Girl vs. Girl

Girl vs. Girl

Paperback
3.421

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Description

Frauen gegen Frauen

Warum gehen Frauen oftmals so negativ mit sich selbst und miteinande r um? Dieser Frage geht Sophie Gilbert auf den Grund und identifiziert einen wichtigen Faktor : Die Popkultur der 90er- und frühen 2000er-Jahre . Sie analysiert so entlarvend wie erhellend, welche Mechanismen schleichend die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Frauen beeinflusst haben. Dazu gehört zum Beispiel die Darstellung von weiblichen Stars in den Medien , die von Objektivierung geprägt ist – Stichwort Reality-TV . Gilbert legt die unbewussten Wirkmechanismen hinter diesen Phänomenen offen und zeigt, was sich ändern muss .

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Paperback
Pages
336
Price
18.50 €

Author Description

Sophie Gilbert ist seit 2014 Journalistin bei The Atlantic. Vor ihrer Arbeit dort war sie Kulturredakteurin beim Washingtonian, wo sie drei Auszeichnungen der Society of Professional Journalists für ihre Kulturberichterstattung und ihre Kulturkritik gewann. Sie ist regelmäßiger Gast in zahlreichen Fernseh- und Radiosendungen der BBC. 2022 war sie Finalistin für den Pulitzer-Preis.

Posts

6
All
4

Richtig harter Tobak. In ihrem Buch " Girl vs. Girl" zeigt Sophie Gilbert, wie frauenverachtend die Nuller- und auch die Zehnerjahre in der Pop-, Film- und Gossipkultur waren. Es hat mich teilweise wirklich angewidert, lesen zu müssen, wie ekelhaft sich Leute weiblichen Stars wie Paris Hilton oder Britney Spears gegenüber verhielten, wie widerlich sexualisiert über Frauen gerappt und gesungen wurde, wie fies und unanständig Zeitungen und Blogger über bekannte Frauen wie Anna Nicole Smith oder Whitney Houston schrieben. Mir persönlich waren viele Serien und Filme, auf die das Buch Bezug nimmt, völlig unbekannt. Meine Nullerjahre habe ich komplett in der Gothic- und Nerdbubble verbracht, deshalb hatte ich beim Lesen viele lehrreiche Aha-Momente. Bei manchen Sachen bin ich schwer ins Grübeln geraten, weil man sich einfach der damaligen, scheinbar einhelligen Meinung anschloss und nicht weiter darüber nachdachte, wie verletzend und rufschädigend diese für die Betroffenen war. Ein Gedanke lässt sich nicht vertreiben: hat sich heute, in den 2020er Jahren, wirklich etwas verändert? Beurteilen wir Menschen immer noch nach ihrem Aussehen? Werden alle gleich behandelt oder gibt es Unterschiede? Leider glaube ich zu wissen, wie die Antwort ausfällt.

3.5

Macht echt wütend

Ein krasser Rundumschlag über die letzten 30 Jahre Popkultur durch die feministische Linse. Mit jedem Kapitel wird man wütender und gleichzeitig ist das alles leider auch wenig überraschend, vor allem wenn man sich sowieso ein wenig in der Popkultur auskennt. Ich finde ehrlicherweise den Titel nicht ganz gelungen. Es geht doch nicht wirklich darum, welche Kämpfe Frauen unter sich austragen, sondern wie sie durchgängig kleingehalten werden, vom Patriarchat! Wie sie in Musik, Mode und Fernsehen konstant diskreditiert, degradiert und objektifiziert werden. Zeitweise waren mir die überbordenden Beispiele und seitenlangen Beschreibungen von Filminhalten too much. Mir hat am meisten die klare Linie gefehlt, intensivere Analysen und eine Leitfrage. So bleibt es ein guter, erschüttender Sammelband über die Ungerechtigkeiten in der Popkultur seit den 90ern, aber mehr auch nicht.

2.5

"Die Frauen der Musik waren, fast schon über Nacht, von den Mädchen des Pop ersetzt worden." (S. 42) Waren wir nicht mal auf einem guten Weg, als in den 90ern Frauen wie Alanis Morrisette, Courtney Love und Madonna selbstbewusst in ihren Musikvideos auftraten und die Riot-Grrrl-Bewegung Mut machte, Zähne zu zeigen?! Doch auch da hing über allem – vielleicht noch ein bisschen weniger offensichtlich – die dunkle Wolke der Misogynie und des Sexismus. Selbst die "Girl Power" schreienden Spice Girls waren mehr Produkt als Protest. Kein echter Gegenentwurf, sondern nur neue Rollenbilder auf demselben Markt. In "Girl vs. Girl" nimmt sich Sophie Gilbert die Popkultur der 90er und 2000er vor – von Musik und Film bis Werbung und Politik ackert sie sich durch die Mechanismen in der Popkultur im Allgemeinen sowie die Misogynie darin im Speziellen. Sie zeigt, wie Frauen systematisch gegeneinander positioniert und damit Selbstbild und Solidarität massiv beeinträchtigt wurden. Sie beschreibt, wie Frauen darauf sozialisiert werden, sich durch die Augen der Männerwelt zu sehen. Oberstes Ziel: ihren Wert zu steigern und sich bestmöglich zu verkaufen. Auf einem Markt, der Abziehbilder entwirft, denen Frau unbedingt zu entsprechen hat, weil sie sonst direkt in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Gilbert beschreibt, wie öffentliches Beschämen zelebriert und salonfähig wurde, deckt auf, welchen Einfluss Reality-TV auf unsere Wirklichkeit hat und wie Musikvideos zur kommerziellen Verfügbarkeit von Pornografie beitragen. Obwohl – aufdecken ist hier zu viel gesagt, denn eigentlich erzählt sie da nichts neues. Und das macht für mich das größte Manko an diesem Buch aus. Zudem ist der Titel, meiner Meinung nach, irreführend. Es geht nicht um Zickenkriege, sondern um Strukturen, die Frauen kleinhalten und um menschenverachtende Methoden im kulturellen Rahmen insgesamt. Auch das Frau-gegen-Frau im Untertitel stellt die falsche Frage. Er sollte eher fragen, warum Frauen einander nicht helfen und sich nicht gegenseitig den Rücken stärken. Wir werden nicht gegeneinander aufgebracht. Wir werden auf die Plätze verwiesen. Plätze, die uns noch nie gepasst haben. Der Originaltitel "How Pop Culture Turned a Generation of Women Against Themselves" trifft es da sehr viel besser. Wir schaden uns selbst. Aber anstatt, dass auch nur eine mal schreit: "Stopp ey, hört auf mit dem Scheiß", traut sich keine, aktiv und offensiv zu widersprechen. Aber so wird das nichts mit der Schwesternschaft! Häufig verliert sich die Autorin in detaillierten Beschreibungen von Filmszenen. Die Passagen zur Pornografie sind teils abstoßend, brutal – schwer auszuhalten. Es ist ein Aufzeigen von Missständen, die dann jedoch stehenbleiben, ohne Konsequenzen oder gar Lösungen daraus abzuleiten. Auch eine persönliche Stimme konnte ich nicht ausmachen in der häufig umständlichen Sprache und Satzstruktur. Lag es an der Übersetzung? Ich weiß es nicht. Eine Überarbeitung des Textes würde vielleicht helfen – auch was die vielen Rechtschreibfehler betrifft. Mich hat es insgesamt leider enttäuscht.

3.5

Interessant aber langatmig - nichts für zwischendurch

Das Buch ist VOLLGEPACKT mit Infos über Popkulturelle Ereignisse. So viel das man sich teilweise erschlagen fühlt, wenn am Anfang der Kapitel erstmal eine Auflistung aller Ereignisse folgt, auf welche sich dann im Kapitel bezogen wird. Die Autorin zieht selbst recht wenig Rückschlüsse (obwohl diese immer sehr interessant sind!) Sondern zitiert hauptsächlich andere Personen. Man lernt viel über die damaligen Ansichten und Rückschlüsse aus den jeweiligen Jahrzehnten, da so gut wie alles zitiert wird. Es ist schon fast wie ein Zeitzeugniss, da hier recht aufwändig für recherchiert werden musste, um all die Interviews etc. zu finden. Ich hätte gerne mehr Einordnung der Autorin gehabt, wie die einzelnen Ereignisse/Entwicklungen zu bewerten sind. Vielleicht liegt hier aber auch die Stärke? Für mich wars aber nicht so das ware. Ich lese gerne Sachbücher ( auch gerne zu ähnlichen Themen von unterschiedlichen Autor*innen) um auch Einordnung zu lesen, nicht nur Fakten. Damit möchte ich nicht sagen, dass das Buch neutral geschrieben ist - es gibt schon wertende Adjektive - aber so richtige abschließende Worte haben mir am ende der Kapitel gefehlt. Zudem wurde sich oft wiederholt. Immer wenn ich dachte, wir hätten ein Ereignis abgeschlossen, sprechen wir ein paar Seiten später wieder darüber. Ein paar Seiten weniger hätte dem Buch sicherlich nicht geschadet... Zudem empfehle ich ganz dringend, die Kapitel vollständig am Stück zu lesen! Es werden so viele Personen pro Kapitel behandelt, dass man sonst den Überblick verliert, wenn man 2 Tage später wieder nach dem Buch greift. Gerne hätte ich dem Buch mehr Sterne gegeben, da es so viel Potenzial hat. Aber ich bin einfach nicht damit warm geworden obwohl ich doch viel draus mitgenommen habe.

3.5

Gutes Buch in schlechter Übersetzung: Sophie Gilberts Analyse über den Einfluss von Pornografie auf die Popkultur der 2000er und dessen Auswirkungen auf unser Frauenbild ist sehr erhellend. Leider trüben Übersetzung und fehlendes (deutsches) Lektorat den Gesamteindruck. Die Sätze sind teilweise zu lang oder ergeben keinen Sinn. Riot Grrrl Tobi Vail als „Schlagzeuger“ zu misgendern in einem feministischen Sachbuch geht gar nicht.

3

Schließe mich einigen Bewertungen hier an. Das Buch ist voll mit teils schockierenden Details. Aber es ist teilweise so langatmig geschrieben , dass ich manche Sachen mehrmals lesen musste bzw. übersprungen habe, weil die Sätze teilweise so schwierig oder verschachtelt aufgebaut waren. Aber wie hier Einige schrieben , könnte es auch an einer schlechten Übersetzung gelegen haben . Und die persönliche Meinung bzw. Analyse kam auch zu kurz. Dennoch hinterlässt das Buch definitiv viele Eindrücke und Gedanken… Gerade als Millenial, der mehrere Sachen aus diesem Buch miterlebt hat und sich auch gut daran erinnern konnte, welch einer Hetzjagd viele Frauen unterlegen waren…. Das Buchthema hat unheimlich großes Potential, wurde aber für mich nicht gut umgesetzt ( was vielleicht wirklich an der Übersetzung lag?) . Vielleicht hatte ich auch zu große Erwartungen .

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