Lass uns noch mal los

Lass uns noch mal los

Hardback
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Description

»Zusammen wohnen, zusammen leben, zusammen feiern. Jetzt sind wir sogar zusammen alt geworden!«
In den Achtzigern flohen Susanne und ihre Freundinnen nach Berlin Kreuzberg, um dem spießigen Westdeutschland mit seinen Kleinfamilien und Kiesauffahrten zu entkommen. Vierzig Jahre später sitzen sie in der Abendsonne bei einem Glas Wein zusammen und erkennen ihr Viertel kaum wieder. Ihr buntes Leben wird von Reichtum, Müll und Touristenströmen erdrückt. Entschlossen starten die Heldinnen von damals eine neue Revolution. Ganz wörtlich "von unten". Ein aufrüttelnder Roman über Mut, Zuversicht und Zusammenhalt in einer sich verändernden Welt.

»Susanne Matthiessen ist die geborene Erzählerin. Man könnte ihr einfach ewig zuhören.« WDR5

Book Information

Main Genre
Humor
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
336
Price
24.70 €

Author Description

Susanne Matthiessen, Jahrgang 1963, ist gebürtige Sylterin. Als Journalistin verarbeitet sie gesellschaftspolitische Entwicklungen zu Programmideen für Radio, Fernsehen und Internet. 15 Jahre lang war sie Kolumnenschreiberin für die Sylter Rundschau. Ihr Debüt Ozelot und Friesennerz. Roman einer Sylter Kindheit wurde auf Anhieb ein Bestseller. Susanne Matthiessen lebt gern in Berlin, lebt aber nur am Meer richtig auf.

Posts

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All
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Das war Lesevergnügen pur. Ich muss gestehen, ich dachte erst, ich lese eine autofiktionale Geschichte, da die Protagonistin genauso wie die Autorin heißt und doch hab ich auch schnell gemerkt, hier liegt so viel Ironie in dem Text, so viel Humor, dass ist nicht ganz echt, aber doch auch nah dran an der Realität. Und nachdem auf Seite 21 Christiane F. erwähnt wird, wusste ich schnell, das wird ein Buch für mich. Susanne zieht in 80ern nach Berlin. Bei Unruhen in Kreuzberg lernt sie Gabriele und Dorothea kennen, die in einem Abbruchhaus mit vielen Frauen leben und für mehr Rechte für Frauen kämpfen. Sie werden Freundinnen fürs Leben und Jahre später leben sie immer noch alle in einem selbst gebauten und selbstverwalteten, feministisch geprägten Haus in Kreuzberg. Kurz vor Susannes sechzigstem Geburtstag verliert sie ihre Festeinstellung und muss ihre Wohnung untervermieten, um alle laufenden Kosten zu stemmen. Klingt alles ziemlich harmlos, aber ist einfach nur genial umgesetzt. Voller Leichtigkeit und mit viel Humor erzählt Susanne Matthiessen auf skurrile Art die Probleme von heute. Klug und mit ganz viel Ironie erzählt sie über Altersarmut, Wohnungsnot, Generationenkonflikt, Altersdiskriminierung und die immer noch vorhandenen Geschlechterungleichheiten. Für mich war es eine reine Freude, dieses schlaue und witzige Buch zu lesen. Wie oft hab ich hier geschmunzelt und oft auch die Doppelmoral der Menschen erkannt. Absolute Leseempfehlung! S.266 „Es war nie geplant, dass Frauen dasselbe Geld, dieselben Möglichkeiten, den ihnen zustehenden Anteil an Macht, Schutz und Einfluss erhalten. Selbst der Weg dorthin, die Zielgerade, war ein großer Schwindel. Alles Fake.“ S.267 „Man verkämpft sich jeden Tag in unzähligen Scharmützeln mit Ämtern, Behörden, Paketdiensten, Versicherungen, Krankenkassen, Banken, Online-Bezahldiensten, Bahn, Stromanbietern, Energieversorgern, Callcentern und Selbstbedienungskassen. Einmal vertippt in der Navigator-App der Bahn, weil man vielleicht nicht mehr so gut sieht? Bye-bye, fünfzig Euro.“

3

Ziemlich genau so fühlt sich für mich die Situation gerade an. Als wäre es unerheblich, wer wie in welcher Form da jetzt im Keller haust, als wäre mein Umzug automatisch mit einer Statusänderung verbunden. Ich steig ab und bin raus? "Ihr hättet mich wenigstens fragen können." "Du hast keinen Sonderstatus," belehrt mich Waltraud. "Du hast es selbst so gewollt. Inszenier dich hier nicht als Opfer." - Zitat, Seite 152 Gekommen, um zu bleiben. Das ist das Motto der jungen Ich-Erzählerin, die wie ihre Schöpferin zur Boomer Generation gehört und auf denselben Vornamen hört. Am 1. Mai 1987 erobert sie für sich den Kreuzberg (Berlin), mit Penatencreme im Haar und neu entdeckten Mitstreiterinnen. Dann folgt ein Zeitsprung in die vermüllte Gegenwart des Kreuzbergs. Susanne wohnt noch immer in der BURG, ein Haus, welches nur von Frauen bewohnt wird. Bald schon naht der 60. Geburtstag der Protagonistin und es wird Zeit, ein Resümee zu ziehen. Was ist aus dem großen Traum der Freiheit geworden? Aus der Forderung für mehr Geld, mehr Macht, mehr Einfluss mit dem Ziel eines unabhängigen Lebens nach ihrem Geschmack? Doch dann verliert Susanne unvermittelt ihren Job, muss untervermieten und in den Keller ziehen - und damit nehmen die unvorhergesehenen Ereignisse und die damit verbundenen Herausforderungen noch lange nicht ihr Ende ... Jedes Kapitel wird mit einer Abbildung aus einem alten Poesiealbum eingeleitet, dessen Spruch auch für die jeweilige Überschrift sorgt. Das ist eine originelle Idee. Susanne Matthiesen hat eine sehr authentische Geschichte geschrieben, die wahrscheinlich von ihrer eigenen Biografie geprägt ist. Ihr Schreibstil ist sehr lebendig und man kann sich die Bewohnerinnen richtig gut vorstellen. Auch weist die Autorin im Text mit Zahlen und Fakten auf aktuelle Missstände, vor allem auf die Wohnungsnot in Berlin, hin. Trotzdem: der ganz große Wumms, die versprochene Revolution, die der Klappentext ankündigt, bleibt irgendwie aus - oder hab ich am Ende was nicht mitgekriegt? FAZIT Zunächst war ich etwas enttäuscht, weil ich eine Geschichte aus den späten 1980er Jahren erwartet hatte, also aus den wilden und jungen Jahren der Protagonistin und ihrer feministischen Streiterinnen. Und als ich mich dann damit abgefunden hatte, ging mir in der Geschichte das Streitbare ab. Den "Kampf mit dem Fachmann" hab ich definitiv vermisst. Wer wissen will, was ich meine, dem sei unbedingt das gleichnamige Werk von Mechtilde Lichnowsky aus dem Jahr 1924 empfohlen.

4

Ein leichter, humorvoller Roman über ernste Themen wie Altersarmut, Wohnungsnot und Gleichbehandlung von Frauen und Männern . Hat Spaß gemacht!

5

Sehr zu empfehlen!

Das Buch ist ein Muss für alle, die sich für den Feminismus der 80er- und 90er-Jahre interessieren und darüber reflektieren möchten, wie sich feministische Kämpfe und Themen in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt haben. Besonders spannend fand ich den persönlichen Bezug, da ich in der Nähe des beschriebenen Kiezes wohne. Die Autorin schildert eindrucksvoll den Wandel, den dieser Stadtteil durchlebt hat, und verbindet ihn geschickt mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Das Buch hat mir eindrücklich gezeigt, wie tief patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft noch immer verwurzelt sind. Es macht deutlich, wo diese besonders sichtbar werden, und regt dazu an, den eigenen Alltag kritisch zu hinterfragen. Dabei musste ich feststellen, dass auch ich mich in bestimmten Situationen von Männern unterbuttern lasse – eine Erkenntnis, die mich sowohl nachdenklich als auch entschlossen gemacht hat, künftig bewusster damit umzugehen. „Lass uns nochmal los“ hat mir die Augen geöffnet und mich inspiriert, alte Denkmuster zu hinterfragen. Gleichzeitig lädt es dazu ein, die Fortschritte, aber auch die Herausforderungen des Feminismus aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Ein sehr lesenswertes Buch, das nicht nur den Wandel eines Kiezes, sondern auch gesellschaftliche Dynamiken treffend einfängt.

3

⚧️👊🏼🏰 Berlin für Rebellinen - geht aber noch besser

Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie die Autorin beschreibt, was aus den wilden und anarchischen Frauen der damaligen Frauenbewegung geworden sein könnte. Gleich vorweg: Es ist noch alles da – und das ist irgendwie tröstlich. Manchmal muss es nur wieder hervorgeholt werden. Die Geschichte von Susanne und den Frauen in der „Burg“, einem Wohnhaus ausschließlich für Frauen, ist wunderbar erzählt. Sie steckt voller Herz, aber auch voller Spannungen, Komik und Melancholie. Es geht um Erfolg und Scheitern, ebenso wie um Krankheit und Tod – denn die Frauen sind inzwischen alle älter geworden. Ganz nebenbei zeigt Matthiessen auch, wie sehr sich das gesellschaftliche Leben seit den 70er Jahren verändert hat. Dadurch wurde das Buch für mich auch zu einer kleinen Reise in eine Vergangenheit, die ich selbst so nicht erlebt habe – was vielleicht auch der Grund ist, warum mich nicht alles gleichermaßen abgeholt hat. Gerade die Themen Feminismus und Patriarchat fand ich dennoch äußerst interessant und wichtig, auch wenn ich mich altersbedingt nicht in allen Aspekten wiederfinden konnte.

4

Feminismus „Rentnerinnen-Style“ - lieben wir!

Susanne Matthiessen schreibt autobiographisch über ihr Leben in einem Berliner „Nur-Frauen-Haus“. Mit Zwanzig hat die anfangs schüchterne Susanne auf einer Berlinreise ihre unerschrockenen, systemkritischen Freundinnen kennengelernt und beschlossen, für immer zu bleiben. Die folgenden Jahre sind geprägt von Kämpfen gegen das Patriarchat, Demos, einer witzig-herausfordernden Wohngemeinschaft und vor allem dem Zusammenhalt einer Gruppe kluger, unbeirrbarer Frauen. Susanne ist mittlerweile 60, lebt immernoch im besagten Haus und nimmt uns mit durch ihren Alltag mit all seinen sozialen und gesellschaftlichen Aufgaben. Dieses Buch bespricht gesellschaftsrelevante Themen humorvoll und unaufgeregt, aber doch mit dem nötigen Nachdruck - und bringt dabei eine Abgeklärtheit und Resilienz mit, die uns nach meinem Empfinden heute oft in solchen Debatten fehlt. Vermutlich kann diese Art von Gelassenheit eben erst entstehen, wenn die gleichen Kämpfe über viele Jahre hinweg immer wieder gekämpft werden müssen. Tolles, kurzweiliges Buch!

Feminismus „Rentnerinnen-Style“ - lieben wir!
5

„Man muss lange leben um ein Mensch zu werden“ Die passenden letzten Worte für ein wirklich großartiges Buch. Hab mich glaube ich ein ganz klein wenig in diese Frauen verliebt, in jede einzelne. 😄

4.5

Große Empfehlung! Stößt zum Denken an, mehr als ein Mal.

3.5

Thematisch anders als erwartet

Anfangs dachte ich es sei eher eine Autobiografie, bis … 😄 war ganz angenehm zu lesen. Teilweise hat es sich aber etwas gezogen. Wer einen Roman über die DDR erwartet, ist hier auf jeden Fall falsch. Man bekommt eher einige feministische Eindrücke und soziale Probleme mit etwas Humor beschrieben.

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