Kochen im falschen Jahrhundert
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Description
»Es begann wie einer jener Abende, an denen man Gäste zu sich nach Hause eingeladen hat.« Ein Abendessen mit Freunden: eine einfache Quiche, eine Flasche Crémant, eine Blumenvase mit Feuerlilien. Spotify spielt Women in Jazz , die Freunde spielen ihre jeweiligen Rollen, in ihren Beziehungen, in ihrem Freundeskreis, als Vertreter ihres Milieus. Am dänischen Esstisch diskutieren sie die großen und kleinen Fragen unserer Zeit, verhandeln gegenwärtige Begriffe und Lebensentwürfe. Wie unterscheiden sie sich von ihren Eltern und Großeltern, wie von den früheren Versionen ihrer selbst?
Mit geistreichem Witz und psychologischem Scharfsinn entwirft Teresa Präauer ein Kammerspiel, das mit dem engen Rahmen von fünf Freunden beim Abendessen auskommt und doch ein ganzes Jahrhundert umspannt. Mit Rezepten zum Nachkochen wie die Quiche Lorraine oder auch nur für den Effekt wie die Flasche Heineken.
Book Information
Author Description
Teresa Präauer, geboren 1979, lebt als Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Ihr Debütroman »Für den Herrscher aus Übersee« wurde mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet, ihr Roman »Johnny und Jean« für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Für »Kochen im falschen Jahrhundert« gewann sie den Bremer Literaturpreis, stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises. Teresa Präauer schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine über Kunst, Literatur, Mode und Pop.
Posts
Intensiver Kochabend👩🍳
„Kochen im falschen Jahrhundert“ ist ein seltsames, aber irgendwie doch interessantes Buch. Es erzählt in verschiedenen Versionen die Geschichte einer Dinnerparty. Meist wird aus der Sicht der Gastgeber*innen über alltägliche Dinge, aber auch über Gesellschaft und Politik gesprochen, wobei die Ansichten meist sehr privilegiert dargestellt ist. Was Tamara Präauer definitiv kann, ist, Situationen gestochen scharf zu beschreiben, sodass man sich fühlt, als wäre man selbst beim Dinner anwesend gewesen. Die Beschreibungen des Koch- und Esserlebnisses machen definitiv während des Lesens hungrig. Ansonsten ist das Buch eher gewöhnungsbedürftig.
Verkopfte Dinnerparty am Rande des Wahnsinns
Hier fließt der Cremant wahrlich in Strömen... Aus irgendeinem merkwürdigen Grund macht mir dieses Desaster einer Essenseinladung mit Freunden unglaublich Lust auch für meine Freunde mal wieder den Kochlöffel zu schwingen. Allerdings ohne kulturtheoretische Diskussion und Jazz... dafür mit Quiche und kistenweise Cremant. Dies ist ein bildungsbürgerliches Buch mit viel Blabla, aber es macht dennoch unglaublich Spaß zu lesen. Insbesondere die "und täglich grüßt das Murmeltier" Vibes haben mir Spaß gemacht und hätten ruhig noch etwas wilder ausfallen können.
Ein Kammerspiel. Die gehobene Mittelschicht. Verwirrung. Und sehr, sehr viel Essen.
Als kleines Buch für zwischendurch ist es sicher durchaus machbar. Ihr braucht maximal 1-2 Tage, wenn überhaupt. Die Essens- und Kochbeschreibungen sind durchaus intensiv, kreativ und machen Lust auf mehr. Der Rest ist allerdings etwas wirr. Es ist ein Kammerspiel, das ausschließlich in einer Großstadtwohnung spielt, in dem sich nach 2 Jahren immer noch die Umzugskartons stapeln. Wir haben 5 Hauptfiguren, die nicht näher beschrieben werden und keine Namen haben. Auch ihre Beziehungen zueinander bleiben kaum bis gar nicht erwähnt. Im Mittelpunkt steht ein Dinner. Das immer wieder neu anfängt und immer wieder aus unterschiedlichen Winkeln erzählt wird. Mit Zwischenkapiteln über Essen und Reisen, die nicht so recht reinpassen wollten. Und ich glaube ernsthaft, dass ich zu dumm für dieses Buch bin. Ich hab es einfach nicht verstanden. Vermutlich soll es gesellschaftskritisch, pointiert, modern, ironisch etc. sein. Aber ich hab es einfach nicht verstanden. Weder die Zwischenkapitel mit der „du“ Ansprache, noch die unendlichen Metaphern für Sex, noch warum das Dinner immer wieder von vorne angefangen hat, noch das Ende. Es ist wirklich gut geschrieben, keine Frage. Und es ist kurz und knackig. Und es macht Hunger. Aber bei allem anderen denke ich nur: Was zur Hölle habe ich da gelesen?
Was ist jetzt eigentlich wann passiert? Ist es überhaupt passiert? Vielleicht hat der Crémant auch nur alle Sinne vernebelt und die Quiche ist gar nicht gegessen worden. Oder gab es das Abendessen nur im Traum? Ein sehr angenehm geschriebener und humorvoller Roman über fünf namenlose Freund*innen (die Gastgeberin, der Partner der Gastgeberin, der Schweizer, das Ehepaar), die zu Gast in der Wohnung der Gastgeberin sind und in kurzen Episoden Gedanken, Wünsche und Erinnerungen austauschen; sich aber auch über Alltag, Belanglosigkeiten und Wortklaubereien austauschen. Ein kurzweiliger Roman, den ich sehr genossen habe!
Die Gastgeberin, der Partner, die Ehefrau, der Ehemann und der Schweizer treffen sich zu einer Dinnerparty unter Freunden. Die Gastgeberin hat alles bis ins kleinste Detail geplant. Doch vieles geht schief an diesem Abend und sie, die Gastgeberin, muss so einiges ertragen. Das Ehepaar, das gerade ein Baby bekommen hat, kommt viel zu spät zum Abendessen, der Schweizer ruiniert beim Betreten der Wohnung fast den Fußboden und der Partner begeht einen Fauxpas nach dem anderen. Während die Gastgeberin sich mit einer perfekten Quiche abmüht und Musik von der Spotify-Playlist läuft, steigt der Alkoholpegel aller Anwesenden und zwischenmenschliche Dramen nehmen ihren Lauf. Oh, wie gern war ich bei diesem Abendessen dabei. Ich bin den Vorkommnissen und Gesprächen als stille Beobachterin gefolgt und hab mich dabei prächtig amüsiert. Ich mag Teresa Präauers pointierte Erzählweise, ihren bissigen Humor und die scharfsinnige Beobachtungsgabe. Wie sie den Schein und das Sein und die daraus entstehende Gruppendynamik dieser namenlosen Dinnergesellschaft aus Mitvierzigern einfängt ist einfach nur großartig. Eine kulinarische und äußerst vergnügliche Gesellschaftssatire der ganz besonderen Art!

Im Hamsterrad
(Scheinbare) gesellschaftliche Erwartungen, diskutable Internetphänomene, die Ambivalenz des Fremden, der Druck des Perfektionismus oder die Sehnsucht nach dem „Abenteuer“ in einem ach so geregelten Leben - Mit diesen und vielen anderen mehr oder weniger als „First-World-Problems“ zu bezeichnenden Gedankenstrudeln schlägt sich die Gastgeberin und Protagonistin des Textes über fast 200 Seiten herum. Eigentlich will sie nur ein paar Freunde in die neue Wohnung einladen und etwas Schönes kochen - doch schon während der Vorbereitung und auch im Verlauf des Abends stellen sich Gäste und Gastgeberin den kleinen und großen Fragen des Lebens. Dabei wird unsere Protagonistin mal in alternative Realitäten, die Vergangenheit oder andere Formen der Tagträumerei geworfen, welche etwas Abwechslung in den sonst stilistisch gelungenen aber für mich nicht preisverdächtigen Text brachten. Dass ein ironischer und somit auch kritischer Ton über allen Gedanken und Handlungen liegt, ist teilweise amüsant und daran auch nichts auszusetzen. Für eine erinnerungsträchtige Lektüre blieb mir die Auseinandersetzung jedoch zu oberflächlich, zu elitär und zu unreflektiert. Doch vielleicht ist diese gestalterische Entscheidung auch genau der Finger, der in die Wunde gelegt werden soll. Denn schließlich drehen sich nicht nur die Gedanken, sondern auch der Plot und die Figuren im Kreis um ihren eigenen kleinen und unbedeutenden Kosmos der Wohlstandsgesellschaft.
KOCHEN IM FALSCHEN JAHRHUNDERT Teresa Präauer [Werbung|unbezahlt|Exemplar selbst gekauft] Warum dieses Buch nun für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, bleibt mir ein Rätsel, dabei hatte ich anhand des kulinarischen Titels auf einen Hochgenuss gehofft - Fehlanzeige. Ingredienzen eines Rezeptes vermischen sich mi dem teilweise besserwisserischen Geplänkel von jungen Menschen, die von der „Gastgeberin“ zu einem Abendessen eingeladen wurden. Obwohl es sprachlich fulminant und der Aufbau des Buches grandios ist, konnte mich das Buch vom Inhalt nicht überzeugen. Eher erinnerten mich die Diskussionen an den Deutschen Bundestag (Tolino S. 31: „Man sagt hier übrigens nicht gucken, sondern eine Serie schauen […]“ oder Tolino S. 44: „Seit mehr als einem Jahrzehnt sagt man nicht mehr Studenten, man sagt heute Studierende […]“). Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung. Sollte jemand von euch Interesse haben das Buch mit mir zu tauschen, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Ich habe die ganze Zeit auf die Eskalation gewartet! Aber sie ist ausgeblieben. Oder? Auf 200 Seiten wird ein Abendessen mit Gästen erzählt, ohne dass es langweilig wird. Ich habe es gerne gelesen, fand das Buch unterhaltsam und angenehm ironisch. Aber inhaltlich fand ich es eher belanglos, vielleicht auch einfach nicht meine Welt.
Dieser literarischer Gaumenschmaus macht von der ersten bis zur Seite wahnsinnigen Spaß, denn Teresa Präauer gelingt es mit sprachlicher wie inhaltlicher Genialität eine scheinbare Banalität wie eine Essenseinladung unter Freunden zu einem pointierten wie messerscharfen Gesellschaftsportrait auszudehnen. 🍷

Ein Abendessen mit Freunden - was kann dabei schon schief gehen?
„Kochen im falschen Jahrhundert“ ist eine Satire auf Social-Media-Trends, gesellschaftliche Zwänge und das Erwachsenwerden. Eine namentlich nicht genannte Gastgeberin und ihr Partner versuchen ein befreundetes Ehepaar und einen Schweizer mit Quiche zu bekochen. Das ist auch schon die gesamte Handlung des Buches. Dabei setzt die Autorin mehrmals neu an und erschafft alternative Handlungsstränge zwischen Ideal und Realität. Weder die Gastgeberin noch die Gäste beherrschen ihre zugewiesene Rolle wirklich. Wirklich witzig wird es, wenn die Autorin die aufgesetzte political correctness der Protagonisten aufs Korn nimmt. Das Tischgespräch beherrscht weniger die Frage, was man sagen darf, sondern wie man heutzutage darüber spricht. Eine zentrale Rolle nehmen soziale Medien ein. Sie prägen Saskias der Gastgeberin vom perfekten Abend - dem sie aber nicht entsprechen kann. Beim Lesen fühlte ich mich einige Mal ertappt, weil ich die Gedanken der Gastgeberin so gut nachvollziehen konnte. Einen weiteren Aspekt bringen diverse Oberflächlichkeiten ein. Egal ob Selfie vom Abendessen oder ein Salzstreuer aus einem Horn aus Afrika - alles hat eine Bedeutung und wurde sorgfältig ausgewählt. Die Jazz-Playlist ist für Jazzliebhaber, die keine Ahnung davon haben. So wird - wie bei fast allem an diesem Abend - Geschmack vorgegaukelt. Die Kochschürze pendelt zwischen stylischem Accessoire und altbackenem Hausfrauensymbol. Für mich wirkt das Buch wie ein Aufruf, sich wieder mehr auf den eigentlichen Sinn von Kochen für Freunde zu besinnen: Man verbringt Zeit mit Menschen, die man liebt. Und genau dieser Punkt kommt in diesem Buch sehr gut heraus. Vor lauter Oberflächlichkeiten verkümmern die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Freunde der Gastgeberin finde ich allesamt unsympathisch und ihre Werte aufgesetzt. FAZIT: „Kochen im falschen Jahrhundert“ ist eine tiefsinnige Lektüre mit Witz. Die Autorin zeichnet äußerst gelungen Bilder eines Abends, die ein Gesamtkunstwerk bilden. Wer eine zusammenhängende Handlung möchte, ist bei diesem Buch allerdings falsch.
Ein Gastmahl mit Freunden in einer gutbürgerlichen Wiener Altbauwohnung, eingezwängt zwischen Socialmedia und Political correctness, garniert mit Beschreibungen von Speisenfotos. Interessant, zum Glück kurz
Was will uns die Autorin mit diesen Büchlein wohl sagen? Wie vergänglich Haltungen und Moden sind? Welch neue Erkenntnis! Die Beschreibung der aktuellen Boheme und Ihrer Selbstinszenierung ist auf jeden Fall amüsant. Um tiefer einzusteigen und zur Selbstreflexion zu gelangen, müsste man allerdings all die verwendeten Codes kennen.
Die Autorin hält uns einen Spiegel vor, der einen nicht immer angenehm aussehen lässt. Zum Ende hin war ich versöhnlicher mit diesem Roman, in den ich wirklich schwer reingekommen bin und gerade bis zur Mitte hin, und auch ein bisschen darüber hinaus, null verstanden habe. Was soll das, immer den Ablauf des Abends neu darzustellen? Andere finden das vielleicht spannend, meins war es leider nicht. Ich hätte auch gerne Namen und nicht nur Bezeichnungen, wie z. B. Gastgeberin, gehabt.
Was für ein schönes, amüsantes und kluges Buch! Ein Paar, um die Vierzig. Zum ersten Mal im Leben fühlen sie sich bereit zu einem richtigen feinen Abendessen in ihre neue schicke Wohnung einzuladen. Alles soll perfekt sein. Und dann kommen die Freunde. Bzw kommen sie überhaupt? Oder kommen sie zu spät? Was wirklich an diesem Abend passiert, erfahren wir häppchenweise, im Stil eines Kammerspiels. Hat sehr viel Spaß gemacht!
Kochen im falschen Jahrhundet konnte mich leider so gar nicht begeistern. Ich habe mich ehrlicherweise beim Lesen auch einfach dumm gefühlt weil ich nicht herausfinden konnte was die Autorin mir mit dieser Geschichte erzählen wollte. Man erfährt im ganzen Verlauf des Buches keinen einzigen Namen der Protagonisten, was das ganze anonym macht und ich somit auch überhaupt keinen Zugang zu den Personen gefunden habe. Dier Personen waren mir auch allesamt sowas von unsympathisch. Durch die Besprechung im Lesekreis meiner örtlichen Buchhandlung konnte ich nochmal ganz andere Einblicke und Sichtweisen über das Buch bekommen. Das Buch ist eigentlich ein Kammerspiel. Durch die Besprechung sind nochmal viele Sachen im Buch klarer geworden. Aber trotzdem war es leider so gar nicht meins.

Interessantes Konstrukt & kluge Beobachtungen, aber emotional zu trocken. Eher Experiment als packender Roman.
Meine Erfahrung: Teresa Präauer hat hier ein wirklich ungewöhnliches Buch geschrieben. Die Art und Weise, wie sie ein Abendessen unter Freunden in verschiedenen Variationen durchspielt und die Etikette sowie die Eitelkeiten unserer Zeit zerlegt, ist ein kluges Konstrukt. Man merkt, dass hier eine scharfsinnige Beobachterin am Werk war. Allerdings hat mich das Ganze eher angestrengt als unterhalten. Es fühlte sich mehr wie ein literarisches Experiment an als wie eine Geschichte, in die man eintauchen möchte. Für mich blieb alles sehr theoretisch und konstruiert – eben echtes Mittelfeld: Handwerklich faszinierend, aber der Funke ist nicht übergesprungen. Fazit: Wer Lust auf ein Spiel mit Worten und Perspektiven hat, wird das Konstrukt mögen. Wer eine packende Handlung sucht, wird eher enttäuscht sein.
Gelungene Episode eines Abends unter Freunden
Was wie der Titel eines Kochbuchs klingt entpuppt sich als kleine Gesellschaftsstudie rund um einen Esstisch. Wir treffen auf mehrere Personen, die von der Gastgeberin zu einem Abendessen geladen wurden. Namen erfahren wir nicht, nur den Status, ob sie z.B. Ehemann, Schweizer, oder Partner der Gastgeberin sind. Der ganze Abend läuft hier wie ein Kinofilm für uns ab (Oder sind es sogar mehrere Abende? Oder gibt es den Abend noch gar nicht? Wer weiß das schon?). Wir bereiten die Speisen zu, lauschen den Gesprächen und den Gedanken, wir sind mit auf dem Selfie, erfahren die Sehnsüchte und verworfenen Lebenspläne. Und der Cremant fließt in Strömen! Die Gastgeberin steht im Zentrum der Geschichte und nicht immer läuft alles so, wie sie es gerne hätte. Ein Essen vor- und zuzubereiten, gleichzeitig darauf aufzupassen, dass die Gäste gut versorgt sind, sich nicht ärgern, wenn etwas kaputt geht, Alkohol zu trinken und dabei seine Würde zu behalten, ist gar nicht so einfach. Gesellschaftspolitische Themen werden nur angedeutet. Speisen hingegen spielen eine große Rolle. Dabei ist diese Erzählung keine Kalorienbombe, die einen so sättigt, dass man bald platzt. Nein, in kleinen, feinen Kapiteln kommen die Geschichten wie Appetithäppchen daher, die manchmal mehr und manchmal weniger gehaltvoll sind. Eher ein ganz gut ausgewogenes Menü. Und wenn es mal was schwieriger wird nehmen wir einen Schluck Wein oder stürzen eine Kräuterlikör hinunter. Teresa Präauer schafft es den Wohlstandsverwöhnten unter uns den Spiegel vor zu halten, indem sie Foodporn vor bröckelnde Beziehungsfassaden schiebt und noch nicht leergeräumte Bananenkisten mit dänischem Design kaschiert. Eine interessante Menagerie (ich mochte den Schweizer besonders), die einen großen Sog auf mich ausgeübt hat, nicht allein nur, aber auch wegen der fantastischen sprachlichen Stärke der Autorin. Eine große Leseempfehlung für diejenigen unter Euch, die sich auf ein tragikomisches Essen unter „Freunden“ einlassen können.
Hunger- und Nostalgiegefühl
Überkam mich während des Lesens. (Tipp: Häppchen bereit halten, NICHT zur Schlafenszeit lesen!) Beides hatte ICH persönlich eben nicht befolgt.... Jedenfalls hinderte mich nur der Schlaf daran, es "in- einem- Zug" zu verschlingen. Obwohl das Thema Essen- die Zubereitung davon- die Einladungen dazu, nicht unbedingt spannend ist, die Verpackung des Themas eben doch. Ich fühlte mich beim lesen wie eine Beobachterin einer skurrilen Szene, als wäre ich in Shakespeares Mitternachtstraum gelandet. Es war wie in diesem Traum einzutauchen, zwischen Fiktion / Vorstellungskraft und der Realität. Nicht klar wo das Eine beginnt und das Andere aufhört. Das machte es so.... fesselnd. Fast unmöglich wieder mit dem Lesen aufzuhören. Ich empfand es als außergewöhnlich und ABSOLUT LESENSWERT.

"Wieso sagten die Menschen in letzter Zeit so gern alles gut? Wieso fragten sie: Alles gut? Wieso lautete die Reaktion auf Fragen, Wünsche und Aggression stets: Alles gut? Wo doch eigentlich sehr wenig einfach gut war, fast gar nichts. Was ist alles nicht gut, das wäre die Frage, die man stellen könnte." Anfangs dachte ich, mich ereilt ein weiterer literarischer Flop. Denn bisher konnte mich keins der Bücher überzeugen, die für den deutschen Buchpreis nominiert waren. Auch "Kochen im falschen Jahrhundert" ist für mich nun kein Highlight, dennoch konnte ich mich in einigen Anekdoten wieder erkennen und das war doch sehr amüsant und hat mir gefallen.
Unpersönlich gehaltenes Kammerspiel (?) einer Esseneinladung eines Paares für ein paar Freunde, was mit reichlich Alkohol, etwas Essen zu einem pikanten Abend wird. Die Personen werden nicht benannt sondern bekommen Funktionsbezeichungen ("Die Gastgeberin", "Der Ehemann", "Der Schweizer, "Die Amerikaner"). Erst verspäten sich die Gäste, dann kommen noch ungeladene hinzu und es wird eine philosophische Betrachtung von Essen, Gesellschaften, Erwartungen. Es wird viel getrunken und philosophiert und am Ende werden sexuelle Handlungen angedeutet. Vieles bleibt in Andeutungen, aber insgesamt recht unterhaltsam. Buch#2 der Longlist
Fünf namenlose Freund*innen aus der gehobenen Mittelschicht, im Leben angekommen und für ein nettes Abendessen verabredet. In einem Kammerspiel auf ca. 200 Seiten lotet Teresa Präauer drei verschiedene Szenarien eines solchen Abends aus. Beim Lesen merke ich immer wieder, dass diese Art des geselligen Beisammenseins mit passiv-aggressiven Geplänkels gepaart mit schicken Fotos für Instagram und Spießbürger Attitüde nicht meine Welt ist. Ich verstehe die Codes nicht und möchte es auch nicht. Zu viel Schein und zu wenig Sein. Die ganze Zeit denke ich alle wären glücklicher gewesen, wenn sie sich eine Pizza bestellt hätten oder sich wirklich mögen, würden. Trotzdem ist das Buch unterhaltsam. Eine elegante-bissige Kritik an der Mittelschicht und deren mitunter wichtigtuerischen Gebaren.
Wenn man auf Krampf ein „intellektuelles“ Werk schreiben möchte…
Kochen im falschen Jahrhundert präsentiert sich als tiefgründiges Werk, das mit historischen und kulturellen Bezügen spielt – doch leider bleibt es für mich ein Paradebeispiel für Pseudointellektualität. Das Buch versucht krampfhaft, klug zu wirken, verliert sich dabei aber in ausufernden, oft ziellosen Gedankengängen. Ein klarer Handlungsstrang? Fehlanzeige. Stattdessen hangelt sich der Text von Szene zu Szene, ohne dass echte Spannung oder erzählerischer Fluss entsteht. Was stilistisch anspruchsvoll wirken soll, wird schnell zur anstrengenden Lektüre – langatmig, überladen und ohne emotionalen Zugang. Inhaltlich bleibt vieles vage, Figuren und Themen wirken unnahbar oder überkonstruiert. Es entsteht der Eindruck, dass mehr Wert auf sprachliche Selbstdarstellung gelegt wurde als auf Substanz oder Lesbarkeit. Insgesamt ein Buch, das mehr verspricht, als es hält – weder literarisch fesselnd noch intellektuell überzeugend. Für Leser:innen, die eine klare Geschichte und echten Tiefgang suchen, ist Kochen im falschen Jahrhundert leider keine Empfehlung.
Ungewöhnlicher Schreib- Erzählstil. Manche Kapitel in zweiter Person Singular geschrieben, damit habe ich immer Probleme. Protagonisten haben keine Namen sondern nur Bezeichnungen: "Der Schweizer", "Die Gastgeberin", der "Liebhaber", der "Ehemann" manche kamen mir vor wie eine Person und ich kam durcheinander. Die Gesellschaftskritik, die wirklich jedem Satz zu Grunde lag, war passend aber gleichzeitig dadurch anstrengend. Die Beschreibung des Essens als Metapher klar, aber auch wieder nicht klar an jeder Stelle. Die Orgie am Ende anhand von Essen zu beschreiben dann eine Enttäuschung irgendwie - da es irgendwie dann das einzige war, was wirklich passiert. Einfach nicht mein Buch durch den Stil.
Trotz zum Teil sehr begeisterter Rezensionen konnte ich mich nicht so gänzlich mit diesem Buch anfreunden. In der Tat: die Darstellung des Bildungsbürgertums, dass sich durch feine Details und Handlungen in Szene setzt, ist bisweilen wirklich sehr unterhaltsam, gerade weil man Bekannte, Freunde oder auch sich selbst hier wiederfindet. Die Beschreibung dieser feinen Unterschiede ist ebenso fein wie die beschriebenen Unterschiede selbst, und doch werden sie trotz oder dank der Subtilität sichtbar. Dies ist eindeutig die Stärke des Buches. Die sentimental angehauchten Einsprengsel mit Erinnerungen an frühere Kocherfahrungen bleiben allerdings ein bisschen ein Fremdkörper im Text und langweilen fast etwas auf Dauer. Unklar bleibt insbesondere auch, was der Bruch in der Mitte des Romans bewirken soll, der den Text in ein hypothetisches und ein tatsächlich im “Internetzeitalter” stattfindendes Szenario einteilt. Darüber hinaus ist der Roman eine Millieustudie übers Bildungsbürgertum, geschrieben durch eine Vertreterin des Bildungsbürgertums und gerichtet an eine bildungsbürgerliche Leserschaft. Hier könnte ein kritisches Potential in der Reflexion des eigenen Beitrags zu unserer heutigen Malaise liegen (ein Beispiel wäre die enorme Selbstbezogenheit). Allerdings scheint eher Gegenteiliges der Fall zu sein: die ironische Spiegelung trägt nicht zum überdenken der eigenen Rolle bei, sondern sie dient als Schutzschild, um genauso weiterzumachen, wie bisher. Man lacht bisschen über sich und lädt dann - wie auch die Protagonistin am Ende des Romans - zum nächsten prätentiösen Kochabend ein. Der Roman passt hier gut zu der popkulturell und in sozialen Medien omnipräsenten Ironie, die vor allem dazu dient, das trotzdem machen zu können, was man ironisch kritisiert, und Ausdruck einer Angst vor notwendigen Konsequenzen ist. Die Ironie, die wenigstens noch den Moment des über sich selbst lachen in sich hat, kippt im Roman dann zum Teil gar in Selbstbestätigung. Das passiert zum Beispiel, wenn Pierre Bourdieus “Die feinen Unterschiede” einen kleinen Cameo-Auftritt hat und der lesende Bildungsbürger sich nun selbstzufrieden auf die Schulter klopfen kann, weil er schon von Anfang an durchschaut hatte, dass in diesem Roman Bourdieu drinnen steckt. Alles in allem ein zweifelsfrei amüsanter Roman, sicherlich gut geeignet als Urlaubslektüre (insbesondere im Ferienhaus in der Toscana), mehr aber auch nicht.
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»Es begann wie einer jener Abende, an denen man Gäste zu sich nach Hause eingeladen hat.« Ein Abendessen mit Freunden: eine einfache Quiche, eine Flasche Crémant, eine Blumenvase mit Feuerlilien. Spotify spielt Women in Jazz , die Freunde spielen ihre jeweiligen Rollen, in ihren Beziehungen, in ihrem Freundeskreis, als Vertreter ihres Milieus. Am dänischen Esstisch diskutieren sie die großen und kleinen Fragen unserer Zeit, verhandeln gegenwärtige Begriffe und Lebensentwürfe. Wie unterscheiden sie sich von ihren Eltern und Großeltern, wie von den früheren Versionen ihrer selbst?
Mit geistreichem Witz und psychologischem Scharfsinn entwirft Teresa Präauer ein Kammerspiel, das mit dem engen Rahmen von fünf Freunden beim Abendessen auskommt und doch ein ganzes Jahrhundert umspannt. Mit Rezepten zum Nachkochen wie die Quiche Lorraine oder auch nur für den Effekt wie die Flasche Heineken.
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Author Description
Teresa Präauer, geboren 1979, lebt als Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Ihr Debütroman »Für den Herrscher aus Übersee« wurde mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet, ihr Roman »Johnny und Jean« für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Für »Kochen im falschen Jahrhundert« gewann sie den Bremer Literaturpreis, stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises. Teresa Präauer schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine über Kunst, Literatur, Mode und Pop.
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Intensiver Kochabend👩🍳
„Kochen im falschen Jahrhundert“ ist ein seltsames, aber irgendwie doch interessantes Buch. Es erzählt in verschiedenen Versionen die Geschichte einer Dinnerparty. Meist wird aus der Sicht der Gastgeber*innen über alltägliche Dinge, aber auch über Gesellschaft und Politik gesprochen, wobei die Ansichten meist sehr privilegiert dargestellt ist. Was Tamara Präauer definitiv kann, ist, Situationen gestochen scharf zu beschreiben, sodass man sich fühlt, als wäre man selbst beim Dinner anwesend gewesen. Die Beschreibungen des Koch- und Esserlebnisses machen definitiv während des Lesens hungrig. Ansonsten ist das Buch eher gewöhnungsbedürftig.
Verkopfte Dinnerparty am Rande des Wahnsinns
Hier fließt der Cremant wahrlich in Strömen... Aus irgendeinem merkwürdigen Grund macht mir dieses Desaster einer Essenseinladung mit Freunden unglaublich Lust auch für meine Freunde mal wieder den Kochlöffel zu schwingen. Allerdings ohne kulturtheoretische Diskussion und Jazz... dafür mit Quiche und kistenweise Cremant. Dies ist ein bildungsbürgerliches Buch mit viel Blabla, aber es macht dennoch unglaublich Spaß zu lesen. Insbesondere die "und täglich grüßt das Murmeltier" Vibes haben mir Spaß gemacht und hätten ruhig noch etwas wilder ausfallen können.
Ein Kammerspiel. Die gehobene Mittelschicht. Verwirrung. Und sehr, sehr viel Essen.
Als kleines Buch für zwischendurch ist es sicher durchaus machbar. Ihr braucht maximal 1-2 Tage, wenn überhaupt. Die Essens- und Kochbeschreibungen sind durchaus intensiv, kreativ und machen Lust auf mehr. Der Rest ist allerdings etwas wirr. Es ist ein Kammerspiel, das ausschließlich in einer Großstadtwohnung spielt, in dem sich nach 2 Jahren immer noch die Umzugskartons stapeln. Wir haben 5 Hauptfiguren, die nicht näher beschrieben werden und keine Namen haben. Auch ihre Beziehungen zueinander bleiben kaum bis gar nicht erwähnt. Im Mittelpunkt steht ein Dinner. Das immer wieder neu anfängt und immer wieder aus unterschiedlichen Winkeln erzählt wird. Mit Zwischenkapiteln über Essen und Reisen, die nicht so recht reinpassen wollten. Und ich glaube ernsthaft, dass ich zu dumm für dieses Buch bin. Ich hab es einfach nicht verstanden. Vermutlich soll es gesellschaftskritisch, pointiert, modern, ironisch etc. sein. Aber ich hab es einfach nicht verstanden. Weder die Zwischenkapitel mit der „du“ Ansprache, noch die unendlichen Metaphern für Sex, noch warum das Dinner immer wieder von vorne angefangen hat, noch das Ende. Es ist wirklich gut geschrieben, keine Frage. Und es ist kurz und knackig. Und es macht Hunger. Aber bei allem anderen denke ich nur: Was zur Hölle habe ich da gelesen?
Was ist jetzt eigentlich wann passiert? Ist es überhaupt passiert? Vielleicht hat der Crémant auch nur alle Sinne vernebelt und die Quiche ist gar nicht gegessen worden. Oder gab es das Abendessen nur im Traum? Ein sehr angenehm geschriebener und humorvoller Roman über fünf namenlose Freund*innen (die Gastgeberin, der Partner der Gastgeberin, der Schweizer, das Ehepaar), die zu Gast in der Wohnung der Gastgeberin sind und in kurzen Episoden Gedanken, Wünsche und Erinnerungen austauschen; sich aber auch über Alltag, Belanglosigkeiten und Wortklaubereien austauschen. Ein kurzweiliger Roman, den ich sehr genossen habe!
Die Gastgeberin, der Partner, die Ehefrau, der Ehemann und der Schweizer treffen sich zu einer Dinnerparty unter Freunden. Die Gastgeberin hat alles bis ins kleinste Detail geplant. Doch vieles geht schief an diesem Abend und sie, die Gastgeberin, muss so einiges ertragen. Das Ehepaar, das gerade ein Baby bekommen hat, kommt viel zu spät zum Abendessen, der Schweizer ruiniert beim Betreten der Wohnung fast den Fußboden und der Partner begeht einen Fauxpas nach dem anderen. Während die Gastgeberin sich mit einer perfekten Quiche abmüht und Musik von der Spotify-Playlist läuft, steigt der Alkoholpegel aller Anwesenden und zwischenmenschliche Dramen nehmen ihren Lauf. Oh, wie gern war ich bei diesem Abendessen dabei. Ich bin den Vorkommnissen und Gesprächen als stille Beobachterin gefolgt und hab mich dabei prächtig amüsiert. Ich mag Teresa Präauers pointierte Erzählweise, ihren bissigen Humor und die scharfsinnige Beobachtungsgabe. Wie sie den Schein und das Sein und die daraus entstehende Gruppendynamik dieser namenlosen Dinnergesellschaft aus Mitvierzigern einfängt ist einfach nur großartig. Eine kulinarische und äußerst vergnügliche Gesellschaftssatire der ganz besonderen Art!

Im Hamsterrad
(Scheinbare) gesellschaftliche Erwartungen, diskutable Internetphänomene, die Ambivalenz des Fremden, der Druck des Perfektionismus oder die Sehnsucht nach dem „Abenteuer“ in einem ach so geregelten Leben - Mit diesen und vielen anderen mehr oder weniger als „First-World-Problems“ zu bezeichnenden Gedankenstrudeln schlägt sich die Gastgeberin und Protagonistin des Textes über fast 200 Seiten herum. Eigentlich will sie nur ein paar Freunde in die neue Wohnung einladen und etwas Schönes kochen - doch schon während der Vorbereitung und auch im Verlauf des Abends stellen sich Gäste und Gastgeberin den kleinen und großen Fragen des Lebens. Dabei wird unsere Protagonistin mal in alternative Realitäten, die Vergangenheit oder andere Formen der Tagträumerei geworfen, welche etwas Abwechslung in den sonst stilistisch gelungenen aber für mich nicht preisverdächtigen Text brachten. Dass ein ironischer und somit auch kritischer Ton über allen Gedanken und Handlungen liegt, ist teilweise amüsant und daran auch nichts auszusetzen. Für eine erinnerungsträchtige Lektüre blieb mir die Auseinandersetzung jedoch zu oberflächlich, zu elitär und zu unreflektiert. Doch vielleicht ist diese gestalterische Entscheidung auch genau der Finger, der in die Wunde gelegt werden soll. Denn schließlich drehen sich nicht nur die Gedanken, sondern auch der Plot und die Figuren im Kreis um ihren eigenen kleinen und unbedeutenden Kosmos der Wohlstandsgesellschaft.
KOCHEN IM FALSCHEN JAHRHUNDERT Teresa Präauer [Werbung|unbezahlt|Exemplar selbst gekauft] Warum dieses Buch nun für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, bleibt mir ein Rätsel, dabei hatte ich anhand des kulinarischen Titels auf einen Hochgenuss gehofft - Fehlanzeige. Ingredienzen eines Rezeptes vermischen sich mi dem teilweise besserwisserischen Geplänkel von jungen Menschen, die von der „Gastgeberin“ zu einem Abendessen eingeladen wurden. Obwohl es sprachlich fulminant und der Aufbau des Buches grandios ist, konnte mich das Buch vom Inhalt nicht überzeugen. Eher erinnerten mich die Diskussionen an den Deutschen Bundestag (Tolino S. 31: „Man sagt hier übrigens nicht gucken, sondern eine Serie schauen […]“ oder Tolino S. 44: „Seit mehr als einem Jahrzehnt sagt man nicht mehr Studenten, man sagt heute Studierende […]“). Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung. Sollte jemand von euch Interesse haben das Buch mit mir zu tauschen, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Ich habe die ganze Zeit auf die Eskalation gewartet! Aber sie ist ausgeblieben. Oder? Auf 200 Seiten wird ein Abendessen mit Gästen erzählt, ohne dass es langweilig wird. Ich habe es gerne gelesen, fand das Buch unterhaltsam und angenehm ironisch. Aber inhaltlich fand ich es eher belanglos, vielleicht auch einfach nicht meine Welt.
Dieser literarischer Gaumenschmaus macht von der ersten bis zur Seite wahnsinnigen Spaß, denn Teresa Präauer gelingt es mit sprachlicher wie inhaltlicher Genialität eine scheinbare Banalität wie eine Essenseinladung unter Freunden zu einem pointierten wie messerscharfen Gesellschaftsportrait auszudehnen. 🍷

Ein Abendessen mit Freunden - was kann dabei schon schief gehen?
„Kochen im falschen Jahrhundert“ ist eine Satire auf Social-Media-Trends, gesellschaftliche Zwänge und das Erwachsenwerden. Eine namentlich nicht genannte Gastgeberin und ihr Partner versuchen ein befreundetes Ehepaar und einen Schweizer mit Quiche zu bekochen. Das ist auch schon die gesamte Handlung des Buches. Dabei setzt die Autorin mehrmals neu an und erschafft alternative Handlungsstränge zwischen Ideal und Realität. Weder die Gastgeberin noch die Gäste beherrschen ihre zugewiesene Rolle wirklich. Wirklich witzig wird es, wenn die Autorin die aufgesetzte political correctness der Protagonisten aufs Korn nimmt. Das Tischgespräch beherrscht weniger die Frage, was man sagen darf, sondern wie man heutzutage darüber spricht. Eine zentrale Rolle nehmen soziale Medien ein. Sie prägen Saskias der Gastgeberin vom perfekten Abend - dem sie aber nicht entsprechen kann. Beim Lesen fühlte ich mich einige Mal ertappt, weil ich die Gedanken der Gastgeberin so gut nachvollziehen konnte. Einen weiteren Aspekt bringen diverse Oberflächlichkeiten ein. Egal ob Selfie vom Abendessen oder ein Salzstreuer aus einem Horn aus Afrika - alles hat eine Bedeutung und wurde sorgfältig ausgewählt. Die Jazz-Playlist ist für Jazzliebhaber, die keine Ahnung davon haben. So wird - wie bei fast allem an diesem Abend - Geschmack vorgegaukelt. Die Kochschürze pendelt zwischen stylischem Accessoire und altbackenem Hausfrauensymbol. Für mich wirkt das Buch wie ein Aufruf, sich wieder mehr auf den eigentlichen Sinn von Kochen für Freunde zu besinnen: Man verbringt Zeit mit Menschen, die man liebt. Und genau dieser Punkt kommt in diesem Buch sehr gut heraus. Vor lauter Oberflächlichkeiten verkümmern die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Freunde der Gastgeberin finde ich allesamt unsympathisch und ihre Werte aufgesetzt. FAZIT: „Kochen im falschen Jahrhundert“ ist eine tiefsinnige Lektüre mit Witz. Die Autorin zeichnet äußerst gelungen Bilder eines Abends, die ein Gesamtkunstwerk bilden. Wer eine zusammenhängende Handlung möchte, ist bei diesem Buch allerdings falsch.
Ein Gastmahl mit Freunden in einer gutbürgerlichen Wiener Altbauwohnung, eingezwängt zwischen Socialmedia und Political correctness, garniert mit Beschreibungen von Speisenfotos. Interessant, zum Glück kurz
Was will uns die Autorin mit diesen Büchlein wohl sagen? Wie vergänglich Haltungen und Moden sind? Welch neue Erkenntnis! Die Beschreibung der aktuellen Boheme und Ihrer Selbstinszenierung ist auf jeden Fall amüsant. Um tiefer einzusteigen und zur Selbstreflexion zu gelangen, müsste man allerdings all die verwendeten Codes kennen.
Die Autorin hält uns einen Spiegel vor, der einen nicht immer angenehm aussehen lässt. Zum Ende hin war ich versöhnlicher mit diesem Roman, in den ich wirklich schwer reingekommen bin und gerade bis zur Mitte hin, und auch ein bisschen darüber hinaus, null verstanden habe. Was soll das, immer den Ablauf des Abends neu darzustellen? Andere finden das vielleicht spannend, meins war es leider nicht. Ich hätte auch gerne Namen und nicht nur Bezeichnungen, wie z. B. Gastgeberin, gehabt.
Was für ein schönes, amüsantes und kluges Buch! Ein Paar, um die Vierzig. Zum ersten Mal im Leben fühlen sie sich bereit zu einem richtigen feinen Abendessen in ihre neue schicke Wohnung einzuladen. Alles soll perfekt sein. Und dann kommen die Freunde. Bzw kommen sie überhaupt? Oder kommen sie zu spät? Was wirklich an diesem Abend passiert, erfahren wir häppchenweise, im Stil eines Kammerspiels. Hat sehr viel Spaß gemacht!
Kochen im falschen Jahrhundet konnte mich leider so gar nicht begeistern. Ich habe mich ehrlicherweise beim Lesen auch einfach dumm gefühlt weil ich nicht herausfinden konnte was die Autorin mir mit dieser Geschichte erzählen wollte. Man erfährt im ganzen Verlauf des Buches keinen einzigen Namen der Protagonisten, was das ganze anonym macht und ich somit auch überhaupt keinen Zugang zu den Personen gefunden habe. Dier Personen waren mir auch allesamt sowas von unsympathisch. Durch die Besprechung im Lesekreis meiner örtlichen Buchhandlung konnte ich nochmal ganz andere Einblicke und Sichtweisen über das Buch bekommen. Das Buch ist eigentlich ein Kammerspiel. Durch die Besprechung sind nochmal viele Sachen im Buch klarer geworden. Aber trotzdem war es leider so gar nicht meins.

Interessantes Konstrukt & kluge Beobachtungen, aber emotional zu trocken. Eher Experiment als packender Roman.
Meine Erfahrung: Teresa Präauer hat hier ein wirklich ungewöhnliches Buch geschrieben. Die Art und Weise, wie sie ein Abendessen unter Freunden in verschiedenen Variationen durchspielt und die Etikette sowie die Eitelkeiten unserer Zeit zerlegt, ist ein kluges Konstrukt. Man merkt, dass hier eine scharfsinnige Beobachterin am Werk war. Allerdings hat mich das Ganze eher angestrengt als unterhalten. Es fühlte sich mehr wie ein literarisches Experiment an als wie eine Geschichte, in die man eintauchen möchte. Für mich blieb alles sehr theoretisch und konstruiert – eben echtes Mittelfeld: Handwerklich faszinierend, aber der Funke ist nicht übergesprungen. Fazit: Wer Lust auf ein Spiel mit Worten und Perspektiven hat, wird das Konstrukt mögen. Wer eine packende Handlung sucht, wird eher enttäuscht sein.
Gelungene Episode eines Abends unter Freunden
Was wie der Titel eines Kochbuchs klingt entpuppt sich als kleine Gesellschaftsstudie rund um einen Esstisch. Wir treffen auf mehrere Personen, die von der Gastgeberin zu einem Abendessen geladen wurden. Namen erfahren wir nicht, nur den Status, ob sie z.B. Ehemann, Schweizer, oder Partner der Gastgeberin sind. Der ganze Abend läuft hier wie ein Kinofilm für uns ab (Oder sind es sogar mehrere Abende? Oder gibt es den Abend noch gar nicht? Wer weiß das schon?). Wir bereiten die Speisen zu, lauschen den Gesprächen und den Gedanken, wir sind mit auf dem Selfie, erfahren die Sehnsüchte und verworfenen Lebenspläne. Und der Cremant fließt in Strömen! Die Gastgeberin steht im Zentrum der Geschichte und nicht immer läuft alles so, wie sie es gerne hätte. Ein Essen vor- und zuzubereiten, gleichzeitig darauf aufzupassen, dass die Gäste gut versorgt sind, sich nicht ärgern, wenn etwas kaputt geht, Alkohol zu trinken und dabei seine Würde zu behalten, ist gar nicht so einfach. Gesellschaftspolitische Themen werden nur angedeutet. Speisen hingegen spielen eine große Rolle. Dabei ist diese Erzählung keine Kalorienbombe, die einen so sättigt, dass man bald platzt. Nein, in kleinen, feinen Kapiteln kommen die Geschichten wie Appetithäppchen daher, die manchmal mehr und manchmal weniger gehaltvoll sind. Eher ein ganz gut ausgewogenes Menü. Und wenn es mal was schwieriger wird nehmen wir einen Schluck Wein oder stürzen eine Kräuterlikör hinunter. Teresa Präauer schafft es den Wohlstandsverwöhnten unter uns den Spiegel vor zu halten, indem sie Foodporn vor bröckelnde Beziehungsfassaden schiebt und noch nicht leergeräumte Bananenkisten mit dänischem Design kaschiert. Eine interessante Menagerie (ich mochte den Schweizer besonders), die einen großen Sog auf mich ausgeübt hat, nicht allein nur, aber auch wegen der fantastischen sprachlichen Stärke der Autorin. Eine große Leseempfehlung für diejenigen unter Euch, die sich auf ein tragikomisches Essen unter „Freunden“ einlassen können.
Hunger- und Nostalgiegefühl
Überkam mich während des Lesens. (Tipp: Häppchen bereit halten, NICHT zur Schlafenszeit lesen!) Beides hatte ICH persönlich eben nicht befolgt.... Jedenfalls hinderte mich nur der Schlaf daran, es "in- einem- Zug" zu verschlingen. Obwohl das Thema Essen- die Zubereitung davon- die Einladungen dazu, nicht unbedingt spannend ist, die Verpackung des Themas eben doch. Ich fühlte mich beim lesen wie eine Beobachterin einer skurrilen Szene, als wäre ich in Shakespeares Mitternachtstraum gelandet. Es war wie in diesem Traum einzutauchen, zwischen Fiktion / Vorstellungskraft und der Realität. Nicht klar wo das Eine beginnt und das Andere aufhört. Das machte es so.... fesselnd. Fast unmöglich wieder mit dem Lesen aufzuhören. Ich empfand es als außergewöhnlich und ABSOLUT LESENSWERT.

"Wieso sagten die Menschen in letzter Zeit so gern alles gut? Wieso fragten sie: Alles gut? Wieso lautete die Reaktion auf Fragen, Wünsche und Aggression stets: Alles gut? Wo doch eigentlich sehr wenig einfach gut war, fast gar nichts. Was ist alles nicht gut, das wäre die Frage, die man stellen könnte." Anfangs dachte ich, mich ereilt ein weiterer literarischer Flop. Denn bisher konnte mich keins der Bücher überzeugen, die für den deutschen Buchpreis nominiert waren. Auch "Kochen im falschen Jahrhundert" ist für mich nun kein Highlight, dennoch konnte ich mich in einigen Anekdoten wieder erkennen und das war doch sehr amüsant und hat mir gefallen.
Unpersönlich gehaltenes Kammerspiel (?) einer Esseneinladung eines Paares für ein paar Freunde, was mit reichlich Alkohol, etwas Essen zu einem pikanten Abend wird. Die Personen werden nicht benannt sondern bekommen Funktionsbezeichungen ("Die Gastgeberin", "Der Ehemann", "Der Schweizer, "Die Amerikaner"). Erst verspäten sich die Gäste, dann kommen noch ungeladene hinzu und es wird eine philosophische Betrachtung von Essen, Gesellschaften, Erwartungen. Es wird viel getrunken und philosophiert und am Ende werden sexuelle Handlungen angedeutet. Vieles bleibt in Andeutungen, aber insgesamt recht unterhaltsam. Buch#2 der Longlist
Fünf namenlose Freund*innen aus der gehobenen Mittelschicht, im Leben angekommen und für ein nettes Abendessen verabredet. In einem Kammerspiel auf ca. 200 Seiten lotet Teresa Präauer drei verschiedene Szenarien eines solchen Abends aus. Beim Lesen merke ich immer wieder, dass diese Art des geselligen Beisammenseins mit passiv-aggressiven Geplänkels gepaart mit schicken Fotos für Instagram und Spießbürger Attitüde nicht meine Welt ist. Ich verstehe die Codes nicht und möchte es auch nicht. Zu viel Schein und zu wenig Sein. Die ganze Zeit denke ich alle wären glücklicher gewesen, wenn sie sich eine Pizza bestellt hätten oder sich wirklich mögen, würden. Trotzdem ist das Buch unterhaltsam. Eine elegante-bissige Kritik an der Mittelschicht und deren mitunter wichtigtuerischen Gebaren.
Wenn man auf Krampf ein „intellektuelles“ Werk schreiben möchte…
Kochen im falschen Jahrhundert präsentiert sich als tiefgründiges Werk, das mit historischen und kulturellen Bezügen spielt – doch leider bleibt es für mich ein Paradebeispiel für Pseudointellektualität. Das Buch versucht krampfhaft, klug zu wirken, verliert sich dabei aber in ausufernden, oft ziellosen Gedankengängen. Ein klarer Handlungsstrang? Fehlanzeige. Stattdessen hangelt sich der Text von Szene zu Szene, ohne dass echte Spannung oder erzählerischer Fluss entsteht. Was stilistisch anspruchsvoll wirken soll, wird schnell zur anstrengenden Lektüre – langatmig, überladen und ohne emotionalen Zugang. Inhaltlich bleibt vieles vage, Figuren und Themen wirken unnahbar oder überkonstruiert. Es entsteht der Eindruck, dass mehr Wert auf sprachliche Selbstdarstellung gelegt wurde als auf Substanz oder Lesbarkeit. Insgesamt ein Buch, das mehr verspricht, als es hält – weder literarisch fesselnd noch intellektuell überzeugend. Für Leser:innen, die eine klare Geschichte und echten Tiefgang suchen, ist Kochen im falschen Jahrhundert leider keine Empfehlung.
Ungewöhnlicher Schreib- Erzählstil. Manche Kapitel in zweiter Person Singular geschrieben, damit habe ich immer Probleme. Protagonisten haben keine Namen sondern nur Bezeichnungen: "Der Schweizer", "Die Gastgeberin", der "Liebhaber", der "Ehemann" manche kamen mir vor wie eine Person und ich kam durcheinander. Die Gesellschaftskritik, die wirklich jedem Satz zu Grunde lag, war passend aber gleichzeitig dadurch anstrengend. Die Beschreibung des Essens als Metapher klar, aber auch wieder nicht klar an jeder Stelle. Die Orgie am Ende anhand von Essen zu beschreiben dann eine Enttäuschung irgendwie - da es irgendwie dann das einzige war, was wirklich passiert. Einfach nicht mein Buch durch den Stil.
Trotz zum Teil sehr begeisterter Rezensionen konnte ich mich nicht so gänzlich mit diesem Buch anfreunden. In der Tat: die Darstellung des Bildungsbürgertums, dass sich durch feine Details und Handlungen in Szene setzt, ist bisweilen wirklich sehr unterhaltsam, gerade weil man Bekannte, Freunde oder auch sich selbst hier wiederfindet. Die Beschreibung dieser feinen Unterschiede ist ebenso fein wie die beschriebenen Unterschiede selbst, und doch werden sie trotz oder dank der Subtilität sichtbar. Dies ist eindeutig die Stärke des Buches. Die sentimental angehauchten Einsprengsel mit Erinnerungen an frühere Kocherfahrungen bleiben allerdings ein bisschen ein Fremdkörper im Text und langweilen fast etwas auf Dauer. Unklar bleibt insbesondere auch, was der Bruch in der Mitte des Romans bewirken soll, der den Text in ein hypothetisches und ein tatsächlich im “Internetzeitalter” stattfindendes Szenario einteilt. Darüber hinaus ist der Roman eine Millieustudie übers Bildungsbürgertum, geschrieben durch eine Vertreterin des Bildungsbürgertums und gerichtet an eine bildungsbürgerliche Leserschaft. Hier könnte ein kritisches Potential in der Reflexion des eigenen Beitrags zu unserer heutigen Malaise liegen (ein Beispiel wäre die enorme Selbstbezogenheit). Allerdings scheint eher Gegenteiliges der Fall zu sein: die ironische Spiegelung trägt nicht zum überdenken der eigenen Rolle bei, sondern sie dient als Schutzschild, um genauso weiterzumachen, wie bisher. Man lacht bisschen über sich und lädt dann - wie auch die Protagonistin am Ende des Romans - zum nächsten prätentiösen Kochabend ein. Der Roman passt hier gut zu der popkulturell und in sozialen Medien omnipräsenten Ironie, die vor allem dazu dient, das trotzdem machen zu können, was man ironisch kritisiert, und Ausdruck einer Angst vor notwendigen Konsequenzen ist. Die Ironie, die wenigstens noch den Moment des über sich selbst lachen in sich hat, kippt im Roman dann zum Teil gar in Selbstbestätigung. Das passiert zum Beispiel, wenn Pierre Bourdieus “Die feinen Unterschiede” einen kleinen Cameo-Auftritt hat und der lesende Bildungsbürger sich nun selbstzufrieden auf die Schulter klopfen kann, weil er schon von Anfang an durchschaut hatte, dass in diesem Roman Bourdieu drinnen steckt. Alles in allem ein zweifelsfrei amüsanter Roman, sicherlich gut geeignet als Urlaubslektüre (insbesondere im Ferienhaus in der Toscana), mehr aber auch nicht.















































