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Romane

Jenseits von Schuld und Sühne

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Über das Buch

Die Essays, die unter dem Buchtitel Jenseits von Schuld und Sühne veröffentlicht wurden, erlauben ein Wort wie das von der Bewältigung der Vergangenheit, das sonst so leer klingt. In der unnachgiebigen und zugleich nervös aufmerksamen, an Jean Paul Sartre geschulten Reflexion Amérys wird Erfahrung des vergangenen Erleidens verwandelt in Lernstoff für zukünftiges Leben. Helmut Heißenbüttel

Editionen (3)

ISBN9783608934168
VerlagKlett-Cotta
Erscheinungsdatum31.10.08
Seitenzahl156
  • anelise
    anelise

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    „Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs.“ Unmöglich meine Empfindungen zu beschreiben oder Worte zu fassen zu dem Gelesenen. Nur kurz Folgendes: Jean Amérys Gedanken zu sehen, sie zu verstehen und der klägliche Versuch sie nachzuempfinden, waren Aufgabe meiner Lektüre. Schwer ist mir ersteres nicht gefallen - eher bin ich versunken und kann die inkommensurable Wucht und Stärke dieser Aufsätze nur aufnehmen und niemals aufhören mir den Kopf über sie zu zerbrechen. Ich bin erschrocken von der Aktualität dieses Textes, dieses Zeugnisses und es zerreißt mich, dass Jean Amérys desolate Befürchtungen und Zukunftsbeschreibungen, die in Absätzen teils erschreckend düster und hoffnungslos auffallen, heute wieder aus ihren Verstecken kriechen und man gezwungen ist zu verstehen, dass diese Befürchtungen immer schon ihre Berechtigung hatten und heute mehr denn je haben. Sich davor zu verschließen ist gefährlich und kann dem obwohl teils aufgedeckten Antisemitismus weiterhin als Deckmantel dienen und ihn abschirmen oder gar verbergen. (Oder möglicherweise gab es nie ein Versteck, musst es nie ein Versteck geben für den Antisemitismus, da dieser nie einen offiziellen Gegner, keinen Gegenspieler hatte und immer noch nicht hat. Vor wem also verstecken?) Auch das wiederaufkeimende Synonym des Antizionismus ist höchstens Euphemismus des in Europa altgekannten Judenhasses und beschreitet den gleichen tödlichen Weg der Diskriminierung. Ein Appell also: Jean Améry lesen, vorlesen (lassen), wiedergeben, weitergeben!

    11. Juli 2025

Autorin / Autor

Über Jean Améry

Jean Améry, im Oktober 1912 als Hans Mayer in Wien geboren, zählt zu den bedeutendsten europäischen Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine bahnbrechenden Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern bekannt gemacht und konfrontiert. Jean Améry starb im Oktober 1978 durch eigene Hand.

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