Hundert Wörter für Schnee
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Description
Book Information
Author Description
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis, den Nicolas-Born-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die in zahlreiche Sprachen übersetzten historischen Romane »Das Floß der Medusa« (2017), »Die Eroberung Amerikas« (2021), »Einsteins Hirn« (2023) und »Hundert Wörter für Schnee« (2025).
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Beträchtliche Minusgrade im Januar und das derzeitige Drohgebahren eines US-Präsidenten gegenüber Grönland waren wirklich die passende Zeit, um diese Buch zu lesen. Der Roman beginnt mit der ersten Expedition von Robert Peary zum Nordpol. Er reist mit einer illustren Gruppe an Helfern und Unterstützern, deren weiteres Schicksal ebenfalls beschrieben wird. Sehr gern las ich über seine unerschrockene Frau Jo. Zentral ist der sich entwickelnde Wettstreit zwischen Peary und Cook, die von ihrer Persönlichkeit her nicht unterschiedlicher sein könnten und doch beide von Ruhm besessene Abenteurer sind, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Beide enden nach einem wechselvollen Leben unter unglücklichen Umständen. Die Sympathie des Erzählers gilt Minik, einem Inuit-Jungen, dessen Schicksal von seine Kindheit in Grönland über seine Verschleppung nach New York, sein Aufwachsen bei einem windigen aber liebevollen Stiefvater, seine Rückkehr nach Grönland, sein dortiges Fremdsein und die erneute Rückkehr nach USA bis zu seinem Tod durch die Spanische Grippe erzählt wird. Franzobel schreibt mit Einfühlungsvermögen, einer Fülle an hervorragend recherchierter Fakten über das Leben der Inuit, gemischt mit Ironie und Satire mit derben Beschreibungen körperlicher Vorgänge, die mir teilweise etwas zu krass waren. Die Darstellung der Migration und Heimatlosigkeit des Jungen Minik hat mich sehr gerührt. Absolut spannend ist die Beschreibung der Inuit, die es durch ihre Lebensweise geschafft haben, in Kälte und Dunkelheit zu überleben. Durch die amerikanischen Polareroberer treffen sie auf eine Zivilisation, die vom Profitdenken beherrscht wird. Die fatalen Folgen dieser kulturellen Wechselbeziehung werden mir in Erinnerung bleiben.
Ich weiß nicht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Ich fand es furchtbar langweilig. Die Geschichte konnte mich nicht fesseln. Hier ging es nicht um Forscher, die die Welt für uns größer machen wollten, sondern um Männer, süchtig nach Ruhm. Und das um jeden Preis, nämlich durch die Zerstörung einer fremden Kultur. Leider absolut nichts für mich.
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Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis, den Nicolas-Born-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die in zahlreiche Sprachen übersetzten historischen Romane »Das Floß der Medusa« (2017), »Die Eroberung Amerikas« (2021), »Einsteins Hirn« (2023) und »Hundert Wörter für Schnee« (2025).
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Beträchtliche Minusgrade im Januar und das derzeitige Drohgebahren eines US-Präsidenten gegenüber Grönland waren wirklich die passende Zeit, um diese Buch zu lesen. Der Roman beginnt mit der ersten Expedition von Robert Peary zum Nordpol. Er reist mit einer illustren Gruppe an Helfern und Unterstützern, deren weiteres Schicksal ebenfalls beschrieben wird. Sehr gern las ich über seine unerschrockene Frau Jo. Zentral ist der sich entwickelnde Wettstreit zwischen Peary und Cook, die von ihrer Persönlichkeit her nicht unterschiedlicher sein könnten und doch beide von Ruhm besessene Abenteurer sind, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Beide enden nach einem wechselvollen Leben unter unglücklichen Umständen. Die Sympathie des Erzählers gilt Minik, einem Inuit-Jungen, dessen Schicksal von seine Kindheit in Grönland über seine Verschleppung nach New York, sein Aufwachsen bei einem windigen aber liebevollen Stiefvater, seine Rückkehr nach Grönland, sein dortiges Fremdsein und die erneute Rückkehr nach USA bis zu seinem Tod durch die Spanische Grippe erzählt wird. Franzobel schreibt mit Einfühlungsvermögen, einer Fülle an hervorragend recherchierter Fakten über das Leben der Inuit, gemischt mit Ironie und Satire mit derben Beschreibungen körperlicher Vorgänge, die mir teilweise etwas zu krass waren. Die Darstellung der Migration und Heimatlosigkeit des Jungen Minik hat mich sehr gerührt. Absolut spannend ist die Beschreibung der Inuit, die es durch ihre Lebensweise geschafft haben, in Kälte und Dunkelheit zu überleben. Durch die amerikanischen Polareroberer treffen sie auf eine Zivilisation, die vom Profitdenken beherrscht wird. Die fatalen Folgen dieser kulturellen Wechselbeziehung werden mir in Erinnerung bleiben.






