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»Du wirst dich in deine Schicksalsgebundene verlieben, noch bevor du sie zum ersten Mal gesehen oder berührt hast.«
Der zweite Band der Moonlight Sword-Dilogie setzt nahtlos dort an, wo Klingenherz aufgehört hat – und lässt einen keine Sekunde los. Schon nach dem ersten Kapitel war klar: Das wird kein ruhiges Weiterlesen, sondern ein emotionaler Ausnahmezustand. Der Zeitdruck ist allgegenwärtig, die Bedrohungen werden greifbarer, und die Frage, wie Mira und Varyan diesen unmöglichen Konflikt lösen sollen, hängt wie ein Damoklesschwert über jeder Seite. Delmira steht in Schicksalskuss vor ihrem größten inneren Konflikt. Die Erkenntnis, dass ihre Gefühle für Varyan eigentlich einem göttlichen Frevel gleichkommen, lässt sie zunächst auf Abstand gehen. Doch ohne seine Stimme fühlt sie sich leer, fast verloren. Besonders stark fand ich, dass die beiden nicht in unnötigem Drama versinken, sondern miteinander weiterreden und dem Unausweichlichen lange ausweichen. Erst die bittere Erkenntnis über Batur – dass er sie lediglich benutzt hat, um gesellschaftlich aufzusteigen – reißt ihr endgültig die Augen auf. Der Moment, in dem klar wird, dass Varyan ihr wahrer Schicksalsgebundener ist, fühlt sich nicht wie eine romantische Erlösung an, sondern wie der Beginn einer noch größeren Tragödie. Varyan selbst ist in diesem Band eine zutiefst tragische Figur. Schon lange weiß er, was Mira ihm bedeutet, und hat sich innerlich damit abgefunden, dass ihre Liebe keinen Platz in der göttlichen Ordnung hat. Seine Bereitschaft, seine eigene Freiheit und weiteres Leid in Kauf zu nehmen, solange Mira nichts geschieht, ist gleichermaßen herzzerreißend wie bewundernswert. Die Tatsache, dass die beiden sich häufiger einen Körper teilen, wirkt nicht sensationell, sondern intim und logisch – ein Ausdruck des absoluten Vertrauens, das sie füreinander empfinden. Garreth bleibt auch im zweiten Band eine tragende Säule der Geschichte. Obwohl ihn die Enttäuschung über seine vermeintliche Schicksalsgebundene tief trifft, stellt er seine eigenen Gefühle zurück. Seine Loyalität gegenüber Mira und sein Wunsch nach ihrem Glück sind stärker als Eifersucht oder Schmerz. Dass ausgerechnet er am Ende den entscheidenden Lösungsansatz liefert, kam überraschend – und passt gleichzeitig perfekt zu seinem Charakter. Auch das Worldbuilding wird konsequent vertieft. Die Enthüllungen über den Roten Tod als Berserkerzustand der Kromer, der unwissentlich durch Varyans Armee verbreitet wurde, geben der Geschichte eine zusätzliche tragische Dimension. Besonders gelungen ist, wie Asuka Lionera klassische Bewusstseinsszenen vermeidet und stattdessen Dialoge nutzt, um Hintergrundwissen elegant einzuweben. Die Erklärung über den Ursprung der Hexen, die Sterblichkeit ihrer Magie und die Rolle göttlicher Artefakte schließt viele offene Fragen aus Band eins und verleiht der Welt eine beeindruckende Geschlossenheit. Der Plot steigert sich stetig und bleibt bis zum Schluss unberechenbar. Mit jeder Enthüllung wächst nicht nur die Spannung, sondern auch das Verständnis für diese komplexe Welt. Was im ersten Band noch Fragen aufgeworfen hat, fügt sich hier Stück für Stück zu einem großen Ganzen zusammen. Gerade dieser Aspekt macht Schicksalskuss so befriedigend: Nichts fühlt sich zufällig an, nichts bleibt unbegründet. Der Schreibstil ist – wie schon im ersten Band – eine große Stärke. Die Seiten fliegen nur so dahin, selbst in emotional schweren Momenten. Doch während man in Klingenherz noch versuchte zu begreifen, wie eine Romanze zwischen einer Frau und einem Schwert funktionieren soll, fiebert man hier jeder neuen Enthüllung entgegen. Die Geschichte nimmt einen emotional komplett auseinander, ohne manipulativ zu wirken, und liefert ein Finale, das weh tut – im besten Sinne. Moonlight Sword – Schicksalskuss ist eine gelungene Fortsetzung und ein würdiges, schmerzhaft schönes Finale dieser Dilogie. Emotional, durchdacht, konsequent und mutig erzählt. Für mich ein klares Fantasy-Highlight.
Jan 5, 2026
»Du wirst dich in deine Schicksalsgebundene verlieben, noch bevor du sie zum ersten Mal gesehen oder berührt hast.«
Der zweite Band der Moonlight Sword-Dilogie setzt nahtlos dort an, wo Klingenherz aufgehört hat – und lässt einen keine Sekunde los. Schon nach dem ersten Kapitel war klar: Das wird kein ruhiges Weiterlesen, sondern ein emotionaler Ausnahmezustand. Der Zeitdruck ist allgegenwärtig, die Bedrohungen werden greifbarer, und die Frage, wie Mira und Varyan diesen unmöglichen Konflikt lösen sollen, hängt wie ein Damoklesschwert über jeder Seite. Delmira steht in Schicksalskuss vor ihrem größten inneren Konflikt. Die Erkenntnis, dass ihre Gefühle für Varyan eigentlich einem göttlichen Frevel gleichkommen, lässt sie zunächst auf Abstand gehen. Doch ohne seine Stimme fühlt sie sich leer, fast verloren. Besonders stark fand ich, dass die beiden nicht in unnötigem Drama versinken, sondern miteinander weiterreden und dem Unausweichlichen lange ausweichen. Erst die bittere Erkenntnis über Batur – dass er sie lediglich benutzt hat, um gesellschaftlich aufzusteigen – reißt ihr endgültig die Augen auf. Der Moment, in dem klar wird, dass Varyan ihr wahrer Schicksalsgebundener ist, fühlt sich nicht wie eine romantische Erlösung an, sondern wie der Beginn einer noch größeren Tragödie. Varyan selbst ist in diesem Band eine zutiefst tragische Figur. Schon lange weiß er, was Mira ihm bedeutet, und hat sich innerlich damit abgefunden, dass ihre Liebe keinen Platz in der göttlichen Ordnung hat. Seine Bereitschaft, seine eigene Freiheit und weiteres Leid in Kauf zu nehmen, solange Mira nichts geschieht, ist gleichermaßen herzzerreißend wie bewundernswert. Die Tatsache, dass die beiden sich häufiger einen Körper teilen, wirkt nicht sensationell, sondern intim und logisch – ein Ausdruck des absoluten Vertrauens, das sie füreinander empfinden. Garreth bleibt auch im zweiten Band eine tragende Säule der Geschichte. Obwohl ihn die Enttäuschung über seine vermeintliche Schicksalsgebundene tief trifft, stellt er seine eigenen Gefühle zurück. Seine Loyalität gegenüber Mira und sein Wunsch nach ihrem Glück sind stärker als Eifersucht oder Schmerz. Dass ausgerechnet er am Ende den entscheidenden Lösungsansatz liefert, kam überraschend – und passt gleichzeitig perfekt zu seinem Charakter. Auch das Worldbuilding wird konsequent vertieft. Die Enthüllungen über den Roten Tod als Berserkerzustand der Kromer, der unwissentlich durch Varyans Armee verbreitet wurde, geben der Geschichte eine zusätzliche tragische Dimension. Besonders gelungen ist, wie Asuka Lionera klassische Bewusstseinsszenen vermeidet und stattdessen Dialoge nutzt, um Hintergrundwissen elegant einzuweben. Die Erklärung über den Ursprung der Hexen, die Sterblichkeit ihrer Magie und die Rolle göttlicher Artefakte schließt viele offene Fragen aus Band eins und verleiht der Welt eine beeindruckende Geschlossenheit. Der Plot steigert sich stetig und bleibt bis zum Schluss unberechenbar. Mit jeder Enthüllung wächst nicht nur die Spannung, sondern auch das Verständnis für diese komplexe Welt. Was im ersten Band noch Fragen aufgeworfen hat, fügt sich hier Stück für Stück zu einem großen Ganzen zusammen. Gerade dieser Aspekt macht Schicksalskuss so befriedigend: Nichts fühlt sich zufällig an, nichts bleibt unbegründet. Der Schreibstil ist – wie schon im ersten Band – eine große Stärke. Die Seiten fliegen nur so dahin, selbst in emotional schweren Momenten. Doch während man in Klingenherz noch versuchte zu begreifen, wie eine Romanze zwischen einer Frau und einem Schwert funktionieren soll, fiebert man hier jeder neuen Enthüllung entgegen. Die Geschichte nimmt einen emotional komplett auseinander, ohne manipulativ zu wirken, und liefert ein Finale, das weh tut – im besten Sinne. Moonlight Sword – Schicksalskuss ist eine gelungene Fortsetzung und ein würdiges, schmerzhaft schönes Finale dieser Dilogie. Emotional, durchdacht, konsequent und mutig erzählt. Für mich ein klares Fantasy-Highlight.
Jan 5, 2026








