Flugasche
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Description
Die andere Geschichte der Josefa Nadler aber, die private, macht die Bedeutung dieses Romans aus. Sie ist 30 Jahre alt, lebt mit ihrem Sohn allein und schwankt zwischen beständiger Sehnsucht nach Geborgenheit und Freiheit und einer immerwährenden Angst vor Einsamkeit und Zwang. Wie leben, daß man sich selbst, seinen eigenen Gefühlen und Besonderheiten gerecht wird? Diese Frage möchte Josefa für sich und andere beantworten in Gesprächen mit ihrer Kollegin Luise, ihrem Freund Christian, dem Heizer Hodriwitzka. Sie leidet darunter, daß über ihr Leben bestimmt wird und daß es für alles Richtlinien gibt.
Luise hat noch den Faschismus miterlebt; für sie bedeutet der Sozialismus die historische Chance zur verwirklichten Humanität. Josefa aber mißt den erreichten gesellschaftlichen Zustand an ihren Bedürfnissen. Sie macht sich auf den eigenen Weg, weil sie nicht akzeptieren kann, daß die Geschichte schon an ihr Ziel gekommen sei. Sie verläßt den geliebten Freund, den Kollegenkreis und die große Gemeinschaft der Organisierten. Aber auch in ihren Träumen kommt sie nicht zur Ruhe.
Book Information
Author Description
Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter »Flugasche«, »Animal triste«, »Endmoränen«, »Ach Glück« und »Zwischenspiel«, außerdem mehrere Essaybände, darunter »Krähengekrächz«, und die Reportage »Bitterfelder Bogen«. Zuletzt erschienen die Romane »Munin oder Chaos im Kopf« (2018) und »Artur Lanz« (2020). Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Kleist-Preis, der Carl-Zuckmayer-Medaille, dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg, dem Deutschen Nationalpreis und dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen.Literaturpreise:unter vielen anderen:Kleist-Preis 1992Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg 2003Ida-Dehmel-Literaturpreis 2017
Posts
Interessante Einblicke in eine Welt vor meiner Zeit mit einer Protagonistin, in der ich mehr wiederentdeckt, als ich erwartet hätte...
Der Roman ist älter als ich und so musste ich mich zuerst an die Sprache gewöhnen. Das klappt aber recht schnell und ich konnte mich gut auf Josefas Geschichte einlassen. Der Einblick in diese Zeit, die ich nur vom Hörensagen kanne, die DDR mit ihren Repressalien, fiel mir leicht. Die Protagonistin ist ein 30 jährige Journalistin mit viel Gerechtigkeitsempfinden, aufbrausend und kurzsichtig, aber klarer Haltung. In Ihre Träume und Ihre Gedankenwelt einzutauchen war sehr spannend und ich habe viel mehr Gemeinsamkeiten entdecken können, als ich erwartet hatte. Interessanterweise kam mir folgender Gedanke: Ist diese Geschichte wirklich heute nicht mehr vorstellbar? Die politische Zensur, der Josefa ausgesetzt ist, wäre heute undenkbar, aber wirtschaftliche Interessen oder gesellschaftliche Normen können auch heute Bericht beeinflussen. Sind wir so frei, wie wir gern wären oder wie würde Josefas Leben wohl aussehen, wenn sie heute Journalistin wäre? Hätte sie vielleicht einen Podcast oder einen Blog, in dem sie ohne Redaktion berichten könnte?
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Die andere Geschichte der Josefa Nadler aber, die private, macht die Bedeutung dieses Romans aus. Sie ist 30 Jahre alt, lebt mit ihrem Sohn allein und schwankt zwischen beständiger Sehnsucht nach Geborgenheit und Freiheit und einer immerwährenden Angst vor Einsamkeit und Zwang. Wie leben, daß man sich selbst, seinen eigenen Gefühlen und Besonderheiten gerecht wird? Diese Frage möchte Josefa für sich und andere beantworten in Gesprächen mit ihrer Kollegin Luise, ihrem Freund Christian, dem Heizer Hodriwitzka. Sie leidet darunter, daß über ihr Leben bestimmt wird und daß es für alles Richtlinien gibt.
Luise hat noch den Faschismus miterlebt; für sie bedeutet der Sozialismus die historische Chance zur verwirklichten Humanität. Josefa aber mißt den erreichten gesellschaftlichen Zustand an ihren Bedürfnissen. Sie macht sich auf den eigenen Weg, weil sie nicht akzeptieren kann, daß die Geschichte schon an ihr Ziel gekommen sei. Sie verläßt den geliebten Freund, den Kollegenkreis und die große Gemeinschaft der Organisierten. Aber auch in ihren Träumen kommt sie nicht zur Ruhe.
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Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter »Flugasche«, »Animal triste«, »Endmoränen«, »Ach Glück« und »Zwischenspiel«, außerdem mehrere Essaybände, darunter »Krähengekrächz«, und die Reportage »Bitterfelder Bogen«. Zuletzt erschienen die Romane »Munin oder Chaos im Kopf« (2018) und »Artur Lanz« (2020). Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Kleist-Preis, der Carl-Zuckmayer-Medaille, dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg, dem Deutschen Nationalpreis und dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen.Literaturpreise:unter vielen anderen:Kleist-Preis 1992Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg 2003Ida-Dehmel-Literaturpreis 2017
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Interessante Einblicke in eine Welt vor meiner Zeit mit einer Protagonistin, in der ich mehr wiederentdeckt, als ich erwartet hätte...
Der Roman ist älter als ich und so musste ich mich zuerst an die Sprache gewöhnen. Das klappt aber recht schnell und ich konnte mich gut auf Josefas Geschichte einlassen. Der Einblick in diese Zeit, die ich nur vom Hörensagen kanne, die DDR mit ihren Repressalien, fiel mir leicht. Die Protagonistin ist ein 30 jährige Journalistin mit viel Gerechtigkeitsempfinden, aufbrausend und kurzsichtig, aber klarer Haltung. In Ihre Träume und Ihre Gedankenwelt einzutauchen war sehr spannend und ich habe viel mehr Gemeinsamkeiten entdecken können, als ich erwartet hatte. Interessanterweise kam mir folgender Gedanke: Ist diese Geschichte wirklich heute nicht mehr vorstellbar? Die politische Zensur, der Josefa ausgesetzt ist, wäre heute undenkbar, aber wirtschaftliche Interessen oder gesellschaftliche Normen können auch heute Bericht beeinflussen. Sind wir so frei, wie wir gern wären oder wie würde Josefas Leben wohl aussehen, wenn sie heute Journalistin wäre? Hätte sie vielleicht einen Podcast oder einen Blog, in dem sie ohne Redaktion berichten könnte?




