In der Gnade
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Description
»Joy Williams ist ein Geschenk.« Bernd Ulrich, Die Zeit
»›In der Gnade‹ ist Weltliteratur. Der Roman zeigt nur zu gut, dass Joy Williams durchaus eine Kandidatin für den Literaturnobelpreis wäre.« Denis Scheck
Kate flieht – vor der unnachgiebigen Liebe ihres Predigervaters und um ihr Leben zu finden, die Wirklichkeit. An der sonnendurchglühten Golfküste jobbt sie als Kellnerin, schläft mit namenlosen Bekanntschaften. Im Herbst geht sie aufs College und tritt einer Studentinnenverbindung bei. Da ist, lebenszugewandter als sie, die Schar ihrer Mitstudentinnen, da ist ihr einziger Freund Corinthian Brown, der als Nachtwächter in einem schäbigen Zoo arbeitet. Und da ist Grady, ihr Mann.
In einem Wohnanhänger im Wald schaffen sich die beiden eine bröckelnde Idylle, während Kate ihr erstes Kind erwartet. Was ist es, das sie ihm dort gesteht? Entkommt sie ihren Erinnerungen? Immer tiefer führen diese Fragen ins labyrinthische Innere eines Romans, der auch Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner dunkel gleißenden Intensität verloren hat.
Mit Stories hat Joy Williams im Frühjahr 2023 begeistert.
Nun erscheint erstmals in deutscher Übersetzung ihr Debütroman: so fesselnd wie zeitlos in seiner vollkommenen Originalität.
»Joy Williams ist die vielleicht bedeutendste Schriftstellerin dieser Zeit. Schwer zu sagen, was schockierender ist: ihre historische Unersetzlichkeit oder ihr Talent.« The New York Times
»Der beste Roman des Jahres.« Truman Capote
»›In der Gnade‹ ist mir noch lange nachgegangen.« Jonathan Franzen
Book Information
Author Description
Joy Williams, geboren 1944, wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet. Sie hat zwölf Bücher geschrieben, darunter Romane, Kurzgeschichten, Essays, einen Reiseführer. Sie zählt seit Langem zu den nachdrücklichen ökologischen Stimmen in den USA und lebt in Tucson, Arizona, und Laramie, Wyoming.
Posts
Trostlos und deprimierend.
📌 "Elf Jahre lang waren wir auf dieser Insel die Einzigen, sie auf die Welt kamen oder starben. Schwester und ich wurden geboren und dann starben Schwester, Mutter und das Baby. Während der ganzen Zeit ist nichts passiert, außer meiner Kindheit." - S. 294 Als Kate sieben Jahre alt ist, stirbt erst ihre Schwester bei einem Unfall und später ihre schwangere Mutter. Kate bleibt mit ihrem Vater, dem Reverend, einem fanatischen Prediger allein. Um zu studieren verläßt Kate schlussendlich ihren Vater und geht nach Florida, wo sie mit ihrem Ehemann Grady in einem alten Wohnwagen, versteckt im Wald lebt. Vor der Schwesternschaft ihrer Studentenverbindung muss sie ihre Ehe geheim halten. "Ehefrauliche Launen sind nicht gestattet." - S. 219 heisst es und eigentlich passt Kate auch hier nicht so richtig in die Gemeinschaft. Auch die Ehe mit Grady ist nicht die Erfüllung und Kates Schwangerschaft nicht unbedingt glücklichen Ursprungs. Nachdem Kate auch Grady verliert und eine kleine Tochter entbindet führt sie ihr Weg zurück in die Obhut ihres Vaters. Der Klappentext hörte sich so vielversprechend an, dass das Buch gleich auf meiner Wunschliste gelandet ist. Das Lesen an sich habe ich teilweise als sehr anstrengend empfunden, da ich mich schon arg konzentrieren musste. Die Geschichte springt zwischen den Zeiten und ist nicht chronologisch aufgebaut, die Sprache zwischen poetisch und altmodisch, die Geschehnisse, wie Gedankenschnipsel, die nicht immer klar und greifbar sind. Auch die Protagonisten sind allesamt gescheiterte Existenzen ohne große Zukunftsperspektiven und nicht unbedingt Sympathieträger. Letztens Endes kann ich leider nicht sagen, ob ich alles verstanden habe. Fakt ist, dass Kate bis zuletzt ein hoffnungsloses und trostloses Leben geführt hat, geprägt von Verlusten und fehlender Mutterliebe, welches sie letzten Endes an ihre neugeborene Tochter weitergibt. Das zu lesen war nicht schlecht, jedoch ziemlich deprimierend und passte auf jeden Fall sehr gut in die triste Jahreszeit.

Komplex!
**** Worum geht es? **** Eine Flucht vor dem Predigervater, eine Liebelei um sich neu zu orientieren und das Leben das im Erwachsenwerden, emotionaler Verantwortungen und der Vergangenheit zu versinken droht. **** Mein Eindruck **** Die Erzählung der Protagonistin kann auf den ersten Blick verwirrend und durcheinander wirken. Weder chronologisch noch zielorientiert verfolgte ich die Gedanken und Handlungen der Protagonistin. Joy Williams ist für mich eine Autorin, die man entweder mag oder mit der man sonst so gar nichts anfangen kann. Der Aufbau dieser Erzählung ist komplex und erfordert viel Konzentration und Geduld. Lohnt die Essenz, das was am Ende bleibt, um sich „dadurch zu wühlen“? Ja, denn ich erlebte in Gänze, die von mir geschätzte Kunst der Autorin. Ihre Sicht auf die Welt ist ansteckend. Der Blick für die Details, die Wortgewandtheit und die kurzen prägnanten Sätze sind durchweg einnehmend. Eine ganz eigene Tonität und Umsetzung. Der Einblick in das Leben der Protagonistin war verstörend und schmerzhaft, ein Kampf um das frei sein, eine Flucht aus der Welt des Missbrauchs und ein Blick auf eine Vergangenheit, die stets hinter einem lauert. Ich konnte der Erzählung viel abgewinnen, hätte mir trotzdem manchmal mehr Struktur gewünscht und insgesamt etwas weniger Text, längst nicht alles war wichtig um der Essenz folgen zu können. **** Empfehlung? **** Hier bekommt man bewusst unstrukturierte Literatur mit Schliff. Ein Stil den man mag oder nicht. Es lohnt sich hier, das herauszufinden.
Description
»Joy Williams ist ein Geschenk.« Bernd Ulrich, Die Zeit
»›In der Gnade‹ ist Weltliteratur. Der Roman zeigt nur zu gut, dass Joy Williams durchaus eine Kandidatin für den Literaturnobelpreis wäre.« Denis Scheck
Kate flieht – vor der unnachgiebigen Liebe ihres Predigervaters und um ihr Leben zu finden, die Wirklichkeit. An der sonnendurchglühten Golfküste jobbt sie als Kellnerin, schläft mit namenlosen Bekanntschaften. Im Herbst geht sie aufs College und tritt einer Studentinnenverbindung bei. Da ist, lebenszugewandter als sie, die Schar ihrer Mitstudentinnen, da ist ihr einziger Freund Corinthian Brown, der als Nachtwächter in einem schäbigen Zoo arbeitet. Und da ist Grady, ihr Mann.
In einem Wohnanhänger im Wald schaffen sich die beiden eine bröckelnde Idylle, während Kate ihr erstes Kind erwartet. Was ist es, das sie ihm dort gesteht? Entkommt sie ihren Erinnerungen? Immer tiefer führen diese Fragen ins labyrinthische Innere eines Romans, der auch Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner dunkel gleißenden Intensität verloren hat.
Mit Stories hat Joy Williams im Frühjahr 2023 begeistert.
Nun erscheint erstmals in deutscher Übersetzung ihr Debütroman: so fesselnd wie zeitlos in seiner vollkommenen Originalität.
»Joy Williams ist die vielleicht bedeutendste Schriftstellerin dieser Zeit. Schwer zu sagen, was schockierender ist: ihre historische Unersetzlichkeit oder ihr Talent.« The New York Times
»Der beste Roman des Jahres.« Truman Capote
»›In der Gnade‹ ist mir noch lange nachgegangen.« Jonathan Franzen
Book Information
Author Description
Joy Williams, geboren 1944, wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet. Sie hat zwölf Bücher geschrieben, darunter Romane, Kurzgeschichten, Essays, einen Reiseführer. Sie zählt seit Langem zu den nachdrücklichen ökologischen Stimmen in den USA und lebt in Tucson, Arizona, und Laramie, Wyoming.
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Trostlos und deprimierend.
📌 "Elf Jahre lang waren wir auf dieser Insel die Einzigen, sie auf die Welt kamen oder starben. Schwester und ich wurden geboren und dann starben Schwester, Mutter und das Baby. Während der ganzen Zeit ist nichts passiert, außer meiner Kindheit." - S. 294 Als Kate sieben Jahre alt ist, stirbt erst ihre Schwester bei einem Unfall und später ihre schwangere Mutter. Kate bleibt mit ihrem Vater, dem Reverend, einem fanatischen Prediger allein. Um zu studieren verläßt Kate schlussendlich ihren Vater und geht nach Florida, wo sie mit ihrem Ehemann Grady in einem alten Wohnwagen, versteckt im Wald lebt. Vor der Schwesternschaft ihrer Studentenverbindung muss sie ihre Ehe geheim halten. "Ehefrauliche Launen sind nicht gestattet." - S. 219 heisst es und eigentlich passt Kate auch hier nicht so richtig in die Gemeinschaft. Auch die Ehe mit Grady ist nicht die Erfüllung und Kates Schwangerschaft nicht unbedingt glücklichen Ursprungs. Nachdem Kate auch Grady verliert und eine kleine Tochter entbindet führt sie ihr Weg zurück in die Obhut ihres Vaters. Der Klappentext hörte sich so vielversprechend an, dass das Buch gleich auf meiner Wunschliste gelandet ist. Das Lesen an sich habe ich teilweise als sehr anstrengend empfunden, da ich mich schon arg konzentrieren musste. Die Geschichte springt zwischen den Zeiten und ist nicht chronologisch aufgebaut, die Sprache zwischen poetisch und altmodisch, die Geschehnisse, wie Gedankenschnipsel, die nicht immer klar und greifbar sind. Auch die Protagonisten sind allesamt gescheiterte Existenzen ohne große Zukunftsperspektiven und nicht unbedingt Sympathieträger. Letztens Endes kann ich leider nicht sagen, ob ich alles verstanden habe. Fakt ist, dass Kate bis zuletzt ein hoffnungsloses und trostloses Leben geführt hat, geprägt von Verlusten und fehlender Mutterliebe, welches sie letzten Endes an ihre neugeborene Tochter weitergibt. Das zu lesen war nicht schlecht, jedoch ziemlich deprimierend und passte auf jeden Fall sehr gut in die triste Jahreszeit.

Komplex!
**** Worum geht es? **** Eine Flucht vor dem Predigervater, eine Liebelei um sich neu zu orientieren und das Leben das im Erwachsenwerden, emotionaler Verantwortungen und der Vergangenheit zu versinken droht. **** Mein Eindruck **** Die Erzählung der Protagonistin kann auf den ersten Blick verwirrend und durcheinander wirken. Weder chronologisch noch zielorientiert verfolgte ich die Gedanken und Handlungen der Protagonistin. Joy Williams ist für mich eine Autorin, die man entweder mag oder mit der man sonst so gar nichts anfangen kann. Der Aufbau dieser Erzählung ist komplex und erfordert viel Konzentration und Geduld. Lohnt die Essenz, das was am Ende bleibt, um sich „dadurch zu wühlen“? Ja, denn ich erlebte in Gänze, die von mir geschätzte Kunst der Autorin. Ihre Sicht auf die Welt ist ansteckend. Der Blick für die Details, die Wortgewandtheit und die kurzen prägnanten Sätze sind durchweg einnehmend. Eine ganz eigene Tonität und Umsetzung. Der Einblick in das Leben der Protagonistin war verstörend und schmerzhaft, ein Kampf um das frei sein, eine Flucht aus der Welt des Missbrauchs und ein Blick auf eine Vergangenheit, die stets hinter einem lauert. Ich konnte der Erzählung viel abgewinnen, hätte mir trotzdem manchmal mehr Struktur gewünscht und insgesamt etwas weniger Text, längst nicht alles war wichtig um der Essenz folgen zu können. **** Empfehlung? **** Hier bekommt man bewusst unstrukturierte Literatur mit Schliff. Ein Stil den man mag oder nicht. Es lohnt sich hier, das herauszufinden.






