Blick ins Buch

Fachbücher

Jenseits von Schuld und Sühne

4,5(2)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Es sind die Erlebnisse und Reflexionen eines Intellektuellen, der die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen überlebte, die den Hintergrund für diese essayistischen Texte bilden. »Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt«, schreibt der in Wien geborene Améry, der sich später für den Freitod entschied. Diese »Bewältigungsversuche eines Überwältigten«, die Jean Améry schlagartig bekannt machten und denen Peter Matic´ hier eine Stimme gibt, stellen beklemmend-bohrende Fragen nach der conditio humana, nach den Bedingungen des Lebens. Die gehören zu den zentralen Texten der deutschsprachigen Holocaust-Literatur. Lesung mit Peter Matić 1 mp3-CD | ca. 4 h 5 min

Editionen (3)

ISBN9783742414007
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum13.03.20
  • anelise
    anelise

    1 Follower

    „Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs.“ Unmöglich meine Empfindungen zu beschreiben oder Worte zu fassen zu dem Gelesenen. Nur kurz Folgendes: Jean Amérys Gedanken zu sehen, sie zu verstehen und der klägliche Versuch sie nachzuempfinden, waren Aufgabe meiner Lektüre. Schwer ist mir ersteres nicht gefallen - eher bin ich versunken und kann die inkommensurable Wucht und Stärke dieser Aufsätze nur aufnehmen und niemals aufhören mir den Kopf über sie zu zerbrechen. Ich bin erschrocken von der Aktualität dieses Textes, dieses Zeugnisses und es zerreißt mich, dass Jean Amérys desolate Befürchtungen und Zukunftsbeschreibungen, die in Absätzen teils erschreckend düster und hoffnungslos auffallen, heute wieder aus ihren Verstecken kriechen und man gezwungen ist zu verstehen, dass diese Befürchtungen immer schon ihre Berechtigung hatten und heute mehr denn je haben. Sich davor zu verschließen ist gefährlich und kann dem obwohl teils aufgedeckten Antisemitismus weiterhin als Deckmantel dienen und ihn abschirmen oder gar verbergen. (Oder möglicherweise gab es nie ein Versteck, musst es nie ein Versteck geben für den Antisemitismus, da dieser nie einen offiziellen Gegner, keinen Gegenspieler hatte und immer noch nicht hat. Vor wem also verstecken?) Auch das wiederaufkeimende Synonym des Antizionismus ist höchstens Euphemismus des in Europa altgekannten Judenhasses und beschreitet den gleichen tödlichen Weg der Diskriminierung. Ein Appell also: Jean Améry lesen, vorlesen (lassen), wiedergeben, weitergeben!

    11. Juli 2025

Autorin / Autor

Über Jean Améry

Jean Améry, geboren als Hans Mayer 1912 in Wien, verwendete seit 1965 das Pseudonym Jean Améry für seine schriftstellerische Arbeit. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich verließ er Wien, wurde jedoch wenig später als Widerstandskämpfer verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Konzentrationslager und war in der Nachkriegszeit als Kulturjournalist und kritischer Schriftsteller tätig. 1978 verübte Jean Améry Suizid.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick