19. Mai
Rating:3.5

Der Titel ist nicht Programm

Marisa ist mit den Nerven am Ende: Ihr Job in einer Madrider Werbeagentur langweilt sie zu Tode, und den Büroalltag erträgt sie nur noch mit einer Mischung aus Youtube-Videos, Beruhigungsmitteln und zynischen Gedanken über ihre Kolleg*innen. Das klingt erst einmal düster, ist aber überraschend witzig. Der Roman verpackt schwere Themen wie Depression, Angststörungen und Burnout in einen lockeren, oft sehr komischen Ton. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, trocken und pointiert. Gerade Menschen, die selbst im Büro arbeiten oder regelmäßig mit Kund*innen zu tun haben, dürften viele noch so überspitzte Situationen wiedererkennen. Ich mochte Marisas trockene Art und ihren sarkastischen Blick auf die Welt. Sie wirkt wie genau die Kollegin, mit der man im Meeting Blickkontakt sucht, wenn wieder jemand nicht zum Punkt kommt und ewig herumlaviert. Ich musste beim Lesen oft lachen und hatte mehrfach das Bedürfnis, meiner Frau einzelne Passagen vorzulesen oder ihr von bestimmten Anekdoten zu erzählen, als wären sie tatsächlich in meinem eigenen Büro passiert. Serrano gelingt es außerdem hervorragend, ihrer frustrierten Protagonistin eine glaubwürdige Stimme zu geben. Auch die Dialoge mit Kolleg*innen, dem Nachbarn Pablo oder ihrer alten/neuen Freundin Elena wirken beim Lesen sehr authentisch. Ganz ohne Kritikpunkte bleibt das Buch für mich aber nicht. Zum einen werden die ernsten Themen zwar ständig angerissen, aber selten wirklich vertieft. Vieles bleibt auf der Ebene von Anekdoten oder Beobachtungen, ohne emotional richtig ausgearbeitet zu werden. Zum anderen reiht der Roman oft eher einzelne Szenen und Momente aneinander, statt eine nennenswerte Handlung oder echte Charakterentwicklung voranzutreiben. Zeitweise fühlte es sich an wie eine Aneinanderreihung von "The Office"-Clips und Büro-Reels. Unterhaltsam, aber ohne, dass es sichtbar die Geschichte voranbringt. Trotzdem: Ein sehr kluger, witziger und erstaunlich treffender Roman über modernes Arbeiten, Verlust und das Gefühl, im falschen Leben festzustecken.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
16. Mai
Rating:5

In Teilen sehr witziges und in Teilen sehr bedrückendes Buch. Mal abgesehen von Medikamenten- und Drogenmissbrauch und der Beziehung zu ihrem Nachbarn :-) habe ich mich erschreckenderweise oft selbst gesehen. Und darüber werde ich noch eine Zeitlang grübeln müssen.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
13. Mai
Rating:3.5

Der Anfang und das Ende haben mich richtig gepackt, auch wenn der Mittelteil für mich etwas schwächer war. Besonders spannend fand ich, wie greifbar der Büroalltag beschrieben wurde, obwohl ich selbst gar nicht in so einem Umfeld arbeite.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
3. Mai
Rating:3.5

Interessant für Corporate-Girls ✨

In Geht’s so begleitet man Marisa, die in einer Madrider Werbeagentur arbeitet und sich langsam aber sicher in ihrem Job verliert. Was nach außen wie ein „ganz normaler“ Büroalltag wirkt, entpuppt sich schnell als monotones Hamsterrad, das sie nur noch mit Ablenkung und Betäubung aushält – sei es durch absurde YouTube-Videos oder Medikamente. Spätestens als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät alles aus dem Gleichgewicht und ihre Fassade beginnt zu bröckeln. Die Geschichte wirkt stellenweise überspitzt, ist aber gleichzeitig ziemlich nah an der Realität – vor allem, wenn man selbst im Marketing- oder Agenturumfeld unterwegs ist. Der Druck, ständig performen zu müssen, kreativ zu sein und dabei nie wirklich abzuschalten, wird hier sehr ungeschönt gezeigt. Es geht viel um Selbstverlust und darum, wie schnell man sich in solchen Strukturen verlieren kann. Der Schreibstil ist nüchtern und teilweise sehr trocken, was aber erstaunlich gut funktioniert. Gerade dadurch wirken viele Situationen noch ehrlicher. Ich musste trotzdem oft lachen, weil einige Beobachtungen einfach extrem treffend sind. Es gibt immer wieder Sätze, die hängen bleiben und zum Nachdenken anregen. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen – es liest sich schnell, ohne oberflächlich zu sein. Besonders geeignet für Corporate-Girls oder Personen, aus dem Agenturumfeld. ✨🫶

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
22. Apr.
Rating:2

Titel ist Programm 👀

Leider ist das Buch für mich tatsächlich nur „geht so“. Es gibt kaum Handlung und ist von Anfang bis Ende zäh. In einigen Situationen erkennt man sich in der unmotivierten, nahezu depressiven, Protagonisten wieder, mehr aber auch nicht.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
21. Apr.
Rating:3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
21. Apr.
Rating:3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
21. Apr.
Rating:3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
21. Apr.
Rating:3.5

"Ich weiß nicht, woher diese ganze Wut kommt, dieser permanente Wettbewerb, dieser Zwang, die Welt ununterbrochen in Gewinner und Verlierer einzuteilen." Diejenigen von euch, die in Bürojobs arbeiten, kennen sicherlich die unzähligen Memes auf Instagram, die sich humorvoll mit schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Work-Life-Balance und/oder nervigen Vorgesetzten auseinandersetzen. “Geht so” von Beatriz Serrano liest sich anfangs genau wie diese Memes - als Kreative in einer Madrider Werbeagentur ist Marisa hochgradig genervt von ihren Kolleg:innen, Kund:innen und ganz grundsätzlich von ihrem Bullshit-Job. Sie sehnt sich nach einem Ausweg und schafft den frustrierenden Alltag oft nur, indem sie sich in random YouTube-Videos flüchtet - oder Beruhigungsmittel nimmt. Was anfangs sehr unterhaltsam beginnt, bekommt schnell eine beunruhigende Tiefe. Zwar kommt es immer wieder zu sehr komischen Momenten, doch es wird schnell klar, dass es Marisa nicht nur “geht so”, sondern gar nicht gut geht mit ihren Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit und oberflächlichen Arbeitsbeziehungen - sodass es sogar zur Eskalation während eines Teambuilding-Events kommt. Als ich “Geht so” angefangen habe, habe ich ein seichtes, lustiges Buch erwartet - eben so, wie die Memes auf Instagram. Es war dann viel ernster und tiefgehender, und doch oder gerade deswegen hat mir das Buch gut gefallen. Auch die vielen feministischen Einwürfe fand ich super - daher empfehle ich das Buch unbedingt weiter! Übersetzt von Christiane Quandt. CN: Tod, Dr0gen, Su1zid

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
13. Apr.
Rating:3.5

Das Leben ist Arbeit, Arbeit, Arbeit!

Wie schön hat mich das Buch "Geht so" doch an meine Agenturzeiten erinnert hat. Das war wirklich ein amüsanter, leichter Read mit manch wahrer Büroweisheit und Szenen, die ich genauso schon erlebt habe. Die Protagonistin Marisa hasst ihren Bürojob, hat aber den Weg des kleinsten Widerstands gefunden und schafft es so, ihre Aufgaben meist an andere abzugeben, um letztlich den lieben langen Tag auf YouTube abzuhängen.... Jaja, YouTube hat mich in meiner Agenturzeit als die Auftragslage bereits schlecht war, ebenfalls begleitet, immer mit der Angst erwischt zu werden. Been there, done that 😅. Aber es steckt noch mehr dahinter. Neben der YouTube-Sucht wirft sie sich auch noch regelmäßig Tabletten gegen ihre Angststörung ein. Diese Angst löst jedoch nicht der Job an sich aus, sondern die Vorstellung, dass sie weiterhin 5 Tage die Woche, ihr leben lang Arbeiten werden muss (Zitat dazu am Ende der Rezension). So kommt es dann, dass ein bevorstehender Teambuilding-Ausflug, noch dazu übers Wochenende, also größte Horrorvorstellung, über sie hereinbricht. Wie sollte es auch anders kommen … die angestaute Anspannung führt zu einem bunten Strauß an schlechten Entscheidungen. Mehr verrate ich besser nicht...✨ Ein gutes Buch für Menschen, die auch ihre Lebenszeit an ihren Arbeitgeber verkaufen 😉. Kleiner Minuspunkt: es war mir am Ende dann doch ein etwas zu großer Berg an Büroklischees. All in all... not too deep, but deep enough 👍🏼 ----------- "Aber weder der Arzt noch meine später Therapeutin verstanden je, dass mein Stress nicht durch die Arbeit an sich ausgelöst wurde, sondern durch die Tatsache, überhaupt zur Arbeit gehen zu müssen. Acht Stunden täglich von Montag bis Freitag mit entfremdenden und unbefriedigenden Aufgaben verbringen zu müssen, und das umgeben von Leuten, mit denen ich unsinnige und langweilige Gespräche voller Gemeinplätze über Hypotheken, Garagenplätze, von ihren Kindern falsch ausgesprochenen Wörtern oder die neueste Netflix-Serie führen musste. All diese Zeit verschenkte ich an andere, statt zu Hause zu lesen oder zu zeichnen oder einfach nur halbnackt an die Decke zu starren und die Risse im Putz zu betrachten. Ich konnte es nicht ertragen, diese Pflicht-Pantomime im Büro tagtäglich und für immer leben zu müssen, um Dinge wie Miete und Essen und ein Buch oder ein Wochende am Strand bezahlen zu können."

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
2. Apr.
Rating:5

Viel besser als „Geht so“

Beatriz Serrano ist nicht nur Spanierin, sondern auch eine Überraschung. Die studierte Journalistin und erfolgreiche Podcasterin hat mit „El descontento (Temas de hoy)“ einen grandiosen literarischen Treffer gelandet. „Unzufriedenheit (Themen von heute)“ wäre die eigentlich korrekte, aber doch recht sachliche und sperrige Titel-Übersetzung gewesen. Der Eichborn-Verlag hat daraus ein knackiges und flapsiges „Geht so“ gemacht und wird dem Inhalt in der Tat mehr gerecht. Auch eine an dieser Stelle übliche Inhaltsangabe würde dem Buch wegen inadäquater Sachlichkeit in keiner Weise entsprechen. Aber muss ja wohl sein. Es geht um eine Marketing-Angestellte in einer Madrider Agentur, die im Frust über ihren sisyphoshaften Alltag in Sarkasmus, Isolation und Medikamente gegen Angststörungen und Panikattacken flüchtet. Und in eine Freundschaft mit gewissen Extras mit ihrem Nachbarn Pablo. Das ist sozusagen das Framing, das grobe Handlungsskript. Das Buch lebt jedoch in allererster Linie von den feinen Beobachtungen der Protagonistin Marisa in einer Vielzahl von mosaikartig aneinandergereihten Makro-Szenen eines ach so typischen Büroalltags. Wiedererkennungseffekte en masse garantiert. Die künstlichen Erregungen über Bagatellen, die Floskeln und Plattitüden im Umgang miteinander, die falsche Vorspiegelung von Kollegialität und Sympathie einerseits und gnadenlosem Karrierestreben auf der Hierarchieleiter andererseits. Durch all das schlängelt sich Marisa mit über Jahre antrainierten, instinktiven Verhaltensweisen und intuitivem Geschick, ist folgerichtig aufgestiegen, sollte also Genugtuung empfinden, das System zu ihren Gunsten durchschaut zu haben. Aber sie ist unglücklich. Mit ihrem Job, mit ihrem Leben, mit sich. Seine absoluten Höhepunkte hat der Roman, wenn die Autorin ihre Leserschaft an Marisas Gedanken teilhaben lässt. Die folgenden Zitate sind nur ein marginaler Auszug aus der enormen humoristisch-ironischen Note, die letztendlich zum Erfolg des Buches entscheidend beigetragen hat. Zu ihrer eigenen Rolle: „Ich werde mich für die nächsten acht Stunden in das verwandeln, was der Kapitalismus unter Feminismus versteht. In jenes konstruierte Monstrum von Vollfrau, die einfach alles schafft.“ Über ihre Kollegen: „Wie wohl sie sich fühlen in der Wiederholung, im Immer-wieder-Aufwärmen derselben Gedanken und Floskeln, in der Kommunikation der Oberfläche.“ „… der bescheuerte Tanz der Gemeinplätze, der jedes Meeting in allen Unternehmen der Welt einläutet …“ „… diese Pflicht-Pantomime im Büro …“ … ob man diese eisernen Überzeugungen nur hat, weil man sie immer und immer wieder wiederholt.“ Über ihre Kolleginnen, die nach der Schwangerschaft an den Arbeitsplatz zurückkehren: „Ein Kind ist immer eine große Freude, aber die Mutter fängt schnell an zu rosten und hält das ganze System auf.“ Das klingt teilweise düsterer, als es ist. Denn hat man aus dem eigenen Leben all diese realistischen Bilder vor Augen, wird der Roman zur erheiternden Parodie, bei der man mehr als einmal vor Lachen herausprusten muss. Wer kennt sie nicht, all diese nervigen Gesten und sinnentleerten Worthülsen bis hin zum allmittäglichen „Maaahlzeit“ vor und in der Kantine, wo es einen immer wieder wundert, dass hier nicht mehr psychiatrische Notfälle generiert werden. Wie es einen guten belletristischen Roman ausmacht, liegen aber Lachen und Weinen dicht beieinander. Spätestens wenn man sich fragt, warum Marisa nicht aus diesem Alltag flieht, nicht einen anderen Lebensweg einschlägt, wo sie doch so unzufrieden scheint. Zwei Freundinnen sind mehr oder weniger beim Ausbruch aus dem System gescheitert. Eine verübt auf einem Bahnhof Suizid, die andere verdient ihr Geld nach diversen plastischen Operationen durch reiche Liebhaber, weigert sich aber standhaft, dies sich selbst gegenüber als Prostitution zu deklarieren. Am leider recht melodramatischen Schluss des Buches findet Marisa unfreiwillig eine sich von außen ergebende Lösung, also wieder nicht aktiv, sondern passiv zugeflogen. Aber es kann wohl eher nicht der Ausweg für alle Menschen in dieser Lage sein. An dieser Stelle wird einem spätestens bewusst, dass die Lebensphilosophie der Protagonistin (und der Autorin?) eigentlich schon im einleitenden Zitat des bulgarischen Schriftstellers Georgi Gospodinow aus „Physik der Schwermut“ deutlich wurde: „Unternimmt man gewisse Anstrengungen, normal zu erscheinen, spart man sich ziemlich viel Zeit, während der man so sein kann, wie man sein will.“ Das schränkt den Aktivitätsgrad in Richtung verändernder Maßnahmen schon einmal sehr ein. Aber diese lebensphilosophischen Fragezeichen im finalen Teil geben allenfalls Abzüge in der B- Note. Oll over ist Beatriz Serrano ein sehr kurzweiliges und durchweg unterhaltsames Buch gelungen, das einen ein ums andere Mal in den Spiegel schauen lässt. Zum Schluss ein ganz großes Lob an die Übersetzerin Christiane Quandt, die die Pointen mit sicherlich schwierigen spanischen Original-Termini perfekt treffend ins Deutsche transferiert hat und in beiden Sprachen über einen unglaublichen Wortschatz verfügen muss. Wer kommt denn sonst beim Übersetzen auf Begriffe wie „veritabler Schwengel“? Qué bueno!

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
7. März
Witzig und traurig zugleich
Rating:4

Witzig und traurig zugleich

"Geht so" besticht nicht nur mit einem herausragenden Titel, sondern auch mit einer sehr guten Mischung aus witzigen Einstreuungen und ernsthafter Kritik am Berufsleben. Man beginnt über das Leben generell nachzudenken, während man mit Marisa durch den Tag schlurft und mit ihr in ihre Sorgen und gesundheitlichen Probleme betrachtet. Trotzdem schafft es die Autorin mit ihrer Sprache sehr viel Humor einzubringen. So liest sich das Buch unglaublich schnell und gut - vielleicht etwas zu schnell, denn das Ende ist sehr abrupt. Es hätten gerne nochmal 50 Seiten mehr sein dürfen um alle Handlungsstränge auch vollständig abzuschließen.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
16. Feb.
Rating:5

Kurzweilig und lustig

Tolles Buch. Ich mochte den Humor und habe mich an vielen Stellen zum einen wiedererkannt aber auch ertappt gefühlt. Lässt sich super weglesen.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
5. Feb.
Post image
Rating:3

Marisa ist am Limit. Den Alltag und ihren Job in einer Madrider Werbeagentur erträgt sie nur noch mit Dauerbeschallung durch die wildesten YouTube-Videos und einer Handvoll Beruhigungsmittel. Als die Agentur ein Teambuilding-Wochenende ankündigt, gerät ihre Angststörung endgültig außer Kontrolle. Die Entscheidung, für den Trip diverse Drogen einzupacken, macht die Situation allerdings nicht besser. Der Erzählstil ist relativ trocken, an manchen Stellen etwas zäh und natürlich geht das Buch nicht besonders tief auf Themen wie Depression, Burnout oder Angststörungen ein. Trotzdem musste ich wegen Marisas trockenem Humor mehrmals lachen oder zustimmend nicken. Ich glaube, wer – so wie ich – im Büro arbeitet, findet sich in der einen oder anderen Situation und Verzweiflung wieder. Und hey: schön, dass sich Marisas Wunsch am Ende doch noch erfüllt hat. *Ironie off* 🤘🏻

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
29. Jan.
Rating:5

Die Beschreibung des Seins auf eine schwarze humorvolle Art - Lesen!

Dieser schwarze trockene Humor zwischen den Zeilen, hat mich wahrlich einige Male laut auflachen lassen. Das Buch ist wirklich Mega - eine skurrile, schöne, schwarze Story - in der Marisa uns mitnimmt in die „Performance“ ihres Lebens. Wir begleiten sie durch ihre Tage, Mitte 30, Single und vom Arbeitsleben nicht gefesselt sondern gelangweilt - folgen wir ihr durch die Tage, sie ist allein, würde schon sagen depressiv und doch schlängelt sie sich durchs Leben, welches ihren Höhepunkt in einem Teamevent findet. Ich habe gelacht, gegrinst und gebangt - es hat sich bis zum Ende hin gelohnt.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
27. Jan.
Rating:2.5

"Geht so" ist ein gesellschaftskritischer Roman, der sich mit Burn-out, Depression, Einsamkeit und Angststörungen auseinandersetzt. Es werden viele Themen angesprochen, diese jedoch irgendwie lapidar und oberflächlich behandelt. Der Schreibstil hingegen ist leicht, flüssig und stellenweise flapsig - die Handlung kommt jedoch kaum voran. So richtig warm geworden bin ich mit der Geschichte nicht.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
13. Jan.
Rating:5

Wenn ihr manchmal euer Leben und die Welt da draußen hasst, lest dieses Buch! Ihr werdet es soooo fühlen!Die Prämisse ist denkbar simpel: Marisa steckt fest in einem seelenlosen Marketingjob, umgeben von nervigen Kollegen, Freunde hat sie nicht wirklich, dafür ein kleines Medikamentenproblem. Das bevorstehende Firmenwochenende bereitet ihr besonders viel Kopfschmerzen. Und so begleitet man Marisa durch ihren Alltag und kommt nicht umhin, mit ihr laut zu lachen, zu weinen, die Augen zu verdrehen und vielleicht auch mal den Kopf gegen die Wand schlagen zu wollen. Beatriz Serrano schreibt so nahbar und mit so viel Witz, ich habe mich selten mit einem Hauptcharakter so verbunden gefühlt (in diesem Fall vielleicht ein schlechtes Zeichen hahaha).Dabei werden auch ernste Themen wie Depression, Einsamkeit, Feminismus und die Suche nach dem Sinn des Lebens angesprochen, ohne fürchterlich erdrückend zu sein. Zugegeben: Wer keine negative Grundstimmung und eine Wagenladung Zynismus ab kann, für den ist das Buch nichts. Aber ich habe es GELIEBT!

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
1. Jan.
Rating:3

In Geht so von Beatriz Serrano begleitet man Marisa, die in einer Madrider Werbeagentur einen für sie sinnentleerten Job ausführt und unter Angststörungen leidet. Mit sarkastischem Humor und schonungsloser Ehrlichkeit wirft sie YouTube, Beruhigungsmittel und Drogen ins Spiel. Ein bissiges, unterhaltsames Porträt moderner Arbeitswelt und Selbstentfremdung.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
22. Dez.
Rating:3

Geht so...

Im Buch geht es um Marisa, die in Madrid lebt. Sie wird von ihren Kolleginnen als Feministin gesehen und erkennt selbst, dass es oftmals nicht leicht ist, die eigenen Prinzipien und Ansichten umzusetzen oder ihnen treu zu bleiben. Sie arbeitet in einer Werbeagentur als kreative Leitung, die Arbeit erfüllt sie nicht, nein, sie bekommt sogar eher Panik, wenn es wieder Montag ist. Dazu kommen Angstzustände und ein fehlendes soziales Netz. Alles nicht besonders positiv und doch kann sie Autorin immer mal wieder etwas Witz in die Texte streuen. Ich habe mich sehr schwer getan, in das Buch zu kommen und habe trotz der nur gut 200 Seiten anfangs überlegt, abzubrechen. Ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu Marisa aufbauen und die häufig endlosen Aufzählungen von z. B. YouTube Inhalten, die sie gerne konsumiert, sind zäh. Man hat schon das Gefühl, dass hier alles wohl komponiert und genauso gewollt ist - Ziel war es scheinbar, einen Text zu schreiben, den es so nicht oder nur wenig gibt. Aber etwas anders zu machen, heißt halt leider nicht unbedingt, dass es besser wird. Die zweite Hälfte des Buches konnte mich dann etwas mehr fesseln und auch das Ende ist interessant gestaltet, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es gut finde.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
20. Dez.
Rating:4

habs wirklich gemocht, an sich passiert nicht sooo viel, war aber auch ganz gut so. konnte einfach oft mit der protagonistin relaten und hat mir echt „my year of rest and relaxation“ vibes gegeben. tolli!

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
3. Dez.
Rating:2

Das Gute an diesem Roman ist, dass er nicht besonders lang ist. Dadurch blieb ich gerade so motiviert genug, um dranzubleiben und ihn ganz okay zu finden. Insgesamt muss ich jedoch sagen: Begeistert hat mich das Buch nicht. Es wurde überall als unglaublich lustig beschrieben, aber diesen Humor habe ich persönlich kaum gesehen. Ab und zu war es unterhaltsam, und die Grundidee der Handlung fand ich durchaus interessant, aber wirklich umgehauen hat mich nichts. Spoiler Alert Was mich am meisten gestört hat, war das Ende, das für mich extrem unrealistisch wirkte. Der Sprung von „Ich mag meinen Job nicht“ zu „Ich kippe Drogen in den Saft all meiner Kolleginnen und Kollegen“ war mir viel zu drastisch und passte überhaupt nicht zur Tonalität des restlichen Buches. Dazu kommt, dass die Protagonistin am Ende nach einem Unfall regelrecht erleichtert ist, weil sie dadurch nicht mehr arbeiten muss. Ich finde, es hätte elegantere und glaubwürdigere Wege gegeben, um zu zeigen, dass man toxische Arbeitsverhältnisse verlassen kann. Ein einfacher Kündigungsmoment hätte sogar stärker gewirkt als dieser völlig überzogene Plotpoint

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
25. Okt.
Rating:4.5

Daumen hoch!

In diesem Buch stecken so viele wahre Worte! Ich glaube, dass jeder, der in einem Büro arbeitet, bestimmte Situationen oder sich selbst wiedererkennen kann. Natürlich wird vieles überspitzt dargestellt, aber das - bis auf ein paar Längen - sehr amüsant und unterhaltsam.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
23. Okt.
Rating:5

Marisa ist genervt von ihrem Bullshit-Job im mittleren Management einer Madrider Werbeagentur. Sie hat Kunstgeschichte studiert, weiß gar nicht mehr so recht, wie sie da hineingeraten konnte und ihre Angststörung macht das Leben auch nicht einfacher.

„Am Ende ähnelt das Leben einer komplexen Internet-Suchmaske: Je mehr Entscheidungen man fällt, desto kleiner wird die Liste der Optionen, aus denen man auswählen kann […]“ Marisa geht es nicht gut, obwohl es ihr eigentlich gut geht. Sie hasst ihren Job (oder das Hamsterrrad der Arbeitswelt im Allgemeinen), zur Entspannung lutscht sie Beruhigungsmittel wie Bonbons und schaut YouTube Videos in Dauerschleife. Und ganz nebenbei analysiert und kommentiert sie ihr eigenes und das Verhalten ihrer Mitmenschen, beschreibt Mechanismen des Patriarchats und des Marketings. Beatriz Serrano ist hier eine Satire vom Feinsten gelungen: Scharfzüngig, bitterböse und zum Schreien komisch (ich musste öfter mal laut lachen). Absolute Leseempfehlung! (Womöglich wird Drogenkonsum im Allgemeinen etwas verharmlost, aber das passt auch ins Bild.)

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
20. Okt.
»Fake it, bis sie dich in Ruhe lassen. Niemand kann die Welt verändern, man kann nur versuchen, sich nicht zu sehr von der Welt verändern zu lassen«
Rating:4

»Fake it, bis sie dich in Ruhe lassen. Niemand kann die Welt verändern, man kann nur versuchen, sich nicht zu sehr von der Welt verändern zu lassen«

Ich habe es geliebt, wie die Gedanken, die ein jeder von uns bezüglich der Arbeit hin und wieder mal hat, in diesem Buch einfach mal "ausgesprochen" wurden und konnte bei so vielen Punkten einfach nur zustimmend da sitzen und mich daran freuen, nicht allein damit zu sein. Besonders Büroangestellte könnten ein Gefallen an dem Buch finden und gerade wenn man, wie ich, aus einem langen Urlaub kommt und eigentlich nicht wieder zum Arbeitsalltag übergehen möchte, passt es einfach perfekt. Aber auch für alle anderen ist das sicherlich eine willkommene Abwechslung zur Arbeit.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
16. Okt.
Rating:4.5

In vielen Teilen überspitzt, trotzdem humorvoll und stellenweise nachvollziehbar und ehrlich. Eine Story, die nachhallt - auch, wenn die Idee der Protagonistin bei ihrem Vortrag für mich an den Haaren herbeigezogen war und das Ende etwas abrupt kam.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
9. Okt.
Rating:3.5

Flüssiger, unterhaltsamer Schreibstil, für mich jedoch nicht so deep wie erhofft. Genervt hat mich, dass das Thema des Klappentextes gefühlt erst auf den letzten 50 Seiten aufgegriffen wird.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
7. Okt.
Rating:5

Wirklich alles was man braucht…

… hat dieses Buch. So witzig, grandios im Plot und sprachlich wahnsinnig gut veranschaulicht die Autorin die Absurdität so manches Büroalltags. Der Charakter der Protagonistin ist derart präzise gezeichnet, dass ich mich fühlte als wäre sie mit mir im Raum. Mehr kann man eigentlich gar nicht sagen außer: Bitte unbedingt lesen!

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
7. Okt.
Kaffee. Krise. Karriere. Repeat.
Rating:5

Kaffee. Krise. Karriere. Repeat.

„Geht so“ hat mich richtig begeistert! Marisa arbeitet in einer Werbeagentur, spielt perfekt ihre Rolle im Büroalltag – aber eigentlich hat sie null Bock auf dieses durchoptimierte, glänzende Leben. Zwischen Deadlines, Kolleginnen, Kaffee und Sinnkrisen steckt so viel Wahrheit, Scharfsinn und ein Hauch Selbstironie, dass man sich ständig wiederfindet. Ein moderner Roman über Erwartungen, Erschöpfung und die Frage, was man vom Leben eigentlich will. Klug beobachtet, realistisch und auf den Punkt erzählt – ein Lesegenuss mit Tiefgang.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
23. Sept.
Rating:3

Die Story rund um Marisas Arbeitsalltag ist herrlich satirisch, clever und witzig geschrieben. In vielen Dingen hat man sich wiedergefunden und musste manchmal schmunzeln und manchmal sein eigenes Arbeitsleben hinterfragen. Stellenweise hat es sich etwas gezogen und viel passiert, ist wenn man ehrlich ist nicht wirklich. Also alles in einem eine Story ohne wirkliche Story und auch ohne richtiges Ende, denn das war für mich echt schon fast ne Frechheit 😅 ich versteh den Bezug aber ich frag mich hier nur wieso und wie geht’s weiter und wieso wurde der „Vorfall“ auf dem Team Event nicht weiter aufgeklärt. Was hat der jetzt für Konsequenzen? Da frag ich mich wirklich wieso ich das alles vorher gelesen habe 😬 also irgendwie fühl ich mich jetzt nach dem Buch bisschen wie Marisa mit ihrer Arbeit. Unnötige Verschwendung meiner Zwir und unbefriedigt 🙈

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
20. Sept.
Rating:4

Geht so – und doch ziemlich gut

Das Buch beschreibt für mich so etwas, das man fast schon „Identitätsdiebstahl light“ nennen könnte: Ich habe mich beim Lesen ständig ertappt gefühlt. Manche Gedanken waren eins zu eins meine eigenen – was gleichzeitig beruhigend und deprimierend war. Beruhigend, weil man merkt: Ich bin nicht allein mit diesem Gefühl. Deprimierend, weil es scheinbar keinen einfachen Ausweg gibt. Außer vielleicht Lotto, Prostitution oder ein Unfall mit Schmerzensgeld. Schön, wenn die Optionen des Lebens mal so klar auf dem Tisch liegen. Das Buch ist in seiner Absurdität eigentlich sehr konsequent: Am Ende gibt es keine Lösung, sondern die Verantwortung landet wieder bei uns selbst. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Das Leben ist eben auch nichts anderes als eine Kette von absurden Momenten – warum sollte ein Roman also ordentlicher sein als die Realität? Ich habe viel gelacht, stellenweise auch genickt, manchmal war’s ein bisschen langatmig. Und klar, ein Teil von mir hätte sich eine echte Lösung aus dem Schlamassel, das sich Arbeiten nennt, gewünscht. Aber wahrscheinlich wäre die genauso grotesk ausgefallen wie der „Divinity Coach“ auf der Teambuilding-Fahrt. Insofern: doch ein ziemlich runder Abschluss.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
19. Sept.
Rating:3.5

Okay WOW?!

Den Humor von der Hauptdartellerin ist voll meiner, musste oft lachen und konnte mich teilweise wiederfinden in ihrem Trott. Dann und er Mitte hatte ich Mühe weiterzulesen und hab mich bisschen durchgekämpft weil es irgendwie gefühlt immer das gleiche war und ich irgendwie dachte Marisa ist so negativ, dass ich nicht weiterlesen wollte und hab dann doch wieder reingefunden und dachte nach dem Ende so hä? What? Ich bin so unschlüssig wie ich das Buch finde, einerseits sehr witzig, anderseits auch fast etwas langweilig also sehr ambivalent meine Meinung, aber im ganzen gebe ich aus dem Bauch heraus 3,5 Sterne 🌟

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
4. Sept.
Rating:4

Marisa befindet sich in einem täglichen Hamsterrad in ihrem Job in einer Madrider Werbeagentur, denn Sie hasst und bei dem nur durch Zufall gelandet ist. Denn Alltag mit seiner Langeweile betäubt Sie täglich mit Beruhigungsmittel und spielt jeden Tag Büro. Als Sie dann auch noch ein Teambuilding-Wochenende mit Ihren Kollegen verbringen soll, scheint ihre Fassade langsam ins schwanken zu kommen.. Ein Buch, dass sich auf harte und ehrliche Art mit dem langweiligen Arbeitsalltag beschäftigt. Marisa sagt das, was viele von uns mit Sicherheit schon das eine oder andere Mal gedacht haben. Es gibt immer wieder Momente, in denen man absolut nachvollziehen kann, wie Marisa sich fühlt & man einfach denkt „genau so ist es!“. Das Buch besteht in erster Linie aus Marisa‘s Gedankengängen, was ich nicht als schlimm oder langweilig empfunden habe, da diese wirklich belustigend und ehrlich waren. Einige Male musste ich wirklich lachen und hab mich 1:1 in Ihren Gedanken wiedergefunden, denn suchen wir nicht alle manchmal nach dem alltäglichen Sinn & sind genervt von dem, sich immer wiederholenden Alltag? Der Mix aus Wahrheit, trockenen und stumpfen Humor & Dinge die einen direkt ansprechen hat es für mich absolut lesenswert gemacht. 4/5 ★

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
16. Aug.
Rating:4

"Geht so" - eine Hommage an das moderne Arbeitsleben.

Bei diesem Buch dachte ich mir anhand der Rezensionen: entweder ich finde es gut oder es ist grauenhaft. Nichts dazwischen. Und ich hatte recht. Zum Glück hat es mich nicht enttäuscht! Marisas Schilderungen sind on point. Ihre Gedanken, ihre Art die Maskerade und Absurdität des modernen Arbeitslebens darzustellen ist on point. Vieles konnte ich 100% nachvollziehen. Ich saß da und nickte. Jap. Jap. Genau das. So ist es. Und dann kamen mittendrin so viele komische Situationen, in der ich einfach nur laut auflachen musste. Serranos Humor ist dunkel, aber es passt komplett ins Setting, in Marisas Gedankenwelt und ich fand es einfach nur großartig. Toller Debutroman.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
22. Juli
Rating:5

Marisa lebt in Madrid, arbeitet in einer hippen Werbeagentur, verdient gut und fragt sich immer öfter, wozu das alles eigentlich gut sein soll. Zwischen leeren Meetings, Coaching-Phrasen und innerer Leere driftet sie langsam ab. Was bleibt, ist eine Angststörung, YouTube zur Beruhigung und der scharfe Blick auf ein Leben, das sich selbst nicht mehr versteht.

Ich liebe dieses Buch, weil es nicht auf die laut drauf haut und trotzdem alles sagt. Weil es Arbeits- und Alltagswahnsinn so zeigt, wie er oft ist: ermüdend, sinnlos, komplett überdreht und trotzdem irgendwie normalisiert. Marisa ist keine Figur, die durchhält, um am Ende belohnt zu werden. Sie ist müde. Sie macht mit. Sie schaut zu, wie ihr Leben sich weiter dreht, obwohl sie längst auf Pause drücken will. Und genau das macht diese Geschichte so ehrlich. Der Humor? Trocken, punktgenau, nie albern. Die Sprache? Klar, unverschnörkelt. Ein Buch für alle, die funktionieren, obwohl sie längst wissen, dass es so nicht weitergeht. Und für alle, die irgendwann aufwachen und denken: Moment mal. Das hier ist doch nicht mein Leben.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
21. Juli
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Rating:3.5

📝 „Ich weiß, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn es die Jobs wie meinen nicht gäbe.“ (S. 16) 📝 „Sie das erste Mal zu verlieren war nicht übermäßig hart, sondern beinahe natürlich, beschlossen durch die launischen Götter der Lebensphasen, denen wir zwei einfache Sterbliche ausgeliefert waren.“ (S.126) 📝 „Womöglich bin ich einfach nur ein unglücklicher Mensch unter vielen, der den Status quo aus purer Trägheit er- und weiterträgt.“ (S. 153) 📖 Millenial Marisa lebt alleine in Madrid und ist unglücklich mit ihrem Job, wovon ihre Kollegen nichts ahnen. In ihrem Privatleben findet sie ebenfalls keine Erfüllung. YouTube-Videos, Medikamtenmissbrauch und unverbindliche Intimitäten verringern ihre Sorgen kurzzeitig. Nachdem sie bei einem Team-Event in den Vordergrund tritt, ändert sich Einiges. 💭 Beatriz Serrano schildert humorvoll und authentisch die Probleme, mit denen sich heutzutage nicht nur junge Erwachsene herumschlagen. Es geht um Erwartungen und unerfüllte Träume, die zu Gewichten für die Seele und Oberflächlichkeiten, die durch den Konsum von Social Media in ihrer Bedeutung verstärkt werden. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht, hatte aber unterhaltsame Stunden mit diesem Buch. Eine Frage bleibt nach der Lektüre bei mir hängen: (Wie) lässt sich aus diesem großen Hamsterrad noch entfliehen?

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
8. Juli
Zwischen Deadlines und Daseinskrisen: „Fake it till you make it“
Rating:4

Zwischen Deadlines und Daseinskrisen: „Fake it till you make it“

»Geht so« von Beatriz Serrano ist ein kluger, unterhaltsamer und dabei schonungslos ehrlicher Roman, der auf ironische und überspitzte Weise mit dem alltäglichen Wahnsinn des Arbeitslebens abrechnet. Wer jemals in einer Situation auf der Arbeit dachte: „Ich habe keinen blassen Schimmer, was ich hier mache — hoffentlich merkt‘s niemand“, wird sich in Marisa sofort wiederfinden. Getreu dem Motto „Fake it till you make it“ bestreitet sie ihre Tage im Hamsterrad der Arbeitswelt. Serrano trifft genau dieses Gefühl des Erwachsenseins, in dem man plötzlich funktioniert, obwohl man sich innerlich fragt, wie das alles überhaupt passiert ist und wie man an diesem Punkt gelandet ist. Dabei ist Marisa als Protagonistin so echt und so nahbar, dass man beim Lesen das Gefühl hat, eine echte Person wäre zwischen die Seiten geschrieben worden. Trotz aller Ernsthaftigkeit ist »Geht so« ein Pageturner, der sich mit Leichtigkeit liest – ein perfekter Schmöker für einen Nachmittag, den man mit einem Lächeln (und einem kleinen Seufzen) beendet.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
5. Juli
Rating:5

Boreout durch Bullshit Job - humorvoll und gleichzeitig ernst auf den Punkt gebracht

Marisa geht es von außen betrachtet gut. Sie arbeitet in einer Madrider Marketing Werbeagentur, verdient so gut, dass sie sich ein kleines Appartement mit Dachterrasse und Einkäufe in der Delikatessenabteilung leisten kann. Allerdings langweilt sie ihr Job zu Tode. Sinnlose Meetings und Gespräche mit ihren Kolleg*innen erträgt sie nur mit Hilfe von Beruhigungsmitteln und dem Schauen von sinnbefreiten YouTube-Videos. Dies alles wird noch getoppt durch das Teambuilding Event für Führungskräfte, an dem sie nicht nur teilnehmen, sondern auch einen Beitrag vorbereiten muss. Ob es eine gute Idee von ihr ist, verschiedene Drogen mit zu der Veranstaltung zu nehmen, um ihre Angstzustände zu bekämpfen, wird sich noch herausstellen. Beatriz Serrano gelingt es in diesem Buch ihre Leser*innen gleichzeitig zum Lachen zu bringen und parallel dazu, dass ihnen dieses Lachen im Halse stecken bleibt. Auf der einen Seite beschreibt sie die ewig gleichen Tagesabläufe, unnötige Meetings und unwichtige Absprachen und den Kampf um die Pole Position auf der Aufmerksamkeitsskala der Chefetage so witzig und bissig, dass man sich kugeln könnte, um auf der anderen Seite die tiefe Traurigkeit und Verzweiflung der jungen Frau zu spüren. Gefangen in einem sinnlosen Job, in dem nur der schöne Schein zählt, ist Marisa zu schwach, um etwas daran zu ändern. Sie ist ausgebrannt vor lauter Langeweile, etwas das es in vielen Jobs gibt. Sie erledigt langweilige Aufgaben und hat nichts, mit dem sie wirklich etwas erreichen kann, ein Phänomen unserer Zeit. Großartig übersetzt von Christiane Quandt und erschienen beim Eichborn Verlag empfehle ich dieses Buch sehr gerne nicht nur denjenigen von euch, die im Marketing arbeiten, wo es durchaus mehr zu tun gibt als solche vor Langeweile strotzenden Arbeiten wie im Buch beschrieben.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
3. Juli
Rating:3

Ich dachte zuerst es ginge um Bullshit Jobs, die moderne Arbeitswelt, die Oberflächlichkeit der Werbebranche und dieser Teile des Buches gefiel mir gut. Es war flüssig zu lesen. Dann aber wurde mir zunehmend klar, dass die Protagonistin größere Probleme als ein drohendes Burn Out oder den Job hat und es wurde ein bisschen seltsam und creepy. Das abrupte Ende war auch nur strange. Schade...

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
29. Juni
Marisa hat mir aus meiner Büro-Seele gesprochen. 📁
Rating:4

Marisa hat mir aus meiner Büro-Seele gesprochen. 📁

„Geht so“ ist definitiv ein Buch für alle Büroangestellte. Mit dem lockeren Schreibstil aus der Erzählperspektive von Marisa, kam man durch die schon etwas längeren Kapitel relativ schnell durch. Gerade am Anfang musste ich schon sehr oft bei vielen Gedanken der Protagonistin lachen. (Mir geht es da schon des Öfteren genau so lol) Leider wurde es in der Mitte teilweise etwas zäh und dann erst wieder bei dem Teambuilding-Wochenende „spannender“. Trotzdem? Ein wirklich guter Büro-Roman für einen schnellen Read zwischendurch. 😇

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn
29. Juni
Rating:3

Wie war es zu lesen? geht so. Im Klappentext wurde etwas humorvolles angekündigt, ging aber an meinem Humor komplett vorbei. Es wird ausschließlich aus Marisas Sicht geschrieben und die ist desilosioniert, antriebslos bis depressiv. Wenn sie einen Burnout hat, dann vom YouTube schauen. Ich hatte sehr auf das Team Wochenende gehofft, wurde nur kurz abgehandelt und hatte die gleichen Aussagen wie bisher. Teil II war Worte füllend und das Ende geht so. Vielleicht habe ich das Buch aber auch nicht verstanden.

Geht so
Geht soby Beatriz SerranoEichborn