O Brother

O Brother

Hardback
4.337

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Description

Wie konnte es so weit kommen? John Niven versucht den Selbstmord seines Bruders zu ergründen - eine literarische Spurensuche, die einem den Atem nimmt

John Nivens persönliche literarische Memoiren erzählen die Geschichte der Brüder Gary und John. Während John sich aus der schottischen Provinz herausarbeitet und eine akademische Laufbahn einschlägt, in Bands spielt, einen gutdotierten Job bei einer angesagten Plattenfirma findet und dann erfolgreicher Romanautor wird, driftet Gary nach dem Abbruch der Schule zusehends ab, verliert den Halt, wird drogenabhängig und begeht 2010 im Alter von zweiundvierzig Jahren Selbstmord. Fortan lebt John mit der quälenden Frage, warum er seinem Bruder nicht hat helfen können, warum er ihn nicht retten konnte und wie es letztlich zu der Tragödie kam. Er begibt sich auf Spurensuche, zeichnet die Lebenswege der beiden so ungleichen Brüder nach, die einst von der gleichen Startposition aus ins Leben sprangen. Heraus kommt eine eindrucksvolle, herzergreifende, sehr ehrliche Lebensbeichte und Liebeserklärung an das Leben und einen Bruder, der diesem Leben nicht gewachsen war.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Hardback
Pages
400
Price
24.70 €

Author Description

John Niven, geboren 1966 in Schottland, spielte in den 80er-Jahren Gitarre bei der Indieband »The Wishing Stones« und arbeitete nach dem Studium der Literatur als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch »Music from Big Pink«. 2008 landete er mit dem Roman »Kill Your Friends« einen internationalen Bestseller, der auch fürs Kino verfilmt wurde. Es folgten zahlreiche weitere Romane, darunter Kultklassiker wie »Coma« oder »Gott bewahre«. Neben Romanen schreibt John Niven Drehbücher. Er wohnt in der Nähe von London.

Posts

8
All
5

John Nivens sehr offene und schonungslose Einblicke in seine Familienvita beweisen, dass das Leben oft die traurigsten Geschichten erzählt! Hat mich sehr berührt!

5

"Ihr überschreitet den Ereignishorizont. Und dann seid ihr weg."

Schonungslos ehrlich, manchmal sogar schön und Lustig, kraftvoll, und einfach herzzerreißend und todraurig. John Niven blickt in die eigenen Abgründe aber zeigt vor allem das Porträt einer Geschwisterbeziehung auf, die am Leben und den eigenen Dämonen scheitern sollte. Dieses Buch hat mich zu Tränen gerührt. "Wenn wir Glück haben, hinterlassen uns Freunde und Familienmitglieder, die zu früh sterben, ein Erbe wie dieses: einen komischen Moment, der niemals vergeht."

5

John Niven erzählt, wie es zum Suizid seines Bruders kam 💔 - wunderschön geschrieben 🫶

Diese kraftvolle, unvergessliche Erinnerung beginnt damit, dass der Autor einen Anruf erhält, um ihm mitzuteilen, dass sein jüngerer Bruder Gary im Koma liegt, nachdem er versucht hat, Selbstmord zu begehen, indem er sich erhängt hat. Wir springen dann in der Zeit zurück, um uns ihre jeweilige Kindheit anzusehen, während der Autor versucht, genau herauszufinden, was schief gelaufen ist. Wie hat er sich zu einem erfolgreichen Schriftsteller entwickelt, mit einer Frau und Kindern und einem guten Einkommen, während Gary auf die schiefe Bahn geriet? Es scheint so, als ob Gary von klein auf als "der Schlechte" bezeichnet und häufig von seinem Vater für unverschämtes Verhalten geschlagen wurde, und wenn man jemanden auf diese Weise stigmatisiert, neigt er dazu, dem gerecht zu werden. Ich fragte mich auch, ob es einen Hinweis darauf gab, dass Gary es als Kind nicht ertragen konnte, "kratzige Socken" zu tragen; die Empfindlichkeit gegenüber rauen Texturen kann ein Autismus-Merkmal sein, aber in den 1970er Jahren war die Diagnose viel weniger häufig als jetzt, so dass Gary allein mit sich kämpfen musste. Die Familie wuchs in Irvine auf, aber dies ist eine universelle Geschichte über die Familiendynamik und junge Männer, die aufwachsen und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Gary driftete in das Trinken, die Einnahme von Drogen und den Drogenhandel ab; John fand seinen Platz in der Musikindustrie und konsumierte selbst viele Pharmazeutika, hatte aber die Kraft und das Selbstvertrauen, sich selbst rauszuziehen, bevor die Sucht ihn verschluckte. Gary hingegen ging bankrott, verbrachte Zeit im Gefängnis, genau wie sein Vater es immer vorhergesagt hatte, und schaffte es nie, die Kontrolle über sein Leben zu bekommen. John, seine Schwester Linda und insbesondere seine Mutter versuchten alle zu helfen, aber als Gary John kurz vor seinem Selbstmordversuch um Geld bat, weigerte sich John, und das würde ihn verfolgen. Wie geht man mit einem Bruder wie Gary um? Egal wie viel du gibst, er wird immer mehr brauchen, und in der Zwischenzeit riskierst du, in sein Chaos hineingezogen zu werden. Wir hören seine Geschichte aus Johns Sicht, aber ich wollte unbedingt, dass Gary die Unterstützung erhält, die er brauchte, und wurde oft von seiner Notlage zu Tränen gerührt. Es ist ein ehrliches, wunderschön geschriebenes Buch, das manchmal lustig, manchmal verheerend, aber immer packend ist, und ich empfehle Euch eindringlich, es zu lesen.

5

"Dienstag, 31. August 2010 Um kurz nach sieben Uhr erreicht mich der Anruf. Ein Anruf, mit dem ich im Grunde zeit meines Lebens gerechnet habe." (S. 11) Schon die Geburtstage der Gebrüder Niven scheinen von düsteren Vorzeichen begleitet: John – geboren an einem Sonntag – gilt in Schottland als Glückskind; Gary hingegen kommt an einem Mittwoch zur Welt – ein Tag, der traditionell als Unglück bringend gilt. Als mittleres von drei Kindern – ein klassisches Sandwich-Kind – scheint ihm seine Rolle im Familiensystem früh zugewiesen. War das alles eine Self-fulfilling prophecy oder einfach Humbug? Gary hat jedenfalls schon früh seine Rolle im Gefüge und der Teufelskreis beginnt sich zu drehen. "Was hast du nun wieder getan", wird zum meist gesagten Satz im Hause Niven. Das Enfant Terrible war gesetzt! Doch John Niven erzählt in "O Brother" weit mehr als die Geschichte eines rebellischen Bruders. Es ist eine tieftraurige Familienchronik, eine Biografie, die absehbar auf den Abgrund zusteuert, und niemand kann etwas dagegen tun. Ein wichtiger Hintergrund für die Erzählung ist die britische Musik- und Kulturszene der 90er-Jahre – die Hochphase von Britpop, Indie und einer hedonistischen Musikindustrie, die von Labels, Drogen, Nächten im Camden Palace und einer "work hard, party harder"-Mentalität geprägt ist. Eine Welt, in der Exzesse Alltag waren und Misserfolge Karrieren beenden konnten. Diese Szene war geprägt von Größenwahn, Abstürzen und Geniekult – ein Umfeld, in dem das Scheitern oft nur eine Frage der Zeit war. John ist mittendrin: als A&R-Manager lebt er zwischen Studios, Clubs und Plattenverträgen – in einer Welt, die viele verheizt. Doch während er irgendwann einen Weg hinaus findet, stürzt Gary immer tiefer. Es beginnt ein Abwärtsstrudel aus Kriminalität, Gefängnisstrafen sowie Alkohol- und Drogensucht. Eskalierende Wutanfälle, denen alle hilflos gegenüberstehen. Auch Gary selbst hat längst die Kontrolle darüber verloren, wie er die Aufmerksamkeit seines Umfelds erlangt. In der Regel ist sie negativ und destruktiv. Eine Biografie, die bereits sein Vater buchstäblich in ihn hinein prügelte. Mit 42 Jahren nimmt Gary sich in einem Krankenhauszimmer das Leben. Was bleibt, sind Schuldgefühle. Johns Schmerz darüber, dass es nicht gereicht hat, dass er nicht gereicht hat, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Niven baut seinen autobiografischen Roman rund um den Suizid seines Bruders auf und setzt sich dabei intensiv mit familiären Beziehungen, mentaler Gesundheit und der eigenen Verantwortung auseinander. Es hat fast etwas Therapeutisches, wie er versucht, sich auf (kinder)psychologischer Ebene den Verhaltensmustern von Gary zu nähern. Dieser Roman schmerzt zutiefst und zeigt, wie prägend die Dynamik unter Geschwistern und wie festgefahren die Rollen innerhalb einer Familienstruktur sind. "O Brother" ist ein schonungsloser Blick in einen Abgrund – aber auch ein berührendes Denkmal für einen Bruder, der nie angekommen ist.

5

Dieses Buch hat mich emotional fertig gemacht. Mit tut die Familie furchtbar leid...aber ich wünschte, ich könnte in die Geschichte einsteigen und den kleinen Gary einmal fest umarmen.

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5

Ein großartiges Buch. Eine Biografie wie sie schonungsloser nicht sein könnte. Und ehrlich, denn es geht nicht nur um Garys Geschichte, John erzählt uns auch von seinen eigenen Abgründen. Beeindruckend!

3

Ein bewegendes und schonungslos ehrliches Memoir des Autors über seinen jüngeren Bruder Gary, der sein Leben lang mit psychischen Problemen und Drogenabhängigkeit kämpfte und 2010 Suizid beging. Niven erzählt von ihrer komplexen Geschwisterbeziehung, den Konflikten innerhalb der Familie und seinen eigenen Schuldgefühlen. Besonders eindrucksvoll ist die Offenheit, mit der er nicht nur Garys Leben, sondern auch seine eigene Rolle reflektiert. Der schwarze Humor des Autors lockert die ernste Thematik auf, ohne sie zu verharmlosen. Allerdings empfand ich einige Passagen als langatmig, vor allem die ausführlichen Schilderungen der Musikszene, mit der ich wenig anfangen konnte – obwohl ich Jahrgang 1971 bin.

4.5

John Niven arbeitet in diesem Buch den Suizid seines Bruders und auch ihr gemeinsames Leben und ihre Unterschiedlichen Werdegänge auf. Es ist tief berührend und aufwühlend, gleichzeitig aber auch humorvoll und eine kleine Reise durch die Vergangenheit der 80er und 90er Jahre.

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