Kaltblütig
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Description
Im November 1959 wird in Holcomb, Kansas, die vierköpfige Familie Clutter brutal ermordet. Wenige Wochen später werden die Täter Dick Hickock und Perry Smith auf der Flucht geschnappt. Truman Capote erfährt aus der New York Times von dem Verbrechen und beschließt, am Tatort zu recherchieren. Er spricht mit Bekannten und Freunden der Familie, mit der Polizei. Schließlich erhält er Gelegenheit, mit den beiden Mördern zu reden. Mit der Zeit gelingt es ihm, so viel Nähe zu ihnen herzustellen, dass sie ihm präzise Innenansichten ihrer Seele erlauben. Fast sechs Jahre nach ihrer Tat begleitet er sie bis an den Galgen.
Capotes herausragende Rekonstruktion eines Mordes wurde eine Sensation und begründete ein neues literarisches Genre: die "non-fiction novel", den Tatsachenroman. In einer atemberaubenden Sprache erzählt er, wie aus Menschen Mörder werden. Mit Kaltblütig landete Capote einen internationalen Bestseller.
Book Information
Author Description
Truman Capote wurde 1924 in New Orleans geboren; er wuchs in den Südstaaten auf, bis ihn seine Mutter als Achtjährigen zu sich nach New York holte. Mit neunzehn Jahren erhielt er für seine Kurzgeschichte Miriam den »O.-Henry-Preis«. 1948 erschien sein Roman »Andere Stimmen, andere Räume«, der als das sensationelle Debüt eines literarischen Wunderkindes gefeiert wurde. 1949 folgte die Kurzgeschichtensammlung »Baum der Nacht«, 1950 die Reisebeschreibung »Lokalkolorit«, 1951 der Roman »Die Grasharfe«. Das 1958 veröffentlichte »Frühstück bei Tiffany« erlangte auch dank der Verfilmung mit Audrey Hepburn große Berühmtheit. 1965 erschien der mehrmals verfilmte Tatsachenroman »Kaltblütig«, 1973 »Die Hunde bellen« (Storys und Porträts), 1980 »Musik für Chamäleons« (Erzählungen und Reportagen). Postum wurden 1987 - unvollendet - der Roman »Erhörte Gebete« und 2005 das neu entdeckte Debüt »Sommerdiebe« veröffentlicht. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles. Die Herausgeberin Anuschka Roshani studierte Verhaltensbiologie und Germanistik in Berlin und besuchte anschliessend die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Danach war sie sieben Jahre lang Redakteurin und Reporterin im Kultur- und Gesellschaftsressort des »Spiegel«. Seit 2002 lebt sie in Zürich, wo sie als Redakteurin für »Das Magazin« des »Tages-Anzeigers« arbeitet.
Posts
Ich bin durch einen True Crime Podcast auf diesen Fall aufmerksam geworden und dieses Buch war als Quelle angegeben. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte mehr darüber erfahren. Die detaillierten Hintergrundinformationen waren super interessant. Allerdings fand ich, dass große Teile sich gezogen haben und meiner Meinung nach hätte es etwas kompakter sein können.
🇺🇲🌾📰 Als Tatsachenroman 1965 erstveröffentlicht und damit lange, lange vor der aktuellen True Crime-Welle, kann man Truman Capote eigentlich nur als Visionär und Vorreiter des heutigen Hypes bezeichnen. Nach langen Interviews mit den Tätern rekonstruiert er die Tatumstände und die Charaktere der Täter in kleinsten Details und unendlich genau. Manchmal ein bisschen zu kleinteilig, besonders was so die Befindlichkeiten der Täter angeht, sodass man nach heutigen Maßstäben das Gefühl hat, der Autor würde sich etwas "verzetteln". Aber trotz einiger Längen ist das Buch sehr eindringlich und ein absolutes Zeitzeugnis. Für True Crime-Leser, die es nicht nur blutig und reißerisch haben müssen, ist es auf jeden Fall lesenswert. Zur Edition: Ich hatte es mir auf dem Flohmarkt für ganz kleines Geld gekauft und dabei ohne nachzudenken die "Bild Bestseller-Bibliothek"-Ausgabe von Weltbild erwischt. Kauft euch ne andere - die hier ist echt schlecht redigiert und voller Rechtschreibfehler. Und das nervt richtig.
Wegbereiter des True Crime
Truman Capote hat „Kaltblütig“ als „non-fiktionalen Roman“ angelegt. Er wollte beweisen, dass eine Tatsachenerzählung ebenso spannend sein kann wie ein Thriller. Damit bereitete er dem neuen Genre des „New Journalism“ den Weg. Auch die Ästhetik des True Crime in seinen unterschiedlichen Formaten ist deutlich von Capotes Werk beeinflusst. Damals wie heute ist das Publikumsinteresse an solchen Themen gewaltig. Das Werk wurde direkt als literarische Sensation aufgenommen. Obwohl ich kein Fan solcher Formate bin, wusste mich Capote mit seinem sachlich-eleganten Erzählstil zu beeindrucken. Auch sind die Ereignisse rund um den grausamen Mord erschreckend und mitreißend beschrieben. Dass Capote durch seine detaillierte Beschreibung der Lebensläufe der beiden Täter einen Hintergrund für die anfangs völlig unbegreifliche Tat schaffen wollte, ist nachvollziehbar. Ausgiebig geht er der Frage nach, wie aus Perry Edward Smith und Richard Eugene Hickock Mörder werden konnten und ergründet dabei das dämonisch Böse in ihnen. Dabei bleibt er jedoch stets seinem Anspruch treu, einen Tatsachenroman zu schaffen: Er verurteilt nicht und zieht daraus auch keine Lehren für Gesellschaft oder Menschheit im Allgemeinen. Nachvollziehbar. Dennoch hätte ich mir etwas „mehr“ gewünscht. So fiel es mir schwer, mich für diese Lektüre zu motivieren. Zum einen bin ich kein Fan kriminalistischer Formate, die sich rein auf die Beschreibung einer Tat sowie deren Aufklärung beschränken. Zum anderen fand ich es mitunter schwer erträglich, zwei grausame Mörder über 500 Seiten lang durch ihren Alltag zu begleiten. Möglicherweise geht das Krimifans oder gerade Fans von modernen True-Crime-Formaten anders. Denen rate ich, dieser klassischen Lektüre eine Chance zu geben und damit nachzuvollziehen, wo dieses Genre seine Wurzeln hat. Als literarisches Experiment und stilbildende Neuerung ist Capotes Werk unbestritten auch heute noch großartig.

Heute möchte ich euch das Buch „Kaltblütig“ von Truman Capote aus dem Jahre 1965 (offiziell 1966) vorstellen. Es handelt sich um einen Tatsachenroman und wurde bereits im Jahre 1967 erfolgreich verfilmt. In der deutschen Übersetzung trägt das Buch den Untertitel „Wahrheitsgemäßer Bericht über einen mehrfachen Mord und seine Folgen“. In diesem Roman wird der Mord an der Familie Clutter aus Holcomb untersucht und die Täter Perry Smith und Dick Hickock vor Gericht gestellt. Die vorangegangenen Ermittlungen und die darauffolgenden Gerichtsprozesse werden ganz genau beleuchtet. Dies ist eines der bahnbrechendsten Werke des literarischen Journalismus. Truman Capote ist tief in die Ermittlungen und Recherche eingetaucht, was diesem Roman anzumerken ist. Er ist mit so viel Leidenschaft geschrieben worden. Ich war durchweg gefesselt von seinen Erzählungen, ob es die Familie Clutter war oder auch Perry Smith. Die Opfer wurden sehr einfühlsam dargestellt und die Täter durch Kindheit usw. den Lesern nähergebracht. Für mich ist es ein zeitloses Meisterwerk, jedoch nichts für schwache Nerven. Ich persönlich bin ein „True Crime“-Fan, wenn man es so ausdrücken kann, denn ich bin immer wieder fasziniert, wie die Verbrechen aufgeklärt werden. Ich vergebe daher auch 5 von 5 Sternen. ✨️

Die Geburt der TrueCrime-Literatur
"Frühstück bei Tiffany" hat mich damals so gar nicht beeindruckt, deshalb habe ich mich für das Schaffen Capotes nicht wirklich interessiert. Beim Lesen von Reportagen zu dem Clutter-Fall, fiel der Titel dieses Buches jedoch öfter. So entschloss ich mich dazu, es nochmal mit Capote zu versuchen. Meine Meinung über den Autor hat dieses Buch jedoch nicht geändert. Was mir positiv aufgefallen ist, ist die Darstellung der Geschehnisse als ausschmückende Prosa, nicht als bloße Darstellung der Fakten. Auch der Wechsel zwischen Täter- und Opfer-Perspektive war ziemlich gelungen. Dies funktioniert im ersten Teil des Buches sehr gut. Danach jedoch werden die genannten Punkte eher nervig. Wo Capote anfangs die Gedankenwelt und Motive der Opfer und Täter versucht zu rekonstruieren, driftet er später in Nacherzählungen von Aussagen unbedeutender Personen ab. Wahrscheinlich der Vollständigkeit halber, mich hat es eher genervt, da diese nichts neues zum Kontext beigetragen haben. Man wird das Gefühl nicht los, dass Capote einfach alles ins Buch gepackt hat, was er zu dem Fall finden/hören konnte, ohne Filter. Die Gerüchte der Cafebetreiberin und ihrer Kundschaft interessieren mich so gar nicht. Dabei fehlen Ermittlungsinformationen, Auszüge aus den Akten und Berichten. Vielleicht weil sie zum Entstehungszeitpunkt noch nicht zugänglich waren. Auch wiederholen sich Aspekte der Geschichte. Der Leser liest über mehrere Seiten eine Episode, um gegen Ende des Buches dieselbe Episode in ein/zwei Sätzen als Aussage der Täter/Zeugen nochmal zu lesen. Unnötig. Kann man lesen, muss man nicht.
Kein bißchen verstaubter Klassiker
Kaltblütig erzählt die Geschichte einer Mordnacht, in der zwei Männer alle Mitglieder einer Familie brutal töteten, ohne sie je persönlich gekannt zu haben. Und die Art, wie diese wahre Geschichte erzählt wird, ist sowohl sprachlich als auch dramaturgisch und psychologisch überraschend modern. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was sie sehr kurzweilig macht und tiefe Einblicke auch in die Psyche der Mörder ermöglicht. Und sie bleibt auch nach über 60 Jahren grausam und erschütternd, obwohl wir in einer Zeit leben, in der wir ständig true crime konsumieren und brutalste Verbrechen in Thrillern, Filmen und Serien uns haben abstumpfen lassen gegenüber Gewalt. Denn auch am Ende, nachdem wir die Täter so gut kennengelernt haben, die Tatnacht minutiös miterlebt haben, bleibt das Entsetzen, dass sie ihnen vollkommen Fremde für 50$ und ein Radio töteten. Und davon emotional niemals auch nur eine Sekunde betroffen waren.
"Es handelt sich um ein kaltes, wohlüberlegtes Abwagen von soundso viel Gramm Silber gegen soundso viel Gramm Blut."
Kaltblütig ist ein Buch wie ein kalter Atem im Nacken. Ein Buch voller Tod, Schmerz und Verzweiflung, durchzogen von fehlender Liebe und einer schmerzhaft genauen Psychologie. Die Sprache bleibt ruhig, fast sachlich, und gerade darin liegt ihre Wucht. Durch die lebhaften Beschreibungen rücken die Täter unheimlich nah, so nah, dass man sich beim Mitfühlen ertappt. Ein stilles, verstörendes Lesen, das lange nachhallt. 🕯️

*#frauenstammliest * 🪴 Hallo ihr Lieben! 🪴 Seit ein paar Monaten lese ich ja immer mal wieder bei der Leserunde von #frauenstammliest mit. Jeden Monat ein anderes Buch. Im Januar war Truman Capotes "Kaltblütig" an der Reihe. Der Klappentext klang vielversprechend. Vor allem weil es ein Tatsachenbericht über einen grausamen Mord an einer Familie in den USA Ende der 1950er Jahre. Der Anfang war auch gut. Man bekommt einen Überblick wer die Familie ist und in welcher Gemeinschaft sie leben. Doch schon da merkt man, Capote ist sehr ausführlich in seiner Berichterstattung. Als man dann "endlich" zu dem Mord kommt, ist man selbst als Leser nach so vielen Jahren fassungslos über so viel Brutalität. Doch der zweite Abschnitt hat es in sich. So werden die Berichte so ausführlich, dass ich irgendwann Passagen (zugegeben) übersprungen habe. Das wird zum Ende des Buches auch nicht mehr besser. Eher noch schlimmer. Mir fiel es echt schwer mich zu motivieren zu dem Buch zu greifen. Viel zu viele Ereignisse oder auch Personen wurden beschrieben, die mit der Tat, aber auch sonst für die Geschichte keine Relevanz hatten. Was ich aber noch zu der Tat an sich sagen möchte, ist, dass ich - und auch die anderen Mädels - echt geschockt war, wegen was für einer Nichtigkeit die Familie sterben musste und wie abgebrüht die Mörder waren. Da war ich schon fassungslos. Es war okay, aber wirklich überzeugen, konnte er mich nicht. Ich habe nun einen Capote und somit einen Klassiker gelesen. Aber ich denke nicht, dass ich je wieder eins von ihm lesen werde 😬 Habt ihr schon mal was von Truman Capote gelesen? #rezension #leserunde #frauenstammliest #kaltblütig #trumancapote #mord #tatsachenbericht #bücherwurm #buchwurm #bookie #buchliebe #bücherliebe #bookstagram #buchblogger #buchbloggerin

Kaum zu glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist
Puhhhh ... also Anfangs dachte ich "oh alles schön harmonisch", bis dann die zwei Mörder erwähnt wurden und die Sichtweisen zwischen den Opfern, Zeugen und Mördern sich immer abgewechselt hat. Die erste drei Abschnitte/Kapitel (ziemlich lange Kapitel) haben sich extrem gezogen, sodass man wirklich Lesepausen einlegen musste, um das gelesene zu verarbeiten. Meine Gedanken zwischendurch waren voller Abscheu, Entsetzen, Fassungslosigkeit und Erstaunen. Beim letzten Abschnitt wurde mir von einigen Abschnitten "schlecht/übel" -> meine Gedanken hierzu waren "wie kann man nur so ein Monster sein" und es ging im letzten Teil nicht nur um den eigentlichen Mord und die Täter, sondern auch um andere heftige, abscheuliche Taten und diejenigen, die sie begangen haben ... also da musste ich wirklich schlucken. Aber alles in allem hat der Autor dieses Buches einen guten Roman geschrieben, der alles wichtige beinhaltet ... von der Beschreibung der Opfer, der Täter und ihren Tatergang ... und bis zur Hinrichtung.
Habe mich ziemlich durchgequält. Solider Kriminalfall, basierend auf realen Tatsachen. So gesehen, eine der allerersten True-Crime-Stories. Und genau das ist mein Problem mit dem Buch. Ich bin einfach kein True-Crime-Fan. Obwohl ich die ganze Hintergrundgeschichte zu dem Buch spannender fand, als das Buch an sich. Es war mir teilweise viel zu schwafelig und ausufernd. Vor allem zum Ende hin.
Am 15. November 1959 wurden in Holcomb, Kansas, vier Mitglieder der Familie Clutter grausam durch Kopfschüsse mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe getötet. Zunächst ist vollkommen unklar, wer die Familie warum so brutal ermordete – eine Vorzeigefamilie, die in dem kleinen Ort hochangesehen war. Der Fall erregt die Aufmerksamkeit des Literaten Truman Capote. Vor Beginn der Lektüre wusste ich rein gar nichts über den Fall, hatte auch keinen der Filme gesehen. Ich wusste, dass das Buch das Genre „True Crime“ praktisch begründete, aber sonst nichts. Auch während der Lektüre habe ich es vermieden, im Internet zu recherchieren, nur ein paar Fotos der Täter und der Opfer zu Lebzeiten habe ich mir angesehen. So ging ich vollkommen unvoreingenommen an das Buch heran. Ich sage „Buch“, denn was für ein Genre ist „In Cold Blood“? True Crime wird eigentlich als Non-fiction eingeordnet, aber auf dem Cover steht „Roman“. Ein Tatsachenroman. In jedem Fall liest sich „In Cold Blood“ wie ein Roman, ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass es sich um wahre Ereignisse handelt. Kurz zusammengefasst: Das Buch ist ganz große Kunst. Es zog mich in seinen Bann, vielleicht mit Ausnahme der Passage, in der die Täter Perry Smith und Richard Hickock mit dem Auto unterwegs waren – ich teile mit einigen anderen Mitglieder unserer Lesegruppe eine Abneigung gegen Roadtrips. Capotes Darstellung von Smith und Hickock ist eindringlich – schon vor der Festnahme der beiden Täter war er vor Ort und freundete sich mit ihnen an, als sie im Gefängnis saßen. Zu Beginn der Geschichte empfand ich ausschließlich Abscheu für die Mörder. Der Titel des Buches ist tatsächlich sehr passend, so kaltblütige und grausame Morde kann nur ein Monster begehen. Und wofür? Die Mörder fanden nicht wie erhofft einen Safe mit Reichtümern, sondern lediglich um die 50 Dollar. Im Verlauf des Buches lernt man die Mörder besser kennen und kann allmählich besser verstehen, wie es zu den Taten kommen konnte, ohne dabei diese in irgendeiner Weise zu entschuldigen. Der für mich spannendste Teil des Buches ist die psychologische Analyse eines Arztes, diese fand ich faszinierend. Ein Problem des Buches ist Capotes Darstellung der Familie Clutter, insbesondere der Mutter Bonnie, die sich laut Aussage der Familie keineswegs ständig in ihr Schlafzimmer zurückzog, sondern trotz Depression eine aktive Frau war. Es stellt sich die moralische Frage, inwiefern es gerechtfertigt ist, aus einem grausamen Verbrechen ein solches Buch zu machen. Ich neige zu der Auffassung, dass die Personifizierung der Mörder zur Klärung der Frage nach dem Warum beitragen kann. Des Weiteren wird die Todesstrafe in Frage gestellt, deren Gegnerin auch ich bin. Versteht mich nicht falsch, Menschen wie Perry und Dick dürfen aufgrund ihrer Gefährlichkeit nie wieder in die Gesellschaft entlassen werden, aber ob eine Hinrichtung gerechtfertigt ist, ist noch einmal ein anderes Thema. Ein tragischer Aspekt ist sicher der Preis, den Capote selbst für sein Meisterwerk bezahlte, denn seine Recherchen und seine Beziehung zu den Tätern nahmen ihn so mit, dass er nach „In Cold Blood“ nie wieder ein Buch beenden konnte und alkohol- und drogenabhängig wurde. Laut der Dokumentation zu dem Buch, die auf einem Crime-Sender abrufbar ist, sah er in Perry wohl etwas, was er selbst mit seiner unglücklichen Kindheit hätte werden können. Er habe lediglich eine andere Tür genommen.
Ich habe das Buch in den 80er Jahren als Teenager gelesen, als der Genre True Crime noch gar nicht so bekannt war. Das war eines der wenigen interessanten Bücher im Bücherschrank meiner Eltern. In den 60er Jahren kam in den USA der New Journalism auf, bei dem wahre Geschichten mit Fiktion verbunden wurde. In Cold Blood ist quasi ein Wegbereiter zwischen Journalismus und Roman. Capote berichtet darüber, wie 1959 ein vierköpfige Farmerfamilie im Mittleren Westen in ihrem Haus umgebracht wurde . Die beiden Täter wurden schnell geschnappt und Capote verbracht viel Zeit mit ihnen im Gefängnis, um sie zu interviewen und zu verstehen, was sie zu der Tat antrieb. Daraus entstand der Roman, der eine hervorragende Studie darüber ist, wie Menschen zu Verbrechern werden. Sehr fesselnd, beklemmend und eindrücklich. Ein Roman, der mir auch nach über 30 Jahren nicht aus dem Kopf gegangen ist.
Die Clutters sind eine Farmerfamilie aus Kansas. Sie haben viele Freunde und sind gut angesehen in der Gemeinde. Zwei der vier Kinder sind bereits ausgezogen als die Eltern und die verbliebenen zwei Kinder ermordet werden. Aber wer hat es auf die Clutters abgesehen gehabt. Vor allem da Mr. Clutter so gut wie alles mit Schecks bezahlt und nie groß Bargeld im Haus hat? Später wird es heißen wir haben zwischen 40 und 50 Dollar erbeutet. Dafür musste vier Menschen sterben. Dieses Buch ist schon etwas älter und beruht auf einer wahren Begebenheit. Es wurde 1965 von Truman Capote geschrieben, der beweisen wollte, dass ein auf Tatsachen basierender Roman genauso spannend sein kann wie eine erdachte Geschichte. Allein deshalb hat es mich interessiert und weil es damals ein Bestseller wurde. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Ich habe jetzt zwei Monate benötigt um es zu beenden. Capote erzählt sehr viel was einfach nicht relevant ist für die eigentliche Handlung. Z.b. sind oft Erzählungen wie die Städte aussehen und ich brauch nicht jeden Grashalm der im Wind weht als Bild erzählt. Auch wenn Nebenfiguren erwähnt werden sind da oft Monolog oder Dialoge die einfach nicht benötigt werden für die Geschichte. Ich fand es für 350 Seiten sehr mühsam zu lesen. Schade, war es doch eines meiner 21 für 21 Bücher.
Ich habe das Buch in den 80er Jahren als Teenager gelesen, als der Genre True Crime noch gar nicht so bekannt war. Das war eines der wenigen interessanten Bücher im Bücherschrank meiner Eltern. In den 60er Jahren kam in den USA der New Journalism auf, bei dem wahre Geschichten mit Fiktion verbunden wurde. In Cold Blood ist quasi ein Wegbereiter zwischen Journalismus und Roman. Capote berichtet darüber, wie 1959 ein vierköpfige Farmerfamilie im Mittleren Westen in ihrem Haus umgebracht wurde . Die beiden Täter wurden schnell geschnappt und Capote verbracht viel Zeit mit ihnen im Gefängnis, um sie zu interviewen und zu verstehen, was sie zu der Tat antrieb. Daraus entstand der Roman, der eine hervorragende Studie darüber ist, wie Menschen zu Verbrechern werden. Sehr fesselnd, beklemmend und eindrücklich. Ein Roman, der mir auch nach über 30 Jahren nicht aus dem Kopf gegangen ist.
Da mich Thriller und Krimis in der Regel überhaupt nicht packen, war ich gespannt, ob True Crime mich vielleicht aus der Reserve locken kann, wie so viele andere. Leider Fehlanzeige. Ich fand den Anfang grandios und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand die Geschichte der Clutters wirklich toll. Sobald Dick und Perry allerdings ins Spiel kamen, nahm meine Begeisterung Stück für Stück ab und wich der Langeweile. Ich musste ab Seite 201 auf's Hörspiel umsteigen, sonst hätte ich die Geschichte nicht beendet. Ich ärgere mich selbst ein wenig, dass ich dadurch so eingeschränkt in meiner Genrewahl bin, aber es ist, wie es ist. Bücher, bei denen ich das Ende, also den genrebedingten Verlauf vorher schon kenne (Thriller, Krimis und New adult) können mich niemals so packen, wie jene bei denen ich nicht weiß, wie es weitergeht und vor allem, wie es endet.
Dieses Buch stand schon sehr lange auf meiner Leseliste, da ich immer wieder davon gehört habe. Ausserdem wollte ich auch mal Truman Capote gelesen haben. Da ich ja Challenges liebe, traf ich auf die Aufforderung, ein Buch des Genres "True Crime" zu lesen und somit kann ich nun "Kaltblütig" endlich von der Liste streichen. Capote beschreibt akribisch alles, was mit dem Mord zusammenhängt. Er hat unzählige Menschen befragt und viel Zeit mit den zwei Mördern verbracht, um sein Buch so zu komponieren, wie er es schlussendlich getan hat. Dabei ist ein psychologisch tiefes Werk entstanden, die etwas zuvor Unbegreifliches in Worte fasst. Durch die Arbeit des Autoren erfahren wir, wie es zur Tat kam, lernen die Hintergründe kennen und die Personen. Dabei schimmert die Familie Clutter beinahe vor Perfektion, was umso stärker hervorsticht, desto mehr wir uns mit den Biographien der beiden Täter befassen. Über so viel pure amerikanische Familienidylle lässt sich natürlich nicht allzu viel berichten, sodass sich "Kaltblütig" vor allem um die Täter dreht. Mit jeder Seite lotet Capote mehr die Tiefen von Smith und Hickock aus, scheint sie schlussendlich besser zu kennen und zu verstehen als sie sich selber. Dabei wird jedoch weder ihre Tat, noch ihre Persona verherrlicht oder verniedlicht. "Kaltblütig" ist eine Reportage, die nach einer Antwort sucht, auf eine Frage, die kaum einer zu stellen wagte. Wie gesagt handelt es sich bei diesem Buch noch immer um eine Reportage, keinen Roman. Capote wollte jedoch aufzeigen, dass auch ein gut recherchierter Bericht flüssig zu lesen sein kann. Dies hat er hiermit mit Bravur bewiesen, denn "Kaltblütig" lässt sich wirklich sehr gut weglesen. Dabei fehlen gewisse Aspekte, die jedoch alle dem Roman zugehörig sind: Höhepunkte, Wendungen, dramatische Einschübe... Wer sich somit an dieses Buch wagt, sollte genau das im Hinterkopf behalten. Zwar tarnt sich dieses Werk sehr gut, dennoch ist es kein Roman im herkömmlichen Sinne. Ich meinerseits bin froh, diesen modernen Klassiker endlich gelesen zu haben und bin neugierig auf weitere Titel von Truman Capote.
Bereits bevor ich In Cold Blood gelesen hatte kannte ich die groben Fakten zum Fall der im Buch behandelt wird, dennoch konnte mich das Buch von der ersten Seite an fesseln. Obschon es sich (grösstenteils) um eine wahre Geschichte handelt, liest sich das Buch wie ein Roman. Einen bedeutenden Teil der Geschichte ist aus der Sicht der beiden Mörder Perry Smith und Richard Hickock erzählt und ich fand es sehr spannend wie man einen Einblick in ihre Persönlichkeit und ihre Vergangenheit erhält. Man liest jedoch auch aus der Sicht der Ermittler die vor der schwierigen Aufgabe stehen eine scheinbar so sinnlose Tat aufzuklären. Ich fand auch diese Sichtweise sehr interessant weil klar wird wie wenig Hinweise es gab, besonders da kein Motiv erkennbar war. Auch die Auswirkungen auf die gesamte Gemeinschaft werden aufgezeigt. Das Buch ist toll geschrieben und obschon die Auflösung des Falls von Beginn an klar ist, schafft es Capote unglaublich Spannung aufzubauen. Auch die Darstellung der beiden Mörder war faszinierend. Einzig im Mittelteil hat sich das Buch teilweise für mich etwas gezogen. Teilweise ist es zudem auch echt schwierig zu lesen, besonders wenn die Morde beschrieben werden, man sollte also darauf gefasst sein. Wer jedoch True Crime oder auch Thriller mag dem würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.
A revolutionary book that just feels a little stale nowadays.
While the book was groundbreaking at the time, in a world full of true-crime media, it feels too slow-paced, and the narrative isn't as gripping as a modern reader may want it to be. I enjoyed it as an audiobook at the later stages, but would not have continued the reading of the book otherwise.
Dieses Buch wollte ich eigentlich schon recht lange lesen, aber irgendwie habe ich mich nie so richtig rangetraut. Immerhin ist es das erste seiner Art und der Vorgänger aller Tatsachenromane und True Crime Geschichten. Und ja, es hat mich tatsächlich beeindruckt. Besonders interessant finde ich, dass er sich nicht nur auf die Morde und die Motive der Täter beschränkt, sondern auch nachvollziehbar schildert, was eine solche Bluttat mit einer kleinen Gemeinschaft macht, wie verschiedene Personen, die die Opfer oder die Täter gekannt haben, darauf reagieren. Der Aspekt kommt mir leider häufig viel zu kurz. Da könnten sich Autoren von fiktiven Geschichten und Tatsachenberichten gleichermaßen eine Scheibe abschneiden.
A truly engaging and suspense-packed true crime novel. "In cold blood" tells the story of the brutal murder of the Clutter family from the beginning up to the arrest of the offenders and their death. While Capote claimed his work to be non-fiction, some details in the novel seem to be made up like conversations between Hickock and Smith. Clearly, Capote filled some gaps with his fantasy which just doesn't fit the "non-fictional work". The style of writing is journalistic, telling a lot of details and fact of the crime as well as details about the residents of Holcomb or members of the K.B.I. His writing style is admirable, easy to understand and arranges a lot of suspense despite the crime and the murder of the Clutter family being well known. It is evident that Capote sympathised with Perry Smith. Most scenes in the novel tell Smiths story, which is why the style loses his objectivity. Many scenes about Smith are put on, facts and facts to his person are called multiple times, while the accomplice "Dick" Hickock as well as their victims step in the background. For me, Capote seems to be obsessed about Smiths past and his way of life, telling over and over again his side of the story, as well as finding excuses for the behaviour. Capotes work is acknowledged as a novel which explores the psychologial depths of killers - it seems he only did this to speak his "favorite" free of any guilt. Another sad fact is that with this strategy he causes that one remembers the killers more than the victims. Despise his favoring of Perry Smith the style of writing is brilliant and interesting. With his novel Capote makes a contribution to a new type of literature, which is why I think the novel is worth reading, just to discover American Literature furthermore and read a thrilling novel.
Description
Im November 1959 wird in Holcomb, Kansas, die vierköpfige Familie Clutter brutal ermordet. Wenige Wochen später werden die Täter Dick Hickock und Perry Smith auf der Flucht geschnappt. Truman Capote erfährt aus der New York Times von dem Verbrechen und beschließt, am Tatort zu recherchieren. Er spricht mit Bekannten und Freunden der Familie, mit der Polizei. Schließlich erhält er Gelegenheit, mit den beiden Mördern zu reden. Mit der Zeit gelingt es ihm, so viel Nähe zu ihnen herzustellen, dass sie ihm präzise Innenansichten ihrer Seele erlauben. Fast sechs Jahre nach ihrer Tat begleitet er sie bis an den Galgen.
Capotes herausragende Rekonstruktion eines Mordes wurde eine Sensation und begründete ein neues literarisches Genre: die "non-fiction novel", den Tatsachenroman. In einer atemberaubenden Sprache erzählt er, wie aus Menschen Mörder werden. Mit Kaltblütig landete Capote einen internationalen Bestseller.
Book Information
Author Description
Truman Capote wurde 1924 in New Orleans geboren; er wuchs in den Südstaaten auf, bis ihn seine Mutter als Achtjährigen zu sich nach New York holte. Mit neunzehn Jahren erhielt er für seine Kurzgeschichte Miriam den »O.-Henry-Preis«. 1948 erschien sein Roman »Andere Stimmen, andere Räume«, der als das sensationelle Debüt eines literarischen Wunderkindes gefeiert wurde. 1949 folgte die Kurzgeschichtensammlung »Baum der Nacht«, 1950 die Reisebeschreibung »Lokalkolorit«, 1951 der Roman »Die Grasharfe«. Das 1958 veröffentlichte »Frühstück bei Tiffany« erlangte auch dank der Verfilmung mit Audrey Hepburn große Berühmtheit. 1965 erschien der mehrmals verfilmte Tatsachenroman »Kaltblütig«, 1973 »Die Hunde bellen« (Storys und Porträts), 1980 »Musik für Chamäleons« (Erzählungen und Reportagen). Postum wurden 1987 - unvollendet - der Roman »Erhörte Gebete« und 2005 das neu entdeckte Debüt »Sommerdiebe« veröffentlicht. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles. Die Herausgeberin Anuschka Roshani studierte Verhaltensbiologie und Germanistik in Berlin und besuchte anschliessend die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Danach war sie sieben Jahre lang Redakteurin und Reporterin im Kultur- und Gesellschaftsressort des »Spiegel«. Seit 2002 lebt sie in Zürich, wo sie als Redakteurin für »Das Magazin« des »Tages-Anzeigers« arbeitet.
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Ich bin durch einen True Crime Podcast auf diesen Fall aufmerksam geworden und dieses Buch war als Quelle angegeben. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte mehr darüber erfahren. Die detaillierten Hintergrundinformationen waren super interessant. Allerdings fand ich, dass große Teile sich gezogen haben und meiner Meinung nach hätte es etwas kompakter sein können.
🇺🇲🌾📰 Als Tatsachenroman 1965 erstveröffentlicht und damit lange, lange vor der aktuellen True Crime-Welle, kann man Truman Capote eigentlich nur als Visionär und Vorreiter des heutigen Hypes bezeichnen. Nach langen Interviews mit den Tätern rekonstruiert er die Tatumstände und die Charaktere der Täter in kleinsten Details und unendlich genau. Manchmal ein bisschen zu kleinteilig, besonders was so die Befindlichkeiten der Täter angeht, sodass man nach heutigen Maßstäben das Gefühl hat, der Autor würde sich etwas "verzetteln". Aber trotz einiger Längen ist das Buch sehr eindringlich und ein absolutes Zeitzeugnis. Für True Crime-Leser, die es nicht nur blutig und reißerisch haben müssen, ist es auf jeden Fall lesenswert. Zur Edition: Ich hatte es mir auf dem Flohmarkt für ganz kleines Geld gekauft und dabei ohne nachzudenken die "Bild Bestseller-Bibliothek"-Ausgabe von Weltbild erwischt. Kauft euch ne andere - die hier ist echt schlecht redigiert und voller Rechtschreibfehler. Und das nervt richtig.
Wegbereiter des True Crime
Truman Capote hat „Kaltblütig“ als „non-fiktionalen Roman“ angelegt. Er wollte beweisen, dass eine Tatsachenerzählung ebenso spannend sein kann wie ein Thriller. Damit bereitete er dem neuen Genre des „New Journalism“ den Weg. Auch die Ästhetik des True Crime in seinen unterschiedlichen Formaten ist deutlich von Capotes Werk beeinflusst. Damals wie heute ist das Publikumsinteresse an solchen Themen gewaltig. Das Werk wurde direkt als literarische Sensation aufgenommen. Obwohl ich kein Fan solcher Formate bin, wusste mich Capote mit seinem sachlich-eleganten Erzählstil zu beeindrucken. Auch sind die Ereignisse rund um den grausamen Mord erschreckend und mitreißend beschrieben. Dass Capote durch seine detaillierte Beschreibung der Lebensläufe der beiden Täter einen Hintergrund für die anfangs völlig unbegreifliche Tat schaffen wollte, ist nachvollziehbar. Ausgiebig geht er der Frage nach, wie aus Perry Edward Smith und Richard Eugene Hickock Mörder werden konnten und ergründet dabei das dämonisch Böse in ihnen. Dabei bleibt er jedoch stets seinem Anspruch treu, einen Tatsachenroman zu schaffen: Er verurteilt nicht und zieht daraus auch keine Lehren für Gesellschaft oder Menschheit im Allgemeinen. Nachvollziehbar. Dennoch hätte ich mir etwas „mehr“ gewünscht. So fiel es mir schwer, mich für diese Lektüre zu motivieren. Zum einen bin ich kein Fan kriminalistischer Formate, die sich rein auf die Beschreibung einer Tat sowie deren Aufklärung beschränken. Zum anderen fand ich es mitunter schwer erträglich, zwei grausame Mörder über 500 Seiten lang durch ihren Alltag zu begleiten. Möglicherweise geht das Krimifans oder gerade Fans von modernen True-Crime-Formaten anders. Denen rate ich, dieser klassischen Lektüre eine Chance zu geben und damit nachzuvollziehen, wo dieses Genre seine Wurzeln hat. Als literarisches Experiment und stilbildende Neuerung ist Capotes Werk unbestritten auch heute noch großartig.

Heute möchte ich euch das Buch „Kaltblütig“ von Truman Capote aus dem Jahre 1965 (offiziell 1966) vorstellen. Es handelt sich um einen Tatsachenroman und wurde bereits im Jahre 1967 erfolgreich verfilmt. In der deutschen Übersetzung trägt das Buch den Untertitel „Wahrheitsgemäßer Bericht über einen mehrfachen Mord und seine Folgen“. In diesem Roman wird der Mord an der Familie Clutter aus Holcomb untersucht und die Täter Perry Smith und Dick Hickock vor Gericht gestellt. Die vorangegangenen Ermittlungen und die darauffolgenden Gerichtsprozesse werden ganz genau beleuchtet. Dies ist eines der bahnbrechendsten Werke des literarischen Journalismus. Truman Capote ist tief in die Ermittlungen und Recherche eingetaucht, was diesem Roman anzumerken ist. Er ist mit so viel Leidenschaft geschrieben worden. Ich war durchweg gefesselt von seinen Erzählungen, ob es die Familie Clutter war oder auch Perry Smith. Die Opfer wurden sehr einfühlsam dargestellt und die Täter durch Kindheit usw. den Lesern nähergebracht. Für mich ist es ein zeitloses Meisterwerk, jedoch nichts für schwache Nerven. Ich persönlich bin ein „True Crime“-Fan, wenn man es so ausdrücken kann, denn ich bin immer wieder fasziniert, wie die Verbrechen aufgeklärt werden. Ich vergebe daher auch 5 von 5 Sternen. ✨️

Die Geburt der TrueCrime-Literatur
"Frühstück bei Tiffany" hat mich damals so gar nicht beeindruckt, deshalb habe ich mich für das Schaffen Capotes nicht wirklich interessiert. Beim Lesen von Reportagen zu dem Clutter-Fall, fiel der Titel dieses Buches jedoch öfter. So entschloss ich mich dazu, es nochmal mit Capote zu versuchen. Meine Meinung über den Autor hat dieses Buch jedoch nicht geändert. Was mir positiv aufgefallen ist, ist die Darstellung der Geschehnisse als ausschmückende Prosa, nicht als bloße Darstellung der Fakten. Auch der Wechsel zwischen Täter- und Opfer-Perspektive war ziemlich gelungen. Dies funktioniert im ersten Teil des Buches sehr gut. Danach jedoch werden die genannten Punkte eher nervig. Wo Capote anfangs die Gedankenwelt und Motive der Opfer und Täter versucht zu rekonstruieren, driftet er später in Nacherzählungen von Aussagen unbedeutender Personen ab. Wahrscheinlich der Vollständigkeit halber, mich hat es eher genervt, da diese nichts neues zum Kontext beigetragen haben. Man wird das Gefühl nicht los, dass Capote einfach alles ins Buch gepackt hat, was er zu dem Fall finden/hören konnte, ohne Filter. Die Gerüchte der Cafebetreiberin und ihrer Kundschaft interessieren mich so gar nicht. Dabei fehlen Ermittlungsinformationen, Auszüge aus den Akten und Berichten. Vielleicht weil sie zum Entstehungszeitpunkt noch nicht zugänglich waren. Auch wiederholen sich Aspekte der Geschichte. Der Leser liest über mehrere Seiten eine Episode, um gegen Ende des Buches dieselbe Episode in ein/zwei Sätzen als Aussage der Täter/Zeugen nochmal zu lesen. Unnötig. Kann man lesen, muss man nicht.
Kein bißchen verstaubter Klassiker
Kaltblütig erzählt die Geschichte einer Mordnacht, in der zwei Männer alle Mitglieder einer Familie brutal töteten, ohne sie je persönlich gekannt zu haben. Und die Art, wie diese wahre Geschichte erzählt wird, ist sowohl sprachlich als auch dramaturgisch und psychologisch überraschend modern. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was sie sehr kurzweilig macht und tiefe Einblicke auch in die Psyche der Mörder ermöglicht. Und sie bleibt auch nach über 60 Jahren grausam und erschütternd, obwohl wir in einer Zeit leben, in der wir ständig true crime konsumieren und brutalste Verbrechen in Thrillern, Filmen und Serien uns haben abstumpfen lassen gegenüber Gewalt. Denn auch am Ende, nachdem wir die Täter so gut kennengelernt haben, die Tatnacht minutiös miterlebt haben, bleibt das Entsetzen, dass sie ihnen vollkommen Fremde für 50$ und ein Radio töteten. Und davon emotional niemals auch nur eine Sekunde betroffen waren.
"Es handelt sich um ein kaltes, wohlüberlegtes Abwagen von soundso viel Gramm Silber gegen soundso viel Gramm Blut."
Kaltblütig ist ein Buch wie ein kalter Atem im Nacken. Ein Buch voller Tod, Schmerz und Verzweiflung, durchzogen von fehlender Liebe und einer schmerzhaft genauen Psychologie. Die Sprache bleibt ruhig, fast sachlich, und gerade darin liegt ihre Wucht. Durch die lebhaften Beschreibungen rücken die Täter unheimlich nah, so nah, dass man sich beim Mitfühlen ertappt. Ein stilles, verstörendes Lesen, das lange nachhallt. 🕯️

*#frauenstammliest * 🪴 Hallo ihr Lieben! 🪴 Seit ein paar Monaten lese ich ja immer mal wieder bei der Leserunde von #frauenstammliest mit. Jeden Monat ein anderes Buch. Im Januar war Truman Capotes "Kaltblütig" an der Reihe. Der Klappentext klang vielversprechend. Vor allem weil es ein Tatsachenbericht über einen grausamen Mord an einer Familie in den USA Ende der 1950er Jahre. Der Anfang war auch gut. Man bekommt einen Überblick wer die Familie ist und in welcher Gemeinschaft sie leben. Doch schon da merkt man, Capote ist sehr ausführlich in seiner Berichterstattung. Als man dann "endlich" zu dem Mord kommt, ist man selbst als Leser nach so vielen Jahren fassungslos über so viel Brutalität. Doch der zweite Abschnitt hat es in sich. So werden die Berichte so ausführlich, dass ich irgendwann Passagen (zugegeben) übersprungen habe. Das wird zum Ende des Buches auch nicht mehr besser. Eher noch schlimmer. Mir fiel es echt schwer mich zu motivieren zu dem Buch zu greifen. Viel zu viele Ereignisse oder auch Personen wurden beschrieben, die mit der Tat, aber auch sonst für die Geschichte keine Relevanz hatten. Was ich aber noch zu der Tat an sich sagen möchte, ist, dass ich - und auch die anderen Mädels - echt geschockt war, wegen was für einer Nichtigkeit die Familie sterben musste und wie abgebrüht die Mörder waren. Da war ich schon fassungslos. Es war okay, aber wirklich überzeugen, konnte er mich nicht. Ich habe nun einen Capote und somit einen Klassiker gelesen. Aber ich denke nicht, dass ich je wieder eins von ihm lesen werde 😬 Habt ihr schon mal was von Truman Capote gelesen? #rezension #leserunde #frauenstammliest #kaltblütig #trumancapote #mord #tatsachenbericht #bücherwurm #buchwurm #bookie #buchliebe #bücherliebe #bookstagram #buchblogger #buchbloggerin

Kaum zu glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist
Puhhhh ... also Anfangs dachte ich "oh alles schön harmonisch", bis dann die zwei Mörder erwähnt wurden und die Sichtweisen zwischen den Opfern, Zeugen und Mördern sich immer abgewechselt hat. Die erste drei Abschnitte/Kapitel (ziemlich lange Kapitel) haben sich extrem gezogen, sodass man wirklich Lesepausen einlegen musste, um das gelesene zu verarbeiten. Meine Gedanken zwischendurch waren voller Abscheu, Entsetzen, Fassungslosigkeit und Erstaunen. Beim letzten Abschnitt wurde mir von einigen Abschnitten "schlecht/übel" -> meine Gedanken hierzu waren "wie kann man nur so ein Monster sein" und es ging im letzten Teil nicht nur um den eigentlichen Mord und die Täter, sondern auch um andere heftige, abscheuliche Taten und diejenigen, die sie begangen haben ... also da musste ich wirklich schlucken. Aber alles in allem hat der Autor dieses Buches einen guten Roman geschrieben, der alles wichtige beinhaltet ... von der Beschreibung der Opfer, der Täter und ihren Tatergang ... und bis zur Hinrichtung.
Habe mich ziemlich durchgequält. Solider Kriminalfall, basierend auf realen Tatsachen. So gesehen, eine der allerersten True-Crime-Stories. Und genau das ist mein Problem mit dem Buch. Ich bin einfach kein True-Crime-Fan. Obwohl ich die ganze Hintergrundgeschichte zu dem Buch spannender fand, als das Buch an sich. Es war mir teilweise viel zu schwafelig und ausufernd. Vor allem zum Ende hin.
Am 15. November 1959 wurden in Holcomb, Kansas, vier Mitglieder der Familie Clutter grausam durch Kopfschüsse mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe getötet. Zunächst ist vollkommen unklar, wer die Familie warum so brutal ermordete – eine Vorzeigefamilie, die in dem kleinen Ort hochangesehen war. Der Fall erregt die Aufmerksamkeit des Literaten Truman Capote. Vor Beginn der Lektüre wusste ich rein gar nichts über den Fall, hatte auch keinen der Filme gesehen. Ich wusste, dass das Buch das Genre „True Crime“ praktisch begründete, aber sonst nichts. Auch während der Lektüre habe ich es vermieden, im Internet zu recherchieren, nur ein paar Fotos der Täter und der Opfer zu Lebzeiten habe ich mir angesehen. So ging ich vollkommen unvoreingenommen an das Buch heran. Ich sage „Buch“, denn was für ein Genre ist „In Cold Blood“? True Crime wird eigentlich als Non-fiction eingeordnet, aber auf dem Cover steht „Roman“. Ein Tatsachenroman. In jedem Fall liest sich „In Cold Blood“ wie ein Roman, ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass es sich um wahre Ereignisse handelt. Kurz zusammengefasst: Das Buch ist ganz große Kunst. Es zog mich in seinen Bann, vielleicht mit Ausnahme der Passage, in der die Täter Perry Smith und Richard Hickock mit dem Auto unterwegs waren – ich teile mit einigen anderen Mitglieder unserer Lesegruppe eine Abneigung gegen Roadtrips. Capotes Darstellung von Smith und Hickock ist eindringlich – schon vor der Festnahme der beiden Täter war er vor Ort und freundete sich mit ihnen an, als sie im Gefängnis saßen. Zu Beginn der Geschichte empfand ich ausschließlich Abscheu für die Mörder. Der Titel des Buches ist tatsächlich sehr passend, so kaltblütige und grausame Morde kann nur ein Monster begehen. Und wofür? Die Mörder fanden nicht wie erhofft einen Safe mit Reichtümern, sondern lediglich um die 50 Dollar. Im Verlauf des Buches lernt man die Mörder besser kennen und kann allmählich besser verstehen, wie es zu den Taten kommen konnte, ohne dabei diese in irgendeiner Weise zu entschuldigen. Der für mich spannendste Teil des Buches ist die psychologische Analyse eines Arztes, diese fand ich faszinierend. Ein Problem des Buches ist Capotes Darstellung der Familie Clutter, insbesondere der Mutter Bonnie, die sich laut Aussage der Familie keineswegs ständig in ihr Schlafzimmer zurückzog, sondern trotz Depression eine aktive Frau war. Es stellt sich die moralische Frage, inwiefern es gerechtfertigt ist, aus einem grausamen Verbrechen ein solches Buch zu machen. Ich neige zu der Auffassung, dass die Personifizierung der Mörder zur Klärung der Frage nach dem Warum beitragen kann. Des Weiteren wird die Todesstrafe in Frage gestellt, deren Gegnerin auch ich bin. Versteht mich nicht falsch, Menschen wie Perry und Dick dürfen aufgrund ihrer Gefährlichkeit nie wieder in die Gesellschaft entlassen werden, aber ob eine Hinrichtung gerechtfertigt ist, ist noch einmal ein anderes Thema. Ein tragischer Aspekt ist sicher der Preis, den Capote selbst für sein Meisterwerk bezahlte, denn seine Recherchen und seine Beziehung zu den Tätern nahmen ihn so mit, dass er nach „In Cold Blood“ nie wieder ein Buch beenden konnte und alkohol- und drogenabhängig wurde. Laut der Dokumentation zu dem Buch, die auf einem Crime-Sender abrufbar ist, sah er in Perry wohl etwas, was er selbst mit seiner unglücklichen Kindheit hätte werden können. Er habe lediglich eine andere Tür genommen.
Ich habe das Buch in den 80er Jahren als Teenager gelesen, als der Genre True Crime noch gar nicht so bekannt war. Das war eines der wenigen interessanten Bücher im Bücherschrank meiner Eltern. In den 60er Jahren kam in den USA der New Journalism auf, bei dem wahre Geschichten mit Fiktion verbunden wurde. In Cold Blood ist quasi ein Wegbereiter zwischen Journalismus und Roman. Capote berichtet darüber, wie 1959 ein vierköpfige Farmerfamilie im Mittleren Westen in ihrem Haus umgebracht wurde . Die beiden Täter wurden schnell geschnappt und Capote verbracht viel Zeit mit ihnen im Gefängnis, um sie zu interviewen und zu verstehen, was sie zu der Tat antrieb. Daraus entstand der Roman, der eine hervorragende Studie darüber ist, wie Menschen zu Verbrechern werden. Sehr fesselnd, beklemmend und eindrücklich. Ein Roman, der mir auch nach über 30 Jahren nicht aus dem Kopf gegangen ist.
Die Clutters sind eine Farmerfamilie aus Kansas. Sie haben viele Freunde und sind gut angesehen in der Gemeinde. Zwei der vier Kinder sind bereits ausgezogen als die Eltern und die verbliebenen zwei Kinder ermordet werden. Aber wer hat es auf die Clutters abgesehen gehabt. Vor allem da Mr. Clutter so gut wie alles mit Schecks bezahlt und nie groß Bargeld im Haus hat? Später wird es heißen wir haben zwischen 40 und 50 Dollar erbeutet. Dafür musste vier Menschen sterben. Dieses Buch ist schon etwas älter und beruht auf einer wahren Begebenheit. Es wurde 1965 von Truman Capote geschrieben, der beweisen wollte, dass ein auf Tatsachen basierender Roman genauso spannend sein kann wie eine erdachte Geschichte. Allein deshalb hat es mich interessiert und weil es damals ein Bestseller wurde. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Ich habe jetzt zwei Monate benötigt um es zu beenden. Capote erzählt sehr viel was einfach nicht relevant ist für die eigentliche Handlung. Z.b. sind oft Erzählungen wie die Städte aussehen und ich brauch nicht jeden Grashalm der im Wind weht als Bild erzählt. Auch wenn Nebenfiguren erwähnt werden sind da oft Monolog oder Dialoge die einfach nicht benötigt werden für die Geschichte. Ich fand es für 350 Seiten sehr mühsam zu lesen. Schade, war es doch eines meiner 21 für 21 Bücher.
Ich habe das Buch in den 80er Jahren als Teenager gelesen, als der Genre True Crime noch gar nicht so bekannt war. Das war eines der wenigen interessanten Bücher im Bücherschrank meiner Eltern. In den 60er Jahren kam in den USA der New Journalism auf, bei dem wahre Geschichten mit Fiktion verbunden wurde. In Cold Blood ist quasi ein Wegbereiter zwischen Journalismus und Roman. Capote berichtet darüber, wie 1959 ein vierköpfige Farmerfamilie im Mittleren Westen in ihrem Haus umgebracht wurde . Die beiden Täter wurden schnell geschnappt und Capote verbracht viel Zeit mit ihnen im Gefängnis, um sie zu interviewen und zu verstehen, was sie zu der Tat antrieb. Daraus entstand der Roman, der eine hervorragende Studie darüber ist, wie Menschen zu Verbrechern werden. Sehr fesselnd, beklemmend und eindrücklich. Ein Roman, der mir auch nach über 30 Jahren nicht aus dem Kopf gegangen ist.
Da mich Thriller und Krimis in der Regel überhaupt nicht packen, war ich gespannt, ob True Crime mich vielleicht aus der Reserve locken kann, wie so viele andere. Leider Fehlanzeige. Ich fand den Anfang grandios und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand die Geschichte der Clutters wirklich toll. Sobald Dick und Perry allerdings ins Spiel kamen, nahm meine Begeisterung Stück für Stück ab und wich der Langeweile. Ich musste ab Seite 201 auf's Hörspiel umsteigen, sonst hätte ich die Geschichte nicht beendet. Ich ärgere mich selbst ein wenig, dass ich dadurch so eingeschränkt in meiner Genrewahl bin, aber es ist, wie es ist. Bücher, bei denen ich das Ende, also den genrebedingten Verlauf vorher schon kenne (Thriller, Krimis und New adult) können mich niemals so packen, wie jene bei denen ich nicht weiß, wie es weitergeht und vor allem, wie es endet.
Dieses Buch stand schon sehr lange auf meiner Leseliste, da ich immer wieder davon gehört habe. Ausserdem wollte ich auch mal Truman Capote gelesen haben. Da ich ja Challenges liebe, traf ich auf die Aufforderung, ein Buch des Genres "True Crime" zu lesen und somit kann ich nun "Kaltblütig" endlich von der Liste streichen. Capote beschreibt akribisch alles, was mit dem Mord zusammenhängt. Er hat unzählige Menschen befragt und viel Zeit mit den zwei Mördern verbracht, um sein Buch so zu komponieren, wie er es schlussendlich getan hat. Dabei ist ein psychologisch tiefes Werk entstanden, die etwas zuvor Unbegreifliches in Worte fasst. Durch die Arbeit des Autoren erfahren wir, wie es zur Tat kam, lernen die Hintergründe kennen und die Personen. Dabei schimmert die Familie Clutter beinahe vor Perfektion, was umso stärker hervorsticht, desto mehr wir uns mit den Biographien der beiden Täter befassen. Über so viel pure amerikanische Familienidylle lässt sich natürlich nicht allzu viel berichten, sodass sich "Kaltblütig" vor allem um die Täter dreht. Mit jeder Seite lotet Capote mehr die Tiefen von Smith und Hickock aus, scheint sie schlussendlich besser zu kennen und zu verstehen als sie sich selber. Dabei wird jedoch weder ihre Tat, noch ihre Persona verherrlicht oder verniedlicht. "Kaltblütig" ist eine Reportage, die nach einer Antwort sucht, auf eine Frage, die kaum einer zu stellen wagte. Wie gesagt handelt es sich bei diesem Buch noch immer um eine Reportage, keinen Roman. Capote wollte jedoch aufzeigen, dass auch ein gut recherchierter Bericht flüssig zu lesen sein kann. Dies hat er hiermit mit Bravur bewiesen, denn "Kaltblütig" lässt sich wirklich sehr gut weglesen. Dabei fehlen gewisse Aspekte, die jedoch alle dem Roman zugehörig sind: Höhepunkte, Wendungen, dramatische Einschübe... Wer sich somit an dieses Buch wagt, sollte genau das im Hinterkopf behalten. Zwar tarnt sich dieses Werk sehr gut, dennoch ist es kein Roman im herkömmlichen Sinne. Ich meinerseits bin froh, diesen modernen Klassiker endlich gelesen zu haben und bin neugierig auf weitere Titel von Truman Capote.
Bereits bevor ich In Cold Blood gelesen hatte kannte ich die groben Fakten zum Fall der im Buch behandelt wird, dennoch konnte mich das Buch von der ersten Seite an fesseln. Obschon es sich (grösstenteils) um eine wahre Geschichte handelt, liest sich das Buch wie ein Roman. Einen bedeutenden Teil der Geschichte ist aus der Sicht der beiden Mörder Perry Smith und Richard Hickock erzählt und ich fand es sehr spannend wie man einen Einblick in ihre Persönlichkeit und ihre Vergangenheit erhält. Man liest jedoch auch aus der Sicht der Ermittler die vor der schwierigen Aufgabe stehen eine scheinbar so sinnlose Tat aufzuklären. Ich fand auch diese Sichtweise sehr interessant weil klar wird wie wenig Hinweise es gab, besonders da kein Motiv erkennbar war. Auch die Auswirkungen auf die gesamte Gemeinschaft werden aufgezeigt. Das Buch ist toll geschrieben und obschon die Auflösung des Falls von Beginn an klar ist, schafft es Capote unglaublich Spannung aufzubauen. Auch die Darstellung der beiden Mörder war faszinierend. Einzig im Mittelteil hat sich das Buch teilweise für mich etwas gezogen. Teilweise ist es zudem auch echt schwierig zu lesen, besonders wenn die Morde beschrieben werden, man sollte also darauf gefasst sein. Wer jedoch True Crime oder auch Thriller mag dem würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.
A revolutionary book that just feels a little stale nowadays.
While the book was groundbreaking at the time, in a world full of true-crime media, it feels too slow-paced, and the narrative isn't as gripping as a modern reader may want it to be. I enjoyed it as an audiobook at the later stages, but would not have continued the reading of the book otherwise.
Dieses Buch wollte ich eigentlich schon recht lange lesen, aber irgendwie habe ich mich nie so richtig rangetraut. Immerhin ist es das erste seiner Art und der Vorgänger aller Tatsachenromane und True Crime Geschichten. Und ja, es hat mich tatsächlich beeindruckt. Besonders interessant finde ich, dass er sich nicht nur auf die Morde und die Motive der Täter beschränkt, sondern auch nachvollziehbar schildert, was eine solche Bluttat mit einer kleinen Gemeinschaft macht, wie verschiedene Personen, die die Opfer oder die Täter gekannt haben, darauf reagieren. Der Aspekt kommt mir leider häufig viel zu kurz. Da könnten sich Autoren von fiktiven Geschichten und Tatsachenberichten gleichermaßen eine Scheibe abschneiden.
A truly engaging and suspense-packed true crime novel. "In cold blood" tells the story of the brutal murder of the Clutter family from the beginning up to the arrest of the offenders and their death. While Capote claimed his work to be non-fiction, some details in the novel seem to be made up like conversations between Hickock and Smith. Clearly, Capote filled some gaps with his fantasy which just doesn't fit the "non-fictional work". The style of writing is journalistic, telling a lot of details and fact of the crime as well as details about the residents of Holcomb or members of the K.B.I. His writing style is admirable, easy to understand and arranges a lot of suspense despite the crime and the murder of the Clutter family being well known. It is evident that Capote sympathised with Perry Smith. Most scenes in the novel tell Smiths story, which is why the style loses his objectivity. Many scenes about Smith are put on, facts and facts to his person are called multiple times, while the accomplice "Dick" Hickock as well as their victims step in the background. For me, Capote seems to be obsessed about Smiths past and his way of life, telling over and over again his side of the story, as well as finding excuses for the behaviour. Capotes work is acknowledged as a novel which explores the psychologial depths of killers - it seems he only did this to speak his "favorite" free of any guilt. Another sad fact is that with this strategy he causes that one remembers the killers more than the victims. Despise his favoring of Perry Smith the style of writing is brilliant and interesting. With his novel Capote makes a contribution to a new type of literature, which is why I think the novel is worth reading, just to discover American Literature furthermore and read a thrilling novel.





































