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Paul Bokowski hat mit 'Schlesenburg' einen Roman geschrieben, der so oder so ähnlich auch die Geschichte meiner Familie sein könnte. Mit einigen autobiographischen Elementen gespickt, erzählt er wie eine polnische Familie noch vor dem Mauerfall nach Deutschland flüchtet und sich dort, in der Schlesenburg, inmitten von vielen anderen Migrant*innen, ein neues Leben aufbaut. Dieses Leben ist geprägt von Schichtarbeit, der Gemeinschaft in der Schlesenburg, aber auch sehr stark von Assimilation und Scham. Für mich war dieses Buch sehr heilsam, aufgrund der vielen Parallelen zu meinem Leben und speziell dem Leben meiner Eltern und der erweiterten Familie. Doch nicht nur der familiäre Hintergrund, auch andere Themen waren sehr berührend, wie z.B. das Verhältnis der Kinder untereinander oder der Umgang mit Verlusten. Bokowski schreibt sehr bildhaft (siehe das Zitat oben), an manchen Stellen auch humorvoll. In der wörtlichen Rede achtet er darauf, die Sprache authentisch an ihr Umfeld anzupassen - also an ein Umfeld, das in den 80ern/90ern Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit erlebt und internalisiert hat. Mit 'Schlesenburg' hat Bokowski, der vorher humoristische Bücher geschrieben hat, seinen ersten Roman herausgebracht, und ich für meinen Teil hoffe sehr, dass es nicht bei diesem ersten Roman bleiben wird!
Dec 15, 2024
Paul Bokowski hat mit 'Schlesenburg' einen Roman geschrieben, der so oder so ähnlich auch die Geschichte meiner Familie sein könnte. Mit einigen autobiographischen Elementen gespickt, erzählt er wie eine polnische Familie noch vor dem Mauerfall nach Deutschland flüchtet und sich dort, in der Schlesenburg, inmitten von vielen anderen Migrant*innen, ein neues Leben aufbaut. Dieses Leben ist geprägt von Schichtarbeit, der Gemeinschaft in der Schlesenburg, aber auch sehr stark von Assimilation und Scham. Für mich war dieses Buch sehr heilsam, aufgrund der vielen Parallelen zu meinem Leben und speziell dem Leben meiner Eltern und der erweiterten Familie. Doch nicht nur der familiäre Hintergrund, auch andere Themen waren sehr berührend, wie z.B. das Verhältnis der Kinder untereinander oder der Umgang mit Verlusten. Bokowski schreibt sehr bildhaft (siehe das Zitat oben), an manchen Stellen auch humorvoll. In der wörtlichen Rede achtet er darauf, die Sprache authentisch an ihr Umfeld anzupassen - also an ein Umfeld, das in den 80ern/90ern Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit erlebt und internalisiert hat. Mit 'Schlesenburg' hat Bokowski, der vorher humoristische Bücher geschrieben hat, seinen ersten Roman herausgebracht, und ich für meinen Teil hoffe sehr, dass es nicht bei diesem ersten Roman bleiben wird!
Dec 15, 2024






