Girlhood

Girlhood

Hardback
4.253

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Description

Es gibt viele wichtige Bücher über Feminismus. Aber keine ihrer Autorinnen hat derart viele Leben gelebt wie Melissa Febos: glückliche Kindheit auf Cape Cod, mit zwanzig heroinabhängig, das Studium finanziert als Domina. Heute führt sie mit ihrer Ehefrau ein bürgerliches Leben und unterrichtet an der Universität. In ihrem Kultbuch »Girlhood« erkundet Melissa Febos die Gemeinsamkeiten aller Lebensphasen, um herauszufinden, welche Wunden das Patriarchat in einem Frauenleben schlägt. Wie wir sie freilegen, wie wir sie heilen. Sie findet beunruhigend eindrückliche Beispiele, wie Frauen von klein auf darauf konditioniert sind, an ihrer eigenen Herabwürdigung mitzuwirken. Von misogyner Gewalt und Mobbing, vom Belästigen, Stalken, Spannen bis zur Evolution falsch gedeuteten Einverständnisses. »Girlhood« handelt von der Rückeroberung des eigenen Körpers und vom Ende der Ausbeutung durch das Patriarchat. Für Leser:innen von Sophie Passmann, »Pick me Girls« und Seyda Kurt, »Radikale Zärtlichkeit«

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Literary Essays
Format
Hardback
Pages
336
Price
25.70 €

Author Description

Melissa Febos wurde 1980 in Falmouth, Massachusetts geboren. Heute lebt sie mit ihrer Frau in Iowa und unterrichtet an der dortigen Universität. Für »Girlhood« wurde sie mit dem National Book Critics Circle Award ausgezeichnet.

Posts

8
All

Persönlich, schonungslos, stellenweise schwer zu ertragen, trotzdem bereichernd

Melissa Febos erzählt in Girlhood eine schonungslose, autobiographische Geschichte über das Frausein und vor allem das Frau‑Werden. Ihre Erfahrungen – frühe sexuelle Übergriffe, später Drogenabhängigkeit, die Arbeit als Domina und immer wieder Grenzverletzungen durch Männer – machen das Buch stellenweise schwer auszuhalten. Ich musste es mehrfach weglegen, weil die Schilderungen bedrückend waren. Gerade weil Febos nicht von spektakulärer Gewalt erzählt, zeigt ihr Buch umso deutlicher, wie allein Mädchen und Frauen mit sexuellen Traumata bleiben. Sie beschreibt eindrücklich, wie Schuld und Scham internalisiert werden, wie sie als Jugendliche stigmatisiert und ausgeschlossen wurde und wie diese Prägungen ihr Leben lang nachwirken: Schwierigkeiten in der Grenzsetzung, Unsicherheit in Beziehungen, das ständige Zweifeln an den eigenen Bedürfnissen. Als Mutter hat mich das besonders getroffen. Febos verknüpft ihre persönliche Geschichte mit einem größeren kulturellen und historischen Kontext und macht sichtbar, wie tief gesellschaftliche Muster in weibliche Sozialisation eingreifen. Auch wenn ich das Buch nicht bewertet habe, weil es sich für mich nicht „bewerten“ lässt, halte ich es für sehr empfehlenswert – für Mütter, für Frauen und ebenso für Männer, die verstehen wollen, was weibliche Sozialisation und sexualisierte Grenzverletzungen bedeuten.

Persönlich, schonungslos, stellenweise schwer zu ertragen, trotzdem bereichernd
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Eine Frau sein

Melissa Febos hat mich durch ihren persönlichen Essay über das Frausein in den Bann gezogen. Die Erzählung über patriarchiale Macht, die Suche nach der eigenen Identität und Sexualität ist leider keine Neue aber Febos‘ Perspektive war so entwaffnend ehrlich, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, zu lesen. Nicht die Fakten, sondern ganz besonders die persönlichen Anekdoten machen den Text somit zu einer Bereicherung, denn jede(r) wird sich dort (leiden) wiederfinden. Girlhood bedeutet nach der Lektüre aber nicht nur, gemeinsame negative Erfahrungen zu teilen, sondern gemeinsam gegen das Gefühl der Atemlosigkeit anzukämpfen - auch wenn es schwer ist.

4

Sehr gutes Buch über das Aufwachsen als weiblich gelesene Person. Sehr ehrlich und mutig beschreibt die Autorin in mehreren Essays literarisch, ja gar poetisch ihr Leben. Es kommen auch andere Frauen zu Wort. Es werden Geschichten erzählt, Wahrheiten ausgesprochen, die zum großen Teil genau ins Schwarze treffen und unglaublich berühren. Themen sind: aufwachsen als Mädchen, Drogen, Suizid, sexarbeit, Grenzen uvm. toll!

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Sollten unbedingt alle Mädchen, Frauen, Jungs und Männer lesen!

Unbedingt empfehlenswert für Mädchen, Frauen, Jungs und Männer! Frauen* müssen erkennen und Worte fassen für ihre (negativen) Gefühle in Verbindung zu ihrem Körper, zu Männern, zu Situationen, zu Sex usw. Und Männer* müssen wissen wie Frauen ticken, wovor sie Angst haben, was Übergriffigkeit bedeutet, wo Machtgefälle herrschen und wie man Konsens herstellen kann!

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Melissa Febos zeigt uns in ihrem Buch »Girlhood« was es bedeutet, als weiblich gelesene Person im ✨Patriarchat✨ aufzuwachsen. Anhand ihrer Biografie erzählt sie von ihrem ganz persönlichen Kampf gegen die Ausbeutung durch patriarchale Machstrukturen und von der Rückeroberung ihres eigenen Körpers. In kurzweiligen Essays verbindet Febos Memoir mit Theorie, Soziologie und Poesie. Sie schreibt u.a. über Themen wie Misogynie, sexuelle Gewalt, Mobbing, Stalking, Belästigung, Konsens, Slutshaming und Sexualisierung von Frauen*. Wie wärs mit einem kleinen Bullshit Bingo? So gibt es wohl kaum eine weiblich gelesene Person, die sich nicht zumindest in einer von Febos Erfahrungen wiederfindet. Die erste Buchhälfte war inhaltlich und literarisch unglaublich stark als auch intensiv. Die zweite Hälfte empfand ich hingegen leider als langatmig. Hier hätten auch ein paar Seiten weniger die Message transportiert, obgleich das eine rein subjektive Wahrnehmung ist. »Girlhood« offenbart sicherlich keine neuen feministischen Erkenntnisse und Gedankengänge. Dennoch stellt das Buch für mich einen wertvollen und relevanten Beitrag zum feministischen Diskurs dar. Mit ihrer radikalen Ehrlichkeit erzeugt Febos ein Gefühl von Verbundenheit. I see and feel you. Sie verarbeitet durch den Schreibprozess ihre eigenen Traumata und so schwingt auch für den Lesenden in den letzten Seiten etwas Heilendes, Versöhnliches mit. Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs.

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»Es war mir unmöglich zu unterscheiden, was an meinem Verhalten wirklich ich und was dagegen kulturell auferlegt war - insofern das überhaupt je möglich ist.« (S. 108) 💭 Diese und viele weitere extrem kluge, deepe und zum Nach- und Weiterdenken anregenden Sätze habe ich mir in dem Memoir & Sachbuch »GIRLHOOD« von Melissa Febos ( 🇺🇸 Übersetzung: Stefanie Jacobs) herausgeschrieben. In »GIRLHOOD« 🎈schreibt die Autorin basierend auf ihren eigenen Erfahrungen über die Einflüsse des Patriarchats und der Gesellschaft auf ihr Aufwachsen, Erwachsen werden, Sexualität, Sexualisierung und Selbstbild als Frau. Wirklich beeindruckend ist BTW, wie viel die Autorin bereits erlebt hat: Vom Aufwachsen mit einer feministischen und caring Mutter in Cape Cod, über Drogensucht ab Anfang 20, Arbeit als Domina zur Studiumsfinanzierung bis zur Gegenwart, in der sie als Professorin arbeitet und mit ihrer Ehefrau zusammenlebt. In den insgesamt 6 versammelten Essays dieses Buches werden Themen wie sexualisierte Gewalt, Missbrauch, Beeinflussung von Geschlechterstereotypen auf Aufwachsen und Sozialisierung, Slutshaming (inkl. Begriffsentwicklung), Hexen, Überkommen von Schönheitsidealen und Körperbewertung, Mutter-Tochter-Beziehung und zahlreiche weitere feministische Themen aufgegriffen. »Das Schreiben dieses Buchs hat mir geholfen, die Geschichte meiner Mädchenjahre zu korrigieren und Wege zurück zu mir selbst zu finden. Die Geschichten anderer Frauen haben mir gezeigt, dass ich nicht allein bin, und die Erkenntnis, wie gewöhnlich wir alle sind, hat etwas Heilendes.« Vorwort (S. 10) Beim Lesen des Buches wird genau dies auch deutlich: Die Verarbeitung der eigenen Erfahrungen und Vergangenheit der Autorin durch ihr Schreiben und ihre Essays. Dabei schafft die Autorin eine sehr passende, literarisch anspruchsvolle und inhaltlich starke Verknüpfung ihrer eigenen, teilweise intimen Erfahrungen mit Zitaten und Gedanken anderer Autor*innen bzw. Wissenschaftler*innen und setzt damit alles in philosophische und soziologische Kontexte und steuert Fakten bei. Dadurch wird das Buch auf eine sachlichere Ebene gehoben, zugleich schafft die Autorin aber auch eine sehr persönliches Verständnis der Themen zum Wiederfinden in der ein- oder anderen Beschreibung. Gerade die erste Hälfte des Buches empfand ich als sehr stark und habe mir etliche Passagen und Argumente markiert. Im Vergleich dazu fand ich die letzten beiden Essays nicht ganz so stark, aber dies ist bei dieser persönlichen Verarbeitung von Themen sicherlich auch eine subjektive Wahrnehmung. ALL IN ALL: Ein sehr wichtiges, feministisches Memoir, aus dem ich viele kluge Gedanken und schöne Formulierungen mitnehmen konnte. Große Empfehlung 🩷

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Girlhood ist das bessere „Pick Me Girls“-Buch. Andererseits behaupte ich damit, dass PMG gut sei. Okay, nochmal von vorne: Girlhood ist das gute PMG-Buch, weil das andere schlecht ist. Upps. Melissa Febos‘ Buch Girlhood ist persönlich, aber auch informativ und reflektierend. Denn Melissa lässt die Dinge nicht unkommentiert im Raum stehen. Sie reflektiert ihr Verhalten, ihre Denkweise, ihr Handeln - von Schönheitsidealen über weibliche Lust und Queerness bis hin zu Scham und Freiheit.   Wo stecken patriarchale Strukturen in ihrem Leben? Kriegt man die jemals los? Sind sie so tief, dass man selbst zum Problem wird? Ja und Nein. Pointiert und klug beschreibt die Autorin ihren Werdegang, ihr Leben als Domina, als Partnerin, und nun als Dozentin.   Eine wichtige und informative Erkenntnis, die Melissa schreibt (die ich auch sehr stark finde) ist „ Ich glaube aber, dass ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Klarstellung wäre, die Konzepte von Missbrauch und Trauma zu entwirren und Begriffe für Ereignisse in der Grauzone dazwischen zu finden. Es würde mir erlauben, meine aller ersten sexuellen Erfahrungen, als das zu sehen, was sie waren und was nicht.“   Viele gute Gedanken und Passagen, die Melissa Febos zu Papier gelegt hat. Ich denke, jede Peron, aber vor allem weiblich sozialisierte Personen, können sich in vielen Bereichen wiederfinden. Denn Melissa lässt nichts unkommentiert stehen. Dadurch gewinnt das Buch auch an Kraft. Denn am Ende kann man alles einem System die Schuld geben oder etwas herausziehen und anderen helfen, zeigen, dass man nicht allein ist, zeigen, dass man nur als Kollektiv vieles schneller erreichen kann.   Das Einzige, was mir im Buch gefehlt hat, sind trans und nicht-binäre Menschen. Auch wenn die Autorin ihre Vergangenheit aufarbeitet, sind viele Studien im Buch zu finden, die nur auf cis Frauen beruhen. Das ist schade, denn dadurch werden man trans und nicht-binären Menschen noch unsichtbarer gemacht.   „Ich glaube, es war ein riesiger Sprung auf dem Weg, meinen Körper dieselbe aufmerksame Fürsorge zu schenken, die ich anderen mein Leben lang gewidmet habe. Früher dachte ich, es würde genügen, die Wichtigkeit dessen zu erkennen, daran zu glauben. Weit gefehlt.“

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Relatable Reminded me of „women don’t owe you pretty“, but with a focus on (silent) consent and setting boundaries

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