Interessante Einblicke in eine Welt vor meiner Zeit mit einer Protagonistin, in der ich mehr wiederentdeckt, als ich erwartet hätte...
Der Roman ist älter als ich und so musste ich mich zuerst an die Sprache gewöhnen. Das klappt aber recht schnell und ich konnte mich gut auf Josefas Geschichte einlassen. Der Einblick in diese Zeit, die ich nur vom Hörensagen kanne, die DDR mit ihren Repressalien, fiel mir leicht. Die Protagonistin ist ein 30 jährige Journalistin mit viel Gerechtigkeitsempfinden, aufbrausend und kurzsichtig, aber klarer Haltung. In Ihre Träume und Ihre Gedankenwelt einzutauchen war sehr spannend und ich habe viel mehr Gemeinsamkeiten entdecken können, als ich erwartet hatte. Interessanterweise kam mir folgender Gedanke: Ist diese Geschichte wirklich heute nicht mehr vorstellbar? Die politische Zensur, der Josefa ausgesetzt ist, wäre heute undenkbar, aber wirtschaftliche Interessen oder gesellschaftliche Normen können auch heute Bericht beeinflussen. Sind wir so frei, wie wir gern wären oder wie würde Josefas Leben wohl aussehen, wenn sie heute Journalistin wäre? Hätte sie vielleicht einen Podcast oder einen Blog, in dem sie ohne Redaktion berichten könnte?
