Keine Aufstiegsgeschichte

Keine Aufstiegsgeschichte

Paperback
3.512
GerechtigkeitArbeiterklasseChristian BaronSoziale Gerechtigkeit

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Description

Der Journalist und Autor Olivier David ist in Hamburg aufgewachsen – bei einer alleinerziehenden, überforderten, psychisch instabilen Mutter. Sie gibt sich Mühe, möchte ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen und schickt sie auf eine Waldorfschule. Doch die Familie ist arm, die Möglichkeiten sind begrenzt. Mit neun Jahren erfährt der Autor, dass sein Vater dealt. Zunächst scheint es so, als ob Olivier einen ähnlichen Weg einschlagen wird: Er scheitert am Fachabitur, kifft und trinkt täglich. Gerade als er es schafft, für seine Ziele zu kämpfen, holt ihn seine Familiengeschichte ein: Depressionen und Panikattacken zwingen ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit.

Olivier David erzählt aufrüttelnd davon, wie sich Armut und psychische Erkrankungen bedingen und von Generation zu Generation weitergetragen werden. »Keine Aufstiegsgeschichte« ist nicht nur ein persönliches Memoir, sondern auch ein hochaktuelles Buch darüber, wie toxisch das Aufwachsen und Leben in Armut für die Psyche wirklich sind.

»Olivier David hat ein überraschendes, überfälliges, überwältigendes Buch geschrieben. Mit großer Empathie erzählt er von sozialer Herkunft und psychischer Erkrankung, von familiären Konflikten und scheiterndem Aufbruch, von bürgerlicher Ignoranz und erdrückender Armut. Seine Geschichte zeigt, warum es in einer Klassengesellschaft niemals Chancengleichheit geben kann.« Christian Baron

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Paperback
Pages
240
Price
17.50 €

Author Description

Olivier David, geboren 1988 in Hamburg, ist freiberuflicher Journalist. Nach einer Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg arbeitete er als Theaterpädagoge und Sprecher, bevor er 2018 durch ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost zum Journalismus fand. Seither schreibt er für die Tageszeitung nd, für Übermedien und das Veto Magazin. Olivier David lebt in Hildesheim, »Keine Aufstiegsgeschichte« ist sein erstes Buch.

Posts

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Ein sehr mutiges Buch über den Aufstieg aus der Armut und dem sozialen Abgrund. Allerdings konnte ich es nicht zu Ende lesen und musste es abbrechen, da es mich leider zu sehr mitgenommen hat. Auch bin ich leider mit der Schreibart (dem Gendern explizit) nicht ganz zurecht gekommen. Ich danke dem Verlag und dem Autor aber dafür, die Chance bekommen zu haben, dieses Buch rezensieren zu dürfen, auch wenn es für mich leider nicht das richtige Buch am Ende war.

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In seiner Autobiografie schreibt Olivier David darüber, wie es ist, in Armut aufzuwachsen und, wie daraus psychische Krankheiten resultieren können. Der Autor schreibt sehr direkt, ehrlich, offen, mutig und schonungslos über seine Kindheit, seine Jugend, seine Familie, seinen bisherigen Lebensweg und seine aktuelle Situation mit Diagnosen, Therapie und Job. 
Das Buch hat neben Pro- und Epilog 19 Kapitel, die sich jeweils aufteilen: Der erste Teil eines jeden Kapitels ist eine Rückblende auf bzw. Erzählung aus seinem Leben und anschließend folgen Auszüge aus seinem Tagebuch. Nicht immer erschließt sich mir der Zusammenhang zwischen Kapitelinhalt und korrespondieren Tagebucheintrag, aber mit den Tagebucheinträgen dokumentiert er in der zeitlichen Entwicklung seine Gedanken und Therapie. Der Autor stellt in seiner Biografie deutlich eines unserer großen Gesellschaftsprobleme heraus: "Über Armut wird in unserer Gesellschaft viel zu viel und viel zu absichtlich geschwiegen, ähnlich ist es mit psychischen Erkrankungen." (S. 126) Was macht Armut mit Menschen? Eine von Olivier Davids Antworten lautet darauf: "Wir waren arm an Möglichkeiten. Mehr als nur das fehlende Geld war es ein Mangel an Handwerkszeug, ein Mangel an Alternativen, der uns in unserer Armut von anderen isolierte." (S. 47) Ein wichtiges Buch, da es Armut und daraus resultierende psychische Krankheiten als Kern- und Leitthema aufgreift. Es ist eine Biografie, daher ist das Buch per Definition sehr subjektiv geprägt - auch wenn vereinzelt wissenschaftliche Studien als Belege angeführt werden. Meine Meinung: Ich finde es sehr mutig, dass Olivier David seine Biografie veröffentlich hat und so offen über sein Leben mit Armut, Drogen, psychischen Erkrankungen und beruflichem Werdegang berichtet. Stellenweise hätte ich mir für einige Thesen aber dennoch mehr wissenschaftliche Belege gewünscht, und die Titel-These ‚Warum Armut psychisch krank macht‘ kann am Beispiel von Olivier David beantwortet werden, aber anhand eines Beispiels nicht pauschalisiert werden. Zum Teil empfinde ich die Biografie so, dass er viele Erklärungen und Begründungen in externen Faktoren sucht und mir fehlt dabei die Perspektive, dass wir auch mit unseren persönlichen Lebensentscheidungen und Handlungen dazu beitragen. Natürlich ist Armut als Kind zu erfahren ein absolut schwerer Start in das Leben, das möchte ich damit gar nicht untermauern. Aber mindestens genauso prägend und formend können negative Erlebnisse im Elternhaus und psychische Erkrankungen bei den Eltern (wie hier: Depression, Drogensucht und häusliche Gewalt) und das Fehlen von Zuwendung, Geborgenheit, Halt und Sicherheit in der Kindheit sein. Aus meiner Sicht kann Armut und entsprechendes Elternhaus korrelieren, aber es ist kein zwangsläufiger Rückschluss. Ich wünsche dem Autor alles Gute und bedanke mich für das Rezensionsexemplar beim Autor und Verlag.

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