Irgendwo in diesem Dunkel

Irgendwo in diesem Dunkel

Hardback
4.217
HeimatlosSowjetunionSuizidFlucht

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Description

In "Sie kam aus Mariupol", ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, hat Natascha Wodin ihrer Mutter ein berührendes literarisches Denkmal gesetzt. Jetzt lässt sie ein Buch folgen, das an den Freitod der Mutter 1956 anschließt. Erzählt wird die Zeit, als die ältere der beiden Töchter sechzehn ist, ein mehrjähriger Aufenthalt in einem katholischen Kinderheim liegt hinter ihr. Sie lebt beim Vater in den "Häusern" am Fluss, abseits vom deutschen Städtchen, unter Verschleppten und Entwurzelten in einer Welt außerhalb der Welt. Dabei möchte sie so gern zu den Deutschen gehören, möchte Ursula oder Susanne heißen und träumt von einem Handwerker, den sie heiraten könnte, um ihrer russischen Herkunft zu entkommen. Aber der seit je gefürchtete Vater sperrt sie ein. Sie soll keine roten Schuhe tragen, sie soll zu Hause putzen. In einem Taftkleid der Mutter flieht sie in die Vogelfreiheit, die Schutzlosigkeit der Straße. Diese Geschichte eines Mädchens, das als Tochter ehemaliger Zwangsarbeiter im Nachkriegsdeutschland lebt – misstrauisch beäugt und gemieden von den Deutschen, voller Sehnsucht, endlich ein Teil von ihnen zu sein –, wird aus dem Rückblick erzählt, ausgehend vom Tod des Vaters in einem deutschen Altenheim. Sein Leben, das noch in der russischen Zarenzeit begonnen hat und fast das gesamte 20. Jahrhundert überspannt, ist für die Tochter immer ein Geheimnis geblieben. Irgendwo in diesem Dunkel, hinter all dem Schweigen, sucht sie den Schlüssel zum Verstehen. Eine ungeheuerliche Geschichte der Ort- und Obdachlosigkeiten, erzählt in der klaren, um Sachlichkeit bemühten und doch von Emotion und Poesie getragenen Sprache Natascha Wodins, die ihresgleichen sucht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
240
Price
20.60 €

Author Description

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihren 1983 erschienenen ersten Roman Die gläserne Stadt folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, darunter die Romane Nachtgeschwister und Irgendwo in diesem Dunkel. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für Sie kam aus Mariupol wurden ihr der Alfred-Döblin-Preis, der Preis der Leipziger Buchmesse und der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 verliehen. 2022 wurde sie mit dem Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Posts

5
All
5

Sehr berührendes, aber auch sehr trauriges Buch.

5

Berührend, gleichzeitig schockierend und menschlich unvorstellbar. Dennoch sollte man dieses Buch, ebenso wie "Sie kam aus Mariupol", irgendwann einmal gelesen bzw. gehört haben.

5

Flüchtlingserfahrung im Deutschland der 1950-ger Jahre. Brutal. Traurig. Fortsetzung des Romans zu Mariupol.

4

4,5⭐️ Mein lieber Schwan. Die Frau kann Lebensgeschichten erzählen wie keine Zweite. Sie kam aus Mariupol hat mich bereits absolut überzeugt. Jetzt ging es weiter, die Zeit in Deutschland, nach dem Tod ihrer Mutter, die Zeit auf einer Nonnenschule, das Leben mit Vater und Schwester in den Unterkünften für Einwanderer, danach die Jugend auf der Straße. Zur Vergangenheit ihres Vaters erfährt sie wenig. Vieles muss auf Spekulationen beruhen. Selbst in dem Ganzen Ungesagten, den Bildern, die sie wachruft, steckt so viel drin, als würd dir einer fett einen mit ner Keule überziehen. Das Buch tut weh. Ihre Geschichte tut weh.

4

4,5⭐️ Mein lieber Schwan. Die Frau kann Lebensgeschichten erzählen wie keine Zweite. Sie kam aus Mariupol hat mich bereits absolut überzeugt. Jetzt ging es weiter, die Zeit in Deutschland, nach dem Tod ihrer Mutter, die Zeit auf einer Nonnenschule, das Leben mit Vater und Schwester in den Unterkünften für Einwanderer, danach die Jugend auf der Straße. Zur Vergangenheit ihres Vaters erfährt sie wenig. Vieles muss auf Spekulationen beruhen. Selbst in dem Ganzen Ungesagten, den Bildern, die sie wachruft, steckt so viel drin, als würd dir einer fett einen mit ner Keule überziehen. Das Buch tut weh. Ihre Geschichte tut weh.

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