Mrs Dalloway
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Description
Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird. Denn die Ereignisse - Besorgungen, Vorbereitungen, Besuche und schließlich die Abendgesellschaft, die allen konventionellen Erwartungen entspricht - lösen Assoziationen aus, die sie zugleich in die Vergangenheit und in die Wirklichkeit ihres inneren Bewußtseins führen, die eigentliche Welt dieses Romans. In langen Erinnerungs- und Gedankenketten wird sie sich nach und nach der Brüche zwischen ihrer äußeren und ihrer inneren Existenz gewahr.
Book Information
Author Description
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust. Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterließ ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluß Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.
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Laaangweilig
Vielleicht hätte es mir als analoges Buch besser gefallen, aber dieser Gedankenfluss zog sich einfach nur dahin... Selten tauchten mal interessante Momente in diesem inneren Dialog auf, dafür einen halben Stern mehr. Schade, ich hatte gedacht, dass ich als ebenfalls mittelalte Frau - so wie die Hauptfigur- einiges nachvollziehen kann; die Geschichte hat mich einfach gar nicht gepackt.
Heute möchte ich euch das Buch „Mrs. Dalloway“ von Virginia Woolf, erschienen im Jahre 1925, vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Hannelore Eisenhofer. Es handelt sich hierbei um den zweiten experimentellen Roman der Autorin. Der Roman erzählt einen einzigen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, einer Londoner Gesellschaftsdame, die eine Abendgesellschaft vorbereitet. Während sie über ihre Vergangenheit, verpasste Chancen und die Vergänglichkeit des Lebens nachdenkt, werden parallele Geschichten wie die des traumatisierten Kriegsveteranen Septimus Warren Smith eingeflochten. Die Handlung bietet einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Charaktere und thematisiert Fragen von Identität, Liebe und der Suche nach Sinn. Der Schreibstil der Autorin ist geprägt vom Bewusstseinsstrom (stream of consciousness), der die inneren Gedanken und Empfindungen der Figuren in assoziativen, oft verschachtelten Sätzen wiedergibt. Dadurch wird der Leser direkt in die subjektive Wahrnehmung der Charaktere hineingezogen. Die Handlung folgt weniger einem linearen Erzählfluss, sondern entwickelt sich in Momentaufnahmen, die durch Reflexionen und Erinnerungen ergänzt werden. Ihr Stil verleiht dem Werk eine fast traumartige Qualität und hebt die alltäglichen Ereignisse in eine universelle Dimension. Figuren wie Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith sind komplex und vielschichtig dargestellt, dabei musste ich feststellen, dass ich mich teilweise mit Septimus Warren Smith vergleichen konnte. Septimus war meine Lieblingsfigur in diesem Roman, denn durch ihn wurde eine düstere Reflexion über Vergänglichkeit und Trauma gegeben, welche sehr bedrückend wirken kann. Das Buch ist ein Meisterwerk der Moderne, kann aber je nach Lesertyp herausfordernd sein. Ich empfand die erste Hälfte als schwer zugänglich, da ich durch die verschachtelten Sätze nicht wirklich in die Handlung kam und mich wirklich schwertat. Der Roman ist übrigens eines der ersten Beispiele für die Technik des Bewusstseinsstroms, die Woolf weiterentwickelte. Außerdem erschuf die Autorin die beiden Figuren Clarissa und Septimus bewusst als Gegensätze – Clarissa steht für das Überleben und das Festhalten am Leben, während Septimus das Trauma und die Unfähigkeit, weiterzuleben, repräsentiert. Das Buch ist sowohl ein literarisches Experiment als auch eine scharfe Reflexion der Gesellschaft und Psyche der 1920er Jahre. Dadurch, dass ich anfangs nur schwer folgen konnte, vergebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen. ✨️

Recht zäh, aber klug gesponnene Geschichte.
Unser Klassiker des Monats entführte uns im Februar in die gehobene Gesellschaft des letzten Jahrhunderts in Großbritannien. Am Anfang war ich nicht sonderlich begeistert, amer mit der Zeit habe ich den Zeitgeist und die Komplexität des Buches zu schätzen gelernt. Wir lernen verschiedene Personen, Beziehungen und Probleme kennen. Viele innere, äußere und zwischenmenschliche Konflikte. So manches Drama und auch Gossip. Fäden, die nebenher laufen und irgendwann zueinander finden. Und schließlich erlaubt man sich auch selbst zu urteilen und merkt, dass es einen ebensowenig zusteht. Dennoch war es ziemlich schwierig in das Buch zu kommen, die ersten 30 Seiten haben mich wirklich nicht gut fesseln können. Die Neugier hat mich erst spät in Beschlag genommen. Aber ich bin froh es nicht abgebrochen zu haben. Sprachlich wunderschön, aber in meiner Übersetzung waren die Übergänge zwischen den verschiedenen Charakteren so fließend, dass ich oft aufpassen musste in wessen Geschichte ich mich gerade befand. Das war recht verwirrend.

"Dann kam der köstlichste Augenblick ihres ganzen Lebens, als sie an einer steinernen Urne mit Blumen vorübergingen. Sally blieb stehen; pflückte eine Blume; küsste sie auf den Mund. Die ganze Welt hatte kopfstehen können!" Für mich war der experimentelle Schreibstil, dieser 'Stream of conciousness', den Woolf mit diesem Werk eingeleitet hat, anfangs total interessant und faszinierend. Doch leider hat mich Virginia Woolf dann im Laufe des Romans verloren. Immer wieder musste ich ganze Abschnitte mehrmals lesen, weil es mir nicht gelang, mich auf dem Inhalt zu konzentrieren und ich mich zunehmend langweilte. Auch emotional konnten mich die Protagonisten nicht abholen oder gar berühren.
Ein Klassiker, den man gelesen haben muss!
Was soll man zu diesem Buch noch sagen? Es ist ein Klassiker, der das Leben an einem Tag in London von verschiedenen Menschen beschreibt. Mrs. Dalloway spielt da nur nebenbei eine Rolle. Es gibt hier noch mehr und tragischere Menschen in diesem Roman. Aber, absolut eine Lese-Empfehlung...!
Sehr wahrscheinlich nicht für jeden etwas
Auch wenn ich das Buch super fand, kann ich es nicht universell jedem empfehlen. Der Schreibstil und die Erzählweise sind sehr besonders (Virginia Woolf erzählt durch „Bewusstseinsströme“) und daher kann es sehr schwierig sein dieses Buch zu lesen. Ich fand es auch zum Teil anstrengend zu lesen, es hat mir aber nichts ausgemacht da ich die Erzählweise schön fand und den Inhalt ebenfalls gerne mochte. Der Einblick in die Londoner Gesellschaft und Lebensweise in den 1920ern hat mir extrem gut gefallen. Man erfährt vom Leben der Frauen, Männern, Armen, Reichen, Konservativen, Modernen etc. Also alles mögliche wird hier beleuchtet und das eben nicht nur oberflächlich, sonder häufig mit viel Tiefgang eben durch diese Erzählweise der Bewusstseinsströme. Das alles vor dem Hintergrund von Virginia Woolfs eigenem Leben und ihrer Krankheit macht das Buch für mich nochmal „besser“, da man es noch mehr versteht und sich mehr hineinfühlen kann. Da die Geschichte nur auf einen Tag begrenzt ist, hatte ich das Gefühl als würde eine Uhr beim Lesen runter ticken, was mir persönlich etwas an Spannung mit reingebracht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eines dieser Bücher ist, die man beim zweiten Lesen nach paar Jahren noch besser finden wird.
Sternebewertung fiktiv
Was wissen wir wirklich über die Menschen um uns herum? Virginia Woolf gefeiert als Ikone der literarischen Moderne, innerlich zerrissen von Dunkelheit. In „Mrs Dalloways Party“ trifft feinsinnige Beobachtung auf leise Melancholie und doch funkelt in jeder Zeile ein Hauch Leichtigkeit. „Das neue Kleid“ & „Mrs Dalloway in der Bond Street“, meine zwei Favoriten hier, zeigen, wie viel Tiefe in einem flüchtigen Augenblick stecken kann. Hans-Christian Oesers neue Übersetzung bringt diese Klassiker in ein modernes Licht, inklusive starkem Nachwort. Ein Muss für alle Woolf-Liebhaberinnen, klein, kraftvoll, poetisch.
Es ist ein wunderschöner Junitag im Jahre 1923. Mrs. Dalloway, ein angesehenes Mitglied der feinen englischen Gesellschaft, wird am Abend eine Party geben und bereitet sich auf dieses wichtige gesellschaftliche Ereignis vor. Der Leser darf sie dabei begleiten und bemerkenswerte Stunden mit ihr verbringen. Virginia Woolfs Roman enthält aber viel mehr als die Beschreibung vom Ablauf eines Tages. Die Autorin nannte ihre Erzählweise das Tunnelverfahren, bei dem sie portionsweise Dinge aus der Vergangenheit ihrer Protagonistin einfließen lässt, und dem Werk Tiefe gibt. Parallel zu Mrs. Dolloways Tag wird das Schicksal des Kriegheimkehrers Septimus Warren Smith beleuchtet, der an einer Kriegsneurose leidet. Leben und Tod liegen in diesem Roman so nah beieinander; Sinn und Wahnsinn scheinen sich zu umschlingen. Trotz seiner komplizierten Struktur und der Tiefe der besprochenen Gedanken, liest sich das Werk wunderbar leicht, was an dem Rhythmus liegen mag, mit dem die Geschichte erzählt wird. Sie folgt dem Takt der Zeit, passt sich dem vertrauten Lauf der Stunden an, stoppt nur ab und an leicht, um dann wieder fließend weiter zu gehen und den Leser weiter zu tragen. FAZIT Jeder Augenblick ist Leben. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Für alle, die selbst mit endlosen Gedankenströmen zu kämpfen haben und unter einem Gefühl von innerer Zerrissenheit leiden - dieses Buch kann trösten.
Ein Klassiker, den man gelesen haben kann - aber nicht muss. Die Geschichte begleitet einen einzigen Tag im London des Jahres 1923. Im Mittelpunkt steht Clarissa Dalloway, eine wohlhabende Ehefrau, die am Abend eine Gesellschaft in ihrem Haus geben möchte. Während dieses Tages tauchen wir tief in die Gedankenströme, Erinnerungen und inneren Bewegungen ein - nicht nur von Clarissa selbst, sondern auch von ihrem Mann Richard, ihrer Tochter Elizabeth und diversen weiteren Menschen, die Clarissa nah oder auch völlig fern sind. Freude am Lesen kam bei mir tatsächlich erst ab Seite 120 auf. Besonders berührt hat mich Richards leise, zurückgehaltene Liebe zu Clarissa, die er ihr nicht in Worte fassen kann. Auch das Auftreten von Mrs. Kilman, der Geschichtslehrerin von Elizabeth, fand ich eindrücklich: eine eigenwillige, innerlich zerbrochene Frau, die in der Religion Halt sucht. Bis dahin war es allerdings anstrengend. Ich habe oft nur wenige Seiten am Stück geschafft, weil mir der Kopf schwirrte. So viele Beobachtungen, so viele Gedanken, so viele Perspektivwechsel. Die Sprünge zwischen den Figuren passieren ohne klare Kapiteltrennung. Ein Satz geht in den nächsten über und plötzlich befindet man sich in einer völlig anderen Wahrnehmung einer anderen Person. Dazu kommen sehr lange, verschachtelte Sätze. Das ist literarisch beeindruckend, aber auch fordernd. Für mich war es insgesamt zu mühsam, auch wenn einzelne Momente sehr fein und berührend waren.

Ächz ... "Mrs. Dalloway" und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Vor vielen Jahren hatte ich das Buch schon mal gelesen, in Erinnerung geblieben ist mir nur die Anfangsszene im Blumenladen und der komplizierte Schreibstil. Beim zweiten Lesen konnte ich nun zumindest der Handlung folgen, das erste Viertel hat mir sogar ziemlich gut gefallen. Es gab auch danach einige Passagen, die ich mit Freude gelesen habe, aber insgesamt war es doch eher beschwerlich. Zwischendurch habe ich eher quer gelesen, weil ich mit den Gedankengängen nicht viel anfangen konnte (zB Doris Kilman). Fazit: Es war einen zweiten Versuch wert, aber warm bin ich mit dem Buch trotzdem nicht geworden.
Hingabe an den Augenblick
„Mrs Dalloway sagte, sie würde die Blumen selbst kaufen.“ Mit diesen Worten beginnt der vielleicht berühmteste Blumenkauf der Literaturgeschichte. In ihrem Roman „Mrs Dalloway“ beschreibt Virginia Woolf einen Junitag im London des Jahres 1923. Die Handlung folgt dem geschäftigen Leben Clarissa Dalloways sowie den Menschen, denen sie im Verlauf dieses Tages begegnet. Schon bei dem eingangs erwähnten Blumenkauf wird deutlich, dass es sich bei Woolfs Roman um ein Experiment handelt: Die äußeren Ereignisse dienen Woolf nur als Katalysator, um über die Beobachtungen der Figuren deren innere Welten abzubilden. Die Handlung wird fast ausschließlich durch die Reflexionen und Erinnerungen der Figuren und nur perspektivisch gebrochen vermittelt. Es entfaltet sich eine lange Kette von Bewusstseinsströmen, die nur teilweise und locker miteinander verbunden sind. Mit dieser damals neuartigen Darstellungsform des Gedankenromans entfaltet Woolf nicht nur eine vielstimmige Erzählung bewegter Individuen, sondern das Panorama einer ganzen Gesellschaft. Der Leser taucht tief ein in Bewusstsein und Selbstbild der Protagonisten verschiedenster Klassen und Lebenssituationen. Neben der gut situierten Clarissa Dalloway gewähren u.a. ein traumatisierter Weltkriegsveteran sowie die Dienstboten im Hause Dalloway Einblicke in ihre Gedanken. Woolf stellt geistige Gesundheit und Wahnsinn sowie Leben und Tod nebeneinander und schafft so ein intensives und spannungsreiches Kaleidoskop der britischen Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg. England ist im Wandel und die Charaktere spüren eine neue Verletzlichkeit und Unsicherheit. Die äußerlich sichtbaren Ereignisse scheinen alltäglich, die sich hieran entzündenden Assoziationen, Fragen und Ängste, die gegenseitige Wert- und Geringschätzungen der Figuren sind es nicht. Es geht um Karrieren und ihr Scheitern, die Emanzipation der Frauen, Hilflosigkeit der Psychiater, Wohlstand und Armut sowie gesellschaftliche Erstarrung. Ursprünglich wollte Woolf ihren Roman „The Hours“ nennen. Dahingehend verwundert es nicht, dass die Hingabe an den Augenblick und die damit einhergehende Furcht vor der Vergänglichkeit ihre Leitmotive sind. Am Ende des Romans berühren sich die bislang parallel verlaufenden Erzählstränge und machen die verschiedenen Schicksalsmöglichkeiten deutlich: Dicht neben dem eigenen Leben verlaufen unzählige andere Schicksale und es ist nicht undenkbar, in das ein oder andere hineinzurutschen.

One day in life of Mrs Clarisse Dalloway.
Virginia Woolf was one of the most influential modernist writers. She was in the Bloomsbury group. She was the first to use stream of consciousness as a literary tool. Whole plot takes only one day when Mrs Dalloway organizes the reception. Like such famous big novels as Ulysses by James Joyce or Petersburg by Andrey Bely but much shorter. Seemingly simple it is more difficult and deeper. Good start! Remember to reread in original.
Despite the fact that this is a classic, it is bad storytelling and pacing. Reading it felt like a waste of time.
📚 Kitap / Book: Mrs Dalloway / Bayan Dalloway - Virginia Woolf, 1925 🌀 Tür / Genre: Modernist roman, bilinç akışı Modernist fiction, stream of consciousness 📅 Dönem / Period: 1920’ler – Birleşik Krallık / 1920s UK 🇹🇷 Mrs Dalloway, bir günün akışı içinde insan zihninin derinliklerine inmeyi başaran modernist edebiyatın başyapıtlarından biridir. Clarissa Dalloway’in bir parti hazırlığı etrafında gelişen roman, savaş sonrası Londra’nın atmosferini, zamanın akışını, hafızayı ve kimliği benzersiz bir bilinç akışı tekniğiyle işler. Virginia Woolf, günlük yaşamın sıradan anlarının bile nasıl koskoca bir iç dünya barındırdığını ustalıkla gösterir. 🇬🇧 Mrs Dalloway is a landmark of modernist fiction, capturing the intricacies of consciousness within the span of a single day. Through Clarissa Dalloway’s preparations for an evening party, Woolf explores time, memory, identity, and post–war London with her signature stream-of-consciousness style. A profound reflection on the inner worlds hidden beneath everyday life. #germany #düsseldorf #books

Virginia Woolf schreibt ihre Texte einzigartig. Durch ihre Beispiele und Beschreibungen hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen.
London im Juni 1923: Wir sehen ein Tag im Leben der vornehmen Clarissa Dalloway, die für den Abend eine große Gesellschaft plant. Am Vormittag bekommt sie unerwartet Besuch von ihrer Jugendliebe. Dadurch schwelgt sie in der Vergangenheit.

Ein unkonventionelles und besonderes Buch. Diese Geschichte hat eine große Besonderheit, denn sie erzählt von nur einem einzigen Tag und ermöglicht dadurch detaillierte Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere. Der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Innenleben der vorgestellten Figuren, auf ihren Gefühlen und Gedankengängen, und nicht auf der äußeren Handlung der Geschichte, die sich ohnehin nur auf ein Minimum beschränkt. Wir lernen hier ganz unterschiedliche Figuren mit ganz unterschiedlichen Leben und Problemen kennen, die aber alle irgendwie miteinander zusammenhängen. Die einzelnen Charaktere besitzen Ecken und Kanten, sind nicht immer klassisch sympathisch, dafür aber einzigartig, außergewöhnlich und eigentümlich. Dadurch deckt dieses Buch auch ein breites Spektrum an Themen ab, von denen manche alltäglich und belanglos, viele aber auch ernst und tiefgründig sind. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen diesen beiden Polen hin und her und wirkte dadurch auf mich sehr authentisch. Die Beschreibungen erscheinen nah am Leben, glaubwürdig und echt. Die Autorin hat keinen Filter über ihre Figuren gelegt. Sprachlich ist dieses Buch wunderschön. Ich weiß nicht, wie ich Virginia Woolf's Schreibstil anders beschreiben sollte, denn er ist einfach schön. Sie schreibt sehr bildlich, detailverliebt unf poetisch, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß. Man erlebt das Beschriebene hier sehr intensiv. Das Einzige, das mich richtig gestört hat, ist, dass dieses Buch keine Kapitel und nur wenig Absätze besitzt, das mag ich persönlich einfach nicht. Insbesondere da es hier so viele unterschiedliche Erzähler:innen gibt, wären etwas mehr Struktur und Gliederung schön gewesen. Davon abgesehen mochte ich die Erzählweise hier aber sehr gerne, da die personalen Erzähler:innen eine gute Innensicht in alle Protagonist:innen liefern. Die Schmuckausgabe aus dem Coppenrath-Verlag, welche ich mir auch zu Gemüte führen durfte, ist wieder einmal wunderschön illustriert und gestaltet. Die Beigaben in Form von Postkarten, Stadtplänen und für die Geschichte relevanten Gedichten haben mit ebenfalls sehr gut gefallen. Ich kann euch diesen Klassiker nur empfehlen, es war eine einzigartige und prägende Leseerfahrung! 4/ 5 Sterne ⭐️

Anspruchsvoll und experimentell
Inhaltlich passiert gar nicht viel. Wir teilen einen Tag mit der Protagonistin Clarissa Dalloway in der britischen Upper Class 1923. Der Roman handelt hauptsächlich von den Gedanken und sparsamen Handlungen eines ganz kleinen Kreises von Personen in London im Verlauf eines einzigen Tages. Die Schreibtechnik des „stream of consciousness“ (Bewusstseinssttoms), in dem die Gedanken der Protagonisten nur so durch die Gegend fliegen, ist gewöhnungsbedürftig zu lesen (wenn man nicht gerade begnadeter James-Joyce-Fan ist), aber ein wirklich gelungenes Stilmittel. Woolfs Schreibstil verdeutlicht den Alltag für Frauen aus dieser Schicht unglaublich gut: monoton, auf den ersten Blick unspektakulär und sich ziehend. Ein für mich schriftstellerisch wirklich gelungenes Werk. Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier definitiv falsch. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ein Klassiker, der seiner Zeit voraus war.
In „Mrs Dalloway“ begleiten wir mehrere Personen bei ihren Aktivitäten in London an einem Junimittwoch. Zwei der wichtigsten Personen sind zum Einen Clarissa Dalloway, die abends eine Gesellschaft ausrichten will. Während ihrer Vorbereitungen reist sie in Gedanken in ihre Vergangenheit und Clarissa zweifelt an der Entscheidung bezüglich ihrer Partnerwahl. Als Kontrast dazu steht Septimus Warren Smith. Traumatisiert durch den Ersten Weltkrieg und von Halluzinationen geplagt, kann er seiner Frau keine Liebe entgegenbringen und reißt sie damit beide ins Unglück. Virginia Woolf mit Mrs. Dalloway stand seit Jahren auf meiner imaginären Leseliste. Das Buch spielt an einem einzigen Tag und ein Gedanke folgt auf den nächsten (Bewusstseinsstrom-Methode). Durch den permanenten Wechsel der verschiedenen Charaktere wirkte die Geschichte reichlich wirr, aber auch das war Teil von Woolfs Intension. Verstärkt wird dies durch den Kontrast der vermeintlich gesunden, reichen Clarissa zu dem kranken Warren Smith. Virginia Woolf schafft es in einem Buch gleich mehrere wichtige Themen zu besprechen. So nimmt sie umfassende Kritik an der Behandlung psychisch kranker Menschen. Woolf litt selbst ihr Leben lang unter Depressionen, was vermutlich auch zu ihrem Suizid 1941 führte. In der Figur von Sally Seton symbolisiert sie den damaligen Charakter des Feminismus. Sally ist außerdem die Verkörperung der homosexuellen Interessen Virginia Woolfs. Auch Warren Smith leidet unter unerwiderten Gefühlen zu seinem toten Freund. Ein Buch, welches seiner Zeit voraus war und Virginia Woolf hat ihre Rolle als feministische Autorin und große Frau der Weltliteratur durchaus verdient. Auch wenn ich mich persönlich ein wenig durch das Buch kämpfen musste
In meiner Jugendzeit hatte ich mich mal an den Roman im Original versucht, scheiterte aber kläglich. Damals konnte ich keinen Zugang zu dieser avantgardistischen Erzählweise von Virigina Woolf finden und so packte ich Joyce, Proust und Woolf erstmal als unlesbar für mich in eine Ecke. Nachdem ich nun mit Begeisterung vor kurzem in Swanns Welt eintauchte, probierte ich es jetzt nochmal mit diesem Bewusstseinsstrom von Clarissa Dalloway. Und ich war begeistert. Welch ein Meisterwerk hinsichtlich vor allem Konzeption der Erzählung, die ja eigentlich keine nennenswerte Handlung hat. Wir folgen ähnlich wie bei Mr. Bloom der Protagonistin durch einen Junitag im Jahr 1923 durch London. Mrs. Dalloway ist 52 Jahre und die Frau eines Parlamentariers, Mutter einer 17jährigen Tochter, hager, melancholisch und gebildet. Im Grunde ein Abziehbild der Autorin. Sie gibt am Ende des Tages eine Party in ihrem Haus. Zuvor trifft sie einige Leute, unter anderem ihre Jugendliebe Peter, der nach nach fünfjähriger Abwesenheit aus Indien an diesem Tag nach London zurück kehrte. Die Jetztzeit wird genau getacktet im Buch durch die Glockenschläge von Big Ben, so dass man wie bei Jack Bauer den Roman in Echtzeit lesen kann. Doch durch die Gedanken und Erinnerungen verlässt man permanent die Jetztzeit und taucht in verschiedene Vergangenheiten, den wir befinden uns nicht nur im Kopf von Mrs. Dalloway, sondern springen ständig in andere Köpfe von Personen, die ihr begegnen. Das Wort Bewusstseinsstrom hat noch nie so gut zugetroffen wie hier. Man kommt sich vor wie in einem Drohnenflug von Person zu Person. Geschickt wechselt Virginia Woolf zwischen direkter und indirekter Rede, zwischen Gedanken und auch immer mal wieder zu einer auktorialen Erzählweise. Das ist wirklich anspruchsvoll, teilweise verlor ich den Faden, in welchem Kopf ich gerade steckte und durch welche Augen ich die Welt sah. Am meisten berührt hat mich aber die Wellen der Erzählstränge zwischen Clarissa Dalloway und ihrem Pendant, einem jungen, traumatisierten Kriegsveteran, den sie im Regents Park mit seiner Frau beobachtet. Dieser Septimus Warren Smith übernimmt in der Mitte des Buchs die Handlung, die Ärzte nehmen sein Traumata erst nicht erst, ein anderer Arzt will ihn einweisen lassen aufgrund seiner Suizidgefahr. Am Ende laufen diese Handlungsstränge auf der Party zusammen und so sind Clarissa uns Septimus wie Jin und Jang, wie Manie und Depression. Mrs. Dalloway würde gegen Ende am liebsten ihre Party verlassen, da zu viele Gedanken ihre Freude trüben, den falschen Mann geheiratet, die Tochter in dem Fängen einer von ihr nicht geliebten Freundin, ihr Alter und die unwiederbringlich schöne Zeit der Jugend, ihre lesbischen Erfahrungen. Am Ende kehrt sie zur Gesellschaft zurück, quasi als Bejahung zum Leben. So positiv endet das Buch aber nicht für alle Beteiligte. Man kann unheimliche viel von Virginia Woolfs Leben in diesem Roman findet. Ich bin so froh, dass ich es jetzt endlich gelesen und genießen konnte. Ein Buch, welches ich bestimmt irgendwann nochmal lesen werde.
Da kann ich nur staunen. Zum zweiten Mal gelesen und dieses Mal hat es mir den Ärmel reingezogen. Ich bin begeistert von Woolfs Detailtreue, ihrer Sprache, ihrer Erzählkunst und ihrem Tempo. Wir erleben einen Tag in London aus der Perspektive unterschiedlicher Figuren und werden konfrontiert mit den unterschiedlichsten Themen wie Liebe, Freundschaft, Krieg und psychische Krankheiten. Es kommt mir vor, als hätte Woolf das Buch in einem Atemzug geschrieben. Grosse Literatur.
Drei Sterne sehen ganz schön wenig aus, was? Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Bewusstseinsstrom etwas schwer getan habe. Dafür muss man geschaffen sein, denke ich. Vielleicht hätte es mir auch geholfen das Buch auf Deutsch zu lesen um den Gedanken besser folgen zu können. Auf jeden Fall hatte es mir etwas zu wenig "Substanz", die nachvollziehbar ist. Vermutlich kittet sich das nach einem zweiten Lesen. Ich schwanke zwischen 3 und 4, im Moment ist es eher eine 3.
unfassbar schwer als hörbuch zu hören, aber man kriegts hin ist definitiv nicht für jeden was, ich liebe aber den schreibstil und wie tief man die charaktere dadurch schreiben kann mir ist erst zu schluss aufgefallen was für gegensätze clarissa dalloway und septimus smith darstellen außerdem die queeren charaktere?? slay
Mit "Mrs. Dalloway" bin ich solide in den Bereich Klassiker gestartet, auch wenn mich der Inhalt und die Erzählperspektive emotional und lesetechnisch nicht vollends abgeholt haben. Trotzdem bietet Woolfs Buch einen interessanten Blick auf die Nachkriegszeit und den Umgang der Londoner Upper-Class.
MRS. DALLOWAY Für das Jahr 2023 habe ich mir fest vorgenommen mehr klassische Literatur zu lesen. Diesen Zweig, wurde mit wenigen Ausnahmen, sehr schwiegermütterlich von mir behandelt. Habt ihr Klassiker-Empfehlungen? I N H A L T: Es ist ein besonderer Tag im Leben der zweiundfünfzigjährigen Clarissa Dalloway: Die Gattin eines Parlamentsabgeordneten will am Abend eine ihrer berühmten Upper-class-Partys geben. Der Tag vergeht mit Vorbereitungen, zufälligen Begegnungen mit Jugendfreunden, Konversation, nostalgischen Betrachtungen, Sinneseindrücken beim Flanieren ... Ein besonderer Tag soll es – aus ganz anderen Gründen freilich – auch für Septimus Smith werden. Auch ihn, den Kriegsheimkehrer, beschäftigt die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in jedem einzelnen Augenblick. (...) M E I N U N G: Melanie Walz gelingt mit ihrer Neuübersetzung von Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" ein galante und sprachlich gut verständliche Übersetzung des Klassikers. Virginia Woolfe gehört zu einer der großen Autorinnen des 20. Jahrhunderts und zeigt in ihrem Roman auf beeindruckende Art und Weise den Facettenreichtum ihrer Charaktere. Stilistisch und sprachlich galt ihr Roman bei der Erstveröffentlichung im Jahr 1925 als revolutionär, denn sie bricht mit den klassischen erzählerischen Konventionen. Statt einem starren Handlungsfaden zu folgen, lässt Virgina Woolf das Innenleben ihrer Protagonist:innen sprechen. Emotional, kalt, nachdenklich oder mit der Vergangenheit hadernd wechselt die Autorin sprunghaft den Charakter. Innerhalb eines Tages spielt sich die Gesamthandlung ab. Die Zeit gibt der Glockenschlag des Big Bens vor. Die gesellschaftlichen und sozialen Themen wirken teilweise etwas lapidar. Insbesondere die Rolle von Septimius Warren Smith, der mit einem starken Kriegstraumata umgehen muss, ist wirklich spannend. Weitere Themen, wie Suizid, Homosexualität, gesellschaftliche Gepflogenheiten und die Nachkriegszeit werden in leichter Form thematisiert. Die Schreibform des erzählerischen Bewusstseinsromans konnte mich nicht an allen Stellen überzeugen, teilweise war diese sehr sprunghaft und langatmig. Als Tipp: lest euch vorher gerne die Leseprobe durch um zu erfahren, ob dieser Erzählstil euren Nerv trifft. Mit "Mrs. Dalloway" bin ich solide in den Bereich Klassiker gestartet, auch wenn mich der Inhalt und die Erzählperspektive emotional und lesetechnisch nicht vollends abgeholt haben. Trotzdem bietet Woolfs Buch einen interessanten Blick auf die Nachkriegszeit und den Umgang der Londoner Upper-Class.

Meistens hat man von Klassikern keine Ahnung, nur 1,2 vage Ideen, wovon sie handeln und von wem sie rezipiert worden sind, und dann liest man sie und ist erstaunt, dass sie nicht nur sehr gut, sondern völlig anders als gedacht sind. Mrs. Dalloway hätte auch The Hours heißen können: Das Konstruktionsprinzip ist der Verlauf eines Tages - ja, nur eines einzigen Tages. In Romanen wie [b:Saturday|5015|Saturday|Ian McEwan|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1431501825l/5015._SY75_.jpg|2307189] von [a:Ian McEwan|2408|Ian McEwan|https://images.gr-assets.com/authors/1404240951p2/2408.jpg] begegnet einem diese Konstruktion als die langweiligste und schlechteste Idee der Literaturgeschichte, weil man einem Protagonisten durch ein langes Squashspiel und einem Fischsuppenkochprozess begleiten muss. Doch bei Woolf ist es anders, hat sie es doch quasi - zeitgleich mit Joyces [b:Ulysses|338798|Ulysses|James Joyce|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1428891345l/338798._SY75_.jpg|2368224] - erfunden. Denn das von nur einem einzigen Tag erzählt wird, hat seinen Grund in einer Erzähltechnik, die sie wiederum mit besagtem [a:James Joyce|5144|James Joyce|https://images.gr-assets.com/authors/1517863935p2/5144.jpg] teilt: der stream of consciousness, die wahrscheinlich genialste und beste Idee der Literaturgeschichte. Der stream of consciousness, der Bewusstseinsstrom, erzählt eine Handlung nicht als Erzähler*in über Personen, sondern erzählt direkt die Gedanken einer Person. In Gedanken aber passiert nicht einfach das eine nach dem anderen, sonder die meist über Sinne vermittelte Wahrnehmung der Umgebung ist dort unlösbar verflochten mit Erinnerungen an Vergangenes, Assoziationen, Träumen, Vorhaben. Texte als die beste Form, Gedanken aufzuschreiben (denn in mündliche Sprache lassen sie sich nicht übersetzen), sind somit dank Woolf zu den echten Trägern von Gedanken geworden. Doch Gedankenstrudel sind dermaßen ausschweifend, dass man dann nicht viel mehr als einen einzigen Tag erzählen kann - ansonsten würde das Buch zu lang. Es wird aber noch komplizierter: Mrs. Dalloway erzählt nun keineswegs nur die Gedanken der Protagonistin und Titelgeberin Ms. Dalloway entlang der Stunden eines Tages: Wie in Filmszenen nutzt sie das Aufeinandertreffen von Charakteren (sogar, wenn diese nichts voneinander wissen und nur in irgendeinem Park in London aneinander vorbeilaufen), um von dem einen Gehirn ins andere zu springen. Ist man unaufmerksam (= in seinem eigenen Gedankenstrom), bekommt man dies schnell nicht mit. Aufmerksam wird man aber immer, wenn ein Turmuhrschlagen erwähnt wird (natürlich oft nur indirekt oder versteckt). Dies gibt einem Halt in dem Wirrwar der Gedanken und Perspektiven, und das Wissen, das alles auf eine Dinnerparty, die von Ms. Dalloway gegeben wird, hinausläuft. Doch auch hier ist es keineswegs so simpel, dass nun neben der Protagonistin einfach nur die Perspektiven anderer Dinnerpartyteilnehmer*innen geschildert werden - z.B. des ehemaligen Liebhabers und Kolonierückkehrers oder - das wird es noch nicht einmal, hätte sich aber in der Konstellation angeboten: der ehemaligen Liebhaberin der Protagonistin, die aus einer wilden Jugend zu einer konformistischen Vielfachmutter geworden ist (autobiographisch ist dabei die Bisexualität, die Kenntnis von manchmal anödenden Dinnerpartys und die konventionelle aber auch aus praktischen Gründen geschlossene Ehe). Nein, die Person, aus deren Sicht neben der Protagonistin am meisten erzählt wird, taucht gar nicht auf der Party auf - sie ist wirklich nur zufällig an Mrs. Dalloway vorbeigelaufen: ein traumatisierter Erster-Weltkriegssoldat, der verrückt geworden ist, der mit Shakespeare und einem in besagtem Ersten Weltkrieg verlorenen Freund Gespräche führt - und der sich schließlich umbringt. Dieser indirekt wahrgenommene Mord - der Krankenwagen wird erwähnt - zeigt einen weiteren Vorteil, wenn man den Gedankenstrom eines Protagonisten erforscht: die psychischen Abgründe Traumageschädigter werden einem klarer (hat er PTBS?). Vieles ist in dieser Erzählung indirekt, viel Anstrengung wird den Lesenden abverlangt. Die Sprache ist distinguiert und intellektuell. Ratlos ist man angesichts der menschlichen Probleme, die dieser Roman aufzeigt. Enttäuscht, dass die elitären Zirkel all diese Probleme nicht zu lösen scheinen. Ms. Dalloway rennt auf der Party hin und her, für ihre eigentlichen Freund*innen hat sie bei dem ganzen Socializing keine Zeit. Genauso wenig, wie Armut und Verzweiflung so immer nur am Rande des Blickfelds auftauchen. Aber: Die Kulturtechnik Schrift wird hier in ihre wahre Bestimmung geführt: Ins Aufzeigen der Gedankenwelten und Einfühlen in diese. Jedes Ich ist eine eigene Welt für sich, etwas, das wirklich unvorstellbar ist (und die unvorstellbare Komplexität der Welt miterklärt). Dieser Roman übt einen auch in einer anderen Technik, die man außerhalb von solchen Romane gar nicht erlernen könnte: Man lernt durch ihn das Gedankenlesen.
The first time I read Mrs Dalloway I didn't really understand what it was about and what was so special about it. I gave one star and said I'd never read it again! I re-read it. I changed my mind. Or maybe I was finally ready. I think it has a lot to do with the fact that I now have a better understanding of the Modernism period. So, this time it gets four stars. Longer review to come...
Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Gleichzeitig verbringt der von Halluzinationen geplagte Kriegsveteran Septimus Warren Smith den Tag mit seiner Frau im Park, bevor er am Nachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Später am Abend findet die geplante Party statt. Meine Meinung: Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen. Was tatsächlich passiert, ist zweitrangig - wichtig ist, was in den Köpfen der Charaktere vor sich geht, die über die verschiedensten Themen nachdenken: Vergänglichkeit und das unaufhaltsame Verstreichen der Zeit, die Auswirkungen des Krieges auf die Psyche eines Menschen (und da finden sich Parallelen zur psychischen Erkrankung der Autorin), Liebe und Sexualität, gescheiterte Hoffnungen... Fast alle denken darüber nach, was hätte sein können, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten und ihr Leben dadurch nur ein klein wenig anders gelaufen wäre. Tatsächlich scheinen die meisten das Gefühl zu haben, dass sie etwas verpasst haben und etwas Wichtiges in ihrem Leben vermissen, und die Vergangenheit nimmt in ihren Gedanken mehr Raum ein als die Gegenwart. Was dieses Buch so originell macht, ist daher auch nicht die Handlung, sondern die Erzählweise: "Stream of Consciousness", Strom des Bewusstseins - eine Technik, die zum Beispiel auch James Joyce in seinem epischen Werk "Ulysses" einsetzte. Die Prosa bleibt immer ganz nahe dran an den Gedanken des Charakters, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse gerade sehen, so gut wie ungefiltert. Das ist nicht immer einfach zu lesen, denn da springen die Gedanken schon mal unvermittelt von einem Thema zum nächsten, Worte und Satzfetzen wiederholen sich... Aber für mich hatte das etwas unwiderstehlich Hypnotisches, eine echte Sogwirkung. Ich hatte manchmal wirklich das Gefühl, für einen Moment durch fremde Augen zu sehen. Ich fand den Schreibstil großartig und einzigartig - er spricht oft über Banalitäten, aber darin verbirgt sich so viel. Deswegen war das Buch für mich auch nicht spannend, wie ein Krimi spannend ist, aber ich konnte es dennoch kaum weglegen, weil ich wissen wollte, ob die Charaktere im Laufe des Tages zu Schlüssen über sich selbst und ihr Leben kommen und vielleicht sogar etwas ändern würden. Tatsächlich hat der innere Tumult, der sich in den Köpfen abspielt, dann erstaunlich wenig greifbare Auswirkungen - wobei einer der Charaktere letztendlich doch eine drastische und tragische Entscheidung trifft. Die Charaktere kamen mir alle sehr echt und glaubhaft vor. Virginia Woolf lässt den Strom ihrer Gedanken, die sich im immer gleichen Kreise um Liebe und Verlust, Wünsche und Bedauern, Wahrheit und Wahnsinn drehen, ganz natürlich fließen. Besonders Septimus hat mich sehr berührt, denn aus seinen Gedanken spricht unendlicher Schmerz, was aber niemand zu verstehen scheint. Tragischerweise kam er mir vor wie derjenige, der von allen Charakteren noch am nächsten daran herankam, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zu verändern. Interessant fand ich, dass die Autorin auch das Thema Homosexualität ganz nebenher anschneidet: Clarissa Dalloway fühlte sich in ihrer Jugend zu einer anderen Frau hingezogen, und ihre Tochter ist mit einer Frau befreundet, die ebenfalls in sie verliebt zu sein scheint. Auch der Krieg ist unterschwellig allgegenwärtig in diesem Buch - er ist zwar vorbei, aber die Menschen haben sich noch lange nicht davon erholt. Ich fand sehr bestürzend, wie wenig Verständnis man zu der Zeit anscheinend noch den Veteranen entgegen brachte, die von ihren Erlebnissen völlig traumatisiert waren. Die Autorin zeigt das sehr eindringlich am Beispiel von Septimus, von dem scheinbar erwartet wird, dass er sich einfach zusammenreißt und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, obwohl er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Fazit: "Mrs Dalloway" ist ein Buch, in dem oberflächlich gesehen wenig passiert - eine Frau plant eine Party und trifft einen alten Verehrer, ein Kriegsveteran wird in eine Klinik eingewiesen. Aber in den Gedanken der Charaktere spielt sich ganz viel ab, und die Autorin lässt den Leser unmittelbar an dieser reichen inneren Welt teilhaben, indem sie ihn einfach mitten hinein wirft, ungefiltert. Da werden existentielle Themen angesprochen, und wenn man sich darauf einlässt, ist es meiner Meinung nach ein sehr lohnendes Buch, auch wenn man sich ein bisschen anstrengen und mitdenken muss.
This was interesting, I really enjoyed the pacing and the sheer humanity of the characters. It’s rare that you actually feel like this could be real people and not someone trying to write a person. Though, it was a bit too chaotic for me, overall. Just my personal preference. Had its highs and its lows but im happy to have finally read it.
1Tag in London, nur in den Köpfen der Menschen. Wir reisen auf den Wellen der Zeit, wechselnd im hier und jetzt und den Erinnerungen vom Krieg, einer Freundschaft und Liebe vor 30 Jahren. Psychologisch meisterhaft. Jemand zerbricht am Trauma, jemand kämpft sich durch tiefe Abgründe ans Licht, jemand geht in tiefster religösität auf, jemand ist Atheist und eine Dritte steht dazwischen. Muss sich finden. Virginia Woolf malt immer wieder sehr gegensätzliche Lebensphilosophien bzw. Umgangsformen an die Wand und zeigt deren Verbindungen auf. Das Buch ist randvoll mit grandiosen Beobachtungen und Erkenntnissen. Der Klatsch und Tratsch am Ende der Gesellschaft ist herrlich eingefangen. Ein Zitat aus dem Buch das die Stimmung gut zusammenfasst und meiner Meinung auch gut zu Peter passt : „Nur ein paar Lampions, hatte Clarissa Dalloway gesagt, hinten im Garten! Aber sie sei eine Zauberin. Es sei ein Park … Und sie kenne ihre Namen nicht, aber Freunde, das wisse sie, seien sie, Freunde ohne Namen, Lieder ohne Worte, immer die besten. Aber da seien so viele Türen, so unvermutete Räume, sie könne ihren Weg nicht finden.“
Dieser Roman ist englisch durch und durch und die resultierende Distanz konnte nicht bis zum ende hin überwunden werden. Alles ist sehr geschwollen und ich habe das Gefühl, dass die Charaktere in ihrer eigenen Welt gefangen sind obwohl Mrs. Dalloway am Ende des Romans aus ihr austreten möchte, Ich aber nicht das Gefühl hatte, als würde sie es wirklich tun. Der Schreibstil ist anfangs noch sehr interessant wird aber durch die immer länger werdenden Schachtelsätze anstrengend. Als dann der Fokus von Mrs. Dalloway auf Peter gelegt wurde, war es dann für mich irgendwie vorbei. Er sollte eigentlich der Kontrast zum leben von Mrs. Dalloway sein weil er nicht in hohen Kreisen unterwegs ist und sein leben wirklich gelebt hat. Trotzdem hat er noch weniger Ahnung von der Realität als Mrs. Dalloway und wirkt sehr egozentrisch. Die gefühlswelten der Charaktere wurden aber fantastisch dargestellt und haben das Buch für mich gerettet
Description
Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird. Denn die Ereignisse - Besorgungen, Vorbereitungen, Besuche und schließlich die Abendgesellschaft, die allen konventionellen Erwartungen entspricht - lösen Assoziationen aus, die sie zugleich in die Vergangenheit und in die Wirklichkeit ihres inneren Bewußtseins führen, die eigentliche Welt dieses Romans. In langen Erinnerungs- und Gedankenketten wird sie sich nach und nach der Brüche zwischen ihrer äußeren und ihrer inneren Existenz gewahr.
Book Information
Author Description
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust. Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterließ ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluß Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.
Posts
Laaangweilig
Vielleicht hätte es mir als analoges Buch besser gefallen, aber dieser Gedankenfluss zog sich einfach nur dahin... Selten tauchten mal interessante Momente in diesem inneren Dialog auf, dafür einen halben Stern mehr. Schade, ich hatte gedacht, dass ich als ebenfalls mittelalte Frau - so wie die Hauptfigur- einiges nachvollziehen kann; die Geschichte hat mich einfach gar nicht gepackt.
Heute möchte ich euch das Buch „Mrs. Dalloway“ von Virginia Woolf, erschienen im Jahre 1925, vorstellen. Die deutsche Übersetzung stammt von Hannelore Eisenhofer. Es handelt sich hierbei um den zweiten experimentellen Roman der Autorin. Der Roman erzählt einen einzigen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, einer Londoner Gesellschaftsdame, die eine Abendgesellschaft vorbereitet. Während sie über ihre Vergangenheit, verpasste Chancen und die Vergänglichkeit des Lebens nachdenkt, werden parallele Geschichten wie die des traumatisierten Kriegsveteranen Septimus Warren Smith eingeflochten. Die Handlung bietet einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Charaktere und thematisiert Fragen von Identität, Liebe und der Suche nach Sinn. Der Schreibstil der Autorin ist geprägt vom Bewusstseinsstrom (stream of consciousness), der die inneren Gedanken und Empfindungen der Figuren in assoziativen, oft verschachtelten Sätzen wiedergibt. Dadurch wird der Leser direkt in die subjektive Wahrnehmung der Charaktere hineingezogen. Die Handlung folgt weniger einem linearen Erzählfluss, sondern entwickelt sich in Momentaufnahmen, die durch Reflexionen und Erinnerungen ergänzt werden. Ihr Stil verleiht dem Werk eine fast traumartige Qualität und hebt die alltäglichen Ereignisse in eine universelle Dimension. Figuren wie Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith sind komplex und vielschichtig dargestellt, dabei musste ich feststellen, dass ich mich teilweise mit Septimus Warren Smith vergleichen konnte. Septimus war meine Lieblingsfigur in diesem Roman, denn durch ihn wurde eine düstere Reflexion über Vergänglichkeit und Trauma gegeben, welche sehr bedrückend wirken kann. Das Buch ist ein Meisterwerk der Moderne, kann aber je nach Lesertyp herausfordernd sein. Ich empfand die erste Hälfte als schwer zugänglich, da ich durch die verschachtelten Sätze nicht wirklich in die Handlung kam und mich wirklich schwertat. Der Roman ist übrigens eines der ersten Beispiele für die Technik des Bewusstseinsstroms, die Woolf weiterentwickelte. Außerdem erschuf die Autorin die beiden Figuren Clarissa und Septimus bewusst als Gegensätze – Clarissa steht für das Überleben und das Festhalten am Leben, während Septimus das Trauma und die Unfähigkeit, weiterzuleben, repräsentiert. Das Buch ist sowohl ein literarisches Experiment als auch eine scharfe Reflexion der Gesellschaft und Psyche der 1920er Jahre. Dadurch, dass ich anfangs nur schwer folgen konnte, vergebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen. ✨️

Recht zäh, aber klug gesponnene Geschichte.
Unser Klassiker des Monats entführte uns im Februar in die gehobene Gesellschaft des letzten Jahrhunderts in Großbritannien. Am Anfang war ich nicht sonderlich begeistert, amer mit der Zeit habe ich den Zeitgeist und die Komplexität des Buches zu schätzen gelernt. Wir lernen verschiedene Personen, Beziehungen und Probleme kennen. Viele innere, äußere und zwischenmenschliche Konflikte. So manches Drama und auch Gossip. Fäden, die nebenher laufen und irgendwann zueinander finden. Und schließlich erlaubt man sich auch selbst zu urteilen und merkt, dass es einen ebensowenig zusteht. Dennoch war es ziemlich schwierig in das Buch zu kommen, die ersten 30 Seiten haben mich wirklich nicht gut fesseln können. Die Neugier hat mich erst spät in Beschlag genommen. Aber ich bin froh es nicht abgebrochen zu haben. Sprachlich wunderschön, aber in meiner Übersetzung waren die Übergänge zwischen den verschiedenen Charakteren so fließend, dass ich oft aufpassen musste in wessen Geschichte ich mich gerade befand. Das war recht verwirrend.

"Dann kam der köstlichste Augenblick ihres ganzen Lebens, als sie an einer steinernen Urne mit Blumen vorübergingen. Sally blieb stehen; pflückte eine Blume; küsste sie auf den Mund. Die ganze Welt hatte kopfstehen können!" Für mich war der experimentelle Schreibstil, dieser 'Stream of conciousness', den Woolf mit diesem Werk eingeleitet hat, anfangs total interessant und faszinierend. Doch leider hat mich Virginia Woolf dann im Laufe des Romans verloren. Immer wieder musste ich ganze Abschnitte mehrmals lesen, weil es mir nicht gelang, mich auf dem Inhalt zu konzentrieren und ich mich zunehmend langweilte. Auch emotional konnten mich die Protagonisten nicht abholen oder gar berühren.
Ein Klassiker, den man gelesen haben muss!
Was soll man zu diesem Buch noch sagen? Es ist ein Klassiker, der das Leben an einem Tag in London von verschiedenen Menschen beschreibt. Mrs. Dalloway spielt da nur nebenbei eine Rolle. Es gibt hier noch mehr und tragischere Menschen in diesem Roman. Aber, absolut eine Lese-Empfehlung...!
Sehr wahrscheinlich nicht für jeden etwas
Auch wenn ich das Buch super fand, kann ich es nicht universell jedem empfehlen. Der Schreibstil und die Erzählweise sind sehr besonders (Virginia Woolf erzählt durch „Bewusstseinsströme“) und daher kann es sehr schwierig sein dieses Buch zu lesen. Ich fand es auch zum Teil anstrengend zu lesen, es hat mir aber nichts ausgemacht da ich die Erzählweise schön fand und den Inhalt ebenfalls gerne mochte. Der Einblick in die Londoner Gesellschaft und Lebensweise in den 1920ern hat mir extrem gut gefallen. Man erfährt vom Leben der Frauen, Männern, Armen, Reichen, Konservativen, Modernen etc. Also alles mögliche wird hier beleuchtet und das eben nicht nur oberflächlich, sonder häufig mit viel Tiefgang eben durch diese Erzählweise der Bewusstseinsströme. Das alles vor dem Hintergrund von Virginia Woolfs eigenem Leben und ihrer Krankheit macht das Buch für mich nochmal „besser“, da man es noch mehr versteht und sich mehr hineinfühlen kann. Da die Geschichte nur auf einen Tag begrenzt ist, hatte ich das Gefühl als würde eine Uhr beim Lesen runter ticken, was mir persönlich etwas an Spannung mit reingebracht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eines dieser Bücher ist, die man beim zweiten Lesen nach paar Jahren noch besser finden wird.
Sternebewertung fiktiv
Was wissen wir wirklich über die Menschen um uns herum? Virginia Woolf gefeiert als Ikone der literarischen Moderne, innerlich zerrissen von Dunkelheit. In „Mrs Dalloways Party“ trifft feinsinnige Beobachtung auf leise Melancholie und doch funkelt in jeder Zeile ein Hauch Leichtigkeit. „Das neue Kleid“ & „Mrs Dalloway in der Bond Street“, meine zwei Favoriten hier, zeigen, wie viel Tiefe in einem flüchtigen Augenblick stecken kann. Hans-Christian Oesers neue Übersetzung bringt diese Klassiker in ein modernes Licht, inklusive starkem Nachwort. Ein Muss für alle Woolf-Liebhaberinnen, klein, kraftvoll, poetisch.
Es ist ein wunderschöner Junitag im Jahre 1923. Mrs. Dalloway, ein angesehenes Mitglied der feinen englischen Gesellschaft, wird am Abend eine Party geben und bereitet sich auf dieses wichtige gesellschaftliche Ereignis vor. Der Leser darf sie dabei begleiten und bemerkenswerte Stunden mit ihr verbringen. Virginia Woolfs Roman enthält aber viel mehr als die Beschreibung vom Ablauf eines Tages. Die Autorin nannte ihre Erzählweise das Tunnelverfahren, bei dem sie portionsweise Dinge aus der Vergangenheit ihrer Protagonistin einfließen lässt, und dem Werk Tiefe gibt. Parallel zu Mrs. Dolloways Tag wird das Schicksal des Kriegheimkehrers Septimus Warren Smith beleuchtet, der an einer Kriegsneurose leidet. Leben und Tod liegen in diesem Roman so nah beieinander; Sinn und Wahnsinn scheinen sich zu umschlingen. Trotz seiner komplizierten Struktur und der Tiefe der besprochenen Gedanken, liest sich das Werk wunderbar leicht, was an dem Rhythmus liegen mag, mit dem die Geschichte erzählt wird. Sie folgt dem Takt der Zeit, passt sich dem vertrauten Lauf der Stunden an, stoppt nur ab und an leicht, um dann wieder fließend weiter zu gehen und den Leser weiter zu tragen. FAZIT Jeder Augenblick ist Leben. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Für alle, die selbst mit endlosen Gedankenströmen zu kämpfen haben und unter einem Gefühl von innerer Zerrissenheit leiden - dieses Buch kann trösten.
Ein Klassiker, den man gelesen haben kann - aber nicht muss. Die Geschichte begleitet einen einzigen Tag im London des Jahres 1923. Im Mittelpunkt steht Clarissa Dalloway, eine wohlhabende Ehefrau, die am Abend eine Gesellschaft in ihrem Haus geben möchte. Während dieses Tages tauchen wir tief in die Gedankenströme, Erinnerungen und inneren Bewegungen ein - nicht nur von Clarissa selbst, sondern auch von ihrem Mann Richard, ihrer Tochter Elizabeth und diversen weiteren Menschen, die Clarissa nah oder auch völlig fern sind. Freude am Lesen kam bei mir tatsächlich erst ab Seite 120 auf. Besonders berührt hat mich Richards leise, zurückgehaltene Liebe zu Clarissa, die er ihr nicht in Worte fassen kann. Auch das Auftreten von Mrs. Kilman, der Geschichtslehrerin von Elizabeth, fand ich eindrücklich: eine eigenwillige, innerlich zerbrochene Frau, die in der Religion Halt sucht. Bis dahin war es allerdings anstrengend. Ich habe oft nur wenige Seiten am Stück geschafft, weil mir der Kopf schwirrte. So viele Beobachtungen, so viele Gedanken, so viele Perspektivwechsel. Die Sprünge zwischen den Figuren passieren ohne klare Kapiteltrennung. Ein Satz geht in den nächsten über und plötzlich befindet man sich in einer völlig anderen Wahrnehmung einer anderen Person. Dazu kommen sehr lange, verschachtelte Sätze. Das ist literarisch beeindruckend, aber auch fordernd. Für mich war es insgesamt zu mühsam, auch wenn einzelne Momente sehr fein und berührend waren.

Ächz ... "Mrs. Dalloway" und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Vor vielen Jahren hatte ich das Buch schon mal gelesen, in Erinnerung geblieben ist mir nur die Anfangsszene im Blumenladen und der komplizierte Schreibstil. Beim zweiten Lesen konnte ich nun zumindest der Handlung folgen, das erste Viertel hat mir sogar ziemlich gut gefallen. Es gab auch danach einige Passagen, die ich mit Freude gelesen habe, aber insgesamt war es doch eher beschwerlich. Zwischendurch habe ich eher quer gelesen, weil ich mit den Gedankengängen nicht viel anfangen konnte (zB Doris Kilman). Fazit: Es war einen zweiten Versuch wert, aber warm bin ich mit dem Buch trotzdem nicht geworden.
Hingabe an den Augenblick
„Mrs Dalloway sagte, sie würde die Blumen selbst kaufen.“ Mit diesen Worten beginnt der vielleicht berühmteste Blumenkauf der Literaturgeschichte. In ihrem Roman „Mrs Dalloway“ beschreibt Virginia Woolf einen Junitag im London des Jahres 1923. Die Handlung folgt dem geschäftigen Leben Clarissa Dalloways sowie den Menschen, denen sie im Verlauf dieses Tages begegnet. Schon bei dem eingangs erwähnten Blumenkauf wird deutlich, dass es sich bei Woolfs Roman um ein Experiment handelt: Die äußeren Ereignisse dienen Woolf nur als Katalysator, um über die Beobachtungen der Figuren deren innere Welten abzubilden. Die Handlung wird fast ausschließlich durch die Reflexionen und Erinnerungen der Figuren und nur perspektivisch gebrochen vermittelt. Es entfaltet sich eine lange Kette von Bewusstseinsströmen, die nur teilweise und locker miteinander verbunden sind. Mit dieser damals neuartigen Darstellungsform des Gedankenromans entfaltet Woolf nicht nur eine vielstimmige Erzählung bewegter Individuen, sondern das Panorama einer ganzen Gesellschaft. Der Leser taucht tief ein in Bewusstsein und Selbstbild der Protagonisten verschiedenster Klassen und Lebenssituationen. Neben der gut situierten Clarissa Dalloway gewähren u.a. ein traumatisierter Weltkriegsveteran sowie die Dienstboten im Hause Dalloway Einblicke in ihre Gedanken. Woolf stellt geistige Gesundheit und Wahnsinn sowie Leben und Tod nebeneinander und schafft so ein intensives und spannungsreiches Kaleidoskop der britischen Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg. England ist im Wandel und die Charaktere spüren eine neue Verletzlichkeit und Unsicherheit. Die äußerlich sichtbaren Ereignisse scheinen alltäglich, die sich hieran entzündenden Assoziationen, Fragen und Ängste, die gegenseitige Wert- und Geringschätzungen der Figuren sind es nicht. Es geht um Karrieren und ihr Scheitern, die Emanzipation der Frauen, Hilflosigkeit der Psychiater, Wohlstand und Armut sowie gesellschaftliche Erstarrung. Ursprünglich wollte Woolf ihren Roman „The Hours“ nennen. Dahingehend verwundert es nicht, dass die Hingabe an den Augenblick und die damit einhergehende Furcht vor der Vergänglichkeit ihre Leitmotive sind. Am Ende des Romans berühren sich die bislang parallel verlaufenden Erzählstränge und machen die verschiedenen Schicksalsmöglichkeiten deutlich: Dicht neben dem eigenen Leben verlaufen unzählige andere Schicksale und es ist nicht undenkbar, in das ein oder andere hineinzurutschen.

One day in life of Mrs Clarisse Dalloway.
Virginia Woolf was one of the most influential modernist writers. She was in the Bloomsbury group. She was the first to use stream of consciousness as a literary tool. Whole plot takes only one day when Mrs Dalloway organizes the reception. Like such famous big novels as Ulysses by James Joyce or Petersburg by Andrey Bely but much shorter. Seemingly simple it is more difficult and deeper. Good start! Remember to reread in original.
Despite the fact that this is a classic, it is bad storytelling and pacing. Reading it felt like a waste of time.
📚 Kitap / Book: Mrs Dalloway / Bayan Dalloway - Virginia Woolf, 1925 🌀 Tür / Genre: Modernist roman, bilinç akışı Modernist fiction, stream of consciousness 📅 Dönem / Period: 1920’ler – Birleşik Krallık / 1920s UK 🇹🇷 Mrs Dalloway, bir günün akışı içinde insan zihninin derinliklerine inmeyi başaran modernist edebiyatın başyapıtlarından biridir. Clarissa Dalloway’in bir parti hazırlığı etrafında gelişen roman, savaş sonrası Londra’nın atmosferini, zamanın akışını, hafızayı ve kimliği benzersiz bir bilinç akışı tekniğiyle işler. Virginia Woolf, günlük yaşamın sıradan anlarının bile nasıl koskoca bir iç dünya barındırdığını ustalıkla gösterir. 🇬🇧 Mrs Dalloway is a landmark of modernist fiction, capturing the intricacies of consciousness within the span of a single day. Through Clarissa Dalloway’s preparations for an evening party, Woolf explores time, memory, identity, and post–war London with her signature stream-of-consciousness style. A profound reflection on the inner worlds hidden beneath everyday life. #germany #düsseldorf #books

Virginia Woolf schreibt ihre Texte einzigartig. Durch ihre Beispiele und Beschreibungen hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen.
London im Juni 1923: Wir sehen ein Tag im Leben der vornehmen Clarissa Dalloway, die für den Abend eine große Gesellschaft plant. Am Vormittag bekommt sie unerwartet Besuch von ihrer Jugendliebe. Dadurch schwelgt sie in der Vergangenheit.

Ein unkonventionelles und besonderes Buch. Diese Geschichte hat eine große Besonderheit, denn sie erzählt von nur einem einzigen Tag und ermöglicht dadurch detaillierte Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere. Der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Innenleben der vorgestellten Figuren, auf ihren Gefühlen und Gedankengängen, und nicht auf der äußeren Handlung der Geschichte, die sich ohnehin nur auf ein Minimum beschränkt. Wir lernen hier ganz unterschiedliche Figuren mit ganz unterschiedlichen Leben und Problemen kennen, die aber alle irgendwie miteinander zusammenhängen. Die einzelnen Charaktere besitzen Ecken und Kanten, sind nicht immer klassisch sympathisch, dafür aber einzigartig, außergewöhnlich und eigentümlich. Dadurch deckt dieses Buch auch ein breites Spektrum an Themen ab, von denen manche alltäglich und belanglos, viele aber auch ernst und tiefgründig sind. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen diesen beiden Polen hin und her und wirkte dadurch auf mich sehr authentisch. Die Beschreibungen erscheinen nah am Leben, glaubwürdig und echt. Die Autorin hat keinen Filter über ihre Figuren gelegt. Sprachlich ist dieses Buch wunderschön. Ich weiß nicht, wie ich Virginia Woolf's Schreibstil anders beschreiben sollte, denn er ist einfach schön. Sie schreibt sehr bildlich, detailverliebt unf poetisch, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß. Man erlebt das Beschriebene hier sehr intensiv. Das Einzige, das mich richtig gestört hat, ist, dass dieses Buch keine Kapitel und nur wenig Absätze besitzt, das mag ich persönlich einfach nicht. Insbesondere da es hier so viele unterschiedliche Erzähler:innen gibt, wären etwas mehr Struktur und Gliederung schön gewesen. Davon abgesehen mochte ich die Erzählweise hier aber sehr gerne, da die personalen Erzähler:innen eine gute Innensicht in alle Protagonist:innen liefern. Die Schmuckausgabe aus dem Coppenrath-Verlag, welche ich mir auch zu Gemüte führen durfte, ist wieder einmal wunderschön illustriert und gestaltet. Die Beigaben in Form von Postkarten, Stadtplänen und für die Geschichte relevanten Gedichten haben mit ebenfalls sehr gut gefallen. Ich kann euch diesen Klassiker nur empfehlen, es war eine einzigartige und prägende Leseerfahrung! 4/ 5 Sterne ⭐️

Anspruchsvoll und experimentell
Inhaltlich passiert gar nicht viel. Wir teilen einen Tag mit der Protagonistin Clarissa Dalloway in der britischen Upper Class 1923. Der Roman handelt hauptsächlich von den Gedanken und sparsamen Handlungen eines ganz kleinen Kreises von Personen in London im Verlauf eines einzigen Tages. Die Schreibtechnik des „stream of consciousness“ (Bewusstseinssttoms), in dem die Gedanken der Protagonisten nur so durch die Gegend fliegen, ist gewöhnungsbedürftig zu lesen (wenn man nicht gerade begnadeter James-Joyce-Fan ist), aber ein wirklich gelungenes Stilmittel. Woolfs Schreibstil verdeutlicht den Alltag für Frauen aus dieser Schicht unglaublich gut: monoton, auf den ersten Blick unspektakulär und sich ziehend. Ein für mich schriftstellerisch wirklich gelungenes Werk. Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier definitiv falsch. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ein Klassiker, der seiner Zeit voraus war.
In „Mrs Dalloway“ begleiten wir mehrere Personen bei ihren Aktivitäten in London an einem Junimittwoch. Zwei der wichtigsten Personen sind zum Einen Clarissa Dalloway, die abends eine Gesellschaft ausrichten will. Während ihrer Vorbereitungen reist sie in Gedanken in ihre Vergangenheit und Clarissa zweifelt an der Entscheidung bezüglich ihrer Partnerwahl. Als Kontrast dazu steht Septimus Warren Smith. Traumatisiert durch den Ersten Weltkrieg und von Halluzinationen geplagt, kann er seiner Frau keine Liebe entgegenbringen und reißt sie damit beide ins Unglück. Virginia Woolf mit Mrs. Dalloway stand seit Jahren auf meiner imaginären Leseliste. Das Buch spielt an einem einzigen Tag und ein Gedanke folgt auf den nächsten (Bewusstseinsstrom-Methode). Durch den permanenten Wechsel der verschiedenen Charaktere wirkte die Geschichte reichlich wirr, aber auch das war Teil von Woolfs Intension. Verstärkt wird dies durch den Kontrast der vermeintlich gesunden, reichen Clarissa zu dem kranken Warren Smith. Virginia Woolf schafft es in einem Buch gleich mehrere wichtige Themen zu besprechen. So nimmt sie umfassende Kritik an der Behandlung psychisch kranker Menschen. Woolf litt selbst ihr Leben lang unter Depressionen, was vermutlich auch zu ihrem Suizid 1941 führte. In der Figur von Sally Seton symbolisiert sie den damaligen Charakter des Feminismus. Sally ist außerdem die Verkörperung der homosexuellen Interessen Virginia Woolfs. Auch Warren Smith leidet unter unerwiderten Gefühlen zu seinem toten Freund. Ein Buch, welches seiner Zeit voraus war und Virginia Woolf hat ihre Rolle als feministische Autorin und große Frau der Weltliteratur durchaus verdient. Auch wenn ich mich persönlich ein wenig durch das Buch kämpfen musste
In meiner Jugendzeit hatte ich mich mal an den Roman im Original versucht, scheiterte aber kläglich. Damals konnte ich keinen Zugang zu dieser avantgardistischen Erzählweise von Virigina Woolf finden und so packte ich Joyce, Proust und Woolf erstmal als unlesbar für mich in eine Ecke. Nachdem ich nun mit Begeisterung vor kurzem in Swanns Welt eintauchte, probierte ich es jetzt nochmal mit diesem Bewusstseinsstrom von Clarissa Dalloway. Und ich war begeistert. Welch ein Meisterwerk hinsichtlich vor allem Konzeption der Erzählung, die ja eigentlich keine nennenswerte Handlung hat. Wir folgen ähnlich wie bei Mr. Bloom der Protagonistin durch einen Junitag im Jahr 1923 durch London. Mrs. Dalloway ist 52 Jahre und die Frau eines Parlamentariers, Mutter einer 17jährigen Tochter, hager, melancholisch und gebildet. Im Grunde ein Abziehbild der Autorin. Sie gibt am Ende des Tages eine Party in ihrem Haus. Zuvor trifft sie einige Leute, unter anderem ihre Jugendliebe Peter, der nach nach fünfjähriger Abwesenheit aus Indien an diesem Tag nach London zurück kehrte. Die Jetztzeit wird genau getacktet im Buch durch die Glockenschläge von Big Ben, so dass man wie bei Jack Bauer den Roman in Echtzeit lesen kann. Doch durch die Gedanken und Erinnerungen verlässt man permanent die Jetztzeit und taucht in verschiedene Vergangenheiten, den wir befinden uns nicht nur im Kopf von Mrs. Dalloway, sondern springen ständig in andere Köpfe von Personen, die ihr begegnen. Das Wort Bewusstseinsstrom hat noch nie so gut zugetroffen wie hier. Man kommt sich vor wie in einem Drohnenflug von Person zu Person. Geschickt wechselt Virginia Woolf zwischen direkter und indirekter Rede, zwischen Gedanken und auch immer mal wieder zu einer auktorialen Erzählweise. Das ist wirklich anspruchsvoll, teilweise verlor ich den Faden, in welchem Kopf ich gerade steckte und durch welche Augen ich die Welt sah. Am meisten berührt hat mich aber die Wellen der Erzählstränge zwischen Clarissa Dalloway und ihrem Pendant, einem jungen, traumatisierten Kriegsveteran, den sie im Regents Park mit seiner Frau beobachtet. Dieser Septimus Warren Smith übernimmt in der Mitte des Buchs die Handlung, die Ärzte nehmen sein Traumata erst nicht erst, ein anderer Arzt will ihn einweisen lassen aufgrund seiner Suizidgefahr. Am Ende laufen diese Handlungsstränge auf der Party zusammen und so sind Clarissa uns Septimus wie Jin und Jang, wie Manie und Depression. Mrs. Dalloway würde gegen Ende am liebsten ihre Party verlassen, da zu viele Gedanken ihre Freude trüben, den falschen Mann geheiratet, die Tochter in dem Fängen einer von ihr nicht geliebten Freundin, ihr Alter und die unwiederbringlich schöne Zeit der Jugend, ihre lesbischen Erfahrungen. Am Ende kehrt sie zur Gesellschaft zurück, quasi als Bejahung zum Leben. So positiv endet das Buch aber nicht für alle Beteiligte. Man kann unheimliche viel von Virginia Woolfs Leben in diesem Roman findet. Ich bin so froh, dass ich es jetzt endlich gelesen und genießen konnte. Ein Buch, welches ich bestimmt irgendwann nochmal lesen werde.
Da kann ich nur staunen. Zum zweiten Mal gelesen und dieses Mal hat es mir den Ärmel reingezogen. Ich bin begeistert von Woolfs Detailtreue, ihrer Sprache, ihrer Erzählkunst und ihrem Tempo. Wir erleben einen Tag in London aus der Perspektive unterschiedlicher Figuren und werden konfrontiert mit den unterschiedlichsten Themen wie Liebe, Freundschaft, Krieg und psychische Krankheiten. Es kommt mir vor, als hätte Woolf das Buch in einem Atemzug geschrieben. Grosse Literatur.
Drei Sterne sehen ganz schön wenig aus, was? Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Bewusstseinsstrom etwas schwer getan habe. Dafür muss man geschaffen sein, denke ich. Vielleicht hätte es mir auch geholfen das Buch auf Deutsch zu lesen um den Gedanken besser folgen zu können. Auf jeden Fall hatte es mir etwas zu wenig "Substanz", die nachvollziehbar ist. Vermutlich kittet sich das nach einem zweiten Lesen. Ich schwanke zwischen 3 und 4, im Moment ist es eher eine 3.
unfassbar schwer als hörbuch zu hören, aber man kriegts hin ist definitiv nicht für jeden was, ich liebe aber den schreibstil und wie tief man die charaktere dadurch schreiben kann mir ist erst zu schluss aufgefallen was für gegensätze clarissa dalloway und septimus smith darstellen außerdem die queeren charaktere?? slay
Mit "Mrs. Dalloway" bin ich solide in den Bereich Klassiker gestartet, auch wenn mich der Inhalt und die Erzählperspektive emotional und lesetechnisch nicht vollends abgeholt haben. Trotzdem bietet Woolfs Buch einen interessanten Blick auf die Nachkriegszeit und den Umgang der Londoner Upper-Class.
MRS. DALLOWAY Für das Jahr 2023 habe ich mir fest vorgenommen mehr klassische Literatur zu lesen. Diesen Zweig, wurde mit wenigen Ausnahmen, sehr schwiegermütterlich von mir behandelt. Habt ihr Klassiker-Empfehlungen? I N H A L T: Es ist ein besonderer Tag im Leben der zweiundfünfzigjährigen Clarissa Dalloway: Die Gattin eines Parlamentsabgeordneten will am Abend eine ihrer berühmten Upper-class-Partys geben. Der Tag vergeht mit Vorbereitungen, zufälligen Begegnungen mit Jugendfreunden, Konversation, nostalgischen Betrachtungen, Sinneseindrücken beim Flanieren ... Ein besonderer Tag soll es – aus ganz anderen Gründen freilich – auch für Septimus Smith werden. Auch ihn, den Kriegsheimkehrer, beschäftigt die Gegenwärtigkeit des Vergangenen in jedem einzelnen Augenblick. (...) M E I N U N G: Melanie Walz gelingt mit ihrer Neuübersetzung von Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" ein galante und sprachlich gut verständliche Übersetzung des Klassikers. Virginia Woolfe gehört zu einer der großen Autorinnen des 20. Jahrhunderts und zeigt in ihrem Roman auf beeindruckende Art und Weise den Facettenreichtum ihrer Charaktere. Stilistisch und sprachlich galt ihr Roman bei der Erstveröffentlichung im Jahr 1925 als revolutionär, denn sie bricht mit den klassischen erzählerischen Konventionen. Statt einem starren Handlungsfaden zu folgen, lässt Virgina Woolf das Innenleben ihrer Protagonist:innen sprechen. Emotional, kalt, nachdenklich oder mit der Vergangenheit hadernd wechselt die Autorin sprunghaft den Charakter. Innerhalb eines Tages spielt sich die Gesamthandlung ab. Die Zeit gibt der Glockenschlag des Big Bens vor. Die gesellschaftlichen und sozialen Themen wirken teilweise etwas lapidar. Insbesondere die Rolle von Septimius Warren Smith, der mit einem starken Kriegstraumata umgehen muss, ist wirklich spannend. Weitere Themen, wie Suizid, Homosexualität, gesellschaftliche Gepflogenheiten und die Nachkriegszeit werden in leichter Form thematisiert. Die Schreibform des erzählerischen Bewusstseinsromans konnte mich nicht an allen Stellen überzeugen, teilweise war diese sehr sprunghaft und langatmig. Als Tipp: lest euch vorher gerne die Leseprobe durch um zu erfahren, ob dieser Erzählstil euren Nerv trifft. Mit "Mrs. Dalloway" bin ich solide in den Bereich Klassiker gestartet, auch wenn mich der Inhalt und die Erzählperspektive emotional und lesetechnisch nicht vollends abgeholt haben. Trotzdem bietet Woolfs Buch einen interessanten Blick auf die Nachkriegszeit und den Umgang der Londoner Upper-Class.

Meistens hat man von Klassikern keine Ahnung, nur 1,2 vage Ideen, wovon sie handeln und von wem sie rezipiert worden sind, und dann liest man sie und ist erstaunt, dass sie nicht nur sehr gut, sondern völlig anders als gedacht sind. Mrs. Dalloway hätte auch The Hours heißen können: Das Konstruktionsprinzip ist der Verlauf eines Tages - ja, nur eines einzigen Tages. In Romanen wie [b:Saturday|5015|Saturday|Ian McEwan|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1431501825l/5015._SY75_.jpg|2307189] von [a:Ian McEwan|2408|Ian McEwan|https://images.gr-assets.com/authors/1404240951p2/2408.jpg] begegnet einem diese Konstruktion als die langweiligste und schlechteste Idee der Literaturgeschichte, weil man einem Protagonisten durch ein langes Squashspiel und einem Fischsuppenkochprozess begleiten muss. Doch bei Woolf ist es anders, hat sie es doch quasi - zeitgleich mit Joyces [b:Ulysses|338798|Ulysses|James Joyce|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1428891345l/338798._SY75_.jpg|2368224] - erfunden. Denn das von nur einem einzigen Tag erzählt wird, hat seinen Grund in einer Erzähltechnik, die sie wiederum mit besagtem [a:James Joyce|5144|James Joyce|https://images.gr-assets.com/authors/1517863935p2/5144.jpg] teilt: der stream of consciousness, die wahrscheinlich genialste und beste Idee der Literaturgeschichte. Der stream of consciousness, der Bewusstseinsstrom, erzählt eine Handlung nicht als Erzähler*in über Personen, sondern erzählt direkt die Gedanken einer Person. In Gedanken aber passiert nicht einfach das eine nach dem anderen, sonder die meist über Sinne vermittelte Wahrnehmung der Umgebung ist dort unlösbar verflochten mit Erinnerungen an Vergangenes, Assoziationen, Träumen, Vorhaben. Texte als die beste Form, Gedanken aufzuschreiben (denn in mündliche Sprache lassen sie sich nicht übersetzen), sind somit dank Woolf zu den echten Trägern von Gedanken geworden. Doch Gedankenstrudel sind dermaßen ausschweifend, dass man dann nicht viel mehr als einen einzigen Tag erzählen kann - ansonsten würde das Buch zu lang. Es wird aber noch komplizierter: Mrs. Dalloway erzählt nun keineswegs nur die Gedanken der Protagonistin und Titelgeberin Ms. Dalloway entlang der Stunden eines Tages: Wie in Filmszenen nutzt sie das Aufeinandertreffen von Charakteren (sogar, wenn diese nichts voneinander wissen und nur in irgendeinem Park in London aneinander vorbeilaufen), um von dem einen Gehirn ins andere zu springen. Ist man unaufmerksam (= in seinem eigenen Gedankenstrom), bekommt man dies schnell nicht mit. Aufmerksam wird man aber immer, wenn ein Turmuhrschlagen erwähnt wird (natürlich oft nur indirekt oder versteckt). Dies gibt einem Halt in dem Wirrwar der Gedanken und Perspektiven, und das Wissen, das alles auf eine Dinnerparty, die von Ms. Dalloway gegeben wird, hinausläuft. Doch auch hier ist es keineswegs so simpel, dass nun neben der Protagonistin einfach nur die Perspektiven anderer Dinnerpartyteilnehmer*innen geschildert werden - z.B. des ehemaligen Liebhabers und Kolonierückkehrers oder - das wird es noch nicht einmal, hätte sich aber in der Konstellation angeboten: der ehemaligen Liebhaberin der Protagonistin, die aus einer wilden Jugend zu einer konformistischen Vielfachmutter geworden ist (autobiographisch ist dabei die Bisexualität, die Kenntnis von manchmal anödenden Dinnerpartys und die konventionelle aber auch aus praktischen Gründen geschlossene Ehe). Nein, die Person, aus deren Sicht neben der Protagonistin am meisten erzählt wird, taucht gar nicht auf der Party auf - sie ist wirklich nur zufällig an Mrs. Dalloway vorbeigelaufen: ein traumatisierter Erster-Weltkriegssoldat, der verrückt geworden ist, der mit Shakespeare und einem in besagtem Ersten Weltkrieg verlorenen Freund Gespräche führt - und der sich schließlich umbringt. Dieser indirekt wahrgenommene Mord - der Krankenwagen wird erwähnt - zeigt einen weiteren Vorteil, wenn man den Gedankenstrom eines Protagonisten erforscht: die psychischen Abgründe Traumageschädigter werden einem klarer (hat er PTBS?). Vieles ist in dieser Erzählung indirekt, viel Anstrengung wird den Lesenden abverlangt. Die Sprache ist distinguiert und intellektuell. Ratlos ist man angesichts der menschlichen Probleme, die dieser Roman aufzeigt. Enttäuscht, dass die elitären Zirkel all diese Probleme nicht zu lösen scheinen. Ms. Dalloway rennt auf der Party hin und her, für ihre eigentlichen Freund*innen hat sie bei dem ganzen Socializing keine Zeit. Genauso wenig, wie Armut und Verzweiflung so immer nur am Rande des Blickfelds auftauchen. Aber: Die Kulturtechnik Schrift wird hier in ihre wahre Bestimmung geführt: Ins Aufzeigen der Gedankenwelten und Einfühlen in diese. Jedes Ich ist eine eigene Welt für sich, etwas, das wirklich unvorstellbar ist (und die unvorstellbare Komplexität der Welt miterklärt). Dieser Roman übt einen auch in einer anderen Technik, die man außerhalb von solchen Romane gar nicht erlernen könnte: Man lernt durch ihn das Gedankenlesen.
The first time I read Mrs Dalloway I didn't really understand what it was about and what was so special about it. I gave one star and said I'd never read it again! I re-read it. I changed my mind. Or maybe I was finally ready. I think it has a lot to do with the fact that I now have a better understanding of the Modernism period. So, this time it gets four stars. Longer review to come...
Die Handlung: Das ganze Buch spielt sich an einem einzigen Tag im Juni des Jahres 1923 ab. Die ältliche Mrs Dalloway bereitet am Morgen und Vormittag eine Festlichkeit vor, bei der sie alte Freunde und Bekannte wieder zusammenführen will. Dabei trifft sie einen alten Verehrer wieder, der gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Gleichzeitig verbringt der von Halluzinationen geplagte Kriegsveteran Septimus Warren Smith den Tag mit seiner Frau im Park, bevor er am Nachmittag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Später am Abend findet die geplante Party statt. Meine Meinung: Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen. Was tatsächlich passiert, ist zweitrangig - wichtig ist, was in den Köpfen der Charaktere vor sich geht, die über die verschiedensten Themen nachdenken: Vergänglichkeit und das unaufhaltsame Verstreichen der Zeit, die Auswirkungen des Krieges auf die Psyche eines Menschen (und da finden sich Parallelen zur psychischen Erkrankung der Autorin), Liebe und Sexualität, gescheiterte Hoffnungen... Fast alle denken darüber nach, was hätte sein können, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten und ihr Leben dadurch nur ein klein wenig anders gelaufen wäre. Tatsächlich scheinen die meisten das Gefühl zu haben, dass sie etwas verpasst haben und etwas Wichtiges in ihrem Leben vermissen, und die Vergangenheit nimmt in ihren Gedanken mehr Raum ein als die Gegenwart. Was dieses Buch so originell macht, ist daher auch nicht die Handlung, sondern die Erzählweise: "Stream of Consciousness", Strom des Bewusstseins - eine Technik, die zum Beispiel auch James Joyce in seinem epischen Werk "Ulysses" einsetzte. Die Prosa bleibt immer ganz nahe dran an den Gedanken des Charakters, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse gerade sehen, so gut wie ungefiltert. Das ist nicht immer einfach zu lesen, denn da springen die Gedanken schon mal unvermittelt von einem Thema zum nächsten, Worte und Satzfetzen wiederholen sich... Aber für mich hatte das etwas unwiderstehlich Hypnotisches, eine echte Sogwirkung. Ich hatte manchmal wirklich das Gefühl, für einen Moment durch fremde Augen zu sehen. Ich fand den Schreibstil großartig und einzigartig - er spricht oft über Banalitäten, aber darin verbirgt sich so viel. Deswegen war das Buch für mich auch nicht spannend, wie ein Krimi spannend ist, aber ich konnte es dennoch kaum weglegen, weil ich wissen wollte, ob die Charaktere im Laufe des Tages zu Schlüssen über sich selbst und ihr Leben kommen und vielleicht sogar etwas ändern würden. Tatsächlich hat der innere Tumult, der sich in den Köpfen abspielt, dann erstaunlich wenig greifbare Auswirkungen - wobei einer der Charaktere letztendlich doch eine drastische und tragische Entscheidung trifft. Die Charaktere kamen mir alle sehr echt und glaubhaft vor. Virginia Woolf lässt den Strom ihrer Gedanken, die sich im immer gleichen Kreise um Liebe und Verlust, Wünsche und Bedauern, Wahrheit und Wahnsinn drehen, ganz natürlich fließen. Besonders Septimus hat mich sehr berührt, denn aus seinen Gedanken spricht unendlicher Schmerz, was aber niemand zu verstehen scheint. Tragischerweise kam er mir vor wie derjenige, der von allen Charakteren noch am nächsten daran herankam, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zu verändern. Interessant fand ich, dass die Autorin auch das Thema Homosexualität ganz nebenher anschneidet: Clarissa Dalloway fühlte sich in ihrer Jugend zu einer anderen Frau hingezogen, und ihre Tochter ist mit einer Frau befreundet, die ebenfalls in sie verliebt zu sein scheint. Auch der Krieg ist unterschwellig allgegenwärtig in diesem Buch - er ist zwar vorbei, aber die Menschen haben sich noch lange nicht davon erholt. Ich fand sehr bestürzend, wie wenig Verständnis man zu der Zeit anscheinend noch den Veteranen entgegen brachte, die von ihren Erlebnissen völlig traumatisiert waren. Die Autorin zeigt das sehr eindringlich am Beispiel von Septimus, von dem scheinbar erwartet wird, dass er sich einfach zusammenreißt und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, obwohl er kurz vor dem Zusammenbruch steht. Fazit: "Mrs Dalloway" ist ein Buch, in dem oberflächlich gesehen wenig passiert - eine Frau plant eine Party und trifft einen alten Verehrer, ein Kriegsveteran wird in eine Klinik eingewiesen. Aber in den Gedanken der Charaktere spielt sich ganz viel ab, und die Autorin lässt den Leser unmittelbar an dieser reichen inneren Welt teilhaben, indem sie ihn einfach mitten hinein wirft, ungefiltert. Da werden existentielle Themen angesprochen, und wenn man sich darauf einlässt, ist es meiner Meinung nach ein sehr lohnendes Buch, auch wenn man sich ein bisschen anstrengen und mitdenken muss.
This was interesting, I really enjoyed the pacing and the sheer humanity of the characters. It’s rare that you actually feel like this could be real people and not someone trying to write a person. Though, it was a bit too chaotic for me, overall. Just my personal preference. Had its highs and its lows but im happy to have finally read it.
1Tag in London, nur in den Köpfen der Menschen. Wir reisen auf den Wellen der Zeit, wechselnd im hier und jetzt und den Erinnerungen vom Krieg, einer Freundschaft und Liebe vor 30 Jahren. Psychologisch meisterhaft. Jemand zerbricht am Trauma, jemand kämpft sich durch tiefe Abgründe ans Licht, jemand geht in tiefster religösität auf, jemand ist Atheist und eine Dritte steht dazwischen. Muss sich finden. Virginia Woolf malt immer wieder sehr gegensätzliche Lebensphilosophien bzw. Umgangsformen an die Wand und zeigt deren Verbindungen auf. Das Buch ist randvoll mit grandiosen Beobachtungen und Erkenntnissen. Der Klatsch und Tratsch am Ende der Gesellschaft ist herrlich eingefangen. Ein Zitat aus dem Buch das die Stimmung gut zusammenfasst und meiner Meinung auch gut zu Peter passt : „Nur ein paar Lampions, hatte Clarissa Dalloway gesagt, hinten im Garten! Aber sie sei eine Zauberin. Es sei ein Park … Und sie kenne ihre Namen nicht, aber Freunde, das wisse sie, seien sie, Freunde ohne Namen, Lieder ohne Worte, immer die besten. Aber da seien so viele Türen, so unvermutete Räume, sie könne ihren Weg nicht finden.“
Dieser Roman ist englisch durch und durch und die resultierende Distanz konnte nicht bis zum ende hin überwunden werden. Alles ist sehr geschwollen und ich habe das Gefühl, dass die Charaktere in ihrer eigenen Welt gefangen sind obwohl Mrs. Dalloway am Ende des Romans aus ihr austreten möchte, Ich aber nicht das Gefühl hatte, als würde sie es wirklich tun. Der Schreibstil ist anfangs noch sehr interessant wird aber durch die immer länger werdenden Schachtelsätze anstrengend. Als dann der Fokus von Mrs. Dalloway auf Peter gelegt wurde, war es dann für mich irgendwie vorbei. Er sollte eigentlich der Kontrast zum leben von Mrs. Dalloway sein weil er nicht in hohen Kreisen unterwegs ist und sein leben wirklich gelebt hat. Trotzdem hat er noch weniger Ahnung von der Realität als Mrs. Dalloway und wirkt sehr egozentrisch. Die gefühlswelten der Charaktere wurden aber fantastisch dargestellt und haben das Buch für mich gerettet























































