Die Stunden
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Laura Brown ist mit einem Kriegsveteranen verheiratet, der rührend um sie bemüht ist, ihr kleiner Sohn liebt sie abgöttisch, sie ist zum zweitenmal schwanger. Doch das Hausfrauenleben in einem Vorort von Los Angeles erdrückt sie. An einem Tag im Jahr 1949 flieht sie vor den alltäglichen Pflichten, mietet sich ein Zimmer in einem Hotel und liest fasziniert "Mrs. Dalloway".
Virginia Woolf ringt im Jahr 1923 um den Anfang ihres neuen Romans, dem sie den Arbeitstitel "The Hours" (Die Stunden) gegeben hat und der einmal "Mrs. Dalloway" heißen wird. Sie hat Kopfschmerzen und hört Stimmen, und sie vermisst die Großstadt, obwohl sie weiß, dass ihr der Rückzug aufs Land nach Richmond gut tut. Fast steigt sie in den Zug nach London, nur fast, denn nun schreibt sie den ersten Satz: "Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen."
In seinem überwältigend schönen und bewegenden Roman schildert Michael Cunningham einen Tag im Leben dieser drei Frauen. Von Virginia Woolfs Leben und Werk inspiriert, schafft er eine ganz eigene Welt, die sich um die Möglichkeiten von Freundschaft und Liebe dreht, um das Auffangen von Scheitern und Lebensüberdruss und um eine Gemeinschaft jenseits von Leben und Tod: der Literatur.
Book Information
Author Description
Michael Cunningham wurde 1952 in Cincinnati, Ohio, geboren und wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Er lebt in New York City, lehrt an der Yale University und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein Roman »Die Stunden« wurde vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Pulitzerpreis und dem PEN/Faulkner-Award, und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Die überaus erfolgreiche Verfilmung »The Hours« mit Meryl Streep, Julianne Moore und Nicole Kidman wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.
Posts
Ein faszinierendes Buch. Gut geschrieben und sehr besonders. Jeweils ein Tag im Leben von Virginia Woolf, die grade Ms dalloway schreibt, von Laura Brown, die in den 40er Jahren mit ihrem Hausfrau/Mutter Dasein hadert und von Clarissa, die von ihrem Jugendfreund Ms dalloway genannt wird und in den 90er Jahren eine Party für diesen Jugendfreund, der an aids erkrankt ist, organisieren will.
Über das Leben, den Tod und die Stunden dazwischen
Im Jahr 1923 wacht Virginia Woolf eines Morgens auf und hat plötzlich den idealen ersten Satz für ihren vierten Roman im Kopf. Das Werk trägt zunächst den Arbeitstitel „The Hours“ und wird später unter dem Namen „Mrs Dalloway“ bekannt werden. Ohne zu zögern, beginnt sie zu schreiben. Mit dieser Szene eröffnet Michael Cunningham seinen Roman „Die Stunden“, in dem er auf eindrucksvolle Weise jeweils einen Tag im Leben von drei sehr unterschiedlichen Frauen schildert. Neben Virginia Woolf lernt der Leser Laura Brown kennen. Die frustrierte amerikanische Hausfrau der 1940er-Jahre würde morgens am liebsten im Bett liegen bleiben, um „Mrs Dalloway“ zu lesen. Sie muss dann aber doch aufstehen, denn sie hat sich um ihren dreijährigen Sohn und den Haushalt zu kümmern. Außerdem will sie ihrem Mann eine Geburtstagstorte backen. Im New York der 1990er-Jahre fasst Clarissa Vaughan den Entschluss, dass sie die Blumen für die Party, welche sie am Abend ausrichtet, selbst kaufen wird. Die Party soll zu Ehren ihrer Jugendliebe Richard sein, einem aidskranken Schriftsteller, der Clarissa stets „Mrs Dalloway“ nennt und am Abend einen Literaturpreis erhalten soll. Cunningham verknüpft in seinem Roman die Leben der drei so unterschiedlichen Frauen auf kunstvollste Weise. Dank feiner Details und dezenter Verflechtungen wechselt er nahtlos zwischen den Zeitebenen hin und her und verknüpft so die verschiedenen Handlungsstränge. Virginia, Laura und Clarissa sind vereint in ihren Ambitionen und ihrem Streben nach Perfektion, doch sie wandeln dabei permanent am Abgrund des Scheiterns. Sie opfern sich auf und sind gezwungen, zwischen ihren Pflichten und Wünschen hin und her zu pendeln. Der Wunsch nach Flucht, nach dem Ausbruch aus den Konventionen ist allgegenwärtig. Cunningham konfrontiert seine drei Protagonistinnen im Laufe des Tages mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen: Freundschaft, Lebensfreude, (homoerotische) Liebe, Glück, Einsamkeit, Verzweiflung und Todessehnsucht. „Die Stunden“ spinnt Woolfs Klassiker „Mrs Dalloway“ auf einer Metaebene weiter. Herausgekommen ist ein umwerfend intensiver, kraftvoller Roman über das Leben, den Tod und die Stunden dazwischen.

Can an author presume to take one of the best novels in literary history as a model, transpose its story and narrative technique into modern times, and create a link between the classic and his own book in the process? That sets the bar for the book very high, but no problem for Michael Cunningham. What he does with Virginia Woolf's [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] is quite outstanding. I had seen the film version of this book (The Hours) with Meryl Streep, Nicole Kidman and Julianne Moore several times and think it is an excellent film. Usually the novels take a back seat for me if I've already seen the story. In this case, that was a mistake. Of course, the movie story about the three women in different decades who all feel their lives are a lie and each put their own life behind someone else is much more intense and profound. The streams of thoughts in the book have to be translated into long dialogues in order to be effective, which makes the film more loquacious than the book. The triple jump from Virginia Woolf, who is writing Mrs. Dalloway, to a woman in the 1950s, who is reading Mrs. Dalloway, to a modern woman in the 1990s, who is nicknamed Mrs. Dalloway because she resembles the character in Woolf's novel so much, is simply ingenious. One experiences Clarissa Dalloway in this way in a completely new way, senses how much of the woman always looking out for others was also in Virginia Woolf herself. Sees again the thoughts of death and the longing to break out of the previous life in Laura Brown, who in the 50s feels a disgust for herself in the housewife and mother role. And then sees the many parallels between Mrs. Dalloway and Clarissa Vaughan in New York, who also wants to throw a party for a friend in the evening, getting the flowers, roaming the big city, and listening again and again to the sound of the striking hour that makes the day and life finite. It's just terrifically interwoven. A new favorite book and a great longing to read Mrs. Dalloway again. ---------------------- Kann man sich als Autor anmaßen, sich einen der besten Romane der Literaturgeschichte als Vorbild zunehmen, dessen Geschichte und die Erzähltechnik in die Neuzeit zu übertragen und dabei eine Verbindung zwischen dem Klassiker und dem eigenen Buch zu erstellen? Da wird die Messlatte für das Buch gleich sehr hoch gelegt, aber kein Problem für Michael Cunningham. Was er hier mit Virginia Woolfs [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] anstellt, finde ich ganz hervorragend. Die Verfilmung dieses Buch (The Hours) mit Meryl Streep, Nicole Kidman und Julianne Moore hatte ich schon mehrmals gesehen und halte es für einen ausgezeichneten Film. Normalerweise rücken die Romane für mich in den Hintergrund, wenn ich die Geschichte schon gesehen habe. Das ist in diesem Fall ein Fehler gewesen. Natürlich ist die Filmvorlage über die drei Frauen in unterschiedlichen Dekaden, die alle ihr Leben als eine Lüge empfinden und ihr eigenes Leben jeweils hinter einer anderen Person hinten anstellen, wesentlich intensiver und tiefgründiger. Die Gedankenströme im Buch müssen halt filmisch in lange Dialoge übertragen werden, um zu wirken, was denn Film geschwätziger macht als das Buch. Den Dreisprung von Virginia Woolf, die gerade Mrs. Dalloway schreibt, zu einer Frau in den 50er Jahren, die gerade Mrs. Dalloway liest, zu einer modernen Frau in den 90er Jahren, die den Spitznamen Mrs. Dalloway trägt, weil sie der Figur in Woolfs Roman so ähnelt, ist einfach genial. Man erlebt Clarissa Dalloway auf diese Weise ganz neu, spürt, wie viel von der sich stets nach anderen richtenden Frau auch in Virginia Woolf selbst steckte. Sieht die Gedanken an den Tod und die Sehnsucht nach dem Ausbrechen aus dem bisherigen Leben in Laura Brown wieder, die in den 50er Jahren einen Ekel vor sich selbst in der Hausfrau- und Mutterrolle empfindet. Und sieht dann die vielen Parallelen zwischen Mrs. Dalloway und Clarissa Vaughan in New York, die auch am Abend eine Party für einen Freund geben möchte, die Blumen besorgt, durch die Großstadt streift und immer wieder dem Klang der schlagenden Stunde lauscht, die den Tag und das Leben endlich machen. Das ist einfach grandios ineinander verwoben. Ab sofort ein neues Favoritenbuch und die große Sehnsucht, Mrs. Dalloway erneut zu lesen.
Can an author presume to take one of the best novels in literary history as a model, transpose its story and narrative technique into modern times, and create a link between the classic and his own book in the process? That sets the bar for the book very high, but no problem for Michael Cunningham. What he does with Virginia Woolf's [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] is quite outstanding. I had seen the film version of this book (The Hours) with Meryl Streep, Nicole Kidman and Julianne Moore several times and think it is an excellent film. Usually the novels take a back seat for me if I've already seen the story. In this case, that was a mistake. Of course, the movie story about the three women in different decades who all feel their lives are a lie and each put their own life behind someone else is much more intense and profound. The streams of thoughts in the book have to be translated into long dialogues in order to be effective, which makes the film more loquacious than the book. The triple jump from Virginia Woolf, who is writing Mrs. Dalloway, to a woman in the 1950s, who is reading Mrs. Dalloway, to a modern woman in the 1990s, who is nicknamed Mrs. Dalloway because she resembles the character in Woolf's novel so much, is simply ingenious. One experiences Clarissa Dalloway in this way in a completely new way, senses how much of the woman always looking out for others was also in Virginia Woolf herself. Sees again the thoughts of death and the longing to break out of the previous life in Laura Brown, who in the 50s feels a disgust for herself in the housewife and mother role. And then sees the many parallels between Mrs. Dalloway and Clarissa Vaughan in New York, who also wants to throw a party for a friend in the evening, getting the flowers, roaming the big city, and listening again and again to the sound of the striking hour that makes the day and life finite. It's just terrifically interwoven. A new favorite book and a great longing to read Mrs. Dalloway again. ---------------------- Kann man sich als Autor anmaßen, sich einen der besten Romane der Literaturgeschichte als Vorbild zunehmen, dessen Geschichte und die Erzähltechnik in die Neuzeit zu übertragen und dabei eine Verbindung zwischen dem Klassiker und dem eigenen Buch zu erstellen? Da wird die Messlatte für das Buch gleich sehr hoch gelegt, aber kein Problem für Michael Cunningham. Was er hier mit Virginia Woolfs [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] anstellt, finde ich ganz hervorragend. Die Verfilmung dieses Buch (The Hours) mit Meryl Streep, Nicole Kidman und Julianne Moore hatte ich schon mehrmals gesehen und halte es für einen ausgezeichneten Film. Normalerweise rücken die Romane für mich in den Hintergrund, wenn ich die Geschichte schon gesehen habe. Das ist in diesem Fall ein Fehler gewesen. Natürlich ist die Filmvorlage über die drei Frauen in unterschiedlichen Dekaden, die alle ihr Leben als eine Lüge empfinden und ihr eigenes Leben jeweils hinter einer anderen Person hinten anstellen, wesentlich intensiver und tiefgründiger. Die Gedankenströme im Buch müssen halt filmisch in lange Dialoge übertragen werden, um zu wirken, was denn Film geschwätziger macht als das Buch. Den Dreisprung von Virginia Woolf, die gerade Mrs. Dalloway schreibt, zu einer Frau in den 50er Jahren, die gerade Mrs. Dalloway liest, zu einer modernen Frau in den 90er Jahren, die den Spitznamen Mrs. Dalloway trägt, weil sie der Figur in Woolfs Roman so ähnelt, ist einfach genial. Man erlebt Clarissa Dalloway auf diese Weise ganz neu, spürt, wie viel von der sich stets nach anderen richtenden Frau auch in Virginia Woolf selbst steckte. Sieht die Gedanken an den Tod und die Sehnsucht nach dem Ausbrechen aus dem bisherigen Leben in Laura Brown wieder, die in den 50er Jahren einen Ekel vor sich selbst in der Hausfrau- und Mutterrolle empfindet. Und sieht dann die vielen Parallelen zwischen Mrs. Dalloway und Clarissa Vaughan in New York, die auch am Abend eine Party für einen Freund geben möchte, die Blumen besorgt, durch die Großstadt streift und immer wieder dem Klang der schlagenden Stunde lauscht, die den Tag und das Leben endlich machen. Das ist einfach grandios ineinander verwoben. Ab sofort ein neues Favoritenbuch und die große Sehnsucht, Mrs. Dalloway erneut zu lesen.
Description
Laura Brown ist mit einem Kriegsveteranen verheiratet, der rührend um sie bemüht ist, ihr kleiner Sohn liebt sie abgöttisch, sie ist zum zweitenmal schwanger. Doch das Hausfrauenleben in einem Vorort von Los Angeles erdrückt sie. An einem Tag im Jahr 1949 flieht sie vor den alltäglichen Pflichten, mietet sich ein Zimmer in einem Hotel und liest fasziniert "Mrs. Dalloway".
Virginia Woolf ringt im Jahr 1923 um den Anfang ihres neuen Romans, dem sie den Arbeitstitel "The Hours" (Die Stunden) gegeben hat und der einmal "Mrs. Dalloway" heißen wird. Sie hat Kopfschmerzen und hört Stimmen, und sie vermisst die Großstadt, obwohl sie weiß, dass ihr der Rückzug aufs Land nach Richmond gut tut. Fast steigt sie in den Zug nach London, nur fast, denn nun schreibt sie den ersten Satz: "Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen."
In seinem überwältigend schönen und bewegenden Roman schildert Michael Cunningham einen Tag im Leben dieser drei Frauen. Von Virginia Woolfs Leben und Werk inspiriert, schafft er eine ganz eigene Welt, die sich um die Möglichkeiten von Freundschaft und Liebe dreht, um das Auffangen von Scheitern und Lebensüberdruss und um eine Gemeinschaft jenseits von Leben und Tod: der Literatur.
Book Information
Author Description
Michael Cunningham wurde 1952 in Cincinnati, Ohio, geboren und wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Er lebt in New York City, lehrt an der Yale University und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sein Roman »Die Stunden« wurde vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Pulitzerpreis und dem PEN/Faulkner-Award, und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Die überaus erfolgreiche Verfilmung »The Hours« mit Meryl Streep, Julianne Moore und Nicole Kidman wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.
Posts
Ein faszinierendes Buch. Gut geschrieben und sehr besonders. Jeweils ein Tag im Leben von Virginia Woolf, die grade Ms dalloway schreibt, von Laura Brown, die in den 40er Jahren mit ihrem Hausfrau/Mutter Dasein hadert und von Clarissa, die von ihrem Jugendfreund Ms dalloway genannt wird und in den 90er Jahren eine Party für diesen Jugendfreund, der an aids erkrankt ist, organisieren will.
Über das Leben, den Tod und die Stunden dazwischen
Im Jahr 1923 wacht Virginia Woolf eines Morgens auf und hat plötzlich den idealen ersten Satz für ihren vierten Roman im Kopf. Das Werk trägt zunächst den Arbeitstitel „The Hours“ und wird später unter dem Namen „Mrs Dalloway“ bekannt werden. Ohne zu zögern, beginnt sie zu schreiben. Mit dieser Szene eröffnet Michael Cunningham seinen Roman „Die Stunden“, in dem er auf eindrucksvolle Weise jeweils einen Tag im Leben von drei sehr unterschiedlichen Frauen schildert. Neben Virginia Woolf lernt der Leser Laura Brown kennen. Die frustrierte amerikanische Hausfrau der 1940er-Jahre würde morgens am liebsten im Bett liegen bleiben, um „Mrs Dalloway“ zu lesen. Sie muss dann aber doch aufstehen, denn sie hat sich um ihren dreijährigen Sohn und den Haushalt zu kümmern. Außerdem will sie ihrem Mann eine Geburtstagstorte backen. Im New York der 1990er-Jahre fasst Clarissa Vaughan den Entschluss, dass sie die Blumen für die Party, welche sie am Abend ausrichtet, selbst kaufen wird. Die Party soll zu Ehren ihrer Jugendliebe Richard sein, einem aidskranken Schriftsteller, der Clarissa stets „Mrs Dalloway“ nennt und am Abend einen Literaturpreis erhalten soll. Cunningham verknüpft in seinem Roman die Leben der drei so unterschiedlichen Frauen auf kunstvollste Weise. Dank feiner Details und dezenter Verflechtungen wechselt er nahtlos zwischen den Zeitebenen hin und her und verknüpft so die verschiedenen Handlungsstränge. Virginia, Laura und Clarissa sind vereint in ihren Ambitionen und ihrem Streben nach Perfektion, doch sie wandeln dabei permanent am Abgrund des Scheiterns. Sie opfern sich auf und sind gezwungen, zwischen ihren Pflichten und Wünschen hin und her zu pendeln. Der Wunsch nach Flucht, nach dem Ausbruch aus den Konventionen ist allgegenwärtig. Cunningham konfrontiert seine drei Protagonistinnen im Laufe des Tages mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen: Freundschaft, Lebensfreude, (homoerotische) Liebe, Glück, Einsamkeit, Verzweiflung und Todessehnsucht. „Die Stunden“ spinnt Woolfs Klassiker „Mrs Dalloway“ auf einer Metaebene weiter. Herausgekommen ist ein umwerfend intensiver, kraftvoller Roman über das Leben, den Tod und die Stunden dazwischen.

Can an author presume to take one of the best novels in literary history as a model, transpose its story and narrative technique into modern times, and create a link between the classic and his own book in the process? That sets the bar for the book very high, but no problem for Michael Cunningham. What he does with Virginia Woolf's [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] is quite outstanding. I had seen the film version of this book (The Hours) with Meryl Streep, Nicole Kidman and Julianne Moore several times and think it is an excellent film. Usually the novels take a back seat for me if I've already seen the story. In this case, that was a mistake. Of course, the movie story about the three women in different decades who all feel their lives are a lie and each put their own life behind someone else is much more intense and profound. The streams of thoughts in the book have to be translated into long dialogues in order to be effective, which makes the film more loquacious than the book. The triple jump from Virginia Woolf, who is writing Mrs. Dalloway, to a woman in the 1950s, who is reading Mrs. Dalloway, to a modern woman in the 1990s, who is nicknamed Mrs. Dalloway because she resembles the character in Woolf's novel so much, is simply ingenious. One experiences Clarissa Dalloway in this way in a completely new way, senses how much of the woman always looking out for others was also in Virginia Woolf herself. Sees again the thoughts of death and the longing to break out of the previous life in Laura Brown, who in the 50s feels a disgust for herself in the housewife and mother role. And then sees the many parallels between Mrs. Dalloway and Clarissa Vaughan in New York, who also wants to throw a party for a friend in the evening, getting the flowers, roaming the big city, and listening again and again to the sound of the striking hour that makes the day and life finite. It's just terrifically interwoven. A new favorite book and a great longing to read Mrs. Dalloway again. ---------------------- Kann man sich als Autor anmaßen, sich einen der besten Romane der Literaturgeschichte als Vorbild zunehmen, dessen Geschichte und die Erzähltechnik in die Neuzeit zu übertragen und dabei eine Verbindung zwischen dem Klassiker und dem eigenen Buch zu erstellen? Da wird die Messlatte für das Buch gleich sehr hoch gelegt, aber kein Problem für Michael Cunningham. Was er hier mit Virginia Woolfs [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] anstellt, finde ich ganz hervorragend. Die Verfilmung dieses Buch (The Hours) mit Meryl Streep, Nicole Kidman und Julianne Moore hatte ich schon mehrmals gesehen und halte es für einen ausgezeichneten Film. Normalerweise rücken die Romane für mich in den Hintergrund, wenn ich die Geschichte schon gesehen habe. Das ist in diesem Fall ein Fehler gewesen. Natürlich ist die Filmvorlage über die drei Frauen in unterschiedlichen Dekaden, die alle ihr Leben als eine Lüge empfinden und ihr eigenes Leben jeweils hinter einer anderen Person hinten anstellen, wesentlich intensiver und tiefgründiger. Die Gedankenströme im Buch müssen halt filmisch in lange Dialoge übertragen werden, um zu wirken, was denn Film geschwätziger macht als das Buch. Den Dreisprung von Virginia Woolf, die gerade Mrs. Dalloway schreibt, zu einer Frau in den 50er Jahren, die gerade Mrs. Dalloway liest, zu einer modernen Frau in den 90er Jahren, die den Spitznamen Mrs. Dalloway trägt, weil sie der Figur in Woolfs Roman so ähnelt, ist einfach genial. Man erlebt Clarissa Dalloway auf diese Weise ganz neu, spürt, wie viel von der sich stets nach anderen richtenden Frau auch in Virginia Woolf selbst steckte. Sieht die Gedanken an den Tod und die Sehnsucht nach dem Ausbrechen aus dem bisherigen Leben in Laura Brown wieder, die in den 50er Jahren einen Ekel vor sich selbst in der Hausfrau- und Mutterrolle empfindet. Und sieht dann die vielen Parallelen zwischen Mrs. Dalloway und Clarissa Vaughan in New York, die auch am Abend eine Party für einen Freund geben möchte, die Blumen besorgt, durch die Großstadt streift und immer wieder dem Klang der schlagenden Stunde lauscht, die den Tag und das Leben endlich machen. Das ist einfach grandios ineinander verwoben. Ab sofort ein neues Favoritenbuch und die große Sehnsucht, Mrs. Dalloway erneut zu lesen.
Can an author presume to take one of the best novels in literary history as a model, transpose its story and narrative technique into modern times, and create a link between the classic and his own book in the process? That sets the bar for the book very high, but no problem for Michael Cunningham. What he does with Virginia Woolf's [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] is quite outstanding. I had seen the film version of this book (The Hours) with Meryl Streep, Nicole Kidman and Julianne Moore several times and think it is an excellent film. Usually the novels take a back seat for me if I've already seen the story. In this case, that was a mistake. Of course, the movie story about the three women in different decades who all feel their lives are a lie and each put their own life behind someone else is much more intense and profound. The streams of thoughts in the book have to be translated into long dialogues in order to be effective, which makes the film more loquacious than the book. The triple jump from Virginia Woolf, who is writing Mrs. Dalloway, to a woman in the 1950s, who is reading Mrs. Dalloway, to a modern woman in the 1990s, who is nicknamed Mrs. Dalloway because she resembles the character in Woolf's novel so much, is simply ingenious. One experiences Clarissa Dalloway in this way in a completely new way, senses how much of the woman always looking out for others was also in Virginia Woolf herself. Sees again the thoughts of death and the longing to break out of the previous life in Laura Brown, who in the 50s feels a disgust for herself in the housewife and mother role. And then sees the many parallels between Mrs. Dalloway and Clarissa Vaughan in New York, who also wants to throw a party for a friend in the evening, getting the flowers, roaming the big city, and listening again and again to the sound of the striking hour that makes the day and life finite. It's just terrifically interwoven. A new favorite book and a great longing to read Mrs. Dalloway again. ---------------------- Kann man sich als Autor anmaßen, sich einen der besten Romane der Literaturgeschichte als Vorbild zunehmen, dessen Geschichte und die Erzähltechnik in die Neuzeit zu übertragen und dabei eine Verbindung zwischen dem Klassiker und dem eigenen Buch zu erstellen? Da wird die Messlatte für das Buch gleich sehr hoch gelegt, aber kein Problem für Michael Cunningham. Was er hier mit Virginia Woolfs [b:Mrs. Dalloway|14942|Mrs. Dalloway|Virginia Woolf|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1646148221l/14942._SY75_.jpg|841320] anstellt, finde ich ganz hervorragend. Die Verfilmung dieses Buch (The Hours) mit Meryl Streep, Nicole Kidman und Julianne Moore hatte ich schon mehrmals gesehen und halte es für einen ausgezeichneten Film. Normalerweise rücken die Romane für mich in den Hintergrund, wenn ich die Geschichte schon gesehen habe. Das ist in diesem Fall ein Fehler gewesen. Natürlich ist die Filmvorlage über die drei Frauen in unterschiedlichen Dekaden, die alle ihr Leben als eine Lüge empfinden und ihr eigenes Leben jeweils hinter einer anderen Person hinten anstellen, wesentlich intensiver und tiefgründiger. Die Gedankenströme im Buch müssen halt filmisch in lange Dialoge übertragen werden, um zu wirken, was denn Film geschwätziger macht als das Buch. Den Dreisprung von Virginia Woolf, die gerade Mrs. Dalloway schreibt, zu einer Frau in den 50er Jahren, die gerade Mrs. Dalloway liest, zu einer modernen Frau in den 90er Jahren, die den Spitznamen Mrs. Dalloway trägt, weil sie der Figur in Woolfs Roman so ähnelt, ist einfach genial. Man erlebt Clarissa Dalloway auf diese Weise ganz neu, spürt, wie viel von der sich stets nach anderen richtenden Frau auch in Virginia Woolf selbst steckte. Sieht die Gedanken an den Tod und die Sehnsucht nach dem Ausbrechen aus dem bisherigen Leben in Laura Brown wieder, die in den 50er Jahren einen Ekel vor sich selbst in der Hausfrau- und Mutterrolle empfindet. Und sieht dann die vielen Parallelen zwischen Mrs. Dalloway und Clarissa Vaughan in New York, die auch am Abend eine Party für einen Freund geben möchte, die Blumen besorgt, durch die Großstadt streift und immer wieder dem Klang der schlagenden Stunde lauscht, die den Tag und das Leben endlich machen. Das ist einfach grandios ineinander verwoben. Ab sofort ein neues Favoritenbuch und die große Sehnsucht, Mrs. Dalloway erneut zu lesen.









