Drei
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Description
Book Information
Author Description
Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, ist Autor und Spezialist für die Geschichte der Kriminalliteratur. Seine Romane sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und seine ›Avi Avraham‹-Krimis wurden mehrfach verfilmt, zuletzt unter dem Titel ›The Calling‹. Für ›Drei‹ wurde er mit dem Prix Mystère de la Critique ausgezeichnet. 2024 wurde Dror Mishani zum Chevalier d’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Unerwartet gut
Als ich das Buch gekauft hab, hab ich nicht viel erwartet. Mir gefiel der Klappentext und ich dachte, vielleicht wäre das was für zwischendurch. Und wie es manchmal vorkommen kann, täuscht man sich dann. Zumindest ging es mir so. Das Buch hat mir unfassbar gut gefallen. Die Geschichten haben mich an die Kapitel gefesselt. Die Wortwahl, das geschriebene und der Verlauf des Buches… einfach gut. Generell war das etwas anderes. Was, für mich, erfrischendes. Mich konnte die Geschichte kaum los lassen. Die drei Teile und wie die dann am Schluss zusammenfinden, sehr gut. Der Autor war mir bis zu dem Buch noch nicht bekannt. Vielleicht hab ich auch nie auf seine Bücher geachtet. Das wird sich nun ändern. Ich hab den Stern abgezogen, weil die Geschichte kein offizielles Geständnis hat und die Taten ohne Erklärung blieben. Trotzdem, ein unerwartet gutes Buch. Die Kapitel sind nicht all zu lange und der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Wie man es eben mag.
Zunächst beginnt "Drei" als feinfühlige und bewegende Erzählung über eine geschiedene Frau. Nichtsahnend ihren Alltag verfolgend, leitet Dror Mishani mich gekonnt in die Irre, denn plötzlich bin ich doch in einem Krimi gefangen. Das hatte ich komplett vergessen. Und dieser Krimi ist ungewöhnlich gut erzählt, baut langsam Spannung auf und lässt sich irgendwann gar nicht mehr weglegen, weil die 3 Teile wie ein Puzzle zusammengelegt werden wollen. Am Ende war ein bisschen zu früh Schluss und so bleiben paar Puzzleteile übrig.
Welch eine Überraschung
Ich habe letztes Jahr angefangen das Buch zu lesen und nach 40 Seiten weggelegt, weil es so langweilig war. Dieses Jahr habe ich es nochmals versucht Und es hat sich so gelohnt ✨🤩 3 Geschichten, die zusammenfinden. Ein interessanter Schreibstil. Ich habe oft mitgefiebert, es war super spannend. Und das Ende - oh wow. Einfach großartig und nicht vorhersehbar. Ich hab selten so ein gutes Buch gelesen 👏🏻👏🏻👏🏻
Ein Buch wie eingeschlafene Füße 💤📖🦶
Drei Frauen, drei Lebensgeschichten, ein Mann, der sie verbindet. Eine sucht Trost, eine sucht Glauben, eine sucht Halt. Was den Anspruch eines psychologische tiefen Krimis haben könnte (so wurde es zumindest gehyped), bleibt erzählerisch schrecklich flach. Und so belanglos, dass ich nach gut 100 Seiten abgebrochen habe, da ich ständig über dem Buch eingeschlafen bin. Ich habe mich durch die ersten hundert Seiten noch durchgekämpft, in der Hoffnung, dass irgendwann etwas passiert, das trägt. Stattdessen: distanzierte Figuren, zähe Dialoge, eine Handlung, die nie in Gang kommt. Mir fehlt einfach Relevanz. Warum lese ich das hier gerade? Warum muss ich mich in das Durchschnittsleben dieser nur semi-sympathischen Frau hineinversetzen? Ich kann’s gar nicht richtig beschreiben… Mishani schreibt auf jeden Fall konsequent gegen das Prinzip „show, don’t tell“ an – alles wird erklärt, nichts erlebt. Dadurch bleiben die Figuren unnahbar, es kommt keinerlei Empathie auf, der Text bleibt auf Distanz, ohne Sog, ohne Spannung, ohne dass ich irgendwas mitgefühlt hätte. Perspektivwechsel und Zeitsprünge wirken willkürlich und erschweren zusätzlich den Zugang. Von psychologischer Genauigkeit ist dadurch wenig zu spüren. Ich habe mehrmals versucht weiterzulesen, aber nichts in diesem Buch hat für mich wirklich gelebt. Es war einfach nur ermüdend und so zäh, dass ich mich auch nicht aufraffen konnte, weiter durchzuhalten. Ich habe das Buch schlussendlich abgebrochen. Kein Ärger, (ok, vielleicht ein bisschen Enttäuschung), und das nüchterne Gefühl, meine Zeit besser nutzen zu können. ⭐️

Distanzierter Slowburner
Es ist schwierig über dieses Buch zu sprechen, ohne etwas vorwegzunehmen. Den sagenumwobenen Plot Twist, das Ding, was diesen Roman so besonders macht. Den gab es, und er war gut. Aber bei weitem nicht so gut, wie ich erhofft hatte. Besonders weil die erste Hälfte des Buches mich seltsam kalt ließ, ja fast langweilte. Die Charaktere und die ganze Geschichte sind merkwürdig distanziert und ließen für mich wenig Nähe zu. Das letzte Drittel war wirklich spannend, da wurde das ganze Buch fast zum Krimi und hat mich dann auch wirklich kurz gepackt. Leider aber zu spät und leider dann doch auch nicht ganz so unvorhergesehen, wie angepriesen. Solide, distanziert und hinten raus mit kleinem Kick.
Unerwartet gut
Ich habe mich vorher nicht wirklich mit Dror Mishanis „Drei“ befasst, weshalb ich sehr überrascht war, in welche Richtung die Geschichte ging. Der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch die nüchterne Sprache war das sehr passend. Ich habe total mitgefühlt und alle Schicksale der Frauen haben mich sehr berührt. Klare Lese-Empfehlung!

Detailliert beschrieben und mit unerwarteten Wendungen.
I. Gil ist leger und humorvoll, keiner, der sich ständig produzieren muss. Auch nach den ersten Treffen bedrängt er Orna nicht, geht behutsam auf sie ein und gewinnt ihre Aufmerksamkeit mit dem Charme ungekünstelter Durchschnittlichkeit. Während Ornas Ex mit neuer Frau, einer Deutschen und deren vier Kindern, in Kathmandu lebt, versucht Orna schliesslich, sich mit Gil ein neues Leben aufzubauen. II. Im zweiten Kapitel, das einige Jahre später spielt, steht Emilia im Mittelpunkt, eine aus Riga stammende Pflegekraft, die zum Geldverdienen nach Israel gekommen ist. Sie betreut Gils Vater. Als der stirbt, verliert sie Job und Unterkunft. Gil, in der ihm eigenen grosszügig unaufdringlichen Art, stärkt ihr Selbstwertgefühl, hilft ihr, wieder Fuss zu fassen. III. Im letzten Kapitel geht es um Ella. Sie hat zwei ältere Töchter und zehn Monate bevor sie Gil in einem Cafe kennenlernt, ein weiteres Kind bekommen. Um zu Hause nicht durchzudrehen, hat sie sich für ein Masterstudium eingeschrieben. Nach einer längeren, kumpelhaften Annäherung an Gil entwickelt sich, obwohl Ella verheiratet ist, doch mehr. Der erste Teil der Geschichte hat mir mit Abstand am besten gefallen. Im zweiten Teil hat mir die Spannung gefehlt und am Ende auch das Warum… 💭

Drei Frauen, ein Mann – alle drei Frauen suchen etwas und finden alle drei denselben Mann. Finden sie bei ihm das, was sie suchen oder etwas ganz anderes? Die Wahrheit über sich erzählt er ihnen nicht, allerdings weiß er auch nicht alles über sie. „Drei“ ist ein ganz ungewöhnliches Buch. Es wird von Anfang an ganz subtil eine Spannung aufgebaut, etwas fühlt sich nicht gut, nicht richtig an. Gil erzählt nicht alles über sich und es ist immer etwas offen, es gibt Zwischentöne, die nicht stimmig sind. Es wird ganz langsam etwas entwickelt, so dass es nicht sofort klar ist, dass es ein Krimi ist. Und es fällt mir jetzt auch schwer darüber zu schreiben, denn dann würde ich viel zu viel verraten. Es ist sprachlich passend, es gibt Beschreibungen, die sowohl die Situation, die Personen und die jeweiligen Gefühle beschreiben und den Spannungsaufbau unterstützen. Dror Mishani schafft es, genaue Bilder der Charaktere entstehen zu lassen, wie sie leben und was sie denken, wann sie sich unwohl fühlen und wann nicht. Und dies schafft er bei allen drei Frauen und auch bei dem Mann, Gil, der jedes Mal derselbe bleibt. Es ist ein ganz überraschendes Buch mit überraschenden Wendungen, an mehreren Stellen. Kriminalromane lese ich recht selten, aber bei diesem gefiel mir die Beschreibung und die Rezensionen, die ich darüber gelesen habe. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist ein leiser, aber trotzdem sehr spannender Krimi. Die Geschichte entwickelt sich ganz langsam und wird zum Ende hin immer spannender.
Interessanter Mix aus Krimi und Roman mit besonderem Schreibstil!
Ich war auf der Suche nach einem spannenden Krimi, der jedoch nicht gleich zu sehr in die Ecke Psychothriller gehen sollte - mit „Drei“ bin ich da auf genau den richtigen Mix zwischen Roman und Krimi gestoßen! Hätte ich mich vorab nicht mit dem Genre und Inhalt des Buches befasst, wäre meine Bewertung wahrscheinlich noch besser ausgefallen. Meine Erwartungshaltung war dann ggf. doch etwas hoch. Dennoch hat dieses Buch interessante Erzählstränge und gute Wendungen mitgebracht. Besonders ist mir der Schreibstil aufgefallen, der teilweise im Futur geschrieben ist und mich manchmal stark an eine „Tathergangsbeschreibung eines Polizeiberichts“ erinnert hat. Ohne hier zu viel Spoilern zu wollen - spricht u.a. genau dies mit Hinblick auf das Ende der Story für die Besonderheit des Romans. Zugegebenermaßen fand ich den 2. Abschnitt stellenweise etwas zäh, das dritte Kapitel hat es dann jedoch wieder gut gemacht und für Spannung bis zum letzten Satz gesorgt!

Was soll man zu diesem Roman nur sagen? Vor allem, ohne zu viel zu verraten? #Drei von #drormishani aus dem #diogenesverlag hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht wieder los gelassen. Zunächst ist da Orna, eine geschiedene alleinerziehende Lehrerin, die in einem Dating-Portal einen Mann kennen lernt. Gil ist herrlich unaufdringlich, charmant, humorvoll und scheint eine gute Wahl zu sein. Im zweiten Kapitel lernen wir Emilia kennen, eine aus Riga stammende Altenpflegerin, die gerade ihren Job verloren hat. Auch sie lernt Gil kennen und er ist unglaublich hilfsbereit und bietet ihr einen Job an, aus dem langsam mehr entsteht. Im dritten Teil des Buches schließlich ist es Ella, eine dreifache Mutter, die vor ihrem eintönigen Leben in ein Studium und in ein Café flüchtet, indem sie – natürlich einen Mann namens Gil kennenlernt. Die drei Frauen, alle frustriert, aber stark, selbstbewusst und doch verunsichert, lebenshungrig und gestresst, werden so einfühlsam und psychologisch genau beschrieben, dass man sich erstaunlich gut hineinversetzen kann. Gil dagegen bleibt eher schattenhaft, ein Mann, der alles sein könnte und auch nichts. Und genau das macht den Reiz aus. Mehr kann und will ich nicht verraten, nur so viel: Drei ist ein spannender Roman voller überraschender Wendungen, kein Krimi, auch wenn es ein Verbrechen in drei Teilen ist. Absolut lesenswert!
Nachdem das erste Kapitel so vor sich hinplätschert, nimmt es ab dem zweiten rasant an Fahrt auf und ist bis zum Ende sehr spannend. Es handelt sich um drei unterschiedliche Erzählstränge, die am Ende zusammen gefügt werden. Der Erzählstil ist sehr ungewöhnlich, z.B. werden Dinge, die gerade passieren im Futur I oder Futur II ausgedrückt. Die Frauen im Buch bis hin zur Ermittlerin werden alle sehr detailliert beschrieben, die Männer hingegen fast gar nicht. Ein Kommissar wird nur A. genannt, während die Frauen alle Namen haben. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, die Stimme von Franz Dinda ist sehr angenehm und passt perfekt zur Erzählung.
Was für ein merkwürdig faszinierender Ton, in dem die Geschichte von Dror Mishani seinen Lauf nimmt. Ich bleibe neugierig, trotz einer klaren und nüchternen Atmosphäre zieht mich der Roman hinein in seine Welt. Dann haut es mich plötzlich um; what, ist das jetzt wirklich passiert?! Krass!! Aufgestört lese ich weiter, vorsichtig und nervös hoffe ich, bange ich. Dann bin ich durch und denke, wow, wie toll, wenn einen Literatur so durchrütteln kann!

Drei Frauen, Drei Schicksale geeint durch einen Mann
Das erste erwürfelte Bookopoly Buch (das Brett wurde entwurfen durch meine beste Freundin), nämlich ein Buch bei dem ich denken könnte, es sei ein 5-Sterne-Buch. Dieses Werk fand den Weg zur mir durch sein Cover, ich habe es mehrfach gesehen und bei meinem letzten Berlin Besuch im Dussmann mitgenommen. Das Cover zeigt eine Frau in Rückansicht, auf einem Bett liegend, ein Rosenbouquet in der Hand. Ansonsten ist es ein typisches Cover des Diogenes Verlags mit dem kurzen Bildausschnitt in weiß gehalten. Die erste Frau: Orna wurde von ihrem Mann verlassen für eine andere Frau. Sie sucht Trost und Aufmerksamkeit in einem online Datingportal und findet sie auch. Sie trifft sich mit Gil, zunächst nur mal abends zum Essen, heimlich, sodass ihre Familie und ihre Freunde nichts merken. Nachdem sie es ihrer Familie und ihren Freunden erzählte wird sich das Verhältnis zwischen ihr und Gil verändern. Sie werden einen Kurztrip planen, der für Orna beginnt wie erhofft und plötzlich kurzfristig endet. Die zweite Frau: Emilia verließ Lettland um on Isreal ein besseres Leben zu haben. Sie kommt als Pflegerin zu einem älteren Ehepaar. Nachum und Esther werden ihr ein Zimmer anbieten und Emilia kümmert sich rührend um Nachum. Nachdem Nachum gestorben ist, sucht sie eine neue Stelle, da Esther sie nicht weiter beschäftigen kann. Sie wird fündig und betreut eine alte Dame in einem Altenheim, jedoch wird sie weit weniger herzlich von ihr behandelt. Sie überlegt wie sie mehr Geld verdienen könne und fragt Esther um Rat. Diese empfiehlt ihr einfach mal mit ihrem Sohn Gil, er ist Rechtsanwalt, einen Termin zu machen und sie beraten zu lassen. Gil wird versuchen alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Emilia legal eine weitere Stelle in Israel antreten darf, jedoch misslingt es ihm. Emilia wird bei ihm putzen und daraus entspinnt sich langsam eine Affäre. Gil will mit Emilia in den Urlaub fliegen, aber kurz vorher ändert sich das Verhältnis. Die dritte Frau: Ella ist eine gestresste Hausfrau und Mutter, die gerade ihr Masterstudium beendet will. Sie sitzt jeden Morgen im gleichen Café. Gil wird auf sie aufmerksam und fängt an sie zu umgarnen, vorsichtig und so wie es sich für Ella gut anfühlt. Sie werden gemeinsam Essen gehen und Gil wird sie fragen, ob sie nicht ein paar Tage mit ihm verreisen möchte. Ella ist sich unsicher, aber wird alle Hebel in Gang setzen um mit ihm verreisen zu können. Doch er wird kurzfristig die Reise absagen. Also von mir eine absolute Leseempfehlung. Diese drei so unterschiedlichen Leben und Schicksale auf diese Art zu verknüpfen ist wirklich ein Meisterwerk. Mein erster Gedanke bei dem Bookopolyfeld war anscheinend der Richtige.
Ein intensives Buch - am besten im Urlaub lesen
Mein erstes Buch von Mishani, das mir im Urlaub von einer Buchhändlerin empfohlen wurde. Erst "plätschert" die Geschichte langsam vor sich hin, ist aber sprachlich gut und man möchte weiterlesen. Dann folgt eine ziemlich krasse Wendung und ein neuer Erzählstrang beginnt. Auch hier fühlt man wieder mit und ist gespannt, wie es weitergeht. Das Buch entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Vielleicht muss man es wirklich im Urlaub lesen, wenn man dranbleiben kann, damit die etwas langsame Erzählweise nicht dazu führt, dass man nicht schnell genug in die eigentliche Geschichte hineinkommt und aufgibt, bevor man weiß, worauf es hinausläuft. Mir hat es sehr gut gefallen.
Dieses Buch hat mich wirklich vom Hocker gehauen! Eine unglaublich tolle Erzählweise, die einen in den Bann zieht. Raffinierter Aufbau der Geschichte. Der Autor sagt selbst, dass es erst zum dritten Teil des Buches zu eine Art Detektivgeschichte wird. Vorher ist es aber kein Krimi und auch kein gewöhnlicher Roman. Als hätte er ein komplett neues Genre erfunden. Aber worum geht es? Man sollte nicht zu viel verraten, damit man selber gut eintauchen kann: drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und ein Mann der drei Facetten zeigt. Alle vier Figuren ergeben ein wundervolles Gesamtbild. Er schreibt das, was für die Geschichte wichtig ist. Es ist nicht zu viel und zu wenig, was das Buch lebendig macht. Packend, leidenschaftliche und literarisch, dieses Buch macht mich einfach sprachlos.
Pragmatismus meets Unentschlossenheit
Dieses Buch ist mir immer mal wieder in Rezensionen begegnet. Die Hinweise, dass es sich hier um ein Psychogramm handelt, hat dann doch meine Neugier geweckt. Eingezogen ist es letztendlich, weil im Frühjahr das neue Buch des Autors erscheint und ich, quasi als Vorbereitung, erst mal diesen Bestseller lesen wollte. Es wird schwierig sein, einen Überblick über den Inhalt zu geben, ohne zu Spoilern. Deswegen werde ich mich hier sehr knapp halten. Ein Mann pflegt zuvorkommenden Kontakt zu Frauen. Drei stehen im Mittelpunkt und füllen die drei Teile des Romans mit Inhalt. Im ersten Teil lernen wir Orna kennen, die nach der Trennung von ihrem Mann Sorge hat, ihrem kleinen Sohn nicht gerecht zu werden. Auch macht sich Einsamkeit in ihrem Leben breit, und so freut sie sich, als sie Gil kennen lernt, der sie umwirbt und zumindest verbal unterstützt. Doch hält sie sich erst mal sehr zurück, was den Kontakt zu ihm betrifft. Sein Verhalten ist oft sehr ambivalent, doch nach und nach nähern sie sich an. Schließlich einschließt sich Orna zu einer kleinen Reise mit ihm. Im zweiten Teil steht Emilia im Mittelpunkt, die fremd in einem Land ist, dass ihre Arbeit schätzt, indem sie sich aber jeden Tag aufraffen muss, ihr Leben zu meistern. Sie arbeitet in der Pflege und lernt fast nur in diesem Kosmos andere Menschen kennen. Lediglich ihr Glaube gibt ihr Halt. Auch sie hat einen Bezug zu Gil, den sie völlig falsch einschätzt. Im dritten Teil lernt Gil eine Frau in einem Café kennen, die ihn fasziniert, ihn aber keinesfalls ermuntert, den oberflächlichen Kontakt zu vertiefen. Es zeichnet sich nun eine Entwicklung ab, die mehr mit einer Kriminalgeschichte als mit einem Beziehungsroman zu tun hat. Nach und nach tasten wir uns vor, rätseln über Gründe und Motivationen und spätestens ab Ende des ersten Teils wissen wir, wo die Reise hingeht. Hier liegt auch der größte Überraschungseffekt. Die berichthafte Erzählweise des Autors hat mich sofort an ein Protokoll erinnert. Kurze, knappe Sätze, so gut wie keine wörtliche Rede und Wechsel der Tempora lassen den Text sehr pragmatisch und vage wirken. Mir kam es des Öfteren vor, als würde mir jemand ohne jegliche Emotionen, Betonung oder Mimik eine Geschichte erzählen. Deshalb lässt sich auch erst mal nicht ableiten, wohin Mishani mit uns hin möchte. Als dieses dann im zweiten Teil relativ klar wird baut sich Spannung auf. Die Frage danach was passieren wird und ob all das an die Öffentlichkeit dringt, hielt mich am Lesen. Hier hatte das Buch Pageturner Charakter. Im dritten Teil hingegen war Vorhersehbarkeit allgegenwärtig. Keine großen Überraschungen und das Ende war tatsächlich für mich eher unbefriedigend. Interessant fand ich, wie der Autor die Perspektiven wechselt. Sind wir am Anfang sehr bei der Protagonistin, so schwankt die Sichtweise im Mittelteil zwischen Emilia und Gil. Im letzten Teil kommt noch eine weitere Perspektive dazu und wir sind weniger auf der Seite der Frau, sondern mehr bei ihm. Der Blick kippt also um 180° und das macht Mishani sehr geschickt. Was halte ich also in den Händen? Ein Psychogramm? Einen Roman? Oder doch eher eine Kriminalgeschichte? So genau lässt sich das Buch nicht einordnen, wenn ich auch eher zu Letzterem tendiere. Warum dieser Text so ein großer Bestseller war, erschließt sich mir nicht so ganz. Ich ordne die Lektüre zwischen Spannung und Vorahnung ein und ein mulmiges Gefühl, bleibt zurück. Vielleicht ist es das, was viele Leser*innen gefeiert haben? Ich empfehle das Buch besonders denjenigen, die reduzierte und ruhig erzählte Geschichten lieben, in denen der Ausgang ungewiss ist.
Anspruchsvoll und distanziert
Mir war lange nicht klar, dass es sich hierbei um einen Krimi handelt. Sprachlich war es anspruchsvoller und für mich ungewohnt. Durch die wechselnden Zeiten hatte ich nicht das Gefühl, den Protagonisten besonders nah zu sein. Das war aber Gewöhnungssache und vor allem ab der Mitte wurde es endlich spannend und ich war extrem neugierig, wie es weitergeht. Für mich wurde am Ende leider nicht ersichtlich, wieso Gil so gehandelt hat, wie er es getan hat.
Unerwartet spannende Geschichte!
Den Schreibstil dieses Buchs empfand ich als sehr angenehm und dadurch ließ es sich sehr flüssig lesen. Hatte es auch in zwei „Leseschüben“ durch. Jede der drei Damen war mir gleich sympathisch. Ich hatte zu Beginn der Geschichte keine Ahnung, dass es solch ein spannender Krimi wird! Super fand ich auch, dass das Buch nicht direkt mit dem eigentlichen Ende abschließt, sondern noch ein wenig die Aufklärung beschrieben wird.

Drei Frauen. Ein Mann. Keine Dreiecksbeziehung.
Orna. Emilia. Ella. Drei Frauen. Drei Leben. Alle suchen Nähe und Halt. Alle treffen denselben Mann. Lange liest es sich wie ein Roman. Über Alltag. Sehnsucht. Einsamkeit. Und erst im letzten Teil wird klar: Drei ist mehr Krimi, als man ahnt. Und genau diese Mischung macht das Buch so besonders. Mich hat berührt, wie intensiv die Opfer im Mittelpunkt stehen. Wie Mishani ihre Isolation und Verletzlichkeit beschreibt. Für mich mal ein ganz anderes Leseerlebnis! Empfehlung für alle, die psychologisch gut gezeichnete Figuren und eine ungewöhnliche Krimi-Erzählung mögen.

Ich war positiv überrascht als ich das Ende des ersten Kapitels erreichte! Für mich war dies nicht vorhersehbar und spannend! Toll finde ich, dass die Menschen alle sehr detailliert beleuchtet werden mit ihren Hintergründen und Lebensumständen und das macht die Geschichte mitfühlbar. Was ich super fand war, dass nachdem der Täter gefasst wird das Buch nicht zu Ende ist, sondern weiter erzählt wird. Was waren die Motive, wie ist er vorgegangen, was wurde übersehen und den Angehörigen und Opfern wird Respekt gezollt! Toll!
Drei entfaltet sich ganz allmählich und wirkte auf mich in den ersten Kapiteln fast träge. Mir gefiel im Mittelteil (zu Beginn der zweiten Geschichte), dass Mishani mit dem Wissen, das wir in der Zwischenzeit erhalten haben, spielt und kokettiert (Gil steckt die Hand zwischen Emilias Beine - um den Sitz nach hinten zu schieben! Aha! Haben wir ihn tatsächlich fälschlicherweise beschuldigt?). Aus meiner Sicht hätte er hier durch dezente Hinweise und Anspielungen im Laufe von Emilias Geschichte wesentlich mehr herausholen können. Hat er aber nicht. Gleichzeitig wartete ich gespannt auf den viel beschriebenen Knall, der diesem Roman von allen Seiten zugeschrieben wird. Vielleicht hatte ich einfach nur den richtigen Riecher, so wirklich unvorhergesehen war die Wendung am Ende aber nicht. So oder so, hätte ich keinerlei Vorwissen zu “Drei” gehabt, würde meine Rezension wahrscheinlich auch nicht ganz so hart ausfallen. Der Roman lässt sich gut weglesen und ich hab die Lektüre zu keinem Zeitpunkt bereut. 3/5 - I liked it
Ein kriminalistischer Roman spielend in Israel
Drei Dror Mishani Ein ungewöhnliches Buch, dessen Genre irgendwo zwischen Roman und Krimi liegt, wobei der kriminalistische Teil auf das letzte Drittel beschränkt ist und man das in seiner Gesamtheit auch erst ziemlich zum Schluss bemerkt. Der Stil: dem (meiner Meinung nach) zugrunde liegenden Thema angepasst - distanziert und eher kühl wenn es um „den Mann“ geht. Die Protagonistinnen sind durchweg sehr durchdacht und detailliert in ihren Gedanken und Gefühlen beschrieben. Schnell gelesen weil unglaublich spannend und eine wirklich gute Geschichte, die man so nicht erwartet, die aber jedem jederzeit so begegnen könnte. Trigger: Mord, Trennung, Depression, Narzissmus (!) Fazit: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Geheimnisvoll, spannend und intensiv! "Ein Roman, der Sie um den Schlaf bringen wird." Diese Aussage, die die hintere Klappe des Buches ziert, ist absolut korrekt gewählt vom Diogenes-Verlag, denn als ich es gelesen habe, habe ich dem Titel alle Ehre gemacht und bin um 3 Uhr ins Bett, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Der Lesedrang war unbeschreiblich stark. "Drei" ist ein Buch, das den Leser in Gedanken weiterbeschäftigt, wenn man es gerade nicht liest. Es hat eine unbeschreibliche Kraft, die wie ein Sog ist. Man will immer wieder in die Welt von Oana, Emilia und Ella abtauchen um endlich zu erfahren, wie diese drei Leben zusammenhängen. Man will, ja man muss als Leser einfach wissen, welches Geheimnis in diesem Buch steckt, dessen Titelbild passenderweise eine liegende, dem Betrachter mit dem Rücken zugewandte Frauengestalt zeigt, umgeben von einem mysteriösen Grün. Die Struktur dieses Romans von Mishani, der selbst als Literaturwissenschaftler über den Kriminalroman forscht, ist das eigentlich Originelle. Es wird die Geschichte dreier Frauen erzählt, die alle auf denselben Mann treffen: Gil. Im Laufe der Erzählung wird klar, was die vier Personen verbindet. Darauf näher einzugehen verbietet das Gebot der Geheimhaltung, das bei diesem Buch angewendet werden soll ("Über dieses Buch darf man eigentlich nichts verraten."), sind es doch die überraschenden Wendungen, die das Leseerlebnis von "Drei" ausmachen. Was sehr positiv ist: Mishanis Erzähler verwendet Zeitangaben. Anhand der jüdischen Feiertage kann der Leser sich orientieren, in welcher Jahreszeit die Erzählung gerade angelangt ist, auch Monate werden genannt. Das finde ich sehr angenehm, man kann dadurch die Zeitspanne der Geschehnisse gut einordnen. Generell spielt die Handlung in der Gegenwart, Computer, Laptops (Online-Dating) und die Verwendung von Smartphones bzw. Anwendungen wie WhatsApp und Skype sind allgegenwärtig. Mishani ist ein männlicher Autor, der ein weibliches Buch im besten Sinne geschrieben hat. Er erzählt weibliche Protagonisten, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen. Ob es die frisch geschiedene Lehrerin und alleinerziehende Mutter eines Jungen ist, die in Israel fremde und einsame Lettische Altenpflegerin oder die wieder studierende Mutter dreier kleiner Mädchen, der alles über den Kopf wächst: Als Leser können wir ihre Verletzlichkeit, ihre Unsicherheiten und auch ihre Stärke in diesen fragilen Lebenssituationen mit Händen greifen. Einfühlsam und empathisch ist diese Erzählweise, dabei aber auch nüchtern und auf gewisse Weise distanziert. Durch diese eindringliche Schreibweise erinnert mich Mishani an Zeruya Shalev, die ebenfalls aus Israel ist und die ich sehr mag. Sehr erhellend fand ich auch das Interview mit Dror Mishani am Ende des Buches. Es klärt über die Intention des Autors auf und beantwortet einige Fragen, die sich dem Leser sicher gestellt haben. Eine Frage wird allerdings weder im Roman, noch durch das Interview geklärt. Welche das ist, würde vielleicht zu viel verraten, aber sie fängt mit "W" an. Trotz der offenen Frage: dieses Buch ist wirklich sehr gut gemacht und das Lesen ein absolutes Erlebnis! Man sollte sich allerdings nicht zu viel anderes vornehmen, wenn man vorhat damit anzufangen.
Interessanter Schreibstil, spannende Story. Teil 1 von 3 ist weniger gelungen, die letzten beiden Teile sind sehr schön zu lesen.
Wer Teil 1 durchsteht, wird belohnt! Wie der Titel schon vermuten lässt, besteht das Buch aus drei zunächst selbständig wirkenden Geschichten. Es geht jeweils um eine verschiedene Frau, ihr Lebensumfeld in Israel und ihre Familie. Was sie verbindet, ist der gleiche Mann, der allen Frauen auf unterschiedliche Weise begegnet. Das Buch wird im Internet und diversen Foren teilweise als "phantastisch" und mit den Worten "konnte es nicht weglegen" beschrieben - teilweise stark kritisiert. Beides ist unzutreffend. Der erste Teil der Geschichte zieht sich leider etwas. Ich brauchte, bis ich in die Geschichte hineinfand. Die Alltagsschilderungen sind zwar interessant, in der Häufigkeit wie im ersten Teil aber langweilig. Teil zwei und drei gelingen wesentlich besser. Sie sind auch kürzer. Für die beiden letzten Teile tendiere ich dazu zu sagen, dass ich das Buch auch nicht weglegen konnte. Ich habe sie jeweils an einem Abend gelesen. Für den ersten Teil brauchte ich deutlich länger. Wer sich also durch den ersten Teil "durchkämpft", der wird belohnt. Das Ende ist absolut überraschend! Was ebenfalls schön ist, dass sich die angeblich selbständigen Teile 1, 2 und 3 letztlich zu einem passenden Gesamtbild zusammenfügen. Insbesondere wegen des Schlusses und des insgesamt interessanten Schreibstils spreche ich eine Leseempfehlung aus.
3,5 / 5 Sternen Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang etwas schwer gefallen ist, mit dem Buch warm zu werden. Aufgrund des Klappentextes konnte man eigentlich schon ahnen, was passieren wird, weswegen sich die ersten beiden Oberkapitel in meinen Augen etwas gezogen haben - ich hatte das Gefühl, dass die erste Geschichte einfach noch einmal wiederholt wird, was mich etwas gelangweilt hat. Dafür ist es aber dem dritten großen Teil des Buches gelungen, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen, weswegen ich es auch unglaublich schnell beendet habe. Hier fand ich den "Twist" extrem gut gelungen sowie die Aufbereitung mit den verschiedenen Blickwinkeln. Trotzdem kann ich aufgrund der Langatmigkeit am Anfang und der mangelnden Aufklärung nur dreieinhalb Sterne vergeben - ich hätte mir einfach noch etwas mehr Erklärungen zum Verhalten und zu den Motiven des Täters gewünscht.
>>Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.<< „Drei“ von Dror Mishani – ist eine sehr interessante Geschichte, deren Spannung ich so tatsächlich nicht erwartet hatte und sehr positiv überrascht war über die Verwicklungen. Insgesamt ließ sich die Geschichte gut lesen und konnte mich von der Geschichte her sehr fesseln! Mein Kritikpunkt sind hier tatsächlich die Protagonisten, zu denen ich insgesamt irgendwie nicht so den nötigen Draht finden konnte... das ist aber denke ich einfach eine ganz persönliche Wahrnehmung. Insgesamt eine lesenswerte Geschichte für Zwischendurch!
Die drei Geschichten der Frauen sind sehr spannend. Manchmal musste ich das Buch aus der Hand legen, weil ich die kommenden Schicksale nicht wahrhaben wollte. Leider bin ich mit dem Schreibstil nicht gut zurecht gekommen, da vieles im Konjunktiv geschrieben ist. Eventuell liegt das aber an der Übersetzung.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, ist Autor und Spezialist für die Geschichte der Kriminalliteratur. Seine Romane sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und seine ›Avi Avraham‹-Krimis wurden mehrfach verfilmt, zuletzt unter dem Titel ›The Calling‹. Für ›Drei‹ wurde er mit dem Prix Mystère de la Critique ausgezeichnet. 2024 wurde Dror Mishani zum Chevalier d’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.
Posts
Unerwartet gut
Als ich das Buch gekauft hab, hab ich nicht viel erwartet. Mir gefiel der Klappentext und ich dachte, vielleicht wäre das was für zwischendurch. Und wie es manchmal vorkommen kann, täuscht man sich dann. Zumindest ging es mir so. Das Buch hat mir unfassbar gut gefallen. Die Geschichten haben mich an die Kapitel gefesselt. Die Wortwahl, das geschriebene und der Verlauf des Buches… einfach gut. Generell war das etwas anderes. Was, für mich, erfrischendes. Mich konnte die Geschichte kaum los lassen. Die drei Teile und wie die dann am Schluss zusammenfinden, sehr gut. Der Autor war mir bis zu dem Buch noch nicht bekannt. Vielleicht hab ich auch nie auf seine Bücher geachtet. Das wird sich nun ändern. Ich hab den Stern abgezogen, weil die Geschichte kein offizielles Geständnis hat und die Taten ohne Erklärung blieben. Trotzdem, ein unerwartet gutes Buch. Die Kapitel sind nicht all zu lange und der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Wie man es eben mag.
Zunächst beginnt "Drei" als feinfühlige und bewegende Erzählung über eine geschiedene Frau. Nichtsahnend ihren Alltag verfolgend, leitet Dror Mishani mich gekonnt in die Irre, denn plötzlich bin ich doch in einem Krimi gefangen. Das hatte ich komplett vergessen. Und dieser Krimi ist ungewöhnlich gut erzählt, baut langsam Spannung auf und lässt sich irgendwann gar nicht mehr weglegen, weil die 3 Teile wie ein Puzzle zusammengelegt werden wollen. Am Ende war ein bisschen zu früh Schluss und so bleiben paar Puzzleteile übrig.
Welch eine Überraschung
Ich habe letztes Jahr angefangen das Buch zu lesen und nach 40 Seiten weggelegt, weil es so langweilig war. Dieses Jahr habe ich es nochmals versucht Und es hat sich so gelohnt ✨🤩 3 Geschichten, die zusammenfinden. Ein interessanter Schreibstil. Ich habe oft mitgefiebert, es war super spannend. Und das Ende - oh wow. Einfach großartig und nicht vorhersehbar. Ich hab selten so ein gutes Buch gelesen 👏🏻👏🏻👏🏻
Ein Buch wie eingeschlafene Füße 💤📖🦶
Drei Frauen, drei Lebensgeschichten, ein Mann, der sie verbindet. Eine sucht Trost, eine sucht Glauben, eine sucht Halt. Was den Anspruch eines psychologische tiefen Krimis haben könnte (so wurde es zumindest gehyped), bleibt erzählerisch schrecklich flach. Und so belanglos, dass ich nach gut 100 Seiten abgebrochen habe, da ich ständig über dem Buch eingeschlafen bin. Ich habe mich durch die ersten hundert Seiten noch durchgekämpft, in der Hoffnung, dass irgendwann etwas passiert, das trägt. Stattdessen: distanzierte Figuren, zähe Dialoge, eine Handlung, die nie in Gang kommt. Mir fehlt einfach Relevanz. Warum lese ich das hier gerade? Warum muss ich mich in das Durchschnittsleben dieser nur semi-sympathischen Frau hineinversetzen? Ich kann’s gar nicht richtig beschreiben… Mishani schreibt auf jeden Fall konsequent gegen das Prinzip „show, don’t tell“ an – alles wird erklärt, nichts erlebt. Dadurch bleiben die Figuren unnahbar, es kommt keinerlei Empathie auf, der Text bleibt auf Distanz, ohne Sog, ohne Spannung, ohne dass ich irgendwas mitgefühlt hätte. Perspektivwechsel und Zeitsprünge wirken willkürlich und erschweren zusätzlich den Zugang. Von psychologischer Genauigkeit ist dadurch wenig zu spüren. Ich habe mehrmals versucht weiterzulesen, aber nichts in diesem Buch hat für mich wirklich gelebt. Es war einfach nur ermüdend und so zäh, dass ich mich auch nicht aufraffen konnte, weiter durchzuhalten. Ich habe das Buch schlussendlich abgebrochen. Kein Ärger, (ok, vielleicht ein bisschen Enttäuschung), und das nüchterne Gefühl, meine Zeit besser nutzen zu können. ⭐️

Distanzierter Slowburner
Es ist schwierig über dieses Buch zu sprechen, ohne etwas vorwegzunehmen. Den sagenumwobenen Plot Twist, das Ding, was diesen Roman so besonders macht. Den gab es, und er war gut. Aber bei weitem nicht so gut, wie ich erhofft hatte. Besonders weil die erste Hälfte des Buches mich seltsam kalt ließ, ja fast langweilte. Die Charaktere und die ganze Geschichte sind merkwürdig distanziert und ließen für mich wenig Nähe zu. Das letzte Drittel war wirklich spannend, da wurde das ganze Buch fast zum Krimi und hat mich dann auch wirklich kurz gepackt. Leider aber zu spät und leider dann doch auch nicht ganz so unvorhergesehen, wie angepriesen. Solide, distanziert und hinten raus mit kleinem Kick.
Unerwartet gut
Ich habe mich vorher nicht wirklich mit Dror Mishanis „Drei“ befasst, weshalb ich sehr überrascht war, in welche Richtung die Geschichte ging. Der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch die nüchterne Sprache war das sehr passend. Ich habe total mitgefühlt und alle Schicksale der Frauen haben mich sehr berührt. Klare Lese-Empfehlung!

Detailliert beschrieben und mit unerwarteten Wendungen.
I. Gil ist leger und humorvoll, keiner, der sich ständig produzieren muss. Auch nach den ersten Treffen bedrängt er Orna nicht, geht behutsam auf sie ein und gewinnt ihre Aufmerksamkeit mit dem Charme ungekünstelter Durchschnittlichkeit. Während Ornas Ex mit neuer Frau, einer Deutschen und deren vier Kindern, in Kathmandu lebt, versucht Orna schliesslich, sich mit Gil ein neues Leben aufzubauen. II. Im zweiten Kapitel, das einige Jahre später spielt, steht Emilia im Mittelpunkt, eine aus Riga stammende Pflegekraft, die zum Geldverdienen nach Israel gekommen ist. Sie betreut Gils Vater. Als der stirbt, verliert sie Job und Unterkunft. Gil, in der ihm eigenen grosszügig unaufdringlichen Art, stärkt ihr Selbstwertgefühl, hilft ihr, wieder Fuss zu fassen. III. Im letzten Kapitel geht es um Ella. Sie hat zwei ältere Töchter und zehn Monate bevor sie Gil in einem Cafe kennenlernt, ein weiteres Kind bekommen. Um zu Hause nicht durchzudrehen, hat sie sich für ein Masterstudium eingeschrieben. Nach einer längeren, kumpelhaften Annäherung an Gil entwickelt sich, obwohl Ella verheiratet ist, doch mehr. Der erste Teil der Geschichte hat mir mit Abstand am besten gefallen. Im zweiten Teil hat mir die Spannung gefehlt und am Ende auch das Warum… 💭

Drei Frauen, ein Mann – alle drei Frauen suchen etwas und finden alle drei denselben Mann. Finden sie bei ihm das, was sie suchen oder etwas ganz anderes? Die Wahrheit über sich erzählt er ihnen nicht, allerdings weiß er auch nicht alles über sie. „Drei“ ist ein ganz ungewöhnliches Buch. Es wird von Anfang an ganz subtil eine Spannung aufgebaut, etwas fühlt sich nicht gut, nicht richtig an. Gil erzählt nicht alles über sich und es ist immer etwas offen, es gibt Zwischentöne, die nicht stimmig sind. Es wird ganz langsam etwas entwickelt, so dass es nicht sofort klar ist, dass es ein Krimi ist. Und es fällt mir jetzt auch schwer darüber zu schreiben, denn dann würde ich viel zu viel verraten. Es ist sprachlich passend, es gibt Beschreibungen, die sowohl die Situation, die Personen und die jeweiligen Gefühle beschreiben und den Spannungsaufbau unterstützen. Dror Mishani schafft es, genaue Bilder der Charaktere entstehen zu lassen, wie sie leben und was sie denken, wann sie sich unwohl fühlen und wann nicht. Und dies schafft er bei allen drei Frauen und auch bei dem Mann, Gil, der jedes Mal derselbe bleibt. Es ist ein ganz überraschendes Buch mit überraschenden Wendungen, an mehreren Stellen. Kriminalromane lese ich recht selten, aber bei diesem gefiel mir die Beschreibung und die Rezensionen, die ich darüber gelesen habe. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist ein leiser, aber trotzdem sehr spannender Krimi. Die Geschichte entwickelt sich ganz langsam und wird zum Ende hin immer spannender.
Interessanter Mix aus Krimi und Roman mit besonderem Schreibstil!
Ich war auf der Suche nach einem spannenden Krimi, der jedoch nicht gleich zu sehr in die Ecke Psychothriller gehen sollte - mit „Drei“ bin ich da auf genau den richtigen Mix zwischen Roman und Krimi gestoßen! Hätte ich mich vorab nicht mit dem Genre und Inhalt des Buches befasst, wäre meine Bewertung wahrscheinlich noch besser ausgefallen. Meine Erwartungshaltung war dann ggf. doch etwas hoch. Dennoch hat dieses Buch interessante Erzählstränge und gute Wendungen mitgebracht. Besonders ist mir der Schreibstil aufgefallen, der teilweise im Futur geschrieben ist und mich manchmal stark an eine „Tathergangsbeschreibung eines Polizeiberichts“ erinnert hat. Ohne hier zu viel Spoilern zu wollen - spricht u.a. genau dies mit Hinblick auf das Ende der Story für die Besonderheit des Romans. Zugegebenermaßen fand ich den 2. Abschnitt stellenweise etwas zäh, das dritte Kapitel hat es dann jedoch wieder gut gemacht und für Spannung bis zum letzten Satz gesorgt!

Was soll man zu diesem Roman nur sagen? Vor allem, ohne zu viel zu verraten? #Drei von #drormishani aus dem #diogenesverlag hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht wieder los gelassen. Zunächst ist da Orna, eine geschiedene alleinerziehende Lehrerin, die in einem Dating-Portal einen Mann kennen lernt. Gil ist herrlich unaufdringlich, charmant, humorvoll und scheint eine gute Wahl zu sein. Im zweiten Kapitel lernen wir Emilia kennen, eine aus Riga stammende Altenpflegerin, die gerade ihren Job verloren hat. Auch sie lernt Gil kennen und er ist unglaublich hilfsbereit und bietet ihr einen Job an, aus dem langsam mehr entsteht. Im dritten Teil des Buches schließlich ist es Ella, eine dreifache Mutter, die vor ihrem eintönigen Leben in ein Studium und in ein Café flüchtet, indem sie – natürlich einen Mann namens Gil kennenlernt. Die drei Frauen, alle frustriert, aber stark, selbstbewusst und doch verunsichert, lebenshungrig und gestresst, werden so einfühlsam und psychologisch genau beschrieben, dass man sich erstaunlich gut hineinversetzen kann. Gil dagegen bleibt eher schattenhaft, ein Mann, der alles sein könnte und auch nichts. Und genau das macht den Reiz aus. Mehr kann und will ich nicht verraten, nur so viel: Drei ist ein spannender Roman voller überraschender Wendungen, kein Krimi, auch wenn es ein Verbrechen in drei Teilen ist. Absolut lesenswert!
Nachdem das erste Kapitel so vor sich hinplätschert, nimmt es ab dem zweiten rasant an Fahrt auf und ist bis zum Ende sehr spannend. Es handelt sich um drei unterschiedliche Erzählstränge, die am Ende zusammen gefügt werden. Der Erzählstil ist sehr ungewöhnlich, z.B. werden Dinge, die gerade passieren im Futur I oder Futur II ausgedrückt. Die Frauen im Buch bis hin zur Ermittlerin werden alle sehr detailliert beschrieben, die Männer hingegen fast gar nicht. Ein Kommissar wird nur A. genannt, während die Frauen alle Namen haben. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, die Stimme von Franz Dinda ist sehr angenehm und passt perfekt zur Erzählung.
Was für ein merkwürdig faszinierender Ton, in dem die Geschichte von Dror Mishani seinen Lauf nimmt. Ich bleibe neugierig, trotz einer klaren und nüchternen Atmosphäre zieht mich der Roman hinein in seine Welt. Dann haut es mich plötzlich um; what, ist das jetzt wirklich passiert?! Krass!! Aufgestört lese ich weiter, vorsichtig und nervös hoffe ich, bange ich. Dann bin ich durch und denke, wow, wie toll, wenn einen Literatur so durchrütteln kann!

Drei Frauen, Drei Schicksale geeint durch einen Mann
Das erste erwürfelte Bookopoly Buch (das Brett wurde entwurfen durch meine beste Freundin), nämlich ein Buch bei dem ich denken könnte, es sei ein 5-Sterne-Buch. Dieses Werk fand den Weg zur mir durch sein Cover, ich habe es mehrfach gesehen und bei meinem letzten Berlin Besuch im Dussmann mitgenommen. Das Cover zeigt eine Frau in Rückansicht, auf einem Bett liegend, ein Rosenbouquet in der Hand. Ansonsten ist es ein typisches Cover des Diogenes Verlags mit dem kurzen Bildausschnitt in weiß gehalten. Die erste Frau: Orna wurde von ihrem Mann verlassen für eine andere Frau. Sie sucht Trost und Aufmerksamkeit in einem online Datingportal und findet sie auch. Sie trifft sich mit Gil, zunächst nur mal abends zum Essen, heimlich, sodass ihre Familie und ihre Freunde nichts merken. Nachdem sie es ihrer Familie und ihren Freunden erzählte wird sich das Verhältnis zwischen ihr und Gil verändern. Sie werden einen Kurztrip planen, der für Orna beginnt wie erhofft und plötzlich kurzfristig endet. Die zweite Frau: Emilia verließ Lettland um on Isreal ein besseres Leben zu haben. Sie kommt als Pflegerin zu einem älteren Ehepaar. Nachum und Esther werden ihr ein Zimmer anbieten und Emilia kümmert sich rührend um Nachum. Nachdem Nachum gestorben ist, sucht sie eine neue Stelle, da Esther sie nicht weiter beschäftigen kann. Sie wird fündig und betreut eine alte Dame in einem Altenheim, jedoch wird sie weit weniger herzlich von ihr behandelt. Sie überlegt wie sie mehr Geld verdienen könne und fragt Esther um Rat. Diese empfiehlt ihr einfach mal mit ihrem Sohn Gil, er ist Rechtsanwalt, einen Termin zu machen und sie beraten zu lassen. Gil wird versuchen alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Emilia legal eine weitere Stelle in Israel antreten darf, jedoch misslingt es ihm. Emilia wird bei ihm putzen und daraus entspinnt sich langsam eine Affäre. Gil will mit Emilia in den Urlaub fliegen, aber kurz vorher ändert sich das Verhältnis. Die dritte Frau: Ella ist eine gestresste Hausfrau und Mutter, die gerade ihr Masterstudium beendet will. Sie sitzt jeden Morgen im gleichen Café. Gil wird auf sie aufmerksam und fängt an sie zu umgarnen, vorsichtig und so wie es sich für Ella gut anfühlt. Sie werden gemeinsam Essen gehen und Gil wird sie fragen, ob sie nicht ein paar Tage mit ihm verreisen möchte. Ella ist sich unsicher, aber wird alle Hebel in Gang setzen um mit ihm verreisen zu können. Doch er wird kurzfristig die Reise absagen. Also von mir eine absolute Leseempfehlung. Diese drei so unterschiedlichen Leben und Schicksale auf diese Art zu verknüpfen ist wirklich ein Meisterwerk. Mein erster Gedanke bei dem Bookopolyfeld war anscheinend der Richtige.
Ein intensives Buch - am besten im Urlaub lesen
Mein erstes Buch von Mishani, das mir im Urlaub von einer Buchhändlerin empfohlen wurde. Erst "plätschert" die Geschichte langsam vor sich hin, ist aber sprachlich gut und man möchte weiterlesen. Dann folgt eine ziemlich krasse Wendung und ein neuer Erzählstrang beginnt. Auch hier fühlt man wieder mit und ist gespannt, wie es weitergeht. Das Buch entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Vielleicht muss man es wirklich im Urlaub lesen, wenn man dranbleiben kann, damit die etwas langsame Erzählweise nicht dazu führt, dass man nicht schnell genug in die eigentliche Geschichte hineinkommt und aufgibt, bevor man weiß, worauf es hinausläuft. Mir hat es sehr gut gefallen.
Dieses Buch hat mich wirklich vom Hocker gehauen! Eine unglaublich tolle Erzählweise, die einen in den Bann zieht. Raffinierter Aufbau der Geschichte. Der Autor sagt selbst, dass es erst zum dritten Teil des Buches zu eine Art Detektivgeschichte wird. Vorher ist es aber kein Krimi und auch kein gewöhnlicher Roman. Als hätte er ein komplett neues Genre erfunden. Aber worum geht es? Man sollte nicht zu viel verraten, damit man selber gut eintauchen kann: drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und ein Mann der drei Facetten zeigt. Alle vier Figuren ergeben ein wundervolles Gesamtbild. Er schreibt das, was für die Geschichte wichtig ist. Es ist nicht zu viel und zu wenig, was das Buch lebendig macht. Packend, leidenschaftliche und literarisch, dieses Buch macht mich einfach sprachlos.
Pragmatismus meets Unentschlossenheit
Dieses Buch ist mir immer mal wieder in Rezensionen begegnet. Die Hinweise, dass es sich hier um ein Psychogramm handelt, hat dann doch meine Neugier geweckt. Eingezogen ist es letztendlich, weil im Frühjahr das neue Buch des Autors erscheint und ich, quasi als Vorbereitung, erst mal diesen Bestseller lesen wollte. Es wird schwierig sein, einen Überblick über den Inhalt zu geben, ohne zu Spoilern. Deswegen werde ich mich hier sehr knapp halten. Ein Mann pflegt zuvorkommenden Kontakt zu Frauen. Drei stehen im Mittelpunkt und füllen die drei Teile des Romans mit Inhalt. Im ersten Teil lernen wir Orna kennen, die nach der Trennung von ihrem Mann Sorge hat, ihrem kleinen Sohn nicht gerecht zu werden. Auch macht sich Einsamkeit in ihrem Leben breit, und so freut sie sich, als sie Gil kennen lernt, der sie umwirbt und zumindest verbal unterstützt. Doch hält sie sich erst mal sehr zurück, was den Kontakt zu ihm betrifft. Sein Verhalten ist oft sehr ambivalent, doch nach und nach nähern sie sich an. Schließlich einschließt sich Orna zu einer kleinen Reise mit ihm. Im zweiten Teil steht Emilia im Mittelpunkt, die fremd in einem Land ist, dass ihre Arbeit schätzt, indem sie sich aber jeden Tag aufraffen muss, ihr Leben zu meistern. Sie arbeitet in der Pflege und lernt fast nur in diesem Kosmos andere Menschen kennen. Lediglich ihr Glaube gibt ihr Halt. Auch sie hat einen Bezug zu Gil, den sie völlig falsch einschätzt. Im dritten Teil lernt Gil eine Frau in einem Café kennen, die ihn fasziniert, ihn aber keinesfalls ermuntert, den oberflächlichen Kontakt zu vertiefen. Es zeichnet sich nun eine Entwicklung ab, die mehr mit einer Kriminalgeschichte als mit einem Beziehungsroman zu tun hat. Nach und nach tasten wir uns vor, rätseln über Gründe und Motivationen und spätestens ab Ende des ersten Teils wissen wir, wo die Reise hingeht. Hier liegt auch der größte Überraschungseffekt. Die berichthafte Erzählweise des Autors hat mich sofort an ein Protokoll erinnert. Kurze, knappe Sätze, so gut wie keine wörtliche Rede und Wechsel der Tempora lassen den Text sehr pragmatisch und vage wirken. Mir kam es des Öfteren vor, als würde mir jemand ohne jegliche Emotionen, Betonung oder Mimik eine Geschichte erzählen. Deshalb lässt sich auch erst mal nicht ableiten, wohin Mishani mit uns hin möchte. Als dieses dann im zweiten Teil relativ klar wird baut sich Spannung auf. Die Frage danach was passieren wird und ob all das an die Öffentlichkeit dringt, hielt mich am Lesen. Hier hatte das Buch Pageturner Charakter. Im dritten Teil hingegen war Vorhersehbarkeit allgegenwärtig. Keine großen Überraschungen und das Ende war tatsächlich für mich eher unbefriedigend. Interessant fand ich, wie der Autor die Perspektiven wechselt. Sind wir am Anfang sehr bei der Protagonistin, so schwankt die Sichtweise im Mittelteil zwischen Emilia und Gil. Im letzten Teil kommt noch eine weitere Perspektive dazu und wir sind weniger auf der Seite der Frau, sondern mehr bei ihm. Der Blick kippt also um 180° und das macht Mishani sehr geschickt. Was halte ich also in den Händen? Ein Psychogramm? Einen Roman? Oder doch eher eine Kriminalgeschichte? So genau lässt sich das Buch nicht einordnen, wenn ich auch eher zu Letzterem tendiere. Warum dieser Text so ein großer Bestseller war, erschließt sich mir nicht so ganz. Ich ordne die Lektüre zwischen Spannung und Vorahnung ein und ein mulmiges Gefühl, bleibt zurück. Vielleicht ist es das, was viele Leser*innen gefeiert haben? Ich empfehle das Buch besonders denjenigen, die reduzierte und ruhig erzählte Geschichten lieben, in denen der Ausgang ungewiss ist.
Anspruchsvoll und distanziert
Mir war lange nicht klar, dass es sich hierbei um einen Krimi handelt. Sprachlich war es anspruchsvoller und für mich ungewohnt. Durch die wechselnden Zeiten hatte ich nicht das Gefühl, den Protagonisten besonders nah zu sein. Das war aber Gewöhnungssache und vor allem ab der Mitte wurde es endlich spannend und ich war extrem neugierig, wie es weitergeht. Für mich wurde am Ende leider nicht ersichtlich, wieso Gil so gehandelt hat, wie er es getan hat.
Unerwartet spannende Geschichte!
Den Schreibstil dieses Buchs empfand ich als sehr angenehm und dadurch ließ es sich sehr flüssig lesen. Hatte es auch in zwei „Leseschüben“ durch. Jede der drei Damen war mir gleich sympathisch. Ich hatte zu Beginn der Geschichte keine Ahnung, dass es solch ein spannender Krimi wird! Super fand ich auch, dass das Buch nicht direkt mit dem eigentlichen Ende abschließt, sondern noch ein wenig die Aufklärung beschrieben wird.

Drei Frauen. Ein Mann. Keine Dreiecksbeziehung.
Orna. Emilia. Ella. Drei Frauen. Drei Leben. Alle suchen Nähe und Halt. Alle treffen denselben Mann. Lange liest es sich wie ein Roman. Über Alltag. Sehnsucht. Einsamkeit. Und erst im letzten Teil wird klar: Drei ist mehr Krimi, als man ahnt. Und genau diese Mischung macht das Buch so besonders. Mich hat berührt, wie intensiv die Opfer im Mittelpunkt stehen. Wie Mishani ihre Isolation und Verletzlichkeit beschreibt. Für mich mal ein ganz anderes Leseerlebnis! Empfehlung für alle, die psychologisch gut gezeichnete Figuren und eine ungewöhnliche Krimi-Erzählung mögen.

Ich war positiv überrascht als ich das Ende des ersten Kapitels erreichte! Für mich war dies nicht vorhersehbar und spannend! Toll finde ich, dass die Menschen alle sehr detailliert beleuchtet werden mit ihren Hintergründen und Lebensumständen und das macht die Geschichte mitfühlbar. Was ich super fand war, dass nachdem der Täter gefasst wird das Buch nicht zu Ende ist, sondern weiter erzählt wird. Was waren die Motive, wie ist er vorgegangen, was wurde übersehen und den Angehörigen und Opfern wird Respekt gezollt! Toll!
Drei entfaltet sich ganz allmählich und wirkte auf mich in den ersten Kapiteln fast träge. Mir gefiel im Mittelteil (zu Beginn der zweiten Geschichte), dass Mishani mit dem Wissen, das wir in der Zwischenzeit erhalten haben, spielt und kokettiert (Gil steckt die Hand zwischen Emilias Beine - um den Sitz nach hinten zu schieben! Aha! Haben wir ihn tatsächlich fälschlicherweise beschuldigt?). Aus meiner Sicht hätte er hier durch dezente Hinweise und Anspielungen im Laufe von Emilias Geschichte wesentlich mehr herausholen können. Hat er aber nicht. Gleichzeitig wartete ich gespannt auf den viel beschriebenen Knall, der diesem Roman von allen Seiten zugeschrieben wird. Vielleicht hatte ich einfach nur den richtigen Riecher, so wirklich unvorhergesehen war die Wendung am Ende aber nicht. So oder so, hätte ich keinerlei Vorwissen zu “Drei” gehabt, würde meine Rezension wahrscheinlich auch nicht ganz so hart ausfallen. Der Roman lässt sich gut weglesen und ich hab die Lektüre zu keinem Zeitpunkt bereut. 3/5 - I liked it
Ein kriminalistischer Roman spielend in Israel
Drei Dror Mishani Ein ungewöhnliches Buch, dessen Genre irgendwo zwischen Roman und Krimi liegt, wobei der kriminalistische Teil auf das letzte Drittel beschränkt ist und man das in seiner Gesamtheit auch erst ziemlich zum Schluss bemerkt. Der Stil: dem (meiner Meinung nach) zugrunde liegenden Thema angepasst - distanziert und eher kühl wenn es um „den Mann“ geht. Die Protagonistinnen sind durchweg sehr durchdacht und detailliert in ihren Gedanken und Gefühlen beschrieben. Schnell gelesen weil unglaublich spannend und eine wirklich gute Geschichte, die man so nicht erwartet, die aber jedem jederzeit so begegnen könnte. Trigger: Mord, Trennung, Depression, Narzissmus (!) Fazit: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Geheimnisvoll, spannend und intensiv! "Ein Roman, der Sie um den Schlaf bringen wird." Diese Aussage, die die hintere Klappe des Buches ziert, ist absolut korrekt gewählt vom Diogenes-Verlag, denn als ich es gelesen habe, habe ich dem Titel alle Ehre gemacht und bin um 3 Uhr ins Bett, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Der Lesedrang war unbeschreiblich stark. "Drei" ist ein Buch, das den Leser in Gedanken weiterbeschäftigt, wenn man es gerade nicht liest. Es hat eine unbeschreibliche Kraft, die wie ein Sog ist. Man will immer wieder in die Welt von Oana, Emilia und Ella abtauchen um endlich zu erfahren, wie diese drei Leben zusammenhängen. Man will, ja man muss als Leser einfach wissen, welches Geheimnis in diesem Buch steckt, dessen Titelbild passenderweise eine liegende, dem Betrachter mit dem Rücken zugewandte Frauengestalt zeigt, umgeben von einem mysteriösen Grün. Die Struktur dieses Romans von Mishani, der selbst als Literaturwissenschaftler über den Kriminalroman forscht, ist das eigentlich Originelle. Es wird die Geschichte dreier Frauen erzählt, die alle auf denselben Mann treffen: Gil. Im Laufe der Erzählung wird klar, was die vier Personen verbindet. Darauf näher einzugehen verbietet das Gebot der Geheimhaltung, das bei diesem Buch angewendet werden soll ("Über dieses Buch darf man eigentlich nichts verraten."), sind es doch die überraschenden Wendungen, die das Leseerlebnis von "Drei" ausmachen. Was sehr positiv ist: Mishanis Erzähler verwendet Zeitangaben. Anhand der jüdischen Feiertage kann der Leser sich orientieren, in welcher Jahreszeit die Erzählung gerade angelangt ist, auch Monate werden genannt. Das finde ich sehr angenehm, man kann dadurch die Zeitspanne der Geschehnisse gut einordnen. Generell spielt die Handlung in der Gegenwart, Computer, Laptops (Online-Dating) und die Verwendung von Smartphones bzw. Anwendungen wie WhatsApp und Skype sind allgegenwärtig. Mishani ist ein männlicher Autor, der ein weibliches Buch im besten Sinne geschrieben hat. Er erzählt weibliche Protagonisten, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen. Ob es die frisch geschiedene Lehrerin und alleinerziehende Mutter eines Jungen ist, die in Israel fremde und einsame Lettische Altenpflegerin oder die wieder studierende Mutter dreier kleiner Mädchen, der alles über den Kopf wächst: Als Leser können wir ihre Verletzlichkeit, ihre Unsicherheiten und auch ihre Stärke in diesen fragilen Lebenssituationen mit Händen greifen. Einfühlsam und empathisch ist diese Erzählweise, dabei aber auch nüchtern und auf gewisse Weise distanziert. Durch diese eindringliche Schreibweise erinnert mich Mishani an Zeruya Shalev, die ebenfalls aus Israel ist und die ich sehr mag. Sehr erhellend fand ich auch das Interview mit Dror Mishani am Ende des Buches. Es klärt über die Intention des Autors auf und beantwortet einige Fragen, die sich dem Leser sicher gestellt haben. Eine Frage wird allerdings weder im Roman, noch durch das Interview geklärt. Welche das ist, würde vielleicht zu viel verraten, aber sie fängt mit "W" an. Trotz der offenen Frage: dieses Buch ist wirklich sehr gut gemacht und das Lesen ein absolutes Erlebnis! Man sollte sich allerdings nicht zu viel anderes vornehmen, wenn man vorhat damit anzufangen.
Interessanter Schreibstil, spannende Story. Teil 1 von 3 ist weniger gelungen, die letzten beiden Teile sind sehr schön zu lesen.
Wer Teil 1 durchsteht, wird belohnt! Wie der Titel schon vermuten lässt, besteht das Buch aus drei zunächst selbständig wirkenden Geschichten. Es geht jeweils um eine verschiedene Frau, ihr Lebensumfeld in Israel und ihre Familie. Was sie verbindet, ist der gleiche Mann, der allen Frauen auf unterschiedliche Weise begegnet. Das Buch wird im Internet und diversen Foren teilweise als "phantastisch" und mit den Worten "konnte es nicht weglegen" beschrieben - teilweise stark kritisiert. Beides ist unzutreffend. Der erste Teil der Geschichte zieht sich leider etwas. Ich brauchte, bis ich in die Geschichte hineinfand. Die Alltagsschilderungen sind zwar interessant, in der Häufigkeit wie im ersten Teil aber langweilig. Teil zwei und drei gelingen wesentlich besser. Sie sind auch kürzer. Für die beiden letzten Teile tendiere ich dazu zu sagen, dass ich das Buch auch nicht weglegen konnte. Ich habe sie jeweils an einem Abend gelesen. Für den ersten Teil brauchte ich deutlich länger. Wer sich also durch den ersten Teil "durchkämpft", der wird belohnt. Das Ende ist absolut überraschend! Was ebenfalls schön ist, dass sich die angeblich selbständigen Teile 1, 2 und 3 letztlich zu einem passenden Gesamtbild zusammenfügen. Insbesondere wegen des Schlusses und des insgesamt interessanten Schreibstils spreche ich eine Leseempfehlung aus.
3,5 / 5 Sternen Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang etwas schwer gefallen ist, mit dem Buch warm zu werden. Aufgrund des Klappentextes konnte man eigentlich schon ahnen, was passieren wird, weswegen sich die ersten beiden Oberkapitel in meinen Augen etwas gezogen haben - ich hatte das Gefühl, dass die erste Geschichte einfach noch einmal wiederholt wird, was mich etwas gelangweilt hat. Dafür ist es aber dem dritten großen Teil des Buches gelungen, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen, weswegen ich es auch unglaublich schnell beendet habe. Hier fand ich den "Twist" extrem gut gelungen sowie die Aufbereitung mit den verschiedenen Blickwinkeln. Trotzdem kann ich aufgrund der Langatmigkeit am Anfang und der mangelnden Aufklärung nur dreieinhalb Sterne vergeben - ich hätte mir einfach noch etwas mehr Erklärungen zum Verhalten und zu den Motiven des Täters gewünscht.
>>Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.<< „Drei“ von Dror Mishani – ist eine sehr interessante Geschichte, deren Spannung ich so tatsächlich nicht erwartet hatte und sehr positiv überrascht war über die Verwicklungen. Insgesamt ließ sich die Geschichte gut lesen und konnte mich von der Geschichte her sehr fesseln! Mein Kritikpunkt sind hier tatsächlich die Protagonisten, zu denen ich insgesamt irgendwie nicht so den nötigen Draht finden konnte... das ist aber denke ich einfach eine ganz persönliche Wahrnehmung. Insgesamt eine lesenswerte Geschichte für Zwischendurch!





















































