Die Summe unserer Teile
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Description
»Drei Frauengenerationen in der Wissenschaft, eine kleine Weltreise durch das Jahrhundert – erschütternd und einfühlsam zugleich.«
Alina Bronsky
Die Großmutter flieht im Zweiten Weltkrieg aus Polen in den Libanon. Die Mutter verlässt den Libanon für ein Leben in Deutschland. Die Tochter muss für eine Zukunft zurück nach Polen. Über eine Zeitspanne von siebzig Jahren hinweg erzählt Paola Lopez die mitreißende Familiengeschichte dreier Frauen, die sich ein freies Leben erkämpfen und eine Verbindung zueinander suchen. Ein berührender Roman über das Erbe unserer Mütter, das wir alle mit uns tragen.
Die Großmutter ist eine der ersten Chemikerinnen im Libanon. Die Mutter ist eine angesehene Medizinerin. Die Tochter ist Studentin der Informatik. Sie alle verbindet die Wissenschaft. Doch das Band zwischen den Generationen ist gerissen, Lucy spricht seit Jahren nicht mit ihrer Mutter. Bis plötzlich ein Klavier in ihre Wohnung geliefert wird. Der Steinway, auf dem Lucy als Kind spielen lernte. Sie hasst dieses Klavier. Es erinnert sie an alles, was sie hinter sich lassen wollte: den goldenen Käfig ihrer allzu behüteten Kindheit, die hohen Ansprüche ihrer Mutter und die fehlende Nähe. Als mit dem Klavier auch der polnische Geburtsname ihrer Großmutter auftaucht, setzt Lucy sich kurzentschlossen in den nächsten Zug nach Sopot, den einzigen Ort, den sie mit ihr verbindet. Sie muss die losen Fäden ihrer Familie zusammenführen, um ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.
»Dieser Roman kratzt verkrustete Glaubenssätze über Mutterschaft auf und kommt einem persönlich sehr nah. Ich sehe jetzt klarer, wie ich selbst als Mutter — und als Tochter — sein will.« Mareike Fallwickl
Book Information
Author Description
Paola Lopez, geboren 1988 in Wien, ist Mathematikerin und promoviert interdisziplinär über Künstliche Intelligenz. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen und schreibt für den Merkur eine Kolumne zu KI. Für die Arbeit an ihrem Debütroman »Die Summe unserer Teile« wurde sie mit dem Theodor Körner Preis 2023 gefördert. Paola Lopez lebt in Berlin.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Guter, interessanter Roman zur Zeitgeschichte, Mutter-Tochter-Beziehung und Wissenschaft
EIN BILDSTARKER ROMAN ÜBER DIE KOMPLIZIERTE LIEBE ZWISCHEN MÜTTERN UND TÖCHTERN, ÜBER DIE FLUCHT IN DIE WELT UND DIE FRAGE, WIE WIR EINANDER VERZEIHEN KÖNNEN Worum geht’s? Drei Frauen, drei Generationen, Familiengeschichten, Suche nach sich selbst, Libanon, München, Frauen in der Wissenschaft Autorenportrait: PAOLA LOPEZ, geboren 1988, ist Mathematikerin und promoviert interdisziplinär über Künstliche Intelligenz. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen. Für die Arbeit an ihrem Debütroman „Die Summe unserer Teile“ wurde sie mit dem Theodor Körner Preis 2023 gefördert. Paola Lopez lebt in Berlin. Mein Leseeindruck: Durch Instagram wurde ich neugierig auf diesen Roman und hatte ein paar angenehme Lesestunden. Lopez erzählt hier von dem Generationskonflikt dreier Frauen, die sich der Wissenschaft verschrieben haben, aber diese mit unterschiedlichen Überzeugungen vertreten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lucy, die von ihrer Mutter schon in jungen Jahren sehr auf Leistung getrimmt wurde, plötzlich steht der Steinway wieder in ihrem Zimmer und alles kommt wieder hoch. Sie muss sich unweigerlich ihrer Vergangenheit stellen und tritt eine Reise zu den Wurzeln ihrer Familie an. Das Buch liest sich nicht ganz so flüssig und ich konnte die Handlungen der Personen nicht immer nachvollziehen. Dennoch mochte ich die Geschichte und empfehle sie gerne weiter. Das geschmackvolle, in modernen Farben gestaltete Cover und der Titel finde ich passend gewählt. Fazit: Ein guter, interessanter Roman zur Zeitgeschichte, Mutter-Tochter-Beziehung und Wissenschaft
Naja
Die Summe unserer Teile von Paola Lopez soll die Geschichte dreier Frauen erzählen, die sich in unterschiedlichen Generationen befunden haben und auf unterschiedliche Weise befreien wollen. Erzählt wird die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Wir sind außerdem in den Ländern Polen und im Libanon. Wie man bereits an dieser Stelle merkt, fällt es mir unglaublich schwer diese Geschichte schön zusammenzufassen. Das liegt daran, dass ich das Buch unsagbar schlecht fand. Aber der Reihe nach. Wir haben hier einen Text der mich von der Beschreibung her, an viele gute Familiengeschichten erinnerte, die ich in letzter Zeit gelesen haben. Aber leider nur von Klappentext her. Die Autorin ist eigentlich Mathematikerin und das merkt man dem Buch leider auch an. Die Sätze sind einfach und in Teilen manchmal so sinnlos. Mir wird hier erklärt, wie man einen Kaffee zubereitet aber gleichzeitig nicht, was der Großmutter wirklich widerfahren ist (darauf hatte ich mich aber in diesem Buch gefreut gehabt). Es waren unfassbar viele Wortwiederholungen im Text zu finden. Ich bin wirklich keine große Grammatik-Maus aber selbst das war für mich zum Haare raufen. Des Weiteren dachte ich mir die ganze Zeit beim Lesen „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Es kann doch nicht sein, dass jeder x-Beliebige heute ein Buch schreiben kann mit dieser Qualität? Die Charaktere (egal welche) sind so blass geblieben und überhaupt nicht interessant gestaltet. Der Text ist weder anspruchsvoll, poetisch oder literarisch hochwertig, sondern eher wie eine Aneinanderreihung von Worten an einer Wäscheleine im Garten meiner Oma. Auch die Reisen in andere Länder war so kurz abgehandelt, dass ich mich fragte, was uns die Autorin für ein Bild vermitteln möchte. Ich reise aufgrund des Klimaschutzes nicht mehr, sondern halte mich in Büchern auf. Aber wenn ich das lese, reicht das maximal für eine Reise in meine Papiertonne auf dem Hof. Es tut mir sehr leid, dass ich solche harten Worte finde, aber ich finde das es wichtig ist, ehrlich zu sein und das war definitiv nichts. Von mir bekommt das Buch einen Stern für das schöne Cover aber mehr ist nicht drin.
„Die Summe unserer Teile“ erzählt die Geschichte der Frauen über drei Generationen, d.h. von der jüngsten Figur ausgehend, über deren Mutter bis zur Großmutter. Sie haben gemein, dass sie studiert und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung haben. „Manche Dinge lassen sich nicht durch Reden in alle Einzelteile zerlegen, betrachten und schlussendlich lösen.“ Diese Aussage betrifft sowohl die Probleme zwischen den Protagonistinnen als auch die Art, wie manche Details thematisiert und andere ausgelassen werden. So erleben wir gewisse Situationen im Detail, beispielsweise, wie eine Entscheidung für Kind und Karriere unterschiedlich gehandhabt wird, müssen aber auf die Auflösung zur Ursache der Entfremdung entweder lange warten oder gar über das Ende hinaus spekulieren. Ein kleiner Wermutstropfen, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Mir hat gut gefallen zu sehen, wie Ort und Zeit der Handlungsebenen eingebunden wurden und wie jede Frau ihren eigenen Weg zu verwirklichen suchte. Auch sprachlich war es eine angenehme Lektüre, leicht verständlich und doch mit ausgefallenen Bildern zur Anregung der Fantasie.
Seichte Lektüre
Angenehmer und seichter Schreibstil mit einigen wirklich schönen metaphorischen Sätzen. Die Story ist interessant, hat mich allerdings nicht vollends gefesselt. Ich konnte das Verhalten der drei Hauptfiguren oft nicht so gut nachvollziehen. Das hat den Verlauf der Story für mich teilweise auch etwas unglaubwürdig gemacht. Dennoch liest es sich wie gesagt gut. Eine gute leichte Urlaubslektüre.
Komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen
In meiner eigenen Erfahrung sind Mutter-Tochter-Beziehungen vor allem eines: kompliziert. Wie oft habe ich mir als Kind anhören müssen, ich solle nur warten, bis ich selbst einmal Mutter bin und dann würde ich einiges besser verstehen. In dem Roman von Paola Lopez geht es genau um diese generationalen Konflikte zwischen Großmutter, Mutter und Tochter. Der Roman beginnt aus der Perspektive von Lucy, der Tochter, die Informatik studiert und den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat. Damit wird Lucy für die Leser*innen zur Protagonistin und man sympathisiert sofort mit ihr (vor allem wenn man selbst eine schwierige Beziehung zur eigenen Mutter hat). Anschließend lernt man als Leser*in aber auch die Perspektiven ihrer Mutter Daria, die 1988 in München Medizin studiert, und ihrer Großmutter Lyudmiła, die 1944 in Beirut nach ihrer Flucht aus Polen Chemie studiert, kennen. Dabei merkt man schnell, dass es nicht so einfach ist, wie eingangs gedacht, und jede der drei Frauen eine komplexe Geschichte hat, die auch Einfluss auf die Erziehung der eigenen Tochter bzw. Beziehung zur eigenen Mutter hat. Den Leser*innen des Romans wird dabei keineswegs eine Meinung aufgezwungen, die unterschiedlichen Perspektiven werden nicht entschuldigend oder erklärend, sondern stattdessen sehr nüchtern vermittelt. Was mir neben der Darstellung der Komplexität von familiären Beziehungen besonders gut gefallen hat, war der sehr schöne sprachliche Ausdruck, in dem erzählt wird. Viele Sätze trafen mich direkt ins Herz. Anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden, da es mir sprachlich vorerst zu akademisch war. Außerdem konnte ich durch die ständigen Erzählperspektivenwechsel die drei Frauen kaum voneinander unterscheiden, was auch daran lag, dass sie alle im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten/studieren, und sich dadurch vor allem die ersten Kapitel sehr ähnlich lasen. Dieses erste Gefühl hat sich allerdings schnell geändert, und der Roman hat eine förmliche Sogwirkung auf mich entwickelt. Ich wollte unbedingt erfahren, wie alles miteinander zusammenhängt, und einige Stellen haben mich sehr bewegt. Das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht, aber auch das zeigte wieder, dass Mutter-Tochter-Beziehungen einfach nicht einfach sind. Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung, auch wenn der Einstieg für mich etwas holprig war. Sprachlich und erzähltechnisch konnte es mich auf jeden Fall überzeugen, und inhaltlich habe ich mich in vielem wiederfinden können.
"Ihr Stammbaum, der kein Baum ist, sondern eine Verästelung der Bronchien, ist defekt. Es wird keine Luft in die nächste Generation transportiert." Lucy spricht seit drei Jahren nicht mehr mit ihrer Mutter, als plötzlich ihr alter Konzertflügel, auf dem sie früher immer für ihre Mutter spielen musste, in ihrer Wohnung in Berlin auftaucht. Woher hat ihre Mutter ihre Adresse? Und warum hat sie als Absenderin den Familiennamen ihrer polnischen Großmutter angegeben? Lucy beschließt, nach Sopot zu reisen und sich auf die Spuren ihrer Großmutter zu begeben. Denn auch sie wirft für Lucy Fragen auf, die ihre Mutter ihr nie beantwortet hat. Wer war ihre Großmutter, abgesehen von der ersten Chemikerin des Libanons? Und weshalb ist sie gerade dorthin aus Polen vor den Nazis geflohen? Drei Frauen, drei Länder, drei Generationen, drei Wege - Paola López erzählt in ihrem Debütroman "Die Summe unserer Teile" über 70 Jahre hinweg von Mutter-Tochter-Beziehungen, die nicht so sind, wie wir sie uns wünschen - und welche Gründe dahinter stecken. Sie fängt dabei vor allem die Sprachlosigkeit zwischen Lucy, ihrer Mutter Daria und ihrer Großmutter Lyudmila ein und wie die Vergangenheit der jeweiligen Mutter die Gegenwart der Beziehung zu ihrer Tochter bedingt und beeinflusst. Jede der drei Frauen versucht auf ihre Weise, eine Bindung zu den anderen Frauen der Familie herzustellen, teilweise vergebens. Besonders berührt hat mich dabei, dass sowohl Lyudmila, als auch Daria es eigentlich "besser" machen wollten, als ihre eigenen Mütter - und wie sie jeweils an der eigenen Erwartungshaltung scheitern. Auch die drei Schauplätze des Romans Beirut, München und Sopot fand ich sehr spannend gewählt, sie symbolisieren die drei Wege, die Reisen der drei Frauen. Während mich Lyudmilas und Darias Geschichten sehr fesseln konnten, mochte ich Lucy leider nicht wirklich - sie war mir zu unstet, zu wenig nachvollziehbar waren mir ihre Handlungen. Schön fand ich, dass alle drei Protagonistinnnen in der Freundschaft und ihren jeweiligen Berufen - Chemikerin, Kinderärztin und Programmiererin - Stabilität gefunden haben. "Die Summe unserer Teile" ist ein ruhiges, präzises Debüt über die Lebenswege dreier Frauen, die nicht immer zueinander führen, doch immer miteinander verbunden bleiben.

Drei Generationen, drei Blickwinkel, verschiedene Zeiten - und alles soll nachher zusammenkommen; tut es aber irgendwie nicht so richtig. Was findet der Leser vor? Die Geschichte von Ludmila, einer im 2. Weltkrieg nach Beirut geflohenen Polin, die dort eine wissenschaftliche Karriere als Chemikerin beginnt. Die Geschichte von Daria, Tochter von Ludmila, Ärztin. Und die Geschichte von Lucy (Kurzform von Ludmila), Informatik-Studentin, Tochter von Daria. Vorherrschendes Thema ist der Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Daria fühlt sich ungeliebt von Ludmila, die ihr gefühllos und unnahbar vorkommt; Lucy fühlt sich erdrückt von Daria, denn diese möchte es besser machen, als ihre Mutter - und geht dabei zu weit. Doch durch die ganze Story zieht sich für mich ein Problem: Man weiß eigentlich gar nicht, warum und weshalb. Die Konflikte stehen einfach im Raum. Okay, warum Ludmila so ist, wie sie ist, klärt sich spät im Buch - wirkt auf mich allerdings etwas arg konstruiert. Die Beziehung zwischen Daria und Lucy - wie übrigens auch zwischen Daria und Robert, ihrem Mann - ist einfach schlecht. Lucy geht es nicht gut in der Beziehung - warum, erfährt der Leser nicht wirklich. Und am Ende sieht Lucy dann - als Daria mit ihr wirklich ehrlich ist - ein dramatisches Fehlverhalten in dem, was ihre Mutter getan hat, dass ich mich als Leser ob ihrer kindischen Reaktion nur noch fremdschämen konnte. Streckenweise nett geschrieben, erreicht mich dieser Roman dreier Frauen - erzählt in verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Perspektiven - nicht. Einzig den Blick von Ludmila kann ich ein Stück weit nachvollziehen; die Ansichten und Verhalten von Daria und Lucy wirken verkrampft konstruiert und überzogen, wenn nicht gar sehr unsympathisch, unlogisch und egoistisch. Fazit: Meins war es nicht. Vielleicht trifft es andere.
„Sie begann, ihr abhandenzukommen, als Lucy merkte, wie viel leichter ihr das Atmen fiel, wenn sie ihre Mutter nicht ständig mit sich herumtrug.“
Drei Frauen, drei Wissenschaften, drei Generationen. Sie sind Tochter, Mutter und Großmutter. Lucy, die in ihrer fast noch jugendlichen Impulsivität nach Berlin flieht und später Antworten in Polen sucht, wo ihre Großmutter gelebt hat. Daria, die in ihrer Verzweiflung ein Klavier an ihre Tochter schickt und gleichzeitig versucht zu vergessen. Und Lyudmila, die nie über ihre schlimmsten Monate gesprochen hat. Ein feinfühliger, sanfter Roman über transgenerationales Trauma und den Schmerz, sich von der eigenen Familie erdrückt und im Stich gelassen zu fühlen. Über die Lasten, die man an die nächste Generation weiterträgt. Vielleicht ohne es zu bemerken. Diese Geschichte entfaltet sich nach und nach, gräbt immer tiefer und lässt uns erst zum Schluss erahnen, wie komplex Familie, Trauma und Heilung ist. Daria war für mich dabei die interessanteste Figur. Sie kennt beide Seiten: den Kontakt zu den Eltern abbrechen, aber auch von der eigenen Tochter zurückgelassen werden. Über Lyudmila hätte ich gerne mehr erfahren. Im Fokus steht jedoch Lucy, die sehr auf sich selbst fokussiert ist und im Laufe der Handlung erst beginnt, zu begreifen, dass es nicht nur ihre Sichtweise auf das Geschehene gibt. ‚Die Summe unserer Teile‘ ist ein Denkanstoß und zeigt mir gerade als Mama einmal mehr die Wichtigkeit, eigene Themen aufzuarbeiten. Es wird aber genauso deutlich, dass es Konstellationen gibt, die sich nur schwer aufarbeiten lassen und in denen Selbstschutz über dem Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ stehen kann.
Lucy, Anfang 20, studiert Informatik, lebt in Berlin und hat vor einigen Jahren den Kontakt zu ihrer Mutter Daria abgebrochen. Diese ist Kinderärztin in München und hatte genau wie Lucy heute zu ihr, zu ihrer eigenen Mutter Lyudmiła einst ein schwieriges Verhältnis. Lyudmiła hat in den 50iger-Jahren Chemie in Beirut studiert, nachdem sie aus Polen geflohen war, und war Zeit ihres Lebens Wissenschaftlerin durch und durch. Der Umgang mit ihrer Tochter Daria hingegen fiel ihr immer schwer. Durch die Generationen ziehen sich also die Wissenschaft und die komplizierten Mutter-Tochter-Verhältnisse. Die Geschichte wird nun aus den drei Blickwinkeln der Frauen jeweils in der Blüte ihres Lebens, also zu unterschiedlichen Zeiten, erzählt. Wir lesen über Lyudmiłas Leben im Beirut der 50er-Jahre, über Darias Leben als Studentin und junge Mutter im München der 90er-Jahre und über Lucys Leben in den 2010ern, als sie beschließt, auf den Spuren ihrer Großmutter zu wandeln und dafür in den kleinen Küstenort Sopol in Polen reist. Die großen Themen sind vererbte Traumata und die Suche nach Heimat und Zugehörigkeit. Besonders spannend fand ich, wie sich Erlebtes auf Verhalten auswirkt, vor allem in den Passagen, in denen das Verhältnis zwischen Daria und Lyudmiła thematisiert wird. Fast schon als schmerzvoll habe ich die Lektüre des ersten Zusammentreffens der beiden Frauen nach Lucys Geburt empfunden. Wie kühl Lyudmiła mit Tochter und Enkelin umgeht und auf das schreiende Baby reagiert, war für mich ganz schlimm zu lesen. Doch dieses Verhalten hat seine Ursachen. Alles was wir erleben hinterlässt irgendwo in uns seine Abdrücke und verändert uns. Wir wiederum beeinflussen das Erleben unserer Kinder und somit wiederum deren Wesen und Verhalten. Dieser Roman hat diesen komplexen Sachverhalt wirklich gut eingefangen und auch wenn mir die Protagonistinnen weder sympathisch, noch nah waren, hatte ich ein deutliches Bild von ihnen und habe die Geschichte als sehr "echt" empfunden.

Inhaltlich und sprachlich schön
Das Buch „Die Summe unserer Teile" von Paola Lopez wird aus den Perspektiven von drei Frauen aus drei Generationen erzählt: Großmutter, Mutter und Tochter. Wir haben also drei Zeitebenen aus denen abwechselnd erzählt wird. Es ist interessant die unterschiedlichen Perspektiven der Frauen zu erleben. Am Anfang waren die Figuren und ihre Gedanken- und Gefühlswelt für mich allerdings nicht ganz greifbar und es stellte sich für mich die Frage, wieso sich die Frauen auf diese Art und Weise entwickelt haben. Dies wurde aber im Laufe der Geschichte klarer. Es werden unter anderem Themen wie „Der Einfluss von Familiengenerationen" und „Mutterrollen" aufgegriffen, die meiner Meinung nach gut und realistisch umgesetzt wurden. Man sieht sehr gut wie die drei Frauen von ihrer Familiengeschichte geprägt wurden. Die Männerfiguren habe ich als sehr passiv und als nicht ausgearbeitet empfunden, auch wenn sie bewusst eine Nebenrolle spielen sollen. Das Buch hat eine schöne Sprache und einen angenehmen Schreibstil, durch den man in einen Lesefluss kommt. Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und würde mir im Nachhinein einige Sätze markieren, die ich sprachlich sehr schön fand.
Drei Frauen - drei Generationen
Paola Lopez legt mit "Die Summe unserer Teile" einen Roman vor, der drei Frauengenerationen über Jahrzehnte hinweg begleitet. Mit wechselnden Erzählperspektiven und Zeitsprüngen beleuchtet das Buch die Schicksale von Großmutter, Mutter und Tochter, deren Leben von Wissenschaft, Migration und den Herausforderungen familiärer Bindungen geprägt sind. Besonders gelungen ist die Art, wie die Autorin durch diese Wechsel verdeutlicht, wie sich Beziehungen verändern und welche inneren wie äußeren Kämpfe jede einzelne Frau durchlebt. Diese Struktur macht den Roman lebendig und hält die Spannung aufrecht. Das Thema des Romans ist ohne Zweifel stark und relevant. Lopez schreibt flüssig und hält den Leser mit ihrer Erzählweise bei der Stange. Leider jedoch wirken die Charaktere nicht immer so tiefgründig, wie es das Thema vermuten lässt. Obwohl ihre Geschichten berühren, fehlte mir oft die emotionale Nähe zu den Figuren. Sie erschienen manchmal distanziert oder nicht ausreichend greifbar, was es erschwerte, sich wirklich mit ihnen zu identifizieren oder mit ihnen mitzufühlen. Die Summe unserer Teile ist zweifellos ein starker Frauenroman und eine kluge Geschichte über Generationenkonflikte und familiäre Wurzeln. Der Schreibstil wirkte stellenweise etwas zu einfach oder gar leienhaft, wodurch einige Passagen an Tiefe und Atmosphäre einbüßten.
Drei Frauen
Drei Frauen, drei Generationen, drei Länder: Großmutter, Mutter und Tochter sind alle in naturwissenschaftlichen oder mathematischen Fächern bzw. Berufen tätig und auf der Flucht vor etwas, in der Regel vor der jeweiligen Mutter. Chronologisch beginnt alles in Polen, von dort flieht die Großmutter in den Libanon. Vom Libanon geht ihre Tochter zum Studium nach Deutschland und bleibt dort. Deren Tochter Lucy wiederum macht sich auf der Suche nach ihren Wurzeln auf den Weg nach Polen, wo sich der Kreis schließt. Lucy spricht seit drei Jahren nicht mehr mit ihrer Mutter, diese wiederum noch länger nicht mehr mit ihrer. Großmutter und Mutter haben außerdem jeweils ihre Muttersprache (Polnisch bzw Arabisch) nicht an die Tochter weitergegeben. Viele Parallelen und Kreise also. Das alles gefiel mir sehr gut, war gut zu lesen und auch sprachlich ordentlich gemacht. Dennoch fehlte mir etwas und das waren Zusammenhänge und Erklärungen. Letztlich habe ich immer noch nicht verstanden, warum die drei Frauen nicht mehr miteinander sprechen, besonders bei Lucy und ihrer Mutter ist mir dies völlig unklar. Auch fand ich die Begründung, weshalb die Großmutter so anders wurde zwar verständlich, doch völlig aus der Luft gegriffen. In ihrer Geschichte hatte zuvor nichts darauf hingedeutet. Das Buch hätte an manchen Stellen einfach ausgebaut, ganze Teile hinzugefügt werden müssen. Dann wäre es mit Sicherheit gut geworden, so ist es leider nur mittelmäßig.
Die Partitur der Mütter
Zum Cover kann ich tatsächlich nicht viel sagen, ich finde diesen Stil aktuell sehr typisch für diese Art von Romanen. Mich hatte die Leseprobe überzeugt und das Thema sprach mich an. Ich mag gute Familiengeschichten und -tragödien. Am Anfang fand ich Lucy sehr überzeugend und sympathisch. Man konnte gut mit ihr mitfühlen, da kommt man von der Uni heim und plötzlich steht ein Klavier im Zimmer. Leider lässt dies im Laufe des Buchs nach und Lucy wird immer unsympathischer und überspitzter. Teilweise sogar etwas unrealistisch. Ich habe, gerade in der Mitte des Buchs, immer wieder daran gedacht, abzubrechen. Zum Schluss hin wurde es wieder etwas besser und realistischer. Vieles versteht man im Laufe des Buchs besser, da man alle drei Frauen näher kennen lernt. Sehr viele Fragen bleiben zum Schluss allerdings unbeantwortet, was ich sehr schade finde, da mich diese Antworten gerade am meisten interessiert hätten. Fazit: Manchen wird dieses Buch bestimmt sehr gut gefallen, mir leider nicht und es ist auch kein Buch, dass ich weiterempfehlen würde.
*Rezensionsexemplar* Vielen Dank an @vorablesen. „Die Summe unserer Teile", der Debüt-Roman von Paola Lopez, ist eine feinfühlige und sprachlich überzeugende Familiengeschichte, die sich über drei Generationen und drei verschiedene Länder erstreckt. Die ruhige und unaufgeregte Erzählweise von Paola Lopez hat mir dabei sehr gut gefallen. Die Charaktere sind insgesamt gut gezeichnet. Insbesondere das Leben, die getroffenen Entscheidungen und die Verbindung zur Wissenschaft aus der Perspektive von Mutter und Großmutter sowie ihre vielschichtige Beziehung zueinander fand ich gelungen dargestellt. Etwas ratlos ließ mich hingegen Lucy zurück, insbesondere ihr Verhältnis zur Mutter, das ich bis zum Schluss nicht vollständig nachvollziehen konnte. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Unklar blieb für mich auch die Rolle von Wladek, den es für meine Begriffe in dieser Geschichte nicht gebraucht hätte. Trotzdem ist "Die Summe unserer Teile" ein gelungenes Debut und ein empfehlenswerter Roman, der mit seiner Sprache, Atmosphäre und starken Frauenfiguren überzeugt - auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war.
In einer Familie aufwachsen kann belebend sein, man reift mit der gemeinsamen Geschichte der Familie auf und gestaltet diese weiter. Auch ich komme aus einer Familie mit Einwanderungs- Hintergrund und ich war sehr gespannt auf diese besondere Geschichte! Lucy hat keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter als sie vor drei Jahren nach Berlin gekommen ist. Doch nun ganz plötzlich schickt ihre Mutter ihr das alte Klavier! Dies löst in Lucy etwas aus und sie macht sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie! Diese Suche führ sie nach Polen. Der Ort den Lucy mit ihrer Großmutter verbindet! Zu Beginn muss ich das wunderschöne Cover erwähnen! Eine verträumte Frau! Wo komm ich her? Wo sind meine Wurzeln entstanden und wo haben sich diese gefestigt. Für mich beginnt das Buch aussergewöhnlich mit einem Interview der Autorin. Ich fand es sehr spannend die Interpretation des Klaviers von ihr zu hören! Eine spannende Idee. Die Geschichte des Buches ist unaufgeregt und sehr klar! In drei Generationen wird die Geschichte von Lucy, ihrer Mutter und ihrer Großmutter erzählt. Es ist so spannend die verschiedenen Lebensgeschichten zu lesen. Die Gefühle, das erlebt und die daraus resultierenden Ereignisse zu beobachten. Man lebt in seinem eigenen Leben und ist unwahrscheinlich geprägt von den Erlebnissen seiner Vorfahren. Krieg, Flucht und komplett andere Lebensweisen sind trotzdem essenziell für unser aktuelles Leben! Dies ist für mich unglaublich gut im Buch rübergebracht worden! Nach dieser Lektüre sieht man nochmal anders auf seine Familiengeschichte! Sehr schönes Buch!
Interessantes Konzept und einige unvorhergesehene Wendungen. Der Schreibstil war mir persönlich etwas zu voll von teilst erzwungen scheinenden Metaphern und es hat meinem Empfinden nach auch keine große Charakterentwicklung bei irgendwem stattgefunden. Die Handlungen und Hintergründe für Entscheidungen und Einstellungen von den meisten Personen war dafür gut erklãrt.
Von Müttern und Töchtern "Die Summe unserer Teile" ist ein Buch über drei Generationen von Frauen. Jede muss sich auf ihre eigene Art einen Platz erkämpfen, sei es in der Männer dominierten Arbeitswelt oder an einem neuen Wohnort. Aber auch der Platz in der eigenen Familie will erkämpft werden. Ich kann gar nicht sagen, welche der drei Frauen beziehungsweise Lebensgeschichte mir am besten gefallen hat. Das Buch handelt von Generationenkonflikten und von Abgrenzung, von inneren und äußeren Kämpfen, von Lügen und Familiengeheimnissen, aber auch von Selbstverwirklichung und Freundschaft. Dabei ist der Schreibstil der Autorin sehr eindrücklich und einnehmend, ihre Beobachtungen sind sehr feinfühlig und ihre Metaphern treffen immer den Nagel auf den Kopf. Ich lese eigentlich sehr selten Gesellschaftsromane, aber dieser hier hat mir sehr gut gefallen. Das Buch lässt einen ein bisschen nachdenklich zurück, aber auf positive Art und Weise.
In „Die Summe unserer Teile“ erzählt Paola Lopez die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit verbunden sind – und durch ihr familiäres Schweigen voneinander getrennt. Die Autorin, geboren 1988 in Wien, ist promovierte Mathematikerin mit einem Forschungsschwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz. Derzeit lebt sie in Berlin und arbeitet an der Universität Bremen. Für ihr Romandebüt wurde sie 2023 mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet. Worum geht’s genau? Die Geschichte verwebt drei Lebenslinien: eine Chemikerin, die aus dem kriegsgezeichneten Polen in den Libanon flieht; ihre Tochter, die als Ärztin in Deutschland Fuß fasst; und ihre Enkelin, eine Informatikstudentin, die sich ihrer zerrissenen Familiengeschichte stellen muss. Über diese drei Schicksale entfaltet sich ein Generationenroman, der von Verlust, Schweigen, Migration und dem Versuch erzählt, Verbindung über Raum und Zeit hinweg neu zu knüpfen – getragen von der Frage: Wie beeinflusst die Vergangenheit unsere Gegenwart? Meine Meinung Der Roman hat mich vor allem durch die Vielschichtigkeit der Figuren beeindruckt – jede von ihnen ist auf ihre Weise verletzlich und stark. Besonders die Darstellung innerer Konflikte und unausgesprochener Gefühle fand ich sehr gelungen. Die Figuren sind nie idealisiert – das macht sie greifbar. Die Chemie als Metapher für Veränderung hat für mich gut funktioniert: "Nichts bleibt, wie es ist – nur die Bedingungen müssen stimmen. Wir sind die Summer unsere Teile." Thematisch wird viel aufgeworfen: Migration, weibliche Selbstbestimmung, familiäres Schweigen, aber auch Sprache und Identität. Poetische, dichte Bilder wie das Gefühl, durchgekaut und ausgespuckt zu sein oder die Metapher eines verstimmten Klaviers bleiben im Kopf. Lopez gelingt es, Komplexes einfach und eindrucksvoll darzustellen. Die Sprachbilder zur Mehrsprachigkeit – und dem Gefühl, nie ganz anzukommen – sind klug gewählt. Auch die Idee, dass die Familiengeschichte keine klaren Regeln kennt, sondern wie eine unvollständige Grammatik funktioniert, bleibt hängen. Toll fand ich zudem, wie durch scheinbar kleine Details ganze Zeitabschnitte sichtbar werden – etwa, dass Rauchen im Flugzeug einst erlaubt war. Was mich gestört hat, war die für mich zu offene Struktur am Ende. Auch wenn ich verstehe, dass nicht alles gelöst werden muss, blieb bei mir ein leichtes Gefühl der Unvollständigkeit zurück. Manche Szenen (wie etwa mit der toten Taube) blieben mir unverständlich und schienen mir nicht vollständig in die Handlung eingebunden. Auch wichtige Nebenfiguren – etwa der Vater – bleiben eher Randerscheinungen, obwohl sie interessante Perspektiven eröffnen. Dennoch: Die Darstellung familiärer Dynamiken, insbesondere die Unsicherheiten zwischen Müttern und Töchtern, ist sehr gut gelungen. Es gibt keine einfachen Antworten, und genau das spiegelt ja oftmals auch die Realität wider. Fazit Ein sensibel erzählter Roman über das Schweigen zwischen Generationen, Identität und das, was Familie ausmacht – mit poetischer Sprache und viel Gefühl. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden, lohnt sich die Lektüre. Deshalb gibt es von mir eine klare Empfehlung und 4 von 5 Sternen.
Gerne gelesen. Einziger Kritikpunkt: Elektrokrampftherapie wird auch heute noch in der Behandlung von Chronischen Depressionen z.B. angewandt mit guten Ergebnissen, dann aber natürlich unter Narkose. Dies wird im Buch ein bisschen missverständlich dargestellt. Als würde die Behandlung allein barbarisch sein und für die schwierige Persönlichkeit der Großmutter zuständig sein und nicht, dass man Pat. eben damals ohne Einwilligung und Narkose dazu gezwungen hat und die Großmutter sicherlich schon vorher eine schwierige Persönlichkeit hatte. Ansonsten "schöner" Familienroman über drei Generationen von Frauen- also schön zu lesen und gute Unterhaltung aber mit kritischen Themen. Hätte noch ein paar Seiten mehr haben können :) Das entscheidende so wichtige Klavier geht nämlich zum Beispiel im Lauf der Geschichte irgendwie unter und auch warum Lucy keinen Kontakt zu ihrer Mutter hat, hätte ich gerne noch erfahren.
In diesem Buch geht es nicht nur um die Leben dreien Frauen, die dieselbe DNA teilen, sondern auch um deren Wertevorstellungen und wie sich das Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Der Leser lernt die drei Frauen in unterschiedlichen Aspekten ihres Lebens kennen und erfährt, wie ihr Leben sie in der Vergangenheit geprägt hat und sie zu den Menschen macht, die sie heute sind. Dabei springt die Autorin zwischen den einzelnen Jahren, Orten und Erzählperspektiven, was bei mir letzten Endes für eine ziemliche Verwirrung gesorgt hatte und ich mehrmals überlegen musste, wo ich mich befinde und wie ich das aktuelle Geschehen in das Gesamtkonzept packen muss. Auch wenn die Perspektiven zwischen drei Generationen wechselt, so bleibt die Hauptperspektive die von Lucy – zumindest hatte ich den Eindruck beim Lesen. Das ist nicht weiter schlimm, muss ich allerdings gestehen, dass sie sich mehr und mehr zu einer unglaublich unsympathischen Person entwickelt hat, was es mir beim Lesen zusätzlich erschwert hat. Denn leider wird ihr gleich von Beginn an das Image einer jungen, egoistischen und naiven Frau übergestülpt, was sich auch im Laufe des Buches mehr und mehr vertieft. Die Einblicke waren recht interessant, da es auch zeigt, wie stark unsere Umwelt und die eigenen Erlebnisse unser Selbst beeinflussen. Dennoch konnte mich das Buch leider nicht so recht packen, da ich mir oftmals gewünscht hätte, dass die Personen einfach miteinander reden oder nicht so egoistisch handeln. Aufeinander eingehen. Dann wären die Bindungen eventuell intensiver geworden, ein größeres Verständnis von Beginn an dagewesen. Aber sowas ist oftmals auch leichter gesagt als getan.
Kurzlebig und doch hat es sehr viel zu erzählen.
Das Buch wird aus der Perspektive von drei Generationen an Frauen geschildert. Alle erzählen ihre eigene Geschichte die ins hier und jetzt zur jüngsten Protagonistin der Familie führt. Das Buch hat sich durch die unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten sehr kurzlebig gelesen. Man ist gerade in die Geschichte eingetaucht, da ist es mehr oder weniger auch schon wieder vorbei und endet mit einem so passendem und offenem Ende. Es hat wirklich Freude gemacht das Buch zu lesen. Die Geschichte mit all ihren Perspektiven war spannend und sehr vielschichtig. Die Charaktere sind nicht super sympathisch, aber so ehrlich und realistisch. Man lernt sich in alle drei hineinzuversetzen und die eigene Wahrheit jeder einzelnen Protagonisten kennen. Ich kann es sehr empfehlen.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Drei Frauengenerationen in der Wissenschaft, eine kleine Weltreise durch das Jahrhundert – erschütternd und einfühlsam zugleich.«
Alina Bronsky
Die Großmutter flieht im Zweiten Weltkrieg aus Polen in den Libanon. Die Mutter verlässt den Libanon für ein Leben in Deutschland. Die Tochter muss für eine Zukunft zurück nach Polen. Über eine Zeitspanne von siebzig Jahren hinweg erzählt Paola Lopez die mitreißende Familiengeschichte dreier Frauen, die sich ein freies Leben erkämpfen und eine Verbindung zueinander suchen. Ein berührender Roman über das Erbe unserer Mütter, das wir alle mit uns tragen.
Die Großmutter ist eine der ersten Chemikerinnen im Libanon. Die Mutter ist eine angesehene Medizinerin. Die Tochter ist Studentin der Informatik. Sie alle verbindet die Wissenschaft. Doch das Band zwischen den Generationen ist gerissen, Lucy spricht seit Jahren nicht mit ihrer Mutter. Bis plötzlich ein Klavier in ihre Wohnung geliefert wird. Der Steinway, auf dem Lucy als Kind spielen lernte. Sie hasst dieses Klavier. Es erinnert sie an alles, was sie hinter sich lassen wollte: den goldenen Käfig ihrer allzu behüteten Kindheit, die hohen Ansprüche ihrer Mutter und die fehlende Nähe. Als mit dem Klavier auch der polnische Geburtsname ihrer Großmutter auftaucht, setzt Lucy sich kurzentschlossen in den nächsten Zug nach Sopot, den einzigen Ort, den sie mit ihr verbindet. Sie muss die losen Fäden ihrer Familie zusammenführen, um ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.
»Dieser Roman kratzt verkrustete Glaubenssätze über Mutterschaft auf und kommt einem persönlich sehr nah. Ich sehe jetzt klarer, wie ich selbst als Mutter — und als Tochter — sein will.« Mareike Fallwickl
Book Information
Author Description
Paola Lopez, geboren 1988 in Wien, ist Mathematikerin und promoviert interdisziplinär über Künstliche Intelligenz. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen und schreibt für den Merkur eine Kolumne zu KI. Für die Arbeit an ihrem Debütroman »Die Summe unserer Teile« wurde sie mit dem Theodor Körner Preis 2023 gefördert. Paola Lopez lebt in Berlin.
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Guter, interessanter Roman zur Zeitgeschichte, Mutter-Tochter-Beziehung und Wissenschaft
EIN BILDSTARKER ROMAN ÜBER DIE KOMPLIZIERTE LIEBE ZWISCHEN MÜTTERN UND TÖCHTERN, ÜBER DIE FLUCHT IN DIE WELT UND DIE FRAGE, WIE WIR EINANDER VERZEIHEN KÖNNEN Worum geht’s? Drei Frauen, drei Generationen, Familiengeschichten, Suche nach sich selbst, Libanon, München, Frauen in der Wissenschaft Autorenportrait: PAOLA LOPEZ, geboren 1988, ist Mathematikerin und promoviert interdisziplinär über Künstliche Intelligenz. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen. Für die Arbeit an ihrem Debütroman „Die Summe unserer Teile“ wurde sie mit dem Theodor Körner Preis 2023 gefördert. Paola Lopez lebt in Berlin. Mein Leseeindruck: Durch Instagram wurde ich neugierig auf diesen Roman und hatte ein paar angenehme Lesestunden. Lopez erzählt hier von dem Generationskonflikt dreier Frauen, die sich der Wissenschaft verschrieben haben, aber diese mit unterschiedlichen Überzeugungen vertreten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lucy, die von ihrer Mutter schon in jungen Jahren sehr auf Leistung getrimmt wurde, plötzlich steht der Steinway wieder in ihrem Zimmer und alles kommt wieder hoch. Sie muss sich unweigerlich ihrer Vergangenheit stellen und tritt eine Reise zu den Wurzeln ihrer Familie an. Das Buch liest sich nicht ganz so flüssig und ich konnte die Handlungen der Personen nicht immer nachvollziehen. Dennoch mochte ich die Geschichte und empfehle sie gerne weiter. Das geschmackvolle, in modernen Farben gestaltete Cover und der Titel finde ich passend gewählt. Fazit: Ein guter, interessanter Roman zur Zeitgeschichte, Mutter-Tochter-Beziehung und Wissenschaft
Naja
Die Summe unserer Teile von Paola Lopez soll die Geschichte dreier Frauen erzählen, die sich in unterschiedlichen Generationen befunden haben und auf unterschiedliche Weise befreien wollen. Erzählt wird die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Wir sind außerdem in den Ländern Polen und im Libanon. Wie man bereits an dieser Stelle merkt, fällt es mir unglaublich schwer diese Geschichte schön zusammenzufassen. Das liegt daran, dass ich das Buch unsagbar schlecht fand. Aber der Reihe nach. Wir haben hier einen Text der mich von der Beschreibung her, an viele gute Familiengeschichten erinnerte, die ich in letzter Zeit gelesen haben. Aber leider nur von Klappentext her. Die Autorin ist eigentlich Mathematikerin und das merkt man dem Buch leider auch an. Die Sätze sind einfach und in Teilen manchmal so sinnlos. Mir wird hier erklärt, wie man einen Kaffee zubereitet aber gleichzeitig nicht, was der Großmutter wirklich widerfahren ist (darauf hatte ich mich aber in diesem Buch gefreut gehabt). Es waren unfassbar viele Wortwiederholungen im Text zu finden. Ich bin wirklich keine große Grammatik-Maus aber selbst das war für mich zum Haare raufen. Des Weiteren dachte ich mir die ganze Zeit beim Lesen „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Es kann doch nicht sein, dass jeder x-Beliebige heute ein Buch schreiben kann mit dieser Qualität? Die Charaktere (egal welche) sind so blass geblieben und überhaupt nicht interessant gestaltet. Der Text ist weder anspruchsvoll, poetisch oder literarisch hochwertig, sondern eher wie eine Aneinanderreihung von Worten an einer Wäscheleine im Garten meiner Oma. Auch die Reisen in andere Länder war so kurz abgehandelt, dass ich mich fragte, was uns die Autorin für ein Bild vermitteln möchte. Ich reise aufgrund des Klimaschutzes nicht mehr, sondern halte mich in Büchern auf. Aber wenn ich das lese, reicht das maximal für eine Reise in meine Papiertonne auf dem Hof. Es tut mir sehr leid, dass ich solche harten Worte finde, aber ich finde das es wichtig ist, ehrlich zu sein und das war definitiv nichts. Von mir bekommt das Buch einen Stern für das schöne Cover aber mehr ist nicht drin.
„Die Summe unserer Teile“ erzählt die Geschichte der Frauen über drei Generationen, d.h. von der jüngsten Figur ausgehend, über deren Mutter bis zur Großmutter. Sie haben gemein, dass sie studiert und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung haben. „Manche Dinge lassen sich nicht durch Reden in alle Einzelteile zerlegen, betrachten und schlussendlich lösen.“ Diese Aussage betrifft sowohl die Probleme zwischen den Protagonistinnen als auch die Art, wie manche Details thematisiert und andere ausgelassen werden. So erleben wir gewisse Situationen im Detail, beispielsweise, wie eine Entscheidung für Kind und Karriere unterschiedlich gehandhabt wird, müssen aber auf die Auflösung zur Ursache der Entfremdung entweder lange warten oder gar über das Ende hinaus spekulieren. Ein kleiner Wermutstropfen, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Mir hat gut gefallen zu sehen, wie Ort und Zeit der Handlungsebenen eingebunden wurden und wie jede Frau ihren eigenen Weg zu verwirklichen suchte. Auch sprachlich war es eine angenehme Lektüre, leicht verständlich und doch mit ausgefallenen Bildern zur Anregung der Fantasie.
Seichte Lektüre
Angenehmer und seichter Schreibstil mit einigen wirklich schönen metaphorischen Sätzen. Die Story ist interessant, hat mich allerdings nicht vollends gefesselt. Ich konnte das Verhalten der drei Hauptfiguren oft nicht so gut nachvollziehen. Das hat den Verlauf der Story für mich teilweise auch etwas unglaubwürdig gemacht. Dennoch liest es sich wie gesagt gut. Eine gute leichte Urlaubslektüre.
Komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen
In meiner eigenen Erfahrung sind Mutter-Tochter-Beziehungen vor allem eines: kompliziert. Wie oft habe ich mir als Kind anhören müssen, ich solle nur warten, bis ich selbst einmal Mutter bin und dann würde ich einiges besser verstehen. In dem Roman von Paola Lopez geht es genau um diese generationalen Konflikte zwischen Großmutter, Mutter und Tochter. Der Roman beginnt aus der Perspektive von Lucy, der Tochter, die Informatik studiert und den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat. Damit wird Lucy für die Leser*innen zur Protagonistin und man sympathisiert sofort mit ihr (vor allem wenn man selbst eine schwierige Beziehung zur eigenen Mutter hat). Anschließend lernt man als Leser*in aber auch die Perspektiven ihrer Mutter Daria, die 1988 in München Medizin studiert, und ihrer Großmutter Lyudmiła, die 1944 in Beirut nach ihrer Flucht aus Polen Chemie studiert, kennen. Dabei merkt man schnell, dass es nicht so einfach ist, wie eingangs gedacht, und jede der drei Frauen eine komplexe Geschichte hat, die auch Einfluss auf die Erziehung der eigenen Tochter bzw. Beziehung zur eigenen Mutter hat. Den Leser*innen des Romans wird dabei keineswegs eine Meinung aufgezwungen, die unterschiedlichen Perspektiven werden nicht entschuldigend oder erklärend, sondern stattdessen sehr nüchtern vermittelt. Was mir neben der Darstellung der Komplexität von familiären Beziehungen besonders gut gefallen hat, war der sehr schöne sprachliche Ausdruck, in dem erzählt wird. Viele Sätze trafen mich direkt ins Herz. Anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden, da es mir sprachlich vorerst zu akademisch war. Außerdem konnte ich durch die ständigen Erzählperspektivenwechsel die drei Frauen kaum voneinander unterscheiden, was auch daran lag, dass sie alle im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten/studieren, und sich dadurch vor allem die ersten Kapitel sehr ähnlich lasen. Dieses erste Gefühl hat sich allerdings schnell geändert, und der Roman hat eine förmliche Sogwirkung auf mich entwickelt. Ich wollte unbedingt erfahren, wie alles miteinander zusammenhängt, und einige Stellen haben mich sehr bewegt. Das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht, aber auch das zeigte wieder, dass Mutter-Tochter-Beziehungen einfach nicht einfach sind. Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung, auch wenn der Einstieg für mich etwas holprig war. Sprachlich und erzähltechnisch konnte es mich auf jeden Fall überzeugen, und inhaltlich habe ich mich in vielem wiederfinden können.
"Ihr Stammbaum, der kein Baum ist, sondern eine Verästelung der Bronchien, ist defekt. Es wird keine Luft in die nächste Generation transportiert." Lucy spricht seit drei Jahren nicht mehr mit ihrer Mutter, als plötzlich ihr alter Konzertflügel, auf dem sie früher immer für ihre Mutter spielen musste, in ihrer Wohnung in Berlin auftaucht. Woher hat ihre Mutter ihre Adresse? Und warum hat sie als Absenderin den Familiennamen ihrer polnischen Großmutter angegeben? Lucy beschließt, nach Sopot zu reisen und sich auf die Spuren ihrer Großmutter zu begeben. Denn auch sie wirft für Lucy Fragen auf, die ihre Mutter ihr nie beantwortet hat. Wer war ihre Großmutter, abgesehen von der ersten Chemikerin des Libanons? Und weshalb ist sie gerade dorthin aus Polen vor den Nazis geflohen? Drei Frauen, drei Länder, drei Generationen, drei Wege - Paola López erzählt in ihrem Debütroman "Die Summe unserer Teile" über 70 Jahre hinweg von Mutter-Tochter-Beziehungen, die nicht so sind, wie wir sie uns wünschen - und welche Gründe dahinter stecken. Sie fängt dabei vor allem die Sprachlosigkeit zwischen Lucy, ihrer Mutter Daria und ihrer Großmutter Lyudmila ein und wie die Vergangenheit der jeweiligen Mutter die Gegenwart der Beziehung zu ihrer Tochter bedingt und beeinflusst. Jede der drei Frauen versucht auf ihre Weise, eine Bindung zu den anderen Frauen der Familie herzustellen, teilweise vergebens. Besonders berührt hat mich dabei, dass sowohl Lyudmila, als auch Daria es eigentlich "besser" machen wollten, als ihre eigenen Mütter - und wie sie jeweils an der eigenen Erwartungshaltung scheitern. Auch die drei Schauplätze des Romans Beirut, München und Sopot fand ich sehr spannend gewählt, sie symbolisieren die drei Wege, die Reisen der drei Frauen. Während mich Lyudmilas und Darias Geschichten sehr fesseln konnten, mochte ich Lucy leider nicht wirklich - sie war mir zu unstet, zu wenig nachvollziehbar waren mir ihre Handlungen. Schön fand ich, dass alle drei Protagonistinnnen in der Freundschaft und ihren jeweiligen Berufen - Chemikerin, Kinderärztin und Programmiererin - Stabilität gefunden haben. "Die Summe unserer Teile" ist ein ruhiges, präzises Debüt über die Lebenswege dreier Frauen, die nicht immer zueinander führen, doch immer miteinander verbunden bleiben.

Drei Generationen, drei Blickwinkel, verschiedene Zeiten - und alles soll nachher zusammenkommen; tut es aber irgendwie nicht so richtig. Was findet der Leser vor? Die Geschichte von Ludmila, einer im 2. Weltkrieg nach Beirut geflohenen Polin, die dort eine wissenschaftliche Karriere als Chemikerin beginnt. Die Geschichte von Daria, Tochter von Ludmila, Ärztin. Und die Geschichte von Lucy (Kurzform von Ludmila), Informatik-Studentin, Tochter von Daria. Vorherrschendes Thema ist der Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Daria fühlt sich ungeliebt von Ludmila, die ihr gefühllos und unnahbar vorkommt; Lucy fühlt sich erdrückt von Daria, denn diese möchte es besser machen, als ihre Mutter - und geht dabei zu weit. Doch durch die ganze Story zieht sich für mich ein Problem: Man weiß eigentlich gar nicht, warum und weshalb. Die Konflikte stehen einfach im Raum. Okay, warum Ludmila so ist, wie sie ist, klärt sich spät im Buch - wirkt auf mich allerdings etwas arg konstruiert. Die Beziehung zwischen Daria und Lucy - wie übrigens auch zwischen Daria und Robert, ihrem Mann - ist einfach schlecht. Lucy geht es nicht gut in der Beziehung - warum, erfährt der Leser nicht wirklich. Und am Ende sieht Lucy dann - als Daria mit ihr wirklich ehrlich ist - ein dramatisches Fehlverhalten in dem, was ihre Mutter getan hat, dass ich mich als Leser ob ihrer kindischen Reaktion nur noch fremdschämen konnte. Streckenweise nett geschrieben, erreicht mich dieser Roman dreier Frauen - erzählt in verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Perspektiven - nicht. Einzig den Blick von Ludmila kann ich ein Stück weit nachvollziehen; die Ansichten und Verhalten von Daria und Lucy wirken verkrampft konstruiert und überzogen, wenn nicht gar sehr unsympathisch, unlogisch und egoistisch. Fazit: Meins war es nicht. Vielleicht trifft es andere.
„Sie begann, ihr abhandenzukommen, als Lucy merkte, wie viel leichter ihr das Atmen fiel, wenn sie ihre Mutter nicht ständig mit sich herumtrug.“
Drei Frauen, drei Wissenschaften, drei Generationen. Sie sind Tochter, Mutter und Großmutter. Lucy, die in ihrer fast noch jugendlichen Impulsivität nach Berlin flieht und später Antworten in Polen sucht, wo ihre Großmutter gelebt hat. Daria, die in ihrer Verzweiflung ein Klavier an ihre Tochter schickt und gleichzeitig versucht zu vergessen. Und Lyudmila, die nie über ihre schlimmsten Monate gesprochen hat. Ein feinfühliger, sanfter Roman über transgenerationales Trauma und den Schmerz, sich von der eigenen Familie erdrückt und im Stich gelassen zu fühlen. Über die Lasten, die man an die nächste Generation weiterträgt. Vielleicht ohne es zu bemerken. Diese Geschichte entfaltet sich nach und nach, gräbt immer tiefer und lässt uns erst zum Schluss erahnen, wie komplex Familie, Trauma und Heilung ist. Daria war für mich dabei die interessanteste Figur. Sie kennt beide Seiten: den Kontakt zu den Eltern abbrechen, aber auch von der eigenen Tochter zurückgelassen werden. Über Lyudmila hätte ich gerne mehr erfahren. Im Fokus steht jedoch Lucy, die sehr auf sich selbst fokussiert ist und im Laufe der Handlung erst beginnt, zu begreifen, dass es nicht nur ihre Sichtweise auf das Geschehene gibt. ‚Die Summe unserer Teile‘ ist ein Denkanstoß und zeigt mir gerade als Mama einmal mehr die Wichtigkeit, eigene Themen aufzuarbeiten. Es wird aber genauso deutlich, dass es Konstellationen gibt, die sich nur schwer aufarbeiten lassen und in denen Selbstschutz über dem Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ stehen kann.
Lucy, Anfang 20, studiert Informatik, lebt in Berlin und hat vor einigen Jahren den Kontakt zu ihrer Mutter Daria abgebrochen. Diese ist Kinderärztin in München und hatte genau wie Lucy heute zu ihr, zu ihrer eigenen Mutter Lyudmiła einst ein schwieriges Verhältnis. Lyudmiła hat in den 50iger-Jahren Chemie in Beirut studiert, nachdem sie aus Polen geflohen war, und war Zeit ihres Lebens Wissenschaftlerin durch und durch. Der Umgang mit ihrer Tochter Daria hingegen fiel ihr immer schwer. Durch die Generationen ziehen sich also die Wissenschaft und die komplizierten Mutter-Tochter-Verhältnisse. Die Geschichte wird nun aus den drei Blickwinkeln der Frauen jeweils in der Blüte ihres Lebens, also zu unterschiedlichen Zeiten, erzählt. Wir lesen über Lyudmiłas Leben im Beirut der 50er-Jahre, über Darias Leben als Studentin und junge Mutter im München der 90er-Jahre und über Lucys Leben in den 2010ern, als sie beschließt, auf den Spuren ihrer Großmutter zu wandeln und dafür in den kleinen Küstenort Sopol in Polen reist. Die großen Themen sind vererbte Traumata und die Suche nach Heimat und Zugehörigkeit. Besonders spannend fand ich, wie sich Erlebtes auf Verhalten auswirkt, vor allem in den Passagen, in denen das Verhältnis zwischen Daria und Lyudmiła thematisiert wird. Fast schon als schmerzvoll habe ich die Lektüre des ersten Zusammentreffens der beiden Frauen nach Lucys Geburt empfunden. Wie kühl Lyudmiła mit Tochter und Enkelin umgeht und auf das schreiende Baby reagiert, war für mich ganz schlimm zu lesen. Doch dieses Verhalten hat seine Ursachen. Alles was wir erleben hinterlässt irgendwo in uns seine Abdrücke und verändert uns. Wir wiederum beeinflussen das Erleben unserer Kinder und somit wiederum deren Wesen und Verhalten. Dieser Roman hat diesen komplexen Sachverhalt wirklich gut eingefangen und auch wenn mir die Protagonistinnen weder sympathisch, noch nah waren, hatte ich ein deutliches Bild von ihnen und habe die Geschichte als sehr "echt" empfunden.

Inhaltlich und sprachlich schön
Das Buch „Die Summe unserer Teile" von Paola Lopez wird aus den Perspektiven von drei Frauen aus drei Generationen erzählt: Großmutter, Mutter und Tochter. Wir haben also drei Zeitebenen aus denen abwechselnd erzählt wird. Es ist interessant die unterschiedlichen Perspektiven der Frauen zu erleben. Am Anfang waren die Figuren und ihre Gedanken- und Gefühlswelt für mich allerdings nicht ganz greifbar und es stellte sich für mich die Frage, wieso sich die Frauen auf diese Art und Weise entwickelt haben. Dies wurde aber im Laufe der Geschichte klarer. Es werden unter anderem Themen wie „Der Einfluss von Familiengenerationen" und „Mutterrollen" aufgegriffen, die meiner Meinung nach gut und realistisch umgesetzt wurden. Man sieht sehr gut wie die drei Frauen von ihrer Familiengeschichte geprägt wurden. Die Männerfiguren habe ich als sehr passiv und als nicht ausgearbeitet empfunden, auch wenn sie bewusst eine Nebenrolle spielen sollen. Das Buch hat eine schöne Sprache und einen angenehmen Schreibstil, durch den man in einen Lesefluss kommt. Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und würde mir im Nachhinein einige Sätze markieren, die ich sprachlich sehr schön fand.
Drei Frauen - drei Generationen
Paola Lopez legt mit "Die Summe unserer Teile" einen Roman vor, der drei Frauengenerationen über Jahrzehnte hinweg begleitet. Mit wechselnden Erzählperspektiven und Zeitsprüngen beleuchtet das Buch die Schicksale von Großmutter, Mutter und Tochter, deren Leben von Wissenschaft, Migration und den Herausforderungen familiärer Bindungen geprägt sind. Besonders gelungen ist die Art, wie die Autorin durch diese Wechsel verdeutlicht, wie sich Beziehungen verändern und welche inneren wie äußeren Kämpfe jede einzelne Frau durchlebt. Diese Struktur macht den Roman lebendig und hält die Spannung aufrecht. Das Thema des Romans ist ohne Zweifel stark und relevant. Lopez schreibt flüssig und hält den Leser mit ihrer Erzählweise bei der Stange. Leider jedoch wirken die Charaktere nicht immer so tiefgründig, wie es das Thema vermuten lässt. Obwohl ihre Geschichten berühren, fehlte mir oft die emotionale Nähe zu den Figuren. Sie erschienen manchmal distanziert oder nicht ausreichend greifbar, was es erschwerte, sich wirklich mit ihnen zu identifizieren oder mit ihnen mitzufühlen. Die Summe unserer Teile ist zweifellos ein starker Frauenroman und eine kluge Geschichte über Generationenkonflikte und familiäre Wurzeln. Der Schreibstil wirkte stellenweise etwas zu einfach oder gar leienhaft, wodurch einige Passagen an Tiefe und Atmosphäre einbüßten.
Drei Frauen
Drei Frauen, drei Generationen, drei Länder: Großmutter, Mutter und Tochter sind alle in naturwissenschaftlichen oder mathematischen Fächern bzw. Berufen tätig und auf der Flucht vor etwas, in der Regel vor der jeweiligen Mutter. Chronologisch beginnt alles in Polen, von dort flieht die Großmutter in den Libanon. Vom Libanon geht ihre Tochter zum Studium nach Deutschland und bleibt dort. Deren Tochter Lucy wiederum macht sich auf der Suche nach ihren Wurzeln auf den Weg nach Polen, wo sich der Kreis schließt. Lucy spricht seit drei Jahren nicht mehr mit ihrer Mutter, diese wiederum noch länger nicht mehr mit ihrer. Großmutter und Mutter haben außerdem jeweils ihre Muttersprache (Polnisch bzw Arabisch) nicht an die Tochter weitergegeben. Viele Parallelen und Kreise also. Das alles gefiel mir sehr gut, war gut zu lesen und auch sprachlich ordentlich gemacht. Dennoch fehlte mir etwas und das waren Zusammenhänge und Erklärungen. Letztlich habe ich immer noch nicht verstanden, warum die drei Frauen nicht mehr miteinander sprechen, besonders bei Lucy und ihrer Mutter ist mir dies völlig unklar. Auch fand ich die Begründung, weshalb die Großmutter so anders wurde zwar verständlich, doch völlig aus der Luft gegriffen. In ihrer Geschichte hatte zuvor nichts darauf hingedeutet. Das Buch hätte an manchen Stellen einfach ausgebaut, ganze Teile hinzugefügt werden müssen. Dann wäre es mit Sicherheit gut geworden, so ist es leider nur mittelmäßig.
Die Partitur der Mütter
Zum Cover kann ich tatsächlich nicht viel sagen, ich finde diesen Stil aktuell sehr typisch für diese Art von Romanen. Mich hatte die Leseprobe überzeugt und das Thema sprach mich an. Ich mag gute Familiengeschichten und -tragödien. Am Anfang fand ich Lucy sehr überzeugend und sympathisch. Man konnte gut mit ihr mitfühlen, da kommt man von der Uni heim und plötzlich steht ein Klavier im Zimmer. Leider lässt dies im Laufe des Buchs nach und Lucy wird immer unsympathischer und überspitzter. Teilweise sogar etwas unrealistisch. Ich habe, gerade in der Mitte des Buchs, immer wieder daran gedacht, abzubrechen. Zum Schluss hin wurde es wieder etwas besser und realistischer. Vieles versteht man im Laufe des Buchs besser, da man alle drei Frauen näher kennen lernt. Sehr viele Fragen bleiben zum Schluss allerdings unbeantwortet, was ich sehr schade finde, da mich diese Antworten gerade am meisten interessiert hätten. Fazit: Manchen wird dieses Buch bestimmt sehr gut gefallen, mir leider nicht und es ist auch kein Buch, dass ich weiterempfehlen würde.
*Rezensionsexemplar* Vielen Dank an @vorablesen. „Die Summe unserer Teile", der Debüt-Roman von Paola Lopez, ist eine feinfühlige und sprachlich überzeugende Familiengeschichte, die sich über drei Generationen und drei verschiedene Länder erstreckt. Die ruhige und unaufgeregte Erzählweise von Paola Lopez hat mir dabei sehr gut gefallen. Die Charaktere sind insgesamt gut gezeichnet. Insbesondere das Leben, die getroffenen Entscheidungen und die Verbindung zur Wissenschaft aus der Perspektive von Mutter und Großmutter sowie ihre vielschichtige Beziehung zueinander fand ich gelungen dargestellt. Etwas ratlos ließ mich hingegen Lucy zurück, insbesondere ihr Verhältnis zur Mutter, das ich bis zum Schluss nicht vollständig nachvollziehen konnte. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Unklar blieb für mich auch die Rolle von Wladek, den es für meine Begriffe in dieser Geschichte nicht gebraucht hätte. Trotzdem ist "Die Summe unserer Teile" ein gelungenes Debut und ein empfehlenswerter Roman, der mit seiner Sprache, Atmosphäre und starken Frauenfiguren überzeugt - auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war.
In einer Familie aufwachsen kann belebend sein, man reift mit der gemeinsamen Geschichte der Familie auf und gestaltet diese weiter. Auch ich komme aus einer Familie mit Einwanderungs- Hintergrund und ich war sehr gespannt auf diese besondere Geschichte! Lucy hat keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter als sie vor drei Jahren nach Berlin gekommen ist. Doch nun ganz plötzlich schickt ihre Mutter ihr das alte Klavier! Dies löst in Lucy etwas aus und sie macht sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie! Diese Suche führ sie nach Polen. Der Ort den Lucy mit ihrer Großmutter verbindet! Zu Beginn muss ich das wunderschöne Cover erwähnen! Eine verträumte Frau! Wo komm ich her? Wo sind meine Wurzeln entstanden und wo haben sich diese gefestigt. Für mich beginnt das Buch aussergewöhnlich mit einem Interview der Autorin. Ich fand es sehr spannend die Interpretation des Klaviers von ihr zu hören! Eine spannende Idee. Die Geschichte des Buches ist unaufgeregt und sehr klar! In drei Generationen wird die Geschichte von Lucy, ihrer Mutter und ihrer Großmutter erzählt. Es ist so spannend die verschiedenen Lebensgeschichten zu lesen. Die Gefühle, das erlebt und die daraus resultierenden Ereignisse zu beobachten. Man lebt in seinem eigenen Leben und ist unwahrscheinlich geprägt von den Erlebnissen seiner Vorfahren. Krieg, Flucht und komplett andere Lebensweisen sind trotzdem essenziell für unser aktuelles Leben! Dies ist für mich unglaublich gut im Buch rübergebracht worden! Nach dieser Lektüre sieht man nochmal anders auf seine Familiengeschichte! Sehr schönes Buch!
Interessantes Konzept und einige unvorhergesehene Wendungen. Der Schreibstil war mir persönlich etwas zu voll von teilst erzwungen scheinenden Metaphern und es hat meinem Empfinden nach auch keine große Charakterentwicklung bei irgendwem stattgefunden. Die Handlungen und Hintergründe für Entscheidungen und Einstellungen von den meisten Personen war dafür gut erklãrt.
Von Müttern und Töchtern "Die Summe unserer Teile" ist ein Buch über drei Generationen von Frauen. Jede muss sich auf ihre eigene Art einen Platz erkämpfen, sei es in der Männer dominierten Arbeitswelt oder an einem neuen Wohnort. Aber auch der Platz in der eigenen Familie will erkämpft werden. Ich kann gar nicht sagen, welche der drei Frauen beziehungsweise Lebensgeschichte mir am besten gefallen hat. Das Buch handelt von Generationenkonflikten und von Abgrenzung, von inneren und äußeren Kämpfen, von Lügen und Familiengeheimnissen, aber auch von Selbstverwirklichung und Freundschaft. Dabei ist der Schreibstil der Autorin sehr eindrücklich und einnehmend, ihre Beobachtungen sind sehr feinfühlig und ihre Metaphern treffen immer den Nagel auf den Kopf. Ich lese eigentlich sehr selten Gesellschaftsromane, aber dieser hier hat mir sehr gut gefallen. Das Buch lässt einen ein bisschen nachdenklich zurück, aber auf positive Art und Weise.
In „Die Summe unserer Teile“ erzählt Paola Lopez die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit verbunden sind – und durch ihr familiäres Schweigen voneinander getrennt. Die Autorin, geboren 1988 in Wien, ist promovierte Mathematikerin mit einem Forschungsschwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz. Derzeit lebt sie in Berlin und arbeitet an der Universität Bremen. Für ihr Romandebüt wurde sie 2023 mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet. Worum geht’s genau? Die Geschichte verwebt drei Lebenslinien: eine Chemikerin, die aus dem kriegsgezeichneten Polen in den Libanon flieht; ihre Tochter, die als Ärztin in Deutschland Fuß fasst; und ihre Enkelin, eine Informatikstudentin, die sich ihrer zerrissenen Familiengeschichte stellen muss. Über diese drei Schicksale entfaltet sich ein Generationenroman, der von Verlust, Schweigen, Migration und dem Versuch erzählt, Verbindung über Raum und Zeit hinweg neu zu knüpfen – getragen von der Frage: Wie beeinflusst die Vergangenheit unsere Gegenwart? Meine Meinung Der Roman hat mich vor allem durch die Vielschichtigkeit der Figuren beeindruckt – jede von ihnen ist auf ihre Weise verletzlich und stark. Besonders die Darstellung innerer Konflikte und unausgesprochener Gefühle fand ich sehr gelungen. Die Figuren sind nie idealisiert – das macht sie greifbar. Die Chemie als Metapher für Veränderung hat für mich gut funktioniert: "Nichts bleibt, wie es ist – nur die Bedingungen müssen stimmen. Wir sind die Summer unsere Teile." Thematisch wird viel aufgeworfen: Migration, weibliche Selbstbestimmung, familiäres Schweigen, aber auch Sprache und Identität. Poetische, dichte Bilder wie das Gefühl, durchgekaut und ausgespuckt zu sein oder die Metapher eines verstimmten Klaviers bleiben im Kopf. Lopez gelingt es, Komplexes einfach und eindrucksvoll darzustellen. Die Sprachbilder zur Mehrsprachigkeit – und dem Gefühl, nie ganz anzukommen – sind klug gewählt. Auch die Idee, dass die Familiengeschichte keine klaren Regeln kennt, sondern wie eine unvollständige Grammatik funktioniert, bleibt hängen. Toll fand ich zudem, wie durch scheinbar kleine Details ganze Zeitabschnitte sichtbar werden – etwa, dass Rauchen im Flugzeug einst erlaubt war. Was mich gestört hat, war die für mich zu offene Struktur am Ende. Auch wenn ich verstehe, dass nicht alles gelöst werden muss, blieb bei mir ein leichtes Gefühl der Unvollständigkeit zurück. Manche Szenen (wie etwa mit der toten Taube) blieben mir unverständlich und schienen mir nicht vollständig in die Handlung eingebunden. Auch wichtige Nebenfiguren – etwa der Vater – bleiben eher Randerscheinungen, obwohl sie interessante Perspektiven eröffnen. Dennoch: Die Darstellung familiärer Dynamiken, insbesondere die Unsicherheiten zwischen Müttern und Töchtern, ist sehr gut gelungen. Es gibt keine einfachen Antworten, und genau das spiegelt ja oftmals auch die Realität wider. Fazit Ein sensibel erzählter Roman über das Schweigen zwischen Generationen, Identität und das, was Familie ausmacht – mit poetischer Sprache und viel Gefühl. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden, lohnt sich die Lektüre. Deshalb gibt es von mir eine klare Empfehlung und 4 von 5 Sternen.
Gerne gelesen. Einziger Kritikpunkt: Elektrokrampftherapie wird auch heute noch in der Behandlung von Chronischen Depressionen z.B. angewandt mit guten Ergebnissen, dann aber natürlich unter Narkose. Dies wird im Buch ein bisschen missverständlich dargestellt. Als würde die Behandlung allein barbarisch sein und für die schwierige Persönlichkeit der Großmutter zuständig sein und nicht, dass man Pat. eben damals ohne Einwilligung und Narkose dazu gezwungen hat und die Großmutter sicherlich schon vorher eine schwierige Persönlichkeit hatte. Ansonsten "schöner" Familienroman über drei Generationen von Frauen- also schön zu lesen und gute Unterhaltung aber mit kritischen Themen. Hätte noch ein paar Seiten mehr haben können :) Das entscheidende so wichtige Klavier geht nämlich zum Beispiel im Lauf der Geschichte irgendwie unter und auch warum Lucy keinen Kontakt zu ihrer Mutter hat, hätte ich gerne noch erfahren.
In diesem Buch geht es nicht nur um die Leben dreien Frauen, die dieselbe DNA teilen, sondern auch um deren Wertevorstellungen und wie sich das Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Der Leser lernt die drei Frauen in unterschiedlichen Aspekten ihres Lebens kennen und erfährt, wie ihr Leben sie in der Vergangenheit geprägt hat und sie zu den Menschen macht, die sie heute sind. Dabei springt die Autorin zwischen den einzelnen Jahren, Orten und Erzählperspektiven, was bei mir letzten Endes für eine ziemliche Verwirrung gesorgt hatte und ich mehrmals überlegen musste, wo ich mich befinde und wie ich das aktuelle Geschehen in das Gesamtkonzept packen muss. Auch wenn die Perspektiven zwischen drei Generationen wechselt, so bleibt die Hauptperspektive die von Lucy – zumindest hatte ich den Eindruck beim Lesen. Das ist nicht weiter schlimm, muss ich allerdings gestehen, dass sie sich mehr und mehr zu einer unglaublich unsympathischen Person entwickelt hat, was es mir beim Lesen zusätzlich erschwert hat. Denn leider wird ihr gleich von Beginn an das Image einer jungen, egoistischen und naiven Frau übergestülpt, was sich auch im Laufe des Buches mehr und mehr vertieft. Die Einblicke waren recht interessant, da es auch zeigt, wie stark unsere Umwelt und die eigenen Erlebnisse unser Selbst beeinflussen. Dennoch konnte mich das Buch leider nicht so recht packen, da ich mir oftmals gewünscht hätte, dass die Personen einfach miteinander reden oder nicht so egoistisch handeln. Aufeinander eingehen. Dann wären die Bindungen eventuell intensiver geworden, ein größeres Verständnis von Beginn an dagewesen. Aber sowas ist oftmals auch leichter gesagt als getan.
Kurzlebig und doch hat es sehr viel zu erzählen.
Das Buch wird aus der Perspektive von drei Generationen an Frauen geschildert. Alle erzählen ihre eigene Geschichte die ins hier und jetzt zur jüngsten Protagonistin der Familie führt. Das Buch hat sich durch die unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten sehr kurzlebig gelesen. Man ist gerade in die Geschichte eingetaucht, da ist es mehr oder weniger auch schon wieder vorbei und endet mit einem so passendem und offenem Ende. Es hat wirklich Freude gemacht das Buch zu lesen. Die Geschichte mit all ihren Perspektiven war spannend und sehr vielschichtig. Die Charaktere sind nicht super sympathisch, aber so ehrlich und realistisch. Man lernt sich in alle drei hineinzuversetzen und die eigene Wahrheit jeder einzelnen Protagonisten kennen. Ich kann es sehr empfehlen.




























