Fast wie ein Bruder

Fast wie ein Bruder

Hardback
3.910

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Description

Entlang der gemeinsamen Lebensgeschichte zweier grundverschiedener Männer ergründet Alain Claude Sulzer existenzielle Fragen über Freundschaft und Abschied, (Homo-)Sexualität, Kunst und Ruhm.

Im Ruhrgebiet der Siebziger wachsen sie auf wie Brüder. Doch anders als den Ich-Erzähler zieht es Frank früh hinaus in die Welt: Er will als Künstler leben, geht nach New York, malt wie besessen, jedoch ohne Erfolg. Erst als er unheilbar krank ist, kehrt er zurück.

Nach langer Zeit begegnen sich die Freunde am Sterbebett zum letzten Mal. So unterschiedlich ihre Lebensläufe, so tief ist die in der Kindheit geknüpfte Verbindung. Und so landen die Bilder aus Franks Nachlass von nun an gut verpackt in der Remise des Erzählers – dem nicht nur Franks Homosexualität stets fremd geblieben ist, sondern auch dessen Kunst.

Jahrzehnte später entdeckt er die Bilder zufällig in einer Galerie. Rätselhaft, wie sie dort hingelangt sind – und welch eigentümliche Anziehungskraft sie besitzen: Die Kunstwelt feiert den unbekannten Maler als Genie, und auch der Erzähler erkennt endlich die Faszination, die von den Werken des Freundes ausgeht. Und mehr noch: Im großformatigen Gemälde eines nackten Mannes erkennt er sich selbst.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
192
Price
24.70 €

Author Description

Alain Claude Sulzer, 1953 geboren, lebt als freier Schriftsteller in Basel, Berlin und im Elsass. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht, u.a. Ein perfekter Kellner, Zur falschen Zeit, Aus den Fugen, Doppelleben und zuletzt Fast wie ein Bruder. Seine Bücher sind in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Für sein Werk erhielt er u.a. den Prix Médicis étranger, den Hermann-Hesse-Preis, den Kulturpreis der Stadt Basel und den Solothurner Literaturpreis.

Posts

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All
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"Sagen wir also, wir lebten wie nahe Verwandte. Wir kannten uns so lange, dass wir uns nicht daran erinnerten, wann uns klar geworden war, dass wir keine Brüder waren; als wären wir tatsächlich Geschwister, mussten wir uns darüber den Kopf nicht zerbrechen. Es war wie es war ." "Lass von dir hören ", sagte ich ihm, und meine Hoffnung war, dass er nichts von sich hören lassen würde. Manche überlebten." Die Geschichte von Frank und dem namenlosen Ich-Erzähler die ihre Kindheit und Jugend gemeinsam verbracht haben. Sie wohnten nebeneinander, wuchsen wie Geschwister auf. Die Eltern waren befreundet und sie haben beide innerhalb kürzester Zeit die Mutter verloren. Dann kam es zu einem Zwischenfall, der die Familien nicht nur räumlich voneinander entfernte, sie verloren sich aus den Augen und die Interessen und Neigungen entwickelten sich in verschiedene Richtungen. Frank versucht in den USA als Künstler Fuß zu fassen und lebt seine Sexualität in vollen Zügen aus. Der Erzähler weiß sofort, was das bedeutet. Ein leicht zu lesendes Buch, das die Themen Freundschaft, Homosexualität, AIDS und Erwachsenwerden behandelt. Auch die Schwierigkeiten sich in der Kunst- und Filmbranche zu etablieren sind ein großes Thema.

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Kompakter, facettenreicher, guter Roman

Ich habe diesen Coming of Age /Künstler Roman, der die großen Themen Freundschaft, Entfremdung, Homosexualität , den Umgang mit Aids (zu Zeiten, in denen die Krankheit noch absolut tädlich verlief) sehr gerne gelesen. Das Ende war unerwartet, "dennoch" oder gerade deshalb., eine gute Entscheidung. Manche Facetten haben mich an "Ein wenig Leben" erinnert, das ich geliebt habe. Wobei dies sicher hauptsächlich an Parallelen zur New Yorker Künstlerszene und der Homosexualität des Protagonisten liegt ... Die Tatsache, dass es Sulzers Vater mit dem posthumen Ruhm seiner Malerei ähnlich erging wie der Hauptfigur Frank, fand ich zudem interessant. Sulzers Sprache ein Highlight für mich. Ich werde sicherlich noch mehr von ihm lesen.

Kompakter, facettenreicher, guter  Roman
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#fastwieeinbruder ist ein eindrucksvolles Buch, das auf unter 200 Seiten eine bemerkenswerte Tiefe erreicht. Die Erzählung konzentriert sich auf zwei Freunde im Ruhrgebiet der 1970er Jahre, deren Beziehung durch die Enthüllung der Homosexualität des einen auf die Probe gestellt wird. Sulzer zeichnet ein Porträt einer Männerfreundschaft, die von tiefer Verbundenheit geprägt ist und zugleich zunehmend Befremdung erfährt. Die Struktur des Romans ist knapp und präzise, wobei Sulzer mit wenigen, aber treffenden Worten die inneren Konflikte und das Unbehagen des Ich-Erzählers in Bezug auf die Sexualität und künstlerische Ausrichtung seines Freundes herausarbeitet. Die Entwicklung der Handlung gewinnt durch die Einführung der Aids-Thematik an Tragik, was dem Roman in Folge eine besondere Schwere verleiht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Sulzer das späte Aufleben von Franks Kunst beschreibt, das den Erzähler zwingt, seine Freundschaft und die Werke seines „fast-Bruders“ neu zu bewerten. Dieses späte Erkennen der zuvor ignorierten Kunst wirft ein völlig neues Licht auf ihre Beziehung und unterstreicht in aller Kürze die Komplexität menschlicher Verbindungen. Es gelingt Sulzer hervorragend, in dieser kompakten Erzählung große Themen wie Freundschaft, Entfremdung, Sexualität, Kunst und Verlust zu verhandeln. Er schafft damit ein literarisches Kleinod, das Seite für Seite seine volle Tiefe entfaltet.

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Gute Geschichte, unnötig rassistisch erzählt an einigen Stellen

Ein gutes Sensitivity Reading hätte hier einige unnötigen Rassismus verhindern können, nervig dass es so vielen Autor*innen und Verlagen immer noch egal ist. Ansonsten gute Geschichte, schade dass sie auf diese Art erzählt wurde. Mochte das Ende, immerhin.

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