezogen hat mich aber tatsächlich Agnes Jahr der Nüchternheit, in welchem jegliche Beziehungen aufzublühen scheinen. In diesen Momenten habe ich so mit ihr gebangt und genauso gelitten, als sie wieder von der Realität eingeholt wurden. Allerdings hatte auch dieser Roman deutliche Längen und konnte mir keine neue Seite von Stuarts Schreiben zeigen. Viele Motive und Stimmungen wiederholten sich für mich zu eindeutig. Ich würde mir daher bei seinem nächsten Roman etwas Neues wünschen, damit ich auch zu dieser Lektüre greifen würde.

3

Anders als erwartet

Der Klappentext hat mich nicht erahnen lassen, wie brutal der Plot sein würde. Ich habe mich lange mit dem Buch gequält, da ich die Inhalte nicht lange ertragen habe und das Buch immer wieder zur Seite legen musste - doch bin ich froh, es letztendlich doch beendet zu haben. Ein ❤️‍🩹 für Shuggie.

5

Mein Herz!!

Zitate: "Die, die am wenigsten haben, geben am meisten." "Agnes Gesicht war dick geschminkt und Shuggie fand, es sah aus, als hätte sie mehrere Gesichter übermalt, die sie vorher abzunehmen vergessen hatte." "... und dachte daran, wie sehr sie ihren ältesten Sohn vermisste. Sie vermisste Leek sogar, wenn er da war; er hatte etwas an sich, das sie immer einsam machte." "Wenn die Zeit reif ist, musst Du gehen. Das Einzige, was Du tun kannst, ist Dich selbst zu retten" Inhalt: Glasgow in den 80er Jahren. Der kleine Schuggie wächst mit einer alkoholkranken Mutter auf und jeder Tag ist eine Wundertüte. Wird es die liebevolle, sich kümmernde Mutter sein, oder die mit Nachwehen kämpfenden Frau, die getrieben ist vom nächsten Rausch? An vielen Tagen sind die Rollen verdreht - viel zu oft müssen sich die Kinder um die Mutter kümmern. Viel zu oft müssen die Kinder hungern. Viel zu oft sind die Kinder allein. Meinung: Mein Herz! Auch Monate nach beenden denke ich immer noch sehr oft an Shuggie und mein Herz ist immer noch so schwer. Nicht nur das Elternhaus, die Nachbarschaft, die Lehrpersonen - sondern eine ganze Gesellschaft hat versagt. Ich habe alle Facetten beim Lesen durchlaufen. Ich war unfassbar wütend, traurig und verzweifelt. Es sind sogar Tränen gekullert - was bei mir sehr selten vorkommt. Ein unfassbar schwer zu ertragendes Buch! Hierzu gibt es ein Kerngespräch auf dem Youtubekanal von @dunis.lesefutter Meine Meinung in Videoform gibt es im Lesemonat Februar auf Youtube.

3.5

'Shuggie Bain' spielt im Glasgow der 1980er Jahre. Shuggie, ein junger Mann mit feinfühliger Art, wächst in Armut mit seiner alkoholkranken Mutter Agnes auf. Während die Thatcher-Regierung die Arbeiterklasse hart trifft, versucht Shuggie seine schöne, aber vom Alkohol zerstörte Mutter zu retten. Dieses Buch ist schwer zu ertragen. Die liebevolle Art, auf die Shuggie vergeblich versucht, seine Mutter vor dem Alkoholismus zu retten, geht tief unter die Haut. Stuart zeichnet eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit, aus der nur einzelne Lichtblicke hervorstrahlen. Ein sehr ergreifendes Buch, das einen tieftraurig zurücklässt.

4.5

shuggie wächst in glasgow auf - dieses buch handelt von seiner tragischen kindheit.   triggerwarnungen: alkoholkonsum, vernachlässigung von kindern, häusliche gewalt   shuggies mutter ist alkoholikerin. sein vater gewalttätig und verlässt die familie bereits relativ zu beginn des buches. shuggies älteren geschwister sind beide distanziert und versuchen einen weg zu finden, um aus der familie frühestmöglich flüchten. denn, für shuggies mutter steht der alkohol an erster stelle. das wichtigste ist, dass genug alkohol im haus ist. zweitrangig ist, ob essen für die kinder da ist.   der kleine shuggie hat vermeintlich feminine züge und wird von der gesellschaft ausgegrenzt. und so bleibt er allein mit seiner alkoholsüchtigen mutter zurück. die beziehung zwischen den beiden zeigt eine abhängigkeit, die nur schwer ertragbar ist. denn, der kleine shuggie versucht seine mutter zu retten und träumt von einem schönen leben zu zweit. seine geschwister wissen, diese hoffnung ist vergebens.   „Wenn die Zeit reif ist, musst du gehen. Das Einzige, was du tun kannst, ist dich selbst zu retten.“ s.410   doch shuggie bleibt. und so tragen seine hoffnung, seine liebe für das schöne und das ständige bedürfnis seiner mutter zu helfen, das buch.   es ist wunderbar zu sehen, wie sich shuggie entwickelt, aber vor allem ist es wahnsinnig schmerzhaft, durch die kindliche perspektive alles miterleben zu müssen.   trotz des schweren inhalts mochte ich die geschichte sehr. ich kann aber jede*n verstehen, der/die sich nicht näher damit beschäftigen kann oder möchte.    disclaimer: in meiner ausgabe (märz 2023) werden verschiedene rassistische begriffe verwendet, ich habe die befürchtung, dass die auch in neuer auflagen noch enthalten sind. und wo wir schon bei meiner ausgabe sind - möchte ich auch noch einen notwendigen hinweis zum verlag geben, denn wie dieser in den letzten wochen agiert hat, ist in keiner weise unterstützenswert und auch der grund, warum ich die rezension schon lange vor mir herschiebe. meine empfehlung für dieses buch ist daher getrübt und eingeschränkt. falls ihr es lesen möchtet, dann vielleicht lieber als hardcover von einem anderen verlag.

5

Absolute Leseempfehlung! Unfassbar traurig und herzzerreißend. So viel grauenhafte Realität kann ein Mensch kaum ertragen. Ich bin mir immer noch nicht sicher mit wem ich mehr Mitgefühl habe, der alkoholkranken Mutter oder dem Sohn, der Tag für Tag versucht sie zu retten…

4.5

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart wurde in 15 Stunden und 28 Minuten äußerst sprachgewandt von Mark Wasche wiedergegeben. Hörbuchverlag: Hörbuch Hamburg HHV GmbH Triggerwarnung beachten! Der Autor schreibt in diesem emotionalen Roman von dem kleinen Shuggie, der mit seinen Geschwistern bei seiner alkoholkranken Mutter lebt. Der Vater, ein Taxifahrer, sexuell weitläufig aktiv, hat ein neues Leben begonnen und Shuggies wunderschöne Mutter Agnes in einem Dorf zurückgelassen. Er konnte Agnes, ihre Gier und ihr Alkoholproblem nicht mehr ertragen. Und doch kann er nicht gänzlich aus ihrem Leben verschwinden. Gezeichnet vom Alkohol versucht Agnes trotzdem immer gut auszusehen. Ihre Frisur, das Make-up und auch ihre Kleidung sind trotz intensiver Alkoholexzesse immer tadellos. Ihre Kinder hungern und die Tochter flieht sobald es geht in ein anderes Leben. Es war eine harte Zeit: Die Bergarbeiter sitzen in Kneipen, ihre Stollen wurden geschlossen; überall fehlt Geld und Hoffnung. Die Familien leben von der Stütze und dem Kindergeld. Eine trostlose Realität, diese bringt so manchen Mann oder Frau dazu, zur Flasche zu greifen. Agnes liebt ihre Kinder, aber vor allem der kleine, zarte Shuggie hängt sehr an ihr. Er kämmt ihre Haare und kauft ihr Strumpfhosen. In jungen Jahren spielte er lieber mit Puppen, als mit Autos und gerne verbringt er Zeit mit seiner Mutter. Die Kinder hänseln den Kleinen und nennen ihn eine Schwu…..! Das Leben in Armut ist hart und das wöchentliche Geld vom Amt wird fast ausschließlich von Agnes in Alkohol umgesetzt. Shuggie verspürt oft großen Hunger und doch sorgt er sich rührend um Agnes. Die toxische Liebe zu seiner Mutter lässt ihn alles aufgeben und seine Bedürfnisse, Sorgen und Ängste werden in den Hintergrund gedrängt. Agnes will und muss im Mittelpunkt stehen. Der Autor zeichnet ein erschütterndes, authentisches Bild einer zerrütteten Familie. Seine aufwühlenden Worte über das Elend in den 80er Jahren in Glasgow gehen unter die Haut. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, den Verfall einer hübschen Frau und Mutter mitzuerleben. Man spürt die traurige Atmosphäre, die Hoffnungslosigkeit und den derben Umgang in der damaligen Zeit. Mark Waschke hat den Roman unglaublich intensiv und fesselnd gesprochen. Ein sehr trauriges und berührendes Hörbuch.

4

Ein tragisches Buch über den Jungen Shuggie, der für das harte und gewaltgeprägte Leben in Glasgow viel zu sanft und sensibel ist. Sein einziger Trost ist seine Mutter die immer wieder dem Alkohol verfällt, doch für sie würde er alles aufgeben. Ich brauchte etwas länger, um das Buch durchzulesen. Douglas Stuarts Schreibstil ist speziell aber man gewöhnt sich. Mir persönlich waren es zu viele Stories in einem, daher ein Stern abzug.

Abbruch auf S. 193

Nachdem der Hype abgeebbt ist, hab ich es nun auch dazu gegriffen. Das Buch über den Jungen aus armen Verhältnissen, wohnhaft im Glasgow der 80er-Jahre, und seine alkoholkranke Mutter. Der Inhalt dürfte hinlänglich bekannt sein. Der Schreibstil war sperrig und gewöhnungsbedürftig; konnte mich nicht packen und emotional ebensowenig erreichen, wie die Protagonisten. Irgendwie war es eine Endlosschleife der Hoffnungslosigkeit, die mich deprimiert und in ihren Wiederholungen gelangweilt hat. Abbruch auf S. 193

3

"Shuggie Bain" von Douglas Stuart spielt im Glasgow der 1980er Jahre. Im Mittelpunkt steht der junge Shuggie, der in einer Arbeiterfamilie aufwächst. Der Vater ist dauerhaft abwesend, seine Geschwister kämpfen ihre eigenen Kämpfe, und die Mutter Agnes, die Shuggie über alles liebt, ist schwer alkoholkrank. Sein Leben ist geprägt von Armut, sozialer Ausgrenzung, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Die Geschichte ist intensiv und von tiefer Traurigkeit durchzogen. Das düstere, regnerische Glasgow wird von Stuart eindringlich beschrieben und verstärkt die beklemmende Atmosphäre des Romans. Shuggie Bain ist schwere Kost. Mich konnte das Buch dennoch nicht vollständig überzeugen: Die Handlung verläuft über weite Strecken sehr ruhig und kommt nur selten wirklich voran. Der Roman plätschert sehr viel dahin. Zudem fehlte mir bei vielen Figuren eine größere emotionale Tiefe, sodass sie trotz ihres Leids oft distanziert wirkten.

5

Charmant und tragisch über einen ganzen Lebensabschnitt des Jungen, der an vielen "Fronten" zu kämpfen hat.

5

Die Trauer, die einen beim Lesen dieses Buches begleitet, sitzt tief hinter dem Brustbein

Agnes trinkt. Und um sie herum schrumpft die Welt immer weiter, bis sie nurnoch aus dem kleinen Telefontisch besteht, an dem sie letztendlich auch sterben wird. Dieses Buch zeigt eindrücklich, wie perfide und egoistisch Alkoholismus ist, wie die Krankheit zunehmend nicht nur die Betroffene zerrüttet und ihrer Würde beraubt, sondern auch die wenigen Menschen, die sie nach all den Jahren noch lieben. Ich habe ein wenig gebraucht, um mich in die Welt des Romans einzufinden, aber danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit des Alltags von Shuggie und seiner Mutter Agnes ist beinahe wie ein Unfall, bei dem man nicht wegsehen kann. Das Buch lässt einen wütend und traurig werden und man ist schon fast froh, als Agnes ihren Kampf verliert, schon zu tief versunken in den Fängen der Sucht, die so grau und dreckig scheint, wie die Kulisse, in der der Roman spielt. Ungeschönt, ohne Romantisierungen, dafür voller Schmerz. Klare Empfehlung.

Die Trauer, die einen beim Lesen dieses Buches begleitet, sitzt tief hinter dem Brustbein
5

Was für ein starkes Buch!

5

Ein Tod mit Umwegen

Dieses Buch hat mich emotional sehr mitgenommen. Was Alkoholsucht vor allem mit den unschuldigen Kindern macht, ist dramatisch und in diesem Buch sehr eindringlich beschrieben. Die Liebe zur Mutter ist so bedingungslos, trotz der schlimmen Situation die vor allem Shuggie erlebt hat. Das ambivalente Verhalten von Agnes im Suff bzw. mit einem Kater ist für Kinder der wohl schlimmste Beziehungsstil. Nie ist man sicher, immer lebt man in Angst und Sorge. Als sehr schlimm habe ich es empfunden, als Shuggie am Ende den BH bin Agnes geöffnet und ausgezogen hat, weil sie zu betrunken war. Sucht ist eine Selbstmedikation und hilft nie! Schrecklich ehliches Buch. Sehr empfehlenswert!

5

"Was immer sie zum Lachen brachte, tat er noch ein Dutzend Mal, bis ihr Lächeln dünn und falsch wurde und er nach dem nächsten Kunststück suchte, das sie glücklich machen würde." (S. 67) Es sind die 80er Jahre in Schottland und Dank Margaret Thatcher ist es düster - sowohl in den Häusern als auch in den Herzen der Menschen. Jeder Penny muss x-mal umgedreht werden und für die Illusion von Lebensfreude braucht es Bier und Schnaps. Die Sozialhilfe reicht höchstens für fünf von sieben Tagen. Der Frust entlädt sich in Gewalt. Hier kommt niemand unversehrt durchs Leben. In den rußig schwarzen Straßen von Glasgow lebt Shuggie mit seinen beiden Geschwistern und seiner alkoholkranken Mutter Agnes. Eine Frau, die ihre Fassade trotz allem immer auf Hochglanz poliert: sexy Kleider, perfektes Make-up - doch das Leben ist längst aus ihr gewichen. Ihr Glas meist leer und nur noch der trübe Bodensatz ist geblieben. Einen Grund zum Saufen gibt's immer. Wo soll man da anfangen, oder besser - warum sollte man erst damit aufhören?! Die drei Geschwister haben ganz eigene Überlebensstrategien entwickelt: Catherine sucht schnellstmöglich das Weite und reißt die Brücken ab. Mit Bleistift und Skizzenblock zeichnet Leek das ihn umgebende Elend, als sei er selber nicht Teil dessen, sondern nur stiller Beobachter. Und Shuggie?! Es gibt eben immer das eine Kind, das sich dem Drama aussetzt. Das denkt, es könne die Rettung sein, wenn es sich nur genug anstrengt und keine Probleme macht. Er bleibt stets treu an Mammys Seite. Doch die Hoffnung ist das schlimmste Übel und am Ende kannst du nur dich selbst retten. Douglas Stuart betrachtet die Tristesse von allen Seiten durch die Augen jeder Figur seines Romans. Die raue, dreckige Sprache unterstreicht das schwarze Bild der Trost- und Hoffnungslosigkeit. Diese Menschen stehen nicht bloß am Rande der Gesellschaft, sie stehen am Abgrund. Es ist eines dieser Bücher, das sich in mein Herz krallt und nicht loslässt, bis ich die letzte Seite gelesen und die letzte Träne geweint habe!

5

Wir begleiten den kleinen Shuggie, der anders ist als die anderen Jungen in der Arbeitersiedlung. Statt mit dem Fußball, spielt er lieber mit Puppen. Liebt alles Schöne, vor allem seine Mutter Agnes. Diese liebt vor allem eines, den Alkohol. Ungeachtet, ob dies ihrer Familie Schaden zufügt. Douglas Stuart hat es mit „Shuggie Bain“ geschafft eine scheiternde Familie durch die Augen eines Kindes zu portraitieren. Es ist eine Geschichte geprägt durch Armut, Gewalt und Missbrauch. Läuft einmal alles rund, kommen Agnes Dämonen wieder und alles Glück wird zerstört. Wie sehr beeinflusst der Alkoholismus eine doch so liebevolle Familie? Wie viel Schmerz, kann man ertragen, wenn man jemanden so sehr liebt? Eine Qual, Shuggies Geschichte zu lesen.

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4.5

Sollte bekannter sein.

Mit kleinen Anlaufschwierigkeiten hat auch mich diese Geschichte gepackt. In der Übersetzung hat man sich statt an schottischen Slang an einem Art Platt (?) bedient, wollte damit die Atmosphäre unterstreichen. Ärmliche Verhältnisse, Verzweiflung, düstere Zukunftsaussichten. All das mit dem Hintergrund der Thatcher - Zeit, Schottland in den 80ern. Finde schon, dass es gut dargestellt ist. Übrigens TW: Missbrauch, Gewalt, Sucht, Tod, Trauer, Schimpfwörter. Viel zu viel steht die Mutter im Vordergrund, was aber auch das Problem von Shuggie ist. Dass er in seiner Kindheit sich seine Mutter kümmern musste, als sie es je für ihn getan hätte. Trotz ihrer Sucht hat sie es auf ihre Weise wohl auch. Es frustriert mich, dass Shuggie (&alle Shuggies da draußen) so eine Kindheit haben und haben werden. Trotz allem blickt er mit Sehnsucht auf sein Kindsein zurück, was man im Nachhinein auch irgendwie verstehen kann. Aber eigentlich nur ein bisschen. Kein rasanter Roman, mehr eine Coming of age - Story mit Drama und Herz.

4

„Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren.“ - Dante Alighieris berühmtes Zitat würde perfekt auf die Rückseite dieses Romans passen. Denn „Shuggie Bain“ von Douglas Stuart ist wirklich ein Buch, das man aushalten können muss. Alkoholismus, wiederholter Kindesmissbrauch, Gewalt, Armut und eine omnipräsente Hoffnungslosigkeit lassen in diesem Roman keinen Platz für allzu viel Optimismus. Im ersten Kapitel lernen wir Shuggie Bain 1992 als 16-Jährigen kennen, der allein in einer schmutzigen Wohnung im Süden von Glasgow lebt und in einem Supermarkt arbeitet, wo sein Chef über Hygienemängel hinwegsieht, weil minderjährige Arbeitskräfte billig sind. Im weiteren Verlauf dieses beeindruckenden Debütromans erfahren wir, was Shuggie in diese deprimierende Situation gebracht hat. Douglas Stuart beweist ein tiefes Verständnis für die Beziehung zwischen einem Kind und seinem drogenabhängigen Elternteil und zeigt eine Welt, die in der Literatur nur selten dargestellt wird. Allein unter diesem Gesichtspunkt ist der Roman schon bewundernswert und wichtig. Darüber hinaus ist die Geschichte zutiefst politisch und beschreibt die Auswirkungen des „Thatcherismus“ auf die Gesellschaft in Glasgow, wo Männer mangels anständiger Arbeit auf dem Sofa verrotten. Teilweise einseitig und daher kritikwürdig erscheint mir jedoch der Darstellung der Frauen, die alle entweder dürr oder schlaff sind, zu viel oder zu wenig Make-up tragen und immer falsch gekleidet sind - "enge Leggings" deuten auf eine lockere Moral hin, während "ausgebeulte Leggings" von Schlampigkeit zeugen. Stuarts Prosa mutet vor allem im englischen Original etwas schwerfällig an – die deutsche Übersetzung kann ich nicht beurteilen.

4.5

Eine Geschichte, die dein Herz brechen lässt

„Young Mungo“ war eines der schlimmsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es hat dann doch zwei Jahre gebraucht, bis ich mich an das Debüt, von Douglas Stuart herangetraut habe. Und auch hier sollte mein Herz wieder brechen. Shuggie lebt als jüngstes Kind mit seinen beiden Geschwistern und seiner alkoholkranken Mutter Agnes bei seinen Großeltern. Auch der Vater, ein Taxifahrer lebt bei Ihnen, macht Ihnen das Leben aber nicht gerade leicht. Doch die Mutter ist es, die den kleinen Jungen mehrfach in den Abgrund sehen lässt. Sie kommt einfach nicht vom Alkohol los, und so lesen wir, wie die sehr attraktive Frau sich nach und nach kaputt säuft. Alkoholismus wird mit seinen Folgen ganz ungeschönt dargestellt. Stuart spart nicht mit drastischen Szenen und mir ist es des Öfteren schwer gefallen diese voll und ganz zu lesen. Was dabei auffällt, ist, dass es besonders Männer sind die Situation provozieren die unerträglich sind. Männer sind es, die Agnes begehren und selbst im Momenten, wo es ihr besser geht so lange provozieren, bis sie wieder am Boden ist. Männer sind es, die den kleinen Jungen missbrauchen und ausnutzen. Männer sind es, die Liebe versprechen und Gewalt und Verachtung verteilen. Wie auch in der Realität arrangiert sich Shuggue mit der Alkoholsucht seiner Mutter. Es ist für ihn gelebte Realität und auch wenn es ihm damit nicht gut geht, so lernt er mehr und mehr damit umzugehen. Er liebt seine Mutter abgöttisch und tut alles fürsie. Dazu gehört auch jeden Tag aufs Neue auszuloten, welcher Jekyll und Hyde Typ die Mutter heute ist. Dieses ausloten der Stimmungen ist typisch für Kinder alkoholabhängiger Menschen. Und es prägt einen fürs ganze Leben. So auch Douglas Stuart, dessen Kindheit wie eine Schablone auf die unseres Protagonisten passt. Er versprach, seiner seiner Mutter einmal ihre Memoiren zu schreiben, und versuchte, sie damit vom Alkohol abzulenken. Letzteres ist nicht geglückt, doch Ersteres halten wir in unseren Händen. Auch er wuchs in den Arbeitersiedlungen Glasgows auf, wo im Schottland der Thatcher Ära Elend und Hunger herrschte. Die Lebenserwartung war hier um ein Vielfaches geringer, als im Rest von Europa. Wann genau ein Mensch anfängt zuviel trinken konnte Stuart bei seinen Recherchen nicht herausfinden. Meist ist es ein schleichender Prozess, der keinen besonderen Auslöser benötigt. Shuggie merkt sehr schnell, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er ist anders als die anderen Jungs und möchte doch so gerne normal sein. Natürlich nimmt auch seine Umgebung war, dass er queer ist, eine Orientierung, die nicht geduldet wird, und somit wird er gemobbt und gehänselt und missbraucht. Erfahrungen, die er mit dem Autor teilt. Beide waren einsame Kinder, die sich eine eigene Welt im Kopf zusammen gebastelt haben, um zu überleben. Stuart sagt in einem Interview, dass er Müttern und queeren Kids aus der Arbeiterklasse eine Stimme geben wollte, die nicht im Glamour einer Metropole groß werden, sondern sich mit Diskriminierung und Mangel auseinandersetzen müssen. Shuggies Mutter war eitel, und diese Eitelkeit verhalf ihr sicherlich dazu, immer wieder aufzustehen, so lange, bis es nicht mehr ging. Woher der kleine Junge aber die Kraft genommen hat, zu überleben, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Und es macht mir große Bauchschmerzen zu wissen, dass viele Kinder sein Schicksal teilen. Eine große Leseempfehlung für alle, die heftige Geschichten verkraften.

3.5

Shuggie Bain handelt von Armut, Sucht und Missbrauch in einer zerrütteten Familie aus Glasglow. Die Beziehung eines empathischen Kindes und seiner alkoholkranken Mutter macht nachdenklich, wütend und traurig zugleich. Die schrille Mutter steht im Gegensatz zu dem grauen Umfeld in dem der kleine Shuggie aufwachsen muss. Douglas Stuart beschreibt das Leben der beiden unglaublich gut, trotzdem fehlte mir im Buch etwas Spannung.

4.5

Ein sanfter Junge im unerbittlichen Kampf seine Mutter zu retten und sein Weg im rauen Umfeld zu finden. Gut geschrieben, einfühlsam und manchmal gab es ein Stich ins Herz

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5

Glasgow in den 80er Jahren. Die Zechen sind geschlossen, die Kohlegruben versiegelt, die Wirtschaft Schottlands am Ende. Zurück bleiben Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Armut, Verrohung und Alkoholismus. In dieser Gemengelage wächst Shuggie Bain auf. Vom Vater und von der großen Schwester verlassen, lebt er in einem ehemaligen Zechenviertel mit seiner Mutter und seinem großen Bruder. Seine Mutter, Agnes Bain, ist schwerst alkoholabhängig. Shuggie muss früh lernen, sich zu kümmern und mit dem Wenigen was da ist klarzukommen. Dann wird es besser, Agnes Bain geht zu den Anonymen Alkoholikern und bleibt trocken. Doch kann dieser neue Frieden halten zwischen all dem Elend? Dieser Roman ist sehr schwer zu ertragen. Es geht um Alkoholismus, um Gewalt, um Missbrauch, um Verwahrlosung, um Diskriminierung. Auf jeder Seite wird geflucht aufs Leben und auf die Mitmenschen. Auf jeder Seite verliert man etwas mehr den Glauben an die Menschen und den Teufel Alkohol. Doch wenn solch ein Buch so geschrieben/übersetzt ist so authentisch, so unmittelbar, so differenziert, so stark, so schonungslos, so sprachgewaltig, so sensibel; dann hält man das aus, nein dann genießt man es sogar ein bisschen, weil es einfach großartige Literatur ist. Literatur kann einen an Orte und Emotionen führen, an denen man selbst noch nie war. Das hat „Shuggie Bain“ geschafft, eben weil Douglas Stuart vieles davon selbst erlebt hat. Er ist als homosexueller Junge mit einer alkoholkranken Mutter im Glasgow der 80er aufgewachsen. Dies spürt man in jeder Zeile, er transportiert das Grauen und aber auch die Liebe zu dem Wenigen im Leben, was eben da war. Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Ein Lehrstück dafür, was in abgehängten Orten und Schichten geschehen kann, und daher zeitlos wertvoll!

4.5

Tristesse, Mittellosigkeit und Selbstermächtigung

Nach „Young Mungo“ hatte ich wirklich hohe Erwartungen, weil mein Herz dabei zerbrochen ist. Auch, wenn mir „Shuggie Bain“ wirklich sehr gefallen hat, ist mir das Debüt nicht so nah gegangen, wie der Nachfolgeroman. Nichtsdestotrotz ist der Roman wirklich authentisch, gefühlvoll und auch ein bisschen hoffnungsvoll. Shuggie steht hier nicht alleine im Mittelpunkt, seine Mutter Agnes stiehlt ihm immer wieder - absolut vielschichtig konstruiert von Douglas Stuart - die Show. Sie ist Shuggies Mittelpunkt, zu ihr schaut er auf, von ihr ist er abhängig, sie will er immer wieder retten, dabei versucht er irgendwie sich selbst als Kind und später als Jugendlicher zu finden. Die Suche nach seiner Identität wird ihm nicht nur durch seine Mutter, sondern auch von der Gesellschaft und seinem Vater erschwert und von Douglas Stuart fortwährend fantastisch beschrieben. Mir fehlte am Ende des Romans der Bogen zum Anfangskapitel, hier hätte ich mir persönlich noch ein paar Antworten erhofft. Ich freue mich auf mehr von Douglas Stuart!

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