Haus der Stummen

Haus der Stummen

Hardback
3.59
GlisterCaspar HauserLügen Über Meinen Vater

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Description

Psychologische Spannung literarisch verdichtet – John Burnsides erster Roman endlich auch auf Deutsch.

John Burnside ist einer der faszinierendsten Literaten unserer Zeit, der in seinen Werken immer wieder die Abgründe der menschlichen Natur erkundet. Bereits in seinem ersten Roman zeigt sich Burnsides Meisterschaft: In spannungsgeladenen Sätzen zeichnet er das Porträt eines jungen Mannes, der von maßlosem Forschergeist in den Wahnsinn getrieben wird.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
256
Price
20.60 €

Author Description

John Burnside (1955-2024), geboren in Schottland, zählt zu den profiliertesten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Belletristikpreis des ZEIT-Verlags, dem Petrarca-Preis und dem Spycher-Literaturpreis. Mit »Lügen über meinen Vater« (2006), »Wie alle anderen« (2010), »Über Liebe und Magie – I put a spell on you« (2014) und »What light there is – Über die Schönheit des Moments« (2020) schrieb er mehrere Memoirs, die von Kritikern wie Lesern begeistert gefeiert wurden. Zuletzt erschien sein Erzählband »So etwas wie Glück: Geschichten über die Liebe«. 2023 wurde er mit dem renommierten David Cohen Prize für sein Lebenswerk ausgezeichnet. John Burnside starb am 29. Mai 2024 im Alter von 69 Jahren.

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3,75 Sterne. Eine tolle Sprache - gut erzählt widmet sich der Autor dem Abgrund der menschlichen Psyche eines verderbten „Wissenschaftlers“, welche das Wesen der Sprache erforschen möchte. Ich habe dem Buch 1,25 Sterne abgezogen, weil mir die storyinterne Dosis der Menschenverachtung gegenüber Frauen, Behinderten und Kindern kaum erträglich erschien - wichtig: Ich meine damit nicht, dass sich der Autor mit der Handlung seiner fiktiven Geschichte gemein macht. Dieses Buch ist beileibe kein billiger Splatterroman. Ganz im Gegenteil. Der Horror greift eher in Gestalt von nüchtern vorgetragener, nahezu „wissenschaftlich“ präzisier Beschreibung des Machtmissbrauchs, der Vergewaltigung und Misshandlung von schwächeren Menschen daher.

4

Lange schon wollte ich diesen Erstling von John Burnside lesen, denn ich wusste, dass er viele zu Fans des schottischen Autors gemacht hat. Zu Grunde liegt dem Buch die persische Legende von Akbar dem Großen, der ein grausiges Experiment durchgeführt haben soll: Er ließ eine Reihe von Neugeborenen nur von stummen Menschen versorgen, um herauszufinden, ob die Sprache dem Menschen angeboren ist oder erlernt werden muss. Ein solches Experiment führt auch unser Protagonist durch. Schon die Beschreibung der Kindheit des Protagonisten lässt erkennen, dass hier eine Störung irgendeiner Art vorliegt, dem Jungen fehlt es an jeglicher Empathie. Die Nüchternheit, mit der er grausame Dinge tut, führt bei den Leser*innen unweigerlich zum Entsetzen. Ich musste wiederholt an die Figur des Humbert Humbert aus Lolita denken, auch wenn die begangenen Verbrechen ganz anderer Natur sind, empfand ich den Umgang des Protagonisten mit den eigenenen Taten ähnlich. Gleich zu Beginn wird klar, dass die beiden Kinder, mit denen er das Experiment durchführte, dieses nicht überlebten. Was jedoch das Ergebnis angeht, will ich euch nicht spoilern. Das Ende des Romans fühlt sich ähnlich kalt und ohnmächtig an. Ein sehr düsteres, sehr faszinierendes Buch. Triggerwarnung für Gewalt an Tieren und Menschen.

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