Mo & Moritz

Mo & Moritz

Paperback
3.725

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Description

Queere Romance mit Tiefgang: Zwei Jugendliche, die für ihre Liebe kämpfen und Vorurteile überwinden. Julya Rabinowichs neuer Jugendroman - Ausgezeichnet als »Jugendbuch des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Mo stammt aus einer Familie mit muslimischen Wurzeln. Als er eine Friseurlehre in einem Wiener Nobelsalon beginnt, taucht er ein in eine glamouröse Welt. Eines Abends wird er hinter den Kulissen des Wiener Opernballs eingesetzt und verliebt sich – ausgerechnet in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Mo schwebt auf Wolke sieben – und bekommt gleichzeitig kalte Füße: Was, wenn seine Familie davon erfährt? Wird er jemals zu Moritz und seiner Liebe stehen können? Julya Rabinowich erzählt in Mo & Moritz eine Liebesgeschichte von heute, ganz nah dran an den Träumen und Hoffnungen Jugendlicher!

Book Information

Main Genre
Young Adult Books
Sub Genre
Friendship
Format
Paperback
Pages
224
Price
17.50 €

Author Description

Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist Schriftstellerin und Kolumnistin und war viele Jahre als Dolmetscherin tätig. Bei Deuticke erschienen »Spaltkopf« (2008, u. a. ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2009), »Herznovelle« (2011, nominiert für den Prix du Livre Européen), »Die Erdfresserin« (2012) und »Krötenliebe« (2016). Ihr erstes Jugendbuch »Dazwischen: Ich« (2016) wurde u. a. mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs (von Die Zeit & Radio Bremen) ausgezeichnet. Es folgten »Hinter Glas« (2019), »Dazwischen: Wir« (2022) und »Der Geruch von Ruß und Rosen« (2023). 2026 erschien ihr neues Jugendbuch »Mo & Moritz«.

Posts

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All
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Zwischen Familientraumata und Erwachsenwerden

Mo weiß, dass er anders ist, als seine Eltern es erwarten und er weiß auch, dass er es ihnen niemals sagen kann. Dafür stehen zu viele unausgesprochenen Dinge in der Luft, vor allem seitdem sein Bruder auch ein Geheimnis zu haben scheint. Alles scheint besser zu werden als Mo Moritz kennenlernt, doch auch seine Familie hat eine Geschichte... Dieses Buch hat so wenig Seiten und trotzdem gibt es einem so viel mit auf dem Weg. Es geht um Teenager, die nicht frei leben können wie sie möchten. Um Geheimnisse die die Familie prägen. Es geht aber auch um die Menschen, die all dem Negativen keine Chance geben und dafür sorgen, dass der Funken von Menschlichkeit und Hoffnung immer weiter getragen wird. - Dieses Buch ist eine Geschichte, die aus dem Leben gegriffen und deswegen auch so wahnsinnig wichtig ist!

3

Das Buch war insgesamt ganz nett für zwischendurch und lässt sich durch den leichten Schreibstil auch sehr schnell lesen. Besonders Mo mochte ich sehr gern. Seine Art und sein Mut, sich aus den Erwartungen seiner Familie zu lösen und langsam seinen eigenen Weg zu finden, waren wirklich berührend und schön zu begleiten. Auch die Begegnung und die vorsichtige Annäherung zwischen Mo und Moritz fand ich sehr süß erzählt. Mit der Zeit hat mir in der Geschichte allerdings immer mehr Tiefe gefehlt. Viele Themen, die eigentlich sehr spannend gewesen wären, werden zwar angesprochen. Zum Beispiel kulturell geprägte familiäre Konflikte oder die Herausforderungen, als Flüchtling in einem anderen Land und einer fremden Kultur zurechtzukommen. Leider bleibt das alles ziemlich oberflächlich. Konflikte tauchen auf, werden jedoch oft schnell wieder verlassen, ohne wirklich vertieft zu werden. Manche kulturellen Darstellungen wirkten auf mich außerdem etwas klischeehaft und dadurch stellenweise schwierig. Insgesamt ist es für mich ein ganz okayes Jugendbuch mit einem sehr liebenswerten Protagonisten. Mo ist mir wirklich ans Herz gewachsen, aber inhaltlich hätte ich mir deutlich mehr Tiefe gewünscht.

3

Ein gutes Buch!

Mir hat das Setting in dem das Buch gespielt hat richtig gut gefallen, weil die Arbeit beim fordert hat es irgendwie so entspannt gemacht. In der Mitte hat es sich kurz gezogen, aber dann ist etwas passiert womit ich gar nicht gerechnet hab und das hat die Spannung auf jeden Fall wieder gebracht. Ich hätte es glaub ich besser gefunden wenn das nicht ganz so offen wäre also wenn man es halt detaillierter mitbekommt.

5

Ich bin durch – und dieses Buch hat mich emotional sofort gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Eine unglaublich zarte Geschichte, die anfangs sehr langsam und leise daherkommt, aber genau darin liegt ihr ganzer Zauber.

Wir begleiten Mo, der mit seiner Familie nach Wien gekommen ist und das Gefühl kennt, nicht richtig dazuzugehören. Als er von der Schule fliegt und eine Lehre im Friseursalon anfängt, wird dieser Ort zu seiner rettenden Insel. Endlich gibt es eine Welt, in der er gesehen und akzeptiert wird. Sein Chef und wunderbare Nebenfiguren locken ihn aus der Reserve und sorgen für diese tollen Momente „dazwischen“. Objektiv mag das an der ein oder anderen Stelle leicht in Richtung Kitsch gehen, aber subjektiv gibt es der Geschichte unglaublich viel Herz und ich habe es geliebt. Das absolute Zentrum ist jedoch Mos innere Zerrissenheit. Er muss lernen, seine Gefühle für einen Jungen überhaupt erst zu akzeptieren – eine Tatsache, die in seiner vom Trauma geprägten Familie als absolute Schande gilt. Diese familiären Abgründe und Konflikte werden im Buch nicht einfach glattgebügelt, sondern mit einer Härte und Beklemmung erzählt, die mich mitgenommen hat. Als Mo sich verliebt, ist diese Überforderung absolut spürbar. Ein Satz bringt es für mich perfekt auf den Punkt: „Meine Seele hat Fieber.“ Besser kann man diese erste, „verbotene“ Liebe kaum beschreiben. Wie man das Leben plötzlich mit dem Warten auf den nächsten Kontakt, falschen Erwartungen und total sinnlosem Kummer füllt, ist hier einfach so ehrlich, echt und ganz anders erzählt als in vielen glatten Coming-of-Age-Büchern. Ein Gespräch gegen Ende hat mich dann an den Vater-Sohn-Dialog aus Call Me By Your Name erinnert – etwas jugendbuchmäßiger verpackt, aber unfassbar stark und nahbar. Rückblickend ist es eine wunderschöne Geschichte übers Erwachsenwerden, deren Wege und Wendungen ich in diesem Genre selten so gelesen habe. Durch die wunderbare Leichtigkeit in der Sprache kommen Jugendliche sicher schnell rein (übrigens auch super zum Vorlesen!). Ich hätte dieses Buch gern gelesen, als ich selbst 15 Jahre alt war. Eine ganz große Leseempfehlung für alle, die leise, charakterstarke Geschichten mögen! 😜

4.5

“Mo & Moritz” ist eine moderne Adaption bzw. Variante des "Romeo & Julia"-Stoffes für junge Lesende in Form eines Jugendromans. Es geht wie im großen Vorbild, das im Buch auch mehrfach zitiert wird, um die Themen Liebe, Moral und Verantwortung bzw. das Pflichtgefühl, das wir gegenüber unseren Blutsverwandten empfinden. Weil Mo und Moritz zwei junge Männer sind, kommt noch das Thema Homophobie bzw. die Angst davor hinzu. Auch haben die beiden Liebenden einen unterschiedlichen kulturell-religiösen Hintergrund, was zusätzlich zu Konfliktpotenzial in der Handlung führt. Wien 2023: Nachdem Mo (eigentlich Mojad) unrechtmäßig von der Schule geflogen ist, fängt er eine Lehre bei einem Wiener Nobelfriseur an. Mo stammt aus einer muslimischen Familie, die durch Flucht und Vertreibung traumatisiert wurde. Aus welchem muslimischen Land er kommt, wird bis zum Ende der Handlung nicht aufgeklärt. Die Lesenden müssen es sich erschließen. Mo lebt in einer kleinen Mietwohnung mit seinem Vater, seiner Mutter, seinem großen Bruder Faris und der 13-jährigen Schwester Maryam. Faris ist ein unsympathischer Zeitgenosse, der durch polarisierende Parolen sowie homophobe und antisemitische Äußerungen ganz klar negativ gezeichnet wurde. Beim berühmten Wiener Opernball darf eine Abordnung des Friseursalons die Debütantinnen frisieren. Mo ist wie berauscht von der ganz besonderen Atmosphäre und findet im Gewühle der Ballroben seine eigene “Cinderella” - nur dass die einen Frack trägt und Moritz heißt… Nicht nur der Opernball und die Begegnung der beiden jungen Männer ist märchenhaft, das ganze Buch durchzieht ein gewisser Zauber. Bei Mo ist es der Zauber der Unschuld und Unwissenheit, er ist zart, sanft und schön. Moritz hingegen ist der selbstbewusste, attraktive Typ, ein klassischer Märchenprinz. Seine Wohnung kommt Mo wie ein Schloss vor, er ist geoutet und akzeptiert, er genießt Freiheiten, die Mo sich nur träumen kann. Auch sprachlich hat mich der Roman oftmals in eine märchenhafte Stimmung versetzt. Die Sprache von Julya Rabinowich ist sehr blumig und voller Ausdrücke wie “Donnerwetterbruder”, “Moritzgeruch”, etc. Aber sie schreckt auch nicht vor Kraftausdrücken zurück, was zur Authentizität beiträgt und beim jugendlichen Publikum gut ankommen dürfte. Überhaupt: Dass das Buch ein Jugendroman ist, ist ganz leicht zu erkennen. Die Autorin verzichtet auf die erzählerische Darstellung von Se*ualität, das bleibt alles der Fantasie der Lesenden überlassen. Außerdem werden manche Sachverhalte sehr schwarz-weiß dargestellt, so auch der Charakter des Bruders Faris. Aber wer sich an diesen Vereinfachungen nicht stört, der kann das Buch auch als Erwachsener wunderbar konsumieren und sich mal wieder in die Welt der Jugendlichen hineinversetzen. Ein kleiner Kritikpunkt zum “Spoiler” im Klappentext. Ich hätte es besser gefunden, die Sache mit Taylor Swift den potenziellen Lesenden zu “verheimlichen”, denn so kann man sich schon früh denken, worauf die ganze Geschichte mit dem Bruder hinauslaufen wird. Ich hätte es mir lieber als “Aha-Effekt” und spannende Wendung in der Handlung selbst erlesen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Das mit dem gleichen Namenskürzel der beiden hätte ich jetzt auch nicht unbedingt gebraucht und war manchmal verwirrend. Aber wegen der Analogie zu “Romeo & Julia” habe ich dann schon verstanden, warum es so gemacht wurde. Ein ganz wunderbarer, queerer Jugendroman, der einen tatsächlich wieder an die große Liebe glauben lässt.

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5

Ein nicht ganz so leichter Snack

Der Roman verknüpft persönliche Entwicklungen mit gesellschaftlichen Themen wie Alltagsrassismus, religiösen Vorurteilen, Antisemitismus, Queerness, Klassismus und Radikalisierung. Diese thematische Fülle ist einerseits beeindruckend, andererseits wirkt der Text stellenweise sehr dicht, sodass nicht alle Konflikte vollständig ausgearbeitet werden können. Besonders Moritz bleibt als Figur eher im Hintergrund, und auch die Beziehung der beiden hätte an manchen Stellen mehr Raum verdient. Trotzdem überzeugt Mo & Moritz durch seine emotionale Wirkung und seine Sprache. Rabinowich erzählt einfühlsam, bildreich und mit feinem Humor. Es entstehen viele eindrückliche Szenen, die Nähe schaffen und Mos innere Zerrissenheit spürbar machen.

4

Eine queere Romance, die über das klassische Coming-Out hinausgeht und den Leser dazu ermutigt, zu sich selbst zu stehen. Eine Geschichte über Sichtbarkeit, Mut und über die erste Liebe, die nicht immer nur schön ist, sondern manchmal auch ein gemeinsamer leiser Aufstand.

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