Gesamtausgabe. 4 Abteilungen / 2. Abt: Vorlesungen / Einführung in die phänomenologische Forschung
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Description
Heideggers erste Marburger Vorlesung vom Wintersemester 1923/24 zielt darauf ab, unter Führung einer den "Sachen selbst" verpflichteten Philosophie auf dem Wege einer kritischen Untersuchung der Phänomenologie des Bewußtseins die phänomenologische Forschung ursprünglicher zu ergreifen: als Phänomenologie des Daseins.
Der erste Teil der Vorlesung setzt deshalb ein mit einer Interpretation von "phainomenon" und "logos" bei Aristoteles, um deutlich werden zu lassen, daß die von Aristoteles ausgebildeten Grundbestände der philosophischen Forschung das Sein der Welt und das Leben als Sein in einer Welt sind. Demgegenüber wird die spätere Entwicklung in der Gewinnung der Tatbestände der Philosophie, insbesondere seit Descartes, geleitet von der Vorherrschaft einer an der Strenge der Mathematik orientierten Idee von Gewißheit und Evidenz, die von Heidegger als Sorge um erkannte Erkenntnis vor der Frage nach den Sachen selbst gefaßt wird.
Daß auch die Phänomenologie Husserls in dieser geschichtlichen Überlieferung steht, soll die Interpretation von Husserls Selbstauslegung der Phänomenologie in der 1911 erschienenen Schrift "Philosophie als strenge Wissenschaft" nachweisen. Die in Husserls Phänomenologie des Bewußtseins lebendige Sorge um erkannte Erkenntnis wird aber in ihrer geschichtlichen Herkunft nur durchsichtig durch den Rückgang auf die geschichtliche Konkretion dieser Sorge bei Descartes und deren Erschließen des "res cogitans" im zweiten Teil der Vorlesung. Da aber Descartes' Bestimmung des "verum" als "certum" unter Beibehaltung der scholastischen Ontologie erfolgt, wird zugleich ein geschichtlicher Rückgang auf Thomas v. Aquin erforderlich.
Auf den hermeneutischen Einsichten des zweiten Teiles aufbauend wird im dritten Teil gezeigt, wie durch Descartes' Sorge der Gewißheit die Frage nach dem genuinen Sein der "res cogitans" verstellt wird, wie Husserl durch die von Descartes abkünftige Sorge um erkannte Erkenntnis die phänomenologischen Befunde verunstaltet und darin das Dasein versäumt.
Book Information
Main Genre
N/A
Sub Genre
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Format
Softcover
Pages
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Price
40.10 €
Description
Heideggers erste Marburger Vorlesung vom Wintersemester 1923/24 zielt darauf ab, unter Führung einer den "Sachen selbst" verpflichteten Philosophie auf dem Wege einer kritischen Untersuchung der Phänomenologie des Bewußtseins die phänomenologische Forschung ursprünglicher zu ergreifen: als Phänomenologie des Daseins.
Der erste Teil der Vorlesung setzt deshalb ein mit einer Interpretation von "phainomenon" und "logos" bei Aristoteles, um deutlich werden zu lassen, daß die von Aristoteles ausgebildeten Grundbestände der philosophischen Forschung das Sein der Welt und das Leben als Sein in einer Welt sind. Demgegenüber wird die spätere Entwicklung in der Gewinnung der Tatbestände der Philosophie, insbesondere seit Descartes, geleitet von der Vorherrschaft einer an der Strenge der Mathematik orientierten Idee von Gewißheit und Evidenz, die von Heidegger als Sorge um erkannte Erkenntnis vor der Frage nach den Sachen selbst gefaßt wird.
Daß auch die Phänomenologie Husserls in dieser geschichtlichen Überlieferung steht, soll die Interpretation von Husserls Selbstauslegung der Phänomenologie in der 1911 erschienenen Schrift "Philosophie als strenge Wissenschaft" nachweisen. Die in Husserls Phänomenologie des Bewußtseins lebendige Sorge um erkannte Erkenntnis wird aber in ihrer geschichtlichen Herkunft nur durchsichtig durch den Rückgang auf die geschichtliche Konkretion dieser Sorge bei Descartes und deren Erschließen des "res cogitans" im zweiten Teil der Vorlesung. Da aber Descartes' Bestimmung des "verum" als "certum" unter Beibehaltung der scholastischen Ontologie erfolgt, wird zugleich ein geschichtlicher Rückgang auf Thomas v. Aquin erforderlich.
Auf den hermeneutischen Einsichten des zweiten Teiles aufbauend wird im dritten Teil gezeigt, wie durch Descartes' Sorge der Gewißheit die Frage nach dem genuinen Sein der "res cogitans" verstellt wird, wie Husserl durch die von Descartes abkünftige Sorge um erkannte Erkenntnis die phänomenologischen Befunde verunstaltet und darin das Dasein versäumt.
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40.10 €



