Paradise Beach
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Description
Book Information
Author Description
Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts LITERARISCH, SOLIDARISCH und des Literaturmagazins DER SCHNIPSEL. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den LILIENCRON-NACHWUCHSPREIS für Lyrik aus Schleswig-Holstein.
Posts
Mit Paradise Beach hat mich ein Buch getroffen, wie es nur selten passiert. Nicht laut, nicht effekthascherisch – sondern leise, schmerzhaft ehrlich und erschreckend nah an meiner eigenen Realität. Die Protagonistin Ada leidet an Endometriose. Und genau wie sie bin auch ich durch einen zermürbenden Ärztemarathon gegangen, wurde nicht ernst genommen, vertröstet, falsch eingeordnet. Deshalb fühlte sich dieses Buch beim Lesen nicht wie Fiktion an, sondern wie eine Erinnerung, die jemand anderes für mich aufgeschrieben hat. Ada befindet sich nach einer Operation in einer Phase der Heilung – körperlich wie emotional. Sie muss lernen, ihrem eigenen Körper wieder zu begegnen, nachdem dieser für so lange nur Schmerz bedeutet hat. Währenddessen treiben ihre Gedanken immer wieder zurück in den Sommer ihrer Jugend: den Sommer, in dem plötzlich alles anders wurde. Der Sommer, in dem die ersten Symptome auftauchten, ohne dass jemand verstand, was mit ihr geschah. Und genau dort entfaltet dieser Roman seine ganze Wucht. Zwischen Mädchenfreundschaften, Unsicherheiten, erster Liebe und dem verzweifelten Wunsch, dazuzugehören, schleicht sich etwas Dunkles in Adas Leben: ein Körper, der nicht funktioniert wie er sollte. Ein Schmerz, für den niemand Worte hat. Die Hilflosigkeit, nicht verstanden zu werden. Dieses langsame Gefühl, dem eigenen Körper fremd zu werden, beschreibt die Autorin mit einer solchen Feinfühligkeit, dass es beim Lesen beinahe weh tut. Gleichzeitig fängt der Roman die frühen 2000er unglaublich authentisch ein: Bravo-Girl-Tests, Vanille-Deo, MSN, die ersten zaghaften Schritte im Internet – all diese Details erzeugen eine Nostalgie, die warm beginnt und dann umso härter mit der Realität kollidiert, die Ada erlebt. Was mich aber am meisten bewegt hat: Dieses Buch gibt einer Krankheit Raum, die noch immer unterschätzt und viel zu oft ignoriert wird. Endometriose ist nicht einfach „starke Regelschmerzen“. Sie kann Leben zerstören, Beziehungen belasten und Menschen jahrelang ihrer Kraft berauben. Endometriose sichtbar zu machen, ohne Pathos und ohne Klischees, ist die große Stärke dieses Romans. „Paradise Beach“ ist keine Geschichte, die laut um Aufmerksamkeit kämpft. Sie kriecht langsam unter die Haut – und bleibt dort. Für mich war dieses Buch nicht nur bewegend, sondern auch schmerzhaft tröstlich. Weil ich mich gesehen gefühlt habe.
Gemischte Gefühle
„Das bluten passiert nicht einfach. Es ist etwas, dass ihr passiert. Wie ein großes Unglück, das sie nicht verarbeiten kann. Zu groß ist der Widerspruch zwischen bestimmte Fuß. Wunsch danach, eine Frau werden zu wollen, um den Körper, der nicht dafür gemacht zu sein scheint.“ Seite 55 INHALT Das Thema Endometriose fand bis jetzt wenig Beachtung in der Literatur. (Zumindest ist mir nichts bekannt). In diesem Buch gehts um Ada. Ada ist frisch operiert, es geht um sie und ihre Gedanken. Eine Erzählebene im Hier und jetzt. In der zweiten Ebene geht es um die Vergangenheit, genauer gesagt um einen Sommer, in dem die Symptome beginnen. Ein Buch über Adas Leidensgeschichte, ein Leben voller Schmerzen. Aber es geht hierbei um so viel mehr, es geht auch um Erwachsenwerden, um Freundschaft und Liebe. „Männer weinen sechs bis siebzehn Mal pro Jahr, Frauen dreißig bis vierundsechzig Mal, Männer lassen zwei bis vier Minuten lang die Tränen kullern, Frauen dagegen sechs Minuten.“ Seite 122 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Buch hat mich sehr interessiert! Eine Thematik, die man nicht häufig findet. Vorab: wie unglaublich gelungen ist dieses Cover bitte? Das Buch liest sich gut, man rutscht so durch. Lange war mir nicht klar, was fehlt. Ich finde es schwierig, dass wir nur vom Beginn und dem „Ende“ / der Op erfahren. Der Leidensweg zwischendrin fehlt gänzlich. Das wäre allerdings etwas, was mich am meisten interessiert hätte. Wie erging es Ada in der Zwischenzeit? Welche Behandlungen wurden ausprobiert, wie weit sind wir in der aktuellen Forschung?! Ada blieb mir leider etwas fremd! Dennoch ein lesenswertes Buch zu der Thematik (wenn auch für mich persönlich nicht ganz rund).
Paradise Beach thematisiert so viel, was bislang zu wenig besprochen ist. Neben dem großen Thema von Adas Endometriose sind für mich vorallem die Körperbilder in Erinnerung geblieben, die in unseren Köpfen von Kindheit an gepflanzt werden und in diesem Roman so eindrücklich aufgezeigt werden. Dabei scheint Dara Brexendorf jedes Wort auf die Goldwaage gelegt zu haben und schreibt ihren ersten Roman in einem so schönen und poetischen Stil, dass ich mich schon jetzt auf hoffentlich viele weitere Veröffentlichungen freue !!
Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!
💭 M E I N U N G Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einmal im „heute“, wo Ada 28 Jahre alt ist und dann in einem Sommer, als Ada 13 Jahre alt war. Es wird öfter hin&her gesprungen und die beiden Stränge waren nicht klar voneinander, wodurch ich irgendwie gar nicht so richtig reingekommen bin. Wirklich geglückt war dafür die Umschreibung des Settings, sodass ich mich tatsächlich dorthin versetzt fühlte. Vom Feeling befand ich beim Lesen irgendwo zwischen Ostseestrand & „die Sims“, während ich den Geruch von Schwimmbadpommes & Fa-Passion Deo aufsog. Auch die Bekanntschaft mit Elja und die Tür, welche dadurch in Adas Leben geöffnet wurde, hat mir gut gefallen, allerdings hätte ich mir hier ein tieferes Eindringen in die Gefühlswelt von Ada gewünscht. Generell finde ich, dass manche Themen und Personen nur oberflächlich angeschnitten wurden und ich auch rückblickend nicht wirklich den Sinn hinter deren Erwähnung erkennen konnte. Die Protagonistin wurde, durch das ganze Buch hinweg, sehr isoliert und ruhig dargestellt. Für mich jedoch kamen die Einblicke in Gefühls- & Gedankenwelt von Ada oder auch in ihr Leiden viel zu kurz. Da hätte ich mir einfach MEHR gewünscht, zum Beispiel in Form von gedanklichen Monologen oder auch Einblicken in das „nicht-ernstgenomnen-werden“ von Ärzten, sowie den Weg hin bis zur Diagnose. Auf eine Auseinandersetzung mit der Zukunft habe ich gewartet - leider verblich. Ich habe schon verstanden, dass Ada sich isoliert hat und auch ihre Sprache in gewisser Hinsicht verloren hat, trotzdem hätte ich mir eine stärkere Darstellung des Inneren und der Gedanken& Gefühle im heute gewünscht. Mein liebstes Zitat: „Sie Versteht die Schmerzen nicht, versteht nicht, was mit ihrem Körper passiert. Ihr fehlt eine geeignete Sprache“. ⭐️ F A Z I T Ich möchte ehrlich sein und muss leider zugeben, dass ich mit dem Buch nicht warm geworden bin. Ich kann nicht sagen an was es liegt, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder ich mir einfach etwas anderes, bzw. einen anderen Schwerpunkt erhofft habe?! Aber mich konnte Adas Geschichte leider nicht erreichen, auch wenn mir der Schreibstil, die anschauliche Erzählweise und auch die Thematik an sich gut gefallen haben. Von mir gibt’s 2,5 ⭐️ !

"Paradise Beach" ist ein Roman, der mich auf sehr persönlicher Ebene berührt hat. Denn wie Protagonistin Ada leide ich unter Endometriose und habe genau wie sie einen Ärztemarathon bis zur Diagnose hinter mir. Wir begleiten Ada bei ihrer Genesung nach einer Endometriose-OP und erleben, wie sie ihren Körper neu kennenlernen muss. Dabei schweift sie gedanklich immer wieder in den einen Sommer ihrer Jugend ab, indem sich ihr Körper zu verändern begann und ihre Symptome zum ersten Mal auftauchten. Neben der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper geht es in diesen Rückblicken vor allem um Mädchen-Freundschaften und die erste, zarte Liebe. Die Autorin Dara Brexendorf schildert sehr authentisch das Leben von Jugendlichen der frühen 2000er. Selbsttests in der Bravo Girl, Vanille Deo, erste Erfahrungen mit Computern und dem Internet - da wird man direkt ein wenig nostalgisch! Fazit: Eine leise Geschichte mit einem wichtigen Thema. Denn Endometriose ist eine unterschätzte Krankheit und ich habe mich gefreut, dass diese chronische Krankheit in diesem Buch eine Plattform bekommt.

Leider enttäuschend
In „Paradies Beach“ geht es um Ava, die die Diagnose Endometriose erhält und sich einer Operation unterziehen muss. Durch den Eingriff verbringt sie viel Zeit allein in ihrer Wohnung und lauscht den Geräuschen des Wohnhauses. Dabei schwelgt sie in Erinnerungen an einen Sommer in ihrer Jugend, und man erfährt mehr über die Anfänge ihrer Erkrankung. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Da es keine klare, direkte Rede gibt, muss man sich zunächst daran gewöhnen. Durchaus außergewöhnlich, aber wenn man sich darauf einlässt, macht das Lesen Spaß. Allerdings empfand ich die Geschichte insgesamt als eher träge. Zudem waren die Zeitsprünge für mich teilweise zu unklar, was es zusätzlich erschwert hat, der Handlung gut zu folgen. Den Endometriose-Part habe ich mir intensiver und detaillierter vorgestellt. Was dieses Thema anbelangt, wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Zusätzlich konnte ich mich mit der Protagonistin nicht identifizieren und hatte dadurch wirklich Probleme, im Buch voranzukommen. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder ob der Klappentext zu sehr von der eigentlichen Geschichte abweicht, aber das Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Es hatte natürlich seine guten Aspekte, und dass das Thema Endometriose aufgegriffen wurde, finde ich sehr wichtig, da es dadurch mehr Präsenz erhält. Das Gesamtpaket hat mir persönlich jedoch leider nicht gefallen.
Ein Sommerbuch mit Tiefe
Ich muss zugeben, ich bin etwas befangen. Ich war auf einer sehr kleinen und intimen Lesung zu dem Buch und konnte mich auch kurz mit der Autorin austauschen. Der Schreibstil hat mich direkt fasziniert, das Thema und die Zeit, in der es spielt, sowieso (#2000er). Da ich persönlich nicht betroffen bin von Endometriose, hatte ich keine Erwartungen an das Buch. Es liest sich leicht, bekommt aber punktuell eine Schwere, die das Thema und die Beschreibungen von Ada mit sich bringen. Viele Gefühle aus der Zeit eines jungen Teenager-Mädchens konnte ich sehr nachfühlen. Betroffen hat mich die Erkrankung und die damit verbundene Belastung gemacht, die viele Personen ausgesetzt sind. Es ist so wichtig, dass solche Themen in der Popkultur immer mehr Raum finden, da bisher dafür viel zu wenig Platz war. Ich habe es wirklich gern gelesen.
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Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts LITERARISCH, SOLIDARISCH und des Literaturmagazins DER SCHNIPSEL. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den LILIENCRON-NACHWUCHSPREIS für Lyrik aus Schleswig-Holstein.
Posts
Mit Paradise Beach hat mich ein Buch getroffen, wie es nur selten passiert. Nicht laut, nicht effekthascherisch – sondern leise, schmerzhaft ehrlich und erschreckend nah an meiner eigenen Realität. Die Protagonistin Ada leidet an Endometriose. Und genau wie sie bin auch ich durch einen zermürbenden Ärztemarathon gegangen, wurde nicht ernst genommen, vertröstet, falsch eingeordnet. Deshalb fühlte sich dieses Buch beim Lesen nicht wie Fiktion an, sondern wie eine Erinnerung, die jemand anderes für mich aufgeschrieben hat. Ada befindet sich nach einer Operation in einer Phase der Heilung – körperlich wie emotional. Sie muss lernen, ihrem eigenen Körper wieder zu begegnen, nachdem dieser für so lange nur Schmerz bedeutet hat. Währenddessen treiben ihre Gedanken immer wieder zurück in den Sommer ihrer Jugend: den Sommer, in dem plötzlich alles anders wurde. Der Sommer, in dem die ersten Symptome auftauchten, ohne dass jemand verstand, was mit ihr geschah. Und genau dort entfaltet dieser Roman seine ganze Wucht. Zwischen Mädchenfreundschaften, Unsicherheiten, erster Liebe und dem verzweifelten Wunsch, dazuzugehören, schleicht sich etwas Dunkles in Adas Leben: ein Körper, der nicht funktioniert wie er sollte. Ein Schmerz, für den niemand Worte hat. Die Hilflosigkeit, nicht verstanden zu werden. Dieses langsame Gefühl, dem eigenen Körper fremd zu werden, beschreibt die Autorin mit einer solchen Feinfühligkeit, dass es beim Lesen beinahe weh tut. Gleichzeitig fängt der Roman die frühen 2000er unglaublich authentisch ein: Bravo-Girl-Tests, Vanille-Deo, MSN, die ersten zaghaften Schritte im Internet – all diese Details erzeugen eine Nostalgie, die warm beginnt und dann umso härter mit der Realität kollidiert, die Ada erlebt. Was mich aber am meisten bewegt hat: Dieses Buch gibt einer Krankheit Raum, die noch immer unterschätzt und viel zu oft ignoriert wird. Endometriose ist nicht einfach „starke Regelschmerzen“. Sie kann Leben zerstören, Beziehungen belasten und Menschen jahrelang ihrer Kraft berauben. Endometriose sichtbar zu machen, ohne Pathos und ohne Klischees, ist die große Stärke dieses Romans. „Paradise Beach“ ist keine Geschichte, die laut um Aufmerksamkeit kämpft. Sie kriecht langsam unter die Haut – und bleibt dort. Für mich war dieses Buch nicht nur bewegend, sondern auch schmerzhaft tröstlich. Weil ich mich gesehen gefühlt habe.
Gemischte Gefühle
„Das bluten passiert nicht einfach. Es ist etwas, dass ihr passiert. Wie ein großes Unglück, das sie nicht verarbeiten kann. Zu groß ist der Widerspruch zwischen bestimmte Fuß. Wunsch danach, eine Frau werden zu wollen, um den Körper, der nicht dafür gemacht zu sein scheint.“ Seite 55 INHALT Das Thema Endometriose fand bis jetzt wenig Beachtung in der Literatur. (Zumindest ist mir nichts bekannt). In diesem Buch gehts um Ada. Ada ist frisch operiert, es geht um sie und ihre Gedanken. Eine Erzählebene im Hier und jetzt. In der zweiten Ebene geht es um die Vergangenheit, genauer gesagt um einen Sommer, in dem die Symptome beginnen. Ein Buch über Adas Leidensgeschichte, ein Leben voller Schmerzen. Aber es geht hierbei um so viel mehr, es geht auch um Erwachsenwerden, um Freundschaft und Liebe. „Männer weinen sechs bis siebzehn Mal pro Jahr, Frauen dreißig bis vierundsechzig Mal, Männer lassen zwei bis vier Minuten lang die Tränen kullern, Frauen dagegen sechs Minuten.“ Seite 122 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Buch hat mich sehr interessiert! Eine Thematik, die man nicht häufig findet. Vorab: wie unglaublich gelungen ist dieses Cover bitte? Das Buch liest sich gut, man rutscht so durch. Lange war mir nicht klar, was fehlt. Ich finde es schwierig, dass wir nur vom Beginn und dem „Ende“ / der Op erfahren. Der Leidensweg zwischendrin fehlt gänzlich. Das wäre allerdings etwas, was mich am meisten interessiert hätte. Wie erging es Ada in der Zwischenzeit? Welche Behandlungen wurden ausprobiert, wie weit sind wir in der aktuellen Forschung?! Ada blieb mir leider etwas fremd! Dennoch ein lesenswertes Buch zu der Thematik (wenn auch für mich persönlich nicht ganz rund).
Paradise Beach thematisiert so viel, was bislang zu wenig besprochen ist. Neben dem großen Thema von Adas Endometriose sind für mich vorallem die Körperbilder in Erinnerung geblieben, die in unseren Köpfen von Kindheit an gepflanzt werden und in diesem Roman so eindrücklich aufgezeigt werden. Dabei scheint Dara Brexendorf jedes Wort auf die Goldwaage gelegt zu haben und schreibt ihren ersten Roman in einem so schönen und poetischen Stil, dass ich mich schon jetzt auf hoffentlich viele weitere Veröffentlichungen freue !!
Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!
💭 M E I N U N G Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einmal im „heute“, wo Ada 28 Jahre alt ist und dann in einem Sommer, als Ada 13 Jahre alt war. Es wird öfter hin&her gesprungen und die beiden Stränge waren nicht klar voneinander, wodurch ich irgendwie gar nicht so richtig reingekommen bin. Wirklich geglückt war dafür die Umschreibung des Settings, sodass ich mich tatsächlich dorthin versetzt fühlte. Vom Feeling befand ich beim Lesen irgendwo zwischen Ostseestrand & „die Sims“, während ich den Geruch von Schwimmbadpommes & Fa-Passion Deo aufsog. Auch die Bekanntschaft mit Elja und die Tür, welche dadurch in Adas Leben geöffnet wurde, hat mir gut gefallen, allerdings hätte ich mir hier ein tieferes Eindringen in die Gefühlswelt von Ada gewünscht. Generell finde ich, dass manche Themen und Personen nur oberflächlich angeschnitten wurden und ich auch rückblickend nicht wirklich den Sinn hinter deren Erwähnung erkennen konnte. Die Protagonistin wurde, durch das ganze Buch hinweg, sehr isoliert und ruhig dargestellt. Für mich jedoch kamen die Einblicke in Gefühls- & Gedankenwelt von Ada oder auch in ihr Leiden viel zu kurz. Da hätte ich mir einfach MEHR gewünscht, zum Beispiel in Form von gedanklichen Monologen oder auch Einblicken in das „nicht-ernstgenomnen-werden“ von Ärzten, sowie den Weg hin bis zur Diagnose. Auf eine Auseinandersetzung mit der Zukunft habe ich gewartet - leider verblich. Ich habe schon verstanden, dass Ada sich isoliert hat und auch ihre Sprache in gewisser Hinsicht verloren hat, trotzdem hätte ich mir eine stärkere Darstellung des Inneren und der Gedanken& Gefühle im heute gewünscht. Mein liebstes Zitat: „Sie Versteht die Schmerzen nicht, versteht nicht, was mit ihrem Körper passiert. Ihr fehlt eine geeignete Sprache“. ⭐️ F A Z I T Ich möchte ehrlich sein und muss leider zugeben, dass ich mit dem Buch nicht warm geworden bin. Ich kann nicht sagen an was es liegt, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder ich mir einfach etwas anderes, bzw. einen anderen Schwerpunkt erhofft habe?! Aber mich konnte Adas Geschichte leider nicht erreichen, auch wenn mir der Schreibstil, die anschauliche Erzählweise und auch die Thematik an sich gut gefallen haben. Von mir gibt’s 2,5 ⭐️ !

"Paradise Beach" ist ein Roman, der mich auf sehr persönlicher Ebene berührt hat. Denn wie Protagonistin Ada leide ich unter Endometriose und habe genau wie sie einen Ärztemarathon bis zur Diagnose hinter mir. Wir begleiten Ada bei ihrer Genesung nach einer Endometriose-OP und erleben, wie sie ihren Körper neu kennenlernen muss. Dabei schweift sie gedanklich immer wieder in den einen Sommer ihrer Jugend ab, indem sich ihr Körper zu verändern begann und ihre Symptome zum ersten Mal auftauchten. Neben der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper geht es in diesen Rückblicken vor allem um Mädchen-Freundschaften und die erste, zarte Liebe. Die Autorin Dara Brexendorf schildert sehr authentisch das Leben von Jugendlichen der frühen 2000er. Selbsttests in der Bravo Girl, Vanille Deo, erste Erfahrungen mit Computern und dem Internet - da wird man direkt ein wenig nostalgisch! Fazit: Eine leise Geschichte mit einem wichtigen Thema. Denn Endometriose ist eine unterschätzte Krankheit und ich habe mich gefreut, dass diese chronische Krankheit in diesem Buch eine Plattform bekommt.

Leider enttäuschend
In „Paradies Beach“ geht es um Ava, die die Diagnose Endometriose erhält und sich einer Operation unterziehen muss. Durch den Eingriff verbringt sie viel Zeit allein in ihrer Wohnung und lauscht den Geräuschen des Wohnhauses. Dabei schwelgt sie in Erinnerungen an einen Sommer in ihrer Jugend, und man erfährt mehr über die Anfänge ihrer Erkrankung. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Da es keine klare, direkte Rede gibt, muss man sich zunächst daran gewöhnen. Durchaus außergewöhnlich, aber wenn man sich darauf einlässt, macht das Lesen Spaß. Allerdings empfand ich die Geschichte insgesamt als eher träge. Zudem waren die Zeitsprünge für mich teilweise zu unklar, was es zusätzlich erschwert hat, der Handlung gut zu folgen. Den Endometriose-Part habe ich mir intensiver und detaillierter vorgestellt. Was dieses Thema anbelangt, wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Zusätzlich konnte ich mich mit der Protagonistin nicht identifizieren und hatte dadurch wirklich Probleme, im Buch voranzukommen. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder ob der Klappentext zu sehr von der eigentlichen Geschichte abweicht, aber das Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Es hatte natürlich seine guten Aspekte, und dass das Thema Endometriose aufgegriffen wurde, finde ich sehr wichtig, da es dadurch mehr Präsenz erhält. Das Gesamtpaket hat mir persönlich jedoch leider nicht gefallen.
Ein Sommerbuch mit Tiefe
Ich muss zugeben, ich bin etwas befangen. Ich war auf einer sehr kleinen und intimen Lesung zu dem Buch und konnte mich auch kurz mit der Autorin austauschen. Der Schreibstil hat mich direkt fasziniert, das Thema und die Zeit, in der es spielt, sowieso (#2000er). Da ich persönlich nicht betroffen bin von Endometriose, hatte ich keine Erwartungen an das Buch. Es liest sich leicht, bekommt aber punktuell eine Schwere, die das Thema und die Beschreibungen von Ada mit sich bringen. Viele Gefühle aus der Zeit eines jungen Teenager-Mädchens konnte ich sehr nachfühlen. Betroffen hat mich die Erkrankung und die damit verbundene Belastung gemacht, die viele Personen ausgesetzt sind. Es ist so wichtig, dass solche Themen in der Popkultur immer mehr Raum finden, da bisher dafür viel zu wenig Platz war. Ich habe es wirklich gern gelesen.













