Jenseits von Schuld und Sühne

Jenseits von Schuld und Sühne

Paperback
4.52
WiderstandNationalsozialismusMigrantÖsterreichischer Schriftsteller

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Description

1966 machte das »Selbstgespräch« Améry schlagartig bekannt, nachdem sich der Autor bis dahin mit journalistischer Vielschreiberei für deutschsprachige Zeitungen in der Schweiz über Wasser gehalten hatte.

Es sind die Erlebnisse eines Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen, die den Hintergrund für diese Texte bilden. Die Erfahrungen von Tortur, Folter, überhaupt die Bedingungen der Intellektuellen stellen beklemmend-bohrende Fragen nach der conditio humana, nach den Bedingungen des Lebens.
Die Grenzen des Körpers werden im KZ auch zu den Grenzen der Welt, und trotz all diesen Erfahrungen hing Améry kaum mehr begreiflich an deutscher Kunst und Österreich.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Literary Essays
Format
Paperback
Pages
176
Price
20.60 €

Author Description

Jean Améry, im Oktober 1912 als Hans Mayer in Wien geboren, zählt zu den bedeutendsten europäischen Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine bahnbrechenden Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern bekannt gemacht und konfrontiert.Jean Améry starb im Oktober 1978 durch eigene Hand.Von Irene Heidelberger-Leonard ist bei Klett-Cotta eine Biographie von Jean Améry erschienen.Bei Klett-Cotta erscheint die neunbändige, reich kommentierte Werkausgabe mit zahlreichen noch nicht veröffentlichten Texten. Damit besteht zum ersten Mal ein Gesamtüberblick über das vielseitige Werk Amérys.

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„Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs.“ Unmöglich meine Empfindungen zu beschreiben oder Worte zu fassen zu dem Gelesenen. Nur kurz Folgendes: Jean Amérys Gedanken zu sehen, sie zu verstehen und der klägliche Versuch sie nachzuempfinden, waren Aufgabe meiner Lektüre. Schwer ist mir ersteres nicht gefallen - eher bin ich versunken und kann die inkommensurable Wucht und Stärke dieser Aufsätze nur aufnehmen und niemals aufhören mir den Kopf über sie zu zerbrechen. Ich bin erschrocken von der Aktualität dieses Textes, dieses Zeugnisses und es zerreißt mich, dass Jean Amérys desolate Befürchtungen und Zukunftsbeschreibungen, die in Absätzen teils erschreckend düster und hoffnungslos auffallen, heute wieder aus ihren Verstecken kriechen und man gezwungen ist zu verstehen, dass diese Befürchtungen immer schon ihre Berechtigung hatten und heute mehr denn je haben. Sich davor zu verschließen ist gefährlich und kann dem obwohl teils aufgedeckten Antisemitismus weiterhin als Deckmantel dienen und ihn abschirmen oder gar verbergen. (Oder möglicherweise gab es nie ein Versteck, musst es nie ein Versteck geben für den Antisemitismus, da dieser nie einen offiziellen Gegner, keinen Gegenspieler hatte und immer noch nicht hat. Vor wem also verstecken?) Auch das wiederaufkeimende Synonym des Antizionismus ist höchstens Euphemismus des in Europa altgekannten Judenhasses und beschreitet den gleichen tödlichen Weg der Diskriminierung. Ein Appell also: Jean Améry lesen, vorlesen (lassen), wiedergeben, weitergeben!

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