Into the Wild
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Description
"It may be nonfiction, but Into the Wild is a mystery of the highest order." —Entertainment Weekly
McCandess had given $25,000 in savings to charity, abandoned his car and most of his possessions, burned all the cash in his wallet, and invented a new life for himself. Not long after, he was dead. Into the Wild is the mesmerizing, heartbreaking tale of an enigmatic young man who goes missing in the wild and whose story captured the world’s attention.
Immediately after graduating from college in 1991, McCandless had roamed through the West and Southwest on a vision quest like those made by his heroes Jack London and John Muir. In the Mojave Desert he abandoned his car, stripped it of its license plates, and burned all of his cash. He would give himself a new name, Alexander Supertramp, and, unencumbered by money and belongings, he would be free to wallow in the raw, unfiltered experiences that nature presented. Craving a blank spot on the map, McCandless simply threw the maps away. Leaving behind his desperate parents and sister, he vanished into the wild.
Jon Krakauer constructs a clarifying prism through which he reassembles the disquieting facts of McCandless's short life. Admitting an interest that borders on obsession, he searches for the clues to the drives and desires that propelled McCandless.
When McCandless's innocent mistakes turn out to be irreversible and fatal, he becomes the stuff of tabloid headlines and is dismissed for his naiveté, pretensions, and hubris. He is said to have had a death wish but wanting to die is a very different thing from being compelled to look over the edge. Krakauer brings McCandless's uncompromising pilgrimage out of the shadows, and the peril, adversity, and renunciation sought by this enigmatic young man are illuminated with a rare understanding—and not an ounce of sentimentality. Into the Wild is a tour de force. The power and luminosity of Jon Krakauer's stoytelling blaze through every page.
Book Information
Posts
Einer, der alles hinter sich ließ um das Leben zu suchen, es fand, und schließlich verlor.
Happiness only real, when shared! Dieses Buch wird mich noch lange begleiten! Als ich vor einigen Jahren den Film zum Buch „Into the Wild“ gesehen habe, war ich tagelang eingenommen von der tragischen Geschichte von Chris McCandless und wollte daraufhin unbedingt das Buch lesen. Seitdem liegt das Buch auf dem SuB und wartete auf einen geeigneten Zeitpunkt, für so ein melancholisches Werk. Am Ende muss ich sagen, bin ich froh das Buch gelesen zu haben - die Geschichte hat mich total berührt. In den beiden Lagern, in denen Chris auf der einen Seite als Spinner dargestellt wird und auf der anderen Seite bewundert, sehe ich mich klar auf der Seite der Letzteren. Auch wenn Chris zu extrem und fatal in seinem Wesen und Verhalten ist, kann ich die Flucht aus der Welt in die Natur sehr verstehen. Nicht unerwähnt möchte ich lassen wie unfassbar gut die Geschichte von Chris recherchiert wurde. Die Gedanken des Autors fand ich dabei eher bereichernd als störend - lediglich der persönliche Hang und Vergleich zum Alpinismus hätte etwas weniger sein dürfen. Das Buch war trotz des eher „schwereren“ Themas unglaublich gut zu lesen und sehr kurzweilig.
Aufbruch ohne Wiederkehr
Ein Buch, das schon eine ganze Weile in meinem Regal stand und irgendwie auf den richtigen Moment gewartet hat. Als der Frühling langsam Einzug hielt, wusste ich: Jetzt ist die Zeit für Alaska. Also endlich für "In die Wildnis" von Jon Krakauer. Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Chris McCandless, der direkt nach seinem Uniabschluss im Sommer 1990 alles hinter sich ließ. Ohne Abschied, ohne konkretes Ziel, zumindest keines, das seine Familie kannte. Für Eltern und Schwester verschwand er spurlos. Erst im August 1992 wurde seine Leiche in der Wildnis Alaskas gefunden. Zwei Jahre Ungewissheit, zwei Jahre Schweigen und unzählige Fragen. Krakauer veröffentlichte Anfang 1993 zunächst einen Artikel über diesen rätselhaften jungen Mann. Doch das Schicksal von Chris ließ ihn nicht los. Er begann, tiefer zu recherchieren, sprach mit Menschen, die Chris auf seiner Reise begegnet waren, führte Gespräche mit den Eltern und seiner Schwester Carine. Aus dieser intensiven Spurensuche entstand schließlich dieses Buch, eine Mischung aus Reportage, Biografie und literarischer Annäherung. Sehr schnell wird klar: Chris wollte nicht nur reisen. Er wollte sich neu erfinden. Er legte seinen Namen ab und nannte sich fortan Alexander Supertramp. Mit seinem geliebten gelben Datsun begann seine Reise quer durch Nordamerika. In Arizona unterlief ihm jedoch ein folgenschwerer Fehler: Er parkte sein Auto in einem trockenen Flussbett. In der Nacht verwandelten heftige Regenfälle das Gelände in einen reißenden Strom. Der Wagen war nicht mehr zu retten. Chris ließ ihn zurück, packte das Nötigste in seinen Rucksack – darunter einige Bücher, verbrannte sein restliches Geld und zog weiter. Spätestens hier wird deutlich, wie radikal er mit seinem bisherigen Leben brach. "Ich will nicht wissen, wie spät es ist. Ich will nicht wissen, welchen Tag wir haben oder wo ich bin. All das ist unwichtig." (S. 18) Auf seinem Weg begegnete er vielen Menschen, die ihn ins Herz schlossen. Jan und Bob, ein reisendes Paar im Wohnwagen, mit denen er eine Zeit lang unterwegs war. In Kalifornien traf er Ron Franz, eine Begegnung, die mich besonders berührt hat. Für eine kurze Zeit schienen sie füreinander Halt zu sein, fast wie Familie. Doch Chris blieb rastlos. Er wollte keine Wurzeln schlagen. In Carthage, South Dakota, lernte er Wayne Westerberg kennen, arbeitete auf dessen Hof und wurde Teil einer kleinen Gemeinschaft. Zwischen den beiden entstand eine ehrliche Freundschaft. Als Westerberg verhaftet wurde, zog Chris erneut weiter. Am 27. April 1992 erhielt Wayne die letzte Karte von ihm, geschrieben aus Fairbanks. Darin verabschiedete sich Chris mit den Worten: "... Dieses Abenteuer geht vielleicht tödlich aus, und es kann sein, daß Du nie wieder von mir hören wirst. Ich möchte aber, daß Du weißt, wie sehr ich Dich bewundere. Ich breche nun in die Wildnis auf." Rückblickend laufen einem bei diesen Zeilen unweigerlich Schauer über den Rücken. Krakauer ergänzt Chris’ Geschichte immer wieder durch Exkurse über andere Aussteiger und Abenteurer wie Gene Rosellini, der versuchte, vollkommen selbstversorgend zu leben, John Mallon Waterman, einen rastlosen Bergsteiger, Carl McCunn, der in der Wildnis auf seine nicht organisierte Abholung wartete, und Everett Ruess, der in den 1930er Jahren spurlos verschwand. Diese Einschübe zeigen, dass Chris kein Einzelfall war. Der Wunsch, sich von der Gesellschaft zu lösen und in der Natur eine Wahrheit zu finden, ist kein neues Phänomen. Ich fand diese Parallelen sehr interessant, weil sie Chris’ Geschichte in einen größeren Zusammenhang stellen. Sein großes Ziel aber war Alaska. Über Umwege, per Anhalter, mit Güterzügen oder sogar mit dem Kanu bis nach Mexiko, zog es ihn letztlich immer wieder nach Norden. Schließlich wanderte er den Stampede Trail entlang und stieß auf einen alten, verlassenen Bus aus den 1940er Jahren. Dieser Omnibus wurde zu seiner Unterkunft und zu dem Ort, an dem im August 1992 seine Gebeine mit nur noch dreiunddreißig Kilo gefunden wurde. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, wer Chris wirklich war. Er hatte offenbar große Konflikte mit seinem Vater und dem wohlhabenden Lebensstil seiner Eltern. Materielle Dinge lehnten ihn ab, vielleicht auch, weil sie für ihn ein Symbol für Oberflächlichkeit und Anpassung waren. Seine Reise wirkte wie eine Flucht, aber auch wie eine Suche. Mit erstaunlich wenig Besitz erlebte er unglaublich viel und hinterließ bei vielen Menschen bleibenden Eindruck. Und doch blieb da dieses Gefühl der Sorge. Selbst als absolute Laie in Sachen Survival wurde mir schnell klar, wie schlecht ausgestattet er für Alaska war. Zu wenig warme Kleidung, kaum geeignete Ausrüstung für die Jagd, keine ausreichende Möglichkeit, Fleisch haltbar zu machen. Am Ende war er stark auf Pflanzen und Beeren angewiesen, sein Pflanzenratgeber wurde später bei ihm gefunden. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, ob giftige Pflanzen zu seinem Tod beitrugen. Die Meinungen über Chris McCandless gehen weit auseinander. Für die einen ist er ein mutiger Idealist, für andere ein naiver Träumer. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Er war entschlossen und kompromisslos, aber auch erschreckend unvorbereitet. In seinem Rucksack befanden sich Bücher von Leo Tolstoi, Jack London und Henry David Thoreau. Krakauer zitiert immer wieder von Chris markierte Passagen aus diesen Werken. Diese literarischen Einschübe spiegeln seine Gedankenwelt wider, seine Auseinandersetzung mit Existenz, Gesellschaft und Natur. Für mich persönlich waren diese Passagen stellenweise etwas langatmig und haben meinen Lesefluss gebremst, was letztlich zu einem kleinen Stern Abzug geführt hat. Dennoch unterstreichen sie eindrücklich, wie sehr Chris von diesen Ideen geprägt war. "Er verlangte sich sehr viel ab - mehr als er am Ende in der Lage war, zu geben." (S. 274) Auch die Gespräche mit seiner Schwester Carine, die später selbst ein Buch über ihren Bruder veröffentlichte, verleihen der Geschichte eine zusätzliche, sehr persönliche Ebene. Man spürt, dass hinter der Legende „Alexander Supertramp“ ein Sohn und Bruder stand, dessen Verschwinden tiefe Wunden hinterließ. Fazit: "In die Wildnis" ist weit mehr als ein Abenteuerbericht. Es ist eine Geschichte über Freiheit, Rebellion, Idealismus und die schmale Grenze zwischen Mut und Selbstüberschätzung. Ein Buch, das bewegt, nachdenklich macht und noch lange nachhallt. Eine eindringliche, wahre Geschichte über einen jungen Mann, der als Chris McCandless geboren wurde und als Alexander Supertramp in die Wildnis aufbrach.

„Happiness only real when shared“ - Alex Supertramp
Jon Krakauer erzählt die wahre Geschichte von Christopher McCandless, der sich selbst den Namen Alex Supertramp gibt und alles hinter sich lässt: Besitz, Erwartungen, Gesellschaft. Auf der Suche nach etwas Echtem. Nach Stille. Nach Freiheit. Und auch wenn ich wusste, wie es endet, hat es mich mit voller Wucht getroffen. Denn was dieses Buch auslöst, ist kein klassisches Mitleid. Es ist eine stille, wütende, sehnsüchtige Form von Verständnis. Für das Ringen. Für den Wunsch, rauszugehen – und anzukommen, irgendwo, irgendwann, bei sich selbst. Krakauer schreibt eindringlich, aber nie überdramatisiert. Und in all dem dokumentarischen Ton liegt so viel Menschlichkeit. Am Ende war ich leer, erfüllt, traurig, wütend – und irgendwie still. Weil ich gespürt habe, dass dieses Buch etwas sagt, das größer ist als die Geschichte selbst. 6 von 5 Sternen – weil es mich verändert hat. Weil Alex Supertramp bleibt. „And you think you have to want more than you need Until you have it all you won't be free Society, you're a crazy breed I hope you're not lonely without me“ - Eddie Vedder, Society #IntoTheWild #JonKrakauer #AlexSupertramp #EddieVedder #FreedomAndSolitude #BücherDieVerändern #Guaranteed
"Wir müssen einfach den Mut haben, uns von unserem gewohnten Lebensstil abzukehren und uns auf ein unkonventionelles Leben einzulassen." Klappentext: Im August 1992 wurde die Leiche von Chris McCandless im Eis von Alaska gefunden. Wer war dieser junge Mann, was hatte ihn in die gottverlassene Wildnis getrieben? Jon Krakauer geht eben diesen Fragen nach und schildert in eigenen Worten und anhand von Befragungen von Leuten, die Chris in seinen letzten Monaten kennengelernt haben, wie lebte und wie starb Chris McCandless. Was trieb ihn von seinem behüteten Zuhause fort? Einen großen Part spielte wohl auch die Suche nach mehr. Chris erlebte seine Abenteuer, mit Höhen und Tiefen. Ich kannte zwar den Film, aber das Buch, diese Geschichte des jungen Chris McCandless zu lesen, war intensiver. Ich verfolgte regelrecht jeden Schritt, den er selbst ging. Ich finde, Jon Krakauer hat Chris' Geschichte sehr bewegend und real dargestellt. Es ist eine traurige Geschichte mit keinem schönen Ende. Aber doch gibt sie Anregungen, sein eigenes Leben zu reflektieren. Immer wieder verstecken wir uns hinter Vorschriften und Zwängen, aber ist das leben? Vielleicht halten wir Leute wie Chris (und andere in diesem Buch vorgestellte Personen) für verrückt, dass sie solche Abenteuer wagen, vor allem, wenn es schlecht ausgeht. Aber sie haben gelebt und etwas ERlebt! Und noch Jahrzehnte später sind sie nicht vergessen. "Everett war ein seltsamer Typ", räumt Sleight ein. "Irgendwie anders. Aber er und McCandless - die beiden haben zumindest versucht, ihre Träume zu leben. Das ist das großartige an ihnen. Sie haben es versucht. Das tun die wenigsten."

Das Buch wirkt wie der Versuch von Jon Krakauer, Christopher McCandless im Nachhinein Sinn und Tiefe zu geben – manchmal etwas bemüht. Statt einer klaren Einordnung verliert er sich in Rechtfertigungen und Nebensträngen. Der Film von Sean Penn mit Emile Hirsch in der Hauptrolle als Alexander "Supertramp" und der fantastischen Musik von Eddie Vedder ist direkter: emotional, zugespitzt und stellenweise romantisch, aber ehrlicher in seiner Wirkung. Er überlässt es eher dem Zuschauer, McCandless auch kritisch zu sehen.
Jon Krakauer’s writing surprised me positively though the portrayal of Chris McCandless was a bit too heroic and made him seem like the most extraordinary person that has ever walked this earth. Nonetheless I really liked the story because it made me think and rethink about what I would like my life to look like. I do actually understand the need to get away from society as far as possible though in the end: Happiness only real when shared. How very true!
Über Chris McCandless und sein Abenteuer in der Wildnis Alaskas ist nur sehr wenig bekannt. Jon Krakauer hat sorgfältig mehrere Erzählungen, ein Geflecht aus Interpretationen und Vermutungen, Briefen, Postkarten und Ermittlungsergebnisse zusammengetragen, Interviews mit Menschen, die Chris während seiner Jugend kannten, und solchen, die ihn in seinen letzten Jahren seines Nomadenlebens kennenlernten liefern Einblicke in das Wesen des jungen Mannes und seine Beweggründe. Der journalistische Ansatz, die Geschichte nachzuerzählen, Hinweise aufzudecken und Lücken zu füllen, sorgt für eine fesselnde Erzählung. Krakauer fand offenbar auffällige Parallelen und Reflexionen seiner selbst in McCandless, was zu einer subjektiven und leicht verzerrten Interpretation von McCandless' Charakter und dessen, was möglicherweise geschehen ist oder auch nicht, geführt haben könnte. Seine leichte Voreingenommenheit ist jedoch genau der Grund, warum dieses Buch so gut funktioniert.

Sehr interessantes Buch über eine spannende Persönlichkeit und die Hintergründe seines letzten Abenteuers. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Rolle im Leben suchte und sie immer wieder in der Wildnis, Abenteuern, philosophischen Gedanken und der Einsamkeit fand. Ergänzt wird die Beschreibung dieses letzten Abenteuers immer wieder mit Interessanten Erläuterungen zur Recherche, persönlichen Erfahrungen des Autors und seiner Rolle in der Aufklärung der Umstände des Todes des jungen Mannes. Wirklich interessant! Bin gespannt auf den Film.
Man merkt dem Autoren Jon Krakauer seine journalistische Expertise direkt mit den ersten Sätzen des Vorworts an . Er versteht es, von Beginn an bis zum Ende des Buches, den Leser zu fesseln, auch wenn bereits zu Beginn des Buches über das tragische Ende Chris McCandless berichtet wird. Ich betrachte dieses Buch per se nicht als Roman, eher ist es für mich als eine Absolution zu verstehen, die Jon Krakauer offensichtlich sehr am Herzen lag. Er verfasste den damaligen Artikel über das jähe Ende von Chris McCandless' Odyssee durch die Wildnis Alaskas und erhielt einige erzürnte Leserbriefe, die in ihrer Arroganz wiederum die Arroganz und Naivität von Chris anprangerten. Aufgrund der gemeinsamen Affinität von Krakauer und McCandless gegenüber Extremsport und dem damit einhergehenden immerwährenden Abstecken neuer Grenzen, begibt sich Jon Krakauer mit seinem journalistischen Geschick auf die Spuren von McCandless und spricht mit kurzzeitigen Weggefährten und der Familie. Unterbrochen wird dies durch Berichte über andere Aussteiger, die ein tieferes Gefühl und Verständnis gegenüber Chris' Beweggründen vermitteln sollen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und mich hat insbesondere das Ende tief berührt. Ich vergebe 4,5 Sterne und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Jack London is King. Alexander Supertramp Mai 1992
Eine mitreißende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. In uns allen steckt ein Chris McCandless. Er hat seinen Traum gelebt. Der Auto begibt sich auf die Spuren des Aussteigers, Weltbummlers, Trampers, eines junger Mannes, der seiner Sehnsucht gefolgt ist. Tolle Zitate von Jack London, Tolstoi, Thoreau, Twain und vielen anderen lassen die Sehnsucht von Chris verständlicher und näher erleben. Buch und Film sind einfach hervorragend und eine Herzensempfehlung!

Anfangs hat mich das Buch sehr mitgerissen, doch mit der Zeit kommen immer mehr zufällige Kapitel über andere Abenteurer und auch den Autor selbst hinzu. Ein dünneres Buch, das sich auf die eigentliche Geschichte konzentriert, hätte mir besser gefallen. Hervorzuheben ist jedoch die Qualität der Recherche.
2007 erschien der Film "Into The Wild". Damals haben ihn irgendwie alle in meinem Umfeld geschaut. Und geliebt. Schließlich war der Soundtrack von Eddie Vedder. Der Rest war dann schon fast Nebensache. Auch ich habe den Film natürlich auf DVD, habe den Soundtrack unzählige Male gehört, aber das Buch tatsächlich nie gelesen. Ich habe dafür keine Erklärung. Aber vor ein paar Monaten fand ich ein Exemplar in einer Bücherkiste an der Straße. Ein Zeichen.
Interessant und bewegend
Nachdem ich den Film "Into the wild" gesehen habe, hat mich die Geschichte um Chris McCandless nicht mehr losgelassen. Ich wollte mehr darüber wissen und habe mir das Buch von Jon Krakauer gekauft. Dieses hat mich ebenso bewegt wie der Film. Ich fand es interessant die Hintergründe des Ganzen zu erfahren und auch die Umstände des Todes wurden analysiert. Stellenweise fand ich die Ausführungen zu anderen Personen, die ähnliches erlebt haben, etwas lang. Dennoch: Das Buch lässt mich mit einem etwas traurigen Gefühl zurück. Ich bin aber beeindruckt, dass Krakauer so umfassend in der Sache recherchiert hat und es schafft, ein gewisses Gefühl für die Handlungen von McCandless zu vermitteln. Wirklich lesenswert!
Ein junger, gebildeter Mann aus wohlhabenden Verhältnisse verlässt nach seinem Collegeabschluss seine Heimat auf nimmer Wiedersehen und (noch schlimmer) Wiederhören und versucht sich von den Lasten der Zivilisation zu befreien. Gibt Wagen, Geld und gute Ratschläge auf und wird zu einem Hobo. Klingt wie eine moderne Version vom Leben eines Taugenichts, denn letztlich wird ihm seine Naivität zum Verhängnis und statt mit und von der Wildnis in Alaska zu leben, wird im die Unkenntnis über die Natur zum Verhängnis, und er verhungert. Fast schon einwenig zu melodramatisch, wenn es Fiktion wäre. Aber nun ist dies Chris McCandless mit 24 Jahren im Jahr 1992 genauso passiert. Nachdem der Journalist Krakauer in einem Outdoor-Magazin kurz darauf über diesen tragischen Tod berichtet, überschlagen sich die Leserbriefe in der Redaktion. Die Einen halten den selbst ernannten Aussteiger für einen der größten Abenteuerer, für die Anderen ist er ein blauäugiger Spinner. Im darauffolgenden Jahr begibt sich Krakauer auf Spurensuche, beginnend von der Kindheit in Virginia, bis zum Auszug nach Kalifornien, wo Chris einige Leute kennenlernt, die sich für den redegewandten, höflichen jungen Mann begeistern, ein Stück seines Weges ihn begleiten und sich dann ihn erinnern, als die Todesnachricht durch die Presse geht. Von Chris selbst gibt es nur wenige Briefe, Postkarten und kurze Tagebucheinträge. Ansonsten schafft es der Autor, ein ziemlich detailliertes Bild auf der Grundlage seiner Gespräche mit Weggefährten von McCandless zu zeichnen. Interessant sind vor allem zwei Kapitel, die von Krakauers eigenen Ambitionen im Extrembergsport als junger Mann berichten. Auch der Autor setzte sich der Todesgefahr aus, als er im Alleingang einen schier unbezwingbaren Berg in Alaska bei Schnee- und Eisregen bestieg. Krakauer will Verständnis gewinnen bei seiner Leserschaft für sein und McCandless' Verhalten gegenüber der Todesgefahr, doch dieser Vergleich hinkt, denn Krakauer war sehr wohl gut vorbereitet und ausgestattet bei seinem Alleingang. McCandless ist dagegen ein Träumer, dessen Ehrgeiz jegliche Warnhinweis der lokalen Bevölkerung überdeckte. Obwohl das Buch hervorragend aufgebaut und geschrieben ist, bleibt somit ein übler Nachgeschmack bei mir haften aufgrund der Ignoranz der beschriebenen Hauptfigur. Insbesondere der Rückblick auf seine Eltern, die er über Jahre im Ungewissen ließ, wo er sich auf der Welt befand, stieß mich vollkommen ab. Wahrscheinlich weil ich einen Sohn im gleichen Alter habe, der sich auch nur sporadisch bei seinen Eltern meldet, nachdem er ausgezogen ist. Nichts, was die Eltern McCandless angetan haben mit ihrer Erziehung, rechtfertigt sein selbstverliebtes Verhalten. Im Buch wird er immer wieder als unterhaltsamer und geselliger Mensch beschrieben. Das steht aber im Widerspruch zu seinem Narzissmus, der es ihm noch nicht mal ermöglichte, seiner geliebten Schwester oder engeren Freunde zu erzählen, wie es ihm ging und wo er sich befindet. Fazit: Eine gute Aufarbeitung eines tragischen Falls von Selbstüberschätzung. Leider kann dieses Buch eventuell jungen Menschen als Inspiration für einen eigenen Ausstieg dienen. Hier ist der Autor zu sehr selbst vom Fernweh, der rauen Natur und dem Extremsport fasziniert, um dies ausreichend kritisch zu würdigen. Daher gibt es einen Stern Abzug. Das Buch hat mich bewegt. Auf jeden Fall ist es sehr lesenswert.
" Ich habe ein glückliches Leben gelebt und bin Gott von ganzem Herzen dankbar." Autor John Krakauer forscht auf den Spuren Chris McCandless. Was hat den jungen Mann bewogen, in die Wildnis Alaskas zu ziehen und wie ist es zu seinem Tod gekommen? Es handelt sich bei diesem Buch um keinen Roman sondern um einen Tatsachen Bericht. Dennoch konnte mich die Story und das Schicksal von Chris McCandless emotional berühren. John Krakauer hat viel herausgefunden, mit vielen Menschen gesprochen, die Chris ein kurzes Stück seines Lebens begleitet haben. Sein Abenteuerwille und seine Mut haben mich beeindruckt, seine Naivität manchmal erschreckt und sein Durchhaltewille überrascht. Ein Leben, wie ich es mir nie vorstellen könnte, ein junger Mann, der seinen Traum leben will und dafür alles zurücklässt. Eine Geschichte, die mich noch lange gedanklich begleiten wird. Die Illustrationen in dieser Büchergilde Ausgaben sind unglaublich toll und bringen noch mehr die Atmosphäre des Buches rüber. Ein Stück Geschichte, über das jeder denken mag, wie er will. Mich hat es beeindruckt.
Verführt zum Träumen, wurde aber auffallend in die Länge gezogen.
Faszinierende Geschichte über einen jungen Mann, der es gewagt hatte, dem Alltagstrott zu entfliehen um sich mit einfachsten Mitteln den Widrigkeiten des Lebens in der Natur zu stellen und dabei mit vielen unbezahlbaren Eindrücken belohnt wurde. Chris McCandless Geschichte wird hier oftmals durch eigene oder fremde Eindrücke gestreckt, was wie so oft Geschmacksache ist. Grösstenteils Lesenswert.
Mir reicht’s, ich bin dann mal weg. Wann habt ihr sowas zuletzt gedacht? Ich muss sagen, ich hab häufiger mal so Gedanken. In letzter Zeit öfter als vielleicht früher Mal. Wofür ist das alles gut? Warum muss es immer höher, schneller, weiter, besser sein und wo bleibt denn die Genügsamkeit? Kann ich überhaupt noch zufrieden sein und welche Rolle spielt die Gesellschaft bei diesem Denken? Bin ich Individuum und was bedeutet das? Was will ich eigentlich? Allgemeingültige Antworten gibt es darauf für mich nicht. Den einen Tag ist es so und am nächsten halt ganz anders. Und das ist, denke ich, auch ganz normal. „In die Wildnis“ ist ein Bericht über das Leben von Christopher McCandless, der sich, mit so wenig Ausrüstung wie möglich, auf das Abenteuer seines Lebens begibt. Vermutlich ähnliche Gedanken und Fragen im Kopf, allerdings in viel krasserer und unnachgiebigerer Form, stur und idealistisch, irgendwie sympathisch und liebenswert, aber halt auch ziemlich durchgeknallt, findet er auf seiner Reise sowas wie die große Erkenntnis, aber halt leider auch den Tod. Ich bin sehr fasziniert von dieser Persönlichkeit und finde seinen Entschluss eigentlich eher mutig als dämlich, wobei sich da die Geister scheiden.
Ein intensives Buch, bei dem ich gar nicht richtig wusste was mich erwartet; und das obwohl ich das Ende schon kannte. Es ist kein Spoiler, denn in "In die Wildnis" beschäftigt sich der Bergsteiger & Journalist Jon Krakauer mit dem Leben und vor allem dem frühen Tod von Chris McCandless. Vielen sicherlich auch bekannt durch den Film "Into the wild". Anzumerken ist auch diese wunderschöne von Christian Schneider illustrierte und in Leinen gebundene Ausgabe der Büchergilde. Sicher ds schönste Buch in meiner Sammlung. "McCandless war nicht irgendein hohler Traumtänzer, ziel- und orietierungslos und von einer existenziellen Hoffnungslosigkeit befallen. Im Gegenteil: Er wollte leben, und zwar so intensiv wie irgend möglich, und er wusste auch wofür. Aber was er dem Leben an Sinn abgerungen hatte, war nicht auf dem Weg des geringsten Widerstands zu erreichen..." Der Autor beleuchtet das Leben und Sterben von Chris, welcher auszog, sich von seiner Familie und allem lossagte, um zu trampen und dann sein großes Abenteuer "Leben in der Wildnis von Alaska" zu verwirklichen. Dabei lässt Jon Krakauer aber auch seine eigene Meinung und seine Erfahrungen einfließen, was ich besonders interessant fand und wodurch das Buch keine staubtrockene Sachlektüre wird. Wir springen in den Zeiten, aber am Ende gibt es ein gut gezeichnetes Bild von Chris, bei dem man sich als Leser trotzdem noch sehr viele eigene Gedanken machen kann. Durch das Tagebuch was Chris schrieb, Fotografien die man bei ihm fand und auch Freunde, Familie und Bekannte, die zu Wort kommen zeichnet sich ein ganz gutes aber sicher nie vollständiges Bild von diesem spannenden Charakter. Man muss ihn nicht mögen, man muss nicht komplett nachvollziehen können, warum er so leben wollte wie er es tat, aber man kann trotzdem sehr viel daraus für sich mitnehmen. Denkanstöße, Ideale über die man grübeln kann. Die Recherchearbeit des Autoren ist toll und der Schreibstil abwechslungsreich, bestückt mit Zitaten, Interviews, Referenzen zu anderen "Abenteurern / Aussteigern" und in dieser Ausgabe auch wunderschönen Zeichnungen von Christian Schneider! Es war ein intensives Buch und ein intensiver Austausch mit Sybi von Coyote Diaries (YouTube), den ich sehr genossen habe. Aktuell ist der Film leider auf keiner StreamingPlattform kostenfrei zu bekommen, aber ich halte Ausschau und werde ihn mir dann einmal zu Gemüte führen. Wer überhaupt keinen Sinn für das Reisen hat und im Speziellen das Freiheitsgefühl was man dadurch verbinden kann (ich spreche nicht von All Inklusive Urlauben in Touristenhochburgen), der wird Chris sicherlich als Spinner abstempeln. Doch, dass dieser Junge Mann sehr viel mehr war zeigt dieses Buch. Also lest seine Geschichte und bildet Euch Euer eigenes Urteil :) Empfehlung!
Anders als im Film fand ich den Protagonisten im Buch sehr unsympathisch. Ein sehr egozentrisch (wahrscheinlich auch ob seiner Jugendlichkeit) und selbstsüchtiger Mensch. Jedoch anders als der Rest der Menschheit, da ihm Geld, Ansehen und menschliche Bindung so wenig bedeuten, sondern eher auf spiritueller und geistiger Ebene. Ungeachtet dessen, ob er durch die radikale Erfüllung seiner Bedürfnisse (zb nach Einsamkeit) anderen Menschen schadet. Auf eigenartige Weise ist er trotz seines minimalen Lebensstils sehr hedonistisch veranlagt, jedoch nicht mit Fokus auf "niederen" Freuden wie guten Essens, Sex etc, sondern ihm ist vielmehr nur das Abenteuer, die Extreme gut genug. Er hält sich für unsterblich, das kommt mehr als einmal in seinen Briefen stark zu Tage. Was im Laufe des Buches ganz nett ist - der Autor greift die Lebensgeschichte von Menschen auf, die Chris/später Alex geähnelt haben und erzählt in dem Zuge auch seine eigene Geschichte, die für mich da aber etwas deplatziert gewirkt hat. Spannend waren eher die Geschichten der Menschen, die Chris/Alex im Laufe seiner Reise getroffen hat und die Beschreibung der Natur der verschiedenen Handlungspunkte. Alles in allem ein Buch, das hin und wieder zum Nachdenken anregt, jedoch kein must-read.
I watched the movie years ago but couldn't remember much of it. The book has given me much more insight into McCandless' character (though I'm still unsure what to make of him, and I feel like some people might romanticise him and his actions) - and I've been more moved by the whole story than I thought I would. There might be some authorial bias (especially because they are similar to some extent), but on the whole, I thought it was a well-rounded insight into McCandless' life.
It is very easy to either idolize Chris McCandless as a hero leaving a capitalist, unpersonal and cold society or to condemn his as a naive and in the end stupid youth with a romantic dream and no knowledge about his dangerous endeavour. I've seen both and, in my head, I have done both. Jon Krakauer manages to do neither but to give us insight into both claims and in the process leaves it up to our own interpretation. This, I think, is just the right way to write about the live of Chris McCandless, to not just tell his story but also make us think about his motives and his actions while maintaining the necessary tact and respect for Chris and his family.
Into the Wild has been one of my favourite movies ever since I was a moody and overthinking teenager myself. And reading it gave me a more in depth background of the story, the geography and the literature that inspired McCandless' journey. What I didn't enjoy however, were the accounts of the author's personal history that were interspersed regularly.
Description
"It may be nonfiction, but Into the Wild is a mystery of the highest order." —Entertainment Weekly
McCandess had given $25,000 in savings to charity, abandoned his car and most of his possessions, burned all the cash in his wallet, and invented a new life for himself. Not long after, he was dead. Into the Wild is the mesmerizing, heartbreaking tale of an enigmatic young man who goes missing in the wild and whose story captured the world’s attention.
Immediately after graduating from college in 1991, McCandless had roamed through the West and Southwest on a vision quest like those made by his heroes Jack London and John Muir. In the Mojave Desert he abandoned his car, stripped it of its license plates, and burned all of his cash. He would give himself a new name, Alexander Supertramp, and, unencumbered by money and belongings, he would be free to wallow in the raw, unfiltered experiences that nature presented. Craving a blank spot on the map, McCandless simply threw the maps away. Leaving behind his desperate parents and sister, he vanished into the wild.
Jon Krakauer constructs a clarifying prism through which he reassembles the disquieting facts of McCandless's short life. Admitting an interest that borders on obsession, he searches for the clues to the drives and desires that propelled McCandless.
When McCandless's innocent mistakes turn out to be irreversible and fatal, he becomes the stuff of tabloid headlines and is dismissed for his naiveté, pretensions, and hubris. He is said to have had a death wish but wanting to die is a very different thing from being compelled to look over the edge. Krakauer brings McCandless's uncompromising pilgrimage out of the shadows, and the peril, adversity, and renunciation sought by this enigmatic young man are illuminated with a rare understanding—and not an ounce of sentimentality. Into the Wild is a tour de force. The power and luminosity of Jon Krakauer's stoytelling blaze through every page.
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Einer, der alles hinter sich ließ um das Leben zu suchen, es fand, und schließlich verlor.
Happiness only real, when shared! Dieses Buch wird mich noch lange begleiten! Als ich vor einigen Jahren den Film zum Buch „Into the Wild“ gesehen habe, war ich tagelang eingenommen von der tragischen Geschichte von Chris McCandless und wollte daraufhin unbedingt das Buch lesen. Seitdem liegt das Buch auf dem SuB und wartete auf einen geeigneten Zeitpunkt, für so ein melancholisches Werk. Am Ende muss ich sagen, bin ich froh das Buch gelesen zu haben - die Geschichte hat mich total berührt. In den beiden Lagern, in denen Chris auf der einen Seite als Spinner dargestellt wird und auf der anderen Seite bewundert, sehe ich mich klar auf der Seite der Letzteren. Auch wenn Chris zu extrem und fatal in seinem Wesen und Verhalten ist, kann ich die Flucht aus der Welt in die Natur sehr verstehen. Nicht unerwähnt möchte ich lassen wie unfassbar gut die Geschichte von Chris recherchiert wurde. Die Gedanken des Autors fand ich dabei eher bereichernd als störend - lediglich der persönliche Hang und Vergleich zum Alpinismus hätte etwas weniger sein dürfen. Das Buch war trotz des eher „schwereren“ Themas unglaublich gut zu lesen und sehr kurzweilig.
Aufbruch ohne Wiederkehr
Ein Buch, das schon eine ganze Weile in meinem Regal stand und irgendwie auf den richtigen Moment gewartet hat. Als der Frühling langsam Einzug hielt, wusste ich: Jetzt ist die Zeit für Alaska. Also endlich für "In die Wildnis" von Jon Krakauer. Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Chris McCandless, der direkt nach seinem Uniabschluss im Sommer 1990 alles hinter sich ließ. Ohne Abschied, ohne konkretes Ziel, zumindest keines, das seine Familie kannte. Für Eltern und Schwester verschwand er spurlos. Erst im August 1992 wurde seine Leiche in der Wildnis Alaskas gefunden. Zwei Jahre Ungewissheit, zwei Jahre Schweigen und unzählige Fragen. Krakauer veröffentlichte Anfang 1993 zunächst einen Artikel über diesen rätselhaften jungen Mann. Doch das Schicksal von Chris ließ ihn nicht los. Er begann, tiefer zu recherchieren, sprach mit Menschen, die Chris auf seiner Reise begegnet waren, führte Gespräche mit den Eltern und seiner Schwester Carine. Aus dieser intensiven Spurensuche entstand schließlich dieses Buch, eine Mischung aus Reportage, Biografie und literarischer Annäherung. Sehr schnell wird klar: Chris wollte nicht nur reisen. Er wollte sich neu erfinden. Er legte seinen Namen ab und nannte sich fortan Alexander Supertramp. Mit seinem geliebten gelben Datsun begann seine Reise quer durch Nordamerika. In Arizona unterlief ihm jedoch ein folgenschwerer Fehler: Er parkte sein Auto in einem trockenen Flussbett. In der Nacht verwandelten heftige Regenfälle das Gelände in einen reißenden Strom. Der Wagen war nicht mehr zu retten. Chris ließ ihn zurück, packte das Nötigste in seinen Rucksack – darunter einige Bücher, verbrannte sein restliches Geld und zog weiter. Spätestens hier wird deutlich, wie radikal er mit seinem bisherigen Leben brach. "Ich will nicht wissen, wie spät es ist. Ich will nicht wissen, welchen Tag wir haben oder wo ich bin. All das ist unwichtig." (S. 18) Auf seinem Weg begegnete er vielen Menschen, die ihn ins Herz schlossen. Jan und Bob, ein reisendes Paar im Wohnwagen, mit denen er eine Zeit lang unterwegs war. In Kalifornien traf er Ron Franz, eine Begegnung, die mich besonders berührt hat. Für eine kurze Zeit schienen sie füreinander Halt zu sein, fast wie Familie. Doch Chris blieb rastlos. Er wollte keine Wurzeln schlagen. In Carthage, South Dakota, lernte er Wayne Westerberg kennen, arbeitete auf dessen Hof und wurde Teil einer kleinen Gemeinschaft. Zwischen den beiden entstand eine ehrliche Freundschaft. Als Westerberg verhaftet wurde, zog Chris erneut weiter. Am 27. April 1992 erhielt Wayne die letzte Karte von ihm, geschrieben aus Fairbanks. Darin verabschiedete sich Chris mit den Worten: "... Dieses Abenteuer geht vielleicht tödlich aus, und es kann sein, daß Du nie wieder von mir hören wirst. Ich möchte aber, daß Du weißt, wie sehr ich Dich bewundere. Ich breche nun in die Wildnis auf." Rückblickend laufen einem bei diesen Zeilen unweigerlich Schauer über den Rücken. Krakauer ergänzt Chris’ Geschichte immer wieder durch Exkurse über andere Aussteiger und Abenteurer wie Gene Rosellini, der versuchte, vollkommen selbstversorgend zu leben, John Mallon Waterman, einen rastlosen Bergsteiger, Carl McCunn, der in der Wildnis auf seine nicht organisierte Abholung wartete, und Everett Ruess, der in den 1930er Jahren spurlos verschwand. Diese Einschübe zeigen, dass Chris kein Einzelfall war. Der Wunsch, sich von der Gesellschaft zu lösen und in der Natur eine Wahrheit zu finden, ist kein neues Phänomen. Ich fand diese Parallelen sehr interessant, weil sie Chris’ Geschichte in einen größeren Zusammenhang stellen. Sein großes Ziel aber war Alaska. Über Umwege, per Anhalter, mit Güterzügen oder sogar mit dem Kanu bis nach Mexiko, zog es ihn letztlich immer wieder nach Norden. Schließlich wanderte er den Stampede Trail entlang und stieß auf einen alten, verlassenen Bus aus den 1940er Jahren. Dieser Omnibus wurde zu seiner Unterkunft und zu dem Ort, an dem im August 1992 seine Gebeine mit nur noch dreiunddreißig Kilo gefunden wurde. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, wer Chris wirklich war. Er hatte offenbar große Konflikte mit seinem Vater und dem wohlhabenden Lebensstil seiner Eltern. Materielle Dinge lehnten ihn ab, vielleicht auch, weil sie für ihn ein Symbol für Oberflächlichkeit und Anpassung waren. Seine Reise wirkte wie eine Flucht, aber auch wie eine Suche. Mit erstaunlich wenig Besitz erlebte er unglaublich viel und hinterließ bei vielen Menschen bleibenden Eindruck. Und doch blieb da dieses Gefühl der Sorge. Selbst als absolute Laie in Sachen Survival wurde mir schnell klar, wie schlecht ausgestattet er für Alaska war. Zu wenig warme Kleidung, kaum geeignete Ausrüstung für die Jagd, keine ausreichende Möglichkeit, Fleisch haltbar zu machen. Am Ende war er stark auf Pflanzen und Beeren angewiesen, sein Pflanzenratgeber wurde später bei ihm gefunden. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, ob giftige Pflanzen zu seinem Tod beitrugen. Die Meinungen über Chris McCandless gehen weit auseinander. Für die einen ist er ein mutiger Idealist, für andere ein naiver Träumer. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Er war entschlossen und kompromisslos, aber auch erschreckend unvorbereitet. In seinem Rucksack befanden sich Bücher von Leo Tolstoi, Jack London und Henry David Thoreau. Krakauer zitiert immer wieder von Chris markierte Passagen aus diesen Werken. Diese literarischen Einschübe spiegeln seine Gedankenwelt wider, seine Auseinandersetzung mit Existenz, Gesellschaft und Natur. Für mich persönlich waren diese Passagen stellenweise etwas langatmig und haben meinen Lesefluss gebremst, was letztlich zu einem kleinen Stern Abzug geführt hat. Dennoch unterstreichen sie eindrücklich, wie sehr Chris von diesen Ideen geprägt war. "Er verlangte sich sehr viel ab - mehr als er am Ende in der Lage war, zu geben." (S. 274) Auch die Gespräche mit seiner Schwester Carine, die später selbst ein Buch über ihren Bruder veröffentlichte, verleihen der Geschichte eine zusätzliche, sehr persönliche Ebene. Man spürt, dass hinter der Legende „Alexander Supertramp“ ein Sohn und Bruder stand, dessen Verschwinden tiefe Wunden hinterließ. Fazit: "In die Wildnis" ist weit mehr als ein Abenteuerbericht. Es ist eine Geschichte über Freiheit, Rebellion, Idealismus und die schmale Grenze zwischen Mut und Selbstüberschätzung. Ein Buch, das bewegt, nachdenklich macht und noch lange nachhallt. Eine eindringliche, wahre Geschichte über einen jungen Mann, der als Chris McCandless geboren wurde und als Alexander Supertramp in die Wildnis aufbrach.

„Happiness only real when shared“ - Alex Supertramp
Jon Krakauer erzählt die wahre Geschichte von Christopher McCandless, der sich selbst den Namen Alex Supertramp gibt und alles hinter sich lässt: Besitz, Erwartungen, Gesellschaft. Auf der Suche nach etwas Echtem. Nach Stille. Nach Freiheit. Und auch wenn ich wusste, wie es endet, hat es mich mit voller Wucht getroffen. Denn was dieses Buch auslöst, ist kein klassisches Mitleid. Es ist eine stille, wütende, sehnsüchtige Form von Verständnis. Für das Ringen. Für den Wunsch, rauszugehen – und anzukommen, irgendwo, irgendwann, bei sich selbst. Krakauer schreibt eindringlich, aber nie überdramatisiert. Und in all dem dokumentarischen Ton liegt so viel Menschlichkeit. Am Ende war ich leer, erfüllt, traurig, wütend – und irgendwie still. Weil ich gespürt habe, dass dieses Buch etwas sagt, das größer ist als die Geschichte selbst. 6 von 5 Sternen – weil es mich verändert hat. Weil Alex Supertramp bleibt. „And you think you have to want more than you need Until you have it all you won't be free Society, you're a crazy breed I hope you're not lonely without me“ - Eddie Vedder, Society #IntoTheWild #JonKrakauer #AlexSupertramp #EddieVedder #FreedomAndSolitude #BücherDieVerändern #Guaranteed
"Wir müssen einfach den Mut haben, uns von unserem gewohnten Lebensstil abzukehren und uns auf ein unkonventionelles Leben einzulassen." Klappentext: Im August 1992 wurde die Leiche von Chris McCandless im Eis von Alaska gefunden. Wer war dieser junge Mann, was hatte ihn in die gottverlassene Wildnis getrieben? Jon Krakauer geht eben diesen Fragen nach und schildert in eigenen Worten und anhand von Befragungen von Leuten, die Chris in seinen letzten Monaten kennengelernt haben, wie lebte und wie starb Chris McCandless. Was trieb ihn von seinem behüteten Zuhause fort? Einen großen Part spielte wohl auch die Suche nach mehr. Chris erlebte seine Abenteuer, mit Höhen und Tiefen. Ich kannte zwar den Film, aber das Buch, diese Geschichte des jungen Chris McCandless zu lesen, war intensiver. Ich verfolgte regelrecht jeden Schritt, den er selbst ging. Ich finde, Jon Krakauer hat Chris' Geschichte sehr bewegend und real dargestellt. Es ist eine traurige Geschichte mit keinem schönen Ende. Aber doch gibt sie Anregungen, sein eigenes Leben zu reflektieren. Immer wieder verstecken wir uns hinter Vorschriften und Zwängen, aber ist das leben? Vielleicht halten wir Leute wie Chris (und andere in diesem Buch vorgestellte Personen) für verrückt, dass sie solche Abenteuer wagen, vor allem, wenn es schlecht ausgeht. Aber sie haben gelebt und etwas ERlebt! Und noch Jahrzehnte später sind sie nicht vergessen. "Everett war ein seltsamer Typ", räumt Sleight ein. "Irgendwie anders. Aber er und McCandless - die beiden haben zumindest versucht, ihre Träume zu leben. Das ist das großartige an ihnen. Sie haben es versucht. Das tun die wenigsten."

Das Buch wirkt wie der Versuch von Jon Krakauer, Christopher McCandless im Nachhinein Sinn und Tiefe zu geben – manchmal etwas bemüht. Statt einer klaren Einordnung verliert er sich in Rechtfertigungen und Nebensträngen. Der Film von Sean Penn mit Emile Hirsch in der Hauptrolle als Alexander "Supertramp" und der fantastischen Musik von Eddie Vedder ist direkter: emotional, zugespitzt und stellenweise romantisch, aber ehrlicher in seiner Wirkung. Er überlässt es eher dem Zuschauer, McCandless auch kritisch zu sehen.
Jon Krakauer’s writing surprised me positively though the portrayal of Chris McCandless was a bit too heroic and made him seem like the most extraordinary person that has ever walked this earth. Nonetheless I really liked the story because it made me think and rethink about what I would like my life to look like. I do actually understand the need to get away from society as far as possible though in the end: Happiness only real when shared. How very true!
Über Chris McCandless und sein Abenteuer in der Wildnis Alaskas ist nur sehr wenig bekannt. Jon Krakauer hat sorgfältig mehrere Erzählungen, ein Geflecht aus Interpretationen und Vermutungen, Briefen, Postkarten und Ermittlungsergebnisse zusammengetragen, Interviews mit Menschen, die Chris während seiner Jugend kannten, und solchen, die ihn in seinen letzten Jahren seines Nomadenlebens kennenlernten liefern Einblicke in das Wesen des jungen Mannes und seine Beweggründe. Der journalistische Ansatz, die Geschichte nachzuerzählen, Hinweise aufzudecken und Lücken zu füllen, sorgt für eine fesselnde Erzählung. Krakauer fand offenbar auffällige Parallelen und Reflexionen seiner selbst in McCandless, was zu einer subjektiven und leicht verzerrten Interpretation von McCandless' Charakter und dessen, was möglicherweise geschehen ist oder auch nicht, geführt haben könnte. Seine leichte Voreingenommenheit ist jedoch genau der Grund, warum dieses Buch so gut funktioniert.

Sehr interessantes Buch über eine spannende Persönlichkeit und die Hintergründe seines letzten Abenteuers. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Rolle im Leben suchte und sie immer wieder in der Wildnis, Abenteuern, philosophischen Gedanken und der Einsamkeit fand. Ergänzt wird die Beschreibung dieses letzten Abenteuers immer wieder mit Interessanten Erläuterungen zur Recherche, persönlichen Erfahrungen des Autors und seiner Rolle in der Aufklärung der Umstände des Todes des jungen Mannes. Wirklich interessant! Bin gespannt auf den Film.
Man merkt dem Autoren Jon Krakauer seine journalistische Expertise direkt mit den ersten Sätzen des Vorworts an . Er versteht es, von Beginn an bis zum Ende des Buches, den Leser zu fesseln, auch wenn bereits zu Beginn des Buches über das tragische Ende Chris McCandless berichtet wird. Ich betrachte dieses Buch per se nicht als Roman, eher ist es für mich als eine Absolution zu verstehen, die Jon Krakauer offensichtlich sehr am Herzen lag. Er verfasste den damaligen Artikel über das jähe Ende von Chris McCandless' Odyssee durch die Wildnis Alaskas und erhielt einige erzürnte Leserbriefe, die in ihrer Arroganz wiederum die Arroganz und Naivität von Chris anprangerten. Aufgrund der gemeinsamen Affinität von Krakauer und McCandless gegenüber Extremsport und dem damit einhergehenden immerwährenden Abstecken neuer Grenzen, begibt sich Jon Krakauer mit seinem journalistischen Geschick auf die Spuren von McCandless und spricht mit kurzzeitigen Weggefährten und der Familie. Unterbrochen wird dies durch Berichte über andere Aussteiger, die ein tieferes Gefühl und Verständnis gegenüber Chris' Beweggründen vermitteln sollen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und mich hat insbesondere das Ende tief berührt. Ich vergebe 4,5 Sterne und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Jack London is King. Alexander Supertramp Mai 1992
Eine mitreißende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. In uns allen steckt ein Chris McCandless. Er hat seinen Traum gelebt. Der Auto begibt sich auf die Spuren des Aussteigers, Weltbummlers, Trampers, eines junger Mannes, der seiner Sehnsucht gefolgt ist. Tolle Zitate von Jack London, Tolstoi, Thoreau, Twain und vielen anderen lassen die Sehnsucht von Chris verständlicher und näher erleben. Buch und Film sind einfach hervorragend und eine Herzensempfehlung!

Anfangs hat mich das Buch sehr mitgerissen, doch mit der Zeit kommen immer mehr zufällige Kapitel über andere Abenteurer und auch den Autor selbst hinzu. Ein dünneres Buch, das sich auf die eigentliche Geschichte konzentriert, hätte mir besser gefallen. Hervorzuheben ist jedoch die Qualität der Recherche.
2007 erschien der Film "Into The Wild". Damals haben ihn irgendwie alle in meinem Umfeld geschaut. Und geliebt. Schließlich war der Soundtrack von Eddie Vedder. Der Rest war dann schon fast Nebensache. Auch ich habe den Film natürlich auf DVD, habe den Soundtrack unzählige Male gehört, aber das Buch tatsächlich nie gelesen. Ich habe dafür keine Erklärung. Aber vor ein paar Monaten fand ich ein Exemplar in einer Bücherkiste an der Straße. Ein Zeichen.
Interessant und bewegend
Nachdem ich den Film "Into the wild" gesehen habe, hat mich die Geschichte um Chris McCandless nicht mehr losgelassen. Ich wollte mehr darüber wissen und habe mir das Buch von Jon Krakauer gekauft. Dieses hat mich ebenso bewegt wie der Film. Ich fand es interessant die Hintergründe des Ganzen zu erfahren und auch die Umstände des Todes wurden analysiert. Stellenweise fand ich die Ausführungen zu anderen Personen, die ähnliches erlebt haben, etwas lang. Dennoch: Das Buch lässt mich mit einem etwas traurigen Gefühl zurück. Ich bin aber beeindruckt, dass Krakauer so umfassend in der Sache recherchiert hat und es schafft, ein gewisses Gefühl für die Handlungen von McCandless zu vermitteln. Wirklich lesenswert!
Ein junger, gebildeter Mann aus wohlhabenden Verhältnisse verlässt nach seinem Collegeabschluss seine Heimat auf nimmer Wiedersehen und (noch schlimmer) Wiederhören und versucht sich von den Lasten der Zivilisation zu befreien. Gibt Wagen, Geld und gute Ratschläge auf und wird zu einem Hobo. Klingt wie eine moderne Version vom Leben eines Taugenichts, denn letztlich wird ihm seine Naivität zum Verhängnis und statt mit und von der Wildnis in Alaska zu leben, wird im die Unkenntnis über die Natur zum Verhängnis, und er verhungert. Fast schon einwenig zu melodramatisch, wenn es Fiktion wäre. Aber nun ist dies Chris McCandless mit 24 Jahren im Jahr 1992 genauso passiert. Nachdem der Journalist Krakauer in einem Outdoor-Magazin kurz darauf über diesen tragischen Tod berichtet, überschlagen sich die Leserbriefe in der Redaktion. Die Einen halten den selbst ernannten Aussteiger für einen der größten Abenteuerer, für die Anderen ist er ein blauäugiger Spinner. Im darauffolgenden Jahr begibt sich Krakauer auf Spurensuche, beginnend von der Kindheit in Virginia, bis zum Auszug nach Kalifornien, wo Chris einige Leute kennenlernt, die sich für den redegewandten, höflichen jungen Mann begeistern, ein Stück seines Weges ihn begleiten und sich dann ihn erinnern, als die Todesnachricht durch die Presse geht. Von Chris selbst gibt es nur wenige Briefe, Postkarten und kurze Tagebucheinträge. Ansonsten schafft es der Autor, ein ziemlich detailliertes Bild auf der Grundlage seiner Gespräche mit Weggefährten von McCandless zu zeichnen. Interessant sind vor allem zwei Kapitel, die von Krakauers eigenen Ambitionen im Extrembergsport als junger Mann berichten. Auch der Autor setzte sich der Todesgefahr aus, als er im Alleingang einen schier unbezwingbaren Berg in Alaska bei Schnee- und Eisregen bestieg. Krakauer will Verständnis gewinnen bei seiner Leserschaft für sein und McCandless' Verhalten gegenüber der Todesgefahr, doch dieser Vergleich hinkt, denn Krakauer war sehr wohl gut vorbereitet und ausgestattet bei seinem Alleingang. McCandless ist dagegen ein Träumer, dessen Ehrgeiz jegliche Warnhinweis der lokalen Bevölkerung überdeckte. Obwohl das Buch hervorragend aufgebaut und geschrieben ist, bleibt somit ein übler Nachgeschmack bei mir haften aufgrund der Ignoranz der beschriebenen Hauptfigur. Insbesondere der Rückblick auf seine Eltern, die er über Jahre im Ungewissen ließ, wo er sich auf der Welt befand, stieß mich vollkommen ab. Wahrscheinlich weil ich einen Sohn im gleichen Alter habe, der sich auch nur sporadisch bei seinen Eltern meldet, nachdem er ausgezogen ist. Nichts, was die Eltern McCandless angetan haben mit ihrer Erziehung, rechtfertigt sein selbstverliebtes Verhalten. Im Buch wird er immer wieder als unterhaltsamer und geselliger Mensch beschrieben. Das steht aber im Widerspruch zu seinem Narzissmus, der es ihm noch nicht mal ermöglichte, seiner geliebten Schwester oder engeren Freunde zu erzählen, wie es ihm ging und wo er sich befindet. Fazit: Eine gute Aufarbeitung eines tragischen Falls von Selbstüberschätzung. Leider kann dieses Buch eventuell jungen Menschen als Inspiration für einen eigenen Ausstieg dienen. Hier ist der Autor zu sehr selbst vom Fernweh, der rauen Natur und dem Extremsport fasziniert, um dies ausreichend kritisch zu würdigen. Daher gibt es einen Stern Abzug. Das Buch hat mich bewegt. Auf jeden Fall ist es sehr lesenswert.
" Ich habe ein glückliches Leben gelebt und bin Gott von ganzem Herzen dankbar." Autor John Krakauer forscht auf den Spuren Chris McCandless. Was hat den jungen Mann bewogen, in die Wildnis Alaskas zu ziehen und wie ist es zu seinem Tod gekommen? Es handelt sich bei diesem Buch um keinen Roman sondern um einen Tatsachen Bericht. Dennoch konnte mich die Story und das Schicksal von Chris McCandless emotional berühren. John Krakauer hat viel herausgefunden, mit vielen Menschen gesprochen, die Chris ein kurzes Stück seines Lebens begleitet haben. Sein Abenteuerwille und seine Mut haben mich beeindruckt, seine Naivität manchmal erschreckt und sein Durchhaltewille überrascht. Ein Leben, wie ich es mir nie vorstellen könnte, ein junger Mann, der seinen Traum leben will und dafür alles zurücklässt. Eine Geschichte, die mich noch lange gedanklich begleiten wird. Die Illustrationen in dieser Büchergilde Ausgaben sind unglaublich toll und bringen noch mehr die Atmosphäre des Buches rüber. Ein Stück Geschichte, über das jeder denken mag, wie er will. Mich hat es beeindruckt.
Verführt zum Träumen, wurde aber auffallend in die Länge gezogen.
Faszinierende Geschichte über einen jungen Mann, der es gewagt hatte, dem Alltagstrott zu entfliehen um sich mit einfachsten Mitteln den Widrigkeiten des Lebens in der Natur zu stellen und dabei mit vielen unbezahlbaren Eindrücken belohnt wurde. Chris McCandless Geschichte wird hier oftmals durch eigene oder fremde Eindrücke gestreckt, was wie so oft Geschmacksache ist. Grösstenteils Lesenswert.
Mir reicht’s, ich bin dann mal weg. Wann habt ihr sowas zuletzt gedacht? Ich muss sagen, ich hab häufiger mal so Gedanken. In letzter Zeit öfter als vielleicht früher Mal. Wofür ist das alles gut? Warum muss es immer höher, schneller, weiter, besser sein und wo bleibt denn die Genügsamkeit? Kann ich überhaupt noch zufrieden sein und welche Rolle spielt die Gesellschaft bei diesem Denken? Bin ich Individuum und was bedeutet das? Was will ich eigentlich? Allgemeingültige Antworten gibt es darauf für mich nicht. Den einen Tag ist es so und am nächsten halt ganz anders. Und das ist, denke ich, auch ganz normal. „In die Wildnis“ ist ein Bericht über das Leben von Christopher McCandless, der sich, mit so wenig Ausrüstung wie möglich, auf das Abenteuer seines Lebens begibt. Vermutlich ähnliche Gedanken und Fragen im Kopf, allerdings in viel krasserer und unnachgiebigerer Form, stur und idealistisch, irgendwie sympathisch und liebenswert, aber halt auch ziemlich durchgeknallt, findet er auf seiner Reise sowas wie die große Erkenntnis, aber halt leider auch den Tod. Ich bin sehr fasziniert von dieser Persönlichkeit und finde seinen Entschluss eigentlich eher mutig als dämlich, wobei sich da die Geister scheiden.
Ein intensives Buch, bei dem ich gar nicht richtig wusste was mich erwartet; und das obwohl ich das Ende schon kannte. Es ist kein Spoiler, denn in "In die Wildnis" beschäftigt sich der Bergsteiger & Journalist Jon Krakauer mit dem Leben und vor allem dem frühen Tod von Chris McCandless. Vielen sicherlich auch bekannt durch den Film "Into the wild". Anzumerken ist auch diese wunderschöne von Christian Schneider illustrierte und in Leinen gebundene Ausgabe der Büchergilde. Sicher ds schönste Buch in meiner Sammlung. "McCandless war nicht irgendein hohler Traumtänzer, ziel- und orietierungslos und von einer existenziellen Hoffnungslosigkeit befallen. Im Gegenteil: Er wollte leben, und zwar so intensiv wie irgend möglich, und er wusste auch wofür. Aber was er dem Leben an Sinn abgerungen hatte, war nicht auf dem Weg des geringsten Widerstands zu erreichen..." Der Autor beleuchtet das Leben und Sterben von Chris, welcher auszog, sich von seiner Familie und allem lossagte, um zu trampen und dann sein großes Abenteuer "Leben in der Wildnis von Alaska" zu verwirklichen. Dabei lässt Jon Krakauer aber auch seine eigene Meinung und seine Erfahrungen einfließen, was ich besonders interessant fand und wodurch das Buch keine staubtrockene Sachlektüre wird. Wir springen in den Zeiten, aber am Ende gibt es ein gut gezeichnetes Bild von Chris, bei dem man sich als Leser trotzdem noch sehr viele eigene Gedanken machen kann. Durch das Tagebuch was Chris schrieb, Fotografien die man bei ihm fand und auch Freunde, Familie und Bekannte, die zu Wort kommen zeichnet sich ein ganz gutes aber sicher nie vollständiges Bild von diesem spannenden Charakter. Man muss ihn nicht mögen, man muss nicht komplett nachvollziehen können, warum er so leben wollte wie er es tat, aber man kann trotzdem sehr viel daraus für sich mitnehmen. Denkanstöße, Ideale über die man grübeln kann. Die Recherchearbeit des Autoren ist toll und der Schreibstil abwechslungsreich, bestückt mit Zitaten, Interviews, Referenzen zu anderen "Abenteurern / Aussteigern" und in dieser Ausgabe auch wunderschönen Zeichnungen von Christian Schneider! Es war ein intensives Buch und ein intensiver Austausch mit Sybi von Coyote Diaries (YouTube), den ich sehr genossen habe. Aktuell ist der Film leider auf keiner StreamingPlattform kostenfrei zu bekommen, aber ich halte Ausschau und werde ihn mir dann einmal zu Gemüte führen. Wer überhaupt keinen Sinn für das Reisen hat und im Speziellen das Freiheitsgefühl was man dadurch verbinden kann (ich spreche nicht von All Inklusive Urlauben in Touristenhochburgen), der wird Chris sicherlich als Spinner abstempeln. Doch, dass dieser Junge Mann sehr viel mehr war zeigt dieses Buch. Also lest seine Geschichte und bildet Euch Euer eigenes Urteil :) Empfehlung!
Anders als im Film fand ich den Protagonisten im Buch sehr unsympathisch. Ein sehr egozentrisch (wahrscheinlich auch ob seiner Jugendlichkeit) und selbstsüchtiger Mensch. Jedoch anders als der Rest der Menschheit, da ihm Geld, Ansehen und menschliche Bindung so wenig bedeuten, sondern eher auf spiritueller und geistiger Ebene. Ungeachtet dessen, ob er durch die radikale Erfüllung seiner Bedürfnisse (zb nach Einsamkeit) anderen Menschen schadet. Auf eigenartige Weise ist er trotz seines minimalen Lebensstils sehr hedonistisch veranlagt, jedoch nicht mit Fokus auf "niederen" Freuden wie guten Essens, Sex etc, sondern ihm ist vielmehr nur das Abenteuer, die Extreme gut genug. Er hält sich für unsterblich, das kommt mehr als einmal in seinen Briefen stark zu Tage. Was im Laufe des Buches ganz nett ist - der Autor greift die Lebensgeschichte von Menschen auf, die Chris/später Alex geähnelt haben und erzählt in dem Zuge auch seine eigene Geschichte, die für mich da aber etwas deplatziert gewirkt hat. Spannend waren eher die Geschichten der Menschen, die Chris/Alex im Laufe seiner Reise getroffen hat und die Beschreibung der Natur der verschiedenen Handlungspunkte. Alles in allem ein Buch, das hin und wieder zum Nachdenken anregt, jedoch kein must-read.
I watched the movie years ago but couldn't remember much of it. The book has given me much more insight into McCandless' character (though I'm still unsure what to make of him, and I feel like some people might romanticise him and his actions) - and I've been more moved by the whole story than I thought I would. There might be some authorial bias (especially because they are similar to some extent), but on the whole, I thought it was a well-rounded insight into McCandless' life.
It is very easy to either idolize Chris McCandless as a hero leaving a capitalist, unpersonal and cold society or to condemn his as a naive and in the end stupid youth with a romantic dream and no knowledge about his dangerous endeavour. I've seen both and, in my head, I have done both. Jon Krakauer manages to do neither but to give us insight into both claims and in the process leaves it up to our own interpretation. This, I think, is just the right way to write about the live of Chris McCandless, to not just tell his story but also make us think about his motives and his actions while maintaining the necessary tact and respect for Chris and his family.
Into the Wild has been one of my favourite movies ever since I was a moody and overthinking teenager myself. And reading it gave me a more in depth background of the story, the geography and the literature that inspired McCandless' journey. What I didn't enjoy however, were the accounts of the author's personal history that were interspersed regularly.



































