Flusslinien
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Description
Mit Wärme, sprachlicher Kraft und feinem Witz erzählt Katharina Hagena von drei Menschen, drei Schicksalen – und zwölf Frühsommertagen an der Elbe, die alles verändern. »Flusslinien« ist ein so bewegender wie vielschichtiger Generationenroman über das Leben mit den Wunden, die uns zeichnen, und die Frage, wie man lernt loszulassen, zu vertrauen und weiterzuatmen.
Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter.
Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen.
Und dann ist da noch Arthur . Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld.
Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen.
Book Information
Author Description
Katharina Hagena, geboren in Karlsruhe, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Ihre Bücher wurden in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt. »Flusslinien« ist ihr vierter Roman.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Dieses Buch atmet. Es drängt nicht. Es erklärt nicht. Es will nichts beweisen. Es hört zu. Menschen. Erinnerungen. Dem Leben selbst. Margrit. Luzie. Arthur. Drei Menschen, mit denen ich eine Zeit lang leben durfte. Was mich dabei besonders fasziniert hat, war die Nähe zu diesen Menschen. Ihre Gedanken, ihre Erinnerungen, ihre Verluste, ihre Hoffnungen. Margrits Blick auf ein ganzes Jahrhundert Leben hat mich immer wieder innehalten lassen. Wie fühlt es sich an, auf so viele Jahre zurückzublicken? Was bleibt? Wie verändert sich der Blick auf die Welt? Und wie erlebt man das eigene Älterwerden, wenn ein ganzes Leben hinter einem liegt? Aber auch Luzie und Arthur tragen ihre eigenen Brüche mit sich. Jung zu sein bedeutet hier nicht unbeschwert zu sein. Die Elbe fließt durch all diese Geschichten wie ein stiller Begleiter. Mal sichtbar, mal kaum wahrnehmbar, aber immer gegenwärtig. Fast wie eine weitere Figur. Die Sprache ist von einer besonderen Feinheit. Beobachtend, klug und voller leiser Schönheit. Immer wieder finden sich Gedanken und Bilder, die noch lange nachklingen. Manche Menschen verlassen uns. Manche Erinnerungen nicht. Der Römische Garten liegt über diesem Roman wie ein stiller Erinnerungsraum. Ein Ort, an dem Vergangenes nicht verschwindet, sondern weiterlebt. Ich habe das Hörbuch gehört und selten so passende Stimmen erlebt. Sie erzählen nicht einfach eine Geschichte. Sie tragen sie. Jede Figur bekommt ihre eigene Präsenz, ihre eigene Klangfarbe, ihre eigene Nähe. Es war eine Freude, ihnen zuzuhören. Dieses Buch ist melancholisch, warm, traurig, tröstlich, berührend und immer zutiefst menschlich. Es klingt wie ein ruhig dahinfließender Fluss. Manchmal musste ich schmunzeln, manchmal wurde ich nachdenklich, manchmal traurig. Und doch lag über allem eine große Ruhe. Denn manche Geschichten hört man nicht nur, man lebt eine Weile in ihnen.
Gemischte Gefühle / definitiv fehlende TW ❣️❣️
Das war ein Buch, das mir zunächst und über auch über die Hälfte gut gefallen hat. Leider konnte die Spannung und der rote Faden nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten werden. Darum geht es in „Flusslinien“: Margrit ist 102 Jahre alt und wartet auf den Tod. Ihre Enkelin Luzie hat überraschend kurz vor dem Abi die Schule geschmissen und lebt jetzt im Wald. Arthur fährt Margrit regelmäßig in die Klinik und hat ansonsten eher verrückte Hobbys wie z.B. Sprachen erfinden… Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es war das erste Buch der Autorin für mich und ich war sehr positiv angetan. Es gibt leisen Humor, vor allem Margrits POV ist zunächst sehr schön zu lesen. Wie sie mit dem Älterwerden umgeht, ihre Sorgen und Ängste, wir alle haben damit zu tun, ob wir das wahrhaben möchten oder nicht. Luzies Geschichte ist ebenfalls stark, ich muss mal wieder anmerken, dass eine TW fehlt. Die zeitgenössischen Romane wollen da nicht drauf hören, aber es kann nun mal retraumatisierend wirken, wenn man völlig unerwartet mit bestimmten Themen konfrontiert wird (die nirgends angekündigt sind). Am wenigsten konnte ich mit Arthurs Rolle in der Geschichte anfangen, er blieb bis zum Schluss fremd. Seine Kapitel waren immer etwas schwächer für mich. Was aber hauptsächlich dazu beigetragen hat, dass ich mental irgendwann leicht ausgestiegen bin, sind die ausschweifenden Kapitel über Margrits Vergangenheit. Es ist sehr wichtig, sich mit dem 2. Weltkrieg zu beschäftigen, das wird auch aus dem Klappentext deutlich, dass das vorkommt. Für mich waren es dann aber zu viele Personen, die zu schnell und zu oberflächlich vorgestellt wurden. Ich hätte mich lieber auf den Erzählstrang bzgl. Margrits Mutter Johanna konzentriert, deren große Liebe eine Frau war. Diese Geschichte fand ich sehr schön. „Flusslinien“ hat gemischte Gefühle bei mir hinterlassen, es ist kein Buch für zwischendurch. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3,5/5⭐️⭐️⭐️

Natürlich muss ein Roman, nur weil ein "Spiegel Bestseller" auf dem Cover prangt, nicht unbedingt ein persönlicher Leseerfolg werden. Warum jedoch diese Lektüre so wenig Vergnügen bereitete, liegt vielleicht auch in der Entscheidung der Schriftstellerin Katherina Hagena begründet, die historische Inspiration zu dieser Geschichte nicht in den Mittelpunkt zu rücken. Denn wie man in der Nachbemerkung zum Roman erfährt, hatte sich die Autorin im Vorfeld mit der Gestalterin des Römischen Gartens von Hamburg, Elsa Hoffa, beschäftigt, die jedoch keine eigene Erzählstimme in der Geschichte erhält und nur eine Randfigur bleibt. "Nie schwimmt man zweimal im selben Fluss ...". Was Pocahontas im gleichnamigen Disney Film so fröhlich singend von sich gibt, ist eine Binsenweisheit, die man auch auf diesen Roman anwenden könnte. Denn die Protagonisten dieser Geschichte scheinen sich fortlaufend weiter vom Lesenden zu entfernen. Dabei richtet sich der Fokus sehr zielgerichtet auf genau drei Hauptfiguren: die Dame Margrit (alt, sogar sehr alt), deren Enkelin Luzie (jung) und der Fahrer des Pflegeheims, Arthur (ebenfalls jung). Obwohl die Protagonisten räumlich nah beisammen sind und durch verwandschaftliche oder andere zwischenmenschliche Bande auf natürliche Weise verbunden sein müssten, scheint jeder irgendwie in seiner eigenen Blase zu leben und sich fast ausschließlich mit seinen eigenen Themen zu beschäftigen. Obwohl es interessante Ansätze zur jeweiligen Figurenzeichnung gibt, wirken alle Personen der Geschichte seltsam flach und unauthentisch. Dies liegt vielleicht daran, dass der Autorin die Bearbeitung der aufgeworfenen Themen wichtiger erscheint, wie die dreidimensionale Darstellung der menschlichen Akteure. Aber auch bei der Zusammenstellung ihrer Themen schießt die Autorin über das Ziel hinaus. Die Art wie sie aktuelle gesellschaftliche Themen einbindet, wirkt zu gewollt und manchmal fast peinlich polemisch wie z.B. die politische Situation in Belarus (die auch überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat). Obwohl die Autorin um eine authentische Sprache ihrer Protagonisten bemüht ist, glücken ihr weder die Sprachbilder noch die Dialoge zwischen den Generationen. Aber der Abschuss war vielleicht der Begriff Maulwürfin - welcher über 80jährige würde diese Bezeichnung wählen, selbst wenn er bewusst eine Maulwurfsfrau im Sinn haben sollte? FAZIT Da eine mir bekannte alte Dame in der vergangenen Woche tatsächlich ihren 102. Geburtstag begehen durfte, hielt ich diesen Roman mit einer gleichaltrigen Protagonistin für die ideale Lektüre. Leider konnte mich diese alte Dame, die in ihrem hohen Alter noch den Römischen Garten besucht, wenig überzeugen. Und auch insgesamt war mir die Geschichte zu oberflächlich erzählt. Je weiter die Handlung, die ebenfalls recht dünn ist, voran Schritt, desto mehr fühlte ich mich vom Gelesenen distanziert. So schade. Vor allem, da ich schon von einigen Rezensenten, deren Meinung ich sehr schätze, positive Beiträge zum Roman gelesen hatte. Zu gerne hätte ich mich diesen begeisterten Stimmen angeschlossen. Falls ihr den Roman bereits gelesen habt: was hat euch persönlich überzeugt? Oder im anderen Fall: warum war die Lektüre auch für euch eine Enttäuschung?
In Flusslinien begleiten wir über 12 Tage drei Generationen: : Die 102-jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und den Fahrer Arthur. Während Margrit auf ihr langes Leben zurückblickt, verweben sich ihre Erinnerungen mit der Gegenwart der anderen. Ich liebe Katharina Hagenas Schreibstil.. immer sehr feinfühlig und atmosphärisch ♥️ „Denn wenn sie zusammen waren, war es immer schön. Menschen, die einen richtig zum Lachen bringen, das sagt sogar Margrit, sind selten, und wenn man einen gefunden hat, muss man ihn mit beiden Händen festhalten.“ „Du weißt aber, dass das nicht gerecht ist, oder? Du erzählst kaum was, willst aber, dass man dir nachts Licht gibt und morgens Geschichten.“ „Alle Menschen haben irgendwas, mit dem sie klarkommen müssen.“ – „Wahrscheinlich.“
Die einhundertzweijährige Margrit nimmt den Leser am Anfang mit in ihre Gedanken und Erinnerungen hinein. Damit hat mich Katharina Hagena gleich abgeholt und gefesselt. Es ist interessant über das alt werden und alt sein zu lesen. Aber auch das Jungsein bekommt seinen Raum. Es ist faszinierend wie die Autorin Sprache einsetzt und lebendig werden lässt. Wundervolle Vergleiche und sprachliche Exkurse. Tiefsinnig, anschaulich, lustig. Eine langsam erzählte Geschichte mit blumiger, anschaulicher Sprache, die plötzlich mit einem eingeschobenen nüchternen Satz überrascht. Moderne Sprache gekonnt mit alten Ausducksweisen vermischt. Leider flacht die Geschichte im letzten Viertel des Buches ab, als ob das Ende nun rasch erzählt werden muss. Es war vorhersehbar und mir kam es so vor, als ob sich das Herausragende im Schreibstil etwas abgenutzt hätte. Trotzdem lesenswert bis zum Schluss. Die Geschichte wird aus Sicht von drei liebenswerten Protagonisten erzählt. Das ist gut gemacht abwechslungsreich und unterhaltsam. Auch wird so deutlich, dass jeder Mensch etwas besonderes ist und niemand einen reibungslosen, problemlosen Lebensweg hat. Ich habe das Buch langsam, nachdenklich und genussvoll gelesen.
"Alt sein ist oft wie noch ein Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken. " Und Margrit ist sehr alt geworden 102 Jahre ist sie nun und blickt auf ihr Leben, aber auch auf das ihrer Mutter zurück. In den Ohren hat sie ihre kleinen "Schweinchen", denn hören kann sie nicht mehr so gut. Das ermöglicht aber auch manchmal eine sehr angenehme Stille, wenn man sie gerade braucht und über vieles nachdenken möchte. "Ihr ist klar geworden, dass sie ein paar wesentliche Dinge in ihrem Leben noch nicht zu Ende erinnert, noch nicht zu Ende gefühlt hat." Die Liebe ihrer Mutter z. B. zu Elsa Hoffa, eine der ersten Frauen die die Gestaltung eines Gartens leiten durfte, dem römischen Garten in Hamburg. An dem Leben dieser, realen Persönlichkeit entlang, entstand dieser Roman. Dann kommen in einzelnen Kapiteln jeweils auch Luzie und Arthur zu Wort. Luzie ist die Enkelin von Margrit und hat mit 17 schon einiges erlebt und versucht auf ihre Weise damit umzugehen, immer aber auf ihre Oma gestützt und mit großem Vertrauen und zärtlicher Zuneigung. Arthur hatte mal einen Zwillingsbruder und vermisst diesen schmerzlich. Er entwickelt Fantasiesprachen für Spiele oder Fantasyfilme, so wie er schon im Mutterleib eine eigene, geheime Sprache mit seinem Zwillingsbruder hatte. Es geht eine ganz besondere Stimmung aus diesem Buch hervor, welche mich oft sehr berührt hat und mit ihrem feinen Humor auch oft zum Schmunzeln brachte. Es brauchte eine Weile, bis ich gemerkt habe das zwei der Hauptprotagonistinnen so ähnlich wie meine Oma heißen. Die Mutter von Margrit heißt Johanne, meine Oma hieß Johhanna Lucie. Das hat mich zusätzlich berührt und darüber nachdenken lassen, was ich über ihr Leben weiß. Im letzten Drittel geht es auch viel um Tattoos und ihre künstlerische Gestaltung, das fand ich sehr schön zu lesen. Habt ihr Tattoos?
12 Tage im Leben Dreier sehr unterschiedlicher Menschen und doch bekommen wir Einblicke in deren ganzes Leben. Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, was sich aber schnell legte. Der bildgewaltige, blumige Stil der Autorin zog mich immer mehr in seinen Bann und hat mich begeistert. Auch der geschichtliche Hintergrund des Römischen Gartens war sehr interessant. Von mir eine klare Leseempfehlung !
Toller Roman
Dieser Roman wurde ja sehr gut bewertet. Also musste ich ihn lesen. Kurz zusammengefasst. Es ist wahr. Dieses Buch sollte man mal lesen. Dieses Dreiergespann und die daraus resultierenden Verwicklungen und Hintergrundgeschichten sind sehr gut beschrieben und nehmen einen sehr leicht mit. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und freue mich ihn gelesen zu haben. Klare Leseempfehlung
Tiefgründig, facettenreich und humorvoll
"Es gibt keine Sekunde am Tag, an dem ihr nichts wehtut. Und es wird auch keine mehr geben. Außer vielleicht im Moment des Sterbens. Den stellt sie sich ganz schön vor." Katharina Hagena hat mit ihrem Buch "Flusslinien" einen tiefgründigen, facettenreichen Roman abgeliefert. "Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken." Margrit ist 102 Jahre alt und lebt schon länger als sie jemals wollte. Früher war sie Atemtherapeutin, heute lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe, nahe des Römischen Gartens, mit dem sie viele Erinnerungen verbindet. Mit dem jungen Arthur, ihrem Fahrer, kommt Margrit bestens aus. Ihre Beziehung ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Toleranz und viel Humor. Margrits Enkelin Luzie kommt auch oft vorbei. Doch nun hat sie aus irgendwelchen Gründen die Schule geschmissen. Natürlich macht Margrit sich Sorgen und versucht Luzie auf den Zahn zu fühlen. Neben der Sorge um ihre Enkelin, durchstreifen Margrits Gedanken die Vergangenheit. So denkt sie an ihre eigene Jugend, an ihre Mutter, an sich selbst als Mutter, an die Kriegsjahre und die Zeit danach. Dabei mäandern ihre Gedanken wie die Flusslinie der Elbe ... "Nein, sie fühlt sich gefangen. Ihr Körperkerker wird täglich enger, dunkler und stiller. War sie früher freier oder nur auf eine andere Weise gefangen?" "Flusslinien" ist ein ruhiger, gedankenschweifender Roman, der sich mit den kleinen und großen Themen eines Lebens beschäftigt. Die Geschichte wird uns von den drei Hauptfiguren des Buches Margrit, Arthur und Luzie erzählt. Wobei mir, neben der Maulwurfsgeschichte, der Part von Margit mit Abstand stets am besten gefallen hat. Ich mochte ihre Art zu denken und wie humorvoll sie mit dem Alter umgeht, und auch wie versöhnlich sie auf ihr Leben schaut. Eine starke, unabhängige, humorvolle Lady, die mich an vielen Stellen zum Schmunzeln brachte. Genau diese Abschnitte um Margrit haben mich auch bei der Stange gehalten, denn der Roman hatte hier und da schon seine Längen, die etwas uninteressanter waren. Wer auf der Suche nach einer ruhigen Geschichte mit Tiefgang und Humor ist, findet mit "Flusslinien" definitiv eine schöne Lektüre.

Als Hörbuch etwas eintönig
Nachdem ich gerade nicht lesen darf, habe ich mich an diesem Hörbuch versucht. Die Geschichte ist eine sehr gute und geschrieben 📜 sicherlich auch fesselnd. Die einzelnen Charaktere unterschiedlich und sympathisch. Zeitgenössische Literatur, wie ich sie mir vorstelle mit ausgewählter Sprache und Schreibstil. Als Hörbuch jedoch mir zu eintönig, zu wenig Unterscheidung und daher konnte es meine Konzentration nicht fesseln.
FLUSSLINIEN Katharina Hagena „Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken.“ (S. 24) Die 102-jährige Margrit Raven lebt in einer Seniorenresidenz direkt an der Elbe. Sie weiß, dass ihre Zeit bald abläuft – und begegnet dieser Tatsache mit einem feinen Sinn für Humor. Während ihr Körper dem Alter unterliegt, ist ihr Geist jung geblieben. Täglich besucht sie den Römischen Garten, den einst Else Hoffa, die Geliebte ihrer Mutter, angelegt hat. Hier erinnert sie sich an ihr bewegtes Leben, an ihre Mutter, die beim Bombenangriff auf Hamburg-Altona ums Leben kam, an vergangene Lieben und an ihre Familie. Regelmäßig bekommt sie Besuch von ihrer Enkelin Luzie. Margrit liebt die 18-Jährige sehr, auch wenn ihr Herz schwer ist: Luzie hat gerade die Schule abgebrochen. Eigentlich wollte diese ihre letzten Schuljahre bei ihrem Vater in Australien beenden – doch ein Vorfall zwang sie zur vorzeitigen Rückkehr. Und ein weiterer hinderte sie daran, in ihrer alten Schule das Abitur wieder aufzunehmen. Nun möchte Luzie Tätowiererin werden – und findet in ihrer Großmutter eine Unterstützerin. Das ist doppelt praktisch, denn Luzie hat derzeit kein festes Zuhause und kann die Zeit so bei ihr verbringen. In der Residenz trifft Luzie auf Arthur, den jungen Fahrer des Hauses. Auch er trägt schwer an seiner Vergangenheit. Einst war er begeisterter Taucher – gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder. Die beiden waren unzertrennlich, entwickelten sogar gemeinsam Fantasiesprachen, die sie an die Medienwelt verkauften. Doch ihre innige Verbindung wurde ihnen zum Verhängnis. Drei Menschen, drei Schicksale – alle auf der Suche nach Halt, damit sie nicht von der Strömung ihrer Gefühle mitgerissen werden. Katharina Hagens Figuren könnten unterschiedlicher kaum sein – und gerade diese Gegensätze machen Flusslinien so vielschichtig. In ruhigem Tempo entfaltet sich nach und nach das Schicksal jeder Hauptfigur, bis sich am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Nicht alles wird dabei vollständig aufgeklärt – etwa bleibt Luzies Mutter eher blass im Hintergrund. Besonders berührt hat mich jedoch der historische Teil rund um Margrits Mutter und deren Geliebte Else Hoffa – diese Geschichte ist atmosphärisch dicht und mitreißend erzählt. Flusslinien ist ein stilles, poetisches Buch mit kleineren Längen, das mich als Hamburger und Elbeliebhaberin dennoch überzeugt hat. 4/5

Ein sanfter, kluger Generationenroman
„Als wäre eine Entschuldigung schon dasselbe wie Reue und als wäre Reue schon das Anrecht auf Vergebung.“ „Alle Menschen haben irgendwas, mit dem sie klarkommen müssen.“ Rund um die geistig topfitte 102-jährige Margrit, früher Stimmbildnerin und Atemtherapeutin, die nun in einer Seniorenresidenz in Hamburg direkt an der Elbe lebt, spinnt sich dieser Generationenroman. Wer folgen den Geschichten ihres Lebens, ihren Recherchen zu ihrer Mutter und deren großer Liebe Else, die den römischen Garten angelegt hat. Wir sorgen uns mit ihr um ihre Enkelin Luzie, die kurz vorm Abitur die Schule abgebrochen hat und nun ihr großes künstlerisches Talent zum Tätowieren nutzt und auch um Athur, ihren Fahrer, der eine geheime Schuld mit sich herumträgt, die ihn sehr belastet. Die ruhige Sprache sowie der feine Humor und Wortwitz in den Dialogen unterhalten, sind trotzdem eindringlich und transportieren viel Lebensweisheit ! Ich habe abwechselnd Hörbuch gehört und gelesen, beides kann ich sehr empfehlen. Das Hörbuch ist sehr gut eingelesen und erweckt die unterschiedlichen Protagonisten prima zum Leben. Das Cover ist zwar wunderschön, aber trotzdem leicht zu übersehen in seiner Zartheit - auf jeden Fall eine große Leseempfehlung!
Luzie hat die Schule abgebrochen, ist von zu Hause weg und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Halt findet sie bei Großmutter Margit. Als sie beginnt ihre Großmutter zu tätowieren, überdenkt sie ihr Leben und überlegt wie es für sie weitergehen soll. Arthur erfindet Sprachen und fährt ältere Menschen, auch Margit, zur Dialyse und in den Römischen Garten. Auch er hadert mit deiner Vergangenheit und trägt Schuldgefühle mit sich herum. Das Buch ist wunderschön geschrieben, einfühlsam und zart. Alle drei Protagonisten lassen uns in ihre Vergangenheit schauen und so erfahren wir nach und nach ihre Lebensgeschichten. Die von Margit war für mich am interessantesten, da es da auch am meisten zu erzählen gab. Ab und zu gab es ein paar Längen, dafür wurden andere Nebengeschichten nur ganz kurz angerissen. Arthur blieb für mich eher blass, auch Luzie hätte gern noch mehr Raum bekommen können. Dafür haben wir aber sehr intensiv von Margit erfahren. Sie wurde für mich richtig toll umschrieben. Insgesamt ein lesenswerter Roman über mehrere Generationen, wunderbar geschrieben.
Sprachlich sehr schön aber zu wenig Handlung Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen und sich ein Stück weit seine Selbstständigkeit erhalten. Neben der Seniorin spielen in dem Buch noch deren Enkelin Luzie und ihr Fahrer Arthur eine tragende Rolle. Um Luzie macht sich Margrit etwas Sorgen, da sie kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen hat und nun als Tatookünstlerin arbeiten möchte. Margrit, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Enkeltochter hat, merkt, dass Luzie etwas Schlimmes erlebt hat, darüber aber nicht sprechen will. Das Verhältnis der beiden fand ich richtig schön zu lesen, auch weil die Oma mit einer besonderen Feinfühligkeit versucht mehr zu erfahren, ohne Luzie ganz direkt auszuquetschen. Eine tolle Idee der Autorin, dass sich Margrit schließlich von der Enkelin tätowieren lässt! Man merkt Luzie die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit an, mit der sie dieses Projekt in Angriff nimmt. Für mich waren diese Stellen auf jeden Fall die Highlights im Buch. Auch Arthur verbirgt ein Trauma, ist ebenfalls sensibel und aufmerksam und umschifft die Widrigkeiten des Lebens mit viel Humor. Er hat etwas die Orientierung verloren, fährt jetzt also alte Leute durch die Gegend, engagiert sich für den Naturschutz , betätigt sich als Sondensucher und erfindet Fantasiesprachen, die sich ab und zu sogar für Fantasiefilme verkaufen lassen. Wenn sich Margrit zurückerinnert an ihre Kindheit und Jugend, dann auch immer an Elsa Hoffa, die den römischen Garten, den sie so liebt entworfen hat und die für einige Zeit die intime Freundin ihrer Mutter Johanne war, bis die Kriegszeiten beide trennten. Sprachlich war das Buch wirklich schön, eine richtige Handlung sucht man allerdings vergeblich. Wie der Fluss, an dem es spielt, der Elbe, mäanderte die Geschichte so vor sich hin. Viele Nebenfiguren tauchen auf, die die Handlung in kleinster Weise voranbringen. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass sich die Sprache der Personen nicht sehr voneinander unterschieden hat. Alle 3 Hauptfiguren hatten irgendwie denselben Humor und Schwierigkeiten sich zu öffnen hatten Luzie und Arthur gleichermaßen. Ich habe das Buch mit Abstrichen ganz gern gelesen. Ich hatte mir allerdings mehr erwartet. Nach sehr vielen positiven Meinungen, war meine Erwartungshaltung aber vielleicht auch zu hoch.
12 Tage - 3 Protagonisten und Blick auf die Elbe
Margrit, 102 Jahre jung hat sich eine Wohnung in der Seniorenresidenz am Römischen Garten in Hamburg mit Blick auf die Elbe gekauft. Dort besuchen kommt sie regelmäßig ihre Enkeltochter Luzie, frisch 18, Schulabbrecherin und aufstrebende Tattoo-Artist. Außerdem gibt es da noch Arthur, 24, und Fahrer der Seniorenresidenz. Außerdem haben wir noch Brisko, die Mutter von Luzie und Ex-Schwiegertochter von Margrit. Sie hören wir jedoch nur durch ihre Gedicht, die jeden Tag einleiten. Die drei sind schon ein seltsames Trio. Und doch verbindet sie so viel. Jede Person bringt ihre Geschichte mit. Deep, einzigartig und interessant. Jede Person geht mit ihrer Geschichte anders um. Jeder der Protagonisten geht mit den Geschichten des jeweils anderen anders um. Was sollte man zum Buch an sich noch wissen? Das Tempo ist langsam. Es gibt insbesondere bei Margrit häufig Wiederholungen. Aber genau das macht das Buch so authentisch. Es passt sich perfekt jeweils den Alter des Protagonisten an. Der Schreibstil ist sehr literarisch. Damit meine ich, dass ich viel über gesagtes, geschriebenes, nachdenken musste. Beil Lesen immer wieder zum innehalten angeregt wurde. Insbesondere durch die kurzen Kapitel war dies sehr gut möglich. Für mich ein ganz besonderes Buch, da es so gar nicht in mein typisches Leseverhalten passt.
Ein ruhiger, berührender Generationenroman
Ein berührender Roman über drei Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Die 102-jährige Margrit lässt sich täglich von Arthur, dem jungen Fahrer der Seniorenresidenz, in den Römischen Garten bringen. Beim Blick auf die Elbe taucht sie in ihre Erinnerungen ein, an ein langes, bewegtes Leben. Auch ihre Enkelin Luzie kämpft mit schmerzhaften Erlebnissen, die sie noch nicht verarbeitet hat. Und selbst der 24-jährige Arthur trägt seine eigene Last mit sich. Mit viel Feingefühl und einem besonderen Schreibstil wird aus der Sicht dieser drei sympathischen Charaktere erzählt. Die tiefgründige, ruhige Erzählweise wird durch einen feinen Humor aufgelockert, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Die ruhige Atmosphäre und die stimmungsvollen Naturbeschreibungen machen das Buch zu etwas Besonderem, auch wenn es stellenweise etwas langatmig wirkt. Trotz einiger Längen habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Es ist eine eindrucksvolle Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen, über Verluste, schmerzhafte Erlebnisse und Erinnerungen eines langen Lebens. Ein lesenswerter Roman, den ich gerne weiterempfehle.

Nachdem ich sehr viele positive Meinungen zu dem Buch gelesen habe,wollte ich mich selbst von dem Inhalt überzeugen. Diese Geschichte hat mich über sehr viele Dinge nachdenken lassen. Ich hatte sowohl bedrückende als auch beflügelnde Momente. Grob gesagt, wird das Leben von drei Hauptcharakteren beleuchtet: die 102 jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und Margrits Fahrer Arthur. Abwechselnd wird aus der jeweiligen Perspektive geschrieben. Zu Beginn fiel es mir noch ein bisschen schwer mich auf alle drei zu fokussieren,denn sobald man einmal in eine Gedankenwelt abgetaucht ist,kamen noch mehr Personen zur Sprache. Denn Margrit denkt viel über ihre Mutter und deren Geliebte nach,über ihre eigene Kindheit und über ihren Sohn. Zudem möchte sie sich gerne von ihrer Enkelin tätowieren lassen. Denn was hat sie noch großartig zu bereuen? Zugegebenermaßen habe ich an dieser Stelle gedacht: Wie traurig, dass man in diesem hohen Alter nichts mehr zu verlieren hat,es egal ist was man macht,denn man weiß nicht ob es vielleicht das letzte Mal war. Auf der anderen Seite bescherte es mir aber auch kleines Lächeln aufs Gesicht. Warum nicht einfach machen ? Luzie fand ich als Charakter sehr spannend. Sie hat einen herben Rückschlag erleiden müssen,von dem sie sich immernoch erholt. Und auch Arthur mochte ich richtig gerne. Seine Geschichte hat mich allerdings am wenigstens abgeholt. Doch das Zusammenspiel aus Margrit, Luzie und ihm hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr einnehmend und anschaulich gestaltet. Insgesamt hätte es für meinen Geschmack aber weniger Themen beinhalten können. Denn allein die Geschichten der drei hätte schon ausgereicht. Aber es wurde noch viel mehr mit eingeflochten. Eine Leseempfehlung geht trotzdem raus ✨ ⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

Extrem schönes Generationenbuch, wunderschöne Sprache, tolle, sehr echt wirkende Charaktere. Vielleicht etwas zu voll gepackt an Themen. Außerdem kam mir Brisko, Margrits Schwiegertochter und Luzies Mutter zu kurz. Vielleicht ist es aber auch genau richtig so, aber ich mochte Brisko halt echt gerne. Buch muss sich noch ein bissl setzen. Ausführliche Rezi folgt
4,5 Sterne Der neue Roman „Flusslinien“ von Katharina Hagena war im Frühjahr 2025 sehr häufig in den sozialen Medien wie auch in jedem Buchladen zu sehen und ist auch mir allein aufgrund seines schönen Covers direkt aufgefallen, so dass ich es zeitnah gelesen habe. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Buch jetzt, mit ein klein wenig Abstand leicht schlechter bewerten würde, als direkt nach dem Lesen. Direkt nach dem Lesen war ich noch so nah bei den Figuren, wollte sie nicht loslassen. Mit ein wenig zeitlichen Abstand klärt sich der Blick jedoch und mit den kleinen Kritikpunkten, die ich habe, bin ich eher bei 11-12 Punkten als bei 12-13 Punkten (von 15, wie in der Oberstufe). Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Margrit, Luzie und Arthur. Margrit lebt mit ihren 102 Jahren in einer Seniorenresidenz, ist körperlich ziemlich gebrechlich, aber mit einem nach wie vor recht wachen Geist und starken Willen ausgestattet. Während ihrer nahezu täglichen Besuche des Botanischen Gartens, zu denen sie Arthur, der Fahrer der Seniorenresidenz chauffiert, erinnert sie sich an ihr Leben und an das ihrer Mutter Johanne und versucht Johannes Beziehung zu Else, der Gestalterin des botanischen Gartens auf den Grund zu gehen. Man hat bei Margrit das Gefühl, dass sie genau dort in diesem Garten ihrer Mutter sehr nah zu sein kann und dass sie genau das braucht um mit dem Leben und ihrer Mutter in Ruhe abschließen zu können. Margrits Leben selbst steht dabei weniger im Mittelpunkt des Buches. Deutlich mehr Raum nehmen Arthur und Luzie ein, denen beiden in ihrem jungen Leben etwas Schlimmes zugestoßen ist, womit sie versuchen fertig zu werden. Ich habe es geliebt, wie wunderbar die Autorin ihre Figuren eingefangen und dargestellt hat. Ich war so nah an ihnen dran, in ihrem Innenleben, ihren Gedanken, auch wenn wir kaum etwas gemeinsam haben. Und ich mochte die Beziehungen der einzelnen Figuren untereinander, ihre Gespräche, den feinen leichten Humor den sie teilen. Es wirkt alles sehr dicht, egal welche Verbindung ich gerade betrachtet habe: Margrit zu Luzie, Margrit zu Brisko, Margrit zu Arthur, Luzie zu Arthur oder Brisko zu Luzie … Ach ja, und wer ist eigentlich Brisko? Brisko ist die Mutter von Luzie und Schwiegertochter von Margrit und leider (in meinen Augen, leider) spielt sie nur eine Nebenrolle, wenn auch eine wichtige. Und auch wenn ich weiß, dass sich die Geister an Brisko scheiden, so war sie für mich eine der spannendsten Figuren, von denen ich je gelesen habe. Vielleicht war sie gerade deshalb so faszinierend, weil ihre Rolle nicht die allergrößte war. Ich jedenfalls hätte gerne so viel mehr Zeit mit ihr verbracht, mehr von ihr gelesen. Neben der Tatsache, dass ich viel mehr Brisko in diesem Buch gewollt hätte, war mir das Buch einen Ticken zu ruhig. Ich weiß, es ist kein rasanter Pageturner, kein plotgetriebenes Buch. Es passiert relativ wenig, wir sind mehr in den Gedanken der Figuren und so und nicht anders hat die Autorin das Buch haben wollen. Und sie hat es richtig gut und atmosphärisch umgesetzt. Ich habe den Fluss gerochen, habe die Entstehung des Tattoos, das Luzie ihrer Oma sticht, vor mir gesehen und fand das Buch daher auch zu keiner Zeit langatmig, aber eben sehr ruhig. Auch wenn es für mich kein 5-Sterne Highlight war, so ist es jedoch auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die gerne Familiengeschichte über mehrere Generationen entdecken und viel Wert auf richtig gut charakterisierte Figuren mit Tiefgang legen.
Ein ruhiger und einfühlsamer Familienroman …. mir hat die Geschichte gut gefallen …. ich mochte den Schreibstil und konnte mich gut hinein fühlen…. auch wenn die Geschichte eher ruhig vor sich hin läuft, war mir beim lesen nicht langweilig…. hin und wieder hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht …. Was nicht heißen soll das es diese nicht gab 🤗 die gab es durchaus, aber für mich hätte es etwas mehr sein dürfen….
Dieser sogenannte „Generationenroman“ kommt eigentlich mit nur zweien aus, während die dazwischen kaum eine Rolle spielt. Unsere Protagonistinnen sind Großmutter und Enkeltochter füreinander. Erstere, Margrit, lebt in einem Altersheim und ist mit 102 Jahren trotz ihres hohen Alters immer noch eine aufmerksame Beobachterin und Gesprächspartnerin. Gut für Luzie, die ein Trauma überwinden und wieder neues Vertrauen ins Leben fassen muss. Es gibt noch weitere liebenswürdige Charaktere, wie Artur, den Fahrer der Heimbewohner und jene selbst, die bald auch in Kontakt mit der jungen Tätowiererin kommen. „Die Haut wird verletzt, und verheilend schließt sie die Tinte unter sich ein.“ Als würden die klugen Dialoge zwischen den Figuren noch nicht reichen, um in diesem Roman zu versinken, lässt er uns auch noch sprachliche und philosophische Gedankenspiele miterleben. „Flusslinien“ begeistert mich mit dem Hamburger Elbstrand als Handlungsort und der Verarbeitung der großen Themen des Lebens auf eine sehr charmante Art.
Sternebewertung fiktiv
„Flusslinien“ ist ein stiller, poetischer Roman, der sich behutsam durch die Lebensgeschichten mehrerer Generationen tastet. Im Mittelpunkt steht Margit, eine über hundertjährige Frau, die in einer Seniorenresidenz lebt und sich regelmäßig von Arthur, dem schweigsamen Fahrer, in einen römischen Garten bringen lässt. Dort denkt sie nach, über die Vergangenheit, über ihre Mutter, die eine heimliche Liebe zu einer Frau hatte, und über ihre Enkelin Lucy, die nach einem traumatischen Erlebnis im Ausland ihr Leben neu ordnen will. Der Roman entfaltet seine Kraft leise. Besonders schön finde ich, wie das Verhältnis zwischen Margit und Lucy langsam intensiver wird. Es ist berührend zu sehen, wie die beiden Generationen zueinanderfinden, nicht durch Gespräche allein, sondern durch gemeinsame, fast absurde Handlungen wie das heimliche Tätowieren im Keller des Altenheims. Diese Szenen hatten für mich etwas sehr Zartes, fast Tröstliches. Auch Arthur, der anfangs wie eine Randfigur wirkt, bekommt Tiefe. Sein Metalldetektor und seine inneren Konflikte wirken fast wie Metaphern für das, was unter der Oberfläche all dieser Figuren verborgen liegt, Erinnerungen, Trauer, Sehnsüchte. ABER: Was mir jedoch gefehlt hat, war ein Gefühl von Geschlossenheit. Die verschiedenen Erzählsprünge, Margits Erinnerungen, Lucys Suche nach Halt, Arthurs inneres Ringen haben sich für mich nicht zu einem wirklichen Ganzen gefügt. Es blieb vieles offen, vielleicht bewusst, vielleicht aber auch etwas zu lose. Das Ende hat mich dadurch nicht wirklich abgeholt. Ich hätte mir einen klareren Bogen gewünscht, der die Geschichten zusammenführt. Trotz der poetischen Sprache und einzelner starker Momente konnte mich „Flusslinien“ insgesamt nicht überzeugen. Die Erzählstränge wirkten für mich zu lose miteinander verbunden, viele Fragen blieben offen, und das Ende fand für mich keinen runden, abschließenden Bogen. Das Buch hat mich emotional nicht wirklich abgeholt, und so kann ich es, trotz einiger schöner Passagen leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.
Probleme verschiedener Generationen mit einem wenig Witz aber auch der gewissen Ernsthaftigkeit dargestellt
In diesem Buch geht es um drei Hauptprotagonisten. Margit ist 102 Jahre alt und erinnert sich oft an ihre Vergangenheit und versucht eine gute Bindung zu ihrer Enkeltochter Lucie zu haben. Luci ist die Enkelin von Margit. Nach einem schrecklichen Vorfall hat sie sich von der Schule abgemeldet und möchte nun Tattoos stechen.Sie hat viel geübt und möchte nun das erste Tattoo ihrer Oma stechen. Sie hat keinen festen Wohnsitz,versucht sich aber wieder ein eigenes Leben aufzubauen. Dann gibt es noch Arthur. Er fährt die älteren Menschen von einem Ort zu dem anderen. Nebenbei erfindet er Sprachen und sucht mit seinem Detektor den Elbstrand ab. Der Umschlag des Buches gefällt mir sehr gut und das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Auch der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ein dicken Pluspunkt gibt es von mir ,weil alle 3 Sichten erzählt werden. So kann ich die Gefühle und das Handeln der Protagonisten viel besser nachvollziehen. Das Buch ist kein hochemotionaler Roman und doch macht es etwas mit einem.Es wird mit einem gewissen Witz und Charme aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auf die Probleme der verschiedenen Generationen eingegangen. Wie diese Probleme und Vorkommnisse unser ganzes Leben beeinflussen können und wieviel Kraft es manchmal kostet weiterzumachen und um sein Leben zu kämpfen. Daher hinterlässt das Buch ein stärkendes und posen Gefühl. Es war ein sehr schönes Leseerlebnis und ich bin mir sicher,dass jeder der das Buch liest etwas positives für sein Leben mitnehmen kann.❤️ #buchblog #lesen #Roman #positivity #mindset #generations

Es war ein anderes Buch als ich erwartet hatte, dafür kann die Autorin nichts. Dem Roman hätte meiner Meinung nach mehr „show, don‘t tell“ gut getan.
Der Roman handelt eigentlich von einer alten Frau, die über die Freundin und die Familie ihrer Mutter nachdenkt und die noch eine Enkelin mit einem tiefsitzenden Problem hat. Meine große enttäuschte Hoffnung war, dass der Fluss, die Elbe zu einer Metapher für eine lebendige, verbindende Linie wird für Beziehungen und Konflikte zwischen Generationen. Entweder hab ich es schlicht nicht wahrgenommen oder es war nicht da. Muss es ja auch nicht, das war ja meine Erwartung. Meine Enttäuschung ließ mich jedoch nicht mehr offen für das Buch sein, ich ärgerte mich stattdessen über Details. So fehlte mir z.B. die Perspektive der Generation einer Mutter neben der Großmutter und der Enkelin. Man lernt beim Lesen immer noch eine und noch eine Nebenfigur kennen, und jede bekommt eine Backstory teils dramatische Situationen. Das mag ich eigentlich, aber diese Figuren leben quasi in der Backstory, es gibt kaum Handlung mit ihnen, z.B. bei einer Freundin der Enkelin. Dann fehlte mir hier, was ich als „show, dont tell“ kennengelernt habe. Die Großmutter denkt, erzählt uns quasi über ihre eigene Mutter und deren Freundin. Nicht aus der Perspektive des Kindes, das sie damals war, nicht aus der Perspektive einer gealterten Frau, die auf ihre Kindheit schaut, sondern aus der Perspektive einer Erzählerin, die Details wahrnimmt, die ein Kind nicht so erlebt. Warum geht es nie um die Beziehung der Großmutter zur Freundin ihrer Mutter? Warum denkt sie trotzdem so viel über diese Freundin nach, wo ist der Anlass, was bedeutet es für sie? Was ich mochte, war die Aufteilung des Romans in die aufeinanderfolgenden Tage, an denen wir in die Perspektive von jeder Hauptfigur einmal schlüpfen. Allerdings hab ich mir ein Tagesende im Erleben einer Figur gewünscht. Ich wünschte auch, die Figuren, die wir ja hauptsächlich über ihre Gedanken kennenlernen, hätten noch stärker unterscheidbare Sprech- bzw. Denkweisen gehabt. Insbesondere bei der Großmutter, die sich viel mit ihrer eigenen Mutter und deren Freundin auseinandersetzte, bin ich wegen des Sprachduktus und der fehlenden subjektiven Perspektive dieser Frau manchmal durcheinander geraten.

Für mich ist "Flusslinien" von Katharina Hagena ein weiteres Buchhighlight und eine absolute Herzensgeschichte. ~~~ Die Buchcharaktere sind mir während des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen, liessen mich ganz leise an ihren Erinnerungen teilhaben und zeigten mir, dass jede Generation sich mit ihren Herausfordefungen auseinandersetzen muss, um dafür eigene Wege zu finden. ~~~ Katharina Hagena schreibt feinfühlig, leise, facettenreich, melancholisch, wortgewaltig, mit charmanten Humor und hat mich einfach begeistert und überrascht. ~~~ "Flusslinien" ist für mich ein besonderes Buch, dessen Geschichte nachhallt und von mir ganz sicher ein zweites Mal gelesen wird. ~~~ Meine absolute Leseempfehlung für noch hoffentlich ganz viele Leser*innen. ~~~ Dankeschön an den Kiwi-Verlag für dieses grossartige Buch, dass ich sonst vielleicht nicht für mich entdeckt und somit wundervolle Lesestunden verpasst hätte. ~~~ Inhalt: Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen und aufeinander einlassen.
Langatmig und ausufernd
Lesekreislektüre. Hat mich nicht erreicht, bin gedanklich immer wieder abgedriftet weil ich nicht dabei war. Der Charakter Luzie war für much ein Highlight, spannend und vielschichtig. Daneben Margit, auch gut beschrieben. Daneben gab es für mich zu viele Nebenstränge, Maulwurfstories, die Liebesgeschichte der Mutter von Margit, das Tauchen und die erfundene Sprache von Arthur. Das hat mich echt genervt, habe bei S. 347 abgebrochen weil ich nicht mehr mochte.
𝙒𝙖𝙧𝙪𝙢 𝙬𝙤𝙡𝙡𝙩𝙚 𝙞𝙘𝙝 𝙙𝙖𝙨 𝘽𝙪𝙘𝙝 𝙡𝙚𝙨𝙚𝙣? Generationsgeschichten, vor allem der Kontrast zwischen Jung und Alt liebe ich sehr. Durch die 102 Jahre alte Margrit, die sich täglich von dem jungen Arthur in den römischen Garten kutschieren lässt und ihrer Enkelin Luzie erwarte ich hier eine berührende und wegweisende Lebensgeschichte. 𝙆𝙡𝙖𝙥𝙥𝙚𝙣𝙩𝙚𝙭𝙩: Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen. 𝙀𝙞𝙜𝙚𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜: Der Einstieg und der Schreibstil gefielen mir gut. Eher ruhig erzählt die Autorin die Geschichte einer Großmutter, ihrer Enkelin und dem Fahrer eines Fahrdienstes, im Wechsel. Margrit und Luzie habe ich sofort gemocht. Bei Arthur hat es erst ein wenig gedauert. Sehr schnell habe ich gespürt, diese Geschichte wird besonders und tiefgründiger als erwartet. Lauert hier etwa ein neues Lieblingsbuch? Leider nein! Die anfängliche Euphorie ließ schnell nach. Schon ca. ab der Mitte war ich von Margrits Geschichte nicht mehr so angetan. Vielleicht lag es daran, dass ich nun doch mehr von Arthur und Luzie erfahren wollte. Ihre Dialoge mochte ich sehr. Auch die zwischen Margrit und ihrer Enkelin. Diese Kapitel vergingen viel zu schnell. Dagegen Margrits Vergangenheit, die mir zu detailliert beschrieben war. Dabei hatten deren Mutter und ein paar andere Nebencharaktere einen sehr großen Stellenwert bekommen, was mich persönlich aus der Begeisterung katapultiert hat. Ich wollte eher wissen, wie Margrit Luzie bei deren Trauma unterstützt oder was mit Arthurs Bruder passiert ist. Mir ist bewusst, dass "Flusslinien" natürlich aber nicht nur darauf ausgelegt ist. Eher auf Margrits Leben und deren Liebe zum römischen Garten, die durch die Freundschaft zwischen Margrits Mutter Johanna und der Gärtnerin Else Hoffa entstanden ist. Letztere gab es tatsächlich und war für die Gestaltung des römischen Gartens verantwortlich. Hier bekommt der/die Leser*in auch ein paar schöne Einblicke. Mir aber war das zu viel, weswegen ich bei besagten Szenen doch auch quergelesen habe. Das Ende war gut, für meinen Geschmack aber auch nicht besonders. Ihr merkt, ein wenig enttäuscht bin ich, da ich anfänglich ja noch dachte, ein neues Lieblingsbuch in den Händen zu halten. 𝙁𝙖𝙯𝙞𝙩: Hatte eine andere Erwartung an die Geschichte, die für manche bestimmt ganz toll ist, für mich war sie eher mittelmäßig.

Leiser Generationsroman, der mir viel abverlangte
**** Worum geht es? **** Margrit, 102, blickt täglich im Park auf ihr bewegtes Leben zurück. Ihre Enkelin Luzie sucht nach dem Schulabbruch nach Orientierung und tätowiert dabei sich und andere. Fahrer Arthur trägt eine eigene Schuld mit sich herum. Drei Menschen, verbunden durch Erinnerung, Suche und Nähe. **** Mein Eindruck **** Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich es spannend fand, in die 102 Lebensjahre einer alten Frau einzutauchen, die ihre Leidenschaft für Landschaft und Erinnerung bewahrt hat. Leider wurde ich schon auf den ersten Seiten ernüchtert: Die Gedanken sind sehr verschachtelt und wirken oft unfokussiert. Dass dies kein leichter Wohlfühlroman werden würde, war mir bewusst – dass er aber über 400 Seiten so viel Konzentration fordert, hatte ich nicht erwartet. Die nächste Enttäuschung folgte, als sich herausstellte, dass nicht nur Margrits Perspektive erzählt wird. Auch wenn Arthur und Luzie interessante Figuren sind, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte konsequenter aus Margrits Sicht bleibt. Mit dem Perspektivwechsel konnte ich mich persönlich nicht so recht anfreunden. Das Hin und Her, die leise, aber zugleich schwere Erzählweise und die Vielzahl der Figuren haben mich emotional leider weniger erreicht, als ich gehofft hatte. Der Klappentext klang für mich nach einem Highlight, doch irgendwann blieb mir nur noch das Querlesen, um mich nicht in den Längen zu verlieren. Schade, denn das Buch behandelt eine wichtige Thematik und vermittelt trotz aller Widrigkeiten viel Liebe und Hoffnung fürs Leben. **** Empfehlung? **** Für Leser*innen, die ruhige, tiefgründige Romane mit mehreren Erzählebenen und leisen Tönen mögen – und bereit sind, sich geduldig und aufmerksam darauf einzulassen.
Eine Geschichte, die sich durch eine besonders schöne Schreibweise hervorhebt. Viele schöne Sätze, die nachhallen und in mir etwas bewegt haben. Leider war mir die Geschichte im gesamten zu überladen. Weniger Themen und mehr Nähe zu den tollen Charakteren hätte mir unterm Strich wahrscheinlich besser gefallen. Nichtsdestotrotz lesenswert, aber mehr war es für mich dann leider nicht.
Eine Geschichte 3 er Menschen dass man am liebsten immer weiter lesen möchte.
Bereits das Buch „Der Geschmack von Apfelkernen“ war für mich ein guter Roman. „Flusslinien“ top den Roman. Alle 3 Protagonisten haben schwere Zeiten erlebt und trotzdem hat die Geschichte eine Leichtigkeit und so viel Wunderbares für das es sich zu leben lohnt. Für mich war dieses Buch ein Highlight. 💕🫶
In Flusslinien erzählt Katharina Hagena wieder die Geschichte verschiedener Generationen auf wunderbar stille aber poetische Weise und auch die Natur hier in Form der Elbe und der Elburfer kommt nicht zu kurz. Wie die titelgebenden Flusslinien verbinden sich die Leben von Luzie, Margrit und Arthur immer wieder und laufen auch mal auseinander und verlieren sich nie und ergeben am Ende ein zusammenpassendes Gesamtbild.. Dabei ist für mich die 102-jährige Margrit, die sich täglich vom Arthur, dem Fahrer der Seniorenresidenz an der Elbe, in der sie lebt, zum verwilderten römischen Garten am Ufer der Elbe fahren läßt und hier viel nachdenkt über ihr Leben, das Leben ihrer Mutter und über Luzie, ihre Enkelin. Diese hat kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen und Margrit macht sich Sorgen, weiß aber auch, dass Luzie ihren Weg allein finden muss. Als Luzie als Tattoowiererin arbeiten und damit das ausdrücken will, über das sie nicht reden kann, stellt Margrit ihr eben ihre 102-jährige Haut zum Ausprobieren zur Verfügung. Auch über Arthur denkt Margrit nach, ein Sprachenerfinder, Sondengänger und Taucher, der täglich die Residenzbewohner zur Dialyse fährt und aber ansonsten den Weg in seinem Leben auch noch nicht kennt, Wie sich diese Menschen verbinden und gemeinsam einen Weg finden, sich gegenseitig zu helfen und dabei zu heilen, davon erzählt Hagena mit Sprachwitz, Leichtigkeit und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitg setzt sie starken und eigensinnigen Frauen ein Denkmal so schön, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und mich immer auf Margrit und ihrer so erstaunlich hellsichtigen Beobachtungen gefreut habe. Es ist ein eher stilles Buch, das bis zum Ende ohne großen Paukenschlag und rasche Wendungen auskommt und trotzdem eine „runde“ Geschichte erzählt.
Ein schöner Roman
Die Geschichten um die drei Hauptpersonen sind in ruhigen Worten erzählt und fließen irgendwann zusammen. Es gibt viele Beschreibungen, besonders die des Römischen Gartens und der Tätowierungen. Ich würde sagen: eine schöne Geschichte, die mich nicht gefesselt hat, aber die ich trotzdem gerne gelesen habe.
Oberflächlich gesehen geht es in diesem Buch um drei Personen. Die 102 Jahre alte Margrit lebt in einer Seniorenresidenz, ihre 18 Jahre alte Enkelin Luzie hat gerade die Schule abgebrochen und dann ist da noch Arthur, der Fahrdienste in der Seniorenresidenz übernimmt. Jede der drei Personen hat mit Schicksalsschlägen zu kämpfen, die nach und nach ans Tageslicht kommen und alle drei Figuren leben nicht isoliert, sondern sind in ein Geflecht von anderen Personen hineingestrickt. Dadurch fiel es mir zu Beginn etwas schwer, den Überblick zu behalten. Wir sind nie lange bei einer Person, sondern mal liegt der Fokus auf Margrit, mal auf Luzie, dann auf Arthur, dann wieder auf Luzie,… Das hat mir den Lesefluss leider etwas erschwert, so dass ich keiner Figur richtig nahe kommen konnte, weil ich immer wieder rausgerissen wurde.
Erzählt wird von zwölf Sommertagen an der Elbe und drei Lebensgeschichten von drei unterschiedlichen Menschen. Margit ist hundertzwei Jahre und lebt in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Von Arthur lässt sich sich regelmäßig in den Römischen Garten fahren, um sich hier an ihr langes Leben zu erinnern: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber, ihre Familie und besonders an Else Hoffa, die große Liebe ihrer Mutter und Gestalterin des Römischen Gartens. Ihre Enkelin Luzie hat die Schule abgebrochen und möchte als Tätowiererin durchstarten. Während sie ihrer Oma ein großes Tattoo verpasst, versucht sie, Stück für Stück wieder Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Arthur erfindet Sprachen, chauffiert die Bewohner*innen der Residenz und sucht mit einer Sonde den Elbstrand ab. Auch auf ihm lastet ein schweres Schicksal, mit dem er zu kämpfen hat. “Flusslinien” ist ein Generationenroman, der über verschiedene Schicksale, Wunden und Erinnerungen erzählt und wie man es schafft, mit diesen umzugehen, sie loszulassen und weiterzuatmen. Mich hat der Roman auf eine sehr feine Art berührt. Katharina Hagena erschafft drei Charaktere, die mir sehr an Herz gewachsen sind und die ich gerne an diesen zwölf Sommertagen begleitet habe. Die Autorin verwebt die Geschichte mit wunderbaren Naturbeschreibungen rund um die Elbe, die metaphorisch die Lebensgeschichten von Margit, Luzie und Arthur umrahmen. Einen großen Spannungsbogen hält der Roman nicht bereit, aber die Stärke der Geschichte liegt für mich auch in anderen Dingen: die ruhige und sanft fließende Erzählweise, die großartige Atmosphäre und vor allem die wunderschöne Sprache, die sich durch den ganzen Roman zieht.

Wunderbarer Generationen Roman
In „Flusslinien“ begleiten wir Großmutter Margrit, Enkelin Luzie und Arthur. Dieser fährt Senioren und somit auch Margrit zu Ärzten, aber auch, wie in diesem Fall, Margrit in ihren geliebten Römischen Garten. Wir befinden uns in Hamburg und die Elbe ist unser ständiger Begleiter. Direkt und indirekt. Margrit zählt stolze 102 Jahre, lebt in einer Wohnung in einer Senioreneinrichtung und hängt in ihrem hohen Alter ihren Erinnerungen nach. Wir machen kürzere und längere Ausflüge in ihre Kindheit und Jugend, werfen einen Blick auf ihre Ehe und ihr Leben insgesamt. Dass wir hier nicht nur auf glückliche Momente zurückblicken ist angesichts der Zeit, in der Margrit aufgewachsen, klar. Doch wir nehmen auch Anteil an ihrem aktuellen Leben, in dem ihre junge Enkelin Luzie mit ihren 18 Jahren gerade die Schule geschmissen hat und sich dem Tätowieren widmet. Wortgewandt und unaufgeregt kommt dieses Buch daher. Katharina Hagena findet wunderbare Worte für vergangene Zeiten, aber auch nachdenkliche Metaphern über das Altern und das Leben an sich. Wir werfen einen Blick auf Beziehungen und Freundschaften. Unecht und toxisch, aber auch wiederaufblühend und stark. Wie wichtig ist Familie? Wie standfest sind unsere Beziehungen? Ein Buch über Familienbande. Den Zusammenhalt, aber vielleicht auch die Distanz, die es ab und an braucht. Mit Arthur haben wir einen interessanten Mann, der eine besondere Beziehung zu Margrit führt. Ich mag die Interaktion zwischen den Beiden sehr und Arthur an sich ist ein Anker in dieser Geschichte. In den wunderbaren Elbauen finden wir beruhigende Momente. Aber wir erleben auch, was der Mensch der Natur antut. Wie wir Raubbau an der Natur verüben und mit den Konsequenzen leben müssen. Die Geschichte wird uns in 12 Tagesabschnitten erzählt und ich habe mich auf jeden einzelnen Tag gefreut. Mir sind die Protagonisten so ans Herz gewachsen. Auch die Nebendarsteller. So schrullig sie auch waren, so verschlossen und so herzerwärmend. Alle hatten das besondere Etwas und mir hat dieses Buch einfach so viel Freude bereitet. Das Setting war fantastisch. Der Römische Garten, eine der kleinen Perlen Hamburgs. Der Elbstrand mit all seinen unterschiedlichen Besuchern. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

Eine schöne, witzige und vielschichtige Geschichte aus drei Perspektiven.
Die über 100 Jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und der Dialyse- Fahrer Arthur erzählen ihre Geschichten in Rückblenden und in der Gegenwart. Es werden parallel viele Themen, wie sexuelle Gewalt, Suizidgedanken, Homosexualität, Familienverbindungen usw. angesprochen und mit den Geschichten verwoben. Das Buch hat ein Paar kleinere Längen und manches ist etwas voraussehbar, aber es tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Ein wundervolles Buch!
Wie sich Katharina Hagenah ihren Figuren nähert, ist wunderschön. Margrit ist 102, sie schaut zurück. Aber auch auf die Menschen um sie. Luzie, ihre Enkelin, hat die Schule abgebrochen, tätowiert Magrit und kämpft mit einem furchtbaren Erlebnis. Arthur hat auch einen Bruch in seinem Leben. Er erfindet Sprachen und ist Sondengänger. Die vorsichtige Annäherung der Protagonisten ist ein Genuss. Und das Bild der Wurzeln von Giersch ist grossartig.
Drei Dämonen in meditativem Setting
Eine meiner Nachbarinnen ist fast 100 Jahre alt und lebt alleine. An sie musste ich denken, wenn ich in das Leben von Margritein tauchen durfte. Ich liebe Romane, in denen besonders alte Protagonisten auftauchen. Margrit ist 102 Sie versucht, sich die größtmögliche Autonomie zu erhalten. So besteht sie darauf, dass Arthur sie täglich in den römischen Garten an die Elbe fährt. Sie hat zu diesem Park eine ganz besondere Verbindung, die in der Vergangenheit ihrer Mutter Johanne beginnt. Auch deren Geschichte wird uns erzählt. Arthur der neue Sprachen entwickelt und mit dem Metalldetektor das Elbufer absucht und Margrits Enkelin Luzie, die ihre Oma tätowieren wird und ein Trauma verarbeiten muss, bekommen ebenso eine Ebene. Wir erfahren die dunklen Geheimnisse ihres Lebens, die Hürden, die sie nehmen mussten, oder an denen sie scheiterten. Die Dämonen, mit denen sie kämpfen. Dabei bleiben die Figuren, obwohl sie eng miteinander verbunden sind, für sich. Verknüpfungen finden nicht statt, sondern jede Person erzählt isoliert von der anderen ihre Geschichte. Margrits Erzählstrang hat mir über lange Strecken am besten gefallen. Erst als sie sich in der Vergangenheit von Johanne verlor, entfernte sie sich immer mehr von mir und war kaum noch fassbar. Auch wenn die Geschichte von Johanne und Else sehr berührend ist, war sie mir zur ausufernd erzählt. Dabei habe ich den Verdacht, dass es eigentlich genau das ist, was uns die Autorin erzählen möchte, denn Else Hoffe hat es tatsächlich gegeben. Die anderen drei Figuren bieten den Rahmen. Unterm Strich wirkte das für mich etwas konstruiert. Doch es gibt ganz wunderschöne Sätze, die sich aus Margrits Gedanken zusammensetzen. Ich hab mir sehr viel markiert. Dass ein dunkler Fleck Luzies Leben schwierig macht, ist mehr als verständlich. Auch dass sie sich abkapselt, ist irgendwie logisch,. Dass sie das Trauma allerdings nicht wirklich bearbeitet, fällt mir genauso schwer nachzuvollziehen, wie die fehlende Sensibilität ihrer Mutter Brisko. Arthur konnte ich gar nicht richtig fühlen. Ich verstehe zwar was ihm im Endeeffekt das Überleben schwer macht, aber es wirkte alles etwas schemenhaft, als ob seine Geschichte wie Morgennebel über der Elbe schwebt Der Ton ist ruhig, fast sanft und an manchen Stellen sogar meditativ. Wenn Margrit atmend ihren Gedanken nachhängt, oder wenn Luzie das Motiv beschreibt, dass sie ihrer betagten Großmutter auf den Körper zaubert, hatte die Geschichte einen sehr angenehmen Klang. Aber leider fehlt es dem Roman an nachhaltiger Substanz, die mich als Leserin bis ins Mark erreicht. Cornelius war mir dann einfach zu viel und das Ende hat mich dann leider gar nicht abgeholt. Eine ruhig erzählte Geschichte, in der man den feuchten Morgen Nebel spürt, und riecht, dir aber wahrscheinlich genauso schnell aus meinem Kopf verfliegen wird.
Ein Buch mit Sogwirkung
Was Katharina Hagena schreibt, entwickelt von der ersten Seite an eine Sogwirkung. Dies war schon bei Der Geschmack von Apfelkernen so, bei Flusslinien gelingt es ihr erneut. Wieder verbindet sie dabei geschickt unterschiedliche Generationen. Besonders gelungen ist ihr dabei die 102-jährige Margrit. Sie lebt in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Ihre Zeit verbringt sie hauptsächlich im Römischen Garten. Dieser wurde vor vielen Jahren von Else Hoffa gestaltet, die eine Zeit die Geliebte von Margrits Mutter Johanne war. Margrit denkt viel über die Welt nach, ihre Gedanken nehmen dabei oftmals sehr interessante Formen an. Besonders über ihre Enkelin Luzie denkt sie nach. Luzie brach kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag die Schule ab und möchte nun als Tätowiererin arbeiten. Außerdem gibt es da noch Arthur, der Margrit und die anderen Senioren zu allerlei Terminen fährt. Auch seine Geschichte wird nach und nach erzählt. In Rückblenden und Teil auch in Erzählungen (denn alle haben ihre Geheimnisse, die sie jedoch eigentlich nicht erzählen wollen), erfahren wir langsam, was sich wirklich zutrug. Besonders gelungen fand ich dabei, dass die Geschichten nicht vorhersehbar waren, es immer überraschende Wendungen gab, die aber keinesfalls unrealistisch wirkten. Gegen Ende befürchtete ich bei Margrits Plänen noch einen großen Showdown, das wurde jedoch wunderbar gelöst. Für mich interessant war auch, dass ich für Margrit meist viel mehr Verständnis hatte als für Luzie, die mir altersmäßig deutlich näher ist. Vermutlich lag dies daran, dass Margrit für ihr Alter eine sehr fortschrittliche Person ist, dies auch ihr ganzes Leben war. Luzie dagegen ist eine typische Vertreterin ihrer Generation und dafür bin ich vielleicht schon wieder zu alt. Flusslinien ist ein sehr gut und leicht lesbares Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es lässt mich sehr zufrieden und glücklich zurück.
Flussstrudel
Flusslinien erzählt die Geschichte von Margrit, ihrer Enkelin Luzie und Arthur, Margrits Fahrer aus dem Pflegeheim. Margrit wuchs bei ihrer Mutter Johanne auf, ist Stimmbildnerin und Atemtherapeutin. Ihr Sohn Frieder lebt in Australien, zum zweiten mal verheiratet, während seine Tochter Luzie mit ihrer Mutter Brisko in Hamburg lebt. Luzie besucht Margrit regelmäßig. Die beiden haben eine ganz besondere Beziehung und die über hundert Jahre Margrit macht sich immer wieder sorgen um Luzie. Luzie fühlt sich von ihrer Oma verstanden, hat aber selbst ihre Last zu tragen. Sie kam zurück nach Deutschland, nachdem sie in Australien durch einen Mitschüler vergewaltigt wurde. Dementsprechend leidet sie, verstrickt sich bei ihrer Mutter als auch bei ihrer Oma und muss ihren Weg finden. Arthur begegnet Luzie auch immer wieder. Er fährt Margrit zu unterschiedlichen Orten wie dem römischen Garten. Er selbst war Taucher, erfindet Sprachen und hat ebenfalls eine skurile Vergangenheit. Diese drei Erzählstränge finden zueinander. Die Sprache war mir zu schnell, zu durcheinander. Auch der Ebookstil war verwirrend: durch das ersetzen der wörtlichen Rede mit -Bindestrichen anstatt „Anführungszeichen“ wusste ich nicht wer redet, wann die Rede beendet war und blieb völlig verwirrt über dem Text hängen. Nebst den drei Personen gab es noch etliche andere, deren Geschichte ebenfalls erzählt wurde, die meiner Meinung nach zu abgehoben waren. Als Beispiel: die Jagd nach einem Maulwurf, eine Gruppe Menschen aus Belarus, die einen Club zu einer erfundenen Sprache gründen oder das Tätowieren alter Menschen im Pflegeheim. Mir war es zu skuril. Schade. Aber das nächste Buch wartet schon.

Ein Roman mit Stärken, aber auch mit Längen .
Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Rezension: Die Flusslinien ist ein Roman, der mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits hat das Buch unbestreitbar eine literarische Qualität – die Sprache ist ausgefeilt, die Beschreibungen atmosphärisch, und es gibt durchaus Momente, in denen ich von der Erzählung mitgerissen wurde. Andererseits war es für mich oft schwer, den Überblick zu behalten. Ein zentraler Punkt, der mir das Lesen erschwert hat, ist die schiere Anzahl an Figuren. Es gibt so viele Charaktere mit ihren eigenen Geschichten, Verbindungen und Entwicklungen, dass ich zeitweise den Faden verlor.Diese ständige Orientierungssuche hat meinen Lesefluss öfter gestört.Vielleicht hätte mir die Geschichte besser gefallen, wenn sie etwas straffer erzählt worden wäre oder mit weniger Nebenfiguren ausgekommen wäre. So aber bleibt ein gemischter Eindruck zurück: Ein Roman mit Stärken, aber auch mit Längen – und der mich letztlich etwas ratlos zurücklässt, ob ich ihn nun wirklich mochte oder nicht.

"Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch jemanden zu entzücken." Margrit ist 102 Jahre alt und wartet auf den Tod. In einer Seniorenresidenz an der Elbe harrt sie der Dinge. Mit den Jahren sind ihre Haare weiß und ihre Knochen kantig geworden. Sie hört und sieht schlecht, besitzt dafür aber ein Feingefühl für Geräusche, die man eigentlich gar nicht hören kann. Jeden Tag lässt sie sich von Arthur zum römischen Garten fahren, wo sie in sich hineinblickt und über ihr Leben resümiert: Über ihre Liebhaber, den Krieg, ihre Mutter und ihre Kinder und Enkel. Arthur vermutet, dass der Anblick der Elbe sie am Leben hält, doch eigentlich sind es ihre Erinnerungen. Man könnte nun meinen, dass man in "Flusslinien" einem langsamen Verfall beiwohnt, dabei zusieht, wie Margrit langsam aber sicher dahinsiecht, aber in diesem Roman passiert vielmehr als man es auf Anhieb vermutet. Es sind die vielen feinen Zwischentöne, die zwischen den Zeilen verborgen liegen und sich zu einer Melodie zusammenfinden: Margrits Lebenslied. Denn sie wird noch gebraucht: von den Menschen in ihrer Umgebung. Zum einen ist da Arthur, der sich neben seinen Fahrdiensten mit einem Metalldetektor zum Strand begibt und nach Dingen sucht, sich besondere Wörter vermerkt und eine neue Sprache erfindet. Er ist kein schweigsamer Mensch, aber verschwiegen. Ein kleiner Eigenbrötler, der den Verlust seines Bruders mit sich selbst ausmacht und sich in einer Hütte an der Elbe verkriecht, die Margrits Mitbewohner Gregor verwaltet. Gregor ist wohl heimlich verschossen in Margrit. Er nennt sie seine Elbkönigin. Auch er wohnt mittlerweile in der Seniorenresidenz. Und dann ist da noch Luzie, Margrits Enkelin, die sich erst einer Traumatherapie unterziehen musste, um das Wort Vergewaltigung hören zu können ohne Atemnot zu bekommen. Ein schrecklicher Vorfall überschattet sie, sorgt für eine wachsende Entfremdung ihrer Mitschüler*innen. Selbst ihre beste Freundin Merle distanziert sich von ihr. Sie sieht sich dazu gezwungen, sich kurz vor dem Abitur von der Schule abzumelden. Nur Margrit fühlt, dass ihr Verhalten nicht einer normalen Teenagerlaune zuzordnen ist, sondern da etwas nicht stimmt. In "Flusslinien" fließen die Lebenslinien von Margrit, Arthur und Luzie zusammen. Katharina Hagena webt in ihrem Roman ein Beziehungsgeflecht, dass Margrit bis zuletzt einen festen Platz im Leben sichert. Sie macht deutlich, wie sich die Wege unterschiedlichster Menschen miteinander kreuzen und welchen Einfluss wir auf das Leben anderer haben. Leise aber nachdrücklich gibt sie den Blick auf die Verbindungen frei, die uns Menschen am Leben erhalten. "Girsch ist wie eine Geschichte. Wie Familie. Alles ist auf versteckte Weise verflochten und eine große Pflanze fällt zusammen, wenn irgendwo eine kleine ausgerissen wird. Aber loswerden kann man ihn nur schwer. Sie fühlt sich ihm zugehörig, dem bleichen Netz seiner unterirdischen Ausläufer und der langen senkrechten Wurzel. Ohnehin fühlt sie sich inzwischen allem Wurzelwerk näher als den Blüten. Bald wird sie selbst bei den Wurzeln wohnen. Wurzel sein."

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich in die Geschichte hineinzufinden. Und ich muss zugeben, dass ich mich bei manchen Passagen gelangweilt habe. Im Großen und Ganzen passt aber alles zusammen. Eine zärtliche Geschichte über das Leben, mit seinen Höhen und Tiefen. Mir gefiel, wie Ereignisse dargestellt wurden, die für Außenstehende unbedeutend und unwichtig erscheinen, aber für die betroffene Person einen großen Einfluss haben. Tolle Protagonisten.
Generationsroman, viel Natur und Gefühl
📚Rezension📚 Flusslinien von Katharina Hagena Ein Buch, das von drei Generationen handelt und die Autorin schafft es tatsächlich, dass man sich komplett in die Gedankengänge der einzelnen Protagonisten reinhängen kann und alle Gefühle versteht. Da ich schon einige Bücher von der Autorin kannte, war mir klar, dass mir dieses ebenfalls gefallen wird. Ich finde, es ist ein tolles Buch für den Frühling, da es viel um Natur und ihre Schönheit geht. Vor allem geht es aber auch um Natur- und Umweltschutz. Jedes Kapitel fühlt sich wie ein langer Gedankengang der Protagonisten an. Oft ist es aber, als würde man wirklich jeden einzelnen Gedanken der Person lesen, und für mich hat es sich schnell nach zu viel angefühlt. Wie ein Gedankenüberfluss. Deswegen habe ich manche Passagen übersprungen. Danke an @kiwi_verlag für das Rezensionsexemplar. (Unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar) #katharinahagena #booktok #bookstagram #germanbooktok #germanbookstagram #bücher #büchergram #lesen

Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Mit Wärme, sprachlicher Kraft und feinem Witz erzählt Katharina Hagena von drei Menschen, drei Schicksalen – und zwölf Frühsommertagen an der Elbe, die alles verändern. »Flusslinien« ist ein so bewegender wie vielschichtiger Generationenroman über das Leben mit den Wunden, die uns zeichnen, und die Frage, wie man lernt loszulassen, zu vertrauen und weiterzuatmen.
Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter.
Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen.
Und dann ist da noch Arthur . Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld.
Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen.
Book Information
Author Description
Katharina Hagena, geboren in Karlsruhe, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Ihre Bücher wurden in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt. »Flusslinien« ist ihr vierter Roman.
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Dieses Buch atmet. Es drängt nicht. Es erklärt nicht. Es will nichts beweisen. Es hört zu. Menschen. Erinnerungen. Dem Leben selbst. Margrit. Luzie. Arthur. Drei Menschen, mit denen ich eine Zeit lang leben durfte. Was mich dabei besonders fasziniert hat, war die Nähe zu diesen Menschen. Ihre Gedanken, ihre Erinnerungen, ihre Verluste, ihre Hoffnungen. Margrits Blick auf ein ganzes Jahrhundert Leben hat mich immer wieder innehalten lassen. Wie fühlt es sich an, auf so viele Jahre zurückzublicken? Was bleibt? Wie verändert sich der Blick auf die Welt? Und wie erlebt man das eigene Älterwerden, wenn ein ganzes Leben hinter einem liegt? Aber auch Luzie und Arthur tragen ihre eigenen Brüche mit sich. Jung zu sein bedeutet hier nicht unbeschwert zu sein. Die Elbe fließt durch all diese Geschichten wie ein stiller Begleiter. Mal sichtbar, mal kaum wahrnehmbar, aber immer gegenwärtig. Fast wie eine weitere Figur. Die Sprache ist von einer besonderen Feinheit. Beobachtend, klug und voller leiser Schönheit. Immer wieder finden sich Gedanken und Bilder, die noch lange nachklingen. Manche Menschen verlassen uns. Manche Erinnerungen nicht. Der Römische Garten liegt über diesem Roman wie ein stiller Erinnerungsraum. Ein Ort, an dem Vergangenes nicht verschwindet, sondern weiterlebt. Ich habe das Hörbuch gehört und selten so passende Stimmen erlebt. Sie erzählen nicht einfach eine Geschichte. Sie tragen sie. Jede Figur bekommt ihre eigene Präsenz, ihre eigene Klangfarbe, ihre eigene Nähe. Es war eine Freude, ihnen zuzuhören. Dieses Buch ist melancholisch, warm, traurig, tröstlich, berührend und immer zutiefst menschlich. Es klingt wie ein ruhig dahinfließender Fluss. Manchmal musste ich schmunzeln, manchmal wurde ich nachdenklich, manchmal traurig. Und doch lag über allem eine große Ruhe. Denn manche Geschichten hört man nicht nur, man lebt eine Weile in ihnen.
Gemischte Gefühle / definitiv fehlende TW ❣️❣️
Das war ein Buch, das mir zunächst und über auch über die Hälfte gut gefallen hat. Leider konnte die Spannung und der rote Faden nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten werden. Darum geht es in „Flusslinien“: Margrit ist 102 Jahre alt und wartet auf den Tod. Ihre Enkelin Luzie hat überraschend kurz vor dem Abi die Schule geschmissen und lebt jetzt im Wald. Arthur fährt Margrit regelmäßig in die Klinik und hat ansonsten eher verrückte Hobbys wie z.B. Sprachen erfinden… Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es war das erste Buch der Autorin für mich und ich war sehr positiv angetan. Es gibt leisen Humor, vor allem Margrits POV ist zunächst sehr schön zu lesen. Wie sie mit dem Älterwerden umgeht, ihre Sorgen und Ängste, wir alle haben damit zu tun, ob wir das wahrhaben möchten oder nicht. Luzies Geschichte ist ebenfalls stark, ich muss mal wieder anmerken, dass eine TW fehlt. Die zeitgenössischen Romane wollen da nicht drauf hören, aber es kann nun mal retraumatisierend wirken, wenn man völlig unerwartet mit bestimmten Themen konfrontiert wird (die nirgends angekündigt sind). Am wenigsten konnte ich mit Arthurs Rolle in der Geschichte anfangen, er blieb bis zum Schluss fremd. Seine Kapitel waren immer etwas schwächer für mich. Was aber hauptsächlich dazu beigetragen hat, dass ich mental irgendwann leicht ausgestiegen bin, sind die ausschweifenden Kapitel über Margrits Vergangenheit. Es ist sehr wichtig, sich mit dem 2. Weltkrieg zu beschäftigen, das wird auch aus dem Klappentext deutlich, dass das vorkommt. Für mich waren es dann aber zu viele Personen, die zu schnell und zu oberflächlich vorgestellt wurden. Ich hätte mich lieber auf den Erzählstrang bzgl. Margrits Mutter Johanna konzentriert, deren große Liebe eine Frau war. Diese Geschichte fand ich sehr schön. „Flusslinien“ hat gemischte Gefühle bei mir hinterlassen, es ist kein Buch für zwischendurch. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3,5/5⭐️⭐️⭐️

Natürlich muss ein Roman, nur weil ein "Spiegel Bestseller" auf dem Cover prangt, nicht unbedingt ein persönlicher Leseerfolg werden. Warum jedoch diese Lektüre so wenig Vergnügen bereitete, liegt vielleicht auch in der Entscheidung der Schriftstellerin Katherina Hagena begründet, die historische Inspiration zu dieser Geschichte nicht in den Mittelpunkt zu rücken. Denn wie man in der Nachbemerkung zum Roman erfährt, hatte sich die Autorin im Vorfeld mit der Gestalterin des Römischen Gartens von Hamburg, Elsa Hoffa, beschäftigt, die jedoch keine eigene Erzählstimme in der Geschichte erhält und nur eine Randfigur bleibt. "Nie schwimmt man zweimal im selben Fluss ...". Was Pocahontas im gleichnamigen Disney Film so fröhlich singend von sich gibt, ist eine Binsenweisheit, die man auch auf diesen Roman anwenden könnte. Denn die Protagonisten dieser Geschichte scheinen sich fortlaufend weiter vom Lesenden zu entfernen. Dabei richtet sich der Fokus sehr zielgerichtet auf genau drei Hauptfiguren: die Dame Margrit (alt, sogar sehr alt), deren Enkelin Luzie (jung) und der Fahrer des Pflegeheims, Arthur (ebenfalls jung). Obwohl die Protagonisten räumlich nah beisammen sind und durch verwandschaftliche oder andere zwischenmenschliche Bande auf natürliche Weise verbunden sein müssten, scheint jeder irgendwie in seiner eigenen Blase zu leben und sich fast ausschließlich mit seinen eigenen Themen zu beschäftigen. Obwohl es interessante Ansätze zur jeweiligen Figurenzeichnung gibt, wirken alle Personen der Geschichte seltsam flach und unauthentisch. Dies liegt vielleicht daran, dass der Autorin die Bearbeitung der aufgeworfenen Themen wichtiger erscheint, wie die dreidimensionale Darstellung der menschlichen Akteure. Aber auch bei der Zusammenstellung ihrer Themen schießt die Autorin über das Ziel hinaus. Die Art wie sie aktuelle gesellschaftliche Themen einbindet, wirkt zu gewollt und manchmal fast peinlich polemisch wie z.B. die politische Situation in Belarus (die auch überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat). Obwohl die Autorin um eine authentische Sprache ihrer Protagonisten bemüht ist, glücken ihr weder die Sprachbilder noch die Dialoge zwischen den Generationen. Aber der Abschuss war vielleicht der Begriff Maulwürfin - welcher über 80jährige würde diese Bezeichnung wählen, selbst wenn er bewusst eine Maulwurfsfrau im Sinn haben sollte? FAZIT Da eine mir bekannte alte Dame in der vergangenen Woche tatsächlich ihren 102. Geburtstag begehen durfte, hielt ich diesen Roman mit einer gleichaltrigen Protagonistin für die ideale Lektüre. Leider konnte mich diese alte Dame, die in ihrem hohen Alter noch den Römischen Garten besucht, wenig überzeugen. Und auch insgesamt war mir die Geschichte zu oberflächlich erzählt. Je weiter die Handlung, die ebenfalls recht dünn ist, voran Schritt, desto mehr fühlte ich mich vom Gelesenen distanziert. So schade. Vor allem, da ich schon von einigen Rezensenten, deren Meinung ich sehr schätze, positive Beiträge zum Roman gelesen hatte. Zu gerne hätte ich mich diesen begeisterten Stimmen angeschlossen. Falls ihr den Roman bereits gelesen habt: was hat euch persönlich überzeugt? Oder im anderen Fall: warum war die Lektüre auch für euch eine Enttäuschung?
In Flusslinien begleiten wir über 12 Tage drei Generationen: : Die 102-jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und den Fahrer Arthur. Während Margrit auf ihr langes Leben zurückblickt, verweben sich ihre Erinnerungen mit der Gegenwart der anderen. Ich liebe Katharina Hagenas Schreibstil.. immer sehr feinfühlig und atmosphärisch ♥️ „Denn wenn sie zusammen waren, war es immer schön. Menschen, die einen richtig zum Lachen bringen, das sagt sogar Margrit, sind selten, und wenn man einen gefunden hat, muss man ihn mit beiden Händen festhalten.“ „Du weißt aber, dass das nicht gerecht ist, oder? Du erzählst kaum was, willst aber, dass man dir nachts Licht gibt und morgens Geschichten.“ „Alle Menschen haben irgendwas, mit dem sie klarkommen müssen.“ – „Wahrscheinlich.“
Die einhundertzweijährige Margrit nimmt den Leser am Anfang mit in ihre Gedanken und Erinnerungen hinein. Damit hat mich Katharina Hagena gleich abgeholt und gefesselt. Es ist interessant über das alt werden und alt sein zu lesen. Aber auch das Jungsein bekommt seinen Raum. Es ist faszinierend wie die Autorin Sprache einsetzt und lebendig werden lässt. Wundervolle Vergleiche und sprachliche Exkurse. Tiefsinnig, anschaulich, lustig. Eine langsam erzählte Geschichte mit blumiger, anschaulicher Sprache, die plötzlich mit einem eingeschobenen nüchternen Satz überrascht. Moderne Sprache gekonnt mit alten Ausducksweisen vermischt. Leider flacht die Geschichte im letzten Viertel des Buches ab, als ob das Ende nun rasch erzählt werden muss. Es war vorhersehbar und mir kam es so vor, als ob sich das Herausragende im Schreibstil etwas abgenutzt hätte. Trotzdem lesenswert bis zum Schluss. Die Geschichte wird aus Sicht von drei liebenswerten Protagonisten erzählt. Das ist gut gemacht abwechslungsreich und unterhaltsam. Auch wird so deutlich, dass jeder Mensch etwas besonderes ist und niemand einen reibungslosen, problemlosen Lebensweg hat. Ich habe das Buch langsam, nachdenklich und genussvoll gelesen.
"Alt sein ist oft wie noch ein Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken. " Und Margrit ist sehr alt geworden 102 Jahre ist sie nun und blickt auf ihr Leben, aber auch auf das ihrer Mutter zurück. In den Ohren hat sie ihre kleinen "Schweinchen", denn hören kann sie nicht mehr so gut. Das ermöglicht aber auch manchmal eine sehr angenehme Stille, wenn man sie gerade braucht und über vieles nachdenken möchte. "Ihr ist klar geworden, dass sie ein paar wesentliche Dinge in ihrem Leben noch nicht zu Ende erinnert, noch nicht zu Ende gefühlt hat." Die Liebe ihrer Mutter z. B. zu Elsa Hoffa, eine der ersten Frauen die die Gestaltung eines Gartens leiten durfte, dem römischen Garten in Hamburg. An dem Leben dieser, realen Persönlichkeit entlang, entstand dieser Roman. Dann kommen in einzelnen Kapiteln jeweils auch Luzie und Arthur zu Wort. Luzie ist die Enkelin von Margrit und hat mit 17 schon einiges erlebt und versucht auf ihre Weise damit umzugehen, immer aber auf ihre Oma gestützt und mit großem Vertrauen und zärtlicher Zuneigung. Arthur hatte mal einen Zwillingsbruder und vermisst diesen schmerzlich. Er entwickelt Fantasiesprachen für Spiele oder Fantasyfilme, so wie er schon im Mutterleib eine eigene, geheime Sprache mit seinem Zwillingsbruder hatte. Es geht eine ganz besondere Stimmung aus diesem Buch hervor, welche mich oft sehr berührt hat und mit ihrem feinen Humor auch oft zum Schmunzeln brachte. Es brauchte eine Weile, bis ich gemerkt habe das zwei der Hauptprotagonistinnen so ähnlich wie meine Oma heißen. Die Mutter von Margrit heißt Johanne, meine Oma hieß Johhanna Lucie. Das hat mich zusätzlich berührt und darüber nachdenken lassen, was ich über ihr Leben weiß. Im letzten Drittel geht es auch viel um Tattoos und ihre künstlerische Gestaltung, das fand ich sehr schön zu lesen. Habt ihr Tattoos?
12 Tage im Leben Dreier sehr unterschiedlicher Menschen und doch bekommen wir Einblicke in deren ganzes Leben. Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, was sich aber schnell legte. Der bildgewaltige, blumige Stil der Autorin zog mich immer mehr in seinen Bann und hat mich begeistert. Auch der geschichtliche Hintergrund des Römischen Gartens war sehr interessant. Von mir eine klare Leseempfehlung !
Toller Roman
Dieser Roman wurde ja sehr gut bewertet. Also musste ich ihn lesen. Kurz zusammengefasst. Es ist wahr. Dieses Buch sollte man mal lesen. Dieses Dreiergespann und die daraus resultierenden Verwicklungen und Hintergrundgeschichten sind sehr gut beschrieben und nehmen einen sehr leicht mit. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und freue mich ihn gelesen zu haben. Klare Leseempfehlung
Tiefgründig, facettenreich und humorvoll
"Es gibt keine Sekunde am Tag, an dem ihr nichts wehtut. Und es wird auch keine mehr geben. Außer vielleicht im Moment des Sterbens. Den stellt sie sich ganz schön vor." Katharina Hagena hat mit ihrem Buch "Flusslinien" einen tiefgründigen, facettenreichen Roman abgeliefert. "Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken." Margrit ist 102 Jahre alt und lebt schon länger als sie jemals wollte. Früher war sie Atemtherapeutin, heute lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe, nahe des Römischen Gartens, mit dem sie viele Erinnerungen verbindet. Mit dem jungen Arthur, ihrem Fahrer, kommt Margrit bestens aus. Ihre Beziehung ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Toleranz und viel Humor. Margrits Enkelin Luzie kommt auch oft vorbei. Doch nun hat sie aus irgendwelchen Gründen die Schule geschmissen. Natürlich macht Margrit sich Sorgen und versucht Luzie auf den Zahn zu fühlen. Neben der Sorge um ihre Enkelin, durchstreifen Margrits Gedanken die Vergangenheit. So denkt sie an ihre eigene Jugend, an ihre Mutter, an sich selbst als Mutter, an die Kriegsjahre und die Zeit danach. Dabei mäandern ihre Gedanken wie die Flusslinie der Elbe ... "Nein, sie fühlt sich gefangen. Ihr Körperkerker wird täglich enger, dunkler und stiller. War sie früher freier oder nur auf eine andere Weise gefangen?" "Flusslinien" ist ein ruhiger, gedankenschweifender Roman, der sich mit den kleinen und großen Themen eines Lebens beschäftigt. Die Geschichte wird uns von den drei Hauptfiguren des Buches Margrit, Arthur und Luzie erzählt. Wobei mir, neben der Maulwurfsgeschichte, der Part von Margit mit Abstand stets am besten gefallen hat. Ich mochte ihre Art zu denken und wie humorvoll sie mit dem Alter umgeht, und auch wie versöhnlich sie auf ihr Leben schaut. Eine starke, unabhängige, humorvolle Lady, die mich an vielen Stellen zum Schmunzeln brachte. Genau diese Abschnitte um Margrit haben mich auch bei der Stange gehalten, denn der Roman hatte hier und da schon seine Längen, die etwas uninteressanter waren. Wer auf der Suche nach einer ruhigen Geschichte mit Tiefgang und Humor ist, findet mit "Flusslinien" definitiv eine schöne Lektüre.

Als Hörbuch etwas eintönig
Nachdem ich gerade nicht lesen darf, habe ich mich an diesem Hörbuch versucht. Die Geschichte ist eine sehr gute und geschrieben 📜 sicherlich auch fesselnd. Die einzelnen Charaktere unterschiedlich und sympathisch. Zeitgenössische Literatur, wie ich sie mir vorstelle mit ausgewählter Sprache und Schreibstil. Als Hörbuch jedoch mir zu eintönig, zu wenig Unterscheidung und daher konnte es meine Konzentration nicht fesseln.
FLUSSLINIEN Katharina Hagena „Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch irgendwen zu entzücken.“ (S. 24) Die 102-jährige Margrit Raven lebt in einer Seniorenresidenz direkt an der Elbe. Sie weiß, dass ihre Zeit bald abläuft – und begegnet dieser Tatsache mit einem feinen Sinn für Humor. Während ihr Körper dem Alter unterliegt, ist ihr Geist jung geblieben. Täglich besucht sie den Römischen Garten, den einst Else Hoffa, die Geliebte ihrer Mutter, angelegt hat. Hier erinnert sie sich an ihr bewegtes Leben, an ihre Mutter, die beim Bombenangriff auf Hamburg-Altona ums Leben kam, an vergangene Lieben und an ihre Familie. Regelmäßig bekommt sie Besuch von ihrer Enkelin Luzie. Margrit liebt die 18-Jährige sehr, auch wenn ihr Herz schwer ist: Luzie hat gerade die Schule abgebrochen. Eigentlich wollte diese ihre letzten Schuljahre bei ihrem Vater in Australien beenden – doch ein Vorfall zwang sie zur vorzeitigen Rückkehr. Und ein weiterer hinderte sie daran, in ihrer alten Schule das Abitur wieder aufzunehmen. Nun möchte Luzie Tätowiererin werden – und findet in ihrer Großmutter eine Unterstützerin. Das ist doppelt praktisch, denn Luzie hat derzeit kein festes Zuhause und kann die Zeit so bei ihr verbringen. In der Residenz trifft Luzie auf Arthur, den jungen Fahrer des Hauses. Auch er trägt schwer an seiner Vergangenheit. Einst war er begeisterter Taucher – gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder. Die beiden waren unzertrennlich, entwickelten sogar gemeinsam Fantasiesprachen, die sie an die Medienwelt verkauften. Doch ihre innige Verbindung wurde ihnen zum Verhängnis. Drei Menschen, drei Schicksale – alle auf der Suche nach Halt, damit sie nicht von der Strömung ihrer Gefühle mitgerissen werden. Katharina Hagens Figuren könnten unterschiedlicher kaum sein – und gerade diese Gegensätze machen Flusslinien so vielschichtig. In ruhigem Tempo entfaltet sich nach und nach das Schicksal jeder Hauptfigur, bis sich am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Nicht alles wird dabei vollständig aufgeklärt – etwa bleibt Luzies Mutter eher blass im Hintergrund. Besonders berührt hat mich jedoch der historische Teil rund um Margrits Mutter und deren Geliebte Else Hoffa – diese Geschichte ist atmosphärisch dicht und mitreißend erzählt. Flusslinien ist ein stilles, poetisches Buch mit kleineren Längen, das mich als Hamburger und Elbeliebhaberin dennoch überzeugt hat. 4/5

Ein sanfter, kluger Generationenroman
„Als wäre eine Entschuldigung schon dasselbe wie Reue und als wäre Reue schon das Anrecht auf Vergebung.“ „Alle Menschen haben irgendwas, mit dem sie klarkommen müssen.“ Rund um die geistig topfitte 102-jährige Margrit, früher Stimmbildnerin und Atemtherapeutin, die nun in einer Seniorenresidenz in Hamburg direkt an der Elbe lebt, spinnt sich dieser Generationenroman. Wer folgen den Geschichten ihres Lebens, ihren Recherchen zu ihrer Mutter und deren großer Liebe Else, die den römischen Garten angelegt hat. Wir sorgen uns mit ihr um ihre Enkelin Luzie, die kurz vorm Abitur die Schule abgebrochen hat und nun ihr großes künstlerisches Talent zum Tätowieren nutzt und auch um Athur, ihren Fahrer, der eine geheime Schuld mit sich herumträgt, die ihn sehr belastet. Die ruhige Sprache sowie der feine Humor und Wortwitz in den Dialogen unterhalten, sind trotzdem eindringlich und transportieren viel Lebensweisheit ! Ich habe abwechselnd Hörbuch gehört und gelesen, beides kann ich sehr empfehlen. Das Hörbuch ist sehr gut eingelesen und erweckt die unterschiedlichen Protagonisten prima zum Leben. Das Cover ist zwar wunderschön, aber trotzdem leicht zu übersehen in seiner Zartheit - auf jeden Fall eine große Leseempfehlung!
Luzie hat die Schule abgebrochen, ist von zu Hause weg und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Halt findet sie bei Großmutter Margit. Als sie beginnt ihre Großmutter zu tätowieren, überdenkt sie ihr Leben und überlegt wie es für sie weitergehen soll. Arthur erfindet Sprachen und fährt ältere Menschen, auch Margit, zur Dialyse und in den Römischen Garten. Auch er hadert mit deiner Vergangenheit und trägt Schuldgefühle mit sich herum. Das Buch ist wunderschön geschrieben, einfühlsam und zart. Alle drei Protagonisten lassen uns in ihre Vergangenheit schauen und so erfahren wir nach und nach ihre Lebensgeschichten. Die von Margit war für mich am interessantesten, da es da auch am meisten zu erzählen gab. Ab und zu gab es ein paar Längen, dafür wurden andere Nebengeschichten nur ganz kurz angerissen. Arthur blieb für mich eher blass, auch Luzie hätte gern noch mehr Raum bekommen können. Dafür haben wir aber sehr intensiv von Margit erfahren. Sie wurde für mich richtig toll umschrieben. Insgesamt ein lesenswerter Roman über mehrere Generationen, wunderbar geschrieben.
Sprachlich sehr schön aber zu wenig Handlung Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen und sich ein Stück weit seine Selbstständigkeit erhalten. Neben der Seniorin spielen in dem Buch noch deren Enkelin Luzie und ihr Fahrer Arthur eine tragende Rolle. Um Luzie macht sich Margrit etwas Sorgen, da sie kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen hat und nun als Tatookünstlerin arbeiten möchte. Margrit, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Enkeltochter hat, merkt, dass Luzie etwas Schlimmes erlebt hat, darüber aber nicht sprechen will. Das Verhältnis der beiden fand ich richtig schön zu lesen, auch weil die Oma mit einer besonderen Feinfühligkeit versucht mehr zu erfahren, ohne Luzie ganz direkt auszuquetschen. Eine tolle Idee der Autorin, dass sich Margrit schließlich von der Enkelin tätowieren lässt! Man merkt Luzie die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit an, mit der sie dieses Projekt in Angriff nimmt. Für mich waren diese Stellen auf jeden Fall die Highlights im Buch. Auch Arthur verbirgt ein Trauma, ist ebenfalls sensibel und aufmerksam und umschifft die Widrigkeiten des Lebens mit viel Humor. Er hat etwas die Orientierung verloren, fährt jetzt also alte Leute durch die Gegend, engagiert sich für den Naturschutz , betätigt sich als Sondensucher und erfindet Fantasiesprachen, die sich ab und zu sogar für Fantasiefilme verkaufen lassen. Wenn sich Margrit zurückerinnert an ihre Kindheit und Jugend, dann auch immer an Elsa Hoffa, die den römischen Garten, den sie so liebt entworfen hat und die für einige Zeit die intime Freundin ihrer Mutter Johanne war, bis die Kriegszeiten beide trennten. Sprachlich war das Buch wirklich schön, eine richtige Handlung sucht man allerdings vergeblich. Wie der Fluss, an dem es spielt, der Elbe, mäanderte die Geschichte so vor sich hin. Viele Nebenfiguren tauchen auf, die die Handlung in kleinster Weise voranbringen. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass sich die Sprache der Personen nicht sehr voneinander unterschieden hat. Alle 3 Hauptfiguren hatten irgendwie denselben Humor und Schwierigkeiten sich zu öffnen hatten Luzie und Arthur gleichermaßen. Ich habe das Buch mit Abstrichen ganz gern gelesen. Ich hatte mir allerdings mehr erwartet. Nach sehr vielen positiven Meinungen, war meine Erwartungshaltung aber vielleicht auch zu hoch.
12 Tage - 3 Protagonisten und Blick auf die Elbe
Margrit, 102 Jahre jung hat sich eine Wohnung in der Seniorenresidenz am Römischen Garten in Hamburg mit Blick auf die Elbe gekauft. Dort besuchen kommt sie regelmäßig ihre Enkeltochter Luzie, frisch 18, Schulabbrecherin und aufstrebende Tattoo-Artist. Außerdem gibt es da noch Arthur, 24, und Fahrer der Seniorenresidenz. Außerdem haben wir noch Brisko, die Mutter von Luzie und Ex-Schwiegertochter von Margrit. Sie hören wir jedoch nur durch ihre Gedicht, die jeden Tag einleiten. Die drei sind schon ein seltsames Trio. Und doch verbindet sie so viel. Jede Person bringt ihre Geschichte mit. Deep, einzigartig und interessant. Jede Person geht mit ihrer Geschichte anders um. Jeder der Protagonisten geht mit den Geschichten des jeweils anderen anders um. Was sollte man zum Buch an sich noch wissen? Das Tempo ist langsam. Es gibt insbesondere bei Margrit häufig Wiederholungen. Aber genau das macht das Buch so authentisch. Es passt sich perfekt jeweils den Alter des Protagonisten an. Der Schreibstil ist sehr literarisch. Damit meine ich, dass ich viel über gesagtes, geschriebenes, nachdenken musste. Beil Lesen immer wieder zum innehalten angeregt wurde. Insbesondere durch die kurzen Kapitel war dies sehr gut möglich. Für mich ein ganz besonderes Buch, da es so gar nicht in mein typisches Leseverhalten passt.
Ein ruhiger, berührender Generationenroman
Ein berührender Roman über drei Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Die 102-jährige Margrit lässt sich täglich von Arthur, dem jungen Fahrer der Seniorenresidenz, in den Römischen Garten bringen. Beim Blick auf die Elbe taucht sie in ihre Erinnerungen ein, an ein langes, bewegtes Leben. Auch ihre Enkelin Luzie kämpft mit schmerzhaften Erlebnissen, die sie noch nicht verarbeitet hat. Und selbst der 24-jährige Arthur trägt seine eigene Last mit sich. Mit viel Feingefühl und einem besonderen Schreibstil wird aus der Sicht dieser drei sympathischen Charaktere erzählt. Die tiefgründige, ruhige Erzählweise wird durch einen feinen Humor aufgelockert, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Die ruhige Atmosphäre und die stimmungsvollen Naturbeschreibungen machen das Buch zu etwas Besonderem, auch wenn es stellenweise etwas langatmig wirkt. Trotz einiger Längen habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Es ist eine eindrucksvolle Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen, über Verluste, schmerzhafte Erlebnisse und Erinnerungen eines langen Lebens. Ein lesenswerter Roman, den ich gerne weiterempfehle.

Nachdem ich sehr viele positive Meinungen zu dem Buch gelesen habe,wollte ich mich selbst von dem Inhalt überzeugen. Diese Geschichte hat mich über sehr viele Dinge nachdenken lassen. Ich hatte sowohl bedrückende als auch beflügelnde Momente. Grob gesagt, wird das Leben von drei Hauptcharakteren beleuchtet: die 102 jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und Margrits Fahrer Arthur. Abwechselnd wird aus der jeweiligen Perspektive geschrieben. Zu Beginn fiel es mir noch ein bisschen schwer mich auf alle drei zu fokussieren,denn sobald man einmal in eine Gedankenwelt abgetaucht ist,kamen noch mehr Personen zur Sprache. Denn Margrit denkt viel über ihre Mutter und deren Geliebte nach,über ihre eigene Kindheit und über ihren Sohn. Zudem möchte sie sich gerne von ihrer Enkelin tätowieren lassen. Denn was hat sie noch großartig zu bereuen? Zugegebenermaßen habe ich an dieser Stelle gedacht: Wie traurig, dass man in diesem hohen Alter nichts mehr zu verlieren hat,es egal ist was man macht,denn man weiß nicht ob es vielleicht das letzte Mal war. Auf der anderen Seite bescherte es mir aber auch kleines Lächeln aufs Gesicht. Warum nicht einfach machen ? Luzie fand ich als Charakter sehr spannend. Sie hat einen herben Rückschlag erleiden müssen,von dem sie sich immernoch erholt. Und auch Arthur mochte ich richtig gerne. Seine Geschichte hat mich allerdings am wenigstens abgeholt. Doch das Zusammenspiel aus Margrit, Luzie und ihm hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr einnehmend und anschaulich gestaltet. Insgesamt hätte es für meinen Geschmack aber weniger Themen beinhalten können. Denn allein die Geschichten der drei hätte schon ausgereicht. Aber es wurde noch viel mehr mit eingeflochten. Eine Leseempfehlung geht trotzdem raus ✨ ⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

Extrem schönes Generationenbuch, wunderschöne Sprache, tolle, sehr echt wirkende Charaktere. Vielleicht etwas zu voll gepackt an Themen. Außerdem kam mir Brisko, Margrits Schwiegertochter und Luzies Mutter zu kurz. Vielleicht ist es aber auch genau richtig so, aber ich mochte Brisko halt echt gerne. Buch muss sich noch ein bissl setzen. Ausführliche Rezi folgt
4,5 Sterne Der neue Roman „Flusslinien“ von Katharina Hagena war im Frühjahr 2025 sehr häufig in den sozialen Medien wie auch in jedem Buchladen zu sehen und ist auch mir allein aufgrund seines schönen Covers direkt aufgefallen, so dass ich es zeitnah gelesen habe. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Buch jetzt, mit ein klein wenig Abstand leicht schlechter bewerten würde, als direkt nach dem Lesen. Direkt nach dem Lesen war ich noch so nah bei den Figuren, wollte sie nicht loslassen. Mit ein wenig zeitlichen Abstand klärt sich der Blick jedoch und mit den kleinen Kritikpunkten, die ich habe, bin ich eher bei 11-12 Punkten als bei 12-13 Punkten (von 15, wie in der Oberstufe). Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Margrit, Luzie und Arthur. Margrit lebt mit ihren 102 Jahren in einer Seniorenresidenz, ist körperlich ziemlich gebrechlich, aber mit einem nach wie vor recht wachen Geist und starken Willen ausgestattet. Während ihrer nahezu täglichen Besuche des Botanischen Gartens, zu denen sie Arthur, der Fahrer der Seniorenresidenz chauffiert, erinnert sie sich an ihr Leben und an das ihrer Mutter Johanne und versucht Johannes Beziehung zu Else, der Gestalterin des botanischen Gartens auf den Grund zu gehen. Man hat bei Margrit das Gefühl, dass sie genau dort in diesem Garten ihrer Mutter sehr nah zu sein kann und dass sie genau das braucht um mit dem Leben und ihrer Mutter in Ruhe abschließen zu können. Margrits Leben selbst steht dabei weniger im Mittelpunkt des Buches. Deutlich mehr Raum nehmen Arthur und Luzie ein, denen beiden in ihrem jungen Leben etwas Schlimmes zugestoßen ist, womit sie versuchen fertig zu werden. Ich habe es geliebt, wie wunderbar die Autorin ihre Figuren eingefangen und dargestellt hat. Ich war so nah an ihnen dran, in ihrem Innenleben, ihren Gedanken, auch wenn wir kaum etwas gemeinsam haben. Und ich mochte die Beziehungen der einzelnen Figuren untereinander, ihre Gespräche, den feinen leichten Humor den sie teilen. Es wirkt alles sehr dicht, egal welche Verbindung ich gerade betrachtet habe: Margrit zu Luzie, Margrit zu Brisko, Margrit zu Arthur, Luzie zu Arthur oder Brisko zu Luzie … Ach ja, und wer ist eigentlich Brisko? Brisko ist die Mutter von Luzie und Schwiegertochter von Margrit und leider (in meinen Augen, leider) spielt sie nur eine Nebenrolle, wenn auch eine wichtige. Und auch wenn ich weiß, dass sich die Geister an Brisko scheiden, so war sie für mich eine der spannendsten Figuren, von denen ich je gelesen habe. Vielleicht war sie gerade deshalb so faszinierend, weil ihre Rolle nicht die allergrößte war. Ich jedenfalls hätte gerne so viel mehr Zeit mit ihr verbracht, mehr von ihr gelesen. Neben der Tatsache, dass ich viel mehr Brisko in diesem Buch gewollt hätte, war mir das Buch einen Ticken zu ruhig. Ich weiß, es ist kein rasanter Pageturner, kein plotgetriebenes Buch. Es passiert relativ wenig, wir sind mehr in den Gedanken der Figuren und so und nicht anders hat die Autorin das Buch haben wollen. Und sie hat es richtig gut und atmosphärisch umgesetzt. Ich habe den Fluss gerochen, habe die Entstehung des Tattoos, das Luzie ihrer Oma sticht, vor mir gesehen und fand das Buch daher auch zu keiner Zeit langatmig, aber eben sehr ruhig. Auch wenn es für mich kein 5-Sterne Highlight war, so ist es jedoch auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die gerne Familiengeschichte über mehrere Generationen entdecken und viel Wert auf richtig gut charakterisierte Figuren mit Tiefgang legen.
Ein ruhiger und einfühlsamer Familienroman …. mir hat die Geschichte gut gefallen …. ich mochte den Schreibstil und konnte mich gut hinein fühlen…. auch wenn die Geschichte eher ruhig vor sich hin läuft, war mir beim lesen nicht langweilig…. hin und wieder hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht …. Was nicht heißen soll das es diese nicht gab 🤗 die gab es durchaus, aber für mich hätte es etwas mehr sein dürfen….
Dieser sogenannte „Generationenroman“ kommt eigentlich mit nur zweien aus, während die dazwischen kaum eine Rolle spielt. Unsere Protagonistinnen sind Großmutter und Enkeltochter füreinander. Erstere, Margrit, lebt in einem Altersheim und ist mit 102 Jahren trotz ihres hohen Alters immer noch eine aufmerksame Beobachterin und Gesprächspartnerin. Gut für Luzie, die ein Trauma überwinden und wieder neues Vertrauen ins Leben fassen muss. Es gibt noch weitere liebenswürdige Charaktere, wie Artur, den Fahrer der Heimbewohner und jene selbst, die bald auch in Kontakt mit der jungen Tätowiererin kommen. „Die Haut wird verletzt, und verheilend schließt sie die Tinte unter sich ein.“ Als würden die klugen Dialoge zwischen den Figuren noch nicht reichen, um in diesem Roman zu versinken, lässt er uns auch noch sprachliche und philosophische Gedankenspiele miterleben. „Flusslinien“ begeistert mich mit dem Hamburger Elbstrand als Handlungsort und der Verarbeitung der großen Themen des Lebens auf eine sehr charmante Art.
Sternebewertung fiktiv
„Flusslinien“ ist ein stiller, poetischer Roman, der sich behutsam durch die Lebensgeschichten mehrerer Generationen tastet. Im Mittelpunkt steht Margit, eine über hundertjährige Frau, die in einer Seniorenresidenz lebt und sich regelmäßig von Arthur, dem schweigsamen Fahrer, in einen römischen Garten bringen lässt. Dort denkt sie nach, über die Vergangenheit, über ihre Mutter, die eine heimliche Liebe zu einer Frau hatte, und über ihre Enkelin Lucy, die nach einem traumatischen Erlebnis im Ausland ihr Leben neu ordnen will. Der Roman entfaltet seine Kraft leise. Besonders schön finde ich, wie das Verhältnis zwischen Margit und Lucy langsam intensiver wird. Es ist berührend zu sehen, wie die beiden Generationen zueinanderfinden, nicht durch Gespräche allein, sondern durch gemeinsame, fast absurde Handlungen wie das heimliche Tätowieren im Keller des Altenheims. Diese Szenen hatten für mich etwas sehr Zartes, fast Tröstliches. Auch Arthur, der anfangs wie eine Randfigur wirkt, bekommt Tiefe. Sein Metalldetektor und seine inneren Konflikte wirken fast wie Metaphern für das, was unter der Oberfläche all dieser Figuren verborgen liegt, Erinnerungen, Trauer, Sehnsüchte. ABER: Was mir jedoch gefehlt hat, war ein Gefühl von Geschlossenheit. Die verschiedenen Erzählsprünge, Margits Erinnerungen, Lucys Suche nach Halt, Arthurs inneres Ringen haben sich für mich nicht zu einem wirklichen Ganzen gefügt. Es blieb vieles offen, vielleicht bewusst, vielleicht aber auch etwas zu lose. Das Ende hat mich dadurch nicht wirklich abgeholt. Ich hätte mir einen klareren Bogen gewünscht, der die Geschichten zusammenführt. Trotz der poetischen Sprache und einzelner starker Momente konnte mich „Flusslinien“ insgesamt nicht überzeugen. Die Erzählstränge wirkten für mich zu lose miteinander verbunden, viele Fragen blieben offen, und das Ende fand für mich keinen runden, abschließenden Bogen. Das Buch hat mich emotional nicht wirklich abgeholt, und so kann ich es, trotz einiger schöner Passagen leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.
Probleme verschiedener Generationen mit einem wenig Witz aber auch der gewissen Ernsthaftigkeit dargestellt
In diesem Buch geht es um drei Hauptprotagonisten. Margit ist 102 Jahre alt und erinnert sich oft an ihre Vergangenheit und versucht eine gute Bindung zu ihrer Enkeltochter Lucie zu haben. Luci ist die Enkelin von Margit. Nach einem schrecklichen Vorfall hat sie sich von der Schule abgemeldet und möchte nun Tattoos stechen.Sie hat viel geübt und möchte nun das erste Tattoo ihrer Oma stechen. Sie hat keinen festen Wohnsitz,versucht sich aber wieder ein eigenes Leben aufzubauen. Dann gibt es noch Arthur. Er fährt die älteren Menschen von einem Ort zu dem anderen. Nebenbei erfindet er Sprachen und sucht mit seinem Detektor den Elbstrand ab. Der Umschlag des Buches gefällt mir sehr gut und das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Auch der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ein dicken Pluspunkt gibt es von mir ,weil alle 3 Sichten erzählt werden. So kann ich die Gefühle und das Handeln der Protagonisten viel besser nachvollziehen. Das Buch ist kein hochemotionaler Roman und doch macht es etwas mit einem.Es wird mit einem gewissen Witz und Charme aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auf die Probleme der verschiedenen Generationen eingegangen. Wie diese Probleme und Vorkommnisse unser ganzes Leben beeinflussen können und wieviel Kraft es manchmal kostet weiterzumachen und um sein Leben zu kämpfen. Daher hinterlässt das Buch ein stärkendes und posen Gefühl. Es war ein sehr schönes Leseerlebnis und ich bin mir sicher,dass jeder der das Buch liest etwas positives für sein Leben mitnehmen kann.❤️ #buchblog #lesen #Roman #positivity #mindset #generations

Es war ein anderes Buch als ich erwartet hatte, dafür kann die Autorin nichts. Dem Roman hätte meiner Meinung nach mehr „show, don‘t tell“ gut getan.
Der Roman handelt eigentlich von einer alten Frau, die über die Freundin und die Familie ihrer Mutter nachdenkt und die noch eine Enkelin mit einem tiefsitzenden Problem hat. Meine große enttäuschte Hoffnung war, dass der Fluss, die Elbe zu einer Metapher für eine lebendige, verbindende Linie wird für Beziehungen und Konflikte zwischen Generationen. Entweder hab ich es schlicht nicht wahrgenommen oder es war nicht da. Muss es ja auch nicht, das war ja meine Erwartung. Meine Enttäuschung ließ mich jedoch nicht mehr offen für das Buch sein, ich ärgerte mich stattdessen über Details. So fehlte mir z.B. die Perspektive der Generation einer Mutter neben der Großmutter und der Enkelin. Man lernt beim Lesen immer noch eine und noch eine Nebenfigur kennen, und jede bekommt eine Backstory teils dramatische Situationen. Das mag ich eigentlich, aber diese Figuren leben quasi in der Backstory, es gibt kaum Handlung mit ihnen, z.B. bei einer Freundin der Enkelin. Dann fehlte mir hier, was ich als „show, dont tell“ kennengelernt habe. Die Großmutter denkt, erzählt uns quasi über ihre eigene Mutter und deren Freundin. Nicht aus der Perspektive des Kindes, das sie damals war, nicht aus der Perspektive einer gealterten Frau, die auf ihre Kindheit schaut, sondern aus der Perspektive einer Erzählerin, die Details wahrnimmt, die ein Kind nicht so erlebt. Warum geht es nie um die Beziehung der Großmutter zur Freundin ihrer Mutter? Warum denkt sie trotzdem so viel über diese Freundin nach, wo ist der Anlass, was bedeutet es für sie? Was ich mochte, war die Aufteilung des Romans in die aufeinanderfolgenden Tage, an denen wir in die Perspektive von jeder Hauptfigur einmal schlüpfen. Allerdings hab ich mir ein Tagesende im Erleben einer Figur gewünscht. Ich wünschte auch, die Figuren, die wir ja hauptsächlich über ihre Gedanken kennenlernen, hätten noch stärker unterscheidbare Sprech- bzw. Denkweisen gehabt. Insbesondere bei der Großmutter, die sich viel mit ihrer eigenen Mutter und deren Freundin auseinandersetzte, bin ich wegen des Sprachduktus und der fehlenden subjektiven Perspektive dieser Frau manchmal durcheinander geraten.

Für mich ist "Flusslinien" von Katharina Hagena ein weiteres Buchhighlight und eine absolute Herzensgeschichte. ~~~ Die Buchcharaktere sind mir während des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen, liessen mich ganz leise an ihren Erinnerungen teilhaben und zeigten mir, dass jede Generation sich mit ihren Herausfordefungen auseinandersetzen muss, um dafür eigene Wege zu finden. ~~~ Katharina Hagena schreibt feinfühlig, leise, facettenreich, melancholisch, wortgewaltig, mit charmanten Humor und hat mich einfach begeistert und überrascht. ~~~ "Flusslinien" ist für mich ein besonderes Buch, dessen Geschichte nachhallt und von mir ganz sicher ein zweites Mal gelesen wird. ~~~ Meine absolute Leseempfehlung für noch hoffentlich ganz viele Leser*innen. ~~~ Dankeschön an den Kiwi-Verlag für dieses grossartige Buch, dass ich sonst vielleicht nicht für mich entdeckt und somit wundervolle Lesestunden verpasst hätte. ~~~ Inhalt: Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen und aufeinander einlassen.
Langatmig und ausufernd
Lesekreislektüre. Hat mich nicht erreicht, bin gedanklich immer wieder abgedriftet weil ich nicht dabei war. Der Charakter Luzie war für much ein Highlight, spannend und vielschichtig. Daneben Margit, auch gut beschrieben. Daneben gab es für mich zu viele Nebenstränge, Maulwurfstories, die Liebesgeschichte der Mutter von Margit, das Tauchen und die erfundene Sprache von Arthur. Das hat mich echt genervt, habe bei S. 347 abgebrochen weil ich nicht mehr mochte.
𝙒𝙖𝙧𝙪𝙢 𝙬𝙤𝙡𝙡𝙩𝙚 𝙞𝙘𝙝 𝙙𝙖𝙨 𝘽𝙪𝙘𝙝 𝙡𝙚𝙨𝙚𝙣? Generationsgeschichten, vor allem der Kontrast zwischen Jung und Alt liebe ich sehr. Durch die 102 Jahre alte Margrit, die sich täglich von dem jungen Arthur in den römischen Garten kutschieren lässt und ihrer Enkelin Luzie erwarte ich hier eine berührende und wegweisende Lebensgeschichte. 𝙆𝙡𝙖𝙥𝙥𝙚𝙣𝙩𝙚𝙭𝙩: Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen. 𝙀𝙞𝙜𝙚𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜: Der Einstieg und der Schreibstil gefielen mir gut. Eher ruhig erzählt die Autorin die Geschichte einer Großmutter, ihrer Enkelin und dem Fahrer eines Fahrdienstes, im Wechsel. Margrit und Luzie habe ich sofort gemocht. Bei Arthur hat es erst ein wenig gedauert. Sehr schnell habe ich gespürt, diese Geschichte wird besonders und tiefgründiger als erwartet. Lauert hier etwa ein neues Lieblingsbuch? Leider nein! Die anfängliche Euphorie ließ schnell nach. Schon ca. ab der Mitte war ich von Margrits Geschichte nicht mehr so angetan. Vielleicht lag es daran, dass ich nun doch mehr von Arthur und Luzie erfahren wollte. Ihre Dialoge mochte ich sehr. Auch die zwischen Margrit und ihrer Enkelin. Diese Kapitel vergingen viel zu schnell. Dagegen Margrits Vergangenheit, die mir zu detailliert beschrieben war. Dabei hatten deren Mutter und ein paar andere Nebencharaktere einen sehr großen Stellenwert bekommen, was mich persönlich aus der Begeisterung katapultiert hat. Ich wollte eher wissen, wie Margrit Luzie bei deren Trauma unterstützt oder was mit Arthurs Bruder passiert ist. Mir ist bewusst, dass "Flusslinien" natürlich aber nicht nur darauf ausgelegt ist. Eher auf Margrits Leben und deren Liebe zum römischen Garten, die durch die Freundschaft zwischen Margrits Mutter Johanna und der Gärtnerin Else Hoffa entstanden ist. Letztere gab es tatsächlich und war für die Gestaltung des römischen Gartens verantwortlich. Hier bekommt der/die Leser*in auch ein paar schöne Einblicke. Mir aber war das zu viel, weswegen ich bei besagten Szenen doch auch quergelesen habe. Das Ende war gut, für meinen Geschmack aber auch nicht besonders. Ihr merkt, ein wenig enttäuscht bin ich, da ich anfänglich ja noch dachte, ein neues Lieblingsbuch in den Händen zu halten. 𝙁𝙖𝙯𝙞𝙩: Hatte eine andere Erwartung an die Geschichte, die für manche bestimmt ganz toll ist, für mich war sie eher mittelmäßig.

Leiser Generationsroman, der mir viel abverlangte
**** Worum geht es? **** Margrit, 102, blickt täglich im Park auf ihr bewegtes Leben zurück. Ihre Enkelin Luzie sucht nach dem Schulabbruch nach Orientierung und tätowiert dabei sich und andere. Fahrer Arthur trägt eine eigene Schuld mit sich herum. Drei Menschen, verbunden durch Erinnerung, Suche und Nähe. **** Mein Eindruck **** Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich es spannend fand, in die 102 Lebensjahre einer alten Frau einzutauchen, die ihre Leidenschaft für Landschaft und Erinnerung bewahrt hat. Leider wurde ich schon auf den ersten Seiten ernüchtert: Die Gedanken sind sehr verschachtelt und wirken oft unfokussiert. Dass dies kein leichter Wohlfühlroman werden würde, war mir bewusst – dass er aber über 400 Seiten so viel Konzentration fordert, hatte ich nicht erwartet. Die nächste Enttäuschung folgte, als sich herausstellte, dass nicht nur Margrits Perspektive erzählt wird. Auch wenn Arthur und Luzie interessante Figuren sind, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte konsequenter aus Margrits Sicht bleibt. Mit dem Perspektivwechsel konnte ich mich persönlich nicht so recht anfreunden. Das Hin und Her, die leise, aber zugleich schwere Erzählweise und die Vielzahl der Figuren haben mich emotional leider weniger erreicht, als ich gehofft hatte. Der Klappentext klang für mich nach einem Highlight, doch irgendwann blieb mir nur noch das Querlesen, um mich nicht in den Längen zu verlieren. Schade, denn das Buch behandelt eine wichtige Thematik und vermittelt trotz aller Widrigkeiten viel Liebe und Hoffnung fürs Leben. **** Empfehlung? **** Für Leser*innen, die ruhige, tiefgründige Romane mit mehreren Erzählebenen und leisen Tönen mögen – und bereit sind, sich geduldig und aufmerksam darauf einzulassen.
Eine Geschichte, die sich durch eine besonders schöne Schreibweise hervorhebt. Viele schöne Sätze, die nachhallen und in mir etwas bewegt haben. Leider war mir die Geschichte im gesamten zu überladen. Weniger Themen und mehr Nähe zu den tollen Charakteren hätte mir unterm Strich wahrscheinlich besser gefallen. Nichtsdestotrotz lesenswert, aber mehr war es für mich dann leider nicht.
Eine Geschichte 3 er Menschen dass man am liebsten immer weiter lesen möchte.
Bereits das Buch „Der Geschmack von Apfelkernen“ war für mich ein guter Roman. „Flusslinien“ top den Roman. Alle 3 Protagonisten haben schwere Zeiten erlebt und trotzdem hat die Geschichte eine Leichtigkeit und so viel Wunderbares für das es sich zu leben lohnt. Für mich war dieses Buch ein Highlight. 💕🫶
In Flusslinien erzählt Katharina Hagena wieder die Geschichte verschiedener Generationen auf wunderbar stille aber poetische Weise und auch die Natur hier in Form der Elbe und der Elburfer kommt nicht zu kurz. Wie die titelgebenden Flusslinien verbinden sich die Leben von Luzie, Margrit und Arthur immer wieder und laufen auch mal auseinander und verlieren sich nie und ergeben am Ende ein zusammenpassendes Gesamtbild.. Dabei ist für mich die 102-jährige Margrit, die sich täglich vom Arthur, dem Fahrer der Seniorenresidenz an der Elbe, in der sie lebt, zum verwilderten römischen Garten am Ufer der Elbe fahren läßt und hier viel nachdenkt über ihr Leben, das Leben ihrer Mutter und über Luzie, ihre Enkelin. Diese hat kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen und Margrit macht sich Sorgen, weiß aber auch, dass Luzie ihren Weg allein finden muss. Als Luzie als Tattoowiererin arbeiten und damit das ausdrücken will, über das sie nicht reden kann, stellt Margrit ihr eben ihre 102-jährige Haut zum Ausprobieren zur Verfügung. Auch über Arthur denkt Margrit nach, ein Sprachenerfinder, Sondengänger und Taucher, der täglich die Residenzbewohner zur Dialyse fährt und aber ansonsten den Weg in seinem Leben auch noch nicht kennt, Wie sich diese Menschen verbinden und gemeinsam einen Weg finden, sich gegenseitig zu helfen und dabei zu heilen, davon erzählt Hagena mit Sprachwitz, Leichtigkeit und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitg setzt sie starken und eigensinnigen Frauen ein Denkmal so schön, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und mich immer auf Margrit und ihrer so erstaunlich hellsichtigen Beobachtungen gefreut habe. Es ist ein eher stilles Buch, das bis zum Ende ohne großen Paukenschlag und rasche Wendungen auskommt und trotzdem eine „runde“ Geschichte erzählt.
Ein schöner Roman
Die Geschichten um die drei Hauptpersonen sind in ruhigen Worten erzählt und fließen irgendwann zusammen. Es gibt viele Beschreibungen, besonders die des Römischen Gartens und der Tätowierungen. Ich würde sagen: eine schöne Geschichte, die mich nicht gefesselt hat, aber die ich trotzdem gerne gelesen habe.
Oberflächlich gesehen geht es in diesem Buch um drei Personen. Die 102 Jahre alte Margrit lebt in einer Seniorenresidenz, ihre 18 Jahre alte Enkelin Luzie hat gerade die Schule abgebrochen und dann ist da noch Arthur, der Fahrdienste in der Seniorenresidenz übernimmt. Jede der drei Personen hat mit Schicksalsschlägen zu kämpfen, die nach und nach ans Tageslicht kommen und alle drei Figuren leben nicht isoliert, sondern sind in ein Geflecht von anderen Personen hineingestrickt. Dadurch fiel es mir zu Beginn etwas schwer, den Überblick zu behalten. Wir sind nie lange bei einer Person, sondern mal liegt der Fokus auf Margrit, mal auf Luzie, dann auf Arthur, dann wieder auf Luzie,… Das hat mir den Lesefluss leider etwas erschwert, so dass ich keiner Figur richtig nahe kommen konnte, weil ich immer wieder rausgerissen wurde.
Erzählt wird von zwölf Sommertagen an der Elbe und drei Lebensgeschichten von drei unterschiedlichen Menschen. Margit ist hundertzwei Jahre und lebt in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Von Arthur lässt sich sich regelmäßig in den Römischen Garten fahren, um sich hier an ihr langes Leben zu erinnern: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber, ihre Familie und besonders an Else Hoffa, die große Liebe ihrer Mutter und Gestalterin des Römischen Gartens. Ihre Enkelin Luzie hat die Schule abgebrochen und möchte als Tätowiererin durchstarten. Während sie ihrer Oma ein großes Tattoo verpasst, versucht sie, Stück für Stück wieder Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Arthur erfindet Sprachen, chauffiert die Bewohner*innen der Residenz und sucht mit einer Sonde den Elbstrand ab. Auch auf ihm lastet ein schweres Schicksal, mit dem er zu kämpfen hat. “Flusslinien” ist ein Generationenroman, der über verschiedene Schicksale, Wunden und Erinnerungen erzählt und wie man es schafft, mit diesen umzugehen, sie loszulassen und weiterzuatmen. Mich hat der Roman auf eine sehr feine Art berührt. Katharina Hagena erschafft drei Charaktere, die mir sehr an Herz gewachsen sind und die ich gerne an diesen zwölf Sommertagen begleitet habe. Die Autorin verwebt die Geschichte mit wunderbaren Naturbeschreibungen rund um die Elbe, die metaphorisch die Lebensgeschichten von Margit, Luzie und Arthur umrahmen. Einen großen Spannungsbogen hält der Roman nicht bereit, aber die Stärke der Geschichte liegt für mich auch in anderen Dingen: die ruhige und sanft fließende Erzählweise, die großartige Atmosphäre und vor allem die wunderschöne Sprache, die sich durch den ganzen Roman zieht.

Wunderbarer Generationen Roman
In „Flusslinien“ begleiten wir Großmutter Margrit, Enkelin Luzie und Arthur. Dieser fährt Senioren und somit auch Margrit zu Ärzten, aber auch, wie in diesem Fall, Margrit in ihren geliebten Römischen Garten. Wir befinden uns in Hamburg und die Elbe ist unser ständiger Begleiter. Direkt und indirekt. Margrit zählt stolze 102 Jahre, lebt in einer Wohnung in einer Senioreneinrichtung und hängt in ihrem hohen Alter ihren Erinnerungen nach. Wir machen kürzere und längere Ausflüge in ihre Kindheit und Jugend, werfen einen Blick auf ihre Ehe und ihr Leben insgesamt. Dass wir hier nicht nur auf glückliche Momente zurückblicken ist angesichts der Zeit, in der Margrit aufgewachsen, klar. Doch wir nehmen auch Anteil an ihrem aktuellen Leben, in dem ihre junge Enkelin Luzie mit ihren 18 Jahren gerade die Schule geschmissen hat und sich dem Tätowieren widmet. Wortgewandt und unaufgeregt kommt dieses Buch daher. Katharina Hagena findet wunderbare Worte für vergangene Zeiten, aber auch nachdenkliche Metaphern über das Altern und das Leben an sich. Wir werfen einen Blick auf Beziehungen und Freundschaften. Unecht und toxisch, aber auch wiederaufblühend und stark. Wie wichtig ist Familie? Wie standfest sind unsere Beziehungen? Ein Buch über Familienbande. Den Zusammenhalt, aber vielleicht auch die Distanz, die es ab und an braucht. Mit Arthur haben wir einen interessanten Mann, der eine besondere Beziehung zu Margrit führt. Ich mag die Interaktion zwischen den Beiden sehr und Arthur an sich ist ein Anker in dieser Geschichte. In den wunderbaren Elbauen finden wir beruhigende Momente. Aber wir erleben auch, was der Mensch der Natur antut. Wie wir Raubbau an der Natur verüben und mit den Konsequenzen leben müssen. Die Geschichte wird uns in 12 Tagesabschnitten erzählt und ich habe mich auf jeden einzelnen Tag gefreut. Mir sind die Protagonisten so ans Herz gewachsen. Auch die Nebendarsteller. So schrullig sie auch waren, so verschlossen und so herzerwärmend. Alle hatten das besondere Etwas und mir hat dieses Buch einfach so viel Freude bereitet. Das Setting war fantastisch. Der Römische Garten, eine der kleinen Perlen Hamburgs. Der Elbstrand mit all seinen unterschiedlichen Besuchern. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

Eine schöne, witzige und vielschichtige Geschichte aus drei Perspektiven.
Die über 100 Jährige Margrit, ihre Enkelin Luzie und der Dialyse- Fahrer Arthur erzählen ihre Geschichten in Rückblenden und in der Gegenwart. Es werden parallel viele Themen, wie sexuelle Gewalt, Suizidgedanken, Homosexualität, Familienverbindungen usw. angesprochen und mit den Geschichten verwoben. Das Buch hat ein Paar kleinere Längen und manches ist etwas voraussehbar, aber es tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Ein wundervolles Buch!
Wie sich Katharina Hagenah ihren Figuren nähert, ist wunderschön. Margrit ist 102, sie schaut zurück. Aber auch auf die Menschen um sie. Luzie, ihre Enkelin, hat die Schule abgebrochen, tätowiert Magrit und kämpft mit einem furchtbaren Erlebnis. Arthur hat auch einen Bruch in seinem Leben. Er erfindet Sprachen und ist Sondengänger. Die vorsichtige Annäherung der Protagonisten ist ein Genuss. Und das Bild der Wurzeln von Giersch ist grossartig.
Drei Dämonen in meditativem Setting
Eine meiner Nachbarinnen ist fast 100 Jahre alt und lebt alleine. An sie musste ich denken, wenn ich in das Leben von Margritein tauchen durfte. Ich liebe Romane, in denen besonders alte Protagonisten auftauchen. Margrit ist 102 Sie versucht, sich die größtmögliche Autonomie zu erhalten. So besteht sie darauf, dass Arthur sie täglich in den römischen Garten an die Elbe fährt. Sie hat zu diesem Park eine ganz besondere Verbindung, die in der Vergangenheit ihrer Mutter Johanne beginnt. Auch deren Geschichte wird uns erzählt. Arthur der neue Sprachen entwickelt und mit dem Metalldetektor das Elbufer absucht und Margrits Enkelin Luzie, die ihre Oma tätowieren wird und ein Trauma verarbeiten muss, bekommen ebenso eine Ebene. Wir erfahren die dunklen Geheimnisse ihres Lebens, die Hürden, die sie nehmen mussten, oder an denen sie scheiterten. Die Dämonen, mit denen sie kämpfen. Dabei bleiben die Figuren, obwohl sie eng miteinander verbunden sind, für sich. Verknüpfungen finden nicht statt, sondern jede Person erzählt isoliert von der anderen ihre Geschichte. Margrits Erzählstrang hat mir über lange Strecken am besten gefallen. Erst als sie sich in der Vergangenheit von Johanne verlor, entfernte sie sich immer mehr von mir und war kaum noch fassbar. Auch wenn die Geschichte von Johanne und Else sehr berührend ist, war sie mir zur ausufernd erzählt. Dabei habe ich den Verdacht, dass es eigentlich genau das ist, was uns die Autorin erzählen möchte, denn Else Hoffe hat es tatsächlich gegeben. Die anderen drei Figuren bieten den Rahmen. Unterm Strich wirkte das für mich etwas konstruiert. Doch es gibt ganz wunderschöne Sätze, die sich aus Margrits Gedanken zusammensetzen. Ich hab mir sehr viel markiert. Dass ein dunkler Fleck Luzies Leben schwierig macht, ist mehr als verständlich. Auch dass sie sich abkapselt, ist irgendwie logisch,. Dass sie das Trauma allerdings nicht wirklich bearbeitet, fällt mir genauso schwer nachzuvollziehen, wie die fehlende Sensibilität ihrer Mutter Brisko. Arthur konnte ich gar nicht richtig fühlen. Ich verstehe zwar was ihm im Endeeffekt das Überleben schwer macht, aber es wirkte alles etwas schemenhaft, als ob seine Geschichte wie Morgennebel über der Elbe schwebt Der Ton ist ruhig, fast sanft und an manchen Stellen sogar meditativ. Wenn Margrit atmend ihren Gedanken nachhängt, oder wenn Luzie das Motiv beschreibt, dass sie ihrer betagten Großmutter auf den Körper zaubert, hatte die Geschichte einen sehr angenehmen Klang. Aber leider fehlt es dem Roman an nachhaltiger Substanz, die mich als Leserin bis ins Mark erreicht. Cornelius war mir dann einfach zu viel und das Ende hat mich dann leider gar nicht abgeholt. Eine ruhig erzählte Geschichte, in der man den feuchten Morgen Nebel spürt, und riecht, dir aber wahrscheinlich genauso schnell aus meinem Kopf verfliegen wird.
Ein Buch mit Sogwirkung
Was Katharina Hagena schreibt, entwickelt von der ersten Seite an eine Sogwirkung. Dies war schon bei Der Geschmack von Apfelkernen so, bei Flusslinien gelingt es ihr erneut. Wieder verbindet sie dabei geschickt unterschiedliche Generationen. Besonders gelungen ist ihr dabei die 102-jährige Margrit. Sie lebt in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Ihre Zeit verbringt sie hauptsächlich im Römischen Garten. Dieser wurde vor vielen Jahren von Else Hoffa gestaltet, die eine Zeit die Geliebte von Margrits Mutter Johanne war. Margrit denkt viel über die Welt nach, ihre Gedanken nehmen dabei oftmals sehr interessante Formen an. Besonders über ihre Enkelin Luzie denkt sie nach. Luzie brach kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag die Schule ab und möchte nun als Tätowiererin arbeiten. Außerdem gibt es da noch Arthur, der Margrit und die anderen Senioren zu allerlei Terminen fährt. Auch seine Geschichte wird nach und nach erzählt. In Rückblenden und Teil auch in Erzählungen (denn alle haben ihre Geheimnisse, die sie jedoch eigentlich nicht erzählen wollen), erfahren wir langsam, was sich wirklich zutrug. Besonders gelungen fand ich dabei, dass die Geschichten nicht vorhersehbar waren, es immer überraschende Wendungen gab, die aber keinesfalls unrealistisch wirkten. Gegen Ende befürchtete ich bei Margrits Plänen noch einen großen Showdown, das wurde jedoch wunderbar gelöst. Für mich interessant war auch, dass ich für Margrit meist viel mehr Verständnis hatte als für Luzie, die mir altersmäßig deutlich näher ist. Vermutlich lag dies daran, dass Margrit für ihr Alter eine sehr fortschrittliche Person ist, dies auch ihr ganzes Leben war. Luzie dagegen ist eine typische Vertreterin ihrer Generation und dafür bin ich vielleicht schon wieder zu alt. Flusslinien ist ein sehr gut und leicht lesbares Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es lässt mich sehr zufrieden und glücklich zurück.
Flussstrudel
Flusslinien erzählt die Geschichte von Margrit, ihrer Enkelin Luzie und Arthur, Margrits Fahrer aus dem Pflegeheim. Margrit wuchs bei ihrer Mutter Johanne auf, ist Stimmbildnerin und Atemtherapeutin. Ihr Sohn Frieder lebt in Australien, zum zweiten mal verheiratet, während seine Tochter Luzie mit ihrer Mutter Brisko in Hamburg lebt. Luzie besucht Margrit regelmäßig. Die beiden haben eine ganz besondere Beziehung und die über hundert Jahre Margrit macht sich immer wieder sorgen um Luzie. Luzie fühlt sich von ihrer Oma verstanden, hat aber selbst ihre Last zu tragen. Sie kam zurück nach Deutschland, nachdem sie in Australien durch einen Mitschüler vergewaltigt wurde. Dementsprechend leidet sie, verstrickt sich bei ihrer Mutter als auch bei ihrer Oma und muss ihren Weg finden. Arthur begegnet Luzie auch immer wieder. Er fährt Margrit zu unterschiedlichen Orten wie dem römischen Garten. Er selbst war Taucher, erfindet Sprachen und hat ebenfalls eine skurile Vergangenheit. Diese drei Erzählstränge finden zueinander. Die Sprache war mir zu schnell, zu durcheinander. Auch der Ebookstil war verwirrend: durch das ersetzen der wörtlichen Rede mit -Bindestrichen anstatt „Anführungszeichen“ wusste ich nicht wer redet, wann die Rede beendet war und blieb völlig verwirrt über dem Text hängen. Nebst den drei Personen gab es noch etliche andere, deren Geschichte ebenfalls erzählt wurde, die meiner Meinung nach zu abgehoben waren. Als Beispiel: die Jagd nach einem Maulwurf, eine Gruppe Menschen aus Belarus, die einen Club zu einer erfundenen Sprache gründen oder das Tätowieren alter Menschen im Pflegeheim. Mir war es zu skuril. Schade. Aber das nächste Buch wartet schon.

Ein Roman mit Stärken, aber auch mit Längen .
Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Rezension: Die Flusslinien ist ein Roman, der mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits hat das Buch unbestreitbar eine literarische Qualität – die Sprache ist ausgefeilt, die Beschreibungen atmosphärisch, und es gibt durchaus Momente, in denen ich von der Erzählung mitgerissen wurde. Andererseits war es für mich oft schwer, den Überblick zu behalten. Ein zentraler Punkt, der mir das Lesen erschwert hat, ist die schiere Anzahl an Figuren. Es gibt so viele Charaktere mit ihren eigenen Geschichten, Verbindungen und Entwicklungen, dass ich zeitweise den Faden verlor.Diese ständige Orientierungssuche hat meinen Lesefluss öfter gestört.Vielleicht hätte mir die Geschichte besser gefallen, wenn sie etwas straffer erzählt worden wäre oder mit weniger Nebenfiguren ausgekommen wäre. So aber bleibt ein gemischter Eindruck zurück: Ein Roman mit Stärken, aber auch mit Längen – und der mich letztlich etwas ratlos zurücklässt, ob ich ihn nun wirklich mochte oder nicht.

"Alt sein ist oft wie Kind sein, bloß ohne dabei noch jemanden zu entzücken." Margrit ist 102 Jahre alt und wartet auf den Tod. In einer Seniorenresidenz an der Elbe harrt sie der Dinge. Mit den Jahren sind ihre Haare weiß und ihre Knochen kantig geworden. Sie hört und sieht schlecht, besitzt dafür aber ein Feingefühl für Geräusche, die man eigentlich gar nicht hören kann. Jeden Tag lässt sie sich von Arthur zum römischen Garten fahren, wo sie in sich hineinblickt und über ihr Leben resümiert: Über ihre Liebhaber, den Krieg, ihre Mutter und ihre Kinder und Enkel. Arthur vermutet, dass der Anblick der Elbe sie am Leben hält, doch eigentlich sind es ihre Erinnerungen. Man könnte nun meinen, dass man in "Flusslinien" einem langsamen Verfall beiwohnt, dabei zusieht, wie Margrit langsam aber sicher dahinsiecht, aber in diesem Roman passiert vielmehr als man es auf Anhieb vermutet. Es sind die vielen feinen Zwischentöne, die zwischen den Zeilen verborgen liegen und sich zu einer Melodie zusammenfinden: Margrits Lebenslied. Denn sie wird noch gebraucht: von den Menschen in ihrer Umgebung. Zum einen ist da Arthur, der sich neben seinen Fahrdiensten mit einem Metalldetektor zum Strand begibt und nach Dingen sucht, sich besondere Wörter vermerkt und eine neue Sprache erfindet. Er ist kein schweigsamer Mensch, aber verschwiegen. Ein kleiner Eigenbrötler, der den Verlust seines Bruders mit sich selbst ausmacht und sich in einer Hütte an der Elbe verkriecht, die Margrits Mitbewohner Gregor verwaltet. Gregor ist wohl heimlich verschossen in Margrit. Er nennt sie seine Elbkönigin. Auch er wohnt mittlerweile in der Seniorenresidenz. Und dann ist da noch Luzie, Margrits Enkelin, die sich erst einer Traumatherapie unterziehen musste, um das Wort Vergewaltigung hören zu können ohne Atemnot zu bekommen. Ein schrecklicher Vorfall überschattet sie, sorgt für eine wachsende Entfremdung ihrer Mitschüler*innen. Selbst ihre beste Freundin Merle distanziert sich von ihr. Sie sieht sich dazu gezwungen, sich kurz vor dem Abitur von der Schule abzumelden. Nur Margrit fühlt, dass ihr Verhalten nicht einer normalen Teenagerlaune zuzordnen ist, sondern da etwas nicht stimmt. In "Flusslinien" fließen die Lebenslinien von Margrit, Arthur und Luzie zusammen. Katharina Hagena webt in ihrem Roman ein Beziehungsgeflecht, dass Margrit bis zuletzt einen festen Platz im Leben sichert. Sie macht deutlich, wie sich die Wege unterschiedlichster Menschen miteinander kreuzen und welchen Einfluss wir auf das Leben anderer haben. Leise aber nachdrücklich gibt sie den Blick auf die Verbindungen frei, die uns Menschen am Leben erhalten. "Girsch ist wie eine Geschichte. Wie Familie. Alles ist auf versteckte Weise verflochten und eine große Pflanze fällt zusammen, wenn irgendwo eine kleine ausgerissen wird. Aber loswerden kann man ihn nur schwer. Sie fühlt sich ihm zugehörig, dem bleichen Netz seiner unterirdischen Ausläufer und der langen senkrechten Wurzel. Ohnehin fühlt sie sich inzwischen allem Wurzelwerk näher als den Blüten. Bald wird sie selbst bei den Wurzeln wohnen. Wurzel sein."

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich in die Geschichte hineinzufinden. Und ich muss zugeben, dass ich mich bei manchen Passagen gelangweilt habe. Im Großen und Ganzen passt aber alles zusammen. Eine zärtliche Geschichte über das Leben, mit seinen Höhen und Tiefen. Mir gefiel, wie Ereignisse dargestellt wurden, die für Außenstehende unbedeutend und unwichtig erscheinen, aber für die betroffene Person einen großen Einfluss haben. Tolle Protagonisten.
Generationsroman, viel Natur und Gefühl
📚Rezension📚 Flusslinien von Katharina Hagena Ein Buch, das von drei Generationen handelt und die Autorin schafft es tatsächlich, dass man sich komplett in die Gedankengänge der einzelnen Protagonisten reinhängen kann und alle Gefühle versteht. Da ich schon einige Bücher von der Autorin kannte, war mir klar, dass mir dieses ebenfalls gefallen wird. Ich finde, es ist ein tolles Buch für den Frühling, da es viel um Natur und ihre Schönheit geht. Vor allem geht es aber auch um Natur- und Umweltschutz. Jedes Kapitel fühlt sich wie ein langer Gedankengang der Protagonisten an. Oft ist es aber, als würde man wirklich jeden einzelnen Gedanken der Person lesen, und für mich hat es sich schnell nach zu viel angefühlt. Wie ein Gedankenüberfluss. Deswegen habe ich manche Passagen übersprungen. Danke an @kiwi_verlag für das Rezensionsexemplar. (Unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar) #katharinahagena #booktok #bookstagram #germanbooktok #germanbookstagram #bücher #büchergram #lesen






















































