Planet der Habenichtse
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Ein Anarchist zu Besuch im Kapitalismus
Shevek ist Anarres geboren, einem Wüstenplaneten der gemeinsam mit dem Nachbarn Urras einen Doppelplaneten bildet. Urras ist ein wunderschöner Planet, mit Wäldern, Städten und Tieren, aber auch mit einer starken Hierarchie, Superreichen und einer Arbeiterklasse im Elend. Vor 170 Jahren wanderten die Anarchisten aus, um auf dem bisher nur im Bergbau genutzten Nachbarplaneten ein neues Leben aufzubauen. Sie sind arm, aber solidarisch und frei, sie essen und hungern gemeinsam. So zumindest in der Theorie, denn Shevek stellt im Laufe seines Lebens fest: über öffentliche Meinungen wird doch Herrschaft ausgeübt und kaum jemand lehnt die Arbeitsaufträge ab, die sie oder ihm angeboten werden, auch wenn diese eine lange Trennung von der Familie bedeuten. Als der Physiker eine Einladung nach Urras bekommt, um einen Preis entgegenzunehmen, lernt er auch die dortige Welt des Überflusses und das Elend der Arbeiter:innen kennen. Wie häufig in old-timey science fiction steht nicht eine actiongeladene Handlung sondern eine Idee im Vordergrund, und die gefällt mir sehr gut, die Utopie einer Welt ohne Privateigentum und Herrschaft, in der man frei ist, sich immer wieder neu zu entscheiden, wo man lebt und was man arbeitet, in der unangenehme Tätigkeiten solidarisch geteilt werden ist wunderbar und auch dass das Buch die Schwierigkeiten darstellt und nicht verklärt gefällt mir gut (etwa dass ein solidarisches Teilen deutlich leichter fällt, solange es für alle genug gibt und wie stark die Menschen aus Anarres ihre eigenen Gedanken und Handlungen kontrollieren). Auch sprachlich fand ich es spannend: Privateigentum wird so sehr verurteilt, dass sogar Possessivpronomen vermieden werden (der Vater und das Taschentuch, das ich benutze statt mein Vater oder mein Taschentuch). Ich habe es sehr gern gelesen und mich keine Sekunde gelangweilt 🥰
Sperriges Buch
Unglaublich sperriger Schreibstil. Man braucht sehr lange um eine Seite zu lesen. Zudem werden so viele Fachbegriffe verwendet, dass das Lesen noch mühseliger wird. Den Gesprächen im Buch kann man so nur mit großer Mühe folgen. Ich nehme an die Autorin tat dies um einen besonders intellektuellen Eindruck zu vermitteln, der Lesefluss vom Buch leidet darunter jedoch enorm. In einem Satz im Buch heißt es bezeichnend: "...mit den Freunden war er (Shevek)still, sachlich, sanft und kalt." Das lässt sich auf das ganze Buch übertragen. Auch das Buch ist still, sachlich und kalt. Es gibt keine Spannungskurve. Die Spannung bleibt konstant sehr niedrig. Auch in den letzten Kapiteln ändert sich kaum etwas. Auch wenn ich die Idee hinter dem Buch sehr interessant finde: hätte ich nicht den Grundsatz Bücher zu Ende zu lesen, hätte ich es längst abgebrochen. Ich denke es war das mühseligste sperrigste Buch, das ich je gelesen habe, sogar Sachbücher mit eingeschlossen. Ich werde daher kein weiteres Buch der Autorin mehr lesen.
Ein wunderbarer Text und eigentlich keine Science Fiction, sondern eher eine soziale Utopie. LeGuin beschäftigt sich damit, wie Anarchismus lebbar sein könnte: "Es gab nur das Fortschreiten: das Fortschreiten war alles. Man konnte in einer vielversprechenen Richtung weitergehe, man konnte auch fehlgehen, aber man konnte sich nicht mit der Erwartung auf den Weg machen, irgendwann einmal irgenwo anzuhalten. (S. 304)
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Ein Anarchist zu Besuch im Kapitalismus
Shevek ist Anarres geboren, einem Wüstenplaneten der gemeinsam mit dem Nachbarn Urras einen Doppelplaneten bildet. Urras ist ein wunderschöner Planet, mit Wäldern, Städten und Tieren, aber auch mit einer starken Hierarchie, Superreichen und einer Arbeiterklasse im Elend. Vor 170 Jahren wanderten die Anarchisten aus, um auf dem bisher nur im Bergbau genutzten Nachbarplaneten ein neues Leben aufzubauen. Sie sind arm, aber solidarisch und frei, sie essen und hungern gemeinsam. So zumindest in der Theorie, denn Shevek stellt im Laufe seines Lebens fest: über öffentliche Meinungen wird doch Herrschaft ausgeübt und kaum jemand lehnt die Arbeitsaufträge ab, die sie oder ihm angeboten werden, auch wenn diese eine lange Trennung von der Familie bedeuten. Als der Physiker eine Einladung nach Urras bekommt, um einen Preis entgegenzunehmen, lernt er auch die dortige Welt des Überflusses und das Elend der Arbeiter:innen kennen. Wie häufig in old-timey science fiction steht nicht eine actiongeladene Handlung sondern eine Idee im Vordergrund, und die gefällt mir sehr gut, die Utopie einer Welt ohne Privateigentum und Herrschaft, in der man frei ist, sich immer wieder neu zu entscheiden, wo man lebt und was man arbeitet, in der unangenehme Tätigkeiten solidarisch geteilt werden ist wunderbar und auch dass das Buch die Schwierigkeiten darstellt und nicht verklärt gefällt mir gut (etwa dass ein solidarisches Teilen deutlich leichter fällt, solange es für alle genug gibt und wie stark die Menschen aus Anarres ihre eigenen Gedanken und Handlungen kontrollieren). Auch sprachlich fand ich es spannend: Privateigentum wird so sehr verurteilt, dass sogar Possessivpronomen vermieden werden (der Vater und das Taschentuch, das ich benutze statt mein Vater oder mein Taschentuch). Ich habe es sehr gern gelesen und mich keine Sekunde gelangweilt 🥰
Sperriges Buch
Unglaublich sperriger Schreibstil. Man braucht sehr lange um eine Seite zu lesen. Zudem werden so viele Fachbegriffe verwendet, dass das Lesen noch mühseliger wird. Den Gesprächen im Buch kann man so nur mit großer Mühe folgen. Ich nehme an die Autorin tat dies um einen besonders intellektuellen Eindruck zu vermitteln, der Lesefluss vom Buch leidet darunter jedoch enorm. In einem Satz im Buch heißt es bezeichnend: "...mit den Freunden war er (Shevek)still, sachlich, sanft und kalt." Das lässt sich auf das ganze Buch übertragen. Auch das Buch ist still, sachlich und kalt. Es gibt keine Spannungskurve. Die Spannung bleibt konstant sehr niedrig. Auch in den letzten Kapiteln ändert sich kaum etwas. Auch wenn ich die Idee hinter dem Buch sehr interessant finde: hätte ich nicht den Grundsatz Bücher zu Ende zu lesen, hätte ich es längst abgebrochen. Ich denke es war das mühseligste sperrigste Buch, das ich je gelesen habe, sogar Sachbücher mit eingeschlossen. Ich werde daher kein weiteres Buch der Autorin mehr lesen.
Ein wunderbarer Text und eigentlich keine Science Fiction, sondern eher eine soziale Utopie. LeGuin beschäftigt sich damit, wie Anarchismus lebbar sein könnte: "Es gab nur das Fortschreiten: das Fortschreiten war alles. Man konnte in einer vielversprechenen Richtung weitergehe, man konnte auch fehlgehen, aber man konnte sich nicht mit der Erwartung auf den Weg machen, irgendwann einmal irgenwo anzuhalten. (S. 304)







