Das Buch hat mich anfangs abgeholt. Der Einstieg war spannend – man bekommt viele Einblicke in das Leben nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Das war glaubwürdig und bedrücken. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen und war richtig gespannt, wie es weitergeht.
Aber sobald die Protagonistin in Carhullan ankommt, ging’s für mich bergab. Gleich zu Beginn wird sie dort tagelang in einen Zwinger gesperrt – was für sich schon absurd genug ist – aber anstatt wütend oder verletzt zu sein, akzeptiert sie das irgendwie klaglos. Auch das Leben in Carhullan selbst war schwer greifbar: Es war brutal, entbehrungsreich, ohne Privatsphäre – und trotzdem wird es glorifiziert. Alles wirkt ein bisschen zu glatt: kaum Streit, kaum Konflikte, obwohl da so viele Menschen unter härtesten Bedingungen zusammenleben. Die Figuren blieben für mich oft eher symbolisch als echt.
Zudem hatte ich das Gefühl, das alles schon mal gelesen zu haben. Die Story wirkte wie eine typische Dystopie „nach Rezept“ – ohne große Überraschungen. Vieles fühlte sich leider vorhersehbar und schon bekannt an.
Dabei war die Grundidee von Carhullan eigentlich richtig stark! Ein feministisches, unabhängiges Kollektiv mitten in der Wildnis – daraus hätte man so viel mehr machen können. Mehr Tiefe, mehr echte Konflikte, mehr Entwicklung.
In einer unbestimmten diktatorischen Zukunft leben die Menschen in zugeteilten Wohnblöcken. Ihr Leben wird streng kontrolliert und nur in Ausnahmefällen dürfen Paare Kinder bekommen.
Eine Frau, hier nur "Schwester" genannt flieht in der Hoffnung auf ein besseres Leben vor dem Regime und schließt sich einer Gruppe rebellischer Frauen an welche in den Bergen auf einer Farm hausen.
Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, ab der Ankunft auf der Farm schwächelt die Geschichte etwas und dann werden Zeitsprünge gemacht, die im Buch als teilweise beschädigte Akten deklariert werden. Am Ende bin ich dann leider nicht mehr mitgekommen in der Handlung und habe abgebrochen.
Die Umwelt ist zertört, die Menschen leben nach strengsten Regeln, eingepfercht in kleine Wohnungen und Frauen bekommen nur durch "Losglück" das Recht, schwanger werden zu dürfen. Dieses Leben ist die Realität in "Die Töchter des Nordens" von Sarah Hall aus dem @penguin_verlag .
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Es ist wirklich eine sehr düstere Zukunftsversion, aber gerade das weckte mein Interesse an diesem besonderen Buch! Leider konnte es mich insgesamt, aber nicht gänzlich überzeugen ...