Schwiegermutter

Schwiegermutter

Hardback
4.656

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Description

Als Mutter hat Åsa eigentlich alles richtig gemacht. Und als Schwiegermutter? Weil ihr Sohn und seine Partnerin unverhofft eine Bleibe brauchen, bietet Åsa dem Paar an, bei ihr einzuziehen. Doch sie ahnt nicht, wie sehr das neue Zusammenleben das Verhältnis zu ihrem Sohn infrage stellen wird. Aus wechselnden Perspektiven schildert Moa Herngren eine Mutter-SohnBeziehung, die vollkommen auf den Kopf gestellt wird.
Åsa und ihr Sohn Andreas hatten immer schon ein enges Verhältnis. Andreas ist Einzelkind, Åsa hat ihn allein großgezogen – sie sind ein eingespieltes Team. Deshalb ist es für Åsa keine Frage, dass sie ihm und seiner Freundin Josefin anbietet, bei ihr unterzukommen, als die beiden kurzfristig ohne Wohnung dastehen. Doch das Zusammenleben stellt Åsa vor ungeahnte Herausforderungen. Ihre Versuche, eine Verbindung zu Josefin aufzubauen, schlagen fehl. Plötzlich sieht sie sich mit nie da gewesenen Vorwürfen zu Andreas’ Kindheit und Jugend konfrontiert, und sie erkennt ihren eigenen Sohn kaum wieder. Schmerzlich wird sich Åsa bewusst, dass sie nicht mehr die wichtigste Person in Andreas’ Leben ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
352
Price
25.70 €

Author Description

Moa Herngren, geboren 1969, ist die Autorin der Beziehungsdramen Scheidung, Schwiegermutter und Geschwister. Sie ist Journalistin, ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift Elle sowie Co-Autorin der Netflix-Hitserie Bonus Family. Bei Kein & Aber erscheinen die schwedischen Bestseller erstmals in deutscher Übersetzung.

Posts

12
All
5

Dieses Buch hat mich sehr berührt und hat mich dazu gebracht, mich einige Male selbst zu hinterfragen. Es geht um Manipulation innerhalb der Familie und dadurch zerrüttete Beziehungen. Meisterhaft und sehr spannend werden das Aneinander vorbeireden, Unverständnis und falsche Wahrnehmungen von der Autorin geschildert , die bis zu einem erzwungenen Kontaktabbruch zwischen Oma und Enkelkind führen. Man fühlt mit allen mit, kann jeden verstehen und leidet doch mit. Das Buch ist sehr emotional geschrieben und ziemlich harte Kost für Mütter ! Ich war sehr beeindruckt !

3.5

Åsa ist eng mit ihrem erwachsenen Sohn Andreas verbunden und möchte an seinem Leben teilhaben. Als Andreas und seine Freundin Josefin vorübergehend bei ihr einziehen, entwickelt sich eine konflikthafte Dynamik zwischen Mutter, Sohn und Schwiegertochter. Mit der Zeit entfremden sich Åsa und Andreas zunehmend. Åsa bemüht sich um Zurückhaltung, überschreitet jedoch immer wieder die Grenzen des jungen Paares. Nach der Geburt seines Sohnes bricht Andreas den Kontakt ab. Åsa bleibt zurück – verletzt, einsam und gefangen zwischen Sehnsucht und Schuld. Die Erzählstruktur, die sich primär an Åsas Perspektive orientiert, eröffnet einen vielschichtigen Blick auf familiäre Nähe und Übergriffigkeit. Offen bleibt, welchen Anteil Andreas und Josefin an der Eskalation haben: Sind sie überempfindlich – oder ist Åsas Wahrnehmung verzerrt? Ein Roman mit eher unsympathischen Figuren, deren Schmerz spürbar ist – während ihr Habitus zugleich befremdlich, fast abstrus und irritierend wirkt. Psychologisch gut beobachtet erzäht er über Nähe, Abhängigkeit und die Schwierigkeit, Grenzen in Beziehungen zu wahren.

5

Was als gewöhnliche Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich schnell zu einer erschütternden psychologischen Studie.

Mit unglaublichem Scharfsinn zeigt die Autorin, wie leicht eine Person das Leben anderer beeinflussen, ihre Wahrnehmung der Realität verzerren und sie zu Marionetten in ihrem Spiel machen kann. Es ist eine Geschichte über Manipulation – ein Schlüsselwort im Zusammenhang mit Psychoterror – und wie heimtückische Einflussmechanismen dazu führen können, dass Menschen mit stillschweigender Zustimmung der restlichen Familie aus dem Kreis der Lieben ausgeschlossen werden. Moa Herngren gehört jetzt zu meinen Lieblings Autorinnen. Ich freue mich auf ihre nächsten Titel.

5

Asa liebt ihren Sohn Andreas über alles. Sie sind ein super Team, haben die meiste Zeit in Andreas‘ Kindheit zu Zweit verbracht. Als Andreas mit Josefin zusammen kommt, ist Asa eher skeptisch. Sie kennt sie bereits seit ihrer Kindheit, doch mochte sie nie so richtig gern. Nach einem Wasserschaden in der Wohnung von Andreas und Josefin, ziehen sie vorübergehend bei Asa ein. So nah beieinander wird die Beziehung zwischen den Frauen leider nicht besser und auch die Beziehung zwischen Mutter und Sohn leidet darunter. In den kommenden Monaten spitzt sich die Lage immer weiter zu. Asa ist mutig, versucht alles was möglich ist und nähert sich ihrem Sohn wieder an. Dann passiert ein tragisches Ereignis und alles wird anders. Nachdem ich von „Scheidung“ so begeistert war, musste ich auch dieses Buch unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. Ein großartiger, feinfühliger Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Erst lesen wir lange aus der Sicht von Asa, später auch von Andreas und Josefin. Moa Herngren spielt mit den Protagonisten, als Leser kann man sich einfach auf keine Seite stellen. Jeder ist auf seine Weise nachvollziehbar. Alle wurden geprägt durch die eigene Kindheit und durchs Leben. Da gibts leider kein schwarz/weiss. Ich glaube viele Leser erkennen sich in den Protagonisten wieder. Herngren lässt uns in die dunkelsten Ecken der Psyche und direkt ins Herz schauen. Freude und Leid liegen manchmal recht nahe beieinander. Für mich wieder ein großartiger Roman, den ich euch unbedingt ans Herz legen möchte.

4

Hab ich gerne gelesen, aber "Scheidung" hat mir einen Tick besser gefallen.

"Auch mit den besten Absichten kann alles den Bach runtergehen." S. 177 Ganz ehrlich, anfangs hab ich mich echt schwer getan, mit dieser Ich-Perspektive der (Schwieger-)Mutter, aus der erzählt wird, aber dann entwickelte sich das Ganze von Seite zu Seite irgendwie immer mehr zu einem Psychothriller direkt aus dem Kopf des Psychopathen - in Form der (Schwieger-)Mutter - hinaus, gegen die ich direkt eine Abneigung entwickelt habe, wobei mir die Schwiegertochter kaum besser gefiel. Ein Buch über die Last zwischenmenschlicher Beziehungen, die man sich nicht immer aussucht und die einem das Leben (unnötig) schwer machen können. Mochte ich.

5

Auch das zweite Buch der Autorin ist ein Highlight. Psychologisch herausragend widmet sich die Autorin dem Phänomen unbeliebte Schwiegermutter. Auch hier kommen immer alle Beteiligten zu Wort, man kann tief in ihr Seelenleben eintauchen. Dysfunktionale Familienstrukturen und die Tatsache, dass jeder Konflikt mehrere Seiten haben kann werden sehr deutlich. Man weiß nie so richtig, auf welcher Seite man stehen soll und kam immer gut die verschiedenen Blickwinkel verstehen.

5

Nach " Scheidung ", konnte mich auch dieses Buch von Moa Herngren sehr begeistern. Was eine interessante und psychologisch sehr klug aufgebaute Geschichte eines Familiendramas. Am besten gefielen mir die zunächst feinen Nuancen der Schieflage und die Zwischentöne, die sich fast unbemerkt einschlichen um sich immer mehr zu verdichten und zuletzt eskalierten. Die Geschichte war sehr spannend, konnte mich emotional voll und ganz mitnehmen, und obwohl die Charaktere keine Sympathieträger waren, konnte ich mich in die meisten gut einfühlen. Vor allem die Schwiegermutter hatte mein Mitgefühl. Sehr traurig, dass auch hier wieder deutlich wird, dass Vieles auf dem Rücken von Kindern ausgetragen wird. Ganz tolles Buch mit klarer Leseempfehlung von mir.

5

Mona Hengren erzählt die Geschichte von Mutter und Sohn und warum die Wahrheit manchmal wehtut, aber wichtig ist, damit Kinder, die Erwachsene werden, wissen, was ihre Wurzeln sind. Wichtig dabei ist: Wer erzählt die Wahrheit.

Åsa hat ihren Sohn Andreas seitdem er klein war ,alleine großgezogen. Sie waren ein Team, gehörten zusammen. Aber was passiert, wenn der Sohn älter wird, sich verliebt und auch der Vater wieder eine Rolle spielt? Welchen Einfluss haben Freunde, sowohl die von Åsa, als auch die von Andreas. Wie viel Vergangenheit tut der Mutter-Sohn-Beziehung gut und was sollte von wem erzählt werden? Eine Familiengeschichten, so herzzerreißend, wie auch aus dem Leben gegriffen. Nicht nur Åsas Sicht wird beschrieben, sondern auch in kürzeren Abschnitte die von anderen Personen aus dem Roman. Die Handlung blieb bis zum Schluss absolut unvorhersehbar und Moa Hengren schafft es mit ihrem Stil zu fesseln.

5

Intensiver Familienroman, der mich mitgerissen hat. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven.

5

Nichts für schwache Mütterherzen

Als Mutter ist es, glaube ich relativ normal, sich nie so ganz davon lösen zu können, Einfluss auf das Leben seiner Kinder zu nehmen. Man sollte es nicht tun und auch ich muss mir manchmal auf die Zunge beißen, damit ich meinen Kindern nicht Dinge rate, die mich im Prinzip gar nichts mehr angehen. Wie toxisch sowas sein kann, lesen wir in Moa Herngrens neuestem Buch. Åsa lebt mit ihrem Sohn eine relativ symbiotische Beziehung. Der Vater Janne hat sich schon früh aus dem Staub gemacht und seine Versuche, den Kontakt zu Andreas zu halten waren in Åsas Wahrnehmung nur halbherzig. Als Andreas mit der Tochter von Åsas bester Freundin zusammenkommt, verschieben sich auf einmal die Verhältnisse. Josefin ist ganz anders als Andreas Mutter. Sie wirkt eigen und in sich gekehrt und möchte weder socialisen noch Åsa näher kennen lernen. Als die beiden ein Kind erwarten, eskaliert die Situation. Andreas grenzt sich von seiner Mutter aufgrund einiger übergriffiger Handlungen, ab und die steht auf einmal sehr isoliert da. Nicht nur ihr Sohn sagt sich von ihr los, sondern auch ihre Freunde. Ihr Enkelkind darf sie nicht mehr sehen. Diese Kröte muss sie erst mal schlucken. Als dann auch noch Andreas Vater ins Spiel kommt gehen mit Åsa die Emotionen durch. Hergren ist die Meisterin in der Darstellung manipulativer Beziehungsgeflechte. In diesem gestörten Familienkonstrukt weiß man nicht, wer eigentlich gut mit der Situation umgeht. Åsa ist stark emotionsgesteuert und zerschlägt damit so viel Geschirr wie eine Elefantenherde im Porzellanladen. Sie versucht zu reflektieren, schafft es aber nicht, sich aus ihrer Opferrolle hinaus zu begeben. Andreas sieht das und möchte sich mithilfe seiner Freundin und seiner Therapeutin aus dieser einengenden Situation befreien. Die Freundin wiederum ist selber höchst manipulativ unterwegs und scheint alle im Griff zu haben. Sie und Åsa liefern sich eine Art Wettkampf darum, wer am besten für Andreas sorgt. Und selbst die Therapeutin ist meinem Empfinden nach voreingenommen und hätte ihre Aufgabe, den Sohn einer Freundin zu therapieren, gar nicht erst annehmen dürfen. Ein riesiger Berg von Problemen, und keiner ist wirklich fähig, diese adäquat zu lösen. Warum? Weil sie nicht ehrlich sind, weil sie es anderen Recht machen wollen, weil sie sich in ihrer Opferrolle ganz wohl fühlen und ihr Gesicht waren wollen. Dass dieser Cocktail von toxischen Gefühlen sich von Generation zu Generation weiter vererbt, wird hier auch sehr deutlich. Ich hatte des öfteren Herzrasen beim Lesen. Als Mutter bleibt es nicht aus, dass man sich in manchen Passagen hinterfragt und auf den eigenen Umgang mit den Kindern schaut. Ein bisschen fand ich mich in Åsa wieder, ein bisschen im Sohn. Und das ist vielleicht die Stärke dieses Romans. Hier ist niemand wirklich sympathisch und man kann trotzdem jeden irgendwie verstehen. Außer Josefin, die habe ich gefressen. Ganz furchtbar fand ich, mitzuerleben, wie Kinder für die eigenen Gefühle missbraucht werden, eine Unzulänglichkeit, vieler Erwachsener, die ich auch in meinem beruflichen Feld oft antreffe. Auch wenn das Enkelkind hier oft mit Liebe überschüttet wird und scheinbar niemand ohne den Kleinen leben möchte, so ist er eigentlich nur Mittel zum Zweck eine nostalgische Sehnsucht und Machtgefühle zu stillen. Wir lesen hauptsächlich aus der Perspektive von Åsa, aber auch Andreas und Josefin bekommen einen kleinen Part. Das Ende fand ich überraschend, wenn auch durchaus glaubwürdig, denn Fassaden können nie lange aufrecht erhalten werden. Der Roman bietet ausreichend Gesprächsbedarf, und es wäre interessant darüber, mal mit meinen Kindern zu sprechen - oder vielleicht besser doch nicht? Nachher wecke ich schlafende Hunde😅….. Eine große Leseempfehlung ist es auf jeden Fall, es sei denn, ihr habt große Probleme mit eurem Blutdruck. Dann wäre ich vorsichtig.

3

„Mein Kind lebt, doch ich habe es verloren, weil es mich nicht mehr als Elternteil haben will.“ Toxische Familiendynamik aus verschiedenen Perspektiven dargestellt - interessant und dann doch auf schwarz-weiß reduziert.

4.5

"War das Karma? Eine Art verkehrtes Karma? Dass mir, die ich mein ganzes Leben dem Versuch gewidmet hatte, eine gute Mutter zu sein, meine eigene Güte um die Ohren flog." (S. 175) Wann war der Moment, an dem Andreas genug hatte von seiner Mutter? Was hatte Åsa getan, dass er und seine Frau Josefin den Kontakt zu ihr abbrachen und sie nun auch ihren Enkel Sam nicht mehr sehen durfte? Sie hatte es doch nur gut gemeint, als sie den beiden Unterschlupf gewährte, weil sie aus ihrer Wohnung mussten. Und sie hatte es nur gut gemeint mit den allabendlichen gemeinsamen Mahlzeiten. Auch als sie Josefins Wäsche machen wollte, hatte sie es nur gut gemeint. Tja, aber gut gemeint ist halt nicht immer auch gut gemacht. Und Åsa lässt wirklich keinen Fettnapf aus. Nach und nach verwandelt sich das Fett sogar in Treibsand: Je heftiger sie sich windet, desto tiefer gerät sie hinein. Ohne es zu merken, setzt sie sich über jede Grenze hinweg, biegt sich in ihrem Kopf die Wirklichkeit zurecht: Es würde schon passen; man könne ihr doch sicher nicht böse sein. Dabei bemerkt Åsa gar nicht, dass sie längst nicht nur ihren Sohn und ihre Schwiegertochter gegen sich aufgebracht hat. Das Vertrauen bröckelt – auch bei anderen. Der Grat zwischen Hilfe und Übergriffigkeit ist schmal. Åsa überschreitet ihn oft – ohne böse Absicht, aber mit großer Wirkung. Plötzlich sieht es so aus, dass das Verhältnis zu Andreas schon lange, bevor sie es überhaupt ahnte, in Schieflage geraten war. Offensichtlich sogar durch sie selber, wie er ihr nun eröffnet. Hatte sie womöglich alles falsch gemacht in ihrem Vorhaben, alles richtig zu machen? Es ist ein Schock für eine Mutter, wenn sie plötzlich erkennen muss, dass ihr eigenes Bild einer liebevollen, engen Mutter-Kind-Beziehung durch die Augen ihres Sohnes ganz anders aussieht – mit dunklen Flecken, blinden Flecken. Und vielleicht sogar mit Narben. Inmitten von familiärer Loyalität, Erwartung, Enttäuschung und unausgesprochener Kränkung spielt sich in Moa Herngrens Roman ein Drama ab, das vielen bekannt vorkommen dürfte. Es geht um Menschen, die aus gutem Willen heraus immer wieder Grenzen überschreiten, ohne es zu merken. Um Menschen, die Manipulation mit gut gemeinter Hilfe verwechseln. Und um jene, die schließlich keine andere Möglichkeit mehr sehen, als die Tür zuzuschlagen, um sich selbst zu schützen. In solchen Geschichten gibt es keine einfachen Schuldigen. Es gibt Perspektiven. Und Verletzungen. Und die leise Hoffnung, dass Kommunikation ein Weg sein könnte. Denn am Ende wird klar: Reden ist nicht alles, aber ohne Reden ist alles nichts. Doch was, wenn Reden nicht mehr möglich ist? Wenn sich Türen schließen und Konflikte totgeschwiegen werden? Dann bleibt nur, dass sich jede*r ein eigenes Bild machen muss. Und vielleicht irgendwann den Mut findet, die Dinge noch einmal neu zu betrachten.

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