Hell-Go-Land
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Description
Ein roter Fels im sturmgepeitschten Meer. Darauf Deutschlands abgeschiedenster Polizeiposten. Hier ist ihre neue Dienststelle. Hier war ihr Zuhause. Bis der Albtraum über Anna Krüger hereinbrach. Kaum jemand weiß von ihrer Rückkehr nach Helgoland. Doch schon an ihrem ersten Arbeitstag erwartet sie eine grausame Überraschung, die Anna klarmacht, dass es keine Flucht vor der Vergangenheit gibt. Nicht für sie. Nicht an diesem Ort.
"Hell-Go-Land ist so atmosphärisch dicht, wie man es sich von einem Krimi nur wünschen kann. Der Fall ist etwas Besonderes, die Aufklärung logisch, die Konstruktion perfekt und der Stil fesselnd"
Frauke Kaberka, dpa
"Tim Erzberg beschert Polizistin Anna Krüger und uns schlaflose Nächte"
BUNTE
"Tim Erzberg [...] hat ein düsteres, beklemmendes Kammerspiel geschaffen, das sehr lange rätselhaft bleibt."
BRIGITTE 21/2016
"Megaspannend!"
Andrea "Kossi" Kossmann
"Hell-Go-Land vereint die archetypische Konfrontation zwischen Mensch und Natur mit einem überzeugenden Personeninventar und einem klassischen whodunit-Plot, der den Leser lange rätseln lässt. Das Ganze unter Umständen, die nicht anders als mit dem Wort klaustrophobisch zu beschreiben sind... Dieses Buch hätte ich doch recht gerne geschrieben. "
Stephan M. Rother
Book Information
Author Description
Tim Erzberg entschloss sich nach dem Jurastudium, Literaturagent zu werden. Er vertrat unter anderem den berühmtesten deutschen Strafverteidiger Rolf Bossi und Zvi Aharoni, den Mann, der Adolf Eichmann aus Argentinien entführte, sowie mehrere ehemalige Geheimagenten. Seine dunklen Erfahrungen verarbeitet Tim Erzberg in Geschichten, in denen es nicht einfach nur Gut und Böse gibt.
Posts
Habs an einem Tag durchgelesen, total fesselnd.
Einziger Kritikpunkt: Hätte ein klein wenig früher auf den Punkt kommen können, was Annas Biografie angeht. Hat einen genervt, aber auch total gefesselt... Ansonsten toll geschrieben, für mich nicht vorhersehbar, nicht zuviele Irrungen, Wirrungen und Protagonisten. Sehr beeindruckend mit lediglich 14 Tagen Story soviel Spannung aufzubauen.
Mit Helgoland verbinden die meisten Menschen wohl eher gemütliche Urlaubsatmosphäre (inkl. Strandspaziergang, Heilbad und Matjesbrötchen) als einen zunehmend düsteren Albtraum (inkl. Sturmfront, Ausgangssperre und Blut im Einmachglas). Insofern ist die Wahl des Schauplatzes für diesen Thriller originell - und stimmig, denn nach dem Lesen kann ich nur sagen: Helgoland im Winter ist geradezu der perfekte Ort für so eine Geschichte! Außerhalb der Urlaubssaison fahren die Fähren ohnehin nur zweimal in der Woche, und bei Unwetter, was wohl nicht selten vorkommt, ist die Insel sogar vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Jeder kennt jeden auf so einer kleinen Insel, und einer davon soll ein skrupelloses Monster sein...? Gänsehaut vorprogrammiert. Ein Großteil der Spannung entsteht alleine schon durch die klaustrophobische, unheilvolle Atmosphäre. So lebendig, grandios und stimmungsvoll das sturmumtoste Helgoland beschrieben wird, desto blass bleiben jedoch leider manche der Charaktere. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. In der Gegenwart sieht der Leser die Geschehnisse vor allem aus Sicht der Polizistin Anna Krüger, an die ein unbekannter Täter grausige Präsente schickt, und aus Sicht der Putzfrau Katharina Loos, die einen unheilvollen Verdacht hat, was ihren Arbeitgeber betrifft, und auf eigene Faust ermittelt. Außerdem fließen immer mal wieder Gespräche zwischen Täter und Opfer in die Geschichte ein, reduziert auf den reinen Dialog. Auch Annas Erinnerungen spielen eine große Rolle. Schnell wird dem Leser klar: vor 8 Jahren muss ihr etwas Furchtbares angetan worden sein auf Helgoland. Etwas, für das ihr nie Gerechtigkeit zuteil wurde, ganz im Gegenteil. Lange wird alles nur angedeutet, und als Anna es dann doch mal jemandem erzählt, bricht der Autor die Szene einfach ab und blendet über zur nächsten - aber das verhindert nicht, dass man sich doch recht schnell einen Teil dessen, was geschehen ist, denken kann. Die Charaktere haben alle viel Potential und auch interessante Eigenheiten. (So hat Anna zum Beispiel ihrer Migräne den Namen Stalin gegeben und spricht gelegentlich mit ihr.) Aber wirkliche Sympathie habe ich weder mit ihr noch mit den anderen Charakteren entwickelt, und sie blieben für mich merkwürdig farblos. Die drei Polizisten sind mit der Situation hoffnungslos überfordert und ermitteln fast stümperhaft, was aber zugegebenermaßen verständlich ist. Kein angeschlossenes Labor, keine Experten für Spurensicherung... Im Grunde sind sie nur eine Dorfpolizei, die normalerweise alles ans Festland weitergibt, was wirkliche Ermittlungen erfordert - nur, dass das jetzt wegen des Sturms eben nicht geht. Nicht nachvollziehen konnte ich hingegen, dass Anna ihren Kollegen ohne ersichtlichen Grund wichtige Dinge vorenthält, wie z.B., dass sie eine Reihe von beunruhigenden SMS erhalten hat. Ein Versuch des Autors, zusätzliche Spannung zu erzeugen, indem er Anna isoliert? Der aufmerksame Leser kann schon früh zumindest eine Ahnung entwickeln, wer hinter den blutigen Post-Sendungen steckt, trotz falscher Fährten - allerdings bleibt spannend, warum derjenige tut, was er tut. Die Auflösung und das Motiv des Täters konnten mich am Schluss aber nur so halbwegs überzeugen. Im Großen und Ganzen gefiel mir der Schreibstil gut, mit kleinen Abstrichen: Immer wieder findet der Autor tolle Bilder und eine großartige Sprachmelodie, oft baut er eine wunderbar dichte, düstere Atmosphäre auf, die alle Sinne anspricht - gelegentlich driftet er aber auch ab ins Melodramatische. Zitat - Anna blickt hinab aufs Meer und bekommt Migräne: Eisig war es und sah doch aus, als würde es dort unten von einem Höllenfeuer zum Kochen gebracht. Im Augenblick der Begegnung mit dem zornigen Gott des Meeres waren sie aufgeflammt, hatte es hinter ihren Augen zu pochen begonnen. Zunächst hatte es sich angefühlt, als packe eine eisige Faust ihren Sehnerv und zöge ihn mit Gewalt in den Schädel. Abschließend möchte ich sagen, dass mich das Buch trotz der angesprochenen Kritikpunkte gut unterhalten hat und dass ich es auch sehr spannend fand. Fazit: Der heimliche Star des Buches ist für mich die Insel Helgoland selbst, denn der Autor beschreibt sie packend und eindringlich - und zeigt sie dabei in einem ganz anderen Licht, als man sie aus Ferienprospekten kennt. Brutale Winterstürme und die damit einhergehende vollkommene Isolation vom Festland bilden die Kulisse für einen Thriller, der seinem Potential in meinen Augen nicht vollständig gerecht wird (besonders die Darstellung der Charaktere hat noch Luft nach oben), aber dennoch hochspannend ist.
Ein sehr schönes, aber auch ein wenig verstörendes Buch mit einem fesselnden Setting und tief ausgearbeiteten Figuren. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und lässt den Leser in die Abgeschiedenheit von Helgoland eintauchen. Auch die Vielschichtigkeut der Charaktere macht das Lesen zu einem Genuss. Jeder Charakter hat eine Vergangenheit, die mal mehr und mal weniger erläutert wird, aber man spürt, dass sie alle eine Tiefe haben. Einzig würde ich den Roman nicht als Thriller sondern als Krimi bezeichnen, auch wenn der Fall sehr düster und verstörend ist, liegt das Hauptaugenmerk doch auf der Ermittlungen. Leseempfehlung gerade für den Herbst/Winter oder wenn man Lust auf die Abgeschiedenheit der Nordsee hat.
Ein Thriller, der in Deutschland spielt? Eigentlich gar nicht mein Ding. Umso überraschter war ich, dass dieses Buch gleich zu Beginn meine Aufmerksamkeit fesselte. Eine kleine Insel, eine blutige Tat, die sich zu einem Horrorszenarium entwickelt - all das erinnert ein wenig an ein "locked room mystery", einem klassischen Stilmittel in der Literatur. Die Ausarbeitung der Idee hat mir ausgesprochen gut gefallen. Nie wurde es langweilig, ein Ereignis folgte dem nächsten und immer mehr Verdächtigte rückten ins Licht der Ermittlungen. Allein die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Da waren zum einen die Namen. Wenn man eine überschaubare Anzahl an Figuren hat, wieso Namen doppelt verwenden und so zur Verwirrung des Lesers beitragen? Zum anderen konnte ich keine Bindung zur Protagonistin aufbauen. Ihr Alter erschien mir zu jung und zu unglaubwürdig für die Position, in der sie sich befand. Ihre Hintergrundgeschichte ist sehr klischeehaft und wird nicht emotional genug geschildert, um sich in sie hineinversetzen zu können. Ihre Persönlichkeit bleibt im Dunkeln - wie auch die der anderen Personen in diesem Buch. Leider. Die Auflösung des Falles war fesselnd, aber vorhersehbar. Für mich stellte sich zudem die Frage: wieso dieses Opfer, wieso nicht eines, das viel näher in das Geschehen verwickelt war? Ich hätte mir mehr Details in diesem Roman gewünscht. Wie muss ich mir die Menschen optisch und emotional vorstellen, was treibt sie, wer sind sie? Wie sieht die Umgebung aus, in der sie sich befinden, was macht sie besonders? Last but not least möchte ich Herrn Erzberg/Montasser gern noch bitten, zu versuchen, einen "Spaziergang" von sieben Kilometer in einer Stunde zu machen - da wird er vermutlich am Ende etwas außer Atem sein ;-) Trotz allem ist dies ein Regionalkrimi, den ich gern gelesen hab und für dunkle Herbstabende empfehlen kann.
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Ein roter Fels im sturmgepeitschten Meer. Darauf Deutschlands abgeschiedenster Polizeiposten. Hier ist ihre neue Dienststelle. Hier war ihr Zuhause. Bis der Albtraum über Anna Krüger hereinbrach. Kaum jemand weiß von ihrer Rückkehr nach Helgoland. Doch schon an ihrem ersten Arbeitstag erwartet sie eine grausame Überraschung, die Anna klarmacht, dass es keine Flucht vor der Vergangenheit gibt. Nicht für sie. Nicht an diesem Ort.
"Hell-Go-Land ist so atmosphärisch dicht, wie man es sich von einem Krimi nur wünschen kann. Der Fall ist etwas Besonderes, die Aufklärung logisch, die Konstruktion perfekt und der Stil fesselnd"
Frauke Kaberka, dpa
"Tim Erzberg beschert Polizistin Anna Krüger und uns schlaflose Nächte"
BUNTE
"Tim Erzberg [...] hat ein düsteres, beklemmendes Kammerspiel geschaffen, das sehr lange rätselhaft bleibt."
BRIGITTE 21/2016
"Megaspannend!"
Andrea "Kossi" Kossmann
"Hell-Go-Land vereint die archetypische Konfrontation zwischen Mensch und Natur mit einem überzeugenden Personeninventar und einem klassischen whodunit-Plot, der den Leser lange rätseln lässt. Das Ganze unter Umständen, die nicht anders als mit dem Wort klaustrophobisch zu beschreiben sind... Dieses Buch hätte ich doch recht gerne geschrieben. "
Stephan M. Rother
Book Information
Author Description
Tim Erzberg entschloss sich nach dem Jurastudium, Literaturagent zu werden. Er vertrat unter anderem den berühmtesten deutschen Strafverteidiger Rolf Bossi und Zvi Aharoni, den Mann, der Adolf Eichmann aus Argentinien entführte, sowie mehrere ehemalige Geheimagenten. Seine dunklen Erfahrungen verarbeitet Tim Erzberg in Geschichten, in denen es nicht einfach nur Gut und Böse gibt.
Posts
Habs an einem Tag durchgelesen, total fesselnd.
Einziger Kritikpunkt: Hätte ein klein wenig früher auf den Punkt kommen können, was Annas Biografie angeht. Hat einen genervt, aber auch total gefesselt... Ansonsten toll geschrieben, für mich nicht vorhersehbar, nicht zuviele Irrungen, Wirrungen und Protagonisten. Sehr beeindruckend mit lediglich 14 Tagen Story soviel Spannung aufzubauen.
Mit Helgoland verbinden die meisten Menschen wohl eher gemütliche Urlaubsatmosphäre (inkl. Strandspaziergang, Heilbad und Matjesbrötchen) als einen zunehmend düsteren Albtraum (inkl. Sturmfront, Ausgangssperre und Blut im Einmachglas). Insofern ist die Wahl des Schauplatzes für diesen Thriller originell - und stimmig, denn nach dem Lesen kann ich nur sagen: Helgoland im Winter ist geradezu der perfekte Ort für so eine Geschichte! Außerhalb der Urlaubssaison fahren die Fähren ohnehin nur zweimal in der Woche, und bei Unwetter, was wohl nicht selten vorkommt, ist die Insel sogar vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Jeder kennt jeden auf so einer kleinen Insel, und einer davon soll ein skrupelloses Monster sein...? Gänsehaut vorprogrammiert. Ein Großteil der Spannung entsteht alleine schon durch die klaustrophobische, unheilvolle Atmosphäre. So lebendig, grandios und stimmungsvoll das sturmumtoste Helgoland beschrieben wird, desto blass bleiben jedoch leider manche der Charaktere. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. In der Gegenwart sieht der Leser die Geschehnisse vor allem aus Sicht der Polizistin Anna Krüger, an die ein unbekannter Täter grausige Präsente schickt, und aus Sicht der Putzfrau Katharina Loos, die einen unheilvollen Verdacht hat, was ihren Arbeitgeber betrifft, und auf eigene Faust ermittelt. Außerdem fließen immer mal wieder Gespräche zwischen Täter und Opfer in die Geschichte ein, reduziert auf den reinen Dialog. Auch Annas Erinnerungen spielen eine große Rolle. Schnell wird dem Leser klar: vor 8 Jahren muss ihr etwas Furchtbares angetan worden sein auf Helgoland. Etwas, für das ihr nie Gerechtigkeit zuteil wurde, ganz im Gegenteil. Lange wird alles nur angedeutet, und als Anna es dann doch mal jemandem erzählt, bricht der Autor die Szene einfach ab und blendet über zur nächsten - aber das verhindert nicht, dass man sich doch recht schnell einen Teil dessen, was geschehen ist, denken kann. Die Charaktere haben alle viel Potential und auch interessante Eigenheiten. (So hat Anna zum Beispiel ihrer Migräne den Namen Stalin gegeben und spricht gelegentlich mit ihr.) Aber wirkliche Sympathie habe ich weder mit ihr noch mit den anderen Charakteren entwickelt, und sie blieben für mich merkwürdig farblos. Die drei Polizisten sind mit der Situation hoffnungslos überfordert und ermitteln fast stümperhaft, was aber zugegebenermaßen verständlich ist. Kein angeschlossenes Labor, keine Experten für Spurensicherung... Im Grunde sind sie nur eine Dorfpolizei, die normalerweise alles ans Festland weitergibt, was wirkliche Ermittlungen erfordert - nur, dass das jetzt wegen des Sturms eben nicht geht. Nicht nachvollziehen konnte ich hingegen, dass Anna ihren Kollegen ohne ersichtlichen Grund wichtige Dinge vorenthält, wie z.B., dass sie eine Reihe von beunruhigenden SMS erhalten hat. Ein Versuch des Autors, zusätzliche Spannung zu erzeugen, indem er Anna isoliert? Der aufmerksame Leser kann schon früh zumindest eine Ahnung entwickeln, wer hinter den blutigen Post-Sendungen steckt, trotz falscher Fährten - allerdings bleibt spannend, warum derjenige tut, was er tut. Die Auflösung und das Motiv des Täters konnten mich am Schluss aber nur so halbwegs überzeugen. Im Großen und Ganzen gefiel mir der Schreibstil gut, mit kleinen Abstrichen: Immer wieder findet der Autor tolle Bilder und eine großartige Sprachmelodie, oft baut er eine wunderbar dichte, düstere Atmosphäre auf, die alle Sinne anspricht - gelegentlich driftet er aber auch ab ins Melodramatische. Zitat - Anna blickt hinab aufs Meer und bekommt Migräne: Eisig war es und sah doch aus, als würde es dort unten von einem Höllenfeuer zum Kochen gebracht. Im Augenblick der Begegnung mit dem zornigen Gott des Meeres waren sie aufgeflammt, hatte es hinter ihren Augen zu pochen begonnen. Zunächst hatte es sich angefühlt, als packe eine eisige Faust ihren Sehnerv und zöge ihn mit Gewalt in den Schädel. Abschließend möchte ich sagen, dass mich das Buch trotz der angesprochenen Kritikpunkte gut unterhalten hat und dass ich es auch sehr spannend fand. Fazit: Der heimliche Star des Buches ist für mich die Insel Helgoland selbst, denn der Autor beschreibt sie packend und eindringlich - und zeigt sie dabei in einem ganz anderen Licht, als man sie aus Ferienprospekten kennt. Brutale Winterstürme und die damit einhergehende vollkommene Isolation vom Festland bilden die Kulisse für einen Thriller, der seinem Potential in meinen Augen nicht vollständig gerecht wird (besonders die Darstellung der Charaktere hat noch Luft nach oben), aber dennoch hochspannend ist.
Ein sehr schönes, aber auch ein wenig verstörendes Buch mit einem fesselnden Setting und tief ausgearbeiteten Figuren. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und lässt den Leser in die Abgeschiedenheit von Helgoland eintauchen. Auch die Vielschichtigkeut der Charaktere macht das Lesen zu einem Genuss. Jeder Charakter hat eine Vergangenheit, die mal mehr und mal weniger erläutert wird, aber man spürt, dass sie alle eine Tiefe haben. Einzig würde ich den Roman nicht als Thriller sondern als Krimi bezeichnen, auch wenn der Fall sehr düster und verstörend ist, liegt das Hauptaugenmerk doch auf der Ermittlungen. Leseempfehlung gerade für den Herbst/Winter oder wenn man Lust auf die Abgeschiedenheit der Nordsee hat.
Ein Thriller, der in Deutschland spielt? Eigentlich gar nicht mein Ding. Umso überraschter war ich, dass dieses Buch gleich zu Beginn meine Aufmerksamkeit fesselte. Eine kleine Insel, eine blutige Tat, die sich zu einem Horrorszenarium entwickelt - all das erinnert ein wenig an ein "locked room mystery", einem klassischen Stilmittel in der Literatur. Die Ausarbeitung der Idee hat mir ausgesprochen gut gefallen. Nie wurde es langweilig, ein Ereignis folgte dem nächsten und immer mehr Verdächtigte rückten ins Licht der Ermittlungen. Allein die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Da waren zum einen die Namen. Wenn man eine überschaubare Anzahl an Figuren hat, wieso Namen doppelt verwenden und so zur Verwirrung des Lesers beitragen? Zum anderen konnte ich keine Bindung zur Protagonistin aufbauen. Ihr Alter erschien mir zu jung und zu unglaubwürdig für die Position, in der sie sich befand. Ihre Hintergrundgeschichte ist sehr klischeehaft und wird nicht emotional genug geschildert, um sich in sie hineinversetzen zu können. Ihre Persönlichkeit bleibt im Dunkeln - wie auch die der anderen Personen in diesem Buch. Leider. Die Auflösung des Falles war fesselnd, aber vorhersehbar. Für mich stellte sich zudem die Frage: wieso dieses Opfer, wieso nicht eines, das viel näher in das Geschehen verwickelt war? Ich hätte mir mehr Details in diesem Roman gewünscht. Wie muss ich mir die Menschen optisch und emotional vorstellen, was treibt sie, wer sind sie? Wie sieht die Umgebung aus, in der sie sich befinden, was macht sie besonders? Last but not least möchte ich Herrn Erzberg/Montasser gern noch bitten, zu versuchen, einen "Spaziergang" von sieben Kilometer in einer Stunde zu machen - da wird er vermutlich am Ende etwas außer Atem sein ;-) Trotz allem ist dies ein Regionalkrimi, den ich gern gelesen hab und für dunkle Herbstabende empfehlen kann.








