In einer Nacht, woanders

In einer Nacht, woanders

Hardback
3.29
KindheitserinnerungenFamilieWeibliche Vertriebene

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Description

Beinah schon hatte Mascha ihre Kindheit in Russland vergessen, da reißt ein Anruf sie in die Vergangenheit zurück: Die junge Frau soll das Haus ihrer verstorbenen Großmutter verkaufen, das Haus ihres Kindheitsglücks, aus dem sie vertrieben wurde, als ihre Eltern die Sowjetunion verließen. Längst hat das graue Berliner Leben Maschas Erinnerungen verschüttet — und auch die Rätsel ihrer Familie: Was trieb die schöne, lebensuntüchtige Mutter damals fort? Warum ließ der Vater sie im Westen so bald im Stich? Und was wurde wirklich aus Maschas geliebter Großmutter Tamara, einer Raumfahrtingenieurin mit höchsten Verbindungen? Überstürzt bricht Mascha auf ins winterliche Russland. Was als Fahrt in eine fremd gewordene Welt beginnt, wird zu einer Reise in die Kindheit, zu einer Flucht, zur Möglichkeit eines anderen Lebens… Doch als sie Pjotr begegnet, der für Tamara mehr als nur ein Hausgehilfe war, brechen ungestellte Fragen auf, beginnt alles Verborgene zu leuchten — und Mascha muss die Geschichte der Familie, ihre Geschichte, neu entdecken.In mitreißendem Tempo und traumschönen Bildern erzählt Katerina Poladjans Roman von drei außergewöhnlichen Frauen, vom Geheimnis einer Familie — und vom Zauber einer russischen Kindheit.
Katerina Poladjan, 1971 in Moskau geboren, kam als Kind nach Deutschland. Sie arbeitet als Schauspielerin und Autorin. « In einer Nacht, woanders » ist ihr erster Roman.
„Mit ihrem Buch bereitet die in Moskau geborene Debütantin farbig und leuchtend den Gegensatz zweier Kulturräume auf.“ (Die Welt)

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
176
Price
17.50 €

Author Description

Katerina Poladjan, 1971 in Moskau geboren, kam als Kind nach Deutschland und lebt heute in Berlin. 2011 erschien ihr vielgelobter Debütroman «In einer Nacht, woanders». Mit «Vielleicht Marseille» war sie für den Alfred-Döblin-Preis nominiert, ebenfalls 2015 wurde sie zum Ingeborg- Bachmann-Preis nach Klagenfurt eingeladen. Katerina Poladjan wurde 2026 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Posts

3
All
3

Sprachlich toll, inhaltlich schwierig

Also scheinbar brauche ich Kapitel, weil meine innere Leserin möchte immer mal einen Abschluss haben. Eine Möglichkeit über einen Absatz zu reflektieren. Aber hier in diesem Buch gibt es sowas leider nicht und so verschwimmt die Geschichte manchmal sehr. Die Sprache war für mich sehr poetisch, teils wie ein Gedicht. Aber irgendwie hat mich der Inhalt dadurch manchmal so verloren, dass ich leicht aus der Geschichte gefallen bin. Am Ende bin ich froh schon vorher „Zukunftsmusik“ von der Autorin gelesen zu haben, sonst hätte ich mich glaub nicht mehr an eines ihrer Bücher gewagt.

3.5

"Für Russen gibt es keine Krankheit, die man nicht mit Tabletten oder Hühnersuppe behandeln kann, und für alles, was unerklärbar ist, werden die Dämonen bemüht. Katerina Poladjans Sprache ist schnell, stakkatohaft, ohne Pausen, ohne Absätze. Sie gibt ihrem Leser keine Zeit, um das Gelesene zu verdauen, um darüber nachzudenken, um Informationen sacken zu lassen. Ich fühlte mich von der Autorin geradezu durch die Geschichte gehetzt. Die bedrückende Atmosphäre und die finsteren Abgründe, die sich vor der Protagonistin im dunklen Russland auftun, machen aus 'In einer Nacht woanders' nicht gerade einen Wohlfühlroman. Dennoch ist die Geschichte auch irgendwie mitreißend und spannend.

1

Überstürzt macht Mascha sich auf den Weg nach Russland. Ihre Oma ist gestorben und nun soll ihr Häuschen verkauft werden. Bei Nacht und Nebel kommt sie in Bykovo an und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Ihrer Kindheit in Russland, die sie bei ihrer Großmutter verbracht hat und aus der sie je herausgerissen wurde, als ihre Eltern den Umzug nach Berlin beschlossen. Doch die Vergangenheit lässt sich so leicht nicht in die Gegenwart umwandeln, was bleibt ist die Entscheidung für ein Leben in Russland oder die Heimkehr zu ihrer kranken Mutter und ihrem verhassten Beruf in Berlin. Das Buch war einfach nicht meins. Fand ich den Schreibstil der Autorin am Anfang noch innovativ und künstlerisch gewagt, fiel es mir zunehmend schwer mich in die Geschichte einzulesen und Grenzen zu ziehen zwischen Traum und Wirklichkeit, Erinnerungen und Gegenwart. Mit Mascha bin ich auch nicht richtig warm geworden. Das ganze Buch ist sie eigentlich nur am jammern und am liebsten suhlt sie sich in ihrem Selbstmitleid. Träume wie sie ohne Füße in der Hütte ihr Leben fristet, weil sie die verkehrten Schühchen trägt, sind nur ein Beispiel dafür. Die Angst vor ihren Schülern, die sie als Ratten bezeichnet und ihre Freundin, die sie in häufigen Telefonanrufen hysterisch zur Ordnung ruft, machen die ganze Geschichte nicht besser. Dem einzigen dem ich etwas abgewinnen konnte, war der Wolf, der sie auf ihrem Weg zur Hütte beschützt hat und den sie dann die Nacht in klirrender Kälte draußen verbringen ließ. Bisher habe ich den Figuren in den Büchern immer noch etwas abgewinnen können, aber Mascha war mir bis jetzt die unsympathischste. Vielleicht weiß ein anderer Leser ja den Stil der Autorin mehr zu schätzen, ich habe es nur zu Ende gelesen, weil ich es zum einen hier gewonnen hatte und weil der ganze Spuk sich auf 175 Seiten in Grenzen hält, obwohl ich am Ende versucht war das Buch frustriert an die Wand zu werfen. Dieses Buch war mein Flop für dieses Jahr.

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