Septembergewitter

Septembergewitter

Hardback
5.01
DichterBallonfahrtMagischer RealismusSozialstudie

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Description

Nachmittags um vier beginnt unsere Geschichte, und sie endet abends. Wie ein Kreisel zieht die Handlung am Leser vorüber. Der Großvater, der Totengräber ist, und seine Enkelinnen. Der böse Emil, der den Kindern die Drachenschnüre durchschneidet, weil er nicht will, dass sie in den Himmel fliegen. Der kleine Martin, der in die Bubenbande des starken Jan aufgenommen werden möchte, aber eben nicht so stark ist, wie es sein verstorbener Vater war. Der junge Leutnant Charisius, der beschließt, nach Kamerun zu gehen, weil man dort so schön sterben kann. Seine Geliebte, Marie, die vor einer Woche ermordet aufgefunden wurde. Wer war der Täter? Die Buben werden ihn später aufspüren, die Überraschung ist groß … Es kann viel passieren an einem heißen Septembertag in der kleinen Stadt. „Man muss’n bisschen lachen dabei, aber es ist doch auch traurig. Natürlich geht das Ganze schief aus.“ Friedo Lampes lyrische Prosa, die filmartige Erzähltechnik, mit der er seine Szenen miteinander verwebt, erweist sich in „Septembergewitter“ als gelungenes Beispiel eines magischen Realismus, dem Sachlichkeit und Wunder nicht als Gegensätze gelten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
112
Price
19.50 €

Posts

1
All
5

Diese Erzählung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg kommt so harmlos daher und hat doch ihre Untiefen. Zu Beginn starten ein Engländer und seine Tochter eine Ballonfahrt von Deutschland nach England, und wir treffen sie erst am Ende kurz vor ihrer Landung wieder. Dazwischen ist von Freundschaft und Liebe, von Krankheit und Tod, von Rettung und Mord und, in einer Binnenerzählung, von Odysseus bei den Phäaken die Rede. Handelnde Personen sind Kinder aber auch eine Köchin, ein Friedhofsgärtner, ein Schriftsteller, ein Leutnant, ein Schwan (vielleicht Zeus?). Die Dialoge sind scheinbar betulich harmlos, doch hinter der Harmlosigkeit gibt es die Ankündigung von etwas Bösem. Es sind Menschen gestorben: bei einem Mord, nach einer Krankheit, der Leutnant sehnt sich nach dem Tod seiner Geliebten, selbst zu sterben, von eigener Hand oder im kriegerischen Kampf in Afrika. Jungen sehnen sich nach verschworener Gemeinschaft in einer Bande mit Treueschwüren, und Odysseus will nach Hause. Und über allem dräut das Septembergewitter.

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