Die Parabel vom Sämann

Die Parabel vom Sämann

Softcover
4.2139
Earthseed SerieReligionRassismusKlimawandel

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Description

Octavia E. Butler erzählt von einer nahen Zukunft, die unsere Gegenwart ist. (Süddeutsche Zeitung)

Octavia Butlers Meisterwerk in neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von N. K. Jemisin


Wir schreiben das Jahr 2024. Klimawandel, Wirtschaftskrisen und ein politischer Rechtsruck haben das Leben in den USA von Grund auf verändert. Lauren Olamina lebt mit ihrer Familie in Kalifornien, relativ sicher vor Plünderern hinter hohen Mauern. Wer überleben will, muss Stärke zeigen, deswegen hütet Lauren ihr Geheimnis sorgfältig: Sie leidet an Hyperempathie – sie empfindet die Emotionen eines anderen Menschen so tief, als wären es ihre eigenen. Doch wenn sie will, dass ihre Stimme gehört wird, darf sie sich nicht länger hinter den Mauern verstecken. Also macht sich Lauren auf die Reise nach Norden, wo es noch Sicherheit und Jobs gibt. Was als Kampf ums Überleben beginnt, wird schnell zu sehr viel mehr: Der Geburt einer neuen Religion – und einer atemberaubenden Vision für die Zukunft der Menschheit.

Vieles kommt einem bekannt vor - Octavia knew.

Book Information

Main Genre
Sci-Fi
Sub Genre
Near Future
Format
Softcover
Pages
448
Price
16.50 €

Author Description

Octavia Estelle Butler (22. Juni 1947 – 24. Februar 2006) kam in Pasadena, Kalifornien zur Welt. Obwohl bei ihr als Kind Dyslexie festgestellt wurde, machte sie einen Abschluss am Pasadena City College und schrieb sich an der California State University in Los Angeles ein. Schon als Kind verfasste sie erste Kurzgeschichten, und 1969/70 besuchte sie zwei Autoren-Workshops, bei denen sie unter anderem mit Harlan Ellison in Kontakt kam, der ihr half, 1976 ihren ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen. In ihrem mehrfach mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichneten Werk geht es immer wieder um Genderfragen und kulturelle Identität. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod in Seattle, Washington.

Posts

35
All
5

Krasser und beeindruckender Dystopie - Klassiker

Lauren wächst in einer Gemeinschaft hinter Mauern im Jahr 2024 auf (der Roman ist von 1993). Klimakatastrophen haben zu einem Zerfall des Staates und der öffentlichen Sicherheit geführt. Auf den Strassen herrscht Armut, Elend, Gewalt und Drogenhandel - nur innerhalb bewaffneter Mauern ist es sicher. Als ihre Gemeinschaft von Plünderern und Brandstiftern überrollt wird, flieht sie Richtung Norden... Das Buch ist irrsinnig spannend und packend allerdings oft drastisch und brutal.

4.5

Gott ist Veränderung

Kalifornien brennt, die Inflation galoppiert nur so vor sich hin und die USA werden von einem Populisten regiert. Dies sind nicht nur Schlagzeilen der Tagesschau, sondern auch die Umstände, in denen Lauren Olamina aufwächst. Abgeschottet von dem brutalen Leben auf der Straße, wächst sie hinter Mauern in einer kleinen Gemeinde im Großraum Los Angeles auf. Das besondere an ihr, sie hat das Hypersensibilitätssyndrom. Sie spürt die Gefühle anderer Menschen, als wären es ihre eigenen. Dies wird zum Problem, als sie gezwungen ist, ihre Gemeinde zu verlassen. Dieser Roman ist eine Wucht. Nicht nur, dass Olivia Butler es vor 30 Jahren geschafft hat, unsere Gegenwart zu prognostizieren, sondern auch, wie sie es stilistisch umgesetzt hat. Klar, ganz so schlimm wie in ihrer Dystopie ist es noch nicht, aber wenn man dem ganzen noch zehn Jahre gibt, wäre ich nicht überrascht, wenn es sich dahingehend entwickelt. Olivia Butler hat mit Lauren eine starke Hauptfigur erschaffen, die sich, getragen von ihrem Glauben, durch die Endzeit schlägt und dabei so inspirierend ist. Ich bin kein sehr gläubiger Mensch und meist, wenn dieses Thema in Büchern überhand nimmt, nehme ich reißaus. Die Autorin hat es jedoch fabelhaft geschafft, das alles dynamisch in diese Welt einzubauen und wachsen zu lassen, so dass es für mich perfekt gepasst hat. Sie hat Science-Fiction geschaffen, die von der Realität eingeholt wurde, was eine wirklich beachtliche Leistung ist. Mit der Eigenschaft der Hypersensibilität hat sie Lauren zu einer spannenden Protagonistin gemacht, der wir gerne folgen und bei der wir ständig Angst haben, was als Nächstes passiert. Dieses Buch ist ein Appell an die Menschlichkeit und Vielfalt. Jeder hat verschiedene Stärken und nur wenn wir ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringen, können wir zusammen etwas erreichen. Diese Botschaft ist heutzutage wichtiger denn je. Ich hatte vor dem Lesen des Buches Angst, dass vielleicht zu hochgestochen geschrieben ist und dadurch anstrengend zu lesen, da es ja viele als modernen Klassiker betiteln. Diese Angst kann ich jedem nehmen. Es liest sich wirklich flüssig und ist dennoch grandios geschrieben. Eine absolute Leseempfehlung, auch wenn es vielleicht nichts für schwache Nerven ist. Also nehmt euch jetzt zum Black History Month die Zeit und lest dieses Buch.

5

Wenn Dystopie zur Realität wird

Dieses Buch hat mich tief beeindruckt. Es ist schockierend, wie nah ihre dystopische Zukunftsvision unserer heutigen Welt kommt – viele der beschriebenen Entwicklungen sehen wir bereits jetzt. Diese Weitsicht macht Butler für mich zu einer außergewöhnlich klugen Autorin. Ihre klare, zugängliche Sprache steht in faszinierendem Kontrast zur Tiefe und Komplexität der Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat. Besonders die Protagonistin ist unglaublich gut geschrieben, und ich konnte mich in vielen ihrer Gedanken wiederfinden. Das Buch ist ein Meisterwerk, das jeder lesen und verstehen kann, unabhängig von Vorwissen oder Leseerfahrung.

5

Keine leichte Kost.

Das Buch spielt in einer Zukunft, in der die USA gesellschaftlich und politisch zerfallen sind. Extremismus wächst, Demokratie bröckelt, Menschen klammern sich an einfache Antworten. Und genau in diesem Chaos versucht die Protagonistin Lauren Olamina, eine neue Glaubens- und Lebensphilosophie aufzubauen – Earthseed. Der zentrale Gedanke: Gott ist Veränderung. Was mich so fesselt, ist, dass sich diese Zukunft nicht wie ferne Science-Fiction anfühlt, sondern wie eine mögliche Weiterentwicklung unserer Gegenwart. Butler schreibt intensiv, teilweise brutal, aber immer klug und vorausschauend. Es ist kein leichtes Buch – aber eines, das unglaublich relevant wirkt. Es stellt die Frage: Was tun wir, wenn Systeme versagen? Und woran halten wir uns fest, wenn alte Sicherheiten zerbrechen? Für mich ist es eine Mischung aus Dystopie, politischem Kommentar und philosophischer Vision.

Keine leichte Kost.
5

Düster, apokalyptisch, hervorragend

"Die Welt steckt voller trauriger Geschichten. Manchmal könnte man meinen, es gäbe überhaupt keine anderen, und doch kam ich nicht umhin, darüber nachzudenken, wie wunderschön dieses glitzernde Wasser hinter den Bäumen war." Das Buch, das Octavia E. Butler 1993 geschrieben hat, zeichnet ein düsteres Szenario für die Zukunft bzw. unsere aktuelle Gegenwart, Juli 2024: durch die Klimakrise und die sich immer vergrößernde Schere zwischen Arm und Reich ist die USA, vor allem der südliche Teil, ein Vorort der Hölle. Die, die es sich leisten können, bauen sich Gated Communities um ihr weniges Hab & Gut zu schützen. Vor den Mauern versuchen mittellose Menschen, irgendwie zu überleben und und werden dabei manchmal zu Tätern, Mördern, Räubern, Kannibalen. Was sie immer werden, ist verzweifelt, bedroht und abhängig, entweder von Almosen, Drogen oder Gangs. Die Protagonistin Lauren Olamina, Tochter eines Pfarrers, weiß schon längst, dass die Mauern sie nicht ewig beschützen werden. Sie rechnet jederzeit damit, flüchten zu müssen. Doch als der Moment tatsächlich kommt, ist es viel schlimmer als erwartet: ihr Dorf wird niedergebrannt, die Bewohnenden brutal gefoltert und getötet, unabhängig von ihrem Alter. Lauren kann tatsächlich fliehen und trifft auf zwei weitere Überlebende, mit denen sie beschließt, in den vermeintlich sicheren, doch auch abgeschotteten Norden zu ziehen. Was die anderen beiden erst nach und nach erfahren: Lauren träumt nicht nur von einem sicheren Ort, sie will auch aktiv an einer besseren Zukunft arbeiten, und zwar mit Hilfe der von ihr gegründeten Religion Earthseed. Doch der Weg zu mehr Sicherheit ist steinig und gepflastert von Gewalt. Was Lauren auch lange für sich behält: sie leidet an Hyperempathie, was bedeutet, dass sie Schmerzen anderer Menschen so spürt, als wären es ihre eigenen. Dadurch ist sie ein zusätzliches Risiko für die Gruppe. Die ganze Geschichte erfährt man durch die Tagebucheinträge von Lauren Olamina, die sich über mehrere Jahre strecken. Von Eintrag zu Eintrag kann man nicht nur den schlimmer werdenden Zerfall der Gesellschaft beobachten, sondern auch Laurens intensivere Earthseed-Missionierung. Während die Religion im zweiten Teil der Dilogie eine größere Rolle einnimmt, liegt der Fokus im ersten Band auf dem Aufzeigen der dystopischen, apokalyptischen Zukunft. Octavia B. Butler erahnt visionär Probleme der heutigen Gegenwart und baut diese zu gravierenden Risiken aus. Sie macht das so geschickt, dass es sich anfühlt, als wären wir schon fast da, in dieser schrecklichen, grausamen Zukunft. Der Roman hat mich von Anfang an sehr in seinen Bann gezogen. Ich kann mich allen Lobeshymen anschließen und empfehle das Buch unbedingt an Lesende, die kein Problem mit gewaltvollen, düsteren Dystopien haben. Kleiner Wermutstropfen: Das Vorwort von N. K. Jemisin spoilert, man sollte es also lieber erst lesen, nachdem man beide (!) Teile gelesen hat! Übersetzt von Dietlind Falk. CN: G3walt, Verg3waltigung, M0rd, Su1zid, T0d, Kindesm1ssbrauch, Dr0genm1ssbrauch, Ras$ismus, Abl3ismus, Polizeig3walt, Pandem1e.

5

Puh, was für ein krasses Buch! Und so aktuell, obwohl es schon so alt ist! Die Endzeitstimmung ist auf jeden Fall eindrücklich und super realistisch gestaltet, meiner Meinung nach, was es sehr hart zu lesen macht. So viel Gewalt und Angst, so viele traumatische Situationen, die die Charaktere erleben, und das ganze in einem so nüchternen, tagebuchartigen Erzählstil aufgeschrieben, dass man zum Glück halbwegs Distanz wahren kann. Als selbst sehr empathische Person fand ich das Konzept des Teilens nicht ganz ausgereift, weil es mehr um Körperempfindungen als um tatsächliche Gefühle geht, wozu dann das Wort Hyper-Empathie nicht ganz passt, aber an sich auf jeden Fall ein spannendes Konzept für einen Charakter. Die Übersetzung von Dietlind Falk ließ sich flüssig lesen und hatte eine deutliche Stimme, die gut zu der Protagonistin gepasst hat. Ich bin gespannt auf die weiteren Bände!

4.5

Die USA ist wirtschaftlich am Boden. Menschen werden von großen Firmen praktisch versklavt, nachdem sie mit schönen Versprechungen gelockt worden. Menschen werden auf offener Straße getötet, entführt, vergewaltigt oder sogar gefressen. Die Polizei? Schlimmer als die Jugendlichen Banden. Wenn sie dich nicht einsperren oder als Lohnsklaven verkaufen, dann nehmen sie dich bis auf den letzten Penny aus. Eine Droge die einen zu einem Pyromaniac macht, bringt doch ihr zusätzliches zu dieser bescheidenen Welt der nahen Zukunft. Und in all diesem Elend entwickelt Lauren einen neuen Glauben. Oder sollte ich eher sagen sie findet ihn? Entscheidet selbst. Hoffnung ist alles, was den Menschen am Ende noch bleibt. Die Parabel vom Sämann hat sich für mich teilweise gelesen wie die neuesten Nachrichten. Es ist vielleicht nicht ganz so schlimm wie es die Autorin vorausgesagt hat, aber viel fehlt nicht mehr. Oft musste ich bei der Geschichte an Bilder aus Amerika von Trump Anhängern denken. Durch sein Alter hat das Buch und die Autorin ein paar fragwürdige Wege eingeschlagen, wo auch ich eine Braue gehoben habe. Aber es hat immet gepasst, finde ich. Fazit: Eine Dystopie die zugleich schockiert und zum nachdenken anregt. Ich bin jetzt schon Fan von der Autorin.

4.5

"Umarme die Verschiedenheit. Vereinige dich - oder du wirst abgetrennt, beraubt, beherrscht, getötet von denen, die dich als Beute betrachten. Umarme die Verschiedenheit oder du wirst vernichtet."

Die Erstveröffentlichung von The Parable of the Sower war 1993 - die erste deutsche Übersetzung erschien 1999. Warum ich das explizit erwähne? Weil das Buch eine Dystopie in der "nahen Zukunft" darstellt und zufälliger Weise genau den Zeitraum abdeckt, den wir heute als Gegenwart bezeichnen - nämlich die Jahre 2024 - 2027. Dementsprechend erschreckend fand ich, wie zutreffend einige Vorhersagen der Autorin waren. Octavia E. Butler malt das Bild der USA in diesem Zukunftsszenario wie folgt: Raubüberfälle und Brandstiftung sind an der Tagesordnung, vorherrschende extreme Armut, die Menschen sind von Drogen zerfressen, der Staat befindet sich im stetigen Rechtsruck und die Polizei ist eher Feind als Freund...und überall gibt es nur den Tod. Besonders für People of Colour. Denn ja - auch der Rassismus ist weiterhin auf einem Hoch. Okay zugegeben - es ist überspitzt zu sagen, dass genau diese Zustände heute auch in den USA vorherrschen...aber es ist schon sehr nah an der tatsächlichen Realität. Die Parabel vom Sämann ist eine bedrückende und doch hoffnungsgebende Geschichte einer jungen Frau, die in düsteren Zeiten Trost in der Gründung ihrer eigenen Religion findet. Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Loyalität, Resilienz und Mut. Und ich bin ehrlich - ich war von Anfang an gefesselt, durchgängig schockiert. Das ist keine leichte Kost! Aber dieses Buch ist grandios in seiner Grausamkeit. Der Schreibstil fühlt sich alt an (verdammt das Buch ist 1 Jahr älter als ich - also habe ich mich selbst gedisst 🥲) aber ist dennoch gut lesbar und flüssig. Die Charaktere waren für mich gut greifbar und lebendig - nur wurden es zum Ende hin zu viele Menschen, um tatsächlich zu jeder Person eine direkte Bindung aufbauen zu können. Einen halben Stern Abzug gibt es für mich auch für einen meiner Meinung nach problematischen Romance Sub-Plot, der wahrscheinlich altersbedingt im Buch vorkam aber mir dennoch nicht gefallen hat. Ansonsten ist dieses Buch eine absolute Pflichtlektüre - vor allem im Black History Month!

"Umarme die Verschiedenheit. Vereinige dich - oder du wirst abgetrennt, beraubt, beherrscht, getötet von denen, die dich als Beute betrachten. Umarme die Verschiedenheit oder du wirst vernichtet."
4.5

Sehr lesenswert! Aber auch bedrückend, weil die Menschheit einfach total reel wiedergegeben wurde. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an.

4.5

Sci - Fi - Klassiker der es schafft eine postapokalyptische Welt sehr gut darzustellen und uns in Charaktere eintauchen lässt, die für mich bisher, einzigartig sind

Als erstes: wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt, Lest das Vorwort als Nachwort! Octavia Butler hat einen fast unbeschreiblichen Stil. Manchmal eher nüchtern und gleichzeitig aber doch einfühlsam. Sie schafft es dass man regelrecht in die Protagonistin eintauchen kann. Um die grausame Welt darzustellen verwendet sie vorallem die direkte Rede, was es einen noch einprägsamer und realistischer erscheinen lässt. Sie erschafft zugleich facettenreiche Charaktere und erforscht dabei tiefgründige Themen wie Glaube, Gemeinschaft und Überleben. Sehr zu empfehlen. Zitat: "Ein verrückter Gedanke, ohne Mauer zu leben, die einen beschützt."

4

Zu Beginn bin ich schwer reingekommen, danach war es bewegend und interessant, philosophisch und grausam. Gewalt wird nicht in bildlichen Szenen umgesetzt!

Puh, es ist schon harte Kost. Wirklich sehr viel Gewalt und Verrohung in dieser Dystopie, zwischen zeitlich habe ich mich gefragt, ob ich es weiter lesen möchte.. nun habe ich mir aber doch den zweiten Band bestellt. Ca ab einem Drittel ist die Protagonistin auf der Flucht, was dem Buch etwas mehr Hoffnung und „Es geht weiter“ gibt.

5

Eins der berührendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Die Sprache in diesem Buch..I can't, lovely, mir ist bisschen zu heulen (habs gerade beendet) aber so eine tolle Geschichte

3

Alles wird sich verändern

Dieses Mantra trägt die junge Lauren Olamina in einer dystopischen Zukunft vor sich her, in der es weder politische noch gesellschaftliche Sicherheit gibt. Der Schauplatz im Jahre 2024 wirkt nur auf den ersten Blick ziemlich realitätsfern, denn Ocatvia Butler beschreibt eine Welt der schwindenden Ressourcen durch den Klimawandel, Radikalität und Rassismus sowie Selbstjustiz, die teilweise erschreckend nahe an die aktuellen Probleme des Jahres 2023 stoßen. Obwohl mich die Geschichte von Anfang an gepackt hat und ich insbesondere im ersten Drittel sehr viele philosophische Fragestellungen nach Verantwortung, Hoffnung oder Recht und Unrecht herauslesen konnte, haben mich im Verlauf der Lektüre einige Aspekte gestört. Butler hatte ein gutes Händchen dafür, viele Figuren ins Feld zu führen und trotzdem bewusste Schwerpunkte in der Charakterzeichnung zu setzen. Lauren als Hauptcharakter muss man dabei vielleicht ebenso parabolisch sehen wie viele Andeutungen der Geschichte. Das Mädchen, das sich in der Geschichte erst zu einer jungen Frau entwickelt, war mir oft zu glatt, prophetisch und fehlerfrei. Von allen wird sie mehr oder weniger als „Anführerin“ gesehen, die den richten Weg kennt und keine falschen Entscheidungen trifft. Dazu kommt ihr starker Bezug zur Religiosität, die sie so weit für sich selbst ausdeutet, dass sie bereits als Jugendliche eine eigene Religion entwickelt. Die Ideen zum Thema Glaube und die Bedeutung für die Geschichte fand ich eigentlich sehr schön und oft auch poetisch - Laurens „Übermenschlichkeit“ war mir aber teilweise zu viel des Guten. Die Protagonistin ist außerdem durch das Hyperempathie-Syndrom gezeichnet, welches sie die Gefühle der sie umgebenen Menschen mitfühlen lässt. Die Idee, Lauren somit eine Art Verletzlichkeit zu verleihen, fand ich super - eine wirklich eklatante Konsequenz hatte diese Eigenschaft jedoch eigentlich nicht. Schade fand ich auch, dass das große angekündigte Problemfeld des Wassermangels nur in Ansätzen aufgenommen wurde. Zwar ist Wasser eine deutlich wertvolle Ressource, trotzdem gibt es im gesamten Buch nie einen wirklichen kritischen Moment in Bezug auf dieses Thema. Auch wenn das vielleicht absichtlich nicht der Fokus war, hätte man dort mehr rausholen können. Insgesamt habe ich das Buch wirklich gern gelesen und finde, dass die Lektüre wirklich viele spannende Diskussionsansätze bildet.

5

Butler beschreibt in 'Die Parabel des Sämanns' ein apokalyptisches Zukunftsszenario, das erschüttert. Brutal, ernüchternd und dabei sehr eindringlich erzählt sie von Klimawandel, Umwelt, Rassismus, Kapitalismus, Glaube. Und von Menschlichkeit, die verloren geht oder aber gerade in solchen Zeiten Leben rettet. Für eine Geschichte, die sich so wichtiger Themen annimmt, ist sie überraschend gut lesbar und fesselt ab Seite 1. Sehr zu empfehlen!

2

Die Parabel vom Seemann von Octavia E. Butler ist zweifellos ein ambitioniertes Werk mit einem dystopischen Setting, das auf bedrückende Weise realitätsnah wirkt – gerade angesichts aktueller globaler Entwicklungen. Dennoch hat mich das Buch persönlich leider nicht überzeugt.

Der Einstieg fiel mir schwer – nicht etwa, weil die Sprache besonders komplex wäre, sondern weil sie sich für mich einfach nicht gut lesen ließ. Es fehlte ein gewisser Sog, der mich in die Geschichte hätte hineinziehen können. Auch im weiteren Verlauf blieb das Gefühl, nicht wirklich in der Welt und den Figuren anzukommen. Butler entwirft eine Welt, die in ihrem Chaos und ihrer Hoffnungslosigkeit durchaus einen starken erzählerischen Rahmen bietet. Doch genau das, was mich sonst an solchen Geschichten fesselt – das Mitfühlen, das Miterleben mit den Charakteren – blieb für mich aus. Keine der Figuren hat mich emotional erreicht oder nachhaltig interessiert, sodass der Weg, den sie durch diese zerfallende Welt gehen, leider eher distanziert an mir vorbeizog. Es ist spürbar, dass das Buch inhaltlich viel zu sagen hat – über Gesellschaft, Überleben, Hoffnung, Ideale. Aber vielleicht war es einfach nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit für mich. Trotz der spannenden Idee konnte es mich weder inhaltlich noch erzählerisch mitnehmen. Letztlich ist Die Parabel vom Seemann sicher ein bedeutendes Buch für viele Leser:innen – für mich persönlich war es jedoch kein Leseerlebnis, das ich weiterempfehlen würde. Vielleicht lag es einfach daran, dass mein Geschmack und dieses Buch nicht ganz zueinandergefunden haben.

4

Stand schon länger auf meiner Liste und trotz hoher Erwartungen war ich super mitgerissen!

Die Geschichte erzählt vom Überleben als Gemeinschaft in einer dystopischen Welt, in welcher nur das Recht des Stärkeren zu gelten scheint. Was kann man gemeinsam erreichen? Wie kann man sich gegen brutale Umstände wehren und nicht verbittert aus ihnen hervorgehen? Earthseed hielt mich im Bann, obwohl ich selber nicht religiös bin. Zwar wirken manche Handlungsstränge etwas merkwürdig oder sind teilweise nicht ideal gealtert, trotzdem fiebert man mit und möchte wissen wie die Charaktere durch die Welt wandern.

Eine Dystopie, die in nächster Zukunft, nächstes Jahr, spielt. Für mich ein tolles Buch, manch einem mag es zu wenig Action haben.

Glücklicherweise ist es noch nicht so wie in diesem Buch beschrieben, aber die Themen sind durchaus die Themen unserer Zeit. Die Autorin ist 2006 verstorben, ich hätte gerne gewusst, was sie heute zu sagen hätte.

5

Irgendwas zwischen Verzweiflung und Hoffnung

Die Zukunftsvision, die in 2024 spielt, ist sehr erschreckend und hat trotzdem viele Parallelen zu den heutigen Problemen in unserer Welt. Das Buch enthält sehr viel Gewalt und beschreibt grausame Szenen, also würde ich es jemandem, der sensibel darauf reagiert, nicht unbedingt empfehlen.

5

Lest dieses Buch!

•Buchrezi• 😰 Zum Inhalt: Lauren Olamina wächst hinter gesicherten Mauern in Kalifornien auf. Der Klimawandel hat die Welt fest im Griff. Lauren leidet unter Hyperempathie, fühlt die Emotionen und Gefühle ihrer Mitmenschen so, wie sie selber. Hinter den Mauern ihrer Stadt herrscht das absolute Chaos. Die Menschen sind verzweifelt, sind ständig auf der Suche nach etwas ess- und trinkbarem. Denn trinkbares Wasser ist das höchste Gut geworden, es regnet fast nie. Laurens Vater, ein Prediger, bereitet seine Kinder auf den Ernstfall vor. Lehrt ihnen den Umgang mit Waffen, denn niemand weiß, wie lange der Frieden noch anhält. Lauren fängt an, am Glauben ihres Vaters zu zweifeln. Hält in ihrem Tagebuch eigene Glaubenssätze fest. Als Diebstähle und Einbrüche sich häufen, kommt es zum Äußersten und Lauren muss fliehen… Mein Fazit: Auf dem Klappentext steht: „Dieses Buch sollte jeder Mensch einmal im Leben gelesen haben“ - John Green. Dem brauche ich gar nicht viel hinzuzufügen. Wie kann ein Buch, das 30 Jahre alt ist, so brandaktuell sein? Hier werden so viele Themen aufgegriffen. Klimawandel, Rassismus, Pandemien, Unterschiede zwischen arm und reich, Sklaverei, Drogenprobleme, sexuelle Gewalt, Kriminalität… um nur einige zu nennen. Ein wahnsinnig intensives Buch, aus der Sicht einer jungen Protagonistin. Mich hat das Buch zutiefst beeindruckt. Werft einen Blick rein, es lohnt sich! Es ist drastisch, ja! Aber so so wichtig. Nicht umsonst wird es auch als „Klassiker“ bezeichnet. Von mir gibt es volle ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️! Über dieses Buch werde ich noch lange nachdenken. Ganz große Leseempfehlung!

4

Es gibt ein Kapitel mit dem Datum: Saturday, April 26, 2025. Das Kapitel hab ich an dem Tag gelesen. Magisch.

Zu beginn hat mich das Buch bisschen angestrengt obwohl das Thema mich sehr gereizt hat. Es braucht lange Zeit bis der Bruch erfolgt. Für mich hätts schneller gehen können. Ab da flutscht die scheiße nur so durch und man stretcht seine Schlafensgeh-Zeiten nach hinten weil man dran klebt. Zum Ende hin sind es viele, zu merkende Charaktere, allerdings werden sie nach und nach so eingeführt dass man jede*n kennenlern ohne überfordert zu sein. Der angekündigte Bezug zur heutigen Welt ist da, aber auch noch in weiterer Zukunft. Trotzdem gruselig nah wie die Daten der Kapitel an heutigen Situationen sind. 4/5 weil sichs gezogen hat. Will unbedingt zweiten Teil lesen!

5

Ich will dieses Buch nicht in eine Reihe mit dystopischen Meisterwerken wie "1984", "Report der Magd" oder "Brave New World" stellen, denn einige davon sind ziemlich langweilig oder die Autoren momentan etwas seltsam unterwegs. "Parable of the Sower" und Octavia E. Butler verdienen sowieso den Platz ganz vorne in dieser Reihe! Von "Kindred" war ich ja bereits begeistert, auch wenn es nicht einfach zu lesen war. "Earthseed" geht nun nicht in die Vergangenheit, sondern (noch) in die Zukunft. Und zwar eine, die wirklich nicht leicht zu lesen ist. 2026/2027 an der Westküste der USA ist gefühlt meilenweit von uns entfernt und doch, wie man auf Englisch so schön sagt "hitting close to home". Anders als Panem, als die Brandwüste oder das Chicago von Divergent ist hier nichts weit weg oder unrealistisch. Dies ist keine Dystopie in 100,200 Jahren, dies ist möglicherweise morgen. Unsere Kinder könnten in dieser Welt leben, so wie die Elterngeneration in "Earthseed" noch unser Leben kannte, Bildung, Jobs, Haus, öffentliche Ordnung. Lauren Olamina kennt unsere Welt noch, aber sie kann sie sich nicht mehr richtig vorstellen. Was sie in ihren Tagebüchern beschreibt, ist ihre Realität: eine geschützte Nachbarschaft, in der sich alle gegenseitig beschützen und froh sind, hier drinnen im 'Wohlstand' zu leben, der da bedeutet, sie haben noch zu Essen und ein festes Dach über dem Kopf und sie halten zusammen. Ihr Vater arbeitet noch und hat eine College-Ausbildung. So bekommt er Geld, muss aber auch die Gemeinschaft immer wieder verlassen. Wasser ist teuer und kostbar, die Außenwelt von Plünderern und Drogenabhängigen bevölkert. Immer wieder kommt es zu Überfällen auf die Gemeinschaft, die Polizei ist eher hinderlich als hilfreich. Lauren hilft ihrer Stiefmutter in der Schule der Gemeinschaft, was alles ist an Bildung, was es hier noch gibt, und doch mehr als für viele andere. Wäre für uns diese Kindheit schon ziemlich hart, so hat Lauren doch das Gefühl, dass alles schlimmer wird, sie will sich vorbereiten - und es kommt schlimmer und die Gemeinschaft wird überfallen und ausgelöscht. Jetzt ist sie nur ein weiterer Flüchtling unterwegs, in der Hoffnung auf einen Ort, wo sie Arbeit gegen Geld bekommt ... Es steckt so viel drin in diesem Buch, das oft nicht leicht zu lesen ist. Rassismus - in dieser Welt ist eine Gemeinschaft wie die von Lauren, in denen Schwarze und Weiße zusammenleben, etwas Besonderes. Kapitalismus, Umwelt, Politik. Ich fühle mich noch vollkommen unvorbereitet für dieses Review, obwohl ich mir schon Tage Zeit gelassen habe. Mich hat es sehr beeindruckt und ich werde das Buch ganz bestimmt erneut lesen und mir Gedanken machen. Was ich schön fand: eine Beziehung mit 30 Jahren Altersunterschied, was thematisiert wird, aber von niemandem groß problematisiert. Große Leseempfehlung von mir, aber mit der Warnung: dies ist kein leichtes Buch und auch nicht unterhaltsame Lektüre zum Weglesen. Einzelne Content Warnings habe ich gerade nicht parat, eher die generelle Warnung, wenn du dich nicht gut fühlst oder Zukunftsängste dich plagen, dann heb dir das Buch für ein anderes Mal auf.

3

Parable of the Sower von Octavia E. Butler hat viele interessante Elemente und dennoch viel es mir schwer in die Geschichte rein zu finden. Die Welt des Buches ist unserer nicht unähnlich, doch sie ist instabil und gefährlich geworden. Auch wenn die Protagonistin Lauren in einer Gemeinschaft lebt die von einer Mauer umgeben und dadurch relativ sicher ist, weiss man dass irgendwann nicht mehr reichen wird. Somit besteht eine gewisse Spannung doch für mich ging es leider viel zu lang, bis geschah worauf ich seit den ersten Seiten wartete. Die zweite Hälfte des Buches hat mir bedeutend besser gefallen als die erste. Anfangs spielt die Geschichte hauptsächlich in Laurens Gemeinschaft und ist auch sehr auf Lauren, ihre Familie und ihre Ideen fokussiert, doch in der zweiten Hälfte öffnet sich die Welt, man lernt neue Figuren kennen und sieht wie Lauren ihre Ideen anwendet und anderen näher bringt. Lauren ist eine sehr interessante Protagonistin. Zu Beginn der Geschichte ist sie erst 15, doch sie wirkt durchgehend weit älter als sie tatsächlich ist. Sie ist intelligent und entschlossen und ich fand es sehr spannend wie sie ihre Ideen, ihre neue Religion Earthseed entwickelte. Doch obwohl die Geschichte in Form von ihrem Tagebuch erzählt wird, wirkte sie irgendwie auch immer etwas distanziert. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, die zweite Hälfte eindeutig besser als die Erste, die sich leider sehr gezogen hat. Ich werde wohl auch die Fortsetzung lesen, denn ich bin gespannt wie sich Earthseed entwickelt.

4.5

Ein must read für alle Dystopieliebhaber . Beängstigend, beeindruckend und fesselnd .

5

Butler's book are always so atmospheric and manage to depict everyone's pain and sorrow perfectly without making the reader feel too uncomfortable. This book also has great themes, was set in a realistic but horrific world and managed to make all the characters work. I even like the bit of romance it had. Lauren was an interesting protagonist, being well aware of the world and was not blinded by false hope but still motivated by realistic dreams. Her view of religion, and the own religion she created, was fascinating. I liked the diary format, only downside to it is that I felt I missed out on a lot of interesting aspects of this world. I would have liked to know more about the different gangs and how they worked and lived, since how Laurens brother described his time with one intrigued me. However, this story is still great version of what is basically a dystopian wasteland and I highly recommend it. Edit: I enjoyed it even more on reread, so I'm bumping it up to 5 stars.

4.5

Schockierend

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem ich die Protagonistin so wenig nachempfinden konnte, das ich aber dennoch so gern mochte. Lauren und ihr Earthseed! Es ist spannend und bedrückend. Das Setting fühlt sich teilweise wie eine Postapokalypse á la The Last of Us an, dabei ist es keine. Und das macht es fast noch erschreckender. Ein Land völlig am Ende, niemandem ist zu trauen, es gibt kaum Gesetze und Regelungen, aber die Staaten und einen Präsidenten gibt es noch? Super faszinierend. Man hat das Gefühl, es muss nur noch ein bisschen schlimmer werden und die USA sind da. Das „Es sollte niemand an Masern sterben müssen“, was früh im Buch tatsächlich gesagt wird, ist immerhin schon Realität geworden.

3

Es war gut aber hat sich manchmal ein wenig gezogen. Schöne message

3

Nachdem das Buch mit 1984 und The Hand Maid Tale verglichen wurde, hatte ich hohe Erwartungen. Leider konnten die nicht so richtig erfüllt werden. Natürlich ist es interessant wie die Jahre 2025-2027 damals aus Sicht der Autorin aussehen würden und dass natürlich einiges davon in Zügen der Wahrheit entspricht. Das Lese Erlebnis selbst war allerdings nicht sehr angenehm. Eigentlich fühlt man sich danach einfach nur depressiv und ohne richtige Lösung zurückgelassen. Zumindest ich fühl mich so. Und natürlich ist vielleicht auch der Sinn der Sache, dass es eben wenig Hoffnung in dieser Art von Welt gibt und auch die Bewohner dieser Welt ohne Lösung zurückgelassen wurden. Grundlegend wird mir schon klar, was das Buch zu erreichen versucht hat, trotzdem finde ich das 1984 und der Hyundai Tale das wesentlich besser hinbekommen haben.

3

I truly don't know how I feel about this book. I enjoyed the writing & the world building, but the story might not have been for me. I would've loved to know more about the world & how it works and less about religion?

3

Great start, fantastic story line and insane world - but it got too repetitive towards the end.

3

Reading this in 2021 felt a little surreal. It's no wonder that more people are gravitating to these futuristic dystopian novels with the current climate but I do wonder whether it's helpful for our mental wellbeing - definitely don't read this if you're suffering from anxiety and fear for the future, this will just reaffirm what you're already feeling. This book felt a bit like The Walking Dead series without the zombies. There's a lot of wandering around and dealing with the very worst of humanity while trying to stay sane and still survive under impossible circumstances. The pacing was a bit slow but, just like Octavia Butler's other book Kindred, the setting and characters felt extremely realistic. Unfortunately I didn't love it nearly as much as Kindred. The whole trying to build a religion thing was an interesting idea but felt really unnecessary and weird. As did the hyperempathy disorder, I really don't get why it was put in, it felt almost supernatural at times and didn't lead to anything. Lauren herself felt like a robot at times, so her apparently suffering from overempathizing with people made reading her perspective extremely off-putting. I just couldn't warm up to her. Still, it was a good read, the writing was solid and I didn't leave feeling completely depressed.

5

I will never understand having a will to live in survival stories. I can barely convince myself to keep my heart beating. This is the second book I’ve read by Octavia Butler and they both stressed the hell out of me, however I won’t stop here!

4

Die Neuübersetzung (Dietlind Falk) von "Die Parabel vom Sämann" der Schwarzen Sci-Fi Autorin Octavia Butler (1947-2006) ist ein Klassiker des Dystopischen Romans. Ein Hauch Fantasy, eine Miniprise Science Fiction, vor allem aber ein visionärer Blick auf die Zukunft. Als der Roman 1993 erstmals erschien, war 2024 weit weg. Jetzt, 2023 lese ich das Buch wie eine Beschreibung unserer Welt, bzw. der greifbar nahen Zukunft. Klimakatastrophe, Arbeitslosigkeit, Drogen, kriminelle Banden und Gewalt haben den amerikanischen Kontinent in eine lebensfeindliche Umgebung verwandelt, in der sich die Menschen selbst am nächsten sind. Wer Glück hat, lebt in gated communities hinter hohen Mauern, die meisten leben draußen, in bitterer Armut, zu allem fähig und bereit. Die 17-Jährige Lauren Olamina beschließt, dass sie nicht einfach zum Sterben zurückbleiben will und beginnt Vorkehrungen zu treffen. Doch die Katastrophe kommt schneller als sie erwartet hat und sie muss sich auf eine Reise ins Ungewisse machen. Ihre Geschichte, zusammen mit Versen aus dem "Buch der Lebenden", einer neuer Religionsgemeinschaft namens "Earthseed", liest sich schnell und fesselnd. Das Grauen lauert auf jeder nächsten Seite. Aber das Buch ist nicht ausschließlich schrecklich (wie bspw. "Die Straße" von Cormac McCarthy), sondern auch voller menschlicher Güte und zarter Hoffnung. Es ist ein Must-Read, eine beklemmend realistische Dystopie mit zahlreichen feministischen Elementen und dazu ein großes Lesevergnügen.

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