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Auf Josefines Familie liegt ein Fluch. Seit Generationen wird den Frauen ihrer Linie nahegelegt, nur mit einem speziellen Familienring am Finger vor den Altar zu treten. Alle Frauen, die diese Tradition missachtet haben, standen nach weniger als einem Jahr bereits vor den Trümmern ihrer Ehe. Josefine ist 30, Familienrechtsanwältin und mit ihrem Kollegen Justus verlobt. Die beiden sind bereits seit neun Jahren ein Paar und wollen nun endlich heiraten. Blöd nur, dass der Ring wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit verschwindet. Angeblich hat ihn Cousine Charlie mitgehen lassen, welche mit ihrem Freund nach Schottland durchgebrannt ist. Spontan macht sich Josefine auf die Suche nach dem Erbstück und tritt eine Reise an, die ihr Leben verändern wird. Die Schauspielerin Jessica Schwarz hat dieses Hörbuch eingelesen und mir sehr gut gefallen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und ihre Sprechweise passt sie dem jeweils zu Wort kommenden Charakter problemlos an. Dadurch fiel es mir leicht, Dialoge zu verfolgen. Claudia Winter gelingt mit „Glückssterne“ ein humorvoller, mir persönlich aber etwas zu kitschiger und vorhersehbarer Liebesroman. Gut amüsiert habe ich mich, was größtenteils an Josefines Großtanten Brigitte und Lieselotte lag. Die 73-jährigen Zwillinge sind alles andere als gebrechlich oder senil und begleiten Josy auf der Suche nach Charlie und dem Familienring. Dabei könnten sie gegensätzlicher nicht sein, wodurch viele witzige Momente entstehen. Auch der bildliche Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Claudia Winter hat in meinen Augen echt ein gutes Händchen für die richtige Wortwahl und Satzkomposition. Trotzdem habe ich auch immer mal wieder mit den Augen gerollt. Für eine Anwältin benimmt sich Josefine zeitweise einfach zu impulsiv. Meist ist ihre Zunge schneller als ihr Gehirn, was teilweise witzig, teilweise aber auch leider unpassend war. Die Geschehnisse rund um Josefines Reise bieten außerdem nur wenige Überraschungen. Der gesamte grobe Rahmen war absolut voraussehbar, auch für diejenigen, die sonst eher andere Buchgenres bevorzugen. Positiv anmerken möchte ich noch, dass dem Hörbuch ein kleines Booklet mit Rezepten beiliegt. So kann man Charlies Cheesecake oder Finolas Räucherfischsuppe nachkochen und beim Hören genießen. Fazit Mir persönlich hat das gewisse Etwas gefehlt. Der Funke zur Protagonistin ist bei mir nicht richtig übergesprungen. Von Josefine hatte ich viel mehr Selbstbeherrschung und überlegtes Handeln erwartet, häufig urteilt sie allerdings vorschnell und gibt sich naiv und trotzig. Die Handlung lebt daher in meinen Augen vor allem von interessanten Nebencharakteren und vielen amüsanten Szenen. Insgesamt ist dieser Liebesroman zwar vorhersehbar, wenig innovativ und etwas kitschig, macht aber Spaß, wenn man sich auf die Geschichte einlassen und beim Zuhören abschalten kann. (März 2017)
Oct 21, 2023
Auf Josefines Familie liegt ein Fluch. Seit Generationen wird den Frauen ihrer Linie nahegelegt, nur mit einem speziellen Familienring am Finger vor den Altar zu treten. Alle Frauen, die diese Tradition missachtet haben, standen nach weniger als einem Jahr bereits vor den Trümmern ihrer Ehe. Josefine ist 30, Familienrechtsanwältin und mit ihrem Kollegen Justus verlobt. Die beiden sind bereits seit neun Jahren ein Paar und wollen nun endlich heiraten. Blöd nur, dass der Ring wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit verschwindet. Angeblich hat ihn Cousine Charlie mitgehen lassen, welche mit ihrem Freund nach Schottland durchgebrannt ist. Spontan macht sich Josefine auf die Suche nach dem Erbstück und tritt eine Reise an, die ihr Leben verändern wird. Die Schauspielerin Jessica Schwarz hat dieses Hörbuch eingelesen und mir sehr gut gefallen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und ihre Sprechweise passt sie dem jeweils zu Wort kommenden Charakter problemlos an. Dadurch fiel es mir leicht, Dialoge zu verfolgen. Claudia Winter gelingt mit „Glückssterne“ ein humorvoller, mir persönlich aber etwas zu kitschiger und vorhersehbarer Liebesroman. Gut amüsiert habe ich mich, was größtenteils an Josefines Großtanten Brigitte und Lieselotte lag. Die 73-jährigen Zwillinge sind alles andere als gebrechlich oder senil und begleiten Josy auf der Suche nach Charlie und dem Familienring. Dabei könnten sie gegensätzlicher nicht sein, wodurch viele witzige Momente entstehen. Auch der bildliche Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Claudia Winter hat in meinen Augen echt ein gutes Händchen für die richtige Wortwahl und Satzkomposition. Trotzdem habe ich auch immer mal wieder mit den Augen gerollt. Für eine Anwältin benimmt sich Josefine zeitweise einfach zu impulsiv. Meist ist ihre Zunge schneller als ihr Gehirn, was teilweise witzig, teilweise aber auch leider unpassend war. Die Geschehnisse rund um Josefines Reise bieten außerdem nur wenige Überraschungen. Der gesamte grobe Rahmen war absolut voraussehbar, auch für diejenigen, die sonst eher andere Buchgenres bevorzugen. Positiv anmerken möchte ich noch, dass dem Hörbuch ein kleines Booklet mit Rezepten beiliegt. So kann man Charlies Cheesecake oder Finolas Räucherfischsuppe nachkochen und beim Hören genießen. Fazit Mir persönlich hat das gewisse Etwas gefehlt. Der Funke zur Protagonistin ist bei mir nicht richtig übergesprungen. Von Josefine hatte ich viel mehr Selbstbeherrschung und überlegtes Handeln erwartet, häufig urteilt sie allerdings vorschnell und gibt sich naiv und trotzig. Die Handlung lebt daher in meinen Augen vor allem von interessanten Nebencharakteren und vielen amüsanten Szenen. Insgesamt ist dieser Liebesroman zwar vorhersehbar, wenig innovativ und etwas kitschig, macht aber Spaß, wenn man sich auf die Geschichte einlassen und beim Zuhören abschalten kann. (März 2017)
Oct 21, 2023






