Geht so

Geht so

Ebook
3.9345

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Description

Marisa ist mit den Nerven am Ende. Ihr Bullshit-Job in einer Madrider Werbeagentur, in dem sie nur durch Zufall gelandet ist, langweilt sie zu Tode, und das tägliche Hamsterrad des Angestelltendaseins erträgt sie nur noch, indem sie ihre Sinne mit einer Mischung aus bizarren YouTube- Videos und Beruhigungsmitteln betäubt. Als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät Marisas Angststörung völlig außer Kontrolle. Allmählich zeigen sich Risse in ihrer sorgsam aufrechterhaltenen Fassade - und die Idee, auf den Firmenausflug diverse Drogen mitzunehmen, trägt vielleicht nicht unbedingt dazu bei, ihr Leben wieder in geordnetere Bahnen zu lenken ...

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
N/A
Price
19.99 €

Author Description

Beatriz Serrano, geboren 1989, studierte Journalismus an der Complutense Universität in Madrid und schrieb für Medien wie BuzzFeed, Vanity Fair, GQ, Harper's Bazaar oder Vogue. Derzeit arbeitet sie für El País. Zusammen mit dem Schriftsteller Guillermo Alonso ist sie Host des Podcasts Arsénico Caviar, der 2023 mit dem Ondas-Preis als bester Gesprächspodcast ausgezeichnet wurde. Beatriz Serrano lebt in Madrid.

Posts

89
All
5

In Teilen sehr witziges und in Teilen sehr bedrückendes Buch. Mal abgesehen von Medikamenten- und Drogenmissbrauch und der Beziehung zu ihrem Nachbarn :-) habe ich mich erschreckenderweise oft selbst gesehen. Und darüber werde ich noch eine Zeitlang grübeln müssen.

3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

3

Marisa ist am Limit. Den Alltag und ihren Job in einer Madrider Werbeagentur erträgt sie nur noch mit Dauerbeschallung durch die wildesten YouTube-Videos und einer Handvoll Beruhigungsmittel. Als die Agentur ein Teambuilding-Wochenende ankündigt, gerät ihre Angststörung endgültig außer Kontrolle. Die Entscheidung, für den Trip diverse Drogen einzupacken, macht die Situation allerdings nicht besser. Der Erzählstil ist relativ trocken, an manchen Stellen etwas zäh und natürlich geht das Buch nicht besonders tief auf Themen wie Depression, Burnout oder Angststörungen ein. Trotzdem musste ich wegen Marisas trockenem Humor mehrmals lachen oder zustimmend nicken. Ich glaube, wer – so wie ich – im Büro arbeitet, findet sich in der einen oder anderen Situation und Verzweiflung wieder. Und hey: schön, dass sich Marisas Wunsch am Ende doch noch erfüllt hat. *Ironie off* 🤘🏻

Post image
3.5

Der Titel ist nicht Programm

Marisa ist mit den Nerven am Ende: Ihr Job in einer Madrider Werbeagentur langweilt sie zu Tode, und den Büroalltag erträgt sie nur noch mit einer Mischung aus Youtube-Videos, Beruhigungsmitteln und zynischen Gedanken über ihre Kolleg*innen. Das klingt erst einmal düster, ist aber überraschend witzig. Der Roman verpackt schwere Themen wie Depression, Angststörungen und Burnout in einen lockeren, oft sehr komischen Ton. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, trocken und pointiert. Gerade Menschen, die selbst im Büro arbeiten oder regelmäßig mit Kund*innen zu tun haben, dürften viele noch so überspitzte Situationen wiedererkennen. Ich mochte Marisas trockene Art und ihren sarkastischen Blick auf die Welt. Sie wirkt wie genau die Kollegin, mit der man im Meeting Blickkontakt sucht, wenn wieder jemand nicht zum Punkt kommt und ewig herumlaviert. Ich musste beim Lesen oft lachen und hatte mehrfach das Bedürfnis, meiner Frau einzelne Passagen vorzulesen oder ihr von bestimmten Anekdoten zu erzählen, als wären sie tatsächlich in meinem eigenen Büro passiert. Serrano gelingt es außerdem hervorragend, ihrer frustrierten Protagonistin eine glaubwürdige Stimme zu geben. Auch die Dialoge mit Kolleg*innen, dem Nachbarn Pablo oder ihrer alten/neuen Freundin Elena wirken beim Lesen sehr authentisch. Ganz ohne Kritikpunkte bleibt das Buch für mich aber nicht. Zum einen werden die ernsten Themen zwar ständig angerissen, aber selten wirklich vertieft. Vieles bleibt auf der Ebene von Anekdoten oder Beobachtungen, ohne emotional richtig ausgearbeitet zu werden. Zum anderen reiht der Roman oft eher einzelne Szenen und Momente aneinander, statt eine nennenswerte Handlung oder echte Charakterentwicklung voranzutreiben. Zeitweise fühlte es sich an wie eine Aneinanderreihung von "The Office"-Clips und Büro-Reels. Unterhaltsam, aber ohne, dass es sichtbar die Geschichte voranbringt. Trotzdem: Ein sehr kluger, witziger und erstaunlich treffender Roman über modernes Arbeiten, Verlust und das Gefühl, im falschen Leben festzustecken.

2.5

"Geht so" ist ein gesellschaftskritischer Roman, der sich mit Burn-out, Depression, Einsamkeit und Angststörungen auseinandersetzt. Es werden viele Themen angesprochen, diese jedoch irgendwie lapidar und oberflächlich behandelt. Der Schreibstil hingegen ist leicht, flüssig und stellenweise flapsig - die Handlung kommt jedoch kaum voran. So richtig warm geworden bin ich mit der Geschichte nicht.

3

Leben in einer Werbeagentur

Und drumherum… eindeutig nicht mein Leben

Leben in einer Werbeagentur
3.5

Das Leben ist Arbeit, Arbeit, Arbeit!

Wie schön hat mich das Buch "Geht so" doch an meine Agenturzeiten erinnert hat. Das war wirklich ein amüsanter, leichter Read mit manch wahrer Büroweisheit und Szenen, die ich genauso schon erlebt habe. Die Protagonistin Marisa hasst ihren Bürojob, hat aber den Weg des kleinsten Widerstands gefunden und schafft es so, ihre Aufgaben meist an andere abzugeben, um letztlich den lieben langen Tag auf YouTube abzuhängen.... Jaja, YouTube hat mich in meiner Agenturzeit als die Auftragslage bereits schlecht war, ebenfalls begleitet, immer mit der Angst erwischt zu werden. Been there, done that 😅. Aber es steckt noch mehr dahinter. Neben der YouTube-Sucht wirft sie sich auch noch regelmäßig Tabletten gegen ihre Angststörung ein. Diese Angst löst jedoch nicht der Job an sich aus, sondern die Vorstellung, dass sie weiterhin 5 Tage die Woche, ihr leben lang Arbeiten werden muss (Zitat dazu am Ende der Rezension). So kommt es dann, dass ein bevorstehender Teambuilding-Ausflug, noch dazu übers Wochenende, also größte Horrorvorstellung, über sie hereinbricht. Wie sollte es auch anders kommen … die angestaute Anspannung führt zu einem bunten Strauß an schlechten Entscheidungen. Mehr verrate ich besser nicht...✨ Ein gutes Buch für Menschen, die auch ihre Lebenszeit an ihren Arbeitgeber verkaufen 😉. Kleiner Minuspunkt: es war mir am Ende dann doch ein etwas zu großer Berg an Büroklischees. All in all... not too deep, but deep enough 👍🏼 ----------- "Aber weder der Arzt noch meine später Therapeutin verstanden je, dass mein Stress nicht durch die Arbeit an sich ausgelöst wurde, sondern durch die Tatsache, überhaupt zur Arbeit gehen zu müssen. Acht Stunden täglich von Montag bis Freitag mit entfremdenden und unbefriedigenden Aufgaben verbringen zu müssen, und das umgeben von Leuten, mit denen ich unsinnige und langweilige Gespräche voller Gemeinplätze über Hypotheken, Garagenplätze, von ihren Kindern falsch ausgesprochenen Wörtern oder die neueste Netflix-Serie führen musste. All diese Zeit verschenkte ich an andere, statt zu Hause zu lesen oder zu zeichnen oder einfach nur halbnackt an die Decke zu starren und die Risse im Putz zu betrachten. Ich konnte es nicht ertragen, diese Pflicht-Pantomime im Büro tagtäglich und für immer leben zu müssen, um Dinge wie Miete und Essen und ein Buch oder ein Wochende am Strand bezahlen zu können."

3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

3.5

✨Charmantes Buch für zwischendurch✨

Stellenweise sehr lustig. Leichter Schreibstil. Lange Kapitel . ✨

✨Charmantes Buch für zwischendurch✨
2

Titel ist Programm 👀

Leider ist das Buch für mich tatsächlich nur „geht so“. Es gibt kaum Handlung und ist von Anfang bis Ende zäh. In einigen Situationen erkennt man sich in der unmotivierten, nahezu depressiven, Protagonisten wieder, mehr aber auch nicht.

3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

3

Deprimierend

Eine junge Frau gefangen in ihrem Job. Aber entgegen dem Klappentext habe ich mich in der Geschichte leider nicht wiedergefunden. Schade.

4

„Urlaub ist wie so ein Pflaster auf einer Fleischwunde. Du gehst irgendwohin, wo du niemals leben wirst, erlaubst dir einen Lebensstil, den du dir eigentlich nicht leisten kannst, und danach musst du zurück und im Fernsehen reden sie vom „Post-Urlaubssyndrom“, dabei müssten sie eigentlich sagen: Dein Leben ist so schrecklich, dass du Depressionen kriegst, wenn du nach zwei Wochen Märchenland wieder zurückmusst.“ Marisa hasst ihren Job, seit Jahren langweilen sie die Menschen dort und auch ihre Aufgaben. Durch den Tag kommt sie nur noch mit YouTube Videos und Angstlösern. Ein Teambuilding-Wochenende steht an und Marisa weiß nicht wie sie das überstehen soll. Als noch Erinnerungen an eine ehemalige Kollegin hochkommen, droht das Wochenende zu eskalieren. Bitterböse und klug wird hier erzählt. Die Kollegen, dieses „Büro spielen“ ist einfach nur urkomisch. Hab mich hier auch mehrfach gefunden. Dieser manchmal triste Arbeitsalltag und die Probleme der Kollegen, manchmal einfach zum gähnen. Das eigentliche Teamevent war für mich leider etwas überzogen und auch über das Ende kann man diskutieren. Trotz des schwarzen Humors hat das Buch auch eine sehr wichtige Botschaft. Es gibt so viele Menschen, die durch die Arbeit krank werden. Oft sind es auch Kollegen, die immer besonders glänzen wollen und scheinbar kein Privatleben haben, die es den Kollegen schwer machen. Rücksicht auf psychische Krankheiten wird selten genommen, sind meist nicht richtig greifbar. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, hab sehr viel gelacht und umso tiefer man eintaucht, umso trauriger ist es auch. Auch wenn man scheinbar alles hat, kann man doch auch eine innere Leere spüren und hat eigentlich gar nichts. Ein urkomisches und kluges Buch, dass sehr zum nachdenken anregt.

3

Wie war es zu lesen? geht so. Im Klappentext wurde etwas humorvolles angekündigt, ging aber an meinem Humor komplett vorbei. Es wird ausschließlich aus Marisas Sicht geschrieben und die ist desilosioniert, antriebslos bis depressiv. Wenn sie einen Burnout hat, dann vom YouTube schauen. Ich hatte sehr auf das Team Wochenende gehofft, wurde nur kurz abgehandelt und hatte die gleichen Aussagen wie bisher. Teil II war Worte füllend und das Ende geht so. Vielleicht habe ich das Buch aber auch nicht verstanden.

4

Zwischen Deadlines und Daseinskrisen: „Fake it till you make it“

»Geht so« von Beatriz Serrano ist ein kluger, unterhaltsamer und dabei schonungslos ehrlicher Roman, der auf ironische und überspitzte Weise mit dem alltäglichen Wahnsinn des Arbeitslebens abrechnet. Wer jemals in einer Situation auf der Arbeit dachte: „Ich habe keinen blassen Schimmer, was ich hier mache — hoffentlich merkt‘s niemand“, wird sich in Marisa sofort wiederfinden. Getreu dem Motto „Fake it till you make it“ bestreitet sie ihre Tage im Hamsterrad der Arbeitswelt. Serrano trifft genau dieses Gefühl des Erwachsenseins, in dem man plötzlich funktioniert, obwohl man sich innerlich fragt, wie das alles überhaupt passiert ist und wie man an diesem Punkt gelandet ist. Dabei ist Marisa als Protagonistin so echt und so nahbar, dass man beim Lesen das Gefühl hat, eine echte Person wäre zwischen die Seiten geschrieben worden. Trotz aller Ernsthaftigkeit ist »Geht so« ein Pageturner, der sich mit Leichtigkeit liest – ein perfekter Schmöker für einen Nachmittag, den man mit einem Lächeln (und einem kleinen Seufzen) beendet.

Zwischen Deadlines und Daseinskrisen: „Fake it till you make it“
3

Ein bisschen crazy

Der Anfang kommt locker flockig, witzig daher. Die Protagonistin Marisa arbeitet in einer Agentur und hasst ihren Job. Sie tut nur so, als würde sie arbeiten, schaut aber stundenlang YouTube-Videos und delegiert ihre Aufgaben. Dann plätschert die Handlung so dahin, man begleitet sie zum Job, nach Hause, zu Hause, wo sie auch nichts weiter tut. Das ist etwas ermüdend und langatmig. Am Ende nimmt es etwas Fahrt auf, ist aber insgesamt zu gewollt hip und cool.

5

Es liest sich, wie meine wahre Begebenheit!

4

Marisa hat mir aus meiner Büro-Seele gesprochen. 📁

„Geht so“ ist definitiv ein Buch für alle Büroangestellte. Mit dem lockeren Schreibstil aus der Erzählperspektive von Marisa, kam man durch die schon etwas längeren Kapitel relativ schnell durch. Gerade am Anfang musste ich schon sehr oft bei vielen Gedanken der Protagonistin lachen. (Mir geht es da schon des Öfteren genau so lol) Leider wurde es in der Mitte teilweise etwas zäh und dann erst wieder bei dem Teambuilding-Wochenende „spannender“. Trotzdem? Ein wirklich guter Büro-Roman für einen schnellen Read zwischendurch. 😇

Marisa hat mir aus meiner Büro-Seele gesprochen. 📁
4

Schon wieder Montag?

Wer kennt ihn nicht, den Seufzer am Sonntag, die leichte Panik und das Drücken in der Magengegend, weil das Wochenende sich dem Ende neigt und der „Ernst des Lebens“ wieder angerollt kommt. Ich zum Glück nicht, ich hab Schichtdienst und kann mir selbst kaum merken, wann ich arbeiten bin und ob ich an meinen freien Tagen einkaufen gehen kann, oder nicht. Marisa geht es aber absolut so. Sie arbeitet in einer Marketing Agentur in Madrid als Creative Director und hasst nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Kollegen aus tiefstem Herzen. Ihre Arbeit macht sie gut, erträgt sie aber nur mit Beruhigungsmitteln und YouTube Videos, die sie von der eintönigen Tristesse des Alltags ablenken. Als ein teambuilding Wochenende ansteht, ist Marisa kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Voller Zynismus und bissigem Humor erzählt dieser Roman vom Leistungsdruck unserer Arbeitswelt, von dem permanenten Konkurrenzkampf unter Kollegen, Missgunst und Neid und einer großen Portion Egoismus, aber auch von der Monotonie und dem Hamsterrad nach dem sich ein Job anfühlt, der eben keine Berufung ist, sondern nur ein Beruf. Für mich ein absolut erfrischender Roman, der Wahrheiten ausspricht, die wir sicher alle schon mal auf die ein oder andere Weise gedacht haben und mich deshalb kichernd hinter dem Buch sitzen ließen. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die sich gerne dem überspitzen Humor hingeben und sich mit dem Seufzer am Sonntag nicht so alleine fühlen wollen.

5

Kaffee. Krise. Karriere. Repeat.

„Geht so“ hat mich richtig begeistert! Marisa arbeitet in einer Werbeagentur, spielt perfekt ihre Rolle im Büroalltag – aber eigentlich hat sie null Bock auf dieses durchoptimierte, glänzende Leben. Zwischen Deadlines, Kolleginnen, Kaffee und Sinnkrisen steckt so viel Wahrheit, Scharfsinn und ein Hauch Selbstironie, dass man sich ständig wiederfindet. Ein moderner Roman über Erwartungen, Erschöpfung und die Frage, was man vom Leben eigentlich will. Klug beobachtet, realistisch und auf den Punkt erzählt – ein Lesegenuss mit Tiefgang.

Kaffee. Krise. Karriere. Repeat.
5

Pointiert und kurzweilig. Ein stimmiges Buch, was ich gerne gelesen habe und mich des öfteren hat auflachen lassen.

5

Beruhigungsmittelkonsum - die Lösung, um den Büroalltag besser zu ertragen?!

Das war mal wieder eins dieser typischen Bücher, die mich aufgrund ihres Covers gecatcht haben. Doch nun zur Frage aller Fragen: Kann der Inhalt mit dem wunderschönen Cover mithalten?! Ich bin froh, diese Frage eindeutig mit Jaaa! beantworten zu können. Marisa ist in ihren Dreißigern und hasst ihren Job und alles was damit zusammenhängt - auch ihre Kollegen, ihren Chef. In einer Madrider Werbeagentur widmet sie sich mehr schlecht als recht den ihren Augen sinnlosen Werbekampagnen. Also delegiert sie alles was irgendwie geht an ihr Team und Praktikanten sowie Studenten - während sie selbst sich während ihrer Arbeitszeit lustige Tiervideos auf YouTube anschaut. Aber es kommt noch übler: Sie hasst auch ihr Leben. Ihre sozialen Kontakte begrenzen sich auf ein Minimum, genauer gesagt auf ihren Nachbar Pablo mit dem sie eine Freundschaft plus verbindet. Um dem ganzen Wirrwarr ihres Lebens gedanklich zu entfliehen, betäubt sie sich selbst mit Alkohol und einem Beruhigungsmittel namens Tavor (ein Benzodiazepin, das schnell und stark süchtig macht). Die Tabletten nehmen einen immer größeren Raum ein in ihrem Leben, denn Marisa glaubt ohne sie nicht durch ihren Alltag zu kommen und beschreibt ihre Wirkung wiefolgt: „Ich bin an einem unsichtbaren Faden aufgehängt, der mich nach oben zieht und mich über alles und alle erhebt, über Dinge und Menschen, über alles Wichtige und alles Unwichtige. Ich fühle mich ein bisschen schwindelig berauscht, wie von zwei Gläsern Wein, aber nicht wie von einer ganzen Flasche. Das Gefühl ist inzwischen so vertraut, dass ein Teil von mir es immer mehr als Zuhause angenommen hat.“ Klingt nach einer Person, die man dringend mal schütteln möchte mit dem Rat, dass es so nicht weitergehen kann und sie dringend etwas ändern muss, oder?! Auch wenn ich nie einen Bürojob hatte, kann ich Marisas Struggle nachvollziehen. „Weder der Arzt noch meine spätere Therapeutin verstanden je, dass mein Stress nicht durch die Arbeit an sich ausgelöst wurde, sondern durch die Tatsache, überhaupt zur Arbeit gehen zu müssen. Acht Stunden täglich von Montag bis Freitag mit entfremdenden und unbefriedigenden Aufgaben verbringen zu müssen, und das umgeben von Leuten, mit denen ich unsinnige und langweilige Gespräche voller Gemeinplätze über Hypotheken, Garagenplätze, von ihren Kindern falsch ausgesprochenen Wörtern oder die neue Netflix-Serie führen musste. All diese Zeit verschenkte ich an andere, statt zu Hause zu lesen oder zu zeichnen oder einfach nur halbnackt an die Decke zu starren und die Risse im Putz zu betrachten. Ich konnte es nicht ertragen, diese Pflicht-Pantomime im Büro tagtäglich und für immer leben zu müssen, um Dinge wie Miete und Essen und ein Buch oder ein Wochenende am Strand bezahlen zu können. Ich brach jeden Morgen zusammen, wenn der Wecker klingelte, weil das Leben, so wie ich es lebte, einer schlecht geschriebenen Tragödie gleichkam: langweilig, steril, ohne jeden Witz und, was am schlimmsten war, ohne Handlung.“ Marisa reflektiert zunehmend ihr Leben und ihre Arbeit, es scheint zu stagnieren, sie fühlt sich, als ob sie feststeckt. Ich kann ihre Gedanken gut nachempfinden - Beatriz Serrano schafft es, ihre Leser emotionale Nähe aufbauen zu lassen zu ihrer Figur. In diesem Zusammenhang möchte ich Euch auch von einer weiteren ihrer Alltagsfluchten erzählen, die ich sehr gut nachvollziehen kann, da ich ihr selbst bei Gelegenheit gerne nachgehe. Marisa hat Kunstgeschichte studiert und ist stolze Besitzerin einer Dauerkarte für das Kunstmuseum Prado in Madrid und besucht dort regelmäßig ihr Lieblings-Kunstwerk „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch, in dem sie sich immer wieder aufs Neue verliert und zuvor noch nicht wahrgenomme Details entdeckt. Einst träumte sie auch davon im Prado zu arbeiten umgeben von ihrer geliebten Kunst - umso verständlicher, warum sie ihr Arbeitsalltag in der Werbeagentur nicht happy macht, aber es ist eben ein lukrativerer Job als die Arbeit im Kunstmuseum. Genau diese Passage hat mich darüber nachdenken lassen, wie wichtig es ist, seinen Träumen nachzugehen. Marisa hängt jedes Mal ihren Träumen von einem Leben in der Kunstwelt nach, wenn sie vor ihrem Lieblingswerk steht. Und auch ich stehe gerade vor einem Scheideweg: Ich habe mein Medizinstudium beendet und muss mich nun für eine Facharztweiterbildung entscheiden - das fällt mir nicht leicht, denn es ist eine sehr weitreichende Entscheidung, aber dieses Buch hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist bei einer solchen Entscheidung seine persönlichen Träume im Blick zu behalten. Danke dafür Beatriz Serrano, für mich war diese (Neben-) Szene, die wichtigste des ganzen Buches. Aber nun weiter, auf ein anstehendes Teambuilding-Wochenende, auf das Marisa so gar keine Lust hat, entscheidet sie sich Drogen mitzunehmen, um das Ganze etwas aufzupeppen - eine folgenschwere Entscheidung, von der ich an dieser Stelle nicht mehr verraten möchte. Voller Sarkasmus, Humor und dem nötigen Biss erzählt Autorin Beatriz Serrano von einer jungen Frau, die sich mit allen möglichen Mitteln, sogar Drogen, versucht von ihrem Leben zu distanzieren, letztlich auch aufgrund einer Angststörung. Die Realität ist härter, als sie es ertragen kann, also dämpft sie diese mithilfe von Beruhigungsmitteln und Alkohol ab oder verschafft sich mal einen schnellen Dopaminkick mithilfe von Gelegenheitssex mit ihrem Nachbar Pablo. Die große Frage ist natürlich: Wie würde sie ihr Leben ohne gewisse Hilfsmittelchen empfinden?! Dann müsste sie sich wohl ernsthaft mit der Einsamkeit und Leere in ihrem Leben auseinandersetzen, vor der sie so stringent flüchtet. Beatriz Serrano verhandelt in „Geht so“ die wichtigen Fragen des Lebens - sie konfrontiert uns letztlich mit uns selbst, denn die Lektüre ist aufwühlend und erfordert Mut, sich mit sich selbst, seinen Träumen und inwiefern man sie lebt, auseinanderzusetzen. Bleibt nur die Frage: Traust Du Dich an die Lektüre oder ist Deine Angst vor den Antworten zu groß?!

5

Beatriz Serranos „Geht so“ ist ein Roman, der mit scharfem Humor und bissiger Gesellschaftskritik das moderne Arbeitsleben seziert. Die Protagonistin Marisa, Anfang 30 und in einer Madrider Werbeagentur gefangen, steckt in einem klassischen „Bullshit-Job“ fest. Ihr Alltag besteht aus Antidepressiva, endlosem Social-Media-Konsum und dem mühsamen Versuch, ihre innere Leere mit zynischem Pragmatismus zu kaschieren. Als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät sie endgültig aus der Bahn – und nimmt das Chaos selbst in die Hand. Serrano fängt mit pointierten, messerscharfen Beobachtungen die Absurdität der modernen Arbeitswelt ein. Die Meetings, in denen niemand wirklich weiß, worum es geht, die Phrasendrescherei der Chefs, die künstlich inszenierte Teamkultur – all das wird mit trockenem Witz seziert. Besonders gelungen ist die Darstellung von Marisas Selbstinszenierung: Sie spielt ihre Rolle als toughe Karrierefrau perfekt, während ihr Inneres immer weiter zerfällt. Marisa ist keine typische Heldin. Sie ist zynisch, arrogant und gleichzeitig tief verzweifelt. Ihr Leben ist eine Aneinanderreihung von Ablenkungen, die verhindern sollen, dass sie sich der Frage stellt, was sie eigentlich will. Serrano zeigt eindrucksvoll, wie sich Marisa in einem System gefangen fühlt, das Leistung über Wohlbefinden stellt – eine Thematik, die vermutlich viele Leser*innen nachvollziehen können. Der Roman wirft die Frage auf, wie sehr wir uns selbst betrügen, um in einer Leistungsgesellschaft zu bestehen. Und trifft dabei genau den Nerv einer Generation, die sich zwischen Existenzängsten, Selbstoptimierungsdruck und innerer Erschöpfung wiederfindet. Mit einer Mischung aus zynischem Humor und tiefsitzender Verzweiflung führt uns die Autorin durch einen Büroalltag, der vielen erschreckend bekannt vorkommen dürfte: Konkurrenzkampf, Burn-out und die absurde Idee, dass das Unternehmen eine Familie sei. Die Autorin hält der Arbeitswelt einen Spiegel vor, entlarvt Wichtigtuer und inszenierte Teambuilding-Maßnahmen, die letztlich nur das eigene Ego feiern. Anfangs sorgt das Buch für viele Lacher – es ist voller scharf beobachteter, pointierter Szenen, die fast zu real wirken, um Fiktion zu sein. Doch je weiter man liest, desto mehr sickert die ernsthafte Gesellschaftskritik durch: patriarchale Strukturen, eine Arbeitswelt, die das Wohlbefinden hintenanstellt, und die Frage, wie viel Raum wir unserem Job im Leben geben sollten. Wer dieses Buch liest, wird entweder zustimmend nicken, laut lachen oder sich unangenehm ertappt fühlen. Wer seinen Job liebt, könnte mit Marisas zynischer Sichtweise hadern, doch für all jene, die den täglichen Wahnsinn der Arbeitswelt mit Ironie und Galgenhumor ertragen, ist dieser Roman eine absolute Empfehlung. Eine bissige, witzige und zugleich tief melancholische Geschichte über den Wahnsinn des modernen Arbeitslebens - provokant, ehrlich und bitterkomisch! Aus dem Spanischen von Christiane Quandt.

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5

Realsatire mit viel Tiefgang

So viel kluges, witziges und sarkastisches habe ich selten zwischen zwei Buchdenkel gelesen. GROSSARTIG!

Realsatire mit viel Tiefgang
5

Oh ja ... das Buch hat mir wirklich Spaß gemacht. Bei 'Geht so' von Beatriz Serrano hat mich auf Anhieb so ziemlich alles angesprochen. Titel, Cover, Klappentext und es war klar ... das mag ich lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Marisa hasst ihren Job und diese tägliche Überwindung hingehen zu müssen so sehr, dass ihr selbst die schlimmsten Szenarien lieber wären. Das Einzige, was ihr durch den Tag hilft, sind ihre Beruhigungspillen und stundenlange YouTube-Sessions. Diese kleinen Filmchen helfen ihr beim Abschalten. Der Super-GAU ist das anstehende Teambuilding-Event. Das kann man doch nur mit schwarzem Humor und Drogen überstehen. Das Ende von diesem Roman ist noch das absurde i-Tüpfelchen. Herrlich. Dieser Roman bietet viel. Oft ist das geschriebene sehr klug, so ehrlich, dass es weh tut, traurig und zugleich super witzig. Ich bin ein großer Fan von Marisa und ihrer zynischen Art. Mehrmals musste ich schmunzeln und der ein oder andere Lacher kam auch durch. Dann aber hab ich mir das, worüber ich eben noch gelacht habe, nochmal durch den Kopf gehen lassen und schon war da nur noch ein betroffenes "Oh" 😬. Ein sehr unterhaltsames Buch mit ernstem Kern und wichtiger Botschaft. Eine große Leseempfehlung meinerseits.

3.5

📝 „Ich weiß, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn es die Jobs wie meinen nicht gäbe.“ (S. 16) 📝 „Sie das erste Mal zu verlieren war nicht übermäßig hart, sondern beinahe natürlich, beschlossen durch die launischen Götter der Lebensphasen, denen wir zwei einfache Sterbliche ausgeliefert waren.“ (S.126) 📝 „Womöglich bin ich einfach nur ein unglücklicher Mensch unter vielen, der den Status quo aus purer Trägheit er- und weiterträgt.“ (S. 153) 📖 Millenial Marisa lebt alleine in Madrid und ist unglücklich mit ihrem Job, wovon ihre Kollegen nichts ahnen. In ihrem Privatleben findet sie ebenfalls keine Erfüllung. YouTube-Videos, Medikamtenmissbrauch und unverbindliche Intimitäten verringern ihre Sorgen kurzzeitig. Nachdem sie bei einem Team-Event in den Vordergrund tritt, ändert sich Einiges. 💭 Beatriz Serrano schildert humorvoll und authentisch die Probleme, mit denen sich heutzutage nicht nur junge Erwachsene herumschlagen. Es geht um Erwartungen und unerfüllte Träume, die zu Gewichten für die Seele und Oberflächlichkeiten, die durch den Konsum von Social Media in ihrer Bedeutung verstärkt werden. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht, hatte aber unterhaltsame Stunden mit diesem Buch. Eine Frage bleibt nach der Lektüre bei mir hängen: (Wie) lässt sich aus diesem großen Hamsterrad noch entfliehen?

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5

Marisa ist genervt von ihrem Bullshit-Job im mittleren Management einer Madrider Werbeagentur. Sie hat Kunstgeschichte studiert, weiß gar nicht mehr so recht, wie sie da hineingeraten konnte und ihre Angststörung macht das Leben auch nicht einfacher.

„Am Ende ähnelt das Leben einer komplexen Internet-Suchmaske: Je mehr Entscheidungen man fällt, desto kleiner wird die Liste der Optionen, aus denen man auswählen kann […]“ Marisa geht es nicht gut, obwohl es ihr eigentlich gut geht. Sie hasst ihren Job (oder das Hamsterrrad der Arbeitswelt im Allgemeinen), zur Entspannung lutscht sie Beruhigungsmittel wie Bonbons und schaut YouTube Videos in Dauerschleife. Und ganz nebenbei analysiert und kommentiert sie ihr eigenes und das Verhalten ihrer Mitmenschen, beschreibt Mechanismen des Patriarchats und des Marketings. Beatriz Serrano ist hier eine Satire vom Feinsten gelungen: Scharfzüngig, bitterböse und zum Schreien komisch (ich musste öfter mal laut lachen). Absolute Leseempfehlung! (Womöglich wird Drogenkonsum im Allgemeinen etwas verharmlost, aber das passt auch ins Bild.)

4.5

"Fake it till you make it", oder so. Große Klasse! Ein Buch, dass auf unsere so beliebte Kultur des Mitschwimmens spuckt, sich auslässt über die Qual der forcierten Normalität in Alltag und Beruf, in denen wir gefälligst zu funktionieren haben und im Prinzip ebenso große Lügner sind wie alle anderen um uns herum. Wir verstellen uns, lachen über dieselben unlustigen Floskeln und kriechen dem Chef in den A****, obwohl der sich eigentlich keinen Deut für uns interessiert. Das ganze hatte für mich etwas von "Fight Club", nur dass hier keinem das Gesicht eingeebnet wird. Vielmehr ähnelt sich die betäubende Gleich- und Sinnlosigkeit des alltäglichen Trots, der uns Energie und Lebenswille raubt, sobald man sich mit dem ewig gleichen Spielchen nicht mehr zufrieden geben kann. Marisa ist ein "defektes" Glied in der Kette, und keinem fällt etwas auf. Ach ja und das Ganze ist mit einem höchst unterhaltsamen Zynismus gewürzt, den ich wirklich sehr genossen habe.

5

Boreout durch Bullshit Job - humorvoll und gleichzeitig ernst auf den Punkt gebracht

Marisa geht es von außen betrachtet gut. Sie arbeitet in einer Madrider Marketing Werbeagentur, verdient so gut, dass sie sich ein kleines Appartement mit Dachterrasse und Einkäufe in der Delikatessenabteilung leisten kann. Allerdings langweilt sie ihr Job zu Tode. Sinnlose Meetings und Gespräche mit ihren Kolleg*innen erträgt sie nur mit Hilfe von Beruhigungsmitteln und dem Schauen von sinnbefreiten YouTube-Videos. Dies alles wird noch getoppt durch das Teambuilding Event für Führungskräfte, an dem sie nicht nur teilnehmen, sondern auch einen Beitrag vorbereiten muss. Ob es eine gute Idee von ihr ist, verschiedene Drogen mit zu der Veranstaltung zu nehmen, um ihre Angstzustände zu bekämpfen, wird sich noch herausstellen. Beatriz Serrano gelingt es in diesem Buch ihre Leser*innen gleichzeitig zum Lachen zu bringen und parallel dazu, dass ihnen dieses Lachen im Halse stecken bleibt. Auf der einen Seite beschreibt sie die ewig gleichen Tagesabläufe, unnötige Meetings und unwichtige Absprachen und den Kampf um die Pole Position auf der Aufmerksamkeitsskala der Chefetage so witzig und bissig, dass man sich kugeln könnte, um auf der anderen Seite die tiefe Traurigkeit und Verzweiflung der jungen Frau zu spüren. Gefangen in einem sinnlosen Job, in dem nur der schöne Schein zählt, ist Marisa zu schwach, um etwas daran zu ändern. Sie ist ausgebrannt vor lauter Langeweile, etwas das es in vielen Jobs gibt. Sie erledigt langweilige Aufgaben und hat nichts, mit dem sie wirklich etwas erreichen kann, ein Phänomen unserer Zeit. Großartig übersetzt von Christiane Quandt und erschienen beim Eichborn Verlag empfehle ich dieses Buch sehr gerne nicht nur denjenigen von euch, die im Marketing arbeiten, wo es durchaus mehr zu tun gibt als solche vor Langeweile strotzenden Arbeiten wie im Buch beschrieben.

4.5

Marisa geht es wie wahrscheinlich vielen: Sie lebt in einem niemals endenen Strudel aus unbefriedigender Arbeit und witzigen YouTube Videos. Doch das die Arbeit - nein eigentlich das ganze Leben - ist nur ein Theaterstück, indem man seine Rolle spielen muss. Und egal, wie stark man auf den EINEN Tag wartet, an dem einem das Glück nur so zufliegt - bis dahin muss man selbst den richtigen Weg für sein Leben finden. Auch wenn es skurril und komisch ist, wie Marisa ihren Alltag beschreibt - eigentlich will einem das Lachen im Hals stecken bleiben, wenn einem klar wird, wie vielen Menschen es tagtäglich genauso wie ihr ergeht. Und trotzdem ist dieser Mix aus satirischem Alltagswahnsinn und herrlicher Gesellschaftskritik so unterhaltsam wie ein YouTube Video über zwei mittelalte weiße Männer, die über die Welt philosophieren: Es tut weh, aber man kann einfach nicht aufhören zu zugucken.

5

Gesellschaftskritischer Roman, der provoziert

Wie relatable will ein Buch sein? Geht so: JA! Ich glaube, dieses Buch wurde für mich geschrieben. Genauso, wie ich schon seit Jahren denke, dass „Heaven Knows I’m Miserable Now“ von The Smiths für mich geschrieben wurde, was hier im Buch auch Erwähnung findet, und maßgeblich für Marisa's (und mein) Leben ist. Das Buch handelt von Marisa, die in einer Werbeagentur arbeitet und diesen Job so sehr hasst, dass sie sich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit fragt, ob es nicht besser wäre, sich einfach von einem Bus überfahren zu lassen. Die meiste Zeit passiert in der Geschichte nicht viel, die Leser:innen begleiten Marisa einfach bei ihren Arbeitstagen. Dabei werden Szenen aus dem Büroalltag geschildert, die wahrscheinlich jede:r nachempfinden kann, der selbst "Büro spielt". Marisa’s Gedanken und Reaktionen fallen dabei oft sehr zynisch aus, wobei sie aber auch stets bemüht ist, sich mit Youtube-Videos und Beruhigungsmittel genügend abzulenken, um diesem Alltag zu entfliehen. Dies funktioniert solange, bis es auf einen Firmenausflug geht und die Sache eskaliert… Ich kann verstehen, wenn die Protagonistin vielleicht als anstrengend wahrgenommen wird, weil sie sich die ganze Zeit nur beschwert, und dadurch auch unsympathisch wirken kann. Für mich war es aber das genaue Gegenteil, ich habe mich so sehr in Marisa wiedergefunden, dass ich teilweise dachte, die Autorin hätte ganze Absätze aus meinem Tagebuch oder meinen Gedanken kopiert. Und natürlich eckt Marisa bei Leser:innen, die ihren Job lieben, mit ihrer zynisch-überspitzten Art an, was aber auch völlig in Ordnung ist, weil sie ja sowieso nicht Teil dieser Gesellschaft sein möchte. Für die Leute, denen Marisa im Laufe des Buches immer wieder eine „reinhauen“ möchte, ist das Buch wahrscheinlich einfach nichts. Das Buch ist ironisch und überspitzt, provokant und gesellschaftskritisch. Dabei wird natürlich trotzdem aus einer sehr privilegierten Position gesprochen, die aber auch innerhalb des Buchs immer wieder hinterfragt wird. Ohne sich dabei hinter großen Worten zu verstecken, beschreibt Serrano in sehr „echter“ Sprache, wie genervt Marisa von ihrem Leben und der Gesellschaft ist, wie wenig sie sich damit identifiziert, aber trotzdem ihren Teil zum Bestehen des Systems beiträgt. Das Buch hat die meiste Zeit nicht wirklich eine Handlung, aber vielleicht ist der Sinn dieses Buches auch einfach nur, dass man sich etwas mehr verstanden und weniger allein in dieser grauen, kapitalistischen 9-to-5 Anzugwelt fühlt, wenn man sich dieser auch nicht zugehörig fühlt. Ich habe beim Lesen oft so laut lachen und vehement nicken müssen. Meine Ausgabe ist voller Unterstreichungen und Post-Its, Notizen und Gedanken, die ich während des Lesens hatte. Für mich war dieses Buch einfach die Perfektion, und ich kann es jeder Person empfehlen, die arbeiten genauso hasst, wie Marisa und ich.

3

Geht so...

Im Buch geht es um Marisa, die in Madrid lebt. Sie wird von ihren Kolleginnen als Feministin gesehen und erkennt selbst, dass es oftmals nicht leicht ist, die eigenen Prinzipien und Ansichten umzusetzen oder ihnen treu zu bleiben. Sie arbeitet in einer Werbeagentur als kreative Leitung, die Arbeit erfüllt sie nicht, nein, sie bekommt sogar eher Panik, wenn es wieder Montag ist. Dazu kommen Angstzustände und ein fehlendes soziales Netz. Alles nicht besonders positiv und doch kann sie Autorin immer mal wieder etwas Witz in die Texte streuen. Ich habe mich sehr schwer getan, in das Buch zu kommen und habe trotz der nur gut 200 Seiten anfangs überlegt, abzubrechen. Ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu Marisa aufbauen und die häufig endlosen Aufzählungen von z. B. YouTube Inhalten, die sie gerne konsumiert, sind zäh. Man hat schon das Gefühl, dass hier alles wohl komponiert und genauso gewollt ist - Ziel war es scheinbar, einen Text zu schreiben, den es so nicht oder nur wenig gibt. Aber etwas anders zu machen, heißt halt leider nicht unbedingt, dass es besser wird. Die zweite Hälfte des Buches konnte mich dann etwas mehr fesseln und auch das Ende ist interessant gestaltet, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es gut finde.

4

Marisa hat einen 9- to- 5-Job, den sie nur mit Beruhigungsmitteln und Youtube-Videos erträgt. Auch ihr Privatleben bietet nicht viel: Keine Freunde, keine Hobbies, einziger sozialer Kontakt ist ihr Nachbar und der wöchentliche Anruf ihrer Mutter. Der Roman beinhaltet ernste Themen wie Abhängigkeit von Medikamenten und Drogenmissbrauch, Depressionen und Angststörungen. Diese werden auf sarkastische Weise und mit schwarzem Humor dargestellt, sodass ich nicht die Schwere des Themas gefühlt habe, sondern mich gut unterhalten. Obwohl das Buch mit beißendem Humor punktet und leicht wirkt, ist es tiefgründiger, regt zum Nachdenken an, äußert sich zudem auch gesellschaftskritisch. Das Ende war mir etwas zu krass, Marisas Reaktion schockierend in meinen Augen, konnte ich nicht nachvollziehen. Jedoch war es sehr passend zum Konzept des Buches, das sicher auch provozieren möchte. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich mit Marisa nicht viel anfangen konnte.

4

Ernst mit einem Hauch Humor geht es hier über wichtige Themen, die auf den Punkt gebracht werden.

"Geht so" ist ein ernstes Buch, dass sprachlich mit einem Hauch Humor gemischt wurde. So findet man sich als Leserin und Leser leichter Zugang zu dem Test, sowie zur Geschichte. Für mich verdient das Buch Triggerwarnung, weil es schon krasse Themen anspricht. Rund um mental health. Die Protagonistin Marisa ist es leid, sich in dem alltäglichen Hamsterrad wiederzufinden. Aufstehen, zur Arbeit gehen, nach Hause. Um sich zu beschallen schaut sie am liebsten Youtube Videos. Ihre Angststörungen zu bekämpfen ist sie im ersten Augenblick geübt. Dieser scheint trügt gewaltig. Ich finde die Ansichten die wir hier über Marisa erfahren, einerseits erfrischend und erschreckend. Musste aber auch feststellen, dass sich so ein Gedankenkarusell auch ganz schnell bei einem selbst einstellen kann. Marisa die sich selbst tagtäglich aufraffen muss, ist eine intelligente Protagonistin, die sich hinter einer Maske versteckt. Finde den Madrid Flair, wo diese Geschichte spielt toll und mochte ich sehr gerne. Schlussendlich fehlte mir nur das Wow Effekt und das Gefühl emotional dabei zu sein. Möchte nochmal kurz erwähnen, dass dies der Debütroman von Beatriz Serrano ist. Bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

4.5

Kurzweilig und stellenweise wahr!

Schon nach den ersten Seiten war ich „voll“ im Buchgeschehen😊. Das Buch ist alles andere als eine überspitzte Darstellung des Büroalltags. Ich konnte mich sehr gut mit der Protagonistin Marisa identifizieren, da ich über 30 Jahre meine Berufslebens für amerikanische Unternehmen gearbeitet habe und mir immer wieder „Heilsbringer“ präsentiert wurden, die nach kurzer Zeit wieder Geschichte waren 🤣 Die eindeutige Leseempfehlung geht an die Vorgesetzten der Unternehmen, die vielleicht mehr Immanuel Kant (sapere aude) als Vorbild nehmen sollten, als irgendwelchen „hippen“ Unternehmensberatern hinterher zu laufen.

4.5

Absolut lesenswert!

Perfekte Büro-Lektüre, falls man mal keine YouTube-Videos gucken möchte. 😉

Absolut lesenswert!
2

Mitarbeiterin einer Madrider Werbefirma trifft auf langweilige Alltagsblase, Angststörung und ein Teambuildingevent. Marissa sieht ihren Beruf als notwendiges Übel und beschäftigt sich mehr ,mit sich selbst und ihren Neurosen. Sie sieht ihren Job als Spiel und sich selbst auf dem Highlevel. Viel Belangloses, wiederholtes was für mich keine Romanlänge rechtfertigt. Zwischendurch blitzt Wortwitz auf.

3

Ich habe das Buch eben beendet und - uff! - ich habe mich stellenweise etwas durchkämpfen müssen. Zu meiner Überraschung waren die letzten 50 Seiten richtig spannend (wenn auch etwas dick aufgetragen) und es ist fast ein wenig schade, dass ich das für die vorherigen Seiten nicht sagen kann. Bitte nicht falsch verstehen: Das Buch hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die Autorin nimmt das Leben mit einem „Bullshit-Job“ richtig richtig gut auf die Schippe und beschreibt 1:1 den Alltag einer Vielzahl von Menschen. Wer von uns fühlt sich nicht im Hamsterrad gefangen? Marisa als Protagonistin ist zynisch und selbstironisch, naiv, sensibel und provokativ. Auch wenn ich ihre Gedanken zum Arbeitsalltag absolut nachvollziehen konnte, ist sie mir als Person nicht immer sympathisch gewesen. Sie ist - ohne Frage - eine Überlebenskünstlerin und nimmt ihre gesamte Umgebung sehr gut wahr. Der Funke ist bis zuletzt aber nicht übergesprungen. Manche Kapitel haben sich wie Kaugummi gezogen. Lediglich Pablo und Elena haben frischen Wind reingebracht. Das Buch stößt bei mir in gleichen Maßen auf Zuspruch und Widerspruch; andere würden sagen, es ist "originell". Und deswegen stelle ich ganz wage die These auf, dass das Buch vielleicht nicht allen gefallen könnte. Aber das ist nur meine persönliche Meinung!

5

Marisa lebt in Madrid, arbeitet in einer hippen Werbeagentur, verdient gut und fragt sich immer öfter, wozu das alles eigentlich gut sein soll. Zwischen leeren Meetings, Coaching-Phrasen und innerer Leere driftet sie langsam ab. Was bleibt, ist eine Angststörung, YouTube zur Beruhigung und der scharfe Blick auf ein Leben, das sich selbst nicht mehr versteht.

Ich liebe dieses Buch, weil es nicht auf die laut drauf haut und trotzdem alles sagt. Weil es Arbeits- und Alltagswahnsinn so zeigt, wie er oft ist: ermüdend, sinnlos, komplett überdreht und trotzdem irgendwie normalisiert. Marisa ist keine Figur, die durchhält, um am Ende belohnt zu werden. Sie ist müde. Sie macht mit. Sie schaut zu, wie ihr Leben sich weiter dreht, obwohl sie längst auf Pause drücken will. Und genau das macht diese Geschichte so ehrlich. Der Humor? Trocken, punktgenau, nie albern. Die Sprache? Klar, unverschnörkelt. Ein Buch für alle, die funktionieren, obwohl sie längst wissen, dass es so nicht weitergeht. Und für alle, die irgendwann aufwachen und denken: Moment mal. Das hier ist doch nicht mein Leben.

3.5

„Ein Tag folgt auf den anderen. Wochenende. Und die nächste volle Arbeitswoche. Weiter und immer weiter, bis man sich selbst nicht mehr wiedererkennt.“

Leider fand ich das Buch nur „geht so“ (ufff), ich weiß aber nicht mal wieso. Der Schreibstil war durchweg gut und die depressive Sicht auf die Arbeit und das Leben war sehr relatable. Trotzdem fand ich das Buch in weiten Teilen einfach so langweilig wie einen durchschnittlichen Arbeitstag und Marisas YouTube Obsession hat mich nur noch genervt. Das Ende hat meine Bewertung dann doch noch mal nach oben gerissen - das fand ich richtig gut gemacht! Alles in allem, würde ich das Buch weiterempfehlen für ✨ no plot - just depressive vibes ✨

3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

4.5

Sehr unterhaltsam und relatable. Definitiv ein Jahreshighlight, auch, wenn ich mir am Ende etwas mehr Aufklärung gewünscht hätte - da hätte ein weiteres, spannendes Kapitel folgen können.

4

Ein tiefgründiges Buch mit vielen ehrlichen Gedanken und einer Menge Witz.

5

Ich glaube jeden von uns hat die Arbeit schon sehr genervt und ich glaube auch, dass jeder sich schonmal sehr über die Pflicht zur Arbeit gehen zu müssen geärgert hat. Aber Marisa bringt das ganze nochmal in andere Extreme und zwar auf so eine unterhaltsame Art, dass ich das Buch gar nicht richtig weglegen konnte.

4

„Für alle Menschen, die jeden Tag aufwachen und keine Lust haben zur Arbeit zu gehen“

Wer in einem Büro jeglicher Art arbeitet, einen zynischen Schreibstil und Gesellschaftskritik versteht wird dieses Buch sehr mögen. In vielen Punkten versteht man die Protagonistin Marisa. Sie arbeitet in einer Agentur als kreativer Kopf und hangelt sich von Tag zu Tag. Mit Kollegen die eben keine Freunde sind, sondern Menschen die lediglich den selben Arbeitgeber teilen. Es wird ein Wochenende als Teambuildingevent angesetzt an dem sie einen Vortrag halten soll. In Kombination mit ihrer Angststörung ist Chaos vorprogrammiert. Immer wieder musste ich beim Lesen schmunzeln und trotzdem zeigt es kritisch wie es oft in Büros vor sich geht und wie ersetzbar dort jeder ersetzbar ist.

5

»Geht so« ist oberflächlich eine Erzählung aus dem Alltag. Nett, ohne ausschweifende Handlung. Und ich liebe es! In erster Linie wegen der vielen feinen Beobachtungen und Gedanken zu ihrer Arbeit, die Marisa durchweg in einem Mix aus köstlichem und bitterbösen Humor äußert. Und der Humor - nur alleine deshalb lohnt sich das Lesen schon! Sehr trocken, sehr direkt. Sarkasmus pur. Ungefähr auf Seite 20 war ich schon hin und weg. Marisa beobachtet ihr Umfeld, während sie "Büro spielt". Sie reflektiert sich und ihre Kollegen messerscharf und äußerst klug und ist dabei so grundauf ehrlich wie abgestumpft: Leider muss sie nämlich irgendwie Geld verdienen, um sich ihren Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Mittlerweile ist sie im Management einer Madrider Werbeagentur gelandet, kann sich damit nicht identifizieren und hat keinen blassen Schimmer, wie das mit ihrer Arbeitsmoral eigentlich passieren konnte. Wenigstens kann sie nun endlich ihren Arbeitstag ungestört mit Youtube, Deligieren und Angstlösern, die sie wie Smarties einwirft, verbringen. »Geht so« spricht aus der Seele. Sind wir nicht alle etwas wie Marisa? Genervt von den übereifrigen Kollegen, gelangweilt von Problemen, die eigentlich gar keine sind, und von Meetings, für die eine E-Mail gereicht hätte. In der Tiefe zeigt »Geht so« auch die Schattenseiten der Antriebslosigkeit, was passiert, wenn die Erfüllung fehlt. Wie das Wohlbefinden darunter leidet. Jede einzelne Seite war wirklich purer Genuss. Ich hätte gerne mehr davon gehabt, mehr von Marisa, die mit ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit stellenweise wie ein Spiegel sein kann. Und das Ende, jap, das war total überzogen und hat aber so, so gut zu Marisa gepasst. Wer den Roman nicht liest, ist selber schuld!

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4

»Fake it, bis sie dich in Ruhe lassen. Niemand kann die Welt verändern, man kann nur versuchen, sich nicht zu sehr von der Welt verändern zu lassen«

Ich habe es geliebt, wie die Gedanken, die ein jeder von uns bezüglich der Arbeit hin und wieder mal hat, in diesem Buch einfach mal "ausgesprochen" wurden und konnte bei so vielen Punkten einfach nur zustimmend da sitzen und mich daran freuen, nicht allein damit zu sein. Besonders Büroangestellte könnten ein Gefallen an dem Buch finden und gerade wenn man, wie ich, aus einem langen Urlaub kommt und eigentlich nicht wieder zum Arbeitsalltag übergehen möchte, passt es einfach perfekt. Aber auch für alle anderen ist das sicherlich eine willkommene Abwechslung zur Arbeit.

»Fake it, bis sie dich in Ruhe lassen. Niemand kann die Welt verändern, man kann nur versuchen, sich nicht zu sehr von der Welt verändern zu lassen«
4

Rezension zu Beatriz Serrano Beatriz Serrano hat mich wirklich überrascht! Das Buch ist super realitätsnah, relatable und bringt einen starken Bezug zum Thema Arbeit. Mit seinen 240 Seiten fliegt man regelrecht durch die Geschichte – kurzweilig und fesselnd von Anfang bis Ende. Das Setting in Madrid hat mich total begeistert und ich habe schon seit Jahren soooo Lust die Stadt zu besuchen. Manchmal zeigt uns das Leben, dass es eben nicht immer perfekt läuft, und man sich seinen Ängsten und Problemen stellen muss, um weiterzukommen. Dieses Thema und auch der Buchtitel "Geht so" zieht sich durch das Buch. Es geht viel um die Thematik Arbeit bzw. Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, was manchmal nach der Arbeit nicht gerade zum Abschalten beiträgt, aber insgesamt fand ich das Buch wirklich gut. Das Ende war definitiv unerwartet etwas abgehoben und verrückt, etwas schwer vorstellbar. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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5

Ich hatte den größten Lesespaß mit diesem Text. Leseempfehlung für alle, die irgendwas mit Medien machen, Agentur-Wahnsinn nur zu gut kennen und sich selbst und die Branche nicht so ernst nehmen. Ich hab gelacht, mitgefühlt und ständig Text-Screenshots verschickt. Das Ende fand ich krass und bietet gut Diskussionspotential. Loved it!

4

"Geht so" - eine Hommage an das moderne Arbeitsleben.

Bei diesem Buch dachte ich mir anhand der Rezensionen: entweder ich finde es gut oder es ist grauenhaft. Nichts dazwischen. Und ich hatte recht. Zum Glück hat es mich nicht enttäuscht! Marisas Schilderungen sind on point. Ihre Gedanken, ihre Art die Maskerade und Absurdität des modernen Arbeitslebens darzustellen ist on point. Vieles konnte ich 100% nachvollziehen. Ich saß da und nickte. Jap. Jap. Genau das. So ist es. Und dann kamen mittendrin so viele komische Situationen, in der ich einfach nur laut auflachen musste. Serranos Humor ist dunkel, aber es passt komplett ins Setting, in Marisas Gedankenwelt und ich fand es einfach nur großartig. Toller Debutroman.

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