Eine Frage der Zeit

Eine Frage der Zeit

Hardback
4.030
Großdruck RomaneDas Besondere TaschenbuchKigomaHms Toutou

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Description

Drei deutsche Werftarbeiter und ihre Odyssee im Herzen Afrikas Alex Capus besitzt eine wunderbare Doppelbegabung', hieß es in einer Sendung des Hessischen Rundfunks treffend, 'er recherchiert nicht nur gut und genau, er kann auch verdammt gut erzählen.' In seinem neuen Roman stellt Alex Capus seine Doppelbegabung erneut unter Beweis. Kraftvoll und unprätentiös erzählt er eine ganz unglaubliche, doch wahre Geschichte, in der es um die alte Frage geht, wie man unter der Macht der Umstände ein Leben in Anstand und Würde führen kann. Drei norddeutsche Werftarbeiter werden 1913 von Kaiser Wilhelm II. beauftragt, ein Dampfschiff in seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche unterstreichen. Die drei Männer fahren nach Deutsch-Ostafrika mit der Aussicht auf guten Verdienst, lassen sich bezaubern von der exotischen Kulisse und der schönen Gouverneurin, geraten aber rasch in das gewalttätige Räderwerk des Kolonialismus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Zur gleichen Zeit beauftragt Winston Churchill den exzentrischen, aber liebenswerten Oberleutnant Spicer Simson, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu schleppen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, liegen sich Deutsche und Briten an seinen Ufern gegenüber. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Alle sind sie Gefangene der Zeit, in der sie leben, und jeder hat seine eigene Art, damit fertig zu werden. 'Über die Jahre habe ich festgestellt, dass meine Helden allesamt gewöhnliche Menschen sind, die ungewöhnliche Dinge tun. Was mich beschäftigt ist immer der Mensch, der sein Leben in Würde zu leben versucht.' Alex Capus

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
304
Price
20.60 €

Posts

4
All
5

Skurrile Geschichte über einen mir gänzlich unbekannten Kriegsschauplatz des 1. Weltkriegs an einem See im entfernten Afrika. Sehr unterhaltsame Charaktere, gut recherchiert und fantastisch geschrieben! Ein historischer Roman der äusserst angenehm zu lesen ist.

5

Diese Geschichte ist wirklich grotesk und wenn sie nicht in Wirklichkeit so passierte wäre, ich hätte sie als konstruiert und unglaubwürdig beschrieben. Aber was in den Köpfen der Kriegsminister vor sich geht, kann man als kleiner Pazifist nicht immer verstehen. So war man zu Beginn des Ersten Weltkriegs tatsächlich der Auffassung, dass ein 700 km langer See in Zentralafrika, der das deutsche Ostafrika (heute Tansania) von der belgischen Kolonie (heute Kongo) trennte, von wesentlicher strategischer Bedeutung sein sollte. Denn je mehr man die gegenerischen Truppen in Afrika beschäftigt, desto weniger können Sie in Europa anrichten. Also ließ man ein ansehnliches Dampfschiff im Emsland außereinandernehmen und über Meer- und Schienenweg nach Kigoma bringen, damit in 1,5jähriger Nietarbeit drei deutsche Schiffsbauer das Schiff wieder auf dem See zusammensetzen. Aber die Deutschen sind ja nicht alleine blöd gewesen, die Englänger hielten bei dem Irrsinn mit und schickten die größte, prahlende Flachpfeife in der Admiralität mit zwei hölzernen Ausflugsbooten incl. Kanonen über den Atlantik nach Süfafrika, von woher mit mehreren Hundertschaften über den Schienen- und Dschungelweg durch halb Afrika an der belgischen Seeseite landete. Das Ende ist dann nicht so funkensprühend wie bei "The African Queen", dem Buch von CS Forester, der diese vorliegende Geschichte als Inspirationen für seinen Welterfolg nahm, denn tatsächlich endete die Geschichte um eine Seeschlacht in Zentralafrika halt sang- und klanglos. Mir hat gefallen, dass Alex Capus die Geschichte für sich selbst sprechen lässt, um die Sinnlosigkeit des Kriegs und das Unrecht des Kolonialismus aufzuzeigen. Auffällig ist für mich, wie wortgewandt Capus Szenen beschreiben kann, wie gut er beobachtet und vor allem wie akribisch er recherchiert hat, um Details zu dieser unrühmlichen Geschichte auszugraben. Gehadert habe ich etwas damit, dass der Roman die Lust nach weiteren Informationen weckt, die ich dann aber nur über das Internet erhielt. Zudem nimmt sich Capus die Freiheit, bei der eigentlichen Schlacht die Wahrheit etwas abzuändern. Aber es ist nunmal kein Sachbuch mit Quellennachweis, sondern eine Fiktion auf der Grundlage von wahren Begebenheiten und daher sei es dem Autor gestattet, dass er z.B. die Figuren charakterlich so zeichnet, wie es keine Quelle der Welt ihm vorgeben könnte. Es bleibt somit ein sehr guter Abenteuerroman, der in nichts ähnlichen Afrika-Romanen wie von T.C. Boyle oder Joseph Conrad nachsteht.

5

Geschichte, die fesselt – auch für Nicht-Historiker

Alex Capus ist es gelungen, mich mit „Eine Frage der Zeit“ von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Auch als jemand, der sich sonst eher wenig mit Geschichte beschäftigt, habe ich das Buch als äußerst unterhaltsam und zugänglich empfunden. Capus erzählt ein Kapitel der Kolonial-Geschichte, das gleichermaßen absurd wie erschütternd ist – und macht es durch glänzende Dialoge, lebendige Figuren und eine spürbar sorgfältige Recherche greifbar. Die Handlung wirkt so verrückt, dass man sie kaum glauben würde, wenn sie nicht tatsächlich passiert wäre. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Roman die Sinnlosigkeit des Krieges aufzeigt. Mit dem Schauplatz Afrika, fernab der europäischen Zentren des Bösen, stellt sich ein starker Kontrast her, der den Irrsinn von Macht- und Kriegsstreben noch deutlicher macht. Ein packendes, kluges und zugleich unterhaltsames Buch. Klare Empfehlung!

Geschichte, die fesselt – auch für Nicht-Historiker
5

Diese Geschichte ist wirklich grotesk und wenn sie nicht in Wirklichkeit so passierte wäre, ich hätte sie als konstruiert und unglaubwürdig beschrieben. Aber was in den Köpfen der Kriegsminister vor sich geht, kann man als kleiner Pazifist nicht immer verstehen. So war man zu Beginn des Ersten Weltkriegs tatsächlich der Auffassung, dass ein 700 km langer See in Zentralafrika, der das deutsche Ostafrika (heute Tansania) von der belgischen Kolonie (heute Kongo) trennte, von wesentlicher strategischer Bedeutung sein sollte. Denn je mehr man die gegenerischen Truppen in Afrika beschäftigt, desto weniger können Sie in Europa anrichten. Also ließ man ein ansehnliches Dampfschiff im Emsland außereinandernehmen und über Meer- und Schienenweg nach Kigoma bringen, damit in 1,5jähriger Nietarbeit drei deutsche Schiffsbauer das Schiff wieder auf dem See zusammensetzen. Aber die Deutschen sind ja nicht alleine blöd gewesen, die Englänger hielten bei dem Irrsinn mit und schickten die größte, prahlende Flachpfeife in der Admiralität mit zwei hölzernen Ausflugsbooten incl. Kanonen über den Atlantik nach Süfafrika, von woher mit mehreren Hundertschaften über den Schienen- und Dschungelweg durch halb Afrika an der belgischen Seeseite landete. Das Ende ist dann nicht so funkensprühend wie bei "The African Queen", dem Buch von CS Forester, der diese vorliegende Geschichte als Inspirationen für seinen Welterfolg nahm, denn tatsächlich endete die Geschichte um eine Seeschlacht in Zentralafrika halt sang- und klanglos. Mir hat gefallen, dass Alex Capus die Geschichte für sich selbst sprechen lässt, um die Sinnlosigkeit des Kriegs und das Unrecht des Kolonialismus aufzuzeigen. Auffällig ist für mich, wie wortgewandt Capus Szenen beschreiben kann, wie gut er beobachtet und vor allem wie akribisch er recherchiert hat, um Details zu dieser unrühmlichen Geschichte auszugraben. Gehadert habe ich etwas damit, dass der Roman die Lust nach weiteren Informationen weckt, die ich dann aber nur über das Internet erhielt. Zudem nimmt sich Capus die Freiheit, bei der eigentlichen Schlacht die Wahrheit etwas abzuändern. Aber es ist nunmal kein Sachbuch mit Quellennachweis, sondern eine Fiktion auf der Grundlage von wahren Begebenheiten und daher sei es dem Autor gestattet, dass er z.B. die Figuren charakterlich so zeichnet, wie es keine Quelle der Welt ihm vorgeben könnte. Es bleibt somit ein sehr guter Abenteuerroman, der in nichts ähnlichen Afrika-Romanen wie von T.C. Boyle oder Joseph Conrad nachsteht.

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