Die Töchter des Nordens
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Description
England, in einer unbestimmten Zukunft: Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das alte politische System hinweggefegt. Diktatorisch regiert, leben die Menschen in städtischen Zentren, die Einwohnerinnen dürfen nur in Ausnahmefällen Kinder bekommen. Eine junge Frau, die sich »Schwester« nennt, entflieht den Kontrollen und schließt sich einer legendären Gruppe weiblicher Abtrünniger an, die in den Bergen des Lake District eine einsame Farm bewirtschaften. Unter Führung der charismatischen Jackie hat sich die Gemeinschaft immer stärker radikalisiert. Gewalt und militärischer Drill bestimmen inzwischen den Ton. Auch Schwester scheint bereit, Jackies Kampf gegen das verhasste System mitzutragen. Als Jackie den Krieg ausruft, muss sie sich entscheiden… Mitreißend und psychologisch eindrucksvoll schildert Sarah Hall die Kraft weiblicher Rebellion. »Ein prophetischer, futuristischer Roman in der Tradition von H.G. Wells, Margaret Atwood und Will Self«The Independent
Book Information
Author Description
Sarah Hall, 1974 in Cumbria geboren, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat Romane und Storys veröffentlicht, die mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in 16 Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Zuletzt erschien 2021 ihr Roman »Die Töchter des Nordens«. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Kendal.
Posts
Die Umwelt ist zertört, die Menschen leben nach strengsten Regeln, eingepfercht in kleine Wohnungen und Frauen bekommen nur durch "Losglück" das Recht, schwanger werden zu dürfen. Dieses Leben ist die Realität in "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall aus dem @penguin_verlag . . Es ist wirklich eine sehr düstere Zukunftsversion, aber gerade das weckte mein Interesse an diesem besonderen Buch! Leider konnte es mich insgesamt, aber nicht gänzlich überzeugen ...
In einer unbestimmten diktatorischen Zukunft leben die Menschen in zugeteilten Wohnblöcken. Ihr Leben wird streng kontrolliert und nur in Ausnahmefällen dürfen Paare Kinder bekommen. Eine Frau, hier nur "Schwester" genannt flieht in der Hoffnung auf ein besseres Leben vor dem Regime und schließt sich einer Gruppe rebellischer Frauen an welche in den Bergen auf einer Farm hausen. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, ab der Ankunft auf der Farm schwächelt die Geschichte etwas und dann werden Zeitsprünge gemacht, die im Buch als teilweise beschädigte Akten deklariert werden. Am Ende bin ich dann leider nicht mehr mitgekommen in der Handlung und habe abgebrochen.
Vielversprechender Anfang, schwaches Ende
Das Buch hat mich anfangs abgeholt. Der Einstieg war spannend – man bekommt viele Einblicke in das Leben nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Das war glaubwürdig und bedrücken. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen und war richtig gespannt, wie es weitergeht. Aber sobald die Protagonistin in Carhullan ankommt, ging’s für mich bergab. Gleich zu Beginn wird sie dort tagelang in einen Zwinger gesperrt – was für sich schon absurd genug ist – aber anstatt wütend oder verletzt zu sein, akzeptiert sie das irgendwie klaglos. Auch das Leben in Carhullan selbst war schwer greifbar: Es war brutal, entbehrungsreich, ohne Privatsphäre – und trotzdem wird es glorifiziert. Alles wirkt ein bisschen zu glatt: kaum Streit, kaum Konflikte, obwohl da so viele Menschen unter härtesten Bedingungen zusammenleben. Die Figuren blieben für mich oft eher symbolisch als echt. Zudem hatte ich das Gefühl, das alles schon mal gelesen zu haben. Die Story wirkte wie eine typische Dystopie „nach Rezept“ – ohne große Überraschungen. Vieles fühlte sich leider vorhersehbar und schon bekannt an. Dabei war die Grundidee von Carhullan eigentlich richtig stark! Ein feministisches, unabhängiges Kollektiv mitten in der Wildnis – daraus hätte man so viel mehr machen können. Mehr Tiefe, mehr echte Konflikte, mehr Entwicklung.
Beschreibung Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das Zusammenleben von Grund auf verändert. In England herrscht ein diktatorisches System, dass das Leben der Bevölkerung in enge Raster presst. Die Menschen leben auf engem Raum, haben keinerlei Privatsphäre und nur wenig zu Essen. ›Schwester‹, eine junge Frau, entflieht der Kontrolle des Staates und findet bei einer von Frauen geführten Rebellen-Gruppierung in den Bergen des Lake District ein neues Zuhause. Doch das Leben in der berüchtigten Gemeinschaft ist hart und geprägt von militärischem Drill, was die Frauen zur Waffe im Kampf gegen die repressive Politik schärft. Meine Meinung Utopie, Dystopie und feministischer Roman in einem – genau das ist Sarah Halls Werk »Die Töchter des Nordens«, welcher in einer unbestimmten Zukunft in England angesiedelt ist. In ihrem nicht einmal 300 Seiten starken Buch widmet sich die Autorin der Frage, ob Frauen eine bessere Welt erschaffen können. Die Geschichte der Romanheldin, die nur unter dem Namen ›Schwester‹ in Erscheinung tritt, erzählt Sarah Hall anhand Protokollakten. Mit diesem Stilmittel beschränkt sich die Erzählung auf die nötigsten Punkte und trifft dennoch den Nagel auf den Kopf. Die erschreckenden Zustände in ›Schwesters‹ Leben in der Stadt werden schnörkellos in all ihrer Brutalität und Ausweglosigkeit dargestellt. Zusammen mit ihrem Mann lebt ›Schwester‹ in beengten Wohnverhältnissen, geht einem sinnlosen Job in einer Turbinenfabrik nach, der sie nicht erfüllt und musste die Zwangseinsetzung einer Spirale über sich ergehen lassen, da Mutterschaft nur noch durch einen Lotteriegewinn geduldet wird. Der repressive Staat hat nach Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen nur noch die Macht der Angst und Unterdrückung auf seiner Seite. ›Schwester‹ fühlt sich in ihrem Leben gefangen und als ihr Mann seinen Widerstandswillen gegen das Diktaturregime verliert, zerbricht ihre Liebe und sie macht sich eines Nachts alleine auf die Flucht nach Carhullan. Die Farm Carhullan befindet sich in den Bergen des Lake District und wird von einer Gemeinschaft weiblicher Abtrünniger bewirtschaftet. Die Frauen leben vollkommen souverän unter der Führung der charismatischen Jackie. Doch das Willkommen der radikalen Gruppierung stellt ›Schwester‹ auf eine schwere Probe, denn auch unter der Frauenherrschaft gibt es Gewalt und hierarchische Machtstrukturen. Während die Einen als Arbeiterinnen dafür sorgen, dass Leben in der Abgeschiedenheit zu ermöglichen, werden die Anderen als Kriegerinnen ausgebildet. Seit vielen Jahren ist ›Schwester‹ die Erste, der die Flucht nach Carhullan gelang und somit wird sie zu einer entscheidenden Figur für Jackie. Fesselnd werden die schweren Lebensbedingungen auf Carhullan einem Leben in der Stadt gegenübergestellt. Die Freiheit des mühsamen Lebens in der abgeschiedenen Natur als Selbstversorger vs. der Käfig der Unterdrückung in einem patriarchalen Staat. Im Mittelpunkt steht jedoch auch die eindrucksvolle Entwicklung der Romanheldin, die erst durch die Härte der spannungsgeladenen Frauengemeinschaft zu ihrer inneren Stärke findet. Die Geschichte wurde im Original (»The Carhullan Army«) bereits 2007 veröffentlicht und hat seither sogar noch an Aktualität gewonnen, denn Sarah Hall wirft brisante Themen wie weiblichen Selbstbestimmung und die Frage um ein freies Leben auf den Tisch. Welche Maßnahmen darf ein Staat ergreifen, wie weit darf die Freiheit von Menschen eingeschränkt werden, und ist der Kampf gegen einen repressiven Staat nur mit Gewalt zu lösen? Sarah Hall hat mit »Die Töchter des Nordens« einen zeitlosen Roman geschaffen, der das Potenzial für einen Klassiker in sich trägt. Jedoch muss ich sagen, dass ich an einigen Stellen noch eine weitere Ausführung wünschenswert gehalten hätte, um die Entwicklungen zum Ende der Geschichte etwas schlüssiger und kraftvoller erscheinen lassen. Fazit Sarah Hall ist mit »Die Töchter des Nordens« ein eindringlicher Roman über eine feministische Rebellion gelungen, der zum Nachdenken anregt und sich oftmals viel realer als eine Dystopie anfühlt. Gänsehautfaktor! -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 31.05.2021
Beschreibung Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das Zusammenleben von Grund auf verändert. In England herrscht ein diktatorisches System, dass das Leben der Bevölkerung in enge Raster presst. Die Menschen leben auf engem Raum, haben keinerlei Privatsphäre und nur wenig zu Essen. ›Schwester‹, eine junge Frau, entflieht der Kontrolle des Staates und findet bei einer von Frauen geführten Rebellen-Gruppierung in den Bergen des Lake District ein neues Zuhause. Doch das Leben in der berüchtigten Gemeinschaft ist hart und geprägt von militärischem Drill, was die Frauen zur Waffe im Kampf gegen die repressive Politik schärft. Meine Meinung Utopie, Dystopie und feministischer Roman in einem – genau das ist Sarah Halls Werk »Die Töchter des Nordens«, welcher in einer unbestimmten Zukunft in England angesiedelt ist. In ihrem nicht einmal 300 Seiten starken Buch widmet sich die Autorin der Frage, ob Frauen eine bessere Welt erschaffen können. Die Geschichte der Romanheldin, die nur unter dem Namen ›Schwester‹ in Erscheinung tritt, erzählt Sarah Hall anhand Protokollakten. Mit diesem Stilmittel beschränkt sich die Erzählung auf die nötigsten Punkte und trifft dennoch den Nagel auf den Kopf. Die erschreckenden Zustände in ›Schwesters‹ Leben in der Stadt werden schnörkellos in all ihrer Brutalität und Ausweglosigkeit dargestellt. Zusammen mit ihrem Mann lebt ›Schwester‹ in beengten Wohnverhältnissen, geht einem sinnlosen Job in einer Turbinenfabrik nach, der sie nicht erfüllt und musste die Zwangseinsetzung einer Spirale über sich ergehen lassen, da Mutterschaft nur noch durch einen Lotteriegewinn geduldet wird. Der repressive Staat hat nach Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen nur noch die Macht der Angst und Unterdrückung auf seiner Seite. ›Schwester‹ fühlt sich in ihrem Leben gefangen und als ihr Mann seinen Widerstandswillen gegen das Diktaturregime verliert, zerbricht ihre Liebe und sie macht sich eines Nachts alleine auf die Flucht nach Carhullan. Die Farm Carhullan befindet sich in den Bergen des Lake District und wird von einer Gemeinschaft weiblicher Abtrünniger bewirtschaftet. Die Frauen leben vollkommen souverän unter der Führung der charismatischen Jackie. Doch das Willkommen der radikalen Gruppierung stellt ›Schwester‹ auf eine schwere Probe, denn auch unter der Frauenherrschaft gibt es Gewalt und hierarchische Machtstrukturen. Während die Einen als Arbeiterinnen dafür sorgen, dass Leben in der Abgeschiedenheit zu ermöglichen, werden die Anderen als Kriegerinnen ausgebildet. Seit vielen Jahren ist ›Schwester‹ die Erste, der die Flucht nach Carhullan gelang und somit wird sie zu einer entscheidenden Figur für Jackie. Fesselnd werden die schweren Lebensbedingungen auf Carhullan einem Leben in der Stadt gegenübergestellt. Die Freiheit des mühsamen Lebens in der abgeschiedenen Natur als Selbstversorger vs. der Käfig der Unterdrückung in einem patriarchalen Staat. Im Mittelpunkt steht jedoch auch die eindrucksvolle Entwicklung der Romanheldin, die erst durch die Härte der spannungsgeladenen Frauengemeinschaft zu ihrer inneren Stärke findet. Die Geschichte wurde im Original (»The Carhullan Army«) bereits 2007 veröffentlicht und hat seither sogar noch an Aktualität gewonnen, denn Sarah Hall wirft brisante Themen wie weiblichen Selbstbestimmung und die Frage um ein freies Leben auf den Tisch. Welche Maßnahmen darf ein Staat ergreifen, wie weit darf die Freiheit von Menschen eingeschränkt werden, und ist der Kampf gegen einen repressiven Staat nur mit Gewalt zu lösen? Sarah Hall hat mit »Die Töchter des Nordens« einen zeitlosen Roman geschaffen, der das Potenzial für einen Klassiker in sich trägt. Jedoch muss ich sagen, dass ich an einigen Stellen noch eine weitere Ausführung wünschenswert gehalten hätte, um die Entwicklungen zum Ende der Geschichte etwas schlüssiger und kraftvoller erscheinen lassen. Fazit Sarah Hall ist mit »Die Töchter des Nordens« ein eindringlicher Roman über eine feministische Rebellion gelungen, der zum Nachdenken anregt und sich oftmals viel realer als eine Dystopie anfühlt. Gänsehautfaktor! -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 31.05.2021
Description
England, in einer unbestimmten Zukunft: Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das alte politische System hinweggefegt. Diktatorisch regiert, leben die Menschen in städtischen Zentren, die Einwohnerinnen dürfen nur in Ausnahmefällen Kinder bekommen. Eine junge Frau, die sich »Schwester« nennt, entflieht den Kontrollen und schließt sich einer legendären Gruppe weiblicher Abtrünniger an, die in den Bergen des Lake District eine einsame Farm bewirtschaften. Unter Führung der charismatischen Jackie hat sich die Gemeinschaft immer stärker radikalisiert. Gewalt und militärischer Drill bestimmen inzwischen den Ton. Auch Schwester scheint bereit, Jackies Kampf gegen das verhasste System mitzutragen. Als Jackie den Krieg ausruft, muss sie sich entscheiden… Mitreißend und psychologisch eindrucksvoll schildert Sarah Hall die Kraft weiblicher Rebellion. »Ein prophetischer, futuristischer Roman in der Tradition von H.G. Wells, Margaret Atwood und Will Self«The Independent
Book Information
Author Description
Sarah Hall, 1974 in Cumbria geboren, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat Romane und Storys veröffentlicht, die mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in 16 Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Zuletzt erschien 2021 ihr Roman »Die Töchter des Nordens«. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Kendal.
Posts
Die Umwelt ist zertört, die Menschen leben nach strengsten Regeln, eingepfercht in kleine Wohnungen und Frauen bekommen nur durch "Losglück" das Recht, schwanger werden zu dürfen. Dieses Leben ist die Realität in "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall aus dem @penguin_verlag . . Es ist wirklich eine sehr düstere Zukunftsversion, aber gerade das weckte mein Interesse an diesem besonderen Buch! Leider konnte es mich insgesamt, aber nicht gänzlich überzeugen ...
In einer unbestimmten diktatorischen Zukunft leben die Menschen in zugeteilten Wohnblöcken. Ihr Leben wird streng kontrolliert und nur in Ausnahmefällen dürfen Paare Kinder bekommen. Eine Frau, hier nur "Schwester" genannt flieht in der Hoffnung auf ein besseres Leben vor dem Regime und schließt sich einer Gruppe rebellischer Frauen an welche in den Bergen auf einer Farm hausen. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, ab der Ankunft auf der Farm schwächelt die Geschichte etwas und dann werden Zeitsprünge gemacht, die im Buch als teilweise beschädigte Akten deklariert werden. Am Ende bin ich dann leider nicht mehr mitgekommen in der Handlung und habe abgebrochen.
Vielversprechender Anfang, schwaches Ende
Das Buch hat mich anfangs abgeholt. Der Einstieg war spannend – man bekommt viele Einblicke in das Leben nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Das war glaubwürdig und bedrücken. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen und war richtig gespannt, wie es weitergeht. Aber sobald die Protagonistin in Carhullan ankommt, ging’s für mich bergab. Gleich zu Beginn wird sie dort tagelang in einen Zwinger gesperrt – was für sich schon absurd genug ist – aber anstatt wütend oder verletzt zu sein, akzeptiert sie das irgendwie klaglos. Auch das Leben in Carhullan selbst war schwer greifbar: Es war brutal, entbehrungsreich, ohne Privatsphäre – und trotzdem wird es glorifiziert. Alles wirkt ein bisschen zu glatt: kaum Streit, kaum Konflikte, obwohl da so viele Menschen unter härtesten Bedingungen zusammenleben. Die Figuren blieben für mich oft eher symbolisch als echt. Zudem hatte ich das Gefühl, das alles schon mal gelesen zu haben. Die Story wirkte wie eine typische Dystopie „nach Rezept“ – ohne große Überraschungen. Vieles fühlte sich leider vorhersehbar und schon bekannt an. Dabei war die Grundidee von Carhullan eigentlich richtig stark! Ein feministisches, unabhängiges Kollektiv mitten in der Wildnis – daraus hätte man so viel mehr machen können. Mehr Tiefe, mehr echte Konflikte, mehr Entwicklung.
Beschreibung Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das Zusammenleben von Grund auf verändert. In England herrscht ein diktatorisches System, dass das Leben der Bevölkerung in enge Raster presst. Die Menschen leben auf engem Raum, haben keinerlei Privatsphäre und nur wenig zu Essen. ›Schwester‹, eine junge Frau, entflieht der Kontrolle des Staates und findet bei einer von Frauen geführten Rebellen-Gruppierung in den Bergen des Lake District ein neues Zuhause. Doch das Leben in der berüchtigten Gemeinschaft ist hart und geprägt von militärischem Drill, was die Frauen zur Waffe im Kampf gegen die repressive Politik schärft. Meine Meinung Utopie, Dystopie und feministischer Roman in einem – genau das ist Sarah Halls Werk »Die Töchter des Nordens«, welcher in einer unbestimmten Zukunft in England angesiedelt ist. In ihrem nicht einmal 300 Seiten starken Buch widmet sich die Autorin der Frage, ob Frauen eine bessere Welt erschaffen können. Die Geschichte der Romanheldin, die nur unter dem Namen ›Schwester‹ in Erscheinung tritt, erzählt Sarah Hall anhand Protokollakten. Mit diesem Stilmittel beschränkt sich die Erzählung auf die nötigsten Punkte und trifft dennoch den Nagel auf den Kopf. Die erschreckenden Zustände in ›Schwesters‹ Leben in der Stadt werden schnörkellos in all ihrer Brutalität und Ausweglosigkeit dargestellt. Zusammen mit ihrem Mann lebt ›Schwester‹ in beengten Wohnverhältnissen, geht einem sinnlosen Job in einer Turbinenfabrik nach, der sie nicht erfüllt und musste die Zwangseinsetzung einer Spirale über sich ergehen lassen, da Mutterschaft nur noch durch einen Lotteriegewinn geduldet wird. Der repressive Staat hat nach Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen nur noch die Macht der Angst und Unterdrückung auf seiner Seite. ›Schwester‹ fühlt sich in ihrem Leben gefangen und als ihr Mann seinen Widerstandswillen gegen das Diktaturregime verliert, zerbricht ihre Liebe und sie macht sich eines Nachts alleine auf die Flucht nach Carhullan. Die Farm Carhullan befindet sich in den Bergen des Lake District und wird von einer Gemeinschaft weiblicher Abtrünniger bewirtschaftet. Die Frauen leben vollkommen souverän unter der Führung der charismatischen Jackie. Doch das Willkommen der radikalen Gruppierung stellt ›Schwester‹ auf eine schwere Probe, denn auch unter der Frauenherrschaft gibt es Gewalt und hierarchische Machtstrukturen. Während die Einen als Arbeiterinnen dafür sorgen, dass Leben in der Abgeschiedenheit zu ermöglichen, werden die Anderen als Kriegerinnen ausgebildet. Seit vielen Jahren ist ›Schwester‹ die Erste, der die Flucht nach Carhullan gelang und somit wird sie zu einer entscheidenden Figur für Jackie. Fesselnd werden die schweren Lebensbedingungen auf Carhullan einem Leben in der Stadt gegenübergestellt. Die Freiheit des mühsamen Lebens in der abgeschiedenen Natur als Selbstversorger vs. der Käfig der Unterdrückung in einem patriarchalen Staat. Im Mittelpunkt steht jedoch auch die eindrucksvolle Entwicklung der Romanheldin, die erst durch die Härte der spannungsgeladenen Frauengemeinschaft zu ihrer inneren Stärke findet. Die Geschichte wurde im Original (»The Carhullan Army«) bereits 2007 veröffentlicht und hat seither sogar noch an Aktualität gewonnen, denn Sarah Hall wirft brisante Themen wie weiblichen Selbstbestimmung und die Frage um ein freies Leben auf den Tisch. Welche Maßnahmen darf ein Staat ergreifen, wie weit darf die Freiheit von Menschen eingeschränkt werden, und ist der Kampf gegen einen repressiven Staat nur mit Gewalt zu lösen? Sarah Hall hat mit »Die Töchter des Nordens« einen zeitlosen Roman geschaffen, der das Potenzial für einen Klassiker in sich trägt. Jedoch muss ich sagen, dass ich an einigen Stellen noch eine weitere Ausführung wünschenswert gehalten hätte, um die Entwicklungen zum Ende der Geschichte etwas schlüssiger und kraftvoller erscheinen lassen. Fazit Sarah Hall ist mit »Die Töchter des Nordens« ein eindringlicher Roman über eine feministische Rebellion gelungen, der zum Nachdenken anregt und sich oftmals viel realer als eine Dystopie anfühlt. Gänsehautfaktor! -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 31.05.2021
Beschreibung Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das Zusammenleben von Grund auf verändert. In England herrscht ein diktatorisches System, dass das Leben der Bevölkerung in enge Raster presst. Die Menschen leben auf engem Raum, haben keinerlei Privatsphäre und nur wenig zu Essen. ›Schwester‹, eine junge Frau, entflieht der Kontrolle des Staates und findet bei einer von Frauen geführten Rebellen-Gruppierung in den Bergen des Lake District ein neues Zuhause. Doch das Leben in der berüchtigten Gemeinschaft ist hart und geprägt von militärischem Drill, was die Frauen zur Waffe im Kampf gegen die repressive Politik schärft. Meine Meinung Utopie, Dystopie und feministischer Roman in einem – genau das ist Sarah Halls Werk »Die Töchter des Nordens«, welcher in einer unbestimmten Zukunft in England angesiedelt ist. In ihrem nicht einmal 300 Seiten starken Buch widmet sich die Autorin der Frage, ob Frauen eine bessere Welt erschaffen können. Die Geschichte der Romanheldin, die nur unter dem Namen ›Schwester‹ in Erscheinung tritt, erzählt Sarah Hall anhand Protokollakten. Mit diesem Stilmittel beschränkt sich die Erzählung auf die nötigsten Punkte und trifft dennoch den Nagel auf den Kopf. Die erschreckenden Zustände in ›Schwesters‹ Leben in der Stadt werden schnörkellos in all ihrer Brutalität und Ausweglosigkeit dargestellt. Zusammen mit ihrem Mann lebt ›Schwester‹ in beengten Wohnverhältnissen, geht einem sinnlosen Job in einer Turbinenfabrik nach, der sie nicht erfüllt und musste die Zwangseinsetzung einer Spirale über sich ergehen lassen, da Mutterschaft nur noch durch einen Lotteriegewinn geduldet wird. Der repressive Staat hat nach Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen nur noch die Macht der Angst und Unterdrückung auf seiner Seite. ›Schwester‹ fühlt sich in ihrem Leben gefangen und als ihr Mann seinen Widerstandswillen gegen das Diktaturregime verliert, zerbricht ihre Liebe und sie macht sich eines Nachts alleine auf die Flucht nach Carhullan. Die Farm Carhullan befindet sich in den Bergen des Lake District und wird von einer Gemeinschaft weiblicher Abtrünniger bewirtschaftet. Die Frauen leben vollkommen souverän unter der Führung der charismatischen Jackie. Doch das Willkommen der radikalen Gruppierung stellt ›Schwester‹ auf eine schwere Probe, denn auch unter der Frauenherrschaft gibt es Gewalt und hierarchische Machtstrukturen. Während die Einen als Arbeiterinnen dafür sorgen, dass Leben in der Abgeschiedenheit zu ermöglichen, werden die Anderen als Kriegerinnen ausgebildet. Seit vielen Jahren ist ›Schwester‹ die Erste, der die Flucht nach Carhullan gelang und somit wird sie zu einer entscheidenden Figur für Jackie. Fesselnd werden die schweren Lebensbedingungen auf Carhullan einem Leben in der Stadt gegenübergestellt. Die Freiheit des mühsamen Lebens in der abgeschiedenen Natur als Selbstversorger vs. der Käfig der Unterdrückung in einem patriarchalen Staat. Im Mittelpunkt steht jedoch auch die eindrucksvolle Entwicklung der Romanheldin, die erst durch die Härte der spannungsgeladenen Frauengemeinschaft zu ihrer inneren Stärke findet. Die Geschichte wurde im Original (»The Carhullan Army«) bereits 2007 veröffentlicht und hat seither sogar noch an Aktualität gewonnen, denn Sarah Hall wirft brisante Themen wie weiblichen Selbstbestimmung und die Frage um ein freies Leben auf den Tisch. Welche Maßnahmen darf ein Staat ergreifen, wie weit darf die Freiheit von Menschen eingeschränkt werden, und ist der Kampf gegen einen repressiven Staat nur mit Gewalt zu lösen? Sarah Hall hat mit »Die Töchter des Nordens« einen zeitlosen Roman geschaffen, der das Potenzial für einen Klassiker in sich trägt. Jedoch muss ich sagen, dass ich an einigen Stellen noch eine weitere Ausführung wünschenswert gehalten hätte, um die Entwicklungen zum Ende der Geschichte etwas schlüssiger und kraftvoller erscheinen lassen. Fazit Sarah Hall ist mit »Die Töchter des Nordens« ein eindringlicher Roman über eine feministische Rebellion gelungen, der zum Nachdenken anregt und sich oftmals viel realer als eine Dystopie anfühlt. Gänsehautfaktor! -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 31.05.2021










