Dieses makellose Blau

Dieses makellose Blau

Paperback
5.03
BeziehungenÜberforderungShort StoryFrauen

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Description

Eine Frau sucht ihre Katze in ihrer Nachbarschaft. Zwei Freundinnen tragen einen Tisch durch den Garten. Ein Mutter schiebt ihr schreiendes Kind durch den Wald. Ein Mann ärgert sich über den nicht aufheulenden Motor seines Miet-Automatik-Autos und darüber, dass er bei einer jungen Frau nicht gelandet ist, obwohl er ihre Titten kneten durfte. Ja, und? Was ist jetzt? Im Zentrum der genau gearbeiteten Erzählungen von Sarah Raich stehen Frauen, manchmal als Objekt, meist als emotional ausmanövrierte, ratlose Protagonistinnen, die alles wollen, nur nicht mehr weiter so wie bisher. „Sarah Raichs Kurzgeschichten sind Blicke in den Abgrund, von denen ich gar nicht genug bekommen kann.“ Nicole Seifert, Tagundnacht.blog „Kurzgeschichten sind hierzulande eine vernachlässigte Textgattung. Wer die Texte von Sarah Raich gelesen hat, kann über diese Tatsache nur verwundert den Kopf schütteln.“ Magda Birkmann, Buchhändlerin

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Generational Novels
Format
Paperback
Pages
120
Price
16.00 €

Author Description

Sarah Raich wurde 1979 geboren und ist im ländlichen Niedersachsen mit viel Leere und Natur aufgewachsen. Sie studierte in Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und arbeitete danach als Kreative in Agenturen. Im Herbst 2021 erschien bei Piper Ivi ihr Jugendroman "All that's left". "Dieses makellose Blau" ist ihr Prosadebüt.

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„Nach fünf, sechs Stößen wurden ihre Gedanken leerer. Die Worte flossen aus ihr heraus, wurden zerhackt von dem Auf und Ab. Hier und da zuckten Bilder durch ihren Kopf. Eine zerbrochene Tasse, Scherben. Der Briefkasten voller Post.“ Die 11 Kurzgeschichten in Sarah Raichs Dieses makellose Blau blicken in verschiedene Leben und Umgebungen. Eine Frau sucht ihre Katze in der Nachbarschaft und entdeckt das katzenartige Leben einer Frau in einer Garage, Mütter ergeben sich nicht ihrem Schicksal und Männer, die Autos brauchen, um mit ihrer Wut klarzukommen. Die Autorin stellt Frauen in diesen elf Geschichten in den Mittelpunkt, jede anders und einzigartig. Während an einer Stelle ein rührendes Begräbnis für eine Kröte gehalten werden will, erlebt man in Gin Tonic Liebeskummer nach einer Trennung schmerzlich mit, man leidet förmlich mit: Wenn sie wusste, warum etwas wehtat, ließ es sich aushalten. Es ließ sich packen und ordnen. Nur alles andere. Wohin nur mit all dem anderen. Sarah Raich erzählt in sehr genau gebauten Kurzgeschichten von Lebenswelten, in denen nichts perfekt und herrlich ist. Sie erlaubt mit den Augen der Protagonistinnen in Momente einzutauchen und stellt zum Schluss mit Erstaunen fest, dass man komplett Teil des Textes geworden ist, so wie bei der Kurzerzählung der Fund: „Das obere Ende des Stocks war seltsam rund und glatt. Sie zog ihn hervor und betrachtete ihn. Die Farbe war seltsam, bräunlich und nicht elfenbeinfarben, wie sie es sich vorgestellt hatte. Aber sonst bestand kein Zweifel. Marie hatte recht gehabt. Sie hielt einen Knochen in der Hand.“ Die Skurrilitäten des Alltags bringt uns die Autorin an einer simplen Hand, die an die Mutter erinnert, genauso nahe wie der Wunsch des Menschen fliegen zu können oder ein Tier zu sein. Dieses makellose Blau ist ein Kurzgeschichten-Band, der auch Leser*innen von Romanen begeistern kann. Geschichte für Geschichte wird man in eine Situation gekippt, ohne am Ende komplett darin zu versinken. Sarah Raich schafft eine einwandfreie Balance zwischen dem Empfangen und Verabschieden der Lesenden innerhalb jedes einzelnen Textes. Dieses Buch ist eines, das wirken muss. Die Geschichten kostet man am besten happenweise wie ein Stück dunkle Bitter-Schokolade, das langsam auf der Zunge schmilzt. Sarah Raichs Prosadebüt ist nämlich genau das: Oft ein tiefer Einblick in die bittersüße Gedankenwelt von Frauen, manchmal ein Schlag in die Magengrube, alle schräg und so bildhaft, dass sie lange im Kopf nachtönen.

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Makellose (Kurz-)Prosa Über mein Faible für Kurzgeschichten muss ich – zumindest für Eingeweihte - hier wohl keine Worte mehr verlieren. Zu viele wurden schon von mir rezensiert *g*. Dass man auf bzw. in sozialen Netzwerken immer wieder auf äußerst interessante Autorinnen und Autoren trifft, die weitab vom Mainstream schreiben und publizieren, ist ebenso ein offenes Geheimnis – ich wollte es nur noch mal erwähnen. So wurde ich vor einiger Zeit dank einer bzw. mehrerer Rezensionen auf das Prosadebüt „Dieses makellose Blau“ von Sarah Raich aus dem Berliner Indie-Verlag „mikrotext“ aufmerksam. Da mir die kurzen Zitate aus den Texten in den Rezensionen sofort gefielen, habe ich nicht lange gezögert und das Buch bestellt. Nun habe ich den Band bereits zwei Mal komplett durchgelesen (was bei 120 Seiten nicht wirklich schwer ist *g*) und die Geschichten lassen mich einfach nicht mehr los. Zu präzise, zu „lebensnah“ und mit psychologischem Spürsinn schreibt Sarah Raich ihren zumeist weiblichen Protagonisten Situationen auf den Leib, die auf den ersten Blick „unscheinbar“ sind (etwa einen Tisch von A nach B zurück nach A tragen *g*). Aber es geht weniger um die Situationen als solche, sondern um die Gedanken, die sich die Protagonistinnen dabei machen. Alle wollen sie „ausbrechen“ aus ihrer (teilweise) verzwickten Lebenssituation, alle sind nicht zufrieden mit den Gegebenheiten. Dabei lässt Sarah Raich meiner Meinung nach ihren Leserinnen und Lesern viel Interpretationsspielraum, um welche Situationen es sich handelt. Jeder wird seine „eigenen“ Geschichten lesen, interpretieren, sie sezieren und wieder zusammensetzen. Sarah Raich bringt ein gewaltiges Spektrum an Sprachspiel und an Ausdruckskraft mit. Es reichen zumeist wenige Worte, um die geneigte Leserschaft an die Geschichte zu fesseln. Und trotzdem wird nicht viel gesagt (das ist jetzt bitte absolut positiv zu verstehen!) Ein Umstand, der dazu führt, dass man die Geschichten (je öfter man sie liest) Schicht für Schicht „freilegt“ und trotzdem jedes Mal etwas Anderes liest. Hört sich vielleicht paradox an, aber ist genauso passiert. Jeder wird seine Lieblingsgeschichte in diesem Werk finden – für mich war „Das Schattenmal“ der herausragende Text dieser Sammlung. Allerdings soll das die anderen Texte nicht abwerten oder deklassieren. Jede dieser Kleinodien sprachlicher Finesse hat seinen Platz hier verdient! Ich werde den literarischen Weg Sarah Raich´s in jedem Fall sehr gerne weiterverfolgen! 5* und entsprechend eine absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic

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