Onigiri
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Book Information
Author Description
Yuko Kuhn wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Kulturwirtschaft in Passau und Aix-en-Provence. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF / Hochschule für Fernsehen und Film München zum Schreiben. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in München.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
(Büchergilde Gutenberg) Ein berührender Roman über Familie, Vergessen und Herkunft.
Der Roman wird von Aki erzählt. In Rückblenden erleben wir Akis aufwachsen in Deutschland als Tochter von Keiko und Karl. Als Akis Großmutter stirbt beschließt sie ein letztes Mal mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter nach Kobe in Japan zu reisen und erlebt wie ein Leben in Vergessenheit geraten kann, wenn es auch in kurzen Episoden wieder aufblitzt. Der Roman „Onigiri“ von Yuko Kuhn handelt von der schwierigen Beziehung zwischen Aki und ihrer demenzkranken Mutter Keiko, die gemeinsam nach Japan reisen. Während der Reise erkennt Aki, dass ihre Mutter nicht nur kalt und distanziert war, sondern selbst unter Einsamkeit, Migration und psychischen Belastungen litt. Dadurch verändert sich Akis Blick auf ihre Mutter und es kommt zu einer vorsichtigen Annäherung. Gleichzeitig zeigt der Roman, wie schwierig es ist, zwischen deutscher und japanischer Identität zu leben und sich irgendwo wirklich zugehörig zu fühlen. Der Titel „Onigiri“ symbolisiert dabei die Sehnsucht nach Heimat, Liebe und familiärer Nähe. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Der Roman erzählt ruhig, fein und ohne große Gesten. Gerade dadurch wirken viele Szenen so stark. Besonders gefallen hat mir, wie Yuko Kuhn die Verbindung zwischen den Generationen beschreibt. Zwischen Nähe und Distanz, zwischen Liebe und Sprachlosigkeit. „Onigiri“ ist ein leises Buch – aber eines, das sehr viel erzählt. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil dieser Roman auf zurückhaltende Weise von Dingen erzählt, die viele kennen: vom Vergessen, vom Loslassen und von der Frage, wer wir sind. #Onigiri #YukoKuhn #Familienroman #Erinnerung #Identität #Loslassen #5Sterne

Aki, die Tochter der japanisch stämmigen Frau Keiko, die in jungen Jahren nach Deutschland kam, muss mit der Demenz ihrer Mutter Keiko zurechtkommen. Nun ist Akis Großmutter in Japan verstorben und Aki's Mutter kann sich dies nicht merken. Immer wieder muss sie erinnert werden. Das schmerzt. Darum reist Aki mit Keiko nach Japan. Sehr fein geschildert und gut beobachtet wird die Problematik der Demenz, wobei hier die Nationalität keinen Einfluss auf deren Verlauf hat. Aki, als starken Charakter, mochte ich gern, trotz ihrer eigenen Defizite. Aber auch die Lebensleistung der Mutter, die sich ein Leben in Deutschland aufbaut und alleinerziehend zurechtkommt, beeindruckt. Der flüssige, anschauliche Schreibstil -in Ich-Form mit Aki als Erzählerin - lässt das Bild einer japanisch/deutschen Familie mit allen Unterschieden und Ähnlichkeiten vor Augen entstehen. Und auch wenn Akis Mutter in Deutschland zurechtgekommen ist, scheint ihr Altern mit der Demenz sie wieder näher an ihre Herkunft zu bringen. Dies wird so nachvollziehbar und interessant geschildert, dass ich gut in den Roman hineinfand und diese Familie gern begleitet habe. Auch die geschickt eingebundenen Rückblicke haben viel zum Verständnis der Familiendynamik beigetragen. Der stille, hintergründige Humor hat das Lesen vergnüglich gemacht, aber auch die traurigen Details berühren und regen zum Nachdenken an. Diese Geschichte zeigt, dass es nicht leicht ist, im fremden Land zu leben, egal aus welchen Gründen man gekommen ist. Und dass dies Auswirkungen auf die Psyche hat, nicht nur auf die eigene, sondern auch die der Nachkommen. Ein stilles Buch, das sich gut und flüssig lesen lässt, viele Themen aufgreift und Verständnis reifen lässt - für jeden, der gern Familiengeschichten liest.
“Onigiri” von Yuko Kuhn handelt von Aki, deren japanische Großmutter gestorben ist. Um etwas in ihr zu kitten beschließt sie, ihre demente Mutter auf eine letzte Reise in deren Heimat mitzunehmen. In Rückblenden werden aus der Ich-Perspektive Fragmente aus Akis Leben und das Verhältnis ihrer Mutter zu ihrem Leben und ihrer Familie in Deutschland erzählt. Das Werk wirkt stark biografisch durch die Anekdotenform, in der wir mehr über Aki und ihre Mutter Keiko erfahren. Auch die damit und mit der Japanreise verbundene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte vermittelt diesen Eindruck. Ich fand die literarische Form und den persönlichen Schreibstil sehr berührend und die Mutter-Tochter-Geschichte hat mich emotional gepackt. Ein leises, tiefes Buch, das man gern ein zweites Mal in die Hand nimmt. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Die Geschichte von Aki, einer jungen Frau mit deutschen und japanischen Wurzeln, die mit ihrer Mutter Keiko noch einmal nach Japan reist. Yuko Kuhn beschreibt sehr fein, die Demenz ihrer Mutter. Wie über die Jahre ein besseres Verstehen der Mutter entsteht. Ein aufeinanderprallen der Kulturen. Gesine und Ludwig, die wohlhabenden Großeltern väterlicherseits. Der Vater Karl, der sein lebenlang gegen die eigenen Eltern rebelliert und unter Depressionen leidet. Ein sehr vielschichtiges Buch, dass tief in das Leben von Aki und ihrer Familie blicken lässt. Ich habe anfangs nicht sehr gut in den Schreibstil hineingefunden. Doch eine Lesung mit Yuko Kuhn hat vieles besser verstehen lassen.
Onigiri, der Debütroman von Yuko Kuhn, ist die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, in deren Mittelpunkt Tochter Aki und Mutter Keiko stehen. Die über achtzigjährige Keiko kam als junge Frau nach Deutschland, sie hat den zehn Jahre jüngeren Karl geheiratet, der aus einer wohlhabenden Familie stammte. Karls Eltern Gesine und Ludwig waren von seiner Wahl nicht sehr angetan, ihr Verhältnis zu Keiko blieb bis zu ihrem Lebensende distanziert. Keiko und Karl bekommen zwei Kinder: Aki und Kenta. Karl ist psychisch instabil, er kämpft mit Depressionen, die Ehe scheitert, doch Karl hält den Kontakt zu seinen Kindern. Keiko bleibt auch nach ihrer Scheidung in Deutschland, doch ihr Herz hängt an Japan. Seit sie in Deutschland lebt, war sie nur wenige Male dort. Als ihr Gedächtnis immer mehr schlechter wird, beschließt Aki, ihr mit einer Reise nach Japan eine Freude zu machen. Und tatsächlich lebt Keiko in ihrer alten Heimat auf, auch wenn sich nicht leugnen lässt, dass ihre Demenz voranschreitet. In dem Buch lernen wir die ganze Familie gut kennen, sowohl die deutsche als auch die japanische Seite. Mir haben am besten die Geschichten über Keikos Schwiegereltern gefallen. Auch nachdem sich Karl von Keiko getrennt hatte, haben sich seine Eltern um ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern bemüht, was nur bedingt geklappt hatte. Aki hat sich im Haus ihrer deutschen Großeltern nie richtig wohl gefühlt, vielleicht weil sie wusste, dass diese ihre Mutter ablehnen. Ich mochte die Beziehung von Kenta zu seiner Nichte und seinem Neffen. Selbst kinderlos, stand er seiner Schwester stets hilfreich zur Seite, wenn die Kinder abgeholt oder beschäftigt werden sollten. Am wenigsten erfahren wir über Akis Mann Felix und ihre beiden Kinder. Dafür lernen wir ihren Onkel Masayuki gut kennen, den Mutter und Tochter in Kobe besuchen. Ich habe das Buch gern gelesen, hätte mir allerdings mehr Informationen über Japan gewünscht. Es werden viele japanische Gerichte und Spezialitäten vorgestellt, nicht nur die titelgebenden Reisbällchen Onigiri. Im Glossar am Ende des Buches werden alle im Buch genannten japanischen Lebensmittel und Gerichte kurz umrissen. Eine große Rolle spielt das Thema Demenz, genau wie die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Da ein Nachwort fehlt, erfahren wir nicht, ob das Buch autobiographisch oder fiktional ist. Der Roman ist wie ein langer, ruhiger Fluss, mir fehlte Spannung, die vielleicht mittels eines Familiengeheimnisses aufgekommen wäre. Mich konnte es nicht ganz überzeugen, ich würde es Leser*innen empfehlen, die gern Familiengeschichten lesen.
Als Aki vom Tod ihrer Großmutter erfährt, ist ihr klar, dass sie ihre demenzkranke Mutter Keiko noch einmal in ihre Heimat Japan bringen will, bevor das vielleicht nicht mehr möglich ist. Während der Vorbereitungen, auf der gesamten Hinreise und im Hotel wirkt Keiko verloren und scheint nicht recht zu begreifen, was vor sich geht. Ein Besuch in ihrem Elternhaus, bei ihrem Bruder und der Schwägerin bringt jedoch endlich ein wenig Ruhe und fördert Erinnerungen zutage. Zum ersten Mal seit langer Zeit scheint Keiko wieder in der Lage, für sich selbst zu sprechen und zu entscheiden. „Onigiri“ ist der Debütroman der studierten Kulturwissenschaftlerin Yuko Kuhn. Zuletzt war sie an der Hochschule für Film und Fernsehen München tätig und arbeitet seit diesem Jahr als freiberufliche Autorin. Die Handlung wird aus der Sicht von Aki in der Ich-Perspektive und der Gegenwartsform erzählt, so als würden wir Tochter und Mutter auf ihrer Reise begleiten. Dabei lenkt die Autorin nicht nur den Fokus auf Demenz als Erkrankung, sondern zeichnet auch das Bild einer komplizierten Familie zwischen zwei Kulturen. Es scheint, als sei Keiko nach ihrer Heirat mit einem deutschen Mann nie ganz angekommen. Dessen Eltern, Akis Großeltern, schlossen die „fremde“ Frau stets aus, so dass nie ein richtiges Verhältnis zwischen ihn entstand – nach der Trennung von Keiko und Karl und dessen Versuch, sich das Leben zu nehmen, wurde dieser Graben nur noch größer. Erst in hohem Alter schafft Keiko es zum ersten Mal, den Schwiegereltern die Stirn zu bieten und schlägt eine Einladung einfach aus. Besonders emotional sind die Szenen zwischen Aki und ihrer dementen Mutter. Keiko vergisst immer wieder Lebensereignisse, wie zum Beispiel den Tod ihrer Mutter, und Aki muss ihr stets dieselben Dinge erklären. In einigen Momenten vergisst sie sogar, dass sie überhaupt Kinder hat. Yuko Kuhn beschreibt sehr eindringlich, wie Aki dabei an ihre Grenzen gerät und oft auch die Geduld verliert, während ihr Bruder Kenta oder ihr Mann Felix immer ruhig und besonnen bleiben. Fazit: Ein emotionaler Roman über einen Abschied auf Raten und eine Familie zwischen Japan und Deutschland
Onigiri als „kulinarisches Symbol“ für die Erinnerungsbrücken. Inhalt und emotionale Wirkung: Yuko Kuhn erzählt von Aki, die ihre an Demenz erkrankte Mutter Keiko nach Japan begleitet. Was als Abschiedsgeste beginnt, wird zu einer Reise zwischen Gegenwart und Vergangenheit – und die titelgebenden Onigiri sind dabei mehr als nur Nahrung: Sie sind Symbole für Heimat, Geborgenheit und die Verbindung zwischen Mutter und Tochter. Besonders berührend ist, dass die Geschichte nicht linear verläuft. Die Zeitsprünge sind wie Erinnerungsbrücken – sie verbinden Bruchstücke aus Keikos Vergangenheit mit Akis Gegenwart. Während Aki früher vieles nicht verstand, erkennt sie nun, wie tief die Bindung zu ihrer Mutter tatsächlich reicht. Was anfangs wie ein Durcheinander wirkt, entfaltet sich zu einem poetischen Muster. Fazit Onigiri ist eine zarte, poetische Familiengeschichte über Erinnerung, Verlust und Nähe. Die Erzählweise mag fordern, doch gerade die „Erinnerungsbrücken“ machen ihren Zauber aus. Ein stilles, literarisches Kleinod, das vier von fünf Sternen verdient.
Eine sanfte Liebeserklärung an ihre Mutter
In Onigiri reist Aki zusammen mit ihrer dementen Mutter Keiko noch ein letztes mal in ihre Heimat nach Japan, in der Hoffnung die Erinnerungen ihrer Mutter noch einmal neu zu entfachen. Ganz unaufgeregt und sanft begleitet man die beiden dabei, sowohl auf ihren Spuren in Japan als auch in ihre beider Vergangenheit in Deutschland. In die Jugend Keikos, als sie sich als junge Frau ganz allein nach Deutschland aufmachte und einen deutschen Mann heiratete dessen vermögende Eltern sie nie richtig akzeptierten. Die vielen Erinnerungsschnipsel und Erlebnisse ergeben nach und nach ein bewegendes Gesamtbild, durch das man sich sowohl Aki als auch Keiko sehr nah fühlt und fast zu einem stummen Teil der Familie wird. Onigiri ist ein sanftes Buch fürs Herz und für ruhige Abende. Es beginnt zwar recht langsam und unscheinbar aber irgendwann will man die Familie bis zum Ende begleiten. Unaufgeregte 4 Sterne von mir.
Macht sehr nachdenklich
🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹 Rezension zu "Onigri" von Yuko Kuhn Macht sehr nachdenklich ❤️❤️❤️❤️❤️ Aki hat erfahren, dass ihre Großmutter gestorben ist und sie reißt hin, um sich alles weitere zu kümmern. Alle sind tief traurig über ihren Tod. Nebenbei kümmert sie sich um ihre Mutter, der ist zwischendurch auch nicht immer gut geht. Da sie auch ihre besonderen Phasen hat. Wie geht es weiter? Auf mich wirkt es wie ein bewegender Roman, der mich dabei auch wirklich gerührt hat. Ich kann durchaus nachfühlen, wie es ist, die Großmutter zu verlieren. Da hat man erstmal ein leeres Loch in sich. Aber man schafft es dort auch mithilfe wieder rauszukommen. Ist nicht leicht, aber es wird immer wieder werden. Dabei hat sie sich auch gut um ihre Mutter gekümmert. Wer noch eine Mutter hat , sollte das zwischendurch auch tun. Das ist ganz wichtig heutzutage.😊 Dabei ist auch etwas Geschichte und Kultur drin. Es ist ein Roman der viel Sinn und tief nachdenkliches im Leben bringt und der auch schon sehr, sehr sehnsüchtig auf euch wartet. 🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹
Die Grundidee des Romans klang für mich sehr vielversprechend. Eine Reise nach Japan, die Vergangenheit einer Familie und der Umgang mit Demenz. Auch der Klappentext weckt die Erwartung einer tiefgründigen, emotionalen Geschichte zwischen Mutter und Tochter. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen und das Buch konnte meine Erwartungen kaum erfüllen. Die Figuren bleiben für mich erstaunlich blass und eindimensional. Die Gedanken und Gefühle, sowie die Handlungen werden eher angedeutet und wirkten für mich sehr unglaubwürdig. Gerade bei so sensiblen und komplexen Themen hätte ich mir persönlich mehr Tiefe, mehr leise Zwischentöne und weniger oberflächliche Beschreibungen gewünscht. Der Erzählstil ist zwar leicht lesbar, wirkt aber oft zu schlicht und manchmal fast banal. Viele Szenen hatten das Potenzial für intensive Emotionen gehabt, diese rauschen aber einfach vorbei, ohne dass sie nachwirken. Stattdessen ziehen sich einige Passagen unnötig in die Länge, während wichtige Momente kaum Raum bekommen. Insgesamt ist Onigiri für mich eine nette, aber leider recht oberflächliche Lektüre geblieben, die ihre starken Themen nicht ausschöpft. Wer sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Erinnerung, Familie und kultureller Identität erhofft, könnte hier enttäuscht werden. Für mich wurde hier leider eine große Chance vertan.
Onigiri von Yuko Kuhn habe ich als Hörbuch gehört. Ich konnte der Handlung leider nicht so ganz leicht folgen, auch aufgrund der viele Zeitsprünge. Dennoch hat man schon durch die Zartheit der Beschreibungen die Liebe und Hingabe der Protagonistin zu ihrer demenzkranken Mutter zwischen den Zeilen gespürt. Vielleicht war der Aufbau auch aufgrund der Thematik ebenso gewählt, dass man auch als Leserschaft zeitweise die Orientierung im Geschehen verliert. Vielleicht wäre das ein Roman, der für mich zu Lesen besser gewesen wäre.
Bittersüße Mutter-Tochter-Geschichte voller Erinnerungen und Emotionen
Gerichte aus der Kindheit, tröstende Geschmäcker, Essensrituale, das Kennenlernen von Zutaten, Gebräuchen und verschiedenen Familienstrukturen — diese Geschichte bietet so viel mehr als den vielleicht anfangs zu erwartenden Japan-Content. Klar und gekonnt verflechtet Yuko Kuhn die Kindheitserinnerungen der Protagonistin mit berührenden und tröstenden Momenten über das Essen. Aufgewachsen mit geschiedenen Eltern, die Mutter aus Japan nach Deutschland emigriert, der Vater aus einer reichen deutschen Unternehmerfamilie, müssen Aki und ihr Bruder Kento sich zwischen wärmender Miso-Suppe und dem edlen Silberbesteck zum sonntäglichen Rinderbraten zurechtfinden. Auch im Erwachsenenalter versucht Aki ihre Wurzeln zu ergründen und findet in Onigiri, Apfelschnitzen und handschriftlichen Briefen sowohl die eigene Vergangenheit als auch die Kraft mit ihrer mittlerweile dementen Mutter eine letzte Reise nach Japan zu unternehmen. Rührend, nachvollziehbar und eigenständig.
Von Wurzeln. Von ihrem Entschwinden und Entdecken.
Wir begleiten Aki auf ihrem Balanceakt. Aki ist damit konfrontiert, ihre Mutter Keiko während ihrer fortschreitenden Demenzerkrankung zu begleiten. Gemeinsam treten sie eine Reise nach Japan an, das Land in dem Keiko geboren wurde, in dem ihre Herkunftsfamilie noch lebt und aus dem sie als junge Frau ausgewandert ist. Der Verlust der Alltagskompetenz und der eigenen Identität greifen unterdessen stetig fortschreitend um sich. Yuko Kuhn stellt in diesem Zusammenhang sehr plastisch und authentisch dar, mit welchen impulsartigen Ängsten dieser Prozess immer wieder verbunden ist, beispielsweise im Rahmen der Frage nach räumlicher Orientierung und der Rückversicherung, ob man alles Notwendige dabei oder die Haustür verschlossen habe. Gleichzeitig tröstet sie aber auch mit der authentischen Darstellung, dass da nicht einfach „Nichts“ verbleibt, sondern immer auch Momente der Nähe und Verbundenheit entstehen. Wir begleiten aber auch Aki in ihrem eigenen Pendeln zwischen den Grenzen der kraftvollen Geduld und dem Aufrechterhalten der liebevoll begleitenden Akzeptanz. Aki reflektiert parallel zum eigentlichen Handlungsstrang die Biografie ihrer Mutter. Keiko zeichnete sich gerade im Rahmen ihrer Entscheidung nach Deutschland zu kommen durch große Hingabe und Stärke aus, ich war sehr beeindruckt davon, wie zielstrebig sie ihren Weg verfolgt hat. Wir erfahren aber auch welche Narben ihr im Laufe ihres Lebens auch aufgrund von Vorurteilen, kultureller Unterschiede und einer vielversprechend begonnenen, aber gescheiterten Liebe zugefügt wurden. Eine Erzählebene, die mich besonders beeindruckt hat und in der sich ebenfalls ein dialektischer Balanceakt als das zentrale Motiv des Romans zeigt ist die Beschreibung von Akis Ursprungsfamilie, Familien muss man sagen. Denn sie skizziert nicht nur ein Bild ihrer japanischen Wurzeln, sondern auch der deutschen, westlich geprägten Familie ihres Vaters. Anhand zahlreicher feingliederig beschriebener Anekdoten lernen wir das Konstrukt ihrer Famile(n) kennen, die einzelnen detailliert beobachteten Sequenzen leben dabei auch von der Kontrastierung. Wir spüren, dass die Generationen, die vor uns kamen, auch nach dem Entschwinden der Welten weiterhin mit uns am Tisch sitzen, trotz all der zwiespältigen Gefühle und Abdrücke, die sie womöglich in uns hinterlassen haben. Subtil werden zentrale Bestandteile der japanischen Kultur eingeflochten. Dieses Buch ist kein Reisebericht, sondern eine kunstvoll gewebte Familiengeschichte, in der sich die berührten Themengebiete wie Verlust, Elternschaft, Migration, Herkunft, Trauer, Aufopferung und Liebe in all ihren Facetten nach und nach entfalten. Natürlich muss noch hinzugefügt werden, wie sehr ich ich dieses Cover liebe: sehr, sehr, sehr - um exakt zu sein.
Mutter-Tochter-Beziehung im Spannungsfeld einer deutsch-japanischen Familie
Yuko Kuhn erzählt in ihrem Buch auf eindrückliche Art eine deutsch-japanische Familiengeschichte. Auf verschiedenen Zeitebenen bekommt man Einblicke in das Leben von drei unterschiedlichen Frauen aus drei verschiedenen Generationen einer Familie. Jede dieser Frauen begegnet den Hürden des Lebens auf ihre Art. Vor allem die Demenzerkrankung der Mutter taucht als zentrales Element immer wieder auf und ist, soweit ich das beurteilen kann, auch sehr gut und glaubhaft wiedergegeben. Mir hat gefallen, dass man beim Lesen einen guten Einblick in die japanische Kultur bekommt. Viele der verwendeten japanisches Begriffe waren mir nicht geläufig, daher war der Anhang mit den entsprechenden Erläuterungen super. Mit dem Ende hadere ich etwas, da es für mich etwas zu abrupt endet. Dennoch habe ich dieses Buch gern gelesen und kann es nur weiterempfehlen. *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*
Sternebewertung fiktiv
Was bleibt, wenn die Eltern langsam verschwinden? Die Zeit des schleichenden Abschieds ist nicht laut. Sie ist leise, fordernd, widersprüchlich. Yuko Kuhn erzählt genau davon: vom Rollenwechsel, wenn wir unsere Eltern nicht mehr als Felsen erleben, sondern als Fragmente ihrer selbst. Wenn sie vergessen und wir erinnern müssen. Yuko Kuhn hat einen Ton getroffen, der mich sofort abgeholt hat. Feinfühlig, reflektiert, manchmal leise und komisch. Ich lese asiatische Literatur besonders wegen dieser stillen Kraft und auch die Protagonistin trägt sie in sich. Die Geschichte einer halb-japanischen Frau, die zwischen zwei Kulturen aufwächst. Dem wohlstandsverwöhnten Vaterumfeld und der traditionsbewussten japanischen Seite der Mutter. Diese Reibung ist spürbar. Und genau darin liegt der Zauber. Ich kannte als Kind auch so eine „Gesine“. Der Besuch war immer ein Erlebnis, zwischen höflichem Lächeln und dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. Und doch dabei zu sein. Kuhn schafft es, eine Mutter-Tochter-Beziehung zu erzählen, die nicht auf Dramatik, sondern auf Wahrhaftigkeit setzt. Zwischen Demenz, Erinnerungsfetzen, Kindheitsrückblicken und der Reise nach Japan entspinnt sich ein klug komponierter Roman über Herkunft, Identität und Zärtlichkeit im Schatten des Abschieds. Es geht aber auch um zwischenmenschliche Grenzen, das Abgrenzen selbst im Erwachsen Dasein und das Treffen von Entscheidungen im Allgemeinen. Der Erzählstil bleibt ruhig, klar, strukturiert, mit einem feinen emotionalen Unterton, der lange nachhallt. Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen. Und gleichzeitig würde ich so gern wissen, wie viel davon ist autofiktional? #onigiri #yukokuhn #hanser #Lesetipp #Abschied #Demenz #MutterTochter #Autofiktion #asiatischeLiteratur #romanempfehlung #bookstagramgermany #literaturmachtwasmitmir #lesenverbindet
„Yasuko lebt nicht mehr.“
Mit diesem Satz beginnt nicht nur ein Abschied. Er führt Aki und ihre Mutter Keiko dorthin, wo Keiko aufgewachsen ist und nun ihre eigene Mutter begraben wird. Es ist eine Reise in die japanische Kultur, die so viel mehr ist als nur ihr Essen. Und eine Reise in die Vergangenheit, die zwischen dem Nebel der Demenz immer wieder aufblitzt. Getragen von Melancholie und Sehnsucht erzählt Yuko Kuhn still, distanziert, aber nie erdrückend. Besonders berührend ist der Mut einer Frau, Japan zu verlassen, um sich im fremden Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Der Roman lebt vom Kleinen und Alltäglichen. Das Onigiri wird dabei zum Symbol für Herkunft, Fürsorge und Erinnerung. Also für all das, was man mit den Händen formt und im Herzen bewahrt. Ein gelungenes Debüt über den Verlust von Erinnerungen und das Dazwischen, das zwei Länder trennt und zugleich verbindet. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern wartet geduldig, bis man sich zu ihm setzt.

Japan, seine Kultur und seine Menschen verbinde ich immer mit einer gewissen “no nonsense”-Einstellung. So nach dem Motto: “Don't make a fuss. It's only life and eventually - it will pass…” Also bloß kein Drama machen angesichts dem unvermeidlichen Spiel und Zyklus des Lebens. Gute Miene und sich keine Blöße geben, ein freundliches Lächeln aufsetzen - Augen zu und durch. Und ich muss sagen, der Roman “Onigiri” von Yuko Kuhn hat mir auch genau diese “vernünftige Lebenseinstellung”, die ich mit Japaner*innen assoziiere, gespiegelt. Yuko Kuhn hat einen Roman geschrieben, von dem ich mir vorstellen könnte, dass er autofiktional ist. Ihre Lebensgeschichte deckt sich in vielen Punkten mit der der Protagonistin Aki: Deutsch-Japanerin,1983 in München geboren und aufgewachsen, Studium in Passau und Südfrankreich, etc. Aber ich kann verstehen, dass sie das Ganze in ein fiktionales Konstrukt mit anderen Namen gehüllt hat, die eigene Identität nicht zu 100% preisgeben wollte, ein wenig im Verborgenen lassen. Das Kernthema des Romans ist Akis Beziehung zu ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko, mit der sie ein letztes Mal in deren Heimat Japan reisen möchte. Um dieses Ereignis herum entspinnt sich ein bunter Fächer von anachronisch durchgewürfelten Szenen, in denen Aki von sich selbst und ihrer Familie erzählt. In den alternierenden Prosahäppchen (Häppchen passend zum Titel) sind wir mal bei ihren intellektuellen deutschen Großeltern in Baden-Württemberg und tafeln mit dem Silberbesteck der Boomer-Wohlstands-Generation, sitzen auf dem “Opasessel”. Dann wieder bei ihrem psychisch kranken Vater, der seine Kinder - Aki hat noch einen älteren Bruder, Kenta - nur selten sieht, sich von seiner kleinen Familie entfremdet hat. Und dann geht es wieder um die uralte japanische Matriarchin Yasuko und deren Tochter Keiko, die sich in Deutschland zurechtgefunden hat und doch nie ganz angekommen ist. Schließlich ist da natürlich Aki selbst, die zwischen den Kulturen aufwächst und sich dabei selbst finden muss. Es geht um die winzigen Details, die ein Leben ausmachen. Um alles, was wir so ansammeln - in unseren Behausungen und in unseren Köpfen. Und um das, was uns wieder genommen wird, wenn wir im Alter wieder zu einem vergangenheits- und dingelosen Wesen werden. Der Zeitgeist der Generation der Xennials, der sowohl ich als auch die Autorin angehören, wurde meiner Meinung nach perfekt eingefangen. “Onigiri” ist das Lieblingsgericht der Ich-Erzählerin, das die Mutter ihr und ihrem Bruder immer gemacht und auf einem alten, apfelförmigen Brett serviert hat. Es ist quasi das Leitmotiv dieses Romans, in dem es um das Erinnern geht. Die Demenz von Akis Mutter hat es ihr unmöglich gemacht, für sich oder andere zu sorgen und somit gibt es auch kein von ihrer Mutter zubereitetes Onigiri mehr. Und jeder, der mal jemanden hatte, der ein Gericht auf eine besondere Weise zubereitet hat und das nicht mehr kann, weiß, welcher Schmerz alleine in dieser Tatsache steckt - ein Essen, das ganz besonders schöne Emotionen auslöst, in der Zubereitung durch diesen einen speziellen Menschen für immer verloren zu haben.

In einer bewegenden deutsch-japanischen Familiengeschichte begleitet Aki ihre demenzkranke Mutter Keiko ein letztes Mal nach Japan, um dort Abschied von der verstorbenen Großmutter zu nehmen. Die Rückkehr ins alte Elternhaus weckt in Keiko plötzlich Klarheit und Lebendigkeit. Aki erkennt in ihr erstmals die mutige Frau von einst. Yuko Kuhn erzählt einfühlsam die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die zwischen zwei Kulturen neu zueinander findet. Yuko Kuhns Onigiri ist keine klassische, linear erzählte Familiengeschichte, sondern ein Mosaik aus vielen kleinen Episoden, die sich zu einem vielschichtigen Bild einer deutsch-japanischen Familie zusammensetzen. Mal geht es um Erlebnisse aus der Vergangenheit, mal um gegenwärtige Begegnungen – diese Zeitsprünge geben der Geschichte Tiefe und machen die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie sehr greifbar. Emotional hat mich das Buch nicht durchgehend gepackt, dennoch hat mich der Erzählstil fasziniert. Kuhn schreibt mit einer ruhigen, feinen Sprache, die auch in eher leisen Momenten wirkt. Manche Passagen haben mich berührt, andere zogen sich etwas in die Länge. Insgesamt wechselten sich schöne, traurige und manchmal auch ermüdende Abschnitte ab – wie das echte Familienleben eben auch. Onigiri überzeugt vor allem durch seine differenzierte Darstellung kultureller Identität und familiärer Verbindungen. Wer keine dramatische Handlung erwartet, sondern ein ruhiges, literarisches Familienporträt, wird hier fündig.
Wie gut kennst du deine Mutter?
Aki erfährt, dass ihre Großmutter in Japan gestorben ist. Ein letztes Mal fliegt sie daher mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter in die Heimat. Es ist riskant aufgrund ihrer Krankheit, aber je länger sie dort sind, umso mehr öffnet sich Keiko und erinnert sich. Aki lernt ihre Mutter neu kennen. Die Seiten, die sie als Kind nie gesehen hat. Sie lernt viel über ihre eigene Herkunft und ihre Wurzeln. „Mit den vielen schönen Dingen will ich sie heilen.“ So ein wunderschönes Buch, was mich sehr berührt hat. Aki erzählt ihre deutsch-japanische Familiengeschichte. Die Geschichte ihres Vaters, der aus reichem, deutschem Haus kommt, psychische Probleme hatte und wie die Trennung der Eltern ihr Verhältnis beeinflusst hat. Sie erzählt von ihrer Mutter, die vor 50 Jahren alleine nach Deutschland kam und sich mutig ein Leben dort aufgebaut hat. Aki erzählt von ihren Gefühlen gegenüber ihren Eltern, was sie bewegt, was sie erlebt hat und wie es ist mit einer an Demenz leidenden Mutter zu leben. Die Sprache beinhaltet so viel Liebe und Gefühl, dass es eine wunderschöne, sanfte Reise durch das Leben von Aki war. Zusätzlich hat man viel über die japanische Kultur kennengelernt. Klare Empfehlung, es hat mich sehr berührt! „Ich brache mein künstlich aufgeplustertes Ego, es ist mein Schutzanzug.“
Die Tochter bringt die demente Mutter noch einmal in ihre Heimat, Japan, und damit auch einige Erinnerungen zurück. Die titelgebenden Reisbällchen tauchen neben weiteren japanischen Gerichten im Buch auf. Unwissend, dass diese im Anhang des eBooks erklärt würden, bin ich durch die Nachschlagefunktion des Readers noch tiefer in die japanische Kultur eingetaucht, um mir während der Lektüre weitere Details zu erschließen. Die japanischen Begriffe stehen für die Zerrissenheit des Lebens zwischen zwei Ländern, Deutschland und Japan, und sorgen bei den Figuren für Heimatgefühle. „Natsukashii, sagt sie. Das Wort ist schwer zu übersetzen, es ist Ausdruck für eine Wehmut, die gleichzeitig Glück und Trauer bedeutet.“ Das Buch zeigt in der aktuellen Zeitebene das Verhalten einer an Demenz erkrankten Person im Alltag und die Lichtblicke, die durch das Erkennen von etwas Bekanntem entstehen, sei es eine Umgebung, ein Mensch oder ein Brauch. Durch dieses Erkennen wird die Zeitebene der Vergangenheit der Familie ergründet. Den Zeitenwechsel empfinde ich hier als besonders passend, um das Wesen der Hauptfigur näher kennenzulernen. Gleichzeitig wird dieses ganz feinfühlig dargestellt, so dass ich mich als direkte Begleiterin an ihrer Seite fühle. Die Autorin hat die Besonderheiten der japanischen Lebensweise und der Demenzerkrankung authentisch miteinander kombiniert und einen besonderen Roman geschaffen, der mich sehr berührt hat.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht. Einerseits, weil zwischen zwei Zeitsträngen gewechselt wird, andererseits, weil ich etwas anderes – tatsächlich eher Leichteres – erwartet hatte. Auch mit den Namen hatte ich anfangs ein wenig zu kämpfen. Nach ein paar Seiten legte sich das alles. Der Aufbau wurde klarer: Im ersten Teil jedes Kapitels geht es um die Vergangenheit der Protagonistin, im zweiten um die Gegenwart. Zunächst begleitet man sie beim Aufwachsen – bei den reichen, deutschen Großeltern, wo sie auf Erwartungen und starre Regeln trifft. Später lernt sie ihren Mann kennen und bekommt Kinder. Ein durchgehendes Element dabei ist ihre Mutter: Wie sie nicht wirklich in die Familie aufgenommen wird, sich abkapselt – aber dabei auch ihre Freiheit genießt. Im zweiten Teil der Kapitel geht es stärker um das Verhältnis der Tochter zur Mutter, um den Umgang mit ihrer Krankheit, der Demenz – und natürlich um die gemeinsame Reise nach Japan. Beide Ebenen sind sehr leise erzählt, aber dabei vielschichtig. Der gewählte Schreibstil unterstreicht das auf zurückhaltende, aber sehr wirkungsvolle Weise. Und wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, liest es sich wie von selbst. Es sind keine leichten Themen: Es geht um Grenzen, Anerkennung, Beziehungen, Liebe, Familie, Erwartungen – und eben auch um die Demenz. Wie schwer sie alle betrifft, was sie mit sich bringt. Und das sind nur die Hauptthemen. Vieles schwingt noch zwischen den Zeilen – genau das macht das Buch so besonders. Es hat mich spürbar aus meiner Komfortzone geholt – was ich nicht erwartet hatte. Umso schöner war die positive Überraschung. Da es kein Nachwort gab, bleibt für mich die Frage offen, ob autobiografische Elemente eingeflossen sind. Es fühlte sich beim Lesen jedenfalls so an.

Yasuko ist die Großmutter von unserer Protagonistin und verstirbt zu Beginn des Buchs. Aki beschließt daraufhin mit ihrer demenzkranken Mutter nach Jahren der Abwesenheit zurück nach Japan zur Familie zu reisen, um sich von Yasuko zu verabschieden. Doch während die Mutter in Deutschland in sich gekehrt und abwesend wirkte, taut sie in dem alten Haus, in dem sie aufgewachsen ist, plötzlich wieder auf und scheint der Demenz ein Schnippchen zu schlagen. Meine Meinung: Das Buch wurde mir vom Verlag via NetGalley zur Verfügung gestellt, an dieser Stelle vielen Dank. Meine Meinung beeinflusst dies jedoch nicht. Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Das Buch ist weit weg von meiner Lese-Komfortzone, aber genau das hat den Reiz ausgemacht und ich war gespannt, diese Geschichte zu entdecken. Leider wurde aber schnell klar, dass ich mir offenbar unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt hatte, wie das, was ich dann bekommen habe. Das Buch ist fragmentarisch aufgebaut, aber anstatt die Zeitsprünge auch mittels Präteritum darzustellen, wird eigentlich konstant im Präsens erzählt - obwohl wir Zeitsprünge von mehreren Jahrzehnten durchlaufen. Das hat mich massiv verwirrt und ich konnte ganz oft nicht nachvollziehen, auf welchem Zeitstrang wir uns nun befinden. Das hat dann letztendlich dazu geführt, dass ich das Buch insgesamt leider nicht gerne gelesen habe und mit den Charakteren nicht so mitfühlen konnte, wie ich es gerne gehabt hätte. Fazit: Wer sich im Belletristik Genre zuhause fühlt, wird hier sicherlich einen sehr schönen, einfühlsamen, aber vor allem langsam erzählten Roman über zwei unterschiedliche Kulturen kennenlernen. Mir persönlich konnte das Buch nur sehr wenig geben, da ich mir etwas ganz anderes erhofft hatte und mit der Geschichte nicht warm geworden bin.
Ein sehr tiefgründiges und schönes Buch!
Dieses Buch ist alles: todtraurig, fröhlich, lustig, ernst, bitter. Besonders hat mir die Strukturierung mit Absätzen gefallen, die wie kleine „Mini-Geschichten“ in den Gesamttext eingebettet waren. Dadurch konnte man zwischendurch innehalten und das Gelesene nochmal sacken lassen. Die Figuren waren sehr schön beschrieben, den Gedankengängen der Tochter Aki konnte ich sehr gut folgen. Große Empfehlung!
Onigiri ist kein lauter Roman. Aber er bleibt, wie der Geschmack von Kindheit auf der Zunge oder der Duft von Regen auf Tatami-Matten.
Manchmal öffnet ein Buch nicht nur Seiten, sondern Räume in uns, stille, verschüttete Zimmer der Erinnerung, der Herkunft, der Zärtlichkeit. Onigiri ist solch ein Buch. Mit der Zartheit einer Hand auf der Schulter führt uns Yuko Kuhn durch eine Geschichte, die zugleich schmerzt und heilt. Sie schreibt mit der leisen Kraft des Erlebten, mit einer Sprache, die nie laut werden muss, um tief zu berühren. Aki und Keiko, Tochter und Mutter, reisen zurück nach Japan, und damit auch zurück zu sich selbst. Was als Abschied beginnt, wird zur Rückkehr: zu vergessenen Wurzeln, zu verdrängten Schmerzen, zu unerwarteter Klarheit. In der Demenz der Mutter blüht plötzlich etwas auf, nicht als Wunder, sondern als ein zarter, sehr realer Moment des Menschseins. Ich habe in diesem Buch die Stille gehört, die zwischen Generationen liegt. Die Sprachlosigkeit, die manchmal Liebe bedeutet. Und das Essen, das mehr sagt als tausend Worte, wie ein Onigiri, dessen Füllung man erst erkennt, wenn man hineinbeißt. Yuko Kuhn gelingt etwas Seltenes: Sie erzählt eine deutsch-japanische Familiengeschichte ohne Pathos, aber voller Poesie. Ihre Sätze sind leicht wie Reispapier und zugleich nahrhaft wie Erinnerungen, die wir nie ganz verdauen können. Onigiri ist kein lauter Roman. Aber er bleibt, wie der Geschmack von Kindheit auf der Zunge oder der Duft von Regen auf Tatami-Matten.

Zwischen zwei Kulturen
Keiko kam vor vielen Jahren aus Japan nach Deutschland. An verschiedenen Goetheinstituten lernte sie die Sprache, zog von Stadt zu Stadt. Sie heiratete reich, was in den Augen ihrer japanischen Familie als großes Glück gilt. Die Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, ist mittlerweile geschieden. Keiko ist inzwischen dement, schafft es bei diversen Terminen mit Therapeuten etc. jedoch immer, völlig normal zu wirken. Als Keikos Mutter stirbt, zögert Keikos Tochter Aki zunächst, ob sie mit ihr nach Japan fliegen soll, um sie nicht aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Sie wagt den Schritt schließlich doch und lernt auf der Reise noch einiges über ihre Mutter. Onigiri ist das Debüt der deutsch-japanischen Autorin Yuko Kuhn. Dieser Hintergrund, das selbst erlebte Aufeinandertreffen der beiden Kulturen, macht den Roman besonders authentisch. Es sind die vielen Details, die deutlich machen, dass die Autorin weiß wovon sie spricht. Daneben sind es aber ihr Erzählstil und vor allem ihre Sprache, die das Buch besonders machen. Immer wieder musste ich beim Lesen innehalten, um mir Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen. Besonders Keiko hat mich fasziniert, wie sie sich in einem fremden Land zurechtfindet, die Schwierigkeiten, mit denen sie in ihrer deutschen Familie zurechtkommen muss, dieses ständige Leben zwischen zwei Kulturen: sie ist noch keine richtige Deutsche, eine richtige Japanerin ist sie aber auch nicht mehr. Ein sehr lesenswertes Debüt.
Ein besonderes Familienportrait zwischen zwei Kulturen
„Natsukashii, sagt sie. Das Wort ist schwer zu übersetzen, es ist Ausdruck für eine Wehmut, die gleichzeitig Glück und Trauer bedeutet.“ (S.191) Akis Mutter ist vor 50 Jahren von Japan nach Deutschland gekommen. Ein Leben zwischen zwei Kulturen und zwei Identitäten, und mit einschneidenden Erlebnissen. Bei Akis Mutter macht sich die Demenz immer bemerkbarer und Aki beschließt, noch ein letzten Mal mit ihrer Mutter in ihre Heimat nach Japan zu reisen und die Familie dort zu besuchen. Auch wenn es riskant ist, so jemanden aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen. Neben dieser Reise nach Japan erfahren wir nach und nach die gesamte Familiengeschichte; wie es für Aki und ihren Bruder war, mit den drastischen kulturellen Unterscheiden aufzuwachsen, der Alltagsrassismus, der ihnen begegnet ist, die Beziehung und das Ende der Beziehung ihrer Eltern, das Verhältnis zu den Deutschen Großeltern und der zunehmenden Müdigkeit ihrer Mutter. Mehr kann und möchte ich an dieser Stelle nicht sagen. Wir haben hier keine plotgetriebene Geschichte, sondern ein ruhig erzähltes Familienportrait, das aber grade durch seine nüchterne Erzählweise nah geht und berührt. Stück für Stück treten die Familiendynamiken ans Licht und fügen sich die Puzzleteile zusammen. Das Thema „Demenz“ nimmt hier ebenfalls einen großen Raum ein und Jeder, der damit schon in Berührung gekommen ist, wird hier Vieles wiedererkennen. Und obwohl ich während des Lesens zwar ergriffen, aber emotional doch recht gefasst war, so hat mich doch der letzte Satz im Buch zum Weinen gebracht, da meine Großmutter ihn vor vielen Jahren fast genauso gesagt hat. So bewegt mich diese Geschichte gerade noch im Nachklang sehr. ONIGIRI, das Lieblingsessen unserer Protagonistin, das Soul-Food, das für Erinnneurngen, Geborgenheit und Liebe steht. Für Traditionen und Familienbande, die uns immer zusammenhalten, egal was passiert. Familie ist Familie - sie gehört zu uns, hierlässt ihre Spuren, die über Generationen weitergetragen werden. Das einzige was ich vermisst habe, war ein Nachwort; mich hätte sehr interessiert, was die Autorin zu dieser Geschichte inspiriert hat, oder ob es kleine autobiographische Zusammenhänge gibt; ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich interessieren Hintergründe zu grade dieser Art Geschichten sehr.

ONIGIRI VON YOKO KUHN Aiko, eine junge Deutsche mit japanischen Wurzeln erzählt aus ihrer Perspektive die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern. Als Aiko erfährt, dass ihre japanische Großmutter gestorben ist, bereitet sie für sich und ihre demenzkranke Mutter Keiko eine Reise nach Japan vor, wohl wissend, dass es wohl für die Mutter die letzte Reise in ihr Heimatland sein wird. Yoko Kuhn erzählt episodenhaft und in einem recht sachlichem Ton die Lebensgeschichte der nach Deutschland ausgewanderten Japanerin. Es war eine durchaus emotionale und interessante Geschichte, allerdings fand ich den häufigeren Wechsel zwischen Geschichten aus der Vergangenheit und der aktuellen Reise störend. DIe Geschichten blieben an Stellen vage, an denen ich mir mehr Details und ein längeres Verbleiben in der Geschichte gewünscht hätte. Insgesamt wirkte es für mich weniger wie ein Roman als vielmehr eine berichthafte Zusmmenstellung von Lebensausschnitten. Für Japan-Fans durchaus ein lohnenswerter Einblick auch in die Kultur und die Schwierigkeiten, die ein Kulturwechsel nach Deutschland mit sich bringt und das lebenslange Gefühl des „nicht-heimisch-seins“. Wer allerdings eine auserzählte Geschichte eines japanisch-deutschen Lebens erwartet, könnte etwas enttäuscht werden.
Als Aki erfährt, dass ihre japanische Großmutter verstorben ist, bucht sie kurzerhand zwei Flugtickets in das Heimatland ihrer Mutter Keiko, um ihr, zum wahrscheinlich letzten Mal, ein Treffen mit ihrem Bruder Masayuki zu ermöglichen. Doch es ist auch eine Reise mit einer Frau, die sich immer mehr in den Irrwegen ihrer Demenz verliert und durch ihre damalige Auswanderung nach Deutschland, endlich wieder zu Ihren Wurzeln zurückkehren kann. Vor Jahren schon haben sich Akis Eltern scheiden lassen. Der Vater selbst kämpft schon lange mit seinen eigenen Dämonen und die Mutter konnte in Deutschland nie richtig Fuß fassen. Oft passiv, ist sie mit dem Alltag überfordert und den Schwiegereltern war sie nie gut genug für ihren Sohn. Dabei erzählt die Autorin eine kunterbunte und doch von Einsamkeit durchzogen Familiengeschichte voller Brüche, Liebe Fremdheit, Alltagsrassismus, Festhalten, Loslassen, Aggression und Zartheit. Über mehrere Zeitebenen erhält der Leser viele Einblicke in ein deutsch-japanisches Leben und zeigt den Spagat zwischen mehreren parallelen Welten. Dabei geht es nicht nur um räumliche oder kulturelle Entfernungen, sondern auch um die Diskrepanzen zwischen Familienmitgliedern, die sich eigentlich nahe stehen sollten. Stück für Stück treten die Familiendynamiken ans Licht und fügen sich die Puzzleteile zusammen. Auch das Thema Demenz nimmt in diesem Roman einen großen und sorgsam aufbereiteten Raum ein und jeder, der mit Betroffenen bereits zu tun hatte, wird sich hier ein Stück weit wiederfinden. "Onigiri" ist ein ruhiger Roman, der den Schmerz zwischen den Zeilen deutlich spürbar macht und mich durch die hellen Momente auch oft zum Lächeln gebracht hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Ein sehr warmherziges Buch
Ein unglaublich liebevoller und warmherziger Roman über eine japanisch-deutsche Mutter-Tochter-Beziehung mit einem wunderschönen Cover. Aki̱s Mutter kam Mitte zwanzig nach Deutschland – um zu bleiben und sich hier ein Leben aufzubauen. Mühsam hat sie Deutsch gelernt; sprachgewandt ist sie jedoch nie geworden. Später heiratete sie einen Deutschen und bekam zwei Kinder. Aki̱s Kindheit war immer ein wenig anders als die ihrer Mitschülerinnen: Sie unterschied sich in den Essgewohnheiten, im Verhalten ihrer Mutter gegenüber den Kindern und anderen Eltern sowie in vielen kleinen Bräuchen. Jetzt ist ihre Mutter Keiko alt und dement, und Aki möchte sie ein letztes Mal nach Japan bringen – damit sie ihren Bruder wiedersehen kann. Das Leben von Aki und seine Besonderheiten werden in kurzen Episoden erzählt – detailreich und bildhaft. ‚…beim Obsthändler bewundert sie wie früher ich die riesengroßen Äpfel, die wie Zirkusakrobaten aufeinander stehen’ Immer wieder springt das Buch zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was der Geschichte eine lebendige Tiefe verleiht. Yuko Kuhn beschreibt die Eigenarten ihrer Mutter – und später deren Demenz – mit so viel Liebe und Toleranz, dass man nur Bewunderung empfinden kann. In ihren Worten steckt eine große Wärme. Doch gegen Ende des Buches wird auch deutlich, dass das Verhalten ihrer Mutter nicht immer leicht zu ertragen war. Neben dem Leben zwischen zwei Kulturen musste Aki auch einen psychisch labilen Vater verkraften, der die junge Familie früh verließ, sowie Schwiegereltern, die ihre Mutter nie akzeptierten. Trotz des traurigen Themas ist das Buch nie hoffnungslos. Ein Buch, das uns Japan mit seinen Essgewohnheiten, Emotionen und Traditionen näherbringt – und gleichzeitig zeigt, was es bedeutet, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen.
Ein sehr melancholisches und auch herzerwärmendes Buch. Es geht um die Familie der Protagonisten Aki, insbesondere um ihre Beziehung zu ihrer Mutter, die in Japan geboren ist und nun an Demenz erkrankt ist. Ein sehr ruhiger Roman, der verschiedene tragische Familiengeschichten offenbart und uns auch näher an die japanische Kultur heranführt. Insgesamt ein schönes Buch, es war mir aber teilweise doch sehr langatmig an einigen Stelle .
Leider enttäuschend
Keiko ist gebürtige Japanerin, lebt aber schon seit den 1970ern in Deutschland. Seit geraumer Zeit hat ihre Tochter Aki Veränderungen an ihrer Mutter festgestellt und sieht sich der Diagnose Demenz gegenüber stehen. Als Aki dann auch noch die Nachricht erreicht, dass ihr Großmutter verstorben ist, ist es für sie klar, sie und ihre Mutter fliegen ein letztes Mal nach Japan. Dort ist ihre Mutter erst mit dem Hotel überfordert, doch als sie sich im Elternhaus bei Keikos Bruder einquartieren, blüht ihre Keiko wieder auf. Ich durfte den autofiktionalen Roman von Yuko Kuhn als Rezensionsexemplar lesen und bin etwas Zwiegespalten, denn ich muss sagen, dass ich etwas anders erwartet habe. Ich hatte die Erwartung, dass das Thema Demenz und wie es der Mutter in Japan ergangen ist mehr im Vordergrund steht. Meiner Meinung nach ist es Aki und die Aufarbeitung ihrer Kindheit und das Aufwachsen in zwei unterschiedlichen Kulturen. Ich habe mich auch mit dem Schreibstil der Autorin etwas schwer getan, da ich teilweise nicht mehr unterscheiden konnte in welcher Zeitschleife ich mich in der Geschichte gerade befinde und über welche Person gerade geschrieben wird. Leider hat mich dieser Roman nicht überzeugen können. Sehr schade! Denn das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich schon sehr angesprochen.
[werbung/rezensionsexemplar] "Onigiri" von Yuko Kuhn ist eine berührende Geschichte über Aki, die ihre an Demenz erkrankte Mutter Keiko nach dem Tod der Großmutter nach Japan begleitet. Die Geschichte in der Gegenwart wird zwischendurch immer wieder von kurzen Rückblicken unterbrochen, die Keikos Leben erzählen. Die Leserinnen erfahren, wie sie alleine von Japan nach Deutschland kam, eine Familie gründete und welchen Einfluss dabei ihr Mann und seine deutsche Familie auf sie hatten und wie diese Erfahrungen ihre Beziehung zu ihrer Tochter geprägt haben. Yuko Kuhn schafft es, die Geschichte einer Mutter zu erzählen, die alles auf sich genommen hat, um in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen - ein Leben, das durch die Demenz langsam in Vergessenheit gerät. "Onigiri" hat mir gehr gut gefallen. Zwar ist es mir durch den ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart manchmal etwas schwer gefallen, den Überblick zu behalten, da die Passagen zeitlich nicht eindeutig eingeordnet wurden. Dennoch haben die kurzen Einblicke in Keikos Leben durch den authentischen und treffenden Schreibstil der Autorin bei mir viele Bilder und Emotionen hervorgerufen, sodass mich der Roman sehr berühren konnte. Großartig fand ich auch, wie sich Akis Lieblingsessen Onigiri wie ein roter Faden durch die Geschichte gezogen und sie in vielen wichtigen Momenten begleitet hat. Insgesamt ist "Onigiri" ein Roman, der durch viel emotionale Kraft und eine realistische Mutter-Tochter-Beziehung überzeugt. Leseempfehlung für alle, die gerne bewegende Familiengeschichten lesen.

Fragmentarische Erzählung
Das Onigiri ihrer Mutter ist für Aki, die Ich-Erzählerin dieser Geschichte, ein ganz besonderes Gericht, das mit vielen Erinnerungen und Ereignissen verknüpft ist. Nachdem die Großmutter verstorben ist, will Aki mit ihrer mittlerweile an Demenz erkrankten Mutter nach Japan reisen. Neben positiven Effekten und manchen hellen Momenten, ist diese Reise auch eine Herausforderung. Die Erzählerin springt hierbei zuweilen Fragmentarisch zwischen verschiedenen Zeitebenen. Wir begleiten im Wesentlichen Aki und ihre deutsch-japanische Familie, entdecken mir ihr die Geschichte ihrer Mutter, die aus Japan nach Deutschland kam, mit den vielen Stationen und Situationen aus dem Briefen mit der Großmutter. Dabei ist die Beziehung zwischen Aki und ihrer Mutter insbesondere seit der Demenz und Depression in einem starken Spannungsfeld zwischen Liebe und Groll. Die japanische Kultur und insbesondere das Essen spielen auch eine besondere Rolle und fungieren häufig als "Erinnerungsbrücken" . Leider fand ich die häufigen Sprünge in der Erzählung etwas störend und auch wenn ich die Gereiztheit von Aki gegenüber der Mutter verstehen konnte, glitt diese manchmal für mich zu sehr in Groll über.
Schade, hätte mehr sein können… 💔
Puh… 😅 dieses Buch war leider nicht meins 😬📚 Der Schreibstil? Für mich leider ❌… nicht flüssig, hat mich einfach nicht gepackt. Und die Story springt gefühlt ständig zwischen verschiedenen Zeiten hin & her ⏳🔄 – da hab ich echt den roten Faden verloren 😵 Thema Demenz? Super wichtig & spannend 💜👵🧓 Umsetzung? Leider nicht so meins… 😔 Fazit: Fühlte sich verwirrend an & kam kaum voran ➡️ deshalb gibt’s nur ⭐️⭐️ von 5 Sternen
Etwas nichtssagend
Ja, die Autorin nimmt uns Leser mit in ihren Alltag mit ihrer an Demenz leidenden Mutter und dieser Verlauf ist gut dargestellt. Jedoch fehlt es ein bisschen an Bedeutsamkeit und das Ende kommt sehr abrupt, ohne rechte Entwicklung. Es plätschert ein bisschen daher, ist angenehm zu lesen, aber nicht wirklich tiefgründig und bewegend.
Eine unterhaltsame Geschichte für gemütliche Lesestunden.
Detailverliebt und mit besonderem Blick auf Kulinarik wird aus dem Leben der Protagonistin und ihrer Familie, insbesondere ihrer dementen Mutter, erzählt. Als Hörbuch mochte ich es gerne, die warmherzige Stimme der Sprecherin hat dem Buch auf jeden Fall etwas besonderes verliehen.
Der Perspektivwechsel war am Anfang etwas verwirrend...
"Onigiri" von Yuko Kuhn hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Der Roman handelt (wohl teilweise autobiographisch) von Aki, Tochter einer Japanerin und eines Deutschen. Akis Mutter Keiko ist dement und lebt im Pflegeheim. Kento, ihr Sohn, besucht sie regelmäßig. Als Akis Großmutter verstorben ist, die sie kaum gekannt hat, beschließt sie, noch einmal mit ihrer Mutter nach Japan zu reisen. Sie ist sich sehr bewusst, dass man demenzkranke Menschen nicht aus ihrem Umfeld reißen soll, aber sie möchte ihrer Mutter dennoch noch einmal den Kontakt zu ihrer Familie ermöglichen - und sich selbst auch- Ich habe Aki gerne mit ihrer Mutter nach Japan begleitet. In klarer, aber auch sehr bildhafter Sprache beschreibt Yuko Kuhn diese Reise, während der wir nach und nach immer mehr über Keikos Jugend und ihre Familie erfahren. Auch Aki lernt viel zu verstehen. Wir wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Am Anfang hat mich das etwas verwirrt, nach und nach bin ich aber besser damit klargekommen. Es ist ein Roman, der fesselt und zugleich viel Wissen über die kulturellen Unterschiede vermittelt. Als Beispiel hierfür dient unter anderem das Essen. Da ich weder ein großartiger Kenner der japanischen Küche , noch der Sprache und Gegebenheiten bin, war für mich das Glossar am Ende des Buchs sehr hilfreich. Kuhn schildert sehr einfühlsam das Thema Demenz, den Wechsel zwischen Verwirrtheit und klaren Momenten. Hierbei geht sie auch auf die Menschen ein, die mit Demenzkranken in der Familie zu tun haben. Ein kleiner, aber beeindruckender Roman, den ich gerne weiterempfehle!
. Hast du Lust auf eine kunterbunte Familiengeschichte zwischen deutscher und japanischer Kultur? Auf einen ruhigen Roman, der das Thema Demenz wirklich treffend beschreibt und dich dabei emotional mehr berührt als du erwartest? Dann solltest du „Onigiri“ lesen. Dieser Roman hat mich sehr ergriffen, mir Tränen in die Augen gezaubert und mich dabei trotzdem zum Lächeln gebracht! 5/5 ⭐️ . Worum geht es aber genau… Als Aki erfährt das ihr japanische Großmutter gestorben ist, bucht sie kurzerhand einen Flug für sich und ihre an Demenz erkrankte Mutter nach Japan in ihre Heimatstadt. Ihre Mutter sollte das vorerst letzte Mal ihren Bruder treffen. So begeben sich Mutter und Tochter auf eine Reise in die Vergangenheit. . In „Onigiri“ folgen wir Aki als Ich- Erzählerin durch die Gegenwart und Vergangenheit. Durch diese unterschiedlichen Zeitebenen erhalten wir als Leser ein gutes Gesamtbild über das Leben von Aki und ihrer Mutter. Es ist die Geschichte einer Mutter, die nie richtig Fuß fassen konnte in Deutschland und einer Tochter, die gefangen ist zwischen den Kulturen. Ich persönlich finde die zwiespältige Perspektive von Aki sehr interessant. Vor allem auch, weil ich sie als Aussiedlerkind verstehe. Einerseits dieser tiefe Wunsch in ihrer Kultur zu leben und der Kultur der Mutter zu entfliehen… andererseits der tiefe Wunsch zur Familie zu gehören, egal welche Kultur Mutter oder Vater haben. Kuhn beschreibt wundervoll emotional den Weg einer Frau, die die Kultur ihrer Mutter letztendlich lieben lernt und die das Erbe ihrer Mutter erhalten möchte. Ebenso eröffnet uns dieser Roman ein Blick hinter die Kulissen einer Familie, die mit Alltagsrassismus, Depressionen, Fremdheit, Akzeptanz und Aggression zu kämpfen hat. Kuhn beschreibt eine Familie, die sich mit der Demenz eines Familienmitgliedes arrangiert und auseinandersetzt, mit ihr lebt und trotz des Vergessens die Person hinter der Demenz besser kennenlernt als zuvor. Pflegende Angehörige werden sich zwischen den Zeilen von „Onigiri“ garantiert wiederfinden. . Einfach ein wunderbarer tiefgründiger Roman, der in mir große Wellen geschlagen hat und tief berührt hat. Große Leseempehlung, meinerseits!

Ich bin noch total geflasht, weil ich das Buch so überaus Emotional und berührend fand.
Durch den tollen Schreibstil konnte ich das Buch fast komplett in einem Rutsch durchlesen und wollte es nicht wirklich aus der Hand legen. Der Fokus liegt auf Akis Mutter Keiko, die an Demenz erkrankt ist. Aki erzählt Schritt für Schritt die Geschichte ihrer Mutter, wie diese von Japan nach Deutschland kam und wie ihr Leben verlaufen ist. Man spürt förmlich den Kummer durch das Buch und fühlt mit ihrer Mutter richtig mit. Es machte nicht den Eindruck, als wäre ihre Mutter jemals ganz angekommen. Ich finde, dass man durch das Buch einen guten Einblick in die Demenz-Krankheit bekommt und was es mit den Angehörigen macht. Keiko und Aki fliegen ein letztes mal nach Japan um dort die Familie zu Besuchen. Das stellte beide nochmal vor emotionale Herausforderungen und machte kulturelle Unterschiede nochmal sehr deutlich. Aki erzählt die Geschichte immer im Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich kam relativ schnell rein. Fazit Ein tolles und emotionales Buch. Es regt zum Nachdenken an und berührte mich sehr.

»Wenn ich jammere, unsere Familie sei so verkorkst, sagt meine Mutter entscheiden, alle Familien hätten Probleme.« (85) In »ONIGIRI« 🍙 reist die ich-Erzählerin Aki ein letztes Mal mit ihrer Demenz-erkrankten Mutter Keiko in deren Heimatland Japan 🇯🇵. In der Hoffnung, dass ihre Mutter sich an ihr Leben vor der Emigration nach Deutschland erinnert und die gemeinsame Reise die Mutter-Tochter-Beziehung neue Erinnerungen schafft. Die Erzählung wechselt zwischen Szenen und Sequenzen aus dem Aufwachsen von Aki mit ihrer japanischen Mutter in Deutschland und der Jetzt-Erzählung. Aus diesen Rückblicken und Erinnerungen wird deutlich, wie sehr die Heimatlosigkeit der eigenen Mutter auch die Tochter beschäftigt und wie sehr sie sich zwischen den Kulturen gefühlt hat. Da sind so viele Differenzen im Leben von Aki und ihrem Bruder Kenta: Zwischen ihren Eltern, zwischen dem Aufwachsen bei ihrer Mutter und den langen Ferien bei ihren deutschen, wohlhabenden Großeltern … »ONIGIRI« 🍙 von Yuko Kuhn ist ein berührender, feinfühliger und reflektierender Roman über Mutter-Tochter-Beziehung, den Umgang mit Demenz der eigenen Mutter, aber auch die Differenzen mit der eigenen Mutter. Es ist ein ruhiger Roman, dessen Erzählweise gerade durch diese tiefe Ruhe umso mehr trifft, wenn Sätze fallen, die den Schmerz zwischen den Zeilen erkennen lassen. 💔 Es ist dabei auch ein versöhnlicher Roman, der viel Verständnis hat und bringt und zeigt, dass es auf die Perspektive ankommt. Ich bin sehr gespannt, was wir von dieser Autorin noch lesen werden und kann gar nicht glauben, dass dieser Roman ein Debüt ist. Große Leseempfehlung ❤️

Onigiri von Yuko Kuhn hat mich auf Grund seines Klappentextes angesprochen. Eine letzte Reise mit der eigenen dementen Mutter in ihr Heimatland und wie diese dort aufblüht? Das klang für mich nach herausfordernden, aber auch emotionalen Momenten. Leider kam bei mir beim Lesen kaum emotionale Verbindung zum Buch auf. Der Erzählton ist eher sachlich. Es sind immer nur sehr kurze Einblicke in verschiedene Lebensabschnite, als würde man einen Querschnitt eines Lebens bekommen. Ich hatte mit mehr Japanreise Momenten gerechnet und das diese vertieft erzählt werden. Jedoch springt man auch dort beim Lesen nur kurz in Momente, um dann plötzlich wieder in der Kindheit von Aki zu landen. Das fand ich etwas schade, da mir gerade die Momente in Japan am besten gefallen haben und ich das Gefühl hatte, wenn diese Reise genauer ausgearbeitet worden wäre, hätte mich das Buch mehr emotional abgeholt. Es geht viel um die ambivalente Beziehung den eigenen Eltern gegenüber, wobei ich zumindest trotz aller Frustration die Tiefe Liebe zur Mutter immer wieder herauslesen konnte. Man bekommt einen Eindruck davon wer Akis Mutter vor ihrer Erkrankung war. Aber insgesamt hat es sich durch das viele kurze Anreißen von Momenten eher zäh gelesen.
“Eine letzte Reise - zurück in die Heimat”
In Akis Leben ist viel passiert. Sei es die Erlebnisse bei ihren wohlhabenden Großeltern in Deutschland, ihrem Vater, der mit sich selber kämpft…oder ihrer Mutter, die viel zu erschöpft ist. Akis Leben ist voller Erlebnisse und so schenkt sie ihrer Mutter eine letzte gemeinsame Reise nach Japan. Zurück in die Heimat ihrer Mutter, zurück zu verbliebenen Familienmitglieder…zurück in eine Zeit wo alles gut war? 🫀 Meine Meinung: Ein gutes und tiefgründiges Buch, wenn man sich auf den Schreibstil einlassen kann. Die Autorin schreibt keinen ganzen Fließtext über die Reise, nein. Sie fügt Absätze mit Erinnerungen und Hintergrundgeschichten hinzu und schmückt dann den Platz dazwischen mit der Gegenwart aus. Bei knapp 70 Seiten wollte ich abbrechen, habe mich zusammengerissen und habe mich dann doch an den Stil gewöhnt. Ich würde ich jedoch nicht kaufen oder verschenken wollen…weil der Stil nicht jedem gefallen wird. Jedoch war die Handlung berührend und regt zum nachdenken an.

Viel Potenzial, tolle Sprache mit kleinen Schwächen
Ich hatte mich sehr auf „Onigiri“ gefreut. Nachdem ich viele begeisterte Rezensionen gelesen hatte, waren meine Erwartungen an diese Familiengeschichte über verschiedene Kulturen und Generationen entsprechend hoch. Die Grundidee hinter dem Buch und die Darstellung der komplexen Familienkonstellation fand ich auch wirklich gut und wichtig. Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Ich fand den Schreibstil grundsätzlich sehr schön. Die Autorin hat eine tolle Art zu schreiben, die mich eigentlich sehr angesprochen hat. Doch leider muss ich sagen, dass ich mich im Lesefluss trotzdem ziemlich schwergetan habe. Ein großer Kritikpunkt für mich waren die verschiedenen Zeitebenen. Die Sprünge zwischen den Jahren waren aus meiner Sicht oft sehr abrupt, sodass ich immer wieder aus der Handlung gerissen wurde, anstatt richtig in die Geschichte einzutauchen. Auch zu den Figuren konnte ich keine richtige Bindung aufbauen; sie sind mir bis zum Ende leider etwas fremd geblieben. Die Protagonistin Aki war mir zwischendurch sogar ein wenig unsympathisch. Ich konnte zwar verstehen, warum sie so distanziert und manchmal wütend auf ihre Mutter reagiert – und das ändert sich im Laufe des Buches auch – aber eine echte emotionale Nähe entstand trotzdem nicht. Besonders schade fand ich das bei Felix, Akis Ehemann. Er scheint eine so wichtige Stütze für sie zu sein, blieb mir aber als Charakter viel zu blass und schemenhaft. Ich hätte gerne mehr über ihn erfahren, um die Dynamik der Beziehung besser greifen zu können. Mein Fazit: Es ist ein Buch mit einer tollen Grundidee und einem wirklich schönen Schreibstil. Ohne diese harten Zeitbrüche und mit einer tieferen Charakterisierung der Personen hätte ich das Buch wahrscheinlich wunderschön gefunden. So bleibt es für mich eine interessante Geschichte, die mich emotional aber leider nicht so abgeholt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Sie ist eine 2 von 5 Also ich muss leider sagen es hat mich echt enttäuscht. Nach dem Klappentext wsr ich richtig Hyped und hatte mich schon gefreut eine Familiengeschichte zu lesen die trotz Hindernisse nach Japan geht. Leider fand ich es schriftlich null gut umgesetzt, der Schreibstil, das Ständige Wechseln von Momenten. Hat mich echt immens gestresst. Nie konnte ich zu hundert Prozent sicher sein das ich den Moment jz wirklich richtig zeitlich für mich selbst einordne. Dazu kam das ich fand das viel zu viel in der Vergangenheit erzählt wurde und der Grund wieso ich des Buch überhaupt gelesen habe ( Japan) wurde zwar angeschnitten aber immer Wechsel zur Vergangenheit.... Die Familie fand ich ganz okay und unser Tochter echt sympathisch. Ich kann nach dem Buch sehr gut nachvollziehen das es sicherlich extrem Belastend ist. Für die Angehörigen, wenn ein geliebter Mensch Demenz hat. Also dieses Erdrückende Gefühl, das sie sicher die Ganze Zeit auf der Reise gespürt hat. Wurde sehr gut rübergebracht!
Melancholisch und bewegend: Onigiri zeigt, wie vergänglich das Leben sein kann – und wie kostbar die kleinen Gesten des Alltags sind.
Onigiri: Was bleibt, wenn das Erinnern schwindet Nach dem Tod ihrer Großmutter fasst Aki den Entschluss, gemeinsam mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko nach Japan zu reisen – zurück in das Land, das Keiko einst verlassen hat. Trotz der Herausforderungen, die eine solche Reise für ihre Mutter mit sich bringt, hofft Aki auf einen Moment der Nähe und des Verbundenseins inmitten von Erinnerungen. In Keikos Heimat erfährt Aki durch Erzählungen und Begegnungen mehr über das Leben ihrer Mutter. Die Reise wird für Aki zu einer bewegenden Spurensuche zwischen Generationen und Kulturen und zu einer Reise zu sich selbst. „Onigiri“ ist ein leises, feinfühliges Buch, das vor allem durch seine emotionale Tiefe und die gelungene Verwebung von Gegenwart und Vergangenheit berührt. Yuko Kuhn erzählt mit großer Wärme und klarem Blick die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die sich zwischen Identitätsfragen, Rassismus, Verlust, Depression und Neubeginn bewegt. Für mich waren die Perspektivwechsel besonders eindrücklich: Die Rückblicke auf Keikos Vergangenheit offenbaren ein Leben, das von Vorurteilen, inneren Kämpfen, Schmerz und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt war – aber auch von Mut und Selbstbestimmung. Die Darstellung von Keikos Demenz ist berührend und authentisch. Der schleichende Verlust, die Hilflosigkeit, das Verstummen – aber auch die kostbaren, hellen Momente – werden mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. Besonders spürbar wird, wie schwer es für Angehörige ist, einen geliebten Menschen nach und nach an die Krankheit zu verlieren und ihn trotzdem tagtäglich zu pflegen, zu begleiten, loszulassen und festzuhalten. Inmitten dieser stillen Kämpfe zeigt das Buch, wie viel Liebe in kleinen Gesten steckt. Obwohl die Geschichte ohne große Dramatik auskommt und in ihrer Handlung recht ruhig bleibt, hat sie in mir viel ausgelöst. Sie hat mich über das eigene familiäre Miteinander und über das Älterwerden nachdenklich gemacht. Fazit: „Onigiri“ ist ein warmherziger, berührender Roman über Erinnerung, Herkunft, Fürsorge und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ohne große Spannungsbögen entfaltet sich eine stille Geschichte, die das Herz berührt und nachklingt.
"Onigiri" von Yuko Kuhn ist eine berührende Geschichte, die sich aufrichtig mit dem Thema Demenz auseinandersetzt. Kuhn gelingt es, die Herausforderungen und emotionalen Belastungen, die mit dieser Krankheit einhergehen, einzufangen. Ein Kritikpunkt ist jedoch die verwirrende Struktur des Buches. Die zahlreichen Zeitsprünge können es dem Leser schwer machen, der Handlung zu folgen und sich in die Geschichte einzufinden. Dies trübt leider das ansonsten positive Gesamtbild. Insgesamt ist "Onigiri" ein lesenswertes Buch, das wichtige Themen anspricht, aber aufgrund seiner komplexen Erzählweise einige Abstriche machen muss. Vielleicht wird es euere neues Lieblings Buch, wenn euch das Thema anspricht, dann lest doch einfach mal in die Leseprobe rein, vielleicht gefällt es euch ja doch!! Daher 3 von 5 Sternen.
Der Roman ist anfangs ein bisschen verwirrend aufgebaut. Aber die liebevolle Beschreibung der Tochter um ihre Mutter, macht vieles wett.
Wenn Aki einen Seelentröster braucht, dann bekommt sie Onigiri von ihrer Mutter Keiko gemacht. Onigiri, das sind dreieckige Reisbällchen „belegt“ mit Avocado oder Thunfisch, Lachs oder Schweinefleisch. Es wird angenommen, dass Onigiri seit etwa 2.000 Jahren gegessen werden und während der Sengoku-Zeit (1467-1615) als tragbares Essen für Samurai beliebt wurde, da es leicht zu transportieren und äußerst sättigend war. Aber die Onigiri sind nicht die Hauptdarsteller in dem Roman Onigiri. Onigiri Aki möchte mit ihrer Mutter Keiko ein letztes Mal gemeinsam nach Japan reisen. Sie will die japanische Familie und Freunde treffen und mit ihrer Mutter Orte besuchen, die der alten Japanerin einmal wichtig waren. Keiko ist als junge Frau nach Deutschland ausgewandert, hat dort Karl, ihren späteren deutschen Ehemann kennengelernt und zwei Kinder großgezogen. Keiko hat viel erlebt. Sie ist in der deutschen Familie ihres Mannes nie wirklich angekommen. Und als ihr Mann Karl sich das Leben nehmen wollte, blieb sie mit ihren Kindern Kento und Aki allein. Aki erzählt in dem Roman, wie sie mit ihrer Mutter auf die Reise geht. Sie schwelgt selber in Erinnerungen, die ihre Mutter so langsam immer mehr vergisst. Keiko lebt inzwischen in einem Seniorenstift und verliert immer mehr ihre Erinnerungen. Aki versucht diese zusammenzuhalten. Während sie in Japan unterwegs sind, hat die Mutter manchmal noch Lichtblitze und Aki findet in dem Zimmer der kürzlich verstorbenen Großmutter, Keikos Mutter, Briefe und Erinnerungen, die sie mit nach Berlin nimmt. Briefe, die auch für die Tochter Aki ein Band flechten, dass sie eine besondere Erinnerung an ihre Familie und Lebensgeschichte findet. Lesbar, traurig, liebevoll Der Roman ist anfangs ein bisschen verwirrend aufgebaut. Aber die liebevolle Beschreibung der Tochter um ihre Mutter, macht vieles wett. So langsam findet man in den Roman. Aki erzählt, wie man zu einem Gegenstand in einem Raum eine Erinnerung hat. Da ist eine kleine Geschichte aus ihrer eigenen Kindheit, da ein Gegenstand den ihr Vater geschnitzt hat, dort eine Geschichte aus der Beziehung ihrer Eltern. Dann bekommt der Leser wieder aus der Gegenwart einige Sätze zu lesen. Das kann schon ein bisschen durcheinander machen. Aber gradlinig, wäre der Roman nicht so schön. Gradlinig denken wir Menschen auch nicht. Was auch auffällt ist, dass alle Figuren nicht in der Lage sind sich ihre Gefühle einzugestehen oder gar zu äußern. Die Gegensätze der verschiedenen Orte, das wohlhabende Zuhause ihrer Großeltern oder das asketische Leben Akis Vater, machen den Roman zu einer komplexen Geschichte, die zusammengesetzt werden wünscht. Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Während die Mutter immer mehr in ihrer eigenen dementen Welt verschwindet und viele Dinge ihr sehr schwerfallen, sie ermüden, beginnt die Tochter viele Dinge zu verstehen. Einen dementen Menschen um sich zu haben und sich auf die Schlichtheit einzulassen, ist nicht einfach. Zu sehen, wie dieser Mensch immer mehr verschwindet, kostet viel Kraft. In dem Roman wird aber auch deutlich, wie wenig man von dem Leben seiner Eltern weiß. Aki ist manchmal ungeduldig, manchmal sehr sensibel. Als sie selber ihr drittes Kind bekommt, weiß sie, dass ihre Mutter ihr nie wieder Onigiri zum Seelentrösten machen wird. Die Autorin Yuko Kuhn wuchs selbst zwischen diesen beiden Kulturen auf. Ihre Mutter wurde in Japan geboren und arbeitete in Osaka als Grundschullehrerin, bis sie 1972 nach Deutschland auswanderte.

Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Yuko Kuhn wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Kulturwirtschaft in Passau und Aix-en-Provence. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF / Hochschule für Fernsehen und Film München zum Schreiben. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in München.
Posts
(Büchergilde Gutenberg) Ein berührender Roman über Familie, Vergessen und Herkunft.
Der Roman wird von Aki erzählt. In Rückblenden erleben wir Akis aufwachsen in Deutschland als Tochter von Keiko und Karl. Als Akis Großmutter stirbt beschließt sie ein letztes Mal mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter nach Kobe in Japan zu reisen und erlebt wie ein Leben in Vergessenheit geraten kann, wenn es auch in kurzen Episoden wieder aufblitzt. Der Roman „Onigiri“ von Yuko Kuhn handelt von der schwierigen Beziehung zwischen Aki und ihrer demenzkranken Mutter Keiko, die gemeinsam nach Japan reisen. Während der Reise erkennt Aki, dass ihre Mutter nicht nur kalt und distanziert war, sondern selbst unter Einsamkeit, Migration und psychischen Belastungen litt. Dadurch verändert sich Akis Blick auf ihre Mutter und es kommt zu einer vorsichtigen Annäherung. Gleichzeitig zeigt der Roman, wie schwierig es ist, zwischen deutscher und japanischer Identität zu leben und sich irgendwo wirklich zugehörig zu fühlen. Der Titel „Onigiri“ symbolisiert dabei die Sehnsucht nach Heimat, Liebe und familiärer Nähe. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Der Roman erzählt ruhig, fein und ohne große Gesten. Gerade dadurch wirken viele Szenen so stark. Besonders gefallen hat mir, wie Yuko Kuhn die Verbindung zwischen den Generationen beschreibt. Zwischen Nähe und Distanz, zwischen Liebe und Sprachlosigkeit. „Onigiri“ ist ein leises Buch – aber eines, das sehr viel erzählt. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil dieser Roman auf zurückhaltende Weise von Dingen erzählt, die viele kennen: vom Vergessen, vom Loslassen und von der Frage, wer wir sind. #Onigiri #YukoKuhn #Familienroman #Erinnerung #Identität #Loslassen #5Sterne

Aki, die Tochter der japanisch stämmigen Frau Keiko, die in jungen Jahren nach Deutschland kam, muss mit der Demenz ihrer Mutter Keiko zurechtkommen. Nun ist Akis Großmutter in Japan verstorben und Aki's Mutter kann sich dies nicht merken. Immer wieder muss sie erinnert werden. Das schmerzt. Darum reist Aki mit Keiko nach Japan. Sehr fein geschildert und gut beobachtet wird die Problematik der Demenz, wobei hier die Nationalität keinen Einfluss auf deren Verlauf hat. Aki, als starken Charakter, mochte ich gern, trotz ihrer eigenen Defizite. Aber auch die Lebensleistung der Mutter, die sich ein Leben in Deutschland aufbaut und alleinerziehend zurechtkommt, beeindruckt. Der flüssige, anschauliche Schreibstil -in Ich-Form mit Aki als Erzählerin - lässt das Bild einer japanisch/deutschen Familie mit allen Unterschieden und Ähnlichkeiten vor Augen entstehen. Und auch wenn Akis Mutter in Deutschland zurechtgekommen ist, scheint ihr Altern mit der Demenz sie wieder näher an ihre Herkunft zu bringen. Dies wird so nachvollziehbar und interessant geschildert, dass ich gut in den Roman hineinfand und diese Familie gern begleitet habe. Auch die geschickt eingebundenen Rückblicke haben viel zum Verständnis der Familiendynamik beigetragen. Der stille, hintergründige Humor hat das Lesen vergnüglich gemacht, aber auch die traurigen Details berühren und regen zum Nachdenken an. Diese Geschichte zeigt, dass es nicht leicht ist, im fremden Land zu leben, egal aus welchen Gründen man gekommen ist. Und dass dies Auswirkungen auf die Psyche hat, nicht nur auf die eigene, sondern auch die der Nachkommen. Ein stilles Buch, das sich gut und flüssig lesen lässt, viele Themen aufgreift und Verständnis reifen lässt - für jeden, der gern Familiengeschichten liest.
“Onigiri” von Yuko Kuhn handelt von Aki, deren japanische Großmutter gestorben ist. Um etwas in ihr zu kitten beschließt sie, ihre demente Mutter auf eine letzte Reise in deren Heimat mitzunehmen. In Rückblenden werden aus der Ich-Perspektive Fragmente aus Akis Leben und das Verhältnis ihrer Mutter zu ihrem Leben und ihrer Familie in Deutschland erzählt. Das Werk wirkt stark biografisch durch die Anekdotenform, in der wir mehr über Aki und ihre Mutter Keiko erfahren. Auch die damit und mit der Japanreise verbundene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte vermittelt diesen Eindruck. Ich fand die literarische Form und den persönlichen Schreibstil sehr berührend und die Mutter-Tochter-Geschichte hat mich emotional gepackt. Ein leises, tiefes Buch, das man gern ein zweites Mal in die Hand nimmt. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Die Geschichte von Aki, einer jungen Frau mit deutschen und japanischen Wurzeln, die mit ihrer Mutter Keiko noch einmal nach Japan reist. Yuko Kuhn beschreibt sehr fein, die Demenz ihrer Mutter. Wie über die Jahre ein besseres Verstehen der Mutter entsteht. Ein aufeinanderprallen der Kulturen. Gesine und Ludwig, die wohlhabenden Großeltern väterlicherseits. Der Vater Karl, der sein lebenlang gegen die eigenen Eltern rebelliert und unter Depressionen leidet. Ein sehr vielschichtiges Buch, dass tief in das Leben von Aki und ihrer Familie blicken lässt. Ich habe anfangs nicht sehr gut in den Schreibstil hineingefunden. Doch eine Lesung mit Yuko Kuhn hat vieles besser verstehen lassen.
Onigiri, der Debütroman von Yuko Kuhn, ist die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, in deren Mittelpunkt Tochter Aki und Mutter Keiko stehen. Die über achtzigjährige Keiko kam als junge Frau nach Deutschland, sie hat den zehn Jahre jüngeren Karl geheiratet, der aus einer wohlhabenden Familie stammte. Karls Eltern Gesine und Ludwig waren von seiner Wahl nicht sehr angetan, ihr Verhältnis zu Keiko blieb bis zu ihrem Lebensende distanziert. Keiko und Karl bekommen zwei Kinder: Aki und Kenta. Karl ist psychisch instabil, er kämpft mit Depressionen, die Ehe scheitert, doch Karl hält den Kontakt zu seinen Kindern. Keiko bleibt auch nach ihrer Scheidung in Deutschland, doch ihr Herz hängt an Japan. Seit sie in Deutschland lebt, war sie nur wenige Male dort. Als ihr Gedächtnis immer mehr schlechter wird, beschließt Aki, ihr mit einer Reise nach Japan eine Freude zu machen. Und tatsächlich lebt Keiko in ihrer alten Heimat auf, auch wenn sich nicht leugnen lässt, dass ihre Demenz voranschreitet. In dem Buch lernen wir die ganze Familie gut kennen, sowohl die deutsche als auch die japanische Seite. Mir haben am besten die Geschichten über Keikos Schwiegereltern gefallen. Auch nachdem sich Karl von Keiko getrennt hatte, haben sich seine Eltern um ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern bemüht, was nur bedingt geklappt hatte. Aki hat sich im Haus ihrer deutschen Großeltern nie richtig wohl gefühlt, vielleicht weil sie wusste, dass diese ihre Mutter ablehnen. Ich mochte die Beziehung von Kenta zu seiner Nichte und seinem Neffen. Selbst kinderlos, stand er seiner Schwester stets hilfreich zur Seite, wenn die Kinder abgeholt oder beschäftigt werden sollten. Am wenigsten erfahren wir über Akis Mann Felix und ihre beiden Kinder. Dafür lernen wir ihren Onkel Masayuki gut kennen, den Mutter und Tochter in Kobe besuchen. Ich habe das Buch gern gelesen, hätte mir allerdings mehr Informationen über Japan gewünscht. Es werden viele japanische Gerichte und Spezialitäten vorgestellt, nicht nur die titelgebenden Reisbällchen Onigiri. Im Glossar am Ende des Buches werden alle im Buch genannten japanischen Lebensmittel und Gerichte kurz umrissen. Eine große Rolle spielt das Thema Demenz, genau wie die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Da ein Nachwort fehlt, erfahren wir nicht, ob das Buch autobiographisch oder fiktional ist. Der Roman ist wie ein langer, ruhiger Fluss, mir fehlte Spannung, die vielleicht mittels eines Familiengeheimnisses aufgekommen wäre. Mich konnte es nicht ganz überzeugen, ich würde es Leser*innen empfehlen, die gern Familiengeschichten lesen.
Als Aki vom Tod ihrer Großmutter erfährt, ist ihr klar, dass sie ihre demenzkranke Mutter Keiko noch einmal in ihre Heimat Japan bringen will, bevor das vielleicht nicht mehr möglich ist. Während der Vorbereitungen, auf der gesamten Hinreise und im Hotel wirkt Keiko verloren und scheint nicht recht zu begreifen, was vor sich geht. Ein Besuch in ihrem Elternhaus, bei ihrem Bruder und der Schwägerin bringt jedoch endlich ein wenig Ruhe und fördert Erinnerungen zutage. Zum ersten Mal seit langer Zeit scheint Keiko wieder in der Lage, für sich selbst zu sprechen und zu entscheiden. „Onigiri“ ist der Debütroman der studierten Kulturwissenschaftlerin Yuko Kuhn. Zuletzt war sie an der Hochschule für Film und Fernsehen München tätig und arbeitet seit diesem Jahr als freiberufliche Autorin. Die Handlung wird aus der Sicht von Aki in der Ich-Perspektive und der Gegenwartsform erzählt, so als würden wir Tochter und Mutter auf ihrer Reise begleiten. Dabei lenkt die Autorin nicht nur den Fokus auf Demenz als Erkrankung, sondern zeichnet auch das Bild einer komplizierten Familie zwischen zwei Kulturen. Es scheint, als sei Keiko nach ihrer Heirat mit einem deutschen Mann nie ganz angekommen. Dessen Eltern, Akis Großeltern, schlossen die „fremde“ Frau stets aus, so dass nie ein richtiges Verhältnis zwischen ihn entstand – nach der Trennung von Keiko und Karl und dessen Versuch, sich das Leben zu nehmen, wurde dieser Graben nur noch größer. Erst in hohem Alter schafft Keiko es zum ersten Mal, den Schwiegereltern die Stirn zu bieten und schlägt eine Einladung einfach aus. Besonders emotional sind die Szenen zwischen Aki und ihrer dementen Mutter. Keiko vergisst immer wieder Lebensereignisse, wie zum Beispiel den Tod ihrer Mutter, und Aki muss ihr stets dieselben Dinge erklären. In einigen Momenten vergisst sie sogar, dass sie überhaupt Kinder hat. Yuko Kuhn beschreibt sehr eindringlich, wie Aki dabei an ihre Grenzen gerät und oft auch die Geduld verliert, während ihr Bruder Kenta oder ihr Mann Felix immer ruhig und besonnen bleiben. Fazit: Ein emotionaler Roman über einen Abschied auf Raten und eine Familie zwischen Japan und Deutschland
Onigiri als „kulinarisches Symbol“ für die Erinnerungsbrücken. Inhalt und emotionale Wirkung: Yuko Kuhn erzählt von Aki, die ihre an Demenz erkrankte Mutter Keiko nach Japan begleitet. Was als Abschiedsgeste beginnt, wird zu einer Reise zwischen Gegenwart und Vergangenheit – und die titelgebenden Onigiri sind dabei mehr als nur Nahrung: Sie sind Symbole für Heimat, Geborgenheit und die Verbindung zwischen Mutter und Tochter. Besonders berührend ist, dass die Geschichte nicht linear verläuft. Die Zeitsprünge sind wie Erinnerungsbrücken – sie verbinden Bruchstücke aus Keikos Vergangenheit mit Akis Gegenwart. Während Aki früher vieles nicht verstand, erkennt sie nun, wie tief die Bindung zu ihrer Mutter tatsächlich reicht. Was anfangs wie ein Durcheinander wirkt, entfaltet sich zu einem poetischen Muster. Fazit Onigiri ist eine zarte, poetische Familiengeschichte über Erinnerung, Verlust und Nähe. Die Erzählweise mag fordern, doch gerade die „Erinnerungsbrücken“ machen ihren Zauber aus. Ein stilles, literarisches Kleinod, das vier von fünf Sternen verdient.
Eine sanfte Liebeserklärung an ihre Mutter
In Onigiri reist Aki zusammen mit ihrer dementen Mutter Keiko noch ein letztes mal in ihre Heimat nach Japan, in der Hoffnung die Erinnerungen ihrer Mutter noch einmal neu zu entfachen. Ganz unaufgeregt und sanft begleitet man die beiden dabei, sowohl auf ihren Spuren in Japan als auch in ihre beider Vergangenheit in Deutschland. In die Jugend Keikos, als sie sich als junge Frau ganz allein nach Deutschland aufmachte und einen deutschen Mann heiratete dessen vermögende Eltern sie nie richtig akzeptierten. Die vielen Erinnerungsschnipsel und Erlebnisse ergeben nach und nach ein bewegendes Gesamtbild, durch das man sich sowohl Aki als auch Keiko sehr nah fühlt und fast zu einem stummen Teil der Familie wird. Onigiri ist ein sanftes Buch fürs Herz und für ruhige Abende. Es beginnt zwar recht langsam und unscheinbar aber irgendwann will man die Familie bis zum Ende begleiten. Unaufgeregte 4 Sterne von mir.
Macht sehr nachdenklich
🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹 Rezension zu "Onigri" von Yuko Kuhn Macht sehr nachdenklich ❤️❤️❤️❤️❤️ Aki hat erfahren, dass ihre Großmutter gestorben ist und sie reißt hin, um sich alles weitere zu kümmern. Alle sind tief traurig über ihren Tod. Nebenbei kümmert sie sich um ihre Mutter, der ist zwischendurch auch nicht immer gut geht. Da sie auch ihre besonderen Phasen hat. Wie geht es weiter? Auf mich wirkt es wie ein bewegender Roman, der mich dabei auch wirklich gerührt hat. Ich kann durchaus nachfühlen, wie es ist, die Großmutter zu verlieren. Da hat man erstmal ein leeres Loch in sich. Aber man schafft es dort auch mithilfe wieder rauszukommen. Ist nicht leicht, aber es wird immer wieder werden. Dabei hat sie sich auch gut um ihre Mutter gekümmert. Wer noch eine Mutter hat , sollte das zwischendurch auch tun. Das ist ganz wichtig heutzutage.😊 Dabei ist auch etwas Geschichte und Kultur drin. Es ist ein Roman der viel Sinn und tief nachdenkliches im Leben bringt und der auch schon sehr, sehr sehnsüchtig auf euch wartet. 🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹
Die Grundidee des Romans klang für mich sehr vielversprechend. Eine Reise nach Japan, die Vergangenheit einer Familie und der Umgang mit Demenz. Auch der Klappentext weckt die Erwartung einer tiefgründigen, emotionalen Geschichte zwischen Mutter und Tochter. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen und das Buch konnte meine Erwartungen kaum erfüllen. Die Figuren bleiben für mich erstaunlich blass und eindimensional. Die Gedanken und Gefühle, sowie die Handlungen werden eher angedeutet und wirkten für mich sehr unglaubwürdig. Gerade bei so sensiblen und komplexen Themen hätte ich mir persönlich mehr Tiefe, mehr leise Zwischentöne und weniger oberflächliche Beschreibungen gewünscht. Der Erzählstil ist zwar leicht lesbar, wirkt aber oft zu schlicht und manchmal fast banal. Viele Szenen hatten das Potenzial für intensive Emotionen gehabt, diese rauschen aber einfach vorbei, ohne dass sie nachwirken. Stattdessen ziehen sich einige Passagen unnötig in die Länge, während wichtige Momente kaum Raum bekommen. Insgesamt ist Onigiri für mich eine nette, aber leider recht oberflächliche Lektüre geblieben, die ihre starken Themen nicht ausschöpft. Wer sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Erinnerung, Familie und kultureller Identität erhofft, könnte hier enttäuscht werden. Für mich wurde hier leider eine große Chance vertan.
Onigiri von Yuko Kuhn habe ich als Hörbuch gehört. Ich konnte der Handlung leider nicht so ganz leicht folgen, auch aufgrund der viele Zeitsprünge. Dennoch hat man schon durch die Zartheit der Beschreibungen die Liebe und Hingabe der Protagonistin zu ihrer demenzkranken Mutter zwischen den Zeilen gespürt. Vielleicht war der Aufbau auch aufgrund der Thematik ebenso gewählt, dass man auch als Leserschaft zeitweise die Orientierung im Geschehen verliert. Vielleicht wäre das ein Roman, der für mich zu Lesen besser gewesen wäre.
Bittersüße Mutter-Tochter-Geschichte voller Erinnerungen und Emotionen
Gerichte aus der Kindheit, tröstende Geschmäcker, Essensrituale, das Kennenlernen von Zutaten, Gebräuchen und verschiedenen Familienstrukturen — diese Geschichte bietet so viel mehr als den vielleicht anfangs zu erwartenden Japan-Content. Klar und gekonnt verflechtet Yuko Kuhn die Kindheitserinnerungen der Protagonistin mit berührenden und tröstenden Momenten über das Essen. Aufgewachsen mit geschiedenen Eltern, die Mutter aus Japan nach Deutschland emigriert, der Vater aus einer reichen deutschen Unternehmerfamilie, müssen Aki und ihr Bruder Kento sich zwischen wärmender Miso-Suppe und dem edlen Silberbesteck zum sonntäglichen Rinderbraten zurechtfinden. Auch im Erwachsenenalter versucht Aki ihre Wurzeln zu ergründen und findet in Onigiri, Apfelschnitzen und handschriftlichen Briefen sowohl die eigene Vergangenheit als auch die Kraft mit ihrer mittlerweile dementen Mutter eine letzte Reise nach Japan zu unternehmen. Rührend, nachvollziehbar und eigenständig.
Von Wurzeln. Von ihrem Entschwinden und Entdecken.
Wir begleiten Aki auf ihrem Balanceakt. Aki ist damit konfrontiert, ihre Mutter Keiko während ihrer fortschreitenden Demenzerkrankung zu begleiten. Gemeinsam treten sie eine Reise nach Japan an, das Land in dem Keiko geboren wurde, in dem ihre Herkunftsfamilie noch lebt und aus dem sie als junge Frau ausgewandert ist. Der Verlust der Alltagskompetenz und der eigenen Identität greifen unterdessen stetig fortschreitend um sich. Yuko Kuhn stellt in diesem Zusammenhang sehr plastisch und authentisch dar, mit welchen impulsartigen Ängsten dieser Prozess immer wieder verbunden ist, beispielsweise im Rahmen der Frage nach räumlicher Orientierung und der Rückversicherung, ob man alles Notwendige dabei oder die Haustür verschlossen habe. Gleichzeitig tröstet sie aber auch mit der authentischen Darstellung, dass da nicht einfach „Nichts“ verbleibt, sondern immer auch Momente der Nähe und Verbundenheit entstehen. Wir begleiten aber auch Aki in ihrem eigenen Pendeln zwischen den Grenzen der kraftvollen Geduld und dem Aufrechterhalten der liebevoll begleitenden Akzeptanz. Aki reflektiert parallel zum eigentlichen Handlungsstrang die Biografie ihrer Mutter. Keiko zeichnete sich gerade im Rahmen ihrer Entscheidung nach Deutschland zu kommen durch große Hingabe und Stärke aus, ich war sehr beeindruckt davon, wie zielstrebig sie ihren Weg verfolgt hat. Wir erfahren aber auch welche Narben ihr im Laufe ihres Lebens auch aufgrund von Vorurteilen, kultureller Unterschiede und einer vielversprechend begonnenen, aber gescheiterten Liebe zugefügt wurden. Eine Erzählebene, die mich besonders beeindruckt hat und in der sich ebenfalls ein dialektischer Balanceakt als das zentrale Motiv des Romans zeigt ist die Beschreibung von Akis Ursprungsfamilie, Familien muss man sagen. Denn sie skizziert nicht nur ein Bild ihrer japanischen Wurzeln, sondern auch der deutschen, westlich geprägten Familie ihres Vaters. Anhand zahlreicher feingliederig beschriebener Anekdoten lernen wir das Konstrukt ihrer Famile(n) kennen, die einzelnen detailliert beobachteten Sequenzen leben dabei auch von der Kontrastierung. Wir spüren, dass die Generationen, die vor uns kamen, auch nach dem Entschwinden der Welten weiterhin mit uns am Tisch sitzen, trotz all der zwiespältigen Gefühle und Abdrücke, die sie womöglich in uns hinterlassen haben. Subtil werden zentrale Bestandteile der japanischen Kultur eingeflochten. Dieses Buch ist kein Reisebericht, sondern eine kunstvoll gewebte Familiengeschichte, in der sich die berührten Themengebiete wie Verlust, Elternschaft, Migration, Herkunft, Trauer, Aufopferung und Liebe in all ihren Facetten nach und nach entfalten. Natürlich muss noch hinzugefügt werden, wie sehr ich ich dieses Cover liebe: sehr, sehr, sehr - um exakt zu sein.
Mutter-Tochter-Beziehung im Spannungsfeld einer deutsch-japanischen Familie
Yuko Kuhn erzählt in ihrem Buch auf eindrückliche Art eine deutsch-japanische Familiengeschichte. Auf verschiedenen Zeitebenen bekommt man Einblicke in das Leben von drei unterschiedlichen Frauen aus drei verschiedenen Generationen einer Familie. Jede dieser Frauen begegnet den Hürden des Lebens auf ihre Art. Vor allem die Demenzerkrankung der Mutter taucht als zentrales Element immer wieder auf und ist, soweit ich das beurteilen kann, auch sehr gut und glaubhaft wiedergegeben. Mir hat gefallen, dass man beim Lesen einen guten Einblick in die japanische Kultur bekommt. Viele der verwendeten japanisches Begriffe waren mir nicht geläufig, daher war der Anhang mit den entsprechenden Erläuterungen super. Mit dem Ende hadere ich etwas, da es für mich etwas zu abrupt endet. Dennoch habe ich dieses Buch gern gelesen und kann es nur weiterempfehlen. *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*
Sternebewertung fiktiv
Was bleibt, wenn die Eltern langsam verschwinden? Die Zeit des schleichenden Abschieds ist nicht laut. Sie ist leise, fordernd, widersprüchlich. Yuko Kuhn erzählt genau davon: vom Rollenwechsel, wenn wir unsere Eltern nicht mehr als Felsen erleben, sondern als Fragmente ihrer selbst. Wenn sie vergessen und wir erinnern müssen. Yuko Kuhn hat einen Ton getroffen, der mich sofort abgeholt hat. Feinfühlig, reflektiert, manchmal leise und komisch. Ich lese asiatische Literatur besonders wegen dieser stillen Kraft und auch die Protagonistin trägt sie in sich. Die Geschichte einer halb-japanischen Frau, die zwischen zwei Kulturen aufwächst. Dem wohlstandsverwöhnten Vaterumfeld und der traditionsbewussten japanischen Seite der Mutter. Diese Reibung ist spürbar. Und genau darin liegt der Zauber. Ich kannte als Kind auch so eine „Gesine“. Der Besuch war immer ein Erlebnis, zwischen höflichem Lächeln und dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. Und doch dabei zu sein. Kuhn schafft es, eine Mutter-Tochter-Beziehung zu erzählen, die nicht auf Dramatik, sondern auf Wahrhaftigkeit setzt. Zwischen Demenz, Erinnerungsfetzen, Kindheitsrückblicken und der Reise nach Japan entspinnt sich ein klug komponierter Roman über Herkunft, Identität und Zärtlichkeit im Schatten des Abschieds. Es geht aber auch um zwischenmenschliche Grenzen, das Abgrenzen selbst im Erwachsen Dasein und das Treffen von Entscheidungen im Allgemeinen. Der Erzählstil bleibt ruhig, klar, strukturiert, mit einem feinen emotionalen Unterton, der lange nachhallt. Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen. Und gleichzeitig würde ich so gern wissen, wie viel davon ist autofiktional? #onigiri #yukokuhn #hanser #Lesetipp #Abschied #Demenz #MutterTochter #Autofiktion #asiatischeLiteratur #romanempfehlung #bookstagramgermany #literaturmachtwasmitmir #lesenverbindet
„Yasuko lebt nicht mehr.“
Mit diesem Satz beginnt nicht nur ein Abschied. Er führt Aki und ihre Mutter Keiko dorthin, wo Keiko aufgewachsen ist und nun ihre eigene Mutter begraben wird. Es ist eine Reise in die japanische Kultur, die so viel mehr ist als nur ihr Essen. Und eine Reise in die Vergangenheit, die zwischen dem Nebel der Demenz immer wieder aufblitzt. Getragen von Melancholie und Sehnsucht erzählt Yuko Kuhn still, distanziert, aber nie erdrückend. Besonders berührend ist der Mut einer Frau, Japan zu verlassen, um sich im fremden Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Der Roman lebt vom Kleinen und Alltäglichen. Das Onigiri wird dabei zum Symbol für Herkunft, Fürsorge und Erinnerung. Also für all das, was man mit den Händen formt und im Herzen bewahrt. Ein gelungenes Debüt über den Verlust von Erinnerungen und das Dazwischen, das zwei Länder trennt und zugleich verbindet. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern wartet geduldig, bis man sich zu ihm setzt.

Japan, seine Kultur und seine Menschen verbinde ich immer mit einer gewissen “no nonsense”-Einstellung. So nach dem Motto: “Don't make a fuss. It's only life and eventually - it will pass…” Also bloß kein Drama machen angesichts dem unvermeidlichen Spiel und Zyklus des Lebens. Gute Miene und sich keine Blöße geben, ein freundliches Lächeln aufsetzen - Augen zu und durch. Und ich muss sagen, der Roman “Onigiri” von Yuko Kuhn hat mir auch genau diese “vernünftige Lebenseinstellung”, die ich mit Japaner*innen assoziiere, gespiegelt. Yuko Kuhn hat einen Roman geschrieben, von dem ich mir vorstellen könnte, dass er autofiktional ist. Ihre Lebensgeschichte deckt sich in vielen Punkten mit der der Protagonistin Aki: Deutsch-Japanerin,1983 in München geboren und aufgewachsen, Studium in Passau und Südfrankreich, etc. Aber ich kann verstehen, dass sie das Ganze in ein fiktionales Konstrukt mit anderen Namen gehüllt hat, die eigene Identität nicht zu 100% preisgeben wollte, ein wenig im Verborgenen lassen. Das Kernthema des Romans ist Akis Beziehung zu ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko, mit der sie ein letztes Mal in deren Heimat Japan reisen möchte. Um dieses Ereignis herum entspinnt sich ein bunter Fächer von anachronisch durchgewürfelten Szenen, in denen Aki von sich selbst und ihrer Familie erzählt. In den alternierenden Prosahäppchen (Häppchen passend zum Titel) sind wir mal bei ihren intellektuellen deutschen Großeltern in Baden-Württemberg und tafeln mit dem Silberbesteck der Boomer-Wohlstands-Generation, sitzen auf dem “Opasessel”. Dann wieder bei ihrem psychisch kranken Vater, der seine Kinder - Aki hat noch einen älteren Bruder, Kenta - nur selten sieht, sich von seiner kleinen Familie entfremdet hat. Und dann geht es wieder um die uralte japanische Matriarchin Yasuko und deren Tochter Keiko, die sich in Deutschland zurechtgefunden hat und doch nie ganz angekommen ist. Schließlich ist da natürlich Aki selbst, die zwischen den Kulturen aufwächst und sich dabei selbst finden muss. Es geht um die winzigen Details, die ein Leben ausmachen. Um alles, was wir so ansammeln - in unseren Behausungen und in unseren Köpfen. Und um das, was uns wieder genommen wird, wenn wir im Alter wieder zu einem vergangenheits- und dingelosen Wesen werden. Der Zeitgeist der Generation der Xennials, der sowohl ich als auch die Autorin angehören, wurde meiner Meinung nach perfekt eingefangen. “Onigiri” ist das Lieblingsgericht der Ich-Erzählerin, das die Mutter ihr und ihrem Bruder immer gemacht und auf einem alten, apfelförmigen Brett serviert hat. Es ist quasi das Leitmotiv dieses Romans, in dem es um das Erinnern geht. Die Demenz von Akis Mutter hat es ihr unmöglich gemacht, für sich oder andere zu sorgen und somit gibt es auch kein von ihrer Mutter zubereitetes Onigiri mehr. Und jeder, der mal jemanden hatte, der ein Gericht auf eine besondere Weise zubereitet hat und das nicht mehr kann, weiß, welcher Schmerz alleine in dieser Tatsache steckt - ein Essen, das ganz besonders schöne Emotionen auslöst, in der Zubereitung durch diesen einen speziellen Menschen für immer verloren zu haben.

In einer bewegenden deutsch-japanischen Familiengeschichte begleitet Aki ihre demenzkranke Mutter Keiko ein letztes Mal nach Japan, um dort Abschied von der verstorbenen Großmutter zu nehmen. Die Rückkehr ins alte Elternhaus weckt in Keiko plötzlich Klarheit und Lebendigkeit. Aki erkennt in ihr erstmals die mutige Frau von einst. Yuko Kuhn erzählt einfühlsam die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die zwischen zwei Kulturen neu zueinander findet. Yuko Kuhns Onigiri ist keine klassische, linear erzählte Familiengeschichte, sondern ein Mosaik aus vielen kleinen Episoden, die sich zu einem vielschichtigen Bild einer deutsch-japanischen Familie zusammensetzen. Mal geht es um Erlebnisse aus der Vergangenheit, mal um gegenwärtige Begegnungen – diese Zeitsprünge geben der Geschichte Tiefe und machen die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie sehr greifbar. Emotional hat mich das Buch nicht durchgehend gepackt, dennoch hat mich der Erzählstil fasziniert. Kuhn schreibt mit einer ruhigen, feinen Sprache, die auch in eher leisen Momenten wirkt. Manche Passagen haben mich berührt, andere zogen sich etwas in die Länge. Insgesamt wechselten sich schöne, traurige und manchmal auch ermüdende Abschnitte ab – wie das echte Familienleben eben auch. Onigiri überzeugt vor allem durch seine differenzierte Darstellung kultureller Identität und familiärer Verbindungen. Wer keine dramatische Handlung erwartet, sondern ein ruhiges, literarisches Familienporträt, wird hier fündig.
Wie gut kennst du deine Mutter?
Aki erfährt, dass ihre Großmutter in Japan gestorben ist. Ein letztes Mal fliegt sie daher mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter in die Heimat. Es ist riskant aufgrund ihrer Krankheit, aber je länger sie dort sind, umso mehr öffnet sich Keiko und erinnert sich. Aki lernt ihre Mutter neu kennen. Die Seiten, die sie als Kind nie gesehen hat. Sie lernt viel über ihre eigene Herkunft und ihre Wurzeln. „Mit den vielen schönen Dingen will ich sie heilen.“ So ein wunderschönes Buch, was mich sehr berührt hat. Aki erzählt ihre deutsch-japanische Familiengeschichte. Die Geschichte ihres Vaters, der aus reichem, deutschem Haus kommt, psychische Probleme hatte und wie die Trennung der Eltern ihr Verhältnis beeinflusst hat. Sie erzählt von ihrer Mutter, die vor 50 Jahren alleine nach Deutschland kam und sich mutig ein Leben dort aufgebaut hat. Aki erzählt von ihren Gefühlen gegenüber ihren Eltern, was sie bewegt, was sie erlebt hat und wie es ist mit einer an Demenz leidenden Mutter zu leben. Die Sprache beinhaltet so viel Liebe und Gefühl, dass es eine wunderschöne, sanfte Reise durch das Leben von Aki war. Zusätzlich hat man viel über die japanische Kultur kennengelernt. Klare Empfehlung, es hat mich sehr berührt! „Ich brache mein künstlich aufgeplustertes Ego, es ist mein Schutzanzug.“
Die Tochter bringt die demente Mutter noch einmal in ihre Heimat, Japan, und damit auch einige Erinnerungen zurück. Die titelgebenden Reisbällchen tauchen neben weiteren japanischen Gerichten im Buch auf. Unwissend, dass diese im Anhang des eBooks erklärt würden, bin ich durch die Nachschlagefunktion des Readers noch tiefer in die japanische Kultur eingetaucht, um mir während der Lektüre weitere Details zu erschließen. Die japanischen Begriffe stehen für die Zerrissenheit des Lebens zwischen zwei Ländern, Deutschland und Japan, und sorgen bei den Figuren für Heimatgefühle. „Natsukashii, sagt sie. Das Wort ist schwer zu übersetzen, es ist Ausdruck für eine Wehmut, die gleichzeitig Glück und Trauer bedeutet.“ Das Buch zeigt in der aktuellen Zeitebene das Verhalten einer an Demenz erkrankten Person im Alltag und die Lichtblicke, die durch das Erkennen von etwas Bekanntem entstehen, sei es eine Umgebung, ein Mensch oder ein Brauch. Durch dieses Erkennen wird die Zeitebene der Vergangenheit der Familie ergründet. Den Zeitenwechsel empfinde ich hier als besonders passend, um das Wesen der Hauptfigur näher kennenzulernen. Gleichzeitig wird dieses ganz feinfühlig dargestellt, so dass ich mich als direkte Begleiterin an ihrer Seite fühle. Die Autorin hat die Besonderheiten der japanischen Lebensweise und der Demenzerkrankung authentisch miteinander kombiniert und einen besonderen Roman geschaffen, der mich sehr berührt hat.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht. Einerseits, weil zwischen zwei Zeitsträngen gewechselt wird, andererseits, weil ich etwas anderes – tatsächlich eher Leichteres – erwartet hatte. Auch mit den Namen hatte ich anfangs ein wenig zu kämpfen. Nach ein paar Seiten legte sich das alles. Der Aufbau wurde klarer: Im ersten Teil jedes Kapitels geht es um die Vergangenheit der Protagonistin, im zweiten um die Gegenwart. Zunächst begleitet man sie beim Aufwachsen – bei den reichen, deutschen Großeltern, wo sie auf Erwartungen und starre Regeln trifft. Später lernt sie ihren Mann kennen und bekommt Kinder. Ein durchgehendes Element dabei ist ihre Mutter: Wie sie nicht wirklich in die Familie aufgenommen wird, sich abkapselt – aber dabei auch ihre Freiheit genießt. Im zweiten Teil der Kapitel geht es stärker um das Verhältnis der Tochter zur Mutter, um den Umgang mit ihrer Krankheit, der Demenz – und natürlich um die gemeinsame Reise nach Japan. Beide Ebenen sind sehr leise erzählt, aber dabei vielschichtig. Der gewählte Schreibstil unterstreicht das auf zurückhaltende, aber sehr wirkungsvolle Weise. Und wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, liest es sich wie von selbst. Es sind keine leichten Themen: Es geht um Grenzen, Anerkennung, Beziehungen, Liebe, Familie, Erwartungen – und eben auch um die Demenz. Wie schwer sie alle betrifft, was sie mit sich bringt. Und das sind nur die Hauptthemen. Vieles schwingt noch zwischen den Zeilen – genau das macht das Buch so besonders. Es hat mich spürbar aus meiner Komfortzone geholt – was ich nicht erwartet hatte. Umso schöner war die positive Überraschung. Da es kein Nachwort gab, bleibt für mich die Frage offen, ob autobiografische Elemente eingeflossen sind. Es fühlte sich beim Lesen jedenfalls so an.

Yasuko ist die Großmutter von unserer Protagonistin und verstirbt zu Beginn des Buchs. Aki beschließt daraufhin mit ihrer demenzkranken Mutter nach Jahren der Abwesenheit zurück nach Japan zur Familie zu reisen, um sich von Yasuko zu verabschieden. Doch während die Mutter in Deutschland in sich gekehrt und abwesend wirkte, taut sie in dem alten Haus, in dem sie aufgewachsen ist, plötzlich wieder auf und scheint der Demenz ein Schnippchen zu schlagen. Meine Meinung: Das Buch wurde mir vom Verlag via NetGalley zur Verfügung gestellt, an dieser Stelle vielen Dank. Meine Meinung beeinflusst dies jedoch nicht. Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Das Buch ist weit weg von meiner Lese-Komfortzone, aber genau das hat den Reiz ausgemacht und ich war gespannt, diese Geschichte zu entdecken. Leider wurde aber schnell klar, dass ich mir offenbar unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt hatte, wie das, was ich dann bekommen habe. Das Buch ist fragmentarisch aufgebaut, aber anstatt die Zeitsprünge auch mittels Präteritum darzustellen, wird eigentlich konstant im Präsens erzählt - obwohl wir Zeitsprünge von mehreren Jahrzehnten durchlaufen. Das hat mich massiv verwirrt und ich konnte ganz oft nicht nachvollziehen, auf welchem Zeitstrang wir uns nun befinden. Das hat dann letztendlich dazu geführt, dass ich das Buch insgesamt leider nicht gerne gelesen habe und mit den Charakteren nicht so mitfühlen konnte, wie ich es gerne gehabt hätte. Fazit: Wer sich im Belletristik Genre zuhause fühlt, wird hier sicherlich einen sehr schönen, einfühlsamen, aber vor allem langsam erzählten Roman über zwei unterschiedliche Kulturen kennenlernen. Mir persönlich konnte das Buch nur sehr wenig geben, da ich mir etwas ganz anderes erhofft hatte und mit der Geschichte nicht warm geworden bin.
Ein sehr tiefgründiges und schönes Buch!
Dieses Buch ist alles: todtraurig, fröhlich, lustig, ernst, bitter. Besonders hat mir die Strukturierung mit Absätzen gefallen, die wie kleine „Mini-Geschichten“ in den Gesamttext eingebettet waren. Dadurch konnte man zwischendurch innehalten und das Gelesene nochmal sacken lassen. Die Figuren waren sehr schön beschrieben, den Gedankengängen der Tochter Aki konnte ich sehr gut folgen. Große Empfehlung!
Onigiri ist kein lauter Roman. Aber er bleibt, wie der Geschmack von Kindheit auf der Zunge oder der Duft von Regen auf Tatami-Matten.
Manchmal öffnet ein Buch nicht nur Seiten, sondern Räume in uns, stille, verschüttete Zimmer der Erinnerung, der Herkunft, der Zärtlichkeit. Onigiri ist solch ein Buch. Mit der Zartheit einer Hand auf der Schulter führt uns Yuko Kuhn durch eine Geschichte, die zugleich schmerzt und heilt. Sie schreibt mit der leisen Kraft des Erlebten, mit einer Sprache, die nie laut werden muss, um tief zu berühren. Aki und Keiko, Tochter und Mutter, reisen zurück nach Japan, und damit auch zurück zu sich selbst. Was als Abschied beginnt, wird zur Rückkehr: zu vergessenen Wurzeln, zu verdrängten Schmerzen, zu unerwarteter Klarheit. In der Demenz der Mutter blüht plötzlich etwas auf, nicht als Wunder, sondern als ein zarter, sehr realer Moment des Menschseins. Ich habe in diesem Buch die Stille gehört, die zwischen Generationen liegt. Die Sprachlosigkeit, die manchmal Liebe bedeutet. Und das Essen, das mehr sagt als tausend Worte, wie ein Onigiri, dessen Füllung man erst erkennt, wenn man hineinbeißt. Yuko Kuhn gelingt etwas Seltenes: Sie erzählt eine deutsch-japanische Familiengeschichte ohne Pathos, aber voller Poesie. Ihre Sätze sind leicht wie Reispapier und zugleich nahrhaft wie Erinnerungen, die wir nie ganz verdauen können. Onigiri ist kein lauter Roman. Aber er bleibt, wie der Geschmack von Kindheit auf der Zunge oder der Duft von Regen auf Tatami-Matten.

Zwischen zwei Kulturen
Keiko kam vor vielen Jahren aus Japan nach Deutschland. An verschiedenen Goetheinstituten lernte sie die Sprache, zog von Stadt zu Stadt. Sie heiratete reich, was in den Augen ihrer japanischen Familie als großes Glück gilt. Die Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, ist mittlerweile geschieden. Keiko ist inzwischen dement, schafft es bei diversen Terminen mit Therapeuten etc. jedoch immer, völlig normal zu wirken. Als Keikos Mutter stirbt, zögert Keikos Tochter Aki zunächst, ob sie mit ihr nach Japan fliegen soll, um sie nicht aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Sie wagt den Schritt schließlich doch und lernt auf der Reise noch einiges über ihre Mutter. Onigiri ist das Debüt der deutsch-japanischen Autorin Yuko Kuhn. Dieser Hintergrund, das selbst erlebte Aufeinandertreffen der beiden Kulturen, macht den Roman besonders authentisch. Es sind die vielen Details, die deutlich machen, dass die Autorin weiß wovon sie spricht. Daneben sind es aber ihr Erzählstil und vor allem ihre Sprache, die das Buch besonders machen. Immer wieder musste ich beim Lesen innehalten, um mir Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen. Besonders Keiko hat mich fasziniert, wie sie sich in einem fremden Land zurechtfindet, die Schwierigkeiten, mit denen sie in ihrer deutschen Familie zurechtkommen muss, dieses ständige Leben zwischen zwei Kulturen: sie ist noch keine richtige Deutsche, eine richtige Japanerin ist sie aber auch nicht mehr. Ein sehr lesenswertes Debüt.
Ein besonderes Familienportrait zwischen zwei Kulturen
„Natsukashii, sagt sie. Das Wort ist schwer zu übersetzen, es ist Ausdruck für eine Wehmut, die gleichzeitig Glück und Trauer bedeutet.“ (S.191) Akis Mutter ist vor 50 Jahren von Japan nach Deutschland gekommen. Ein Leben zwischen zwei Kulturen und zwei Identitäten, und mit einschneidenden Erlebnissen. Bei Akis Mutter macht sich die Demenz immer bemerkbarer und Aki beschließt, noch ein letzten Mal mit ihrer Mutter in ihre Heimat nach Japan zu reisen und die Familie dort zu besuchen. Auch wenn es riskant ist, so jemanden aus seiner gewohnten Umgebung herauszureißen. Neben dieser Reise nach Japan erfahren wir nach und nach die gesamte Familiengeschichte; wie es für Aki und ihren Bruder war, mit den drastischen kulturellen Unterscheiden aufzuwachsen, der Alltagsrassismus, der ihnen begegnet ist, die Beziehung und das Ende der Beziehung ihrer Eltern, das Verhältnis zu den Deutschen Großeltern und der zunehmenden Müdigkeit ihrer Mutter. Mehr kann und möchte ich an dieser Stelle nicht sagen. Wir haben hier keine plotgetriebene Geschichte, sondern ein ruhig erzähltes Familienportrait, das aber grade durch seine nüchterne Erzählweise nah geht und berührt. Stück für Stück treten die Familiendynamiken ans Licht und fügen sich die Puzzleteile zusammen. Das Thema „Demenz“ nimmt hier ebenfalls einen großen Raum ein und Jeder, der damit schon in Berührung gekommen ist, wird hier Vieles wiedererkennen. Und obwohl ich während des Lesens zwar ergriffen, aber emotional doch recht gefasst war, so hat mich doch der letzte Satz im Buch zum Weinen gebracht, da meine Großmutter ihn vor vielen Jahren fast genauso gesagt hat. So bewegt mich diese Geschichte gerade noch im Nachklang sehr. ONIGIRI, das Lieblingsessen unserer Protagonistin, das Soul-Food, das für Erinnneurngen, Geborgenheit und Liebe steht. Für Traditionen und Familienbande, die uns immer zusammenhalten, egal was passiert. Familie ist Familie - sie gehört zu uns, hierlässt ihre Spuren, die über Generationen weitergetragen werden. Das einzige was ich vermisst habe, war ein Nachwort; mich hätte sehr interessiert, was die Autorin zu dieser Geschichte inspiriert hat, oder ob es kleine autobiographische Zusammenhänge gibt; ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich interessieren Hintergründe zu grade dieser Art Geschichten sehr.

ONIGIRI VON YOKO KUHN Aiko, eine junge Deutsche mit japanischen Wurzeln erzählt aus ihrer Perspektive die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern. Als Aiko erfährt, dass ihre japanische Großmutter gestorben ist, bereitet sie für sich und ihre demenzkranke Mutter Keiko eine Reise nach Japan vor, wohl wissend, dass es wohl für die Mutter die letzte Reise in ihr Heimatland sein wird. Yoko Kuhn erzählt episodenhaft und in einem recht sachlichem Ton die Lebensgeschichte der nach Deutschland ausgewanderten Japanerin. Es war eine durchaus emotionale und interessante Geschichte, allerdings fand ich den häufigeren Wechsel zwischen Geschichten aus der Vergangenheit und der aktuellen Reise störend. DIe Geschichten blieben an Stellen vage, an denen ich mir mehr Details und ein längeres Verbleiben in der Geschichte gewünscht hätte. Insgesamt wirkte es für mich weniger wie ein Roman als vielmehr eine berichthafte Zusmmenstellung von Lebensausschnitten. Für Japan-Fans durchaus ein lohnenswerter Einblick auch in die Kultur und die Schwierigkeiten, die ein Kulturwechsel nach Deutschland mit sich bringt und das lebenslange Gefühl des „nicht-heimisch-seins“. Wer allerdings eine auserzählte Geschichte eines japanisch-deutschen Lebens erwartet, könnte etwas enttäuscht werden.
Als Aki erfährt, dass ihre japanische Großmutter verstorben ist, bucht sie kurzerhand zwei Flugtickets in das Heimatland ihrer Mutter Keiko, um ihr, zum wahrscheinlich letzten Mal, ein Treffen mit ihrem Bruder Masayuki zu ermöglichen. Doch es ist auch eine Reise mit einer Frau, die sich immer mehr in den Irrwegen ihrer Demenz verliert und durch ihre damalige Auswanderung nach Deutschland, endlich wieder zu Ihren Wurzeln zurückkehren kann. Vor Jahren schon haben sich Akis Eltern scheiden lassen. Der Vater selbst kämpft schon lange mit seinen eigenen Dämonen und die Mutter konnte in Deutschland nie richtig Fuß fassen. Oft passiv, ist sie mit dem Alltag überfordert und den Schwiegereltern war sie nie gut genug für ihren Sohn. Dabei erzählt die Autorin eine kunterbunte und doch von Einsamkeit durchzogen Familiengeschichte voller Brüche, Liebe Fremdheit, Alltagsrassismus, Festhalten, Loslassen, Aggression und Zartheit. Über mehrere Zeitebenen erhält der Leser viele Einblicke in ein deutsch-japanisches Leben und zeigt den Spagat zwischen mehreren parallelen Welten. Dabei geht es nicht nur um räumliche oder kulturelle Entfernungen, sondern auch um die Diskrepanzen zwischen Familienmitgliedern, die sich eigentlich nahe stehen sollten. Stück für Stück treten die Familiendynamiken ans Licht und fügen sich die Puzzleteile zusammen. Auch das Thema Demenz nimmt in diesem Roman einen großen und sorgsam aufbereiteten Raum ein und jeder, der mit Betroffenen bereits zu tun hatte, wird sich hier ein Stück weit wiederfinden. "Onigiri" ist ein ruhiger Roman, der den Schmerz zwischen den Zeilen deutlich spürbar macht und mich durch die hellen Momente auch oft zum Lächeln gebracht hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Ein sehr warmherziges Buch
Ein unglaublich liebevoller und warmherziger Roman über eine japanisch-deutsche Mutter-Tochter-Beziehung mit einem wunderschönen Cover. Aki̱s Mutter kam Mitte zwanzig nach Deutschland – um zu bleiben und sich hier ein Leben aufzubauen. Mühsam hat sie Deutsch gelernt; sprachgewandt ist sie jedoch nie geworden. Später heiratete sie einen Deutschen und bekam zwei Kinder. Aki̱s Kindheit war immer ein wenig anders als die ihrer Mitschülerinnen: Sie unterschied sich in den Essgewohnheiten, im Verhalten ihrer Mutter gegenüber den Kindern und anderen Eltern sowie in vielen kleinen Bräuchen. Jetzt ist ihre Mutter Keiko alt und dement, und Aki möchte sie ein letztes Mal nach Japan bringen – damit sie ihren Bruder wiedersehen kann. Das Leben von Aki und seine Besonderheiten werden in kurzen Episoden erzählt – detailreich und bildhaft. ‚…beim Obsthändler bewundert sie wie früher ich die riesengroßen Äpfel, die wie Zirkusakrobaten aufeinander stehen’ Immer wieder springt das Buch zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was der Geschichte eine lebendige Tiefe verleiht. Yuko Kuhn beschreibt die Eigenarten ihrer Mutter – und später deren Demenz – mit so viel Liebe und Toleranz, dass man nur Bewunderung empfinden kann. In ihren Worten steckt eine große Wärme. Doch gegen Ende des Buches wird auch deutlich, dass das Verhalten ihrer Mutter nicht immer leicht zu ertragen war. Neben dem Leben zwischen zwei Kulturen musste Aki auch einen psychisch labilen Vater verkraften, der die junge Familie früh verließ, sowie Schwiegereltern, die ihre Mutter nie akzeptierten. Trotz des traurigen Themas ist das Buch nie hoffnungslos. Ein Buch, das uns Japan mit seinen Essgewohnheiten, Emotionen und Traditionen näherbringt – und gleichzeitig zeigt, was es bedeutet, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen.
Ein sehr melancholisches und auch herzerwärmendes Buch. Es geht um die Familie der Protagonisten Aki, insbesondere um ihre Beziehung zu ihrer Mutter, die in Japan geboren ist und nun an Demenz erkrankt ist. Ein sehr ruhiger Roman, der verschiedene tragische Familiengeschichten offenbart und uns auch näher an die japanische Kultur heranführt. Insgesamt ein schönes Buch, es war mir aber teilweise doch sehr langatmig an einigen Stelle .
Leider enttäuschend
Keiko ist gebürtige Japanerin, lebt aber schon seit den 1970ern in Deutschland. Seit geraumer Zeit hat ihre Tochter Aki Veränderungen an ihrer Mutter festgestellt und sieht sich der Diagnose Demenz gegenüber stehen. Als Aki dann auch noch die Nachricht erreicht, dass ihr Großmutter verstorben ist, ist es für sie klar, sie und ihre Mutter fliegen ein letztes Mal nach Japan. Dort ist ihre Mutter erst mit dem Hotel überfordert, doch als sie sich im Elternhaus bei Keikos Bruder einquartieren, blüht ihre Keiko wieder auf. Ich durfte den autofiktionalen Roman von Yuko Kuhn als Rezensionsexemplar lesen und bin etwas Zwiegespalten, denn ich muss sagen, dass ich etwas anders erwartet habe. Ich hatte die Erwartung, dass das Thema Demenz und wie es der Mutter in Japan ergangen ist mehr im Vordergrund steht. Meiner Meinung nach ist es Aki und die Aufarbeitung ihrer Kindheit und das Aufwachsen in zwei unterschiedlichen Kulturen. Ich habe mich auch mit dem Schreibstil der Autorin etwas schwer getan, da ich teilweise nicht mehr unterscheiden konnte in welcher Zeitschleife ich mich in der Geschichte gerade befinde und über welche Person gerade geschrieben wird. Leider hat mich dieser Roman nicht überzeugen können. Sehr schade! Denn das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich schon sehr angesprochen.
[werbung/rezensionsexemplar] "Onigiri" von Yuko Kuhn ist eine berührende Geschichte über Aki, die ihre an Demenz erkrankte Mutter Keiko nach dem Tod der Großmutter nach Japan begleitet. Die Geschichte in der Gegenwart wird zwischendurch immer wieder von kurzen Rückblicken unterbrochen, die Keikos Leben erzählen. Die Leserinnen erfahren, wie sie alleine von Japan nach Deutschland kam, eine Familie gründete und welchen Einfluss dabei ihr Mann und seine deutsche Familie auf sie hatten und wie diese Erfahrungen ihre Beziehung zu ihrer Tochter geprägt haben. Yuko Kuhn schafft es, die Geschichte einer Mutter zu erzählen, die alles auf sich genommen hat, um in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen - ein Leben, das durch die Demenz langsam in Vergessenheit gerät. "Onigiri" hat mir gehr gut gefallen. Zwar ist es mir durch den ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart manchmal etwas schwer gefallen, den Überblick zu behalten, da die Passagen zeitlich nicht eindeutig eingeordnet wurden. Dennoch haben die kurzen Einblicke in Keikos Leben durch den authentischen und treffenden Schreibstil der Autorin bei mir viele Bilder und Emotionen hervorgerufen, sodass mich der Roman sehr berühren konnte. Großartig fand ich auch, wie sich Akis Lieblingsessen Onigiri wie ein roter Faden durch die Geschichte gezogen und sie in vielen wichtigen Momenten begleitet hat. Insgesamt ist "Onigiri" ein Roman, der durch viel emotionale Kraft und eine realistische Mutter-Tochter-Beziehung überzeugt. Leseempfehlung für alle, die gerne bewegende Familiengeschichten lesen.

Fragmentarische Erzählung
Das Onigiri ihrer Mutter ist für Aki, die Ich-Erzählerin dieser Geschichte, ein ganz besonderes Gericht, das mit vielen Erinnerungen und Ereignissen verknüpft ist. Nachdem die Großmutter verstorben ist, will Aki mit ihrer mittlerweile an Demenz erkrankten Mutter nach Japan reisen. Neben positiven Effekten und manchen hellen Momenten, ist diese Reise auch eine Herausforderung. Die Erzählerin springt hierbei zuweilen Fragmentarisch zwischen verschiedenen Zeitebenen. Wir begleiten im Wesentlichen Aki und ihre deutsch-japanische Familie, entdecken mir ihr die Geschichte ihrer Mutter, die aus Japan nach Deutschland kam, mit den vielen Stationen und Situationen aus dem Briefen mit der Großmutter. Dabei ist die Beziehung zwischen Aki und ihrer Mutter insbesondere seit der Demenz und Depression in einem starken Spannungsfeld zwischen Liebe und Groll. Die japanische Kultur und insbesondere das Essen spielen auch eine besondere Rolle und fungieren häufig als "Erinnerungsbrücken" . Leider fand ich die häufigen Sprünge in der Erzählung etwas störend und auch wenn ich die Gereiztheit von Aki gegenüber der Mutter verstehen konnte, glitt diese manchmal für mich zu sehr in Groll über.
Schade, hätte mehr sein können… 💔
Puh… 😅 dieses Buch war leider nicht meins 😬📚 Der Schreibstil? Für mich leider ❌… nicht flüssig, hat mich einfach nicht gepackt. Und die Story springt gefühlt ständig zwischen verschiedenen Zeiten hin & her ⏳🔄 – da hab ich echt den roten Faden verloren 😵 Thema Demenz? Super wichtig & spannend 💜👵🧓 Umsetzung? Leider nicht so meins… 😔 Fazit: Fühlte sich verwirrend an & kam kaum voran ➡️ deshalb gibt’s nur ⭐️⭐️ von 5 Sternen
Etwas nichtssagend
Ja, die Autorin nimmt uns Leser mit in ihren Alltag mit ihrer an Demenz leidenden Mutter und dieser Verlauf ist gut dargestellt. Jedoch fehlt es ein bisschen an Bedeutsamkeit und das Ende kommt sehr abrupt, ohne rechte Entwicklung. Es plätschert ein bisschen daher, ist angenehm zu lesen, aber nicht wirklich tiefgründig und bewegend.
Eine unterhaltsame Geschichte für gemütliche Lesestunden.
Detailverliebt und mit besonderem Blick auf Kulinarik wird aus dem Leben der Protagonistin und ihrer Familie, insbesondere ihrer dementen Mutter, erzählt. Als Hörbuch mochte ich es gerne, die warmherzige Stimme der Sprecherin hat dem Buch auf jeden Fall etwas besonderes verliehen.
Der Perspektivwechsel war am Anfang etwas verwirrend...
"Onigiri" von Yuko Kuhn hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Der Roman handelt (wohl teilweise autobiographisch) von Aki, Tochter einer Japanerin und eines Deutschen. Akis Mutter Keiko ist dement und lebt im Pflegeheim. Kento, ihr Sohn, besucht sie regelmäßig. Als Akis Großmutter verstorben ist, die sie kaum gekannt hat, beschließt sie, noch einmal mit ihrer Mutter nach Japan zu reisen. Sie ist sich sehr bewusst, dass man demenzkranke Menschen nicht aus ihrem Umfeld reißen soll, aber sie möchte ihrer Mutter dennoch noch einmal den Kontakt zu ihrer Familie ermöglichen - und sich selbst auch- Ich habe Aki gerne mit ihrer Mutter nach Japan begleitet. In klarer, aber auch sehr bildhafter Sprache beschreibt Yuko Kuhn diese Reise, während der wir nach und nach immer mehr über Keikos Jugend und ihre Familie erfahren. Auch Aki lernt viel zu verstehen. Wir wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Am Anfang hat mich das etwas verwirrt, nach und nach bin ich aber besser damit klargekommen. Es ist ein Roman, der fesselt und zugleich viel Wissen über die kulturellen Unterschiede vermittelt. Als Beispiel hierfür dient unter anderem das Essen. Da ich weder ein großartiger Kenner der japanischen Küche , noch der Sprache und Gegebenheiten bin, war für mich das Glossar am Ende des Buchs sehr hilfreich. Kuhn schildert sehr einfühlsam das Thema Demenz, den Wechsel zwischen Verwirrtheit und klaren Momenten. Hierbei geht sie auch auf die Menschen ein, die mit Demenzkranken in der Familie zu tun haben. Ein kleiner, aber beeindruckender Roman, den ich gerne weiterempfehle!
. Hast du Lust auf eine kunterbunte Familiengeschichte zwischen deutscher und japanischer Kultur? Auf einen ruhigen Roman, der das Thema Demenz wirklich treffend beschreibt und dich dabei emotional mehr berührt als du erwartest? Dann solltest du „Onigiri“ lesen. Dieser Roman hat mich sehr ergriffen, mir Tränen in die Augen gezaubert und mich dabei trotzdem zum Lächeln gebracht! 5/5 ⭐️ . Worum geht es aber genau… Als Aki erfährt das ihr japanische Großmutter gestorben ist, bucht sie kurzerhand einen Flug für sich und ihre an Demenz erkrankte Mutter nach Japan in ihre Heimatstadt. Ihre Mutter sollte das vorerst letzte Mal ihren Bruder treffen. So begeben sich Mutter und Tochter auf eine Reise in die Vergangenheit. . In „Onigiri“ folgen wir Aki als Ich- Erzählerin durch die Gegenwart und Vergangenheit. Durch diese unterschiedlichen Zeitebenen erhalten wir als Leser ein gutes Gesamtbild über das Leben von Aki und ihrer Mutter. Es ist die Geschichte einer Mutter, die nie richtig Fuß fassen konnte in Deutschland und einer Tochter, die gefangen ist zwischen den Kulturen. Ich persönlich finde die zwiespältige Perspektive von Aki sehr interessant. Vor allem auch, weil ich sie als Aussiedlerkind verstehe. Einerseits dieser tiefe Wunsch in ihrer Kultur zu leben und der Kultur der Mutter zu entfliehen… andererseits der tiefe Wunsch zur Familie zu gehören, egal welche Kultur Mutter oder Vater haben. Kuhn beschreibt wundervoll emotional den Weg einer Frau, die die Kultur ihrer Mutter letztendlich lieben lernt und die das Erbe ihrer Mutter erhalten möchte. Ebenso eröffnet uns dieser Roman ein Blick hinter die Kulissen einer Familie, die mit Alltagsrassismus, Depressionen, Fremdheit, Akzeptanz und Aggression zu kämpfen hat. Kuhn beschreibt eine Familie, die sich mit der Demenz eines Familienmitgliedes arrangiert und auseinandersetzt, mit ihr lebt und trotz des Vergessens die Person hinter der Demenz besser kennenlernt als zuvor. Pflegende Angehörige werden sich zwischen den Zeilen von „Onigiri“ garantiert wiederfinden. . Einfach ein wunderbarer tiefgründiger Roman, der in mir große Wellen geschlagen hat und tief berührt hat. Große Leseempehlung, meinerseits!

Ich bin noch total geflasht, weil ich das Buch so überaus Emotional und berührend fand.
Durch den tollen Schreibstil konnte ich das Buch fast komplett in einem Rutsch durchlesen und wollte es nicht wirklich aus der Hand legen. Der Fokus liegt auf Akis Mutter Keiko, die an Demenz erkrankt ist. Aki erzählt Schritt für Schritt die Geschichte ihrer Mutter, wie diese von Japan nach Deutschland kam und wie ihr Leben verlaufen ist. Man spürt förmlich den Kummer durch das Buch und fühlt mit ihrer Mutter richtig mit. Es machte nicht den Eindruck, als wäre ihre Mutter jemals ganz angekommen. Ich finde, dass man durch das Buch einen guten Einblick in die Demenz-Krankheit bekommt und was es mit den Angehörigen macht. Keiko und Aki fliegen ein letztes mal nach Japan um dort die Familie zu Besuchen. Das stellte beide nochmal vor emotionale Herausforderungen und machte kulturelle Unterschiede nochmal sehr deutlich. Aki erzählt die Geschichte immer im Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich kam relativ schnell rein. Fazit Ein tolles und emotionales Buch. Es regt zum Nachdenken an und berührte mich sehr.

»Wenn ich jammere, unsere Familie sei so verkorkst, sagt meine Mutter entscheiden, alle Familien hätten Probleme.« (85) In »ONIGIRI« 🍙 reist die ich-Erzählerin Aki ein letztes Mal mit ihrer Demenz-erkrankten Mutter Keiko in deren Heimatland Japan 🇯🇵. In der Hoffnung, dass ihre Mutter sich an ihr Leben vor der Emigration nach Deutschland erinnert und die gemeinsame Reise die Mutter-Tochter-Beziehung neue Erinnerungen schafft. Die Erzählung wechselt zwischen Szenen und Sequenzen aus dem Aufwachsen von Aki mit ihrer japanischen Mutter in Deutschland und der Jetzt-Erzählung. Aus diesen Rückblicken und Erinnerungen wird deutlich, wie sehr die Heimatlosigkeit der eigenen Mutter auch die Tochter beschäftigt und wie sehr sie sich zwischen den Kulturen gefühlt hat. Da sind so viele Differenzen im Leben von Aki und ihrem Bruder Kenta: Zwischen ihren Eltern, zwischen dem Aufwachsen bei ihrer Mutter und den langen Ferien bei ihren deutschen, wohlhabenden Großeltern … »ONIGIRI« 🍙 von Yuko Kuhn ist ein berührender, feinfühliger und reflektierender Roman über Mutter-Tochter-Beziehung, den Umgang mit Demenz der eigenen Mutter, aber auch die Differenzen mit der eigenen Mutter. Es ist ein ruhiger Roman, dessen Erzählweise gerade durch diese tiefe Ruhe umso mehr trifft, wenn Sätze fallen, die den Schmerz zwischen den Zeilen erkennen lassen. 💔 Es ist dabei auch ein versöhnlicher Roman, der viel Verständnis hat und bringt und zeigt, dass es auf die Perspektive ankommt. Ich bin sehr gespannt, was wir von dieser Autorin noch lesen werden und kann gar nicht glauben, dass dieser Roman ein Debüt ist. Große Leseempfehlung ❤️

Onigiri von Yuko Kuhn hat mich auf Grund seines Klappentextes angesprochen. Eine letzte Reise mit der eigenen dementen Mutter in ihr Heimatland und wie diese dort aufblüht? Das klang für mich nach herausfordernden, aber auch emotionalen Momenten. Leider kam bei mir beim Lesen kaum emotionale Verbindung zum Buch auf. Der Erzählton ist eher sachlich. Es sind immer nur sehr kurze Einblicke in verschiedene Lebensabschnite, als würde man einen Querschnitt eines Lebens bekommen. Ich hatte mit mehr Japanreise Momenten gerechnet und das diese vertieft erzählt werden. Jedoch springt man auch dort beim Lesen nur kurz in Momente, um dann plötzlich wieder in der Kindheit von Aki zu landen. Das fand ich etwas schade, da mir gerade die Momente in Japan am besten gefallen haben und ich das Gefühl hatte, wenn diese Reise genauer ausgearbeitet worden wäre, hätte mich das Buch mehr emotional abgeholt. Es geht viel um die ambivalente Beziehung den eigenen Eltern gegenüber, wobei ich zumindest trotz aller Frustration die Tiefe Liebe zur Mutter immer wieder herauslesen konnte. Man bekommt einen Eindruck davon wer Akis Mutter vor ihrer Erkrankung war. Aber insgesamt hat es sich durch das viele kurze Anreißen von Momenten eher zäh gelesen.
“Eine letzte Reise - zurück in die Heimat”
In Akis Leben ist viel passiert. Sei es die Erlebnisse bei ihren wohlhabenden Großeltern in Deutschland, ihrem Vater, der mit sich selber kämpft…oder ihrer Mutter, die viel zu erschöpft ist. Akis Leben ist voller Erlebnisse und so schenkt sie ihrer Mutter eine letzte gemeinsame Reise nach Japan. Zurück in die Heimat ihrer Mutter, zurück zu verbliebenen Familienmitglieder…zurück in eine Zeit wo alles gut war? 🫀 Meine Meinung: Ein gutes und tiefgründiges Buch, wenn man sich auf den Schreibstil einlassen kann. Die Autorin schreibt keinen ganzen Fließtext über die Reise, nein. Sie fügt Absätze mit Erinnerungen und Hintergrundgeschichten hinzu und schmückt dann den Platz dazwischen mit der Gegenwart aus. Bei knapp 70 Seiten wollte ich abbrechen, habe mich zusammengerissen und habe mich dann doch an den Stil gewöhnt. Ich würde ich jedoch nicht kaufen oder verschenken wollen…weil der Stil nicht jedem gefallen wird. Jedoch war die Handlung berührend und regt zum nachdenken an.

Viel Potenzial, tolle Sprache mit kleinen Schwächen
Ich hatte mich sehr auf „Onigiri“ gefreut. Nachdem ich viele begeisterte Rezensionen gelesen hatte, waren meine Erwartungen an diese Familiengeschichte über verschiedene Kulturen und Generationen entsprechend hoch. Die Grundidee hinter dem Buch und die Darstellung der komplexen Familienkonstellation fand ich auch wirklich gut und wichtig. Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Ich fand den Schreibstil grundsätzlich sehr schön. Die Autorin hat eine tolle Art zu schreiben, die mich eigentlich sehr angesprochen hat. Doch leider muss ich sagen, dass ich mich im Lesefluss trotzdem ziemlich schwergetan habe. Ein großer Kritikpunkt für mich waren die verschiedenen Zeitebenen. Die Sprünge zwischen den Jahren waren aus meiner Sicht oft sehr abrupt, sodass ich immer wieder aus der Handlung gerissen wurde, anstatt richtig in die Geschichte einzutauchen. Auch zu den Figuren konnte ich keine richtige Bindung aufbauen; sie sind mir bis zum Ende leider etwas fremd geblieben. Die Protagonistin Aki war mir zwischendurch sogar ein wenig unsympathisch. Ich konnte zwar verstehen, warum sie so distanziert und manchmal wütend auf ihre Mutter reagiert – und das ändert sich im Laufe des Buches auch – aber eine echte emotionale Nähe entstand trotzdem nicht. Besonders schade fand ich das bei Felix, Akis Ehemann. Er scheint eine so wichtige Stütze für sie zu sein, blieb mir aber als Charakter viel zu blass und schemenhaft. Ich hätte gerne mehr über ihn erfahren, um die Dynamik der Beziehung besser greifen zu können. Mein Fazit: Es ist ein Buch mit einer tollen Grundidee und einem wirklich schönen Schreibstil. Ohne diese harten Zeitbrüche und mit einer tieferen Charakterisierung der Personen hätte ich das Buch wahrscheinlich wunderschön gefunden. So bleibt es für mich eine interessante Geschichte, die mich emotional aber leider nicht so abgeholt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Sie ist eine 2 von 5 Also ich muss leider sagen es hat mich echt enttäuscht. Nach dem Klappentext wsr ich richtig Hyped und hatte mich schon gefreut eine Familiengeschichte zu lesen die trotz Hindernisse nach Japan geht. Leider fand ich es schriftlich null gut umgesetzt, der Schreibstil, das Ständige Wechseln von Momenten. Hat mich echt immens gestresst. Nie konnte ich zu hundert Prozent sicher sein das ich den Moment jz wirklich richtig zeitlich für mich selbst einordne. Dazu kam das ich fand das viel zu viel in der Vergangenheit erzählt wurde und der Grund wieso ich des Buch überhaupt gelesen habe ( Japan) wurde zwar angeschnitten aber immer Wechsel zur Vergangenheit.... Die Familie fand ich ganz okay und unser Tochter echt sympathisch. Ich kann nach dem Buch sehr gut nachvollziehen das es sicherlich extrem Belastend ist. Für die Angehörigen, wenn ein geliebter Mensch Demenz hat. Also dieses Erdrückende Gefühl, das sie sicher die Ganze Zeit auf der Reise gespürt hat. Wurde sehr gut rübergebracht!
Melancholisch und bewegend: Onigiri zeigt, wie vergänglich das Leben sein kann – und wie kostbar die kleinen Gesten des Alltags sind.
Onigiri: Was bleibt, wenn das Erinnern schwindet Nach dem Tod ihrer Großmutter fasst Aki den Entschluss, gemeinsam mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko nach Japan zu reisen – zurück in das Land, das Keiko einst verlassen hat. Trotz der Herausforderungen, die eine solche Reise für ihre Mutter mit sich bringt, hofft Aki auf einen Moment der Nähe und des Verbundenseins inmitten von Erinnerungen. In Keikos Heimat erfährt Aki durch Erzählungen und Begegnungen mehr über das Leben ihrer Mutter. Die Reise wird für Aki zu einer bewegenden Spurensuche zwischen Generationen und Kulturen und zu einer Reise zu sich selbst. „Onigiri“ ist ein leises, feinfühliges Buch, das vor allem durch seine emotionale Tiefe und die gelungene Verwebung von Gegenwart und Vergangenheit berührt. Yuko Kuhn erzählt mit großer Wärme und klarem Blick die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die sich zwischen Identitätsfragen, Rassismus, Verlust, Depression und Neubeginn bewegt. Für mich waren die Perspektivwechsel besonders eindrücklich: Die Rückblicke auf Keikos Vergangenheit offenbaren ein Leben, das von Vorurteilen, inneren Kämpfen, Schmerz und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt war – aber auch von Mut und Selbstbestimmung. Die Darstellung von Keikos Demenz ist berührend und authentisch. Der schleichende Verlust, die Hilflosigkeit, das Verstummen – aber auch die kostbaren, hellen Momente – werden mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. Besonders spürbar wird, wie schwer es für Angehörige ist, einen geliebten Menschen nach und nach an die Krankheit zu verlieren und ihn trotzdem tagtäglich zu pflegen, zu begleiten, loszulassen und festzuhalten. Inmitten dieser stillen Kämpfe zeigt das Buch, wie viel Liebe in kleinen Gesten steckt. Obwohl die Geschichte ohne große Dramatik auskommt und in ihrer Handlung recht ruhig bleibt, hat sie in mir viel ausgelöst. Sie hat mich über das eigene familiäre Miteinander und über das Älterwerden nachdenklich gemacht. Fazit: „Onigiri“ ist ein warmherziger, berührender Roman über Erinnerung, Herkunft, Fürsorge und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ohne große Spannungsbögen entfaltet sich eine stille Geschichte, die das Herz berührt und nachklingt.
"Onigiri" von Yuko Kuhn ist eine berührende Geschichte, die sich aufrichtig mit dem Thema Demenz auseinandersetzt. Kuhn gelingt es, die Herausforderungen und emotionalen Belastungen, die mit dieser Krankheit einhergehen, einzufangen. Ein Kritikpunkt ist jedoch die verwirrende Struktur des Buches. Die zahlreichen Zeitsprünge können es dem Leser schwer machen, der Handlung zu folgen und sich in die Geschichte einzufinden. Dies trübt leider das ansonsten positive Gesamtbild. Insgesamt ist "Onigiri" ein lesenswertes Buch, das wichtige Themen anspricht, aber aufgrund seiner komplexen Erzählweise einige Abstriche machen muss. Vielleicht wird es euere neues Lieblings Buch, wenn euch das Thema anspricht, dann lest doch einfach mal in die Leseprobe rein, vielleicht gefällt es euch ja doch!! Daher 3 von 5 Sternen.
Der Roman ist anfangs ein bisschen verwirrend aufgebaut. Aber die liebevolle Beschreibung der Tochter um ihre Mutter, macht vieles wett.
Wenn Aki einen Seelentröster braucht, dann bekommt sie Onigiri von ihrer Mutter Keiko gemacht. Onigiri, das sind dreieckige Reisbällchen „belegt“ mit Avocado oder Thunfisch, Lachs oder Schweinefleisch. Es wird angenommen, dass Onigiri seit etwa 2.000 Jahren gegessen werden und während der Sengoku-Zeit (1467-1615) als tragbares Essen für Samurai beliebt wurde, da es leicht zu transportieren und äußerst sättigend war. Aber die Onigiri sind nicht die Hauptdarsteller in dem Roman Onigiri. Onigiri Aki möchte mit ihrer Mutter Keiko ein letztes Mal gemeinsam nach Japan reisen. Sie will die japanische Familie und Freunde treffen und mit ihrer Mutter Orte besuchen, die der alten Japanerin einmal wichtig waren. Keiko ist als junge Frau nach Deutschland ausgewandert, hat dort Karl, ihren späteren deutschen Ehemann kennengelernt und zwei Kinder großgezogen. Keiko hat viel erlebt. Sie ist in der deutschen Familie ihres Mannes nie wirklich angekommen. Und als ihr Mann Karl sich das Leben nehmen wollte, blieb sie mit ihren Kindern Kento und Aki allein. Aki erzählt in dem Roman, wie sie mit ihrer Mutter auf die Reise geht. Sie schwelgt selber in Erinnerungen, die ihre Mutter so langsam immer mehr vergisst. Keiko lebt inzwischen in einem Seniorenstift und verliert immer mehr ihre Erinnerungen. Aki versucht diese zusammenzuhalten. Während sie in Japan unterwegs sind, hat die Mutter manchmal noch Lichtblitze und Aki findet in dem Zimmer der kürzlich verstorbenen Großmutter, Keikos Mutter, Briefe und Erinnerungen, die sie mit nach Berlin nimmt. Briefe, die auch für die Tochter Aki ein Band flechten, dass sie eine besondere Erinnerung an ihre Familie und Lebensgeschichte findet. Lesbar, traurig, liebevoll Der Roman ist anfangs ein bisschen verwirrend aufgebaut. Aber die liebevolle Beschreibung der Tochter um ihre Mutter, macht vieles wett. So langsam findet man in den Roman. Aki erzählt, wie man zu einem Gegenstand in einem Raum eine Erinnerung hat. Da ist eine kleine Geschichte aus ihrer eigenen Kindheit, da ein Gegenstand den ihr Vater geschnitzt hat, dort eine Geschichte aus der Beziehung ihrer Eltern. Dann bekommt der Leser wieder aus der Gegenwart einige Sätze zu lesen. Das kann schon ein bisschen durcheinander machen. Aber gradlinig, wäre der Roman nicht so schön. Gradlinig denken wir Menschen auch nicht. Was auch auffällt ist, dass alle Figuren nicht in der Lage sind sich ihre Gefühle einzugestehen oder gar zu äußern. Die Gegensätze der verschiedenen Orte, das wohlhabende Zuhause ihrer Großeltern oder das asketische Leben Akis Vater, machen den Roman zu einer komplexen Geschichte, die zusammengesetzt werden wünscht. Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Während die Mutter immer mehr in ihrer eigenen dementen Welt verschwindet und viele Dinge ihr sehr schwerfallen, sie ermüden, beginnt die Tochter viele Dinge zu verstehen. Einen dementen Menschen um sich zu haben und sich auf die Schlichtheit einzulassen, ist nicht einfach. Zu sehen, wie dieser Mensch immer mehr verschwindet, kostet viel Kraft. In dem Roman wird aber auch deutlich, wie wenig man von dem Leben seiner Eltern weiß. Aki ist manchmal ungeduldig, manchmal sehr sensibel. Als sie selber ihr drittes Kind bekommt, weiß sie, dass ihre Mutter ihr nie wieder Onigiri zum Seelentrösten machen wird. Die Autorin Yuko Kuhn wuchs selbst zwischen diesen beiden Kulturen auf. Ihre Mutter wurde in Japan geboren und arbeitete in Osaka als Grundschullehrerin, bis sie 1972 nach Deutschland auswanderte.






















































