Komplex!
**** Worum geht es? **** Eine Flucht vor dem Predigervater, eine Liebelei um sich neu zu orientieren und das Leben das im Erwachsenwerden, emotionaler Verantwortungen und der Vergangenheit zu versinken droht. **** Mein Eindruck **** Die Erzählung der Protagonistin kann auf den ersten Blick verwirrend und durcheinander wirken. Weder chronologisch noch zielorientiert verfolgte ich die Gedanken und Handlungen der Protagonistin. Joy Williams ist für mich eine Autorin, die man entweder mag oder mit der man sonst so gar nichts anfangen kann. Der Aufbau dieser Erzählung ist komplex und erfordert viel Konzentration und Geduld. Lohnt die Essenz, das was am Ende bleibt, um sich „dadurch zu wühlen“? Ja, denn ich erlebte in Gänze, die von mir geschätzte Kunst der Autorin. Ihre Sicht auf die Welt ist ansteckend. Der Blick für die Details, die Wortgewandtheit und die kurzen prägnanten Sätze sind durchweg einnehmend. Eine ganz eigene Tonität und Umsetzung. Der Einblick in das Leben der Protagonistin war verstörend und schmerzhaft, ein Kampf um das frei sein, eine Flucht aus der Welt des Missbrauchs und ein Blick auf eine Vergangenheit, die stets hinter einem lauert. Ich konnte der Erzählung viel abgewinnen, hätte mir trotzdem manchmal mehr Struktur gewünscht und insgesamt etwas weniger Text, längst nicht alles war wichtig um der Essenz folgen zu können. **** Empfehlung? **** Hier bekommt man bewusst unstrukturierte Literatur mit Schliff. Ein Stil den man mag oder nicht. Es lohnt sich hier, das herauszufinden.



