Satanstango
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Description
Eine heruntergekommene Ansiedlung in Südostungarn. Keine Arbeit, keine Hoffnung, keine Zukunft. Ringsum Verfall, von strömendem Oktoberregen in tiefe Trostlosigkeit getaucht. Nur eine Handvoll Menschen sind geblieben und warten auf ein Wunder, das ihr Los zum Besseren wenden könnte. Eines Tages kommt einer und verheißt Erlösung: Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner mit dem Charisma eines Propheten. Er verspricht anderswo einen neuen Anfang, Arbeit und ein besseres Leben. Die Dorfbewohner können sich der Suggestionskraft seiner Verheißungen nicht entziehen, wenngleich sie ahnen, daß sie wie schon so oft in ihr Unglück rennen werden. Und richtig, Irimias ist ein Gaukler und Gauner, der, seinerseits den Zwängen eines übermächtigen Systems ausgeliefert, Spitzeldienste für die Polizei verrichtet. Während aus dem Mund eines Irren Warnlaute erklingen und rätselhaftes Glockengeläut das Dorf erzittern läßt, tanzen dessen Bewohner zur Feier ihrer bevorstehenden Befreiung in der Kneipe einen infernalischen nächtlichen Tango... Eine Parabel über das Versagen von Ideologien, über Indoktrination und Manipulation, über politische Hörigkeit und Spitzelwesen, über die Macht von Worten und das Unglück der Zeit.
Book Information
Author Description
»Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben«, sagt László Krasznahorkai, dem 2015 der International Man Booker Prize verliehen wurde. 1954 in Gyula/Ungarn geboren, gilt er als einer der innovativsten Schriftsteller Europas, dessen Romane »Satanstango« und »Melancholie des Widerstands« überall auf der Welt begeistert aufgenommen werden. Die internationale Beachtung begann jedoch 1993 in Deutschland mit dem SWR-Bestenliste-Preis für »Melancholie des Widerstands«. In den letzten Jahren erschienen die Erzählbände »Seiobo auf Erden« (Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk 2010) sowie »Die Welt voran« (2014). Für seinen Roman »Baron Wenckheims Rückkehr« (2018) wurde er mit dem National Book Award 2019 for Translated Literature ausgezeichnet. 2021 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2024 den spanischen Literaturpreis Prix Formentor. 2025 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Roman »Herscht 07769« und der Erzählband »Im Wahn der Anderen«. Heute lebt László Krasznahorkai in Triest, Italien.
Posts
Ein fast komplett von der Außenwelt abgeschnittenes Dorf in Ungarn. Einwohner, die den Moment verpasst haben, das Dorf zu verlassen und ihr Leben in der Stadt zu verbessern. Abgehängtheit, Trunksucht, Depression wo man auch hinschaut. Da kommt Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner zurück, schildert eine Zukunft in schillernden Farben für alle in der Stadt, er bräuchte nur etwas Startkapital. Die Lesenden ahnen schon, wie es kommen wird und so ist es auch. Irimias ist ein Betrüger und verschwindet mit dem Geld, nachdem er alle Dorfbewohner getrennt voneinander irgendwohin in der Stadt geschickt hat Die Geschichte ist sehr düster und deprimierend. Der Verfall der Gebäude und die Abgehängtheit der Bewohner*innen aber sprachlich so gekonnt und empathisch erzählt, dass ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen habe. Das Buch ist unfassbar düster, die Geschichte sehr deprimierend. Die Charaktere, die Trostlosigkeit und der Verfall aber grandios erzählt. Die Sprache und
Abbruch nach der Hälfte des Buches. Egal welche Rezension im Feuilleton ich gelesen habe, alle sprachen von einem dunklen Meisterwerk der Apokalypse. Und das stimmt auch alles, es ist dunkel, trübsinnig, meisterlich geschrieben und eine Endzeitstimmung vermittelnd. Aber trotzdem: es ging nicht zu mir. Der ungarische Autor entwickelt wie bei Dürrenmatts Besuch der alten Dame ein Szenario, in dem eine Person von außen in eine Dorfgemeinschaft eindringt und sie verführt. Stilistisch sind die Kapitel wie ein Teufelskreis aufgebaut, die Kapitel sprachlich und zeitlich unterschiedlich gestaltet und die Sätze lange Wortkaskaden. Ich hatte beim Lesen trotzdem das Gefühl, dass es hier ein Qualitätsproblem gibt. Nicht etwa bei Buch oder Autor, sondern bei mir als Leser. Ich bin einfach nicht geeignet für das Buch. Es war mir täglich eine Qual, es in die Hand nehmen zu müssen. Das Gelesene blieb unverständlicherweise immer auf Distanz zu mir. Das Buch vermittelte schon hervorragend ein traurig-beklemmendes Gefühl bei mir, es erzeugte aber keine Bilder in meinem Kopf. Vor lauter Meisterhaftigkeit gelang es dem Autor nicht, mein Kopfkino zu starten. Das absatzlose Schreiben im Blocksatz lässt die Wörter wie eine undurchdringliche Wand erscheinen. Nach der Hälfte des Buchs konnte ich mich nicht mehr auf den Inhalt konzentrieren. Ich hätte es gerne gemocht. Aber so macht es keinen Sinn. Ein Tango, bei dem ich nicht führte, sondern wie eine Anfängerin hin- und gerissen wurde vom Satanstänzer.
Sehr spannendes Buch, lesenswert.
Ich habe das Buch in 1 1/2 Tagen gelesen. Von der ersten Seite an spannend geschrieben. Das Bauch hat mir wieder einmal gezeigt, dass man alles was man besitzt, schätzen sollte. Ein Buch über Armut, vernachlässigte Kinder, Erwachsene ohne Zukunft, ohne Perspektiven und vom Staat sich selbst überlassen… Aber lest es selber!
Die drückende Hoffnungslosigkeit in diesem Dörfchen erfährt man hier in völliger Atemlosigkeit. Der Schreibstil lässt keine Verschnaufpause zu. Kommt man so richtig in der Tristesse an, nimmt das Buch plötzlich Fahrt auf und wartet mit ein, zwei unerwarteten Plottwists auf. Wie der Verlag allerdings auf die Idee gekommen ist so einen Spoiler in den Klappentext zu drucken ist mir ein Rätsel. Lest das Buch, es ist grandios. Aber lest NICHT den Klappentext. P.s. Lange habe ich nicht mehr so über einen Furz gelacht
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Eine heruntergekommene Ansiedlung in Südostungarn. Keine Arbeit, keine Hoffnung, keine Zukunft. Ringsum Verfall, von strömendem Oktoberregen in tiefe Trostlosigkeit getaucht. Nur eine Handvoll Menschen sind geblieben und warten auf ein Wunder, das ihr Los zum Besseren wenden könnte. Eines Tages kommt einer und verheißt Erlösung: Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner mit dem Charisma eines Propheten. Er verspricht anderswo einen neuen Anfang, Arbeit und ein besseres Leben. Die Dorfbewohner können sich der Suggestionskraft seiner Verheißungen nicht entziehen, wenngleich sie ahnen, daß sie wie schon so oft in ihr Unglück rennen werden. Und richtig, Irimias ist ein Gaukler und Gauner, der, seinerseits den Zwängen eines übermächtigen Systems ausgeliefert, Spitzeldienste für die Polizei verrichtet. Während aus dem Mund eines Irren Warnlaute erklingen und rätselhaftes Glockengeläut das Dorf erzittern läßt, tanzen dessen Bewohner zur Feier ihrer bevorstehenden Befreiung in der Kneipe einen infernalischen nächtlichen Tango... Eine Parabel über das Versagen von Ideologien, über Indoktrination und Manipulation, über politische Hörigkeit und Spitzelwesen, über die Macht von Worten und das Unglück der Zeit.
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»Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben«, sagt László Krasznahorkai, dem 2015 der International Man Booker Prize verliehen wurde. 1954 in Gyula/Ungarn geboren, gilt er als einer der innovativsten Schriftsteller Europas, dessen Romane »Satanstango« und »Melancholie des Widerstands« überall auf der Welt begeistert aufgenommen werden. Die internationale Beachtung begann jedoch 1993 in Deutschland mit dem SWR-Bestenliste-Preis für »Melancholie des Widerstands«. In den letzten Jahren erschienen die Erzählbände »Seiobo auf Erden« (Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk 2010) sowie »Die Welt voran« (2014). Für seinen Roman »Baron Wenckheims Rückkehr« (2018) wurde er mit dem National Book Award 2019 for Translated Literature ausgezeichnet. 2021 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2024 den spanischen Literaturpreis Prix Formentor. 2025 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Roman »Herscht 07769« und der Erzählband »Im Wahn der Anderen«. Heute lebt László Krasznahorkai in Triest, Italien.
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Ein fast komplett von der Außenwelt abgeschnittenes Dorf in Ungarn. Einwohner, die den Moment verpasst haben, das Dorf zu verlassen und ihr Leben in der Stadt zu verbessern. Abgehängtheit, Trunksucht, Depression wo man auch hinschaut. Da kommt Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner zurück, schildert eine Zukunft in schillernden Farben für alle in der Stadt, er bräuchte nur etwas Startkapital. Die Lesenden ahnen schon, wie es kommen wird und so ist es auch. Irimias ist ein Betrüger und verschwindet mit dem Geld, nachdem er alle Dorfbewohner getrennt voneinander irgendwohin in der Stadt geschickt hat Die Geschichte ist sehr düster und deprimierend. Der Verfall der Gebäude und die Abgehängtheit der Bewohner*innen aber sprachlich so gekonnt und empathisch erzählt, dass ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen habe. Das Buch ist unfassbar düster, die Geschichte sehr deprimierend. Die Charaktere, die Trostlosigkeit und der Verfall aber grandios erzählt. Die Sprache und
Abbruch nach der Hälfte des Buches. Egal welche Rezension im Feuilleton ich gelesen habe, alle sprachen von einem dunklen Meisterwerk der Apokalypse. Und das stimmt auch alles, es ist dunkel, trübsinnig, meisterlich geschrieben und eine Endzeitstimmung vermittelnd. Aber trotzdem: es ging nicht zu mir. Der ungarische Autor entwickelt wie bei Dürrenmatts Besuch der alten Dame ein Szenario, in dem eine Person von außen in eine Dorfgemeinschaft eindringt und sie verführt. Stilistisch sind die Kapitel wie ein Teufelskreis aufgebaut, die Kapitel sprachlich und zeitlich unterschiedlich gestaltet und die Sätze lange Wortkaskaden. Ich hatte beim Lesen trotzdem das Gefühl, dass es hier ein Qualitätsproblem gibt. Nicht etwa bei Buch oder Autor, sondern bei mir als Leser. Ich bin einfach nicht geeignet für das Buch. Es war mir täglich eine Qual, es in die Hand nehmen zu müssen. Das Gelesene blieb unverständlicherweise immer auf Distanz zu mir. Das Buch vermittelte schon hervorragend ein traurig-beklemmendes Gefühl bei mir, es erzeugte aber keine Bilder in meinem Kopf. Vor lauter Meisterhaftigkeit gelang es dem Autor nicht, mein Kopfkino zu starten. Das absatzlose Schreiben im Blocksatz lässt die Wörter wie eine undurchdringliche Wand erscheinen. Nach der Hälfte des Buchs konnte ich mich nicht mehr auf den Inhalt konzentrieren. Ich hätte es gerne gemocht. Aber so macht es keinen Sinn. Ein Tango, bei dem ich nicht führte, sondern wie eine Anfängerin hin- und gerissen wurde vom Satanstänzer.
Sehr spannendes Buch, lesenswert.
Ich habe das Buch in 1 1/2 Tagen gelesen. Von der ersten Seite an spannend geschrieben. Das Bauch hat mir wieder einmal gezeigt, dass man alles was man besitzt, schätzen sollte. Ein Buch über Armut, vernachlässigte Kinder, Erwachsene ohne Zukunft, ohne Perspektiven und vom Staat sich selbst überlassen… Aber lest es selber!
Die drückende Hoffnungslosigkeit in diesem Dörfchen erfährt man hier in völliger Atemlosigkeit. Der Schreibstil lässt keine Verschnaufpause zu. Kommt man so richtig in der Tristesse an, nimmt das Buch plötzlich Fahrt auf und wartet mit ein, zwei unerwarteten Plottwists auf. Wie der Verlag allerdings auf die Idee gekommen ist so einen Spoiler in den Klappentext zu drucken ist mir ein Rätsel. Lest das Buch, es ist grandios. Aber lest NICHT den Klappentext. P.s. Lange habe ich nicht mehr so über einen Furz gelacht








