Blick ins Buch

Romane

Hundert Wörter für Schnee

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Über das Buch

Franzobels großer historischer Roman über die abenteuerliche Eroberung des Nordpols und das schicksalhafte Leben von Minik, der mit neun Jahren als Attraktion nach New York gebracht wird.

Im Herbst 1897 bringt der amerikanische Abenteurer Robert Peary sechs Inughuit, so der Name der im Norden Grönlands lebenden Menschen, auf einem Dampfschiff nach New York. Untersucht sollen sie werden, vor allem aber ausgestellt und hergezeigt. Vier von ihnen sterben an Tuberkulose, einer wird zurückgebracht – der neunjährige Minik aber bleibt. Seine Geschichte – Taufe, Schule, betrügerischer Pflegevater, Flucht – sorgt für Schlagzeilen. Minik wird nicht nur zum Spielball zwischen der amerikanischen Kultur und der angeblich primitiven Kultur eines Naturvolkes. Sein Schicksal ist ein Heldenlied auf den Überlebenskampf eines fast ausgestorbenen Volkes, das bewiesen hat, wie der Mensch selbst in der unwirtlichsten Gegend überleben kann.

Editionen (2)

ISBN9783442776221
Verlagbtb
Erscheinungsdatum16.09.26
Seitenzahl528

Rezensionen & Bewertungen

10 Bewertungen

3 Rezensionen

3,3

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  • damelilli
    damelilli

    67 Follower

    3,5

    Beträchtliche Minusgrade im Januar und das derzeitige Drohgebahren eines US-Präsidenten gegenüber Grönland waren wirklich die passende Zeit, um diese Buch zu lesen. Der Roman beginnt mit der ersten Expedition von Robert Peary zum Nordpol. Er reist mit einer illustren Gruppe an Helfern und Unterstützern, deren weiteres Schicksal ebenfalls beschrieben wird. Sehr gern las ich über seine unerschrockene Frau Jo. Zentral ist der sich entwickelnde Wettstreit zwischen Peary und Cook, die von ihrer Persönlichkeit her nicht unterschiedlicher sein könnten und doch beide von Ruhm besessene Abenteurer sind, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Beide enden nach einem wechselvollen Leben unter unglücklichen Umständen. Die Sympathie des Erzählers gilt Minik, einem Inuit-Jungen, dessen Schicksal von seine Kindheit in Grönland über seine Verschleppung nach New York, sein Aufwachsen bei einem windigen aber liebevollen Stiefvater, seine Rückkehr nach Grönland, sein dortiges Fremdsein und die erneute Rückkehr nach USA bis zu seinem Tod durch die Spanische Grippe erzählt wird. Franzobel schreibt mit Einfühlungsvermögen, einer Fülle an hervorragend recherchierter Fakten über das Leben der Inuit, gemischt mit Ironie und Satire mit derben Beschreibungen körperlicher Vorgänge, die mir teilweise etwas zu krass waren. Die Darstellung der Migration und Heimatlosigkeit des Jungen Minik hat mich sehr gerührt. Absolut spannend ist die Beschreibung der Inuit, die es durch ihre Lebensweise geschafft haben, in Kälte und Dunkelheit zu überleben. Durch die amerikanischen Polareroberer treffen sie auf eine Zivilisation, die vom Profitdenken beherrscht wird. Die fatalen Folgen dieser kulturellen Wechselbeziehung werden mir in Erinnerung bleiben.

    18. Jan. 2026

  • bookmum71
    bookmum71

    234 Follower

    2,5

    Ich weiß nicht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Ich fand es furchtbar langweilig. Die Geschichte konnte mich nicht fesseln. Hier ging es nicht um Forscher, die die Welt für uns größer machen wollten, sondern um Männer, süchtig nach Ruhm. Und das um jeden Preis, nämlich durch die Zerstörung einer fremden Kultur. Leider absolut nichts für mich.

    2. Aug. 2025

  • fraumuger
    fraumuger

    35 Follower

    2,5

    “Er war kein Poleroberer, sondern ein x-beliebiger Abenteurer, ja, vielleicht schlimmer, ein Tourist.“ Leider konnte ich mich überhaupt nicht in die Geschichte einfinden und hab mich die meiste Zeit sehr durchgequält, obwohl ich den Schreibstil von Franzobel vorher immer sehr gemocht habe.

    11. Juli 2025

Autorin / Autor

Über Franzobel

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der bekanntesten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis und den Nicolas-Born-Preis. Mit seinem Roman »Das Floß der Medusa« stand er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, und er erhielt den Bayerischen Buchpreis.

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