Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück
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Description
Book Information
Author Description
Zoran Drvenkar, 1967 geboren, zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 30 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Hanser Kinder- und Jugendbuch erschien 2017 sein Bilderbuch »Weißt du noch?«, illustriert von Jutta Bauer. 2023 folgte sein Kinderbuch »Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück«, 2024 »Frankie und wie er die Welt sieht«. Zoran Drvenkar wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt in Mecklenburg-Vorpommern.
Posts
Mir wurde das Buch „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“ als Jugendbuch empfohlen. Deshalb hatte ich eine eher leichtere Geschichte erwartet. Einen abenteuerlichen Jugendroman mit Spannung und einer klaren Vorstellung von Gut und Böse. Stattdessen entwickelt sich in dem Buch erstaunlich schnell eine deutlich schwerere und nachdenklichere Handlung. Das Buch erzählt von Kai und seinem größten Helden, seinem Opa. Kai liebt seinen hundertjährigen Großvater abgöttisch. Für ihn ist er Held und bester Freund zugleich. Doch die Erinnerungen des Großvaters an sein Leben und an seine Familie beginnen langsam zu verblassen. Aus Angst, ihn zu verlieren, reist Kai mit ihm gedanklich zurück in dessen Vergangenheit und damit mitten hinein in die Kriegsjahre, in denen der Großvater in seinen eigenen Geschichten immer ein großer Kriegsheld war. Was zunächst spielerisch und fast märchenhaft wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einer bedrückenden Geschichte über Erinnerung, Schuld und das Verdrängen von Traumata. Vieles bleibt verschwommen zwischen Fantasie und Wahrheit. Dadurch entsteht eine Stimmung, die einen beim Lesen immer wieder zum Nachdenken bringt. Der Schreibstil ist einfach und gut lesbar, aber die Themen dahinter sind deutlich schwerer und eindringlicher. Manche Szenen wirken lange nach. Gerade deshalb würde ich es nicht unbedingt als klassisches Kinderbuch sehen. Offiziell mag die Altersangabe bei 11 Jahren liegen, aber ich finde, dass viele Gedanken und die gesamte bedrückende Stimmung eher ältere Jugendliche oder Erwachsene wirklich erreichen. Für mich fühlt es sich eher wie ein Buch ab 15 oder 16 Jahren an. Insgesamt fand ich das Buch wirklich gut und ganz anders, als ich es erwartet hatte. 4 von 5 ⭐️.
Sehr tolle Geschichte über die Beziehung eines Jungen zu seinem Opa, der für ihn ein Kriegsheld ist!
Der Titel ‚Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück‘ war für mich sofort faszinierend. Zoran Drvenkar erzeugt damit beinahe eine Verklärung, ein Paradoxon, welches neugierig macht. Das Werk erzählt die Geschichte von Kai und seinem Großvater Anton. Gemeinsam unternehmen sie eine fantasievolle Reise in die Vergangenheit, um Antons Erinnerungen an den Krieg zu bewahren, bevor sie durch seine schnell fortschreitende Alzheimer-Erkrankung verblassen. Durch die stets positiven, fast heroischen Erzählungen seines Opas glaubt Kai, dass der Krieg die schönste Zeit in dessen Leben gewesen war. Genau diese Erinnerungen möchte er sichern, bevor sie für immer verloren gehen. Doch auf der Reise in die Vergangenheit muss Kai feststellen, dass Opa Antons heldenhaft geschilderten Geschichten die Realität oft beschönigt haben. Schritt für Schritt erleben die beiden, was damals im Krieg tatsächlich geschehen ist – und konfrontieren sich mit verdrängten Erfahrungen, Schuld und Wahrheit. Besonders bemerkenswert ist, dass der Roman bewusst offenlässt, um welchen Krieg es sich handelt. Dadurch gewinnt die Geschichte eine zeitlose Dimension: Es könnte jeder Krieg sein, jede Generation, jeder Großvater, der Erinnerungen bewahrt oder verfälscht. Das Buch behandelt Themen wie Identität, Wahrheit und den Umgang mit verdrängten Erinnerungen, ohne dabei schwer oder bedrückend zu wirken. Die humorvollen Dialoge zwischen Kai und Anton schaffen eine gelungene Balance und verleihen der Erzählung trotz ihrer ernsten Thematik eine besondere Leichtigkeit. Sehr zu empfehlen 🫶🏼 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ein berührender Kinder-/Jugendroman über traumatische Erlebnisse und kindliche Vorstellungen zum Kriegsgeschehen
" 》Aber, Opa, das ist nicht wirklich echt, das ist --- .《 》Natürlich ist das echt! Krieg ist echter als echt, oder denkst du wirklich, meine Kameraden liegen aus Spaß im Dreck herum und rühren sich nicht? Spürst du die Erde, Kai? Riechst du den Gestank in der Luft? Das ist echt, und.... 》" (S.64) "》Opa, warum hast du mir nie erzählt, was hier passiert ist?《 》Weil es Geschichten gibt, die man nicht erzählt.《 》Das ist doch nur eine Floskel.《 》Nein, Kai, es ist die Wahrheit.《" (S.71) Ein ergreifender Roman über das Verleugnen der eigenen Vergangenheit und das Vergessen seiner selbst. Aber auch um Verlust, das Loslassen und Neu-Beginn nach traumatischen Erlebnissen. Sehr beeindruckend und berührend in einer Großvater-Enkel-Beziehung dargestellt. Die Erzählung springt zwischen Gegenwart und dem interaktiven Erleben der Erinnerungen hin und her, was auf den ersten Blick etwas irritieren kann und gewöhnungsbedürftig ist. Empfohlen ab einem Alter von 11 Jahren.
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Zoran Drvenkar, 1967 geboren, zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 30 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Hanser Kinder- und Jugendbuch erschien 2017 sein Bilderbuch »Weißt du noch?«, illustriert von Jutta Bauer. 2023 folgte sein Kinderbuch »Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück«, 2024 »Frankie und wie er die Welt sieht«. Zoran Drvenkar wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt in Mecklenburg-Vorpommern.
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Mir wurde das Buch „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“ als Jugendbuch empfohlen. Deshalb hatte ich eine eher leichtere Geschichte erwartet. Einen abenteuerlichen Jugendroman mit Spannung und einer klaren Vorstellung von Gut und Böse. Stattdessen entwickelt sich in dem Buch erstaunlich schnell eine deutlich schwerere und nachdenklichere Handlung. Das Buch erzählt von Kai und seinem größten Helden, seinem Opa. Kai liebt seinen hundertjährigen Großvater abgöttisch. Für ihn ist er Held und bester Freund zugleich. Doch die Erinnerungen des Großvaters an sein Leben und an seine Familie beginnen langsam zu verblassen. Aus Angst, ihn zu verlieren, reist Kai mit ihm gedanklich zurück in dessen Vergangenheit und damit mitten hinein in die Kriegsjahre, in denen der Großvater in seinen eigenen Geschichten immer ein großer Kriegsheld war. Was zunächst spielerisch und fast märchenhaft wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einer bedrückenden Geschichte über Erinnerung, Schuld und das Verdrängen von Traumata. Vieles bleibt verschwommen zwischen Fantasie und Wahrheit. Dadurch entsteht eine Stimmung, die einen beim Lesen immer wieder zum Nachdenken bringt. Der Schreibstil ist einfach und gut lesbar, aber die Themen dahinter sind deutlich schwerer und eindringlicher. Manche Szenen wirken lange nach. Gerade deshalb würde ich es nicht unbedingt als klassisches Kinderbuch sehen. Offiziell mag die Altersangabe bei 11 Jahren liegen, aber ich finde, dass viele Gedanken und die gesamte bedrückende Stimmung eher ältere Jugendliche oder Erwachsene wirklich erreichen. Für mich fühlt es sich eher wie ein Buch ab 15 oder 16 Jahren an. Insgesamt fand ich das Buch wirklich gut und ganz anders, als ich es erwartet hatte. 4 von 5 ⭐️.
Sehr tolle Geschichte über die Beziehung eines Jungen zu seinem Opa, der für ihn ein Kriegsheld ist!
Der Titel ‚Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück‘ war für mich sofort faszinierend. Zoran Drvenkar erzeugt damit beinahe eine Verklärung, ein Paradoxon, welches neugierig macht. Das Werk erzählt die Geschichte von Kai und seinem Großvater Anton. Gemeinsam unternehmen sie eine fantasievolle Reise in die Vergangenheit, um Antons Erinnerungen an den Krieg zu bewahren, bevor sie durch seine schnell fortschreitende Alzheimer-Erkrankung verblassen. Durch die stets positiven, fast heroischen Erzählungen seines Opas glaubt Kai, dass der Krieg die schönste Zeit in dessen Leben gewesen war. Genau diese Erinnerungen möchte er sichern, bevor sie für immer verloren gehen. Doch auf der Reise in die Vergangenheit muss Kai feststellen, dass Opa Antons heldenhaft geschilderten Geschichten die Realität oft beschönigt haben. Schritt für Schritt erleben die beiden, was damals im Krieg tatsächlich geschehen ist – und konfrontieren sich mit verdrängten Erfahrungen, Schuld und Wahrheit. Besonders bemerkenswert ist, dass der Roman bewusst offenlässt, um welchen Krieg es sich handelt. Dadurch gewinnt die Geschichte eine zeitlose Dimension: Es könnte jeder Krieg sein, jede Generation, jeder Großvater, der Erinnerungen bewahrt oder verfälscht. Das Buch behandelt Themen wie Identität, Wahrheit und den Umgang mit verdrängten Erinnerungen, ohne dabei schwer oder bedrückend zu wirken. Die humorvollen Dialoge zwischen Kai und Anton schaffen eine gelungene Balance und verleihen der Erzählung trotz ihrer ernsten Thematik eine besondere Leichtigkeit. Sehr zu empfehlen 🫶🏼 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ein berührender Kinder-/Jugendroman über traumatische Erlebnisse und kindliche Vorstellungen zum Kriegsgeschehen
" 》Aber, Opa, das ist nicht wirklich echt, das ist --- .《 》Natürlich ist das echt! Krieg ist echter als echt, oder denkst du wirklich, meine Kameraden liegen aus Spaß im Dreck herum und rühren sich nicht? Spürst du die Erde, Kai? Riechst du den Gestank in der Luft? Das ist echt, und.... 》" (S.64) "》Opa, warum hast du mir nie erzählt, was hier passiert ist?《 》Weil es Geschichten gibt, die man nicht erzählt.《 》Das ist doch nur eine Floskel.《 》Nein, Kai, es ist die Wahrheit.《" (S.71) Ein ergreifender Roman über das Verleugnen der eigenen Vergangenheit und das Vergessen seiner selbst. Aber auch um Verlust, das Loslassen und Neu-Beginn nach traumatischen Erlebnissen. Sehr beeindruckend und berührend in einer Großvater-Enkel-Beziehung dargestellt. Die Erzählung springt zwischen Gegenwart und dem interaktiven Erleben der Erinnerungen hin und her, was auf den ersten Blick etwas irritieren kann und gewöhnungsbedürftig ist. Empfohlen ab einem Alter von 11 Jahren.






