Die schwarze Spinne

Die schwarze Spinne

Paperback
3.178

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Die leibeigenen Bauern von Sumiswald leiden unter dem tyrannischen Ritter Hans von Stoffeln, der ihnen unmenschliche Fronarbeit aufzwingt; als ihnen ein grüner Jäger, der Teufel in Menschengestalt, Hilfe anbietet, nehmen sie diese gerne an, versprechen ihrem 'Helfer' dafür aber das Leben eines Neugeborenen; zwar können sie den Bösen zuerst überlisten, aber dann nimmt das Unheil seinen Lauf und bringt Tod und Verderben - in Gestalt vieler kleiner schwarzer Spinnen - über das Tal und die Region ...

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
212
Price
30.80 €

Author Description

Nach dem Studium der Theologie in Bern und in Göttingen wird er Pfarrer in Bern, später im Lützelflüh, wo auch die meisten seiner Romane angesiedelt sind. Wohl die bekanntesten Werke sind: "Der Bauernspiegel", "Uli, der Knecht", "Uli, der Pächter" sowie "Die schwarze Spinne"

Posts

11
All
4

Das Buch ist für sein Alter (1842) ein echter Schocker. Es ist faszinierend, wie Gotthelf hier Elemente vorweggenommen hat, die man heute eher aus modernen Horrorfilmen kennt mit radikalem Body-Horror und psychologischem Terror. Man merkt dem Buch an, dass Gotthelf keine Angst vor hässlichen Bildern hatte. Es gibt keine Weichzeichner; die Brutalität der Natur und die Enge der Bauernwelt, die Übernahme des Körpers werden knallhart geschildert. ⛔️⛔️⛔️ Achtung Spoiler ⛔️⛔️⛔️Lange bevor David Cronenberg oder Filme wie Alien den Begriff geprägt haben, hat Gotthelf hier astreinen Body-Horror abgeliefert. Die Vorstellung, dass die Haut anschwillt, sich schwarz verfärbt und dann lebendige Wesen aus dem eigenen Fleisch ausbrechen, war für das 19. Jahrhundert ungeheuerlich. Das geht weit über die damals üblichen Geistergeschichten hinaus, weil es so physisch, eklig und unmittelbar ist.Jeremias Gotthelf war Pfarrer, und er nutzt die Bildsprache der Bibel, um den Horror in „Die schwarze Spinne“ fast wie ein göttliches Gericht wirken zu lassen. Die Spinne ist nicht einfach nur ein Monster, sie ist eine Heimsuchung, die starke Parallelen zu den zehn ägyptischen Plagen (5., 6., 8. und 10. Plage) aus dem Buch Exodus aufweist. In der Bibel befällt die 10. Plage Tod der Erstgeburten die Ägypter, 5. Plage die war eine schwere Pest unter dem Vieh, die 8. Plage die Heuschrecken und die 6. Plage die „bösen Blattern Geschwüren“, die Menschen und Tiere befiel. Obwohl Gotthelf als Pfarrer natürlich eine christliche Botschaft (Glaube gegen das Böse) vermitteln wollte, ist die Umsetzung extrem düster. Der Schmerz und die psychische Qual von Christine, während die Beule auf ihrer Wange wächst und „arbeitet“, ist fast schon sadistisch genau beschrieben. Man spürt ihren Ekel vor sich selbst und die Panik der Dorfbewohner.Eine Regel wird gebrochen (der Pakt/die Taufe), und daraufhin wird das Dorf systematisch „dezimiert“. Dass die Spinne am Ende in das Holzloch verbannt wird (nur um Jahrhunderte später wieder auszubrechen), ist das klassische Motiv des Monsters, das nur darauf wartet, wieder freigelassen zu werden – ein Standard-Element des modernen Horrors.

4

Hat mir sehr gut gefallen. Natürlich können die meisten Leute heutzutage mit der Moral "sei gottesfürchtig sonst holt dich die Pest" nicht mehr viel anfangen, aber abgesehen davon ist es eine 1A Gruselgeschichte. Vor allem die Sprache trägt viel dazu bei. Ich musste mich kurz daran gewöhnen und habe bis zum Ende auch nicht alle schweizerischen Dialektbegriffe verstanden, aber dafür bekommt man solche Passagen: "Es war eine wilde Nacht. In Lüften und Klüften heulte und toste es, als ob die Geister der Nacht Hochzeit hielten in den schwarzen Wolken, die Winde die wilden Reigen spielten zu ihrem grausen Tanze, die Blitze die Hochzeitsfackeln wären und der Donner der Hochzeitssegen." Schön, oder?

3

Sie begannen zu rechnen wie viel mehr wert sie alle sein als ein einzig ungetauftes Kind; sie vergaßen immer mehr, dass die Schuld an einer Seele tausendmal schwerer wiege als die Rettung von tausend und abermal tausend Menschenleben.

In Die schwarze Spinne erzählt der Großvater am Tauftag, warum beim Neubau des Hauses ein schwarzes, verkohltes Stück Holz erhalten geblieben ist. Er berichtet, wie die Bauern vor vielen Jahrhunderten unter der schweren Tyrannei des Ritters von Stoffel litten. In ihrer Verzweiflung schlossen sie einen Pakt mit dem Teufel, um eine scheinbar unmögliche Aufgabe zu erfüllen: Innerhalb kürzester Zeit sollten sie während der Maiaussat hundert Buchen aus dem Wald in das Bergschloss verpflanzen. Der Teufel versprach seine Hilfe – im Gegenzug verlangte er ein ungetauftes Kind. Als die Zeit kam, den Preis zu zahlen, betrogen die Bauern den Teufel. Daraufhin wuchs aus dem Gesicht der Frau, die den Pakt geschlossen hatte, eine schwarze Spinne hervor. Beim zweiten Betrug krochen viele kleine Spinnen aus ihr heraus und töteten das Vieh des Dorfes. Schließlich wollten die Bewohner dem Teufel das dritte Kind übergeben, doch der Priester verhinderte dies. Daraufhin verschmolz die Frau mit der Spinne, die fortan pestartige Krankheiten über das Land brachte. Das Buch lebt besonders von seiner eindringlichen, bildhaften Sprache, die das Grauen und die Bedrohung eindrucksvoll hervorhebt. Wegen der zahlreichen schweizerdeutschen Begriffe ist die Sprache allerdings nicht immer leicht zu verstehen. Trotzdem ist Die schwarze Spinne insgesamt ein lesenswerter Klassiker – besonders passend für die schaurige Oktoberzeit. Die Novelle hat einen starken moralischen Schwerpunkt auf der Gottesfurcht. Auch wenn diese Haltung für viele Menschen heute nicht mehr unmittelbar nachvollziehbar oder anwendbar ist, bleibt sie doch in der Geschichte stimmig und überzeugend dargestellt. Sie folgt dem Gedanken „Tue Gutes, und dir wird Gutes widerfahren“ und thematisiert zugleich das Motiv der kollektiven Schuld, das zeigt, wie das Fehlverhalten Einzelner das Schicksal einer ganzen Gemeinschaft beeinflussen kann.

2

If you like; religion. That book is for you! It's not mine. It's about a family, or more, the grandpa who's telling a story about old times. He's talking for like, 70 hours. My version only had 70 pages, and I read it because of school. It was interesting, but not my taste.

2

Jedem das seine

Gut für die Schule und auch für das Lehren der Kollektivschuld. Allerdings entspricht diese Novelle nicht meinem Geschmack, ich glaube ich habe genug gehört von der „fetten schwarzen grossen Spinne“

3

Ein Klassiker und Schweizer Literaturwerk. Beispielhaft für die Epoche Biedermeier.

Habe das Buch fürs Gymnasium gelesen, ist okey aber für mein Geschmack zu religiös. Passt natürlich in die damalige Zeit perfekt und lässt sich auf jeden Fall auch noch heute teilweise anwenden, sprich es können auch Lehren verallgemeinert werden.

3

Die Passagen mit der Spinne waren wirklich sehr schaurig und vor allem sehr grafisch beschrieben. Die kleine Geschichte war spannend, aber die Seiten triefen nur so vor christlicher Moralpredigt. Die Gottesfurcht wirkt hier wirklich nicht sonderlich subtil, sondern wird eher mit der Keule eingeprügelt. Die Sprache passt hervorragend zur Geschichte, beginnend mit überschwänglichen, verspielten Beschreibungen der idyllischen Landschaft und schließlich übergehend zur düsteren Legende. Die kippende, sich verdüsternde Stimmung wird durch den Schreibstil sehr gut widergegeben. Insgesamt ein unterhaltendes, schauriges Büchlein mit einer Moralkeule die nicht mein Fall war.

2

Ich musste das Buch vor 15 Jahren schon einmal in der Schule lesen und mein 30-jähriges Ich fragt sich gerade, wie mein 15-jähriges Ich verstanden hat, worum es in dem Buch geht. Aber vielleicht ist es auch leichter verständlich, wenn man die Handlung zu Tode analysiert, jeden Satz auseinander nimmt und es vor allem vom Deutschlehrer vorgekaut bekommt, was der Autor denn eigentlich mit seinem Werk sagen will. Ihr seht, ich hatte Mühe mit dem Buch - und das, obwohl ich selbst Schweizerin bin und die berndeutschen Mundart Begriffe verstanden habe. Es hat echt lange gedauert, bis ich gecheckt habe, dass es sich um zwei verschiedene Geschichten handelt und die eine Geschichte, in der anderen erzählt wird. Ich fand den Schreibstil richtig anstrengend, altbacken und dadurch schwer verständlich. Und der Sprecher hat das Zuhören auch nicht unbedingt erleichtert, weil er eher eine langweilige Erzählweise hatte und mir seine Stimme nicht so richtig sympathisch geworden ist. Die Handlung an sich ist total absurd und wie eine alte Sage: Eine junge Frau schliesst einen Pakt mit dem Teufel und "verkauft" das nächstgeborene ungetaufte Kind für ein paar Buchen an den Teufel und will den Teufel anschliessend austricksen - was natürlich nicht einfach so geht. Als Strafe wächst ihr eine schwarze Spinne aus der Wange. That's it - mehr oder weniger. Für mich ein Klassiker, den ich leider besser in Erinnerung hatte, als er ist. Es gibt meiner Meinung nach deutlich bessere Klassiker aus der Reclam Reihe - auch solche, die trotz ihres Alters nicht so schwer verständlich sind, wie Gotthelfs Schreibstil. Vielleicht bin ich aber literarisch auch einfach zu ungebildet, das Buch zu verstehen. ;-) Mir hat's leider nicht gefallen.

3.5

Beinahe hätte ich das Buch abgebrochen. ABER...

...ich habe bis zum Schluss durchgehalten. Ich liebe Klassiker, aber ich denke nicht dass dieser zu meinen Lieblingen gehören wird. Der Einstieg war etwas langweilig. Ab so ca 30% des E-Books wurde die Handlung wieder interessanter. Hat mich aber nicht so umgehauen. Ich hatte es mir gruseliger vorgestellt. Man merkt beim Lesen auch stark dass Jeremias Gotthelf selbst Pfarrer war und scheinbar hatte er eine Schwäche für die Worte: "UND SIE GLOTZTE IHN MIT GIFTIGEN AUGEN AN". (Bekomme ich by the way nicht mehr aus dem Kopf) Da er im "Berner Schriftdeutsch" schrieb, mag es für manch einen etwas zäh sein. Trotz allem war es ganz okay diese Erzählung mal gelesen zu haben.

4

Das Buch ist für sein Alter (1842) ein echter Schocker. Es ist faszinierend, wie Gotthelf hier Elemente vorweggenommen hat, die man heute eher aus modernen Horrorfilmen kennt mit radikalem Body-Horror und psychologischem Terror. Man merkt dem Buch an, dass Gotthelf keine Angst vor hässlichen Bildern hatte. Es gibt keine Weichzeichner; die Brutalität der Natur und die Enge der Bauernwelt, die Übernahme des Körpers werden knallhart geschildert. ⛔️⛔️⛔️ Achtung Spoiler ⛔️⛔️⛔️ Lange bevor David Cronenberg oder Filme wie Alien den Begriff geprägt haben, hat Gotthelf hier astreinen Body-Horror abgeliefert. Die Vorstellung, dass die Haut anschwillt, sich schwarz verfärbt und dann lebendige Wesen aus dem eigenen Fleisch ausbrechen, war für das 19. Jahrhundert ungeheuerlich. Das geht weit über die damals üblichen Geistergeschichten hinaus, weil es so physisch, eklig und unmittelbar ist. Jeremias Gotthelf war Pfarrer, und er nutzt die Bildsprache der Bibel, um den Horror in „Die schwarze Spinne“ fast wie ein göttliches Gericht wirken zu lassen. Die Spinne ist nicht einfach nur ein Monster, sie ist eine Heimsuchung, die starke Parallelen zu den zehn ägyptischen Plagen (5., 6., 8. und 10. Plage) aus dem Buch Exodus aufweist. In der Bibel befällt die 10. Plage Tod der Erstgeburten die Ägypter, 5. Plage die war eine schwere Pest unter dem Vieh, die 8. Plage die Heuschrecken und die 6. Plage die „bösen Blattern Geschwüren“, die Menschen und Tiere befiel. Obwohl Gotthelf als Pfarrer natürlich eine christliche Botschaft (Glaube gegen das Böse) vermitteln wollte, ist die Umsetzung extrem düster. Der Schmerz und die psychische Qual von Christine, während die Beule auf ihrer Wange wächst und „arbeitet“, ist fast schon sadistisch genau beschrieben. Man spürt ihren Ekel vor sich selbst und die Panik der Dorfbewohner. Eine Regel wird gebrochen (der Pakt/die Taufe), und daraufhin wird das Dorf systematisch „dezimiert“. Dass die Spinne am Ende in das Holzloch verbannt wird (nur um Jahrhunderte später wieder auszubrechen), ist das klassische Motiv des Monsters, das nur darauf wartet, wieder freigelassen zu werden – ein Standard-Element des modernen Horrors.

Create Post