Die Hoffnung der Chani Kaufman
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Book Information
Author Description
Eve Harris, geboren 1973 in London, Tochter polnisch-israelischer Eltern, arbeitete zwölf Jahre als Lehrerin, darunter an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in London und Tel Aviv. ›Die Hochzeit der Chani Kaufman‹ schaffte es auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Eve Harris lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.
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Als ich “Die Hoffnung der Chani Kaufmann” von Eve Harris in der Buchhandlung entdeckte, griff ich ohne viele Informationen zu. Zunächst brauchte ich etwas Zeit, um mich in die Geschichte einzufinden, da mir nicht bewusst war, dass es bereits einen ersten Teil gab. Doch dies erwies sich nicht als großes Hindernis für mein Verständnis der Handlung. Leider muss ich sagen, dass das Buch mich nicht vollständig überzeugen konnte. Es zog sich in einigen Abschnitten und wirkte langatmig. Obwohl es vielleicht interessant war, ein solches Buch zu lesen, hat es mich letztendlich nicht umgehauen. Es war eher eine durchschnittliche Lektüre, die mich nicht komplett gelangweilt hat, aber auch nicht besonders fesselnd war. Die Charakterentwicklung und die Beschreibung der Umgebung waren solide, jedoch fehlte es an Spannung, um mich wirklich zu packen. Vielleicht hätte eine straffere Erzählweise dem Buch gutgetan. Trotzdem gibt es positive Aspekte: Die Autorin Eve Harris schafft es, komplexe Themen zu behandeln und Einblicke in andere Kulturen zu geben, was das Buch durchaus lesenswert macht, wenn man sich für solche Themen interessiert. Insgesamt vergebe ich “Die Hoffnung der Chani Kaufmann” drei von fünf Sternen. Es war okay, aber nichts, was mich besonders begeistert hat.
Band 1, sowie auch dieser zweite Band haben mir sehr gut gefallen und konnten mir viele Einblicke in die jüdisch orthodoxe Religion/ Kultur geben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen der Gemeindemitglieder erzählt, wobei Chani und Baruch unsere Hauptcharaktere sind. Im ersten Band verfolgen wir, wie Chani und Baruch sich kennen lernen, bekommen den Alltag und die traditionellen Abläufe mit und auch, wie sich unter dem dicken Mantel des hierarchisch streng geregelten Lebens, leise Zweifel, Fragen und ein wenig Aufbegehren regt. Sehr schön erleben wir, bei Chani und Baruch die Annäherung und beidseitige Unsicherheit und vor allem Unwissenheit. Gleichzeitig bekommen wir das Scheitern einer Ehe mit, die dem Druck und der Doppelmoral die sich hinter dem, äußerlich vorbildlichem gottesfürchtigen Leben, im Verborgen abspielt, nicht mehr stand hält. Der zweite Band setzt sich mit dem Thema Kinderwunsch in einer Gemeinde auseinander, in der es oftmals schwierig ist, medizinisch notwendige Schritte mit den religiös vorgegebenen Ritualen und Vorgaben zu vereinbaren. Wie viel Selbstbestimmung und Beugung von Gesetzen darf sein, in einer Gemeinschaft, in der die Regeln für Frauen ausschließlich von Männern erstellt werden. Die Autorin schreibt sehr eindrücklich aber auch mit Witz und einer Prise Ironie. Sehr zu empfehlen und ich hoffe auf eine Fortsetzung.
Die Autorin lässt uns auch in diesem zweiten Buch um Chani Kaufman einen Blick in eine ganz andere, unbekannte Welt werfen. Es ist die Welt von Chani, Baruch, Rivka, Abraham und all den weiteren Mitgliedern einer orthodoxen jüdischen Gemeinde mitten im heutigen London. Das Leben dieser Gemeinde wird von uralten Regeln bestimmt, die (natürlich) von Männern aufgestellt, überwacht und interpretiert werden und die zu befolgen oberste Pflicht ist und mit denen man sich zu arrangieren hat. Gerade für die Frauen ist das nicht immer leicht und so haben die Protagonisten dieses Romans alle ihre eigenen Kämpfe auszutragen bei der Suche nach ihrem Platz inner- oder außerhalb der Gemeinschaft. Harris erzählt in einem leichten Ton von diesen Kämpfen und zeigt trotz aller Schwierigkeiten und Probleme stets einen herrlich verschmitzten Humor.
📚 Inhalt Das Leben von Chani und Baruch könnte kaum schöner sein. Nach ihrer Hochzeit ziehen sie nach Jerusalem, Chani arbeitet in einem Blumenladen und Baruch besucht die Rabbinerschule. Doch ihr Glück wird durch Kinderlosigkeit getrübt. Nach 6 Monaten ist Chani noch immer nicht schwanger und ihre Schwiegermutter sieht sich vorsichtshalber schon nach einer neuen Schwiegertochter um. Denn sollte Chani Baruch keine Kinder schenken, kann er sie verstossen. Ein unheimlicher Druck lastet auf Chani und das Ehepaar geht in eine Kinderwunschklinik. 📖 Meinung Ich habe mich so sehr auf das zweite Buch aus Chanis Leben gefreut und wollte keinen Tag länger als nötig warten! Deswegen habe ich es direkt als Hörbuch gehört und erneut hat mich Chanis Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich war ungläubig, über die einfache Lösung ihrer ungewollten Kinderlosigkeit und entsetzt, dass die strengen Regeln der orthodoxen-jüdischen Gemeinschaft diese aber nicht zulassen wollte. Generell ist der ganze Druck der Gemeinde stets ein grosses Thema, das man praktisch auf jeder Seite spüren kann. Denn wie auch im ersten Teil begleiten wir nicht nur Chani, sondern bekommen auch Einblicke in das Leben von Rivka, die sich entschieden hat, aus der Gemeinschaft auszutreten und sich ein vermeintlich freies Leben aufzubauen. Doch schnell muss sie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt hat. Ich habe wieder beide Frauen sehr gerne begleitet, die an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen. Chani wirkt im Vergleich zum ersten Teil einiges Selbstbewusster, wenn sie doch auch immer noch sehr viel mit sich machen lässt. Aber das ist für mich nachvollziehbar, steht sie doch unter der Fuchtel ihrer strengen Schwiegermutter, die alles andere als eine Sympathieträgerin ist. Baruch konnte ich gar nicht verstehen und fand ihn ähnlich schlimm wie seine Mutter. Er hat mich sehr oft genervt und Chani hat mir sehr leid getan. Wir bekommen wieder sehr interessante, intime Einblicke in das Leben der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft bekommen. Und durch den einfühlsamen Schreibstil der Autorin wirkt das nicht ordinär, sondern neutral. Ich kann mir selbst eine Meinung über die Lebensweise bilden und mir meine eigenen Gedanken dazu machen. Natürlich bin ich selbst nicht neutral geblieben, wie sollte man das auch. Ich kann mir ein solches Leben unter keinen Umständen für mich vorstellen. Umso bewundernswerter ist es Chani zu begleiten und zu sehen, wie sie ihr Leben meistert. Klare Leseemphelung.
Religionen und ihre Regeln - passen nicht für alle Menschen
Schon der erste Teil war ein interessantes Leseerlebnis, dieser 2. Teil hat mich fasziniert und gleichzeitig immens wütend gemacht,….. uralte Regeln -von Männern ausgelegt und stringent durchgesetzt -engen Menschen - vorallem Frauen- in ihren Lebenszielen sehr ein, Druck aus der Gemeinschaft erlaubt kaum ein geringes Abweichen….. und hält sie weit weg von einem modernen Leben. Ich kann gut verstehen, dass es für einige Menschen die ihre Freiheit lieben nicht passt! . Das Buch verschafft tiefe Einblicke in eine strenge religiöse Gemeinschaft und für mich hat sich wieder bestätigt, das Religion nicht immer Halt gibt, sondern Menschen auch knechtet und unmögliches abverlangen kann. Es hat mich sehr traurig zurück gelassen.
Wenn eine Welt , die eigentlich total fremd erscheint, sich plötzlich ganz nah anfühlt, dann hat die Autorin Eve Harris wieder ein kleines Erzählwunder gewirkt. Nicht nur die titelgebende Protagonistin, die in ihrem konservativen Umfeld für ihr persönliches Glück kämpft, sondern auch andere Menschen, jung oder älter, begleiten wir ein Stück auf ihrem Weg. Und amüsieren uns über die intrigante Schwiegermutter und deren besonderes Verhältnis mit der stacheligen Heiratsvermittlerin, oder fühlen mit einem Schüler mit, der von anderen drangsaliert wird. Für den vollen Genuss unbedingt vorher "Die Hochzeit der Chani Kaufman" lesen!
DIE HOFFNUNG DER CHANI KAUFMAN Eve Harris ET: 24.1.24 Chani und Baruch gehören einer jüdisch-orthodoxen Gemeinschaft an und leben derzeit in Jerusalem, wo Baruch die Laufbahn eines Rabbis anstrebt. Ihre Ehe wurde vor einem Jahr arrangiert und war keine Liebesheirat, dennoch verbindet die beiden ein inniges und respektvolles Verhältnis. Eigentlich könnte ihr Leben harmonisch sein, doch Chani ist nach einem Jahr Ehe noch immer nicht schwanger. In der Gemeinschaft – und besonders vonseiten der Schwiegermutter – wird sie immer wieder spüren gelassen, dass dies als Makel gilt. Baruchs Eltern drängen das junge Paar, eine Kinderwunschklinik in London aufzusuchen, während die Schwiegermutter die Situation nutzen möchte, um Chani loszuwerden, und einen Termin bei einer Heiratsvermittlerin vereinbart. Parallel dazu erzählt der Roman die Geschichte von Rivka. Sie hat ihren Mann Chaim, einen angesehenen Rabbi der orthodoxen Gemeinde in London, verlassen. Seitdem gilt sie als Persona non grata, darf ihre Kinder weder sehen noch mit ihnen sprechen. Nur ihr älterer Sohn, der in Jerusalem eine Talmudschule besucht, hält weiterhin Kontakt zu ihr. Wie sich diese Geschichten entwickeln und welche weiteren Erzählstränge das Buch bereithält, möchte ich nicht vorwegnehmen – das empfehle ich euch, selbst zu entdecken. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Ich habe es mit großer Freude gelesen und dabei unglaublich viel gelernt. Es war mein erstes Buch der Autorin, und ich möchte unbedingt noch mehr von ihr lesen. Besonders beeindruckt haben mich die eindrücklichen Schilderungen einer streng orthodoxen Gemeinschaft, die wie eine isolierte Parallelwelt funktioniert, sowie die schonungslose Darstellung der massiven Unterdrückung von Frauen. Umso stärker ist der Weg, den die Autorin aufzeigt, wie ein Ausbruch aus diesen starren religiösen Strukturen möglich sein kann. Fazit: Ein zart, bildreich und zugleich eindringlich erzählter Roman. Wer für einige Tage in das Leben einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Große Leseempfehlung. 4½/5

Kleine und große Schritte zur Selbstbestimmung
Wir begleiten im zweiten Teil unsere drei Hauptfiguren und ihre Familien weiter: Chani, die frisch und bisher glücklich verheiratet ist, aber vergeblich auf ihr erstes Kind wartet. Eine mögliche Unfruchtbarkeit würde schwerwiegende Folgen für sie haben, denn ihr Mann könnte sich deshalb scheiden lassen. Dadurch würde sie innerhalb ihrer orthodoxen Gemeinschaft deutlich abgewertet werden. Rivka hat ihre Familie zurückgelassen, da ihr das orthodoxe Leben mit all seinen aufdiktierten Regeln zu eng wurde. Dies bedeutet für sie, ihr komplettes Leben und ihre Kinder aufzugeben. Sie erfährt starke Abneigung und Ausgrenzung durch ihre ehemalige Gemeinschaft. Sie schwebt zwischen neuer Selbstbestimmtheit, schlechtem Gewissen und Einsamkeit. Avromi, ihr gerade erwachsener Sohn, ist auf der Suche nach seinem eigenem Weg. Er zweifelt an seinem Glauben und hat sein Selbstverständnis verloren. Die Hauptfiguren müssen innere Konflikte aushalten und eigene Entscheidungen für ihr Leben treffen. Das Erzähltempo ist eher langsam. Es wird sich viel Zeit auch für kleine Alltagssituationen und die Beschreibung der Umgebung genommen. Es kommen viele hebräische Begriffe und hebräischer Sprachgebrauch im Text vor, welche man in dem umfangreichen Glossar nachlesen kann. Das Buch lässt sich grundsätzlich unabhängig vom ersten Teil lesen. Ich würde es aber empfehlen, um gerade Rivkas Lebensweg besser verstehen zu können. Mir gefällt wieder, dass verschiedene Aspekte beleuchtet werden und die Charaktere unterschiedlich mit ihren Konflikten durch die strengen Lebensweise umgehen. Es wirkt lebensnahe. Spannend fand ich auch die Unterschiede in den Lebensarten zwischen London, Jerusalem und Tel Aviv. Emotional hat mich der erste Teil etwas mehr erreicht, aber ich habe mich über das Wiedersehen mit den Charakteren gefreut. Insgesamt gibt es eine Leseempfehlung von mir.
DIE HOFFNUNG DER CHANI KAUFMAN Können wir bitte über dieses intensive Buch reden? "Die Kehilla war Michals Welt, hier hatte sie enge Freundinnen, fand Wärme, Liebe und Gemeinschaft. Hier gehörte sie hin, und sie konnte sich kein Leben außerhalb vorstellen." (S. 103) I N H A L T: Chani hat es geschafft. Sie hat den Mann geheiratet, den sie sich ausgesucht hat – nicht selbstverständlich, wenn man in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde lebt. Und was nun? ›Seid fruchtbar und mehret euch‹, natürlich, aber genau das funktioniert eben nicht. Chani ist verzweifelt, denn ihr Mann Baruch kann sie verstoßen, wenn sie ihm keine Nachkommen schenkt. Und wer wäre sie dann noch unter ihresgleichen? Zwischen Rabbi, Fruchtbarkeitsklinik und ihrer Schwiegermutter muss Chani ›HaSchem‹ ein Schnippchen schlagen. M E I N E M E I N U N G: Nicht erst seit Deborah Feldmans "Unorthodox" bin ich gleichzeitig fasziniert, schockiert und interessiert an dem Leben von jüdisch-orthodoxen Kehillas. Das passt der neue Roman von Eve Harris perfekt in mein Beuteschema, auch wenn es der zweite Teil der Dilogie ist. Harris nimmt eine fiktive jüdisch-orthodoxe Gemeinde in den Blick und erzählt mithilfe verschiedener Perspektiven von ihrem Leben, ihren Emotionen und Konflikten. Bildgewaltig, gefühlvoll und klar formuliert die Autorin das Leben eines ausgewählten Personenkreises, eben dieser kleinen Gemeinde in London. Das Leben, der Alltag und jedes klitzekleine Detail ihres Lebens wird durch HaSchem, beziehungsweise den Regelmentierungen der Rabbis gesteuert. Harris Kunst ist, dass sie die verschiedenen Emotionen von Unverständnis über Unwissenheit bis hin zum starken Religionsbewusstsein anschaulich und intensiv darstellt. Die Beweggründe und Handlungsmuster wirken für mich immer klar und nachvollziehbar. Frauen als Geburtsmaschinen, Unfruchtbarkeit, starkes Religionsbewusstsein, Ausbruch aus der Enge der Religion, die Suche nach dem eigenen Glauben, die Einhaltung von Regeln und Geboten und der soziale Druck der jüdisch-orthodoxen Gemeinde sind nur einige angesprochene Themen. Als Leser:in versucht man diese komplexe Welt, ihre Themen und die damit einhergehenden Konsequenzen zu verstehen. Die Übersetzung und die Einflechtung von zahlreichen jiddischen Wörtern finde ich grandios. Lesen, lesen, lesen! Informativ, einfühlsam und vermittelnd. Definitiv ein Muss für alle Lesenden, die Deborah Feldmans "Unorthodox" bereichernd fanden.

Wahnsinnig interessante Thematik!
Das Cover passt sehr gut zum Inhalt. Der Schreibstil war sehr flüssig, sodass ich das Buch schnell lesen konnte. In dem Buch haben wir die interessante Thematik einer sehr strenggläubigen jüdisch-orthodoxen Gemeinde und wie unterschiedliche Personen sich damit auseinandersetzen. Die einzelnen Geschichten waren alle äußerst interessant und sind miteinander verknüpft. Mir hat vor allem Chanis Geschichte um ihre vermeintliche Unfruchtbarkeit gefallen, sowie die Geschichte von Rivka und ihrem Ausstieg aus der Gemeinde. Das Buch wirkte durch das Einfließen von jüdischen Begriffen und Bräuchen sehr authentisch und man hatte das Gefühl etwas zu lernen und sich weiterzubilden, ohne dass es langweilig war. Ich habe das Drama und die Emotionen total aufgesogen und kann es definitiv nur weiterempfehlen! Die Story um Avromi hat mich nicht ganz so interessiert, sie war aber definitiv wichtig für den Ablauf der Geschichte im Ganzen.
Die Hoffnung der Chani Kaufman knüpft ein gutes Jahr an die Ereignisse aus "Die Hochzeit der Chani Kaufman" an. Chani und Baruch stehen vor der nächsten Hürde in ihrem Leben: Nachwuchs. Denn Kinder sind die Voraussetzung zum Bestehen ihrer Ehe in ihrer jüdischen Gemeinde. Doch Chani wird nicht schwanger. Wieder einmal gewährt Eve Harris ihre Leser und Leserinnen einen Einblick in das Leben strenggläubiger Juden und zeigt die Schwierigkeiten auf, die gerade Frauen in diesem Leben haben. Aber auch die Herausforderungen der Männer werden thematisiert. Die Autorin geht dabei mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen heran, ohne direkt zu urteilen und erlaubt es ihren Lesern und Leserinnen sich selber ein Bild zu machen. Viele bekannte Figuren aus ihrem ersten Buch tauchen wieder auf und es ist spannend, die jeweiligen Lebenswege zu verfolgen. Kennen muss man dabei den ersten Band nicht unbedingt, doch ich würde empfehlen, diesen zu kennen um alle Bezüge und Zusammenhänge verstehen zu können. Die Hoffnung der Chani Kaufman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite ans Buch gefesselt und mit etwas Wehmut beenden lassen, hätte ich noch weitere 500 Seiten hier verbringen können. Volle Punktzahl: 5/5
Habe das Buch wirklich sehr gemocht. Vor allem das es nicht nur um die eine Geschichte sich dreht die dem Buch den Titel gibt, sondern das man viele verschiedene Charaktere aus dieser Bubble und deren Struggle kennen lernt und mit ihnen leben kann. Auch die verschiedenen Ausgänge der Geschichten unterstreicht die Vielfalt in dem Buch. Da ich das erste Buch der Autorin, also den Vorgänger hierzu noch nicht kenne werde ich mir dieses jetzt auf jeden Fall holen um den Anfang der Geschichte kennenzulernen.
Ich habe dieses Buch VOR dem ersten Teil (Die Hochzeit der Chani Kaufmann) gelesen, da dieser schlicht an mir vorbei gegangen ist. Wenn ich nun sage, dass ich nach den ersten Kapiteln mir den ersten Teil direkt bestellt habe, denke ich, sagt es schon viel darüber aus, wie mir das hier besprochene Buch gefallen hat. Worum geht es hier? Chani und ihr Mann Baruch Levy versuchen, ein Baby zu bekommen - scheitern jedoch. Beiden ist nicht so recht klar warum, entstammen doch beide Familien, in denen Unfruchtbarkeit nicht verbreitet ist - Chanis Mutter erwartet gerade ihr neuntes Kind. Somit begeben sie sich nach London, um in einer Klinik für Kinderwunsch Aufschluss über die mögliche Ursache für die bisherigen Fehlversuche zu erhalten. Für Chanis Schwiegermutter ist jedoch klar: Chani ist schuld - und sollte schnellstmöglich durch eine fruchtbare Frau ersetzt werden. Die ganze Story findet statt in den Zwängen des frommen Judentums, mit all seinen strengen religiösen Regeln, Ritualen und Traditionen - erdacht von (wen wundert es?) den Männern. Während Chani versucht, sich innerhalb der frommen Vorgaben aus dem Problem hervorzuwinden, hat - in einem weiteren Handlungsstrang - Rivka Zilbermann einen Schritt weiter gewagt. Sie hat ihren Mann den Rabbi Chaim Zilbermann verlassen und muss nun mit allen Konsequenzen dieser Flucht leben - denn die fromme Gemeinde sieht da nicht nur einfach zu. Der Kontakt zu ihren Kindern wird ihr untersagt, ihr Mann wird gedrängt, sich schnellstmöglich eine neue Frau zu suchen. Ihr ältester Sohn Avromi derweil zweifelt ebenfalls an seinem Lebensweg und verlässt die Talmudschule - er muss seinen Weg finden, wenn er sich auch nicht von HaSchem (Gott) abwenden möchte, unerwartet findet er Hilfe bei einem alten Rabbi und seiner Frau. Eine Geschichte, die sich zum einen sehr leicht liest, zum anderen aber geschickt aufzeigt, wie Religionen mit den Menschen umspringen. Hier am Beispiel des Judentum, genau so aber auch übertragbar auf Christliche oder Muslemische Gesellschaften. Ergibt man sich ganz und gar Gottes Regeln - die ja aber Menschengemacht sind - und gibt seine eigene Identität, seine eigen Wahlmöglichkeit auf? Begibt man sich in vormals fremde Bereiche? Oder kann man - verrirrt - auch Trost finden in gemäßigteren Glauben und liberaleren Gebräuchen? Oder entsagt man sich dem Glauben ganz und gar. Ein spannendes Thema, schön aufbereitet unter Verknüpfung von (mehr oder weniger strenger) Religion und weltlicher Gesellschaft. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Ein winziger Kritikpunkt wäre, dass zum Teil die Kenntnis der jiddischen Begriffe sehr vorrausgesetzt wurde, was einen manchmal etwas im Lesefluss unterbrochen hat; eventuell hätte man als Leser jedoch weitreichendere Kenntnisse, hätte man den ersten Teil zuvor gelesen. Ansonsten befindet sich aber auch ein Glossar am Ende des Buches. Abgesehen davon konnte die Geschichte auch komplett ohne den ersten Teil gelesen werden. Wer sich- wie ich - für Religionen und deren Gebräuche (insbesondere der jüdischen) interessiert, ohne dabei aber selbst religiös zu sein bzw. sein zu müssen, der wird viel Freude an diesem Buch haben; und einiges über das Mensch sein lernen und mitnehmen. Von mir 4,5/5 Sterne
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Eve Harris, geboren 1973 in London, Tochter polnisch-israelischer Eltern, arbeitete zwölf Jahre als Lehrerin, darunter an katholischen und jüdisch-orthodoxen Mädchenschulen in London und Tel Aviv. ›Die Hochzeit der Chani Kaufman‹ schaffte es auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Eve Harris lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in London.
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Als ich “Die Hoffnung der Chani Kaufmann” von Eve Harris in der Buchhandlung entdeckte, griff ich ohne viele Informationen zu. Zunächst brauchte ich etwas Zeit, um mich in die Geschichte einzufinden, da mir nicht bewusst war, dass es bereits einen ersten Teil gab. Doch dies erwies sich nicht als großes Hindernis für mein Verständnis der Handlung. Leider muss ich sagen, dass das Buch mich nicht vollständig überzeugen konnte. Es zog sich in einigen Abschnitten und wirkte langatmig. Obwohl es vielleicht interessant war, ein solches Buch zu lesen, hat es mich letztendlich nicht umgehauen. Es war eher eine durchschnittliche Lektüre, die mich nicht komplett gelangweilt hat, aber auch nicht besonders fesselnd war. Die Charakterentwicklung und die Beschreibung der Umgebung waren solide, jedoch fehlte es an Spannung, um mich wirklich zu packen. Vielleicht hätte eine straffere Erzählweise dem Buch gutgetan. Trotzdem gibt es positive Aspekte: Die Autorin Eve Harris schafft es, komplexe Themen zu behandeln und Einblicke in andere Kulturen zu geben, was das Buch durchaus lesenswert macht, wenn man sich für solche Themen interessiert. Insgesamt vergebe ich “Die Hoffnung der Chani Kaufmann” drei von fünf Sternen. Es war okay, aber nichts, was mich besonders begeistert hat.
Band 1, sowie auch dieser zweite Band haben mir sehr gut gefallen und konnten mir viele Einblicke in die jüdisch orthodoxe Religion/ Kultur geben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen der Gemeindemitglieder erzählt, wobei Chani und Baruch unsere Hauptcharaktere sind. Im ersten Band verfolgen wir, wie Chani und Baruch sich kennen lernen, bekommen den Alltag und die traditionellen Abläufe mit und auch, wie sich unter dem dicken Mantel des hierarchisch streng geregelten Lebens, leise Zweifel, Fragen und ein wenig Aufbegehren regt. Sehr schön erleben wir, bei Chani und Baruch die Annäherung und beidseitige Unsicherheit und vor allem Unwissenheit. Gleichzeitig bekommen wir das Scheitern einer Ehe mit, die dem Druck und der Doppelmoral die sich hinter dem, äußerlich vorbildlichem gottesfürchtigen Leben, im Verborgen abspielt, nicht mehr stand hält. Der zweite Band setzt sich mit dem Thema Kinderwunsch in einer Gemeinde auseinander, in der es oftmals schwierig ist, medizinisch notwendige Schritte mit den religiös vorgegebenen Ritualen und Vorgaben zu vereinbaren. Wie viel Selbstbestimmung und Beugung von Gesetzen darf sein, in einer Gemeinschaft, in der die Regeln für Frauen ausschließlich von Männern erstellt werden. Die Autorin schreibt sehr eindrücklich aber auch mit Witz und einer Prise Ironie. Sehr zu empfehlen und ich hoffe auf eine Fortsetzung.
Die Autorin lässt uns auch in diesem zweiten Buch um Chani Kaufman einen Blick in eine ganz andere, unbekannte Welt werfen. Es ist die Welt von Chani, Baruch, Rivka, Abraham und all den weiteren Mitgliedern einer orthodoxen jüdischen Gemeinde mitten im heutigen London. Das Leben dieser Gemeinde wird von uralten Regeln bestimmt, die (natürlich) von Männern aufgestellt, überwacht und interpretiert werden und die zu befolgen oberste Pflicht ist und mit denen man sich zu arrangieren hat. Gerade für die Frauen ist das nicht immer leicht und so haben die Protagonisten dieses Romans alle ihre eigenen Kämpfe auszutragen bei der Suche nach ihrem Platz inner- oder außerhalb der Gemeinschaft. Harris erzählt in einem leichten Ton von diesen Kämpfen und zeigt trotz aller Schwierigkeiten und Probleme stets einen herrlich verschmitzten Humor.
📚 Inhalt Das Leben von Chani und Baruch könnte kaum schöner sein. Nach ihrer Hochzeit ziehen sie nach Jerusalem, Chani arbeitet in einem Blumenladen und Baruch besucht die Rabbinerschule. Doch ihr Glück wird durch Kinderlosigkeit getrübt. Nach 6 Monaten ist Chani noch immer nicht schwanger und ihre Schwiegermutter sieht sich vorsichtshalber schon nach einer neuen Schwiegertochter um. Denn sollte Chani Baruch keine Kinder schenken, kann er sie verstossen. Ein unheimlicher Druck lastet auf Chani und das Ehepaar geht in eine Kinderwunschklinik. 📖 Meinung Ich habe mich so sehr auf das zweite Buch aus Chanis Leben gefreut und wollte keinen Tag länger als nötig warten! Deswegen habe ich es direkt als Hörbuch gehört und erneut hat mich Chanis Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich war ungläubig, über die einfache Lösung ihrer ungewollten Kinderlosigkeit und entsetzt, dass die strengen Regeln der orthodoxen-jüdischen Gemeinschaft diese aber nicht zulassen wollte. Generell ist der ganze Druck der Gemeinde stets ein grosses Thema, das man praktisch auf jeder Seite spüren kann. Denn wie auch im ersten Teil begleiten wir nicht nur Chani, sondern bekommen auch Einblicke in das Leben von Rivka, die sich entschieden hat, aus der Gemeinschaft auszutreten und sich ein vermeintlich freies Leben aufzubauen. Doch schnell muss sie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt hat. Ich habe wieder beide Frauen sehr gerne begleitet, die an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen. Chani wirkt im Vergleich zum ersten Teil einiges Selbstbewusster, wenn sie doch auch immer noch sehr viel mit sich machen lässt. Aber das ist für mich nachvollziehbar, steht sie doch unter der Fuchtel ihrer strengen Schwiegermutter, die alles andere als eine Sympathieträgerin ist. Baruch konnte ich gar nicht verstehen und fand ihn ähnlich schlimm wie seine Mutter. Er hat mich sehr oft genervt und Chani hat mir sehr leid getan. Wir bekommen wieder sehr interessante, intime Einblicke in das Leben der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft bekommen. Und durch den einfühlsamen Schreibstil der Autorin wirkt das nicht ordinär, sondern neutral. Ich kann mir selbst eine Meinung über die Lebensweise bilden und mir meine eigenen Gedanken dazu machen. Natürlich bin ich selbst nicht neutral geblieben, wie sollte man das auch. Ich kann mir ein solches Leben unter keinen Umständen für mich vorstellen. Umso bewundernswerter ist es Chani zu begleiten und zu sehen, wie sie ihr Leben meistert. Klare Leseemphelung.
Religionen und ihre Regeln - passen nicht für alle Menschen
Schon der erste Teil war ein interessantes Leseerlebnis, dieser 2. Teil hat mich fasziniert und gleichzeitig immens wütend gemacht,….. uralte Regeln -von Männern ausgelegt und stringent durchgesetzt -engen Menschen - vorallem Frauen- in ihren Lebenszielen sehr ein, Druck aus der Gemeinschaft erlaubt kaum ein geringes Abweichen….. und hält sie weit weg von einem modernen Leben. Ich kann gut verstehen, dass es für einige Menschen die ihre Freiheit lieben nicht passt! . Das Buch verschafft tiefe Einblicke in eine strenge religiöse Gemeinschaft und für mich hat sich wieder bestätigt, das Religion nicht immer Halt gibt, sondern Menschen auch knechtet und unmögliches abverlangen kann. Es hat mich sehr traurig zurück gelassen.
Wenn eine Welt , die eigentlich total fremd erscheint, sich plötzlich ganz nah anfühlt, dann hat die Autorin Eve Harris wieder ein kleines Erzählwunder gewirkt. Nicht nur die titelgebende Protagonistin, die in ihrem konservativen Umfeld für ihr persönliches Glück kämpft, sondern auch andere Menschen, jung oder älter, begleiten wir ein Stück auf ihrem Weg. Und amüsieren uns über die intrigante Schwiegermutter und deren besonderes Verhältnis mit der stacheligen Heiratsvermittlerin, oder fühlen mit einem Schüler mit, der von anderen drangsaliert wird. Für den vollen Genuss unbedingt vorher "Die Hochzeit der Chani Kaufman" lesen!
DIE HOFFNUNG DER CHANI KAUFMAN Eve Harris ET: 24.1.24 Chani und Baruch gehören einer jüdisch-orthodoxen Gemeinschaft an und leben derzeit in Jerusalem, wo Baruch die Laufbahn eines Rabbis anstrebt. Ihre Ehe wurde vor einem Jahr arrangiert und war keine Liebesheirat, dennoch verbindet die beiden ein inniges und respektvolles Verhältnis. Eigentlich könnte ihr Leben harmonisch sein, doch Chani ist nach einem Jahr Ehe noch immer nicht schwanger. In der Gemeinschaft – und besonders vonseiten der Schwiegermutter – wird sie immer wieder spüren gelassen, dass dies als Makel gilt. Baruchs Eltern drängen das junge Paar, eine Kinderwunschklinik in London aufzusuchen, während die Schwiegermutter die Situation nutzen möchte, um Chani loszuwerden, und einen Termin bei einer Heiratsvermittlerin vereinbart. Parallel dazu erzählt der Roman die Geschichte von Rivka. Sie hat ihren Mann Chaim, einen angesehenen Rabbi der orthodoxen Gemeinde in London, verlassen. Seitdem gilt sie als Persona non grata, darf ihre Kinder weder sehen noch mit ihnen sprechen. Nur ihr älterer Sohn, der in Jerusalem eine Talmudschule besucht, hält weiterhin Kontakt zu ihr. Wie sich diese Geschichten entwickeln und welche weiteren Erzählstränge das Buch bereithält, möchte ich nicht vorwegnehmen – das empfehle ich euch, selbst zu entdecken. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Ich habe es mit großer Freude gelesen und dabei unglaublich viel gelernt. Es war mein erstes Buch der Autorin, und ich möchte unbedingt noch mehr von ihr lesen. Besonders beeindruckt haben mich die eindrücklichen Schilderungen einer streng orthodoxen Gemeinschaft, die wie eine isolierte Parallelwelt funktioniert, sowie die schonungslose Darstellung der massiven Unterdrückung von Frauen. Umso stärker ist der Weg, den die Autorin aufzeigt, wie ein Ausbruch aus diesen starren religiösen Strukturen möglich sein kann. Fazit: Ein zart, bildreich und zugleich eindringlich erzählter Roman. Wer für einige Tage in das Leben einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Große Leseempfehlung. 4½/5

Kleine und große Schritte zur Selbstbestimmung
Wir begleiten im zweiten Teil unsere drei Hauptfiguren und ihre Familien weiter: Chani, die frisch und bisher glücklich verheiratet ist, aber vergeblich auf ihr erstes Kind wartet. Eine mögliche Unfruchtbarkeit würde schwerwiegende Folgen für sie haben, denn ihr Mann könnte sich deshalb scheiden lassen. Dadurch würde sie innerhalb ihrer orthodoxen Gemeinschaft deutlich abgewertet werden. Rivka hat ihre Familie zurückgelassen, da ihr das orthodoxe Leben mit all seinen aufdiktierten Regeln zu eng wurde. Dies bedeutet für sie, ihr komplettes Leben und ihre Kinder aufzugeben. Sie erfährt starke Abneigung und Ausgrenzung durch ihre ehemalige Gemeinschaft. Sie schwebt zwischen neuer Selbstbestimmtheit, schlechtem Gewissen und Einsamkeit. Avromi, ihr gerade erwachsener Sohn, ist auf der Suche nach seinem eigenem Weg. Er zweifelt an seinem Glauben und hat sein Selbstverständnis verloren. Die Hauptfiguren müssen innere Konflikte aushalten und eigene Entscheidungen für ihr Leben treffen. Das Erzähltempo ist eher langsam. Es wird sich viel Zeit auch für kleine Alltagssituationen und die Beschreibung der Umgebung genommen. Es kommen viele hebräische Begriffe und hebräischer Sprachgebrauch im Text vor, welche man in dem umfangreichen Glossar nachlesen kann. Das Buch lässt sich grundsätzlich unabhängig vom ersten Teil lesen. Ich würde es aber empfehlen, um gerade Rivkas Lebensweg besser verstehen zu können. Mir gefällt wieder, dass verschiedene Aspekte beleuchtet werden und die Charaktere unterschiedlich mit ihren Konflikten durch die strengen Lebensweise umgehen. Es wirkt lebensnahe. Spannend fand ich auch die Unterschiede in den Lebensarten zwischen London, Jerusalem und Tel Aviv. Emotional hat mich der erste Teil etwas mehr erreicht, aber ich habe mich über das Wiedersehen mit den Charakteren gefreut. Insgesamt gibt es eine Leseempfehlung von mir.
DIE HOFFNUNG DER CHANI KAUFMAN Können wir bitte über dieses intensive Buch reden? "Die Kehilla war Michals Welt, hier hatte sie enge Freundinnen, fand Wärme, Liebe und Gemeinschaft. Hier gehörte sie hin, und sie konnte sich kein Leben außerhalb vorstellen." (S. 103) I N H A L T: Chani hat es geschafft. Sie hat den Mann geheiratet, den sie sich ausgesucht hat – nicht selbstverständlich, wenn man in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde lebt. Und was nun? ›Seid fruchtbar und mehret euch‹, natürlich, aber genau das funktioniert eben nicht. Chani ist verzweifelt, denn ihr Mann Baruch kann sie verstoßen, wenn sie ihm keine Nachkommen schenkt. Und wer wäre sie dann noch unter ihresgleichen? Zwischen Rabbi, Fruchtbarkeitsklinik und ihrer Schwiegermutter muss Chani ›HaSchem‹ ein Schnippchen schlagen. M E I N E M E I N U N G: Nicht erst seit Deborah Feldmans "Unorthodox" bin ich gleichzeitig fasziniert, schockiert und interessiert an dem Leben von jüdisch-orthodoxen Kehillas. Das passt der neue Roman von Eve Harris perfekt in mein Beuteschema, auch wenn es der zweite Teil der Dilogie ist. Harris nimmt eine fiktive jüdisch-orthodoxe Gemeinde in den Blick und erzählt mithilfe verschiedener Perspektiven von ihrem Leben, ihren Emotionen und Konflikten. Bildgewaltig, gefühlvoll und klar formuliert die Autorin das Leben eines ausgewählten Personenkreises, eben dieser kleinen Gemeinde in London. Das Leben, der Alltag und jedes klitzekleine Detail ihres Lebens wird durch HaSchem, beziehungsweise den Regelmentierungen der Rabbis gesteuert. Harris Kunst ist, dass sie die verschiedenen Emotionen von Unverständnis über Unwissenheit bis hin zum starken Religionsbewusstsein anschaulich und intensiv darstellt. Die Beweggründe und Handlungsmuster wirken für mich immer klar und nachvollziehbar. Frauen als Geburtsmaschinen, Unfruchtbarkeit, starkes Religionsbewusstsein, Ausbruch aus der Enge der Religion, die Suche nach dem eigenen Glauben, die Einhaltung von Regeln und Geboten und der soziale Druck der jüdisch-orthodoxen Gemeinde sind nur einige angesprochene Themen. Als Leser:in versucht man diese komplexe Welt, ihre Themen und die damit einhergehenden Konsequenzen zu verstehen. Die Übersetzung und die Einflechtung von zahlreichen jiddischen Wörtern finde ich grandios. Lesen, lesen, lesen! Informativ, einfühlsam und vermittelnd. Definitiv ein Muss für alle Lesenden, die Deborah Feldmans "Unorthodox" bereichernd fanden.

Wahnsinnig interessante Thematik!
Das Cover passt sehr gut zum Inhalt. Der Schreibstil war sehr flüssig, sodass ich das Buch schnell lesen konnte. In dem Buch haben wir die interessante Thematik einer sehr strenggläubigen jüdisch-orthodoxen Gemeinde und wie unterschiedliche Personen sich damit auseinandersetzen. Die einzelnen Geschichten waren alle äußerst interessant und sind miteinander verknüpft. Mir hat vor allem Chanis Geschichte um ihre vermeintliche Unfruchtbarkeit gefallen, sowie die Geschichte von Rivka und ihrem Ausstieg aus der Gemeinde. Das Buch wirkte durch das Einfließen von jüdischen Begriffen und Bräuchen sehr authentisch und man hatte das Gefühl etwas zu lernen und sich weiterzubilden, ohne dass es langweilig war. Ich habe das Drama und die Emotionen total aufgesogen und kann es definitiv nur weiterempfehlen! Die Story um Avromi hat mich nicht ganz so interessiert, sie war aber definitiv wichtig für den Ablauf der Geschichte im Ganzen.
Die Hoffnung der Chani Kaufman knüpft ein gutes Jahr an die Ereignisse aus "Die Hochzeit der Chani Kaufman" an. Chani und Baruch stehen vor der nächsten Hürde in ihrem Leben: Nachwuchs. Denn Kinder sind die Voraussetzung zum Bestehen ihrer Ehe in ihrer jüdischen Gemeinde. Doch Chani wird nicht schwanger. Wieder einmal gewährt Eve Harris ihre Leser und Leserinnen einen Einblick in das Leben strenggläubiger Juden und zeigt die Schwierigkeiten auf, die gerade Frauen in diesem Leben haben. Aber auch die Herausforderungen der Männer werden thematisiert. Die Autorin geht dabei mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen heran, ohne direkt zu urteilen und erlaubt es ihren Lesern und Leserinnen sich selber ein Bild zu machen. Viele bekannte Figuren aus ihrem ersten Buch tauchen wieder auf und es ist spannend, die jeweiligen Lebenswege zu verfolgen. Kennen muss man dabei den ersten Band nicht unbedingt, doch ich würde empfehlen, diesen zu kennen um alle Bezüge und Zusammenhänge verstehen zu können. Die Hoffnung der Chani Kaufman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite ans Buch gefesselt und mit etwas Wehmut beenden lassen, hätte ich noch weitere 500 Seiten hier verbringen können. Volle Punktzahl: 5/5
Habe das Buch wirklich sehr gemocht. Vor allem das es nicht nur um die eine Geschichte sich dreht die dem Buch den Titel gibt, sondern das man viele verschiedene Charaktere aus dieser Bubble und deren Struggle kennen lernt und mit ihnen leben kann. Auch die verschiedenen Ausgänge der Geschichten unterstreicht die Vielfalt in dem Buch. Da ich das erste Buch der Autorin, also den Vorgänger hierzu noch nicht kenne werde ich mir dieses jetzt auf jeden Fall holen um den Anfang der Geschichte kennenzulernen.
Ich habe dieses Buch VOR dem ersten Teil (Die Hochzeit der Chani Kaufmann) gelesen, da dieser schlicht an mir vorbei gegangen ist. Wenn ich nun sage, dass ich nach den ersten Kapiteln mir den ersten Teil direkt bestellt habe, denke ich, sagt es schon viel darüber aus, wie mir das hier besprochene Buch gefallen hat. Worum geht es hier? Chani und ihr Mann Baruch Levy versuchen, ein Baby zu bekommen - scheitern jedoch. Beiden ist nicht so recht klar warum, entstammen doch beide Familien, in denen Unfruchtbarkeit nicht verbreitet ist - Chanis Mutter erwartet gerade ihr neuntes Kind. Somit begeben sie sich nach London, um in einer Klinik für Kinderwunsch Aufschluss über die mögliche Ursache für die bisherigen Fehlversuche zu erhalten. Für Chanis Schwiegermutter ist jedoch klar: Chani ist schuld - und sollte schnellstmöglich durch eine fruchtbare Frau ersetzt werden. Die ganze Story findet statt in den Zwängen des frommen Judentums, mit all seinen strengen religiösen Regeln, Ritualen und Traditionen - erdacht von (wen wundert es?) den Männern. Während Chani versucht, sich innerhalb der frommen Vorgaben aus dem Problem hervorzuwinden, hat - in einem weiteren Handlungsstrang - Rivka Zilbermann einen Schritt weiter gewagt. Sie hat ihren Mann den Rabbi Chaim Zilbermann verlassen und muss nun mit allen Konsequenzen dieser Flucht leben - denn die fromme Gemeinde sieht da nicht nur einfach zu. Der Kontakt zu ihren Kindern wird ihr untersagt, ihr Mann wird gedrängt, sich schnellstmöglich eine neue Frau zu suchen. Ihr ältester Sohn Avromi derweil zweifelt ebenfalls an seinem Lebensweg und verlässt die Talmudschule - er muss seinen Weg finden, wenn er sich auch nicht von HaSchem (Gott) abwenden möchte, unerwartet findet er Hilfe bei einem alten Rabbi und seiner Frau. Eine Geschichte, die sich zum einen sehr leicht liest, zum anderen aber geschickt aufzeigt, wie Religionen mit den Menschen umspringen. Hier am Beispiel des Judentum, genau so aber auch übertragbar auf Christliche oder Muslemische Gesellschaften. Ergibt man sich ganz und gar Gottes Regeln - die ja aber Menschengemacht sind - und gibt seine eigene Identität, seine eigen Wahlmöglichkeit auf? Begibt man sich in vormals fremde Bereiche? Oder kann man - verrirrt - auch Trost finden in gemäßigteren Glauben und liberaleren Gebräuchen? Oder entsagt man sich dem Glauben ganz und gar. Ein spannendes Thema, schön aufbereitet unter Verknüpfung von (mehr oder weniger strenger) Religion und weltlicher Gesellschaft. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Ein winziger Kritikpunkt wäre, dass zum Teil die Kenntnis der jiddischen Begriffe sehr vorrausgesetzt wurde, was einen manchmal etwas im Lesefluss unterbrochen hat; eventuell hätte man als Leser jedoch weitreichendere Kenntnisse, hätte man den ersten Teil zuvor gelesen. Ansonsten befindet sich aber auch ein Glossar am Ende des Buches. Abgesehen davon konnte die Geschichte auch komplett ohne den ersten Teil gelesen werden. Wer sich- wie ich - für Religionen und deren Gebräuche (insbesondere der jüdischen) interessiert, ohne dabei aber selbst religiös zu sein bzw. sein zu müssen, der wird viel Freude an diesem Buch haben; und einiges über das Mensch sein lernen und mitnehmen. Von mir 4,5/5 Sterne



























